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Alex Bauermeister: „Hände vors Herz: Achtsamkeit und Entspannung für Groß und Klein“

Alex Bauermeister (Autorin)
Flora Waycott (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: für alle interessierten Yogis
13,00€

Setzt euch hin, liebe Freunde, ob groß oder klein, hebt die Hände vors Herz und atmet tief ein.

Bist du bereit? Deine Tierfreunde zeigen dir einfache Entspannungsübungen, die glücklich machen. Sie sind leicht in den Alltag zu integrieren und steigern die Konzentration und das Wohlbefinden. Wie fühlt sich dein Körper dabei an? Merkst du, wie du langsam ruhiger wirst? (Klappentext)

Ab auf die Matte, ihr Yogis

Die tägliche Yoga-Praxis ist bereits fester Bestandteil meines Alltags. Klar, dass mein Kind unbedingt mitmachen möchte, sobald Mama die Yoga-Matte ausrollt. Dabei vollführt er jede Menge akrobatischer Kunststücke, die eine Gefahr für jedermann, der das Pech hat, zwischen die fliegenden Gliedmaßen zu geraten, sind. An das Risiko für Mobiliar und Köpfe will ich gar nicht denken. Mit Entspannung hat das nicht viel zu tun. Also musste etwas her, das dem Kind Yoga auf spielerische Weise näher bringt.

Die Übungen in ‚Hände vors Herz‘ beginnen mit einer bewussten Wahrnehmung der Atmung. Die kurzen Reime hat man als Erwachsener relativ schnell im Kopf, sodass man mit dem Kind gemeinsam atmet und zur Ruhe kommt und einfach auf der Matte ankommt. Es folgt ein wohltuender Ganzkörper-Flow durch gängige Asanas,  Katze-Kuh, der herabschauende Hund und die Kobra. (Hierbei muss das Buch schon danebenliegen, um auf die Reime zu spicken.) Dieser Flow lässt sich beliebig oft wiederholen, abhängig von Lust und Laune des Kindes. Am Ende gibt es eine schöne Schlussentspannung mit der liegenden Drehung und nochmaliger Konzentration auf den Atemfluss.

Als Einstieg für kleine Yogis ist das Buch gut geeignet. Die Asanas sind nicht schwer und dank der niedlichen Illustrationen können sich die Kinder die Entspannungsübungen mit Katze, Kuh, Hund und Maus leicht einprägen und nachmachen. Gerade in dieser Jahreszeit mit dem durchwachsenen Wetter kann man nicht immer mit den Kindern an die frische Luft. Die Folge sind Bewegungsmangel und ein zappeliges und überdrehtes Kind. Durch die bewusste Atmung konnten wir erst einmal eine ruhige Atmosphäre schaffen, in der die Konzentration für die Übungen aufgebaut wird. Der Bewegungsablauf bereitet den Kindern sehr viel Vergnügen. Ich finde Yoga für Kinder grundsätzlich wunderbar, um die Ausgeglichenheit, Konzentration und Selbstwahrnehmung zu fördern. Ein wunderschönes Kinderbuch! Den nächsten Band dann gerne mit Sonnengruß, beispielsweise.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Hörbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen

„Kuschelflosse – Der knusperleckere Buchstaben-Klau“ gelesen von Ralf Schmitz

Nina Müller
cbj audio
Gesamtspielzeit: 1 Std. 32 Min.
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre

Buchs abenk auerei in Fischhaus n!

Ein Radio-Schluckauf stört Kuschelflosses Traumstunde – oder steckt womöglich etwas anderes dahinter? Denn nicht nur der Radiogeschichte fehlen plötzlich Buchstaben, in ganz Fischhausen machen sich Lücken in Zeitungen, Büchern und auf Schildern breit. Mutig beschließen Kuschelflosse, Sebi, Emmi und Herr Kofferfisch, dem Dieb eine Falle zu stellen. Dass die Spur allerdings ausgerechnet in die Mjammjam-Fabrik führt, hätten die Freunde nie gedacht …

Eine fischtastische Hörinszenierung

Wie konnte mir die Kuschelflosse-Reihe bisher bloß entgehen? Immerhin handelt es sich bei „Der knusperleckere Buchstabenklau“ bereits um den 5. Band, ehe ich auf die Reihe aufmerksam wurde. Aber auch ohne sämtliche Vorgänger zu kennen, findet man sich schnell in Fischhausen mit all seinen wunderbar kuriosen, fischigen Bewohnern zurecht.

In diesem Teil erlebt der Fellfisch Kuschelflosse ein unglaublich spannendes Abenteuer. Während seiner Lieblingsradiosendung, der Traumstunde, fallen Kuschelflosse Lücken auf, die das Verstehen der Geschichte erheblich stören. Und das Problem breitet sich aus! Bald fehlen in Büchern und Zeitungen, ja sogar auf Schildern Buchstaben. Unverzüglich trommelt Kuschelflosse seine Freunde zusammen, um den systematischen Buchstabenklau aufzuklären. Auf ihrer Suche nach dem Dieb begegnen die Freunde einer Vielzahl an Meeresbewohnern, von denen nicht alle friedlich und drollig sind.

Die Geschichte steckt voll Sprachwitz und Wortspielereien. Die Auflösung des Buchstabenklaus ist sehr fantasievoll und amüsant für Groß und Klein, auch wenn die ganze Geschichte natürlich nicht sehr realitätsnah ist. Allerdings halte ich die Altersempfehlung für das Hörspiel speziell dieses Bandes für zu gering, da das Hörverstehen stark herausgefordert wird. Unser Vierjähriger, obwohl durchaus an Buchstaben interessiert, konnte dem Buchstabenklau nicht folgen. Was zum Teil auch am flotten Erzähltempo der Handlung liegt. Vermutlich wäre die Printausgabe für diese Altersgruppe eher geeignet, um den Buchstabenklau einfach bildlich vor Augen zu haben. Vor- oder Grundschülern fällt das Hörverstehen sicherlich schon leichter und sie können besser miträtseln, welche Buchstaben fehlen.

Ralf Schmitz als Sprecher wiederum ist die ideale Besetzung. Sein Spiel mit der Stimme ist grandios und herrlich abwechslungsreich, ohne dabei zu übertrieben oder nervig zu klingen. Die Figuren werden von ihm mit unterschiedlichen Sprachfehlern versehen und in verschiedenen Tonlagen gesprochen, sodass sie einen hohen Wiedererkennungswert haben. Hinzu kommt die klangvolle Inszenierung der Hintergrundgeräusche, die das Hörbuch zu einem tollen Hörerlebnis machen.
Wir sind auf jeden Fall auf den Geschmack gekommen und werden uns auf die Vorgängerbände stürzen.

Vielen lieben Dank an cbj audio für das Hörbuch, das uns zu Rezensionszwecken zugesandt wurde!

Weitere Hörbücher dieser Reihe:

„Kuschelflosse – Das unheimlich geheime Zauber-Riff“
„Kuschelflosse – Die blubberbunte Weltmeisterschaft“
„Kuschelflosse – Der knifflige Schlürfofanten-Fall“
„Kuschelflosse – Die mächtig magische Glitzerbohne“
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Krimi & Thriller Rezensionen Romane

Yangsze Choo: „Nachttiger“

Yangszee Choo
Wunderraum Verlag
22,00€

Britisch-Malaya in den 1930-Jahren. Zwischen Dschungel und Kolonialvillen lauert eine geheimnisvolle Gefahr…

Der chinesische Houseboy Ren ist in geheimem Auftrag unterwegs: Er soll den amputierten Finger seines Herrn finden, um ihn mit dem Toten zu bestatten. Nur so kann dessen Seele Ruhe finden. Neunundvierzig Tage bleiben Ren für seine Mission, die ihn zu einem britischen Arzt und der Tänzerin Ji Lin führt. Doch die Suche ist gefährlich: Ren und Ji Lin geraten in eine Welt von Aberglaube, Liebe und Verrat. Und in eine Serie mysteriöser Todesfälle… (Klappentext)

Historischer Roman und chinesischer Aberglaube

Als ich mich auf ‚Nachttiger‘ einließ, war ich völlig unvoreingenommen im Hinblick darauf, was mich erwartete. Nach 600 Seiten bin ich wieder aufgetaucht und habe das Gefühl, Teil eines unfassbar spannenden Abenteuers gewesen zu sein, eine Zeitreise in die 1930er und gleichzeitig Urlaub in Südostasien gemacht zu haben. ‚Nachttiger‘ ist ein packender Mix aus Kriminalgeschichte, Hirstorienroman und exotischem Märchen. Dieser Roman ist auf so vielen Ebenen brillant durchdacht, dass es einem den Atem raubt. Dabei beginnt er lediglich mit einem abgetrennten Finger…

Im ersten Erzählstrang geht es um den 11jährigen Ren, der harte Arbeit gewohnt ist, schon viel Trauer in seinem Leben erfahren hat und über einen ausgeprägten sechsten Sinn zu verfügen scheint. Auf dem Sterbebett gibt ihm sein Herr einen letzten Auftrag: Ren soll seinen fehlenden Finger wiederbeschaffen, damit sein vollständiger Körper begraben werde. Andernfalls – so ein Aberglaube – kehre er als Geistertiger zurück. Seine Suche führt Ren in den Dienst des Chirurgen Dr William Acton. Als die von einem Tiger übel zugerichtete Leiche einer jungen Frau gefunden wird und nahe dem Haus Pfotenabdrücke eines Tiger auftauchen, ahnt Ren, dass ihm die Zeit durch die Finger rinnt.

Im zweiten Erzählstrang geht es um die junge Ji Lin, die in einer Tanzhalle Geld verdient, um die Spielschulden ihrer Mutter zu tilgen, ohne dass der jähzornige Stiefvater Wind davon bekommt. Einer ihrer Tanzpartner hinterlässt Ji Lin einen abgetrennten Finger.

Während die 49 Tage allmählich verstreichen, geschehen eine ganze Reihe mysteriöser Todesfälle. Ji Lins und Rens Wege, so unterschiedlich sie erscheinen, kreuzen sich durch chinesischen Zahlenaberglaube, die Einheit konfuzianischer Tugenden und Mythen über Männer, die sich in Tiger verwandeln. Am Ende bleibt es dem Leser selbst überlassen zu entscheiden, welcher Teil der Geschichte auf das Konto übersinnlicher Begebenheiten geht, oder mit bloßen menschlichen Abgründen erklärt werden kann.

‚Nachttiger‘ ist das zweite Buch von Yangsze Choo, aber das erste, das in deutscher Übersetzung erschienen ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass es weitere Bücher aus der Feder dieser Autorin geben wird, denn ‚Nachttiger‘ ist ein wundervolles Gesamtkunstwerk, ein Mix verschiedener Genres mit einer bildhaften Sprache, die einen wie einen Sog erfasst und in die Geschichte zieht.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Yangsze Choo: „The Ghost Bride“
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Frauenromane Historische Romane Rezensionen Romane

Jane Austen: „Vernunft und Gefühl“

€
Jane Austen
Penguin Verlag
10,00€

Zwei ungleiche Schwestern auf der Suche nach der Liebe

Die eine ist voller Lebenslust und Temperament, die andere beherrscht und vernünftig. Marianne Dashwood ist das genaue Gegenteil ihrer älteren Schwester Elinor, und so stürzt sie sich nach dem Tod ihres Vaters kopflos in eine Romanze mit dem begehrten Frauenschwarm John Willoughby – und wird bitter enttäuscht. Doch als auch Elinor entdeckt, dass sie von dem Mann ihres Herzens hintergangen wurde, müssen die ungleichen Schwestern lernen, dass sie den Weg der Liebe nur mit Unterstützung der jeweils anderen finden können … (Klappentext)

Ein zeitloser Klassiker

Jane Austens Debütwerk ist ein intelligent konzipierter Gesellschaftsroman, in den die Liebesgeschichten zweier Schwestern verflochten sind. Vom Umfang her und aufgrund der zahlreichen Akteure mit ihren familiären Verstrickungen kann der Roman einen anfangs ziemlich einschüchtern. Mir persönlich ging es so. Ich habe ‚Verstand und Gefühl‘ erst im zweiten Anlauf geschafft. Mit Andrea Otts moderner und geschmeidiger Neuübersetzung gelingt der Einstieg in den Kreis der Dashwood-Schwestern von der ersten Seite an. Wie herrlich kann man das Gespräch zwischen John Dashwood und seiner Frau Fanny genießen, in dem gleich zu Beginn der Geschichte Johns großzügige Gabe von jeweils eintausend Pfund für jede Schwester binnen weniger Seiten auf nichts reduziert wird. Meisterhaft argumentiert von Fanny.

Allein dieses Gespräch ist das beste Beispiel für Jane Austens scharfsinnigen Blick auf die Gesellschaft. Ihr gelingt es mit einem feinen ironischen Pinselstrich die gesellschaftlichen und menschlichen Eigenarten zu entlarven. Sie karikiert die Komik alltäglicher Begebenheiten mit einer sprachlichen Eleganz, wie sie meines Erachtens bei keinem anderen vorkommt.

Wie in allen Austen Romanen stehen junge, ledige Frauen der höheren bürgerlichen Schicht im Mittelpunkt der Handlung. Den Dashwood-Frauen bleiben nach dem Tod des Vaters wenig Mittel, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Aufgrund der Erbfolge geht sämtlicher Besitz an den nächsten männlichen Erben und sie sind von dessen Wohlwollen abhängig. Dass John Dashwood seinen Halbschwestern nichts weiter angedeihen lässt, erfährt der Leser ja gleich zu Beginn. Und so ziehen die drei Schwestern mit ihrer Mutter aufs Land in ein bescheidenes Cottage. Sowohl Elinor als auch Marianne erleben ihre eigenen Liebesgeschichten, die voll Drama, Intrigen und Verwicklungen sind. Elinor ist die ältere, besonnene Schwester, die sich ihrer gesellschaftlichen Pflicht stets bewusst ist. Sie verkörpert die titelgebende Vernunft. Dagegen ist Marianne leidenschaftlich und impulsiv. Ihr ist das Gerede der Menschen gleichgültig, sie lebt ihre Gefühle offen aus. Beide Schwestern erfahren erst bittere Enttäuschung, ehe sie in der Liebe Glück finden.

Am unterhaltsamsten sind jedoch die Nebenfiguren, die ein breitgefächertes Spektrum menschlicher Verhaltensweisen verkörpern. Auch in ihnen zeigt sich Jane Austens boshafter Blick. Ihre Figuren sind geizig, eifersüchtig, gierig, wohlwollend, naiv, vulgär und und und. In ‚Vernunft und Gefühl‘ wimmelt es vor lauter Archetypen, die von Austen meisterhaft karikiert werden. Aus diesem Grund sind alle Romane aus Jane Austens Feder so zeitlos. Wer ‚Vernunft und Gefühl‘ nicht liest, ist selber schuld!

Hier könnt ihr noch meine Rezension zu „Stolz und Vorurteil“ lesen!
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Frauenromane Rezensionen Romane Weihnachten

Heidi Swain: „Träume sind aus Zimt und Zucker“ (Die Kirschblüten-Reihe, Band 2)

Heidi Swain
Penguin Verlag
10,00€

Küsse unter dem Mistelzweig

Als ihre Freundinnen sie um Hilfe bitten, zögert Ruby nicht lange und eilt zurück in ihre verträumte Heimatstadt Wynbridge. Auf dem Weihnachtsmarkt soll sie Leckereien aus dem beliebten Kirschblütencafé verkaufen – der perfekte Ferienjob! Zwischen duftenden Plätzchen und wärmendem Glühwein kann Ruby von ihrer Zukunft träumen. Doch dann taucht ihr Ex-Freund Steve am Nachbarstand auf, über den sie nie wirklich hinweggekommen ist. Und plötzlich fällt es Ruby alles andere als leicht, sich auf die Köstlichkeiten in ihrer Auslage zu konzentrieren… (Klappentext)

Weihnachtlich und kurzweilig

Was gibt es schöneres, als in der Weihnachtszeit zwischen verträumten Buchtiteln und romantischen Covern zu schwelgen. „Träume sind aus Zimt und Zucker“ fängt allein schon rein optisch die weihnachtliche Gemütlichkeit ein. Und beim Lesen des Titels glaubt man den Duft von frischen Kräppelchen in der Nase zu haben. Es ist der zweite Band aus der Kirschblüten-Reihe, die in dem kleinen britischen Städtchen Wynbridge spielt.

Die Handlung ist stimmungsvoll und kurzweilig. Ruby hat ihr vielversprechendes Studium abgebrochen, um auf dem Weihnachtsmarkt ihrer Heimatstadt die Köstlichkeiten und Basteleien aus dem Kirschblütencafé zu verkaufen. Mit dem Geld möchte sie ihre Reisekasse aufbessern. Rubys Vater blickt natürlich sorgenvoll auf die Zukunft und Karriere seiner Tochter. Schließlich hat sie einen Abschluss mit Auszeichnung. Der Konflikt zwischen Vater und Tochter führt immer wieder zu den gleichen Dialogen, was spätestens nach der fünften Wiederholung Langeweile hervorruft. Von den zahlreichen Nebenfiguren, die durch Wynbridge wuseln, schwirrte mir der Kopf. Ich hatte leider wirklich Probleme, die vielen Namen den Figuren zuzuordnen plus deren persönliche (Liebes-) Dramen im Gedächtnis zu behalten. Dagegen half nicht einmal, dass ich bereits Teil 1 dieser Reihe gelesen hatte.

Ruby engagiert sich sehr für den Erhalt des Weihnachtsmarktes und bringt jede Menge Ideen für dessen Aufwertung und Verbesserung ein, nicht ahnend, dass im Hintergrund eine regelrechte Verschwörung der Stadtverwaltung läuft. Es ist süß, wie die Gemeinschaft des kleinen Städtchens durch das gemeinsame Ziel zusammengeschweißt wird. Auch wenn die Geschichte stellenweise überzeichnet ist, vermittelt sie eine sehr schöne Weihnachtsbotschaft.

Rubys Liebesgeschichte fand ich dagegen ziemlich fade. Es mangelt deutlich an Schwung. Beide Figuren befinden sich von Beginn an am selben Punkt ihrer Beziehung – getrennt, aber ganz offensichtlich noch mit Gefühlen für den jeweils anderen. Von den Gefühlen merkt man nicht viel, es gibt keine interessanten Auseinandersetzungen, kaum eine richtige Entwicklung.

Sehr gelungen ist aber das Flair einer britischen Kleinstadt zur Weihnachtszeit. Die Autorin kreiert eine gemütliche winterlich-weihnachtliche Atmosphäre. Der Roman ist äußerst kurzweilig und liest sich ebenso rasant weg. Als unaufregende Lektüre zwischen den Jahren fand ich ihn super. Ließ sich hervorragend zu einem Becher Punsch und Lebkuchen wegschmökern.

Herzlichen Dank an den Verlag für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

Heidi Swain: „Frühling im Kirschblütencafé“ (Die Kirschblüten-Reihe, Band 1)
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ab 14 Jahre Fantasy Jugendliteratur Rezensionen

Laini Taylor: „Strange the Dreamer – Ein Traum von Liebe: Buch 2“

Laini Taylor
ONE Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
15,00 €

Was für eine unmögliche Situation. Sie war allein dort oben, er war allein hier unten, und trotzdem hatten sie auf seltsame Weise zusammengefunden. Weil Sarai sich in seinem Traum befand und er ihn mit ihr teilte.

Sagenumwoben, voller Schönheit, Wunder und Mysterien – so hat Lazlo sich die Verborgene Stadt, über die er so viel gelesen hat, immer vorgestellt. Doch Weep hütet ein düsteres Geheimnis, dem Lazlo und seine Gefährten auf den Grund gehen sollen. Welche Rolle spielt dabei Sarai, das blauhäutige Mädchen, welches ihm immer wieder in seinen Träumen begegnet? Nacht für Nacht treffen sich die beiden, und Lazlo spürt, wie das Band zwischen ihnen immer stärker wird. Doch hat ihre Liebe eine Chance?

Folge weiter der Geschichte von Lazlo und Sarai in der Verborgenen Stadt Weep… (Klappentext)

Göttlich, fantasievoll und grandios erzählt

Da der erste Teil von Laini Taylors neuer Fantasyreihe in zwei Bände aufgeteilt wurde, nahm die Geschichte im letzten Buch gerade an Fahrt auf, ehe sie abrupt endete. Der zweite Teil knüpft nun nahtlos an den ersten an.

Endlich ist Lazlo in der Verborgenen Stadt Weep angekommen. Doch sie ist so vollkommen anders als er es sich als Junge vorgestellt hat. Die Zitadelle der Mesarthim verdunkelt den Himmel, die Straßen sind von herumliegendem Müll und Ungeziefer verdreckt. Kuchen stehen definitiv keine auf den Fensterbänken. Die Gefährten um den Götterschlächter Eril-Fane suchen nach einem Weg, um das Metall und somit den Schatten, der über der Stadt liegt, zu zerstören. Die Fronten zwischen den Einwohnern von Weep und der „Götterbrut“ in der Zitadelle sind verhärtet, genauso wie zwischen Minya und den übrigen Götterkindern.

Laini Taylors Schreibstil ist, wie schon im ersten Band, einfach märchenhaft. Sie kreiert eine fantasievolle Welt, in der man sich verlieren kann. Stand im ersten Teil Lazlos Reise im Vordergrund, liegt der Fokus diesmal stark auf Lazlos Träumen und der Beziehung zwischen ihm und Sarai. Sarai ist die Muse der Albträume. Mit Hilfe eines Schwarms Motten dringt sie in die Träume der Menschen ein, schürt deren Ängste und manipuliert sie. Auf diese Art lernen sich die beiden auch kennen. Sarai und Lazlo sind fasziniert vom jeweils anderen. Im Verlauf der Handlung wachsen die beiden immer mehr zusammen.

Da den Begegnungen im Traum von Lazlo und Sarai viel Raum gegeben wird, entstehen einige Längen. Erst das letzte Drittel ist unglaublich spannungsgeladen und wartet mit einem grandiosen Finale und überraschenden Wendungen auf.

Insgesamt eine gelungene Fortsetzung mit einem magisch-poetischen Schreibstil. Laini Taylor hat eine geradezu göttliche Welt geschaffen, in der Licht und Dunkel nah beieinander liegen. Eine sehr tiefgründige Geschichte mit spannenden Entwicklungen und starken Charakteren.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag und der Bloggerjury für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

Laini Taylor: „Strange the Dreamer – Der Junge, der träumte: Buch 1“

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Hörbücher Rezensionen Weihnachten

„Schnauze – Die Weihnachtsbox“ gelesen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel

cbj audio
Gesamtspielzeit: ca. 4 Stunden
empfohlenes Alter: ab 6 Jahre
Audio-CD: 15,00 €

Drei Adventsabenteuer: Schnauze, es ist Weihnachten! Schnauze, das Christkind ist da! Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!

Die Zeit vor Weihnachten ist immer aufregend. Das erleben auch Hund Bruno und Katze Soja. Vom ersten Kennenlernen über Frauchens Nachwuchs bis zur Suche nach den Kamelen der Heiligen Drei Könige geht es turbulent durch den Advent.

Drei süße Geschichten zum Anhören

Gleich drei Bände der Schnauze-Adventsbücher sind in dieser Sammelbox als Hörbücher vereint. Das bedeutet fast 4 Stunden Hörvergnügen insgesamt. Gelesen werden die Kapitel abwechselnd von Christian Berkel und Andrea Sawatzki, die Hund Bruno und Katze Soja mit ihren Stimmen viel Charme und Leben verleihen. Die Spieldauer der einzelnen Kapitel variiert zwischen 2:30 bis 3 Minuten. Anders als bei den Adventskalenderbüchern lohnt es sich nach meinem Empfinden hier nicht, in der Adventszeit täglich nur ein Kapitel anzuhören. Dafür sind sie einfach zu kurz und es macht zu viel Spaß  Christian Berkel und Andrea Sawatzki zuzuhören, als dass man nach drei Minuten schon unterbrechen möchte.

Im ersten Band „Schnauze, es ist Weihnachten“ zieht die Katze Soja besuchsweise in Brunos zu Hause ein. Bruno hat bereits einige Weihnachtsfeste in seinem Hundeleben erlebt und freut sich auf ein ruhiges, gemütliches Fest. Die sportliche Katze dagegen entwickelt ein Fitnessprogramm, das mit der Gemächlichkeit Brunos kollidiert.

Im zweiten Teil „Schnauze, das Christkind ist da“ erwartet Brunos Frauchen ein Baby und das ausgerechnet an Weihnachten. Der Traum einer entspannten Adventszeit zerplatzt, denn Babys machen Krach. Das wirft außerdem die Frage auf, was aus Brunos und Sojas Geschwistern geworden ist.

Im dritten Teil „Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!“ wird Bruno kurzerhand bei Sojas Familie untergebracht, wo es Tofu und Gemüsebratlinge gibt. Wird er die Weihnachtszeit überhaupt überleben, wenn es nichts Richtiges zwischen die Zähne gibt? Und dann verschwinden die Kamele der Heiligen Drei Könige vom Marktplatz und Soja ist entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die kleinen Kabbeleien zwischen Bruno und Soja sind absolut witzig und bringen selbst die Erwachsenen, die zuhören müssen, zum Schmunzeln. Christian Berkel trifft den mürrischen Hundeton perfekt und auch Andrea Sawatzki vermittelt auf amüsante Art die katzenhafte Attitüde Sojas. Die Geschichten sind – auch gemessen am Umfang – nicht sonderlich komplex, aber auf jeden Fall kindgerecht und unterhaltsam. Die Sammelbox ist natürlich mega praktisch und als Geschenk für die Weihnachtszeit ideal.

Vielen Dank an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

Karen Christine Angermayer: „Schnauze, es ist Weihnachten!: Die Schnauze-Reihe, Band 1“
Karen Christine Angermayer: „Schnauze, das Christkind ist da!: Die Schnauze-Reihe, Band 2“
Karen Christine Angermayer: „Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!: Die Schnauze-Reihe, Band 3“
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Geschenkbücher Rezensionen

Karl Lauer: „Ich bin gerührt, sagte der Teig: Papas beste Flachwitze“

Karl Lauer
Goldmann Verlag
9,00€

»Ich habe gestern bei Weight Watchers angerufen. Hat keiner abgenommen.«

Ha! Ha! Schon wieder einer: schräg, flach und vermeintlich originell. So sind die Witze, die Väter, Opas, Schwiegerväter und Onkel regelmäßig zum Besten geben. Keiner entkommt dem Witzeradar. Und irgendwann muss man dann doch lachen, und ohne sie würde etwas fehlen. Eine Sammlung der besten Kalauer, die dem nächsten Familienabend noch einmal eine ganz eigene Dynamik verleihen wird. Spaß garantiert!

Füße hoch! Flachwitz im Anflug.

Angefangen beim Namen des Autors bis zur letzten Seite ist dies ein absolut unterhaltsames Buch. Es ist ein Sammelsurium amüsanter, origineller und platter Flachwitze. Für Familienfeiern oder einen Abend mit Freunden einfach ideal, um als Stimmungskanone aufzutreten.  Oder als Nachschlagewerk, um sein Witzrepertoire zu vergrößern.

Aus fünf Kategorien kann man entweder die besten, die oberschlausten, tierischsten, peinlichsten oder schlimmsten Flachwitze zum Besten geben. Ganz nach Vorliebe. Auf 127 Seiten, vollgestopft mit Witzen, ist für jeden Geschmack etwas zu finden. Bei einigen Witzen muss man sein Denkvermögen ordentlich anstrengen, um zu verstehen, was gemeint ist. Andere wiederum sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Praktischerweise sind die Witze kurz genug, um sich eine Vielzahl davon einprägen zu können.

Ich würde dieses Buch nicht ausschließlich Vätern empfehlen. Es bietet Spaß für Jung und Alt und sorgt auch zwischendurch für vergnügliche Momente. Als Geschenkbuch bestens geeignet.

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Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen

Cliff Leek: „Boy oh Boy: 30 wahre Helden“

Cliff Leek (Autor)
Bene Rohlmann (Illustrator)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 9 Jahre
18,00€

Diese 30 Männer sind wahre Helden!

Sie haben Frieden gestiftet, Welthits komponiert, für Gleichberechtigung, Zivilrechte und Box-Titel gekämpft, sind gefallen und wieder aufgestanden, haben sich neu erfunden und es vor allem allen gezeigt. „Boy oh Boy“ versammelt 30 inspirierende Geschichten über beeindruckende Männer, die Konventionen und Klischees bekämpft haben und bis heute zeigen, wie viel Veränderung ein Einzelner bewirken kann. Ein Buch für Jungs mit handverlesenen Vorbildern, die Mut machen und vergangene wie heutige Generationen inspirieren. (Klappentext)

Solche Männer braucht die Welt

„Er ist eben ein Junge.“

Diesen Satz habe ich als Mutter von zwei Söhnen häufig zu Ohren bekommen. Unter diese Rubrik fällt das Verhalten eines Jungen, wenn er sich ‚wild‘ benimmt, vielleicht nicht auf die Anweisungen der Eltern hört oder sich sonst irgendwie auffällig benimmt. Dabei kommt einem dieser Spruch „Er ist eben ein Junge“ mehr wie eine Ausrede vor, hinter der es sich gut verstecken lässt. Dem Autor Cliff Leek ist diese Tendenz negativ aufgefallen, denn sie verleitet dazu, Jungs unter einem sehr eingeschränkten  Blickwinkel zu betrachten. In erster Linie sollten Kinder – egal ob Junge oder Mädchen – zu selbstbewussten, starken Menschen erzogen werden.

In ‚Boy oh Boy‘ sind 30 Persönlichkeiten versammelt, die in der Welt viel bewirkt haben und die zu Recht als positive Vorbilder angesehen werden. Einige dieser Männer kennt man, man hat von ihren Errungenschaften gehört und wie sie die Welt damit bereichert haben. Sie sind Wissenschaftler, Künstler, Sportler oder machen sich gegen soziale Ungerechtigkeiten stark. Andere wiederum haben kein prominentes Leben im Scheinwerferlicht geführt und sind deshalb weniger bekannt. Doch auch sie haben Großes erreicht und die Welt ein kleines Stück besser gemacht. Hier werden ihre individuellen Lebensgeschichten vorgestellt und in schillernd bunten Illustrationen in Szene gesetzt.

Bene Rohlmanns Arbeiten sind inspiriert von Comicwelten und im Vintage-Stil gehalten. Seine Illustrationen und Cliff Leeks Texte ergänzen sich ideal. Zusammen haben die beiden eine Heldengalerie erschaffen, in der durchweg positive Männerrollen präsentiert werden. ‚Boy oh Boy‘ sollte in keinem Bücherregal fehlen, gleich ob Junge oder Mädchen.

Vielen lieben Dank an Prestel Junior für dieses wunderbare Buch, das mir zu Rezensionszwecken überlassen wurde!

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Baby und Kleinkind Ratgeber Rezensionen Sachbücher

Vimala Schneider McClure: „Babymassage: Praktische Anleitung für Mütter und Väter“

Vimala Schneider McClure
Kösel Verlag
18,00€

Der ausführliche Ratgeber für Mütter und Väter

Informativ. Gut umsetzbar. Reich illustriert.

Entspannen, beruhigen, stärken und Vertrauen fördern: Die tägliche Babymassage ist eines der kostbarsten Geschenke, die Eltern ihrem Kind – und sich selbst – machen können. Durch liebevolle Achtsamkeit und sanfte Berührung lernen sie die nonverbale Sprache des Babys zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen.

Dieses Buch enthält:

• die wichtigsten Techniken der Babymassage in Wort und Bild

Anleitungen für die Massage von Frühgeborenen und behinderten Kindern

Massageempfehlungen für Schreibabys und erkrankte Kinder mit Fieber, Schnupfen usw.

• Reime und Fingerspiele für die Massage älterer Kinder

Ein Rundumschlag zum Thema Babymassage

Unser jüngster Familienzuwachs ist gerade einmal wenige Wochen alt und leidet besonders in den Abendstunden unter Bauchweh. Diese Phase, die mit viel Schreien einhergeht, ist für die ganze Familie belastend. Denn gerade in dieser Zeit herrscht natürlich viel Tumult. Jeder möchte ins Bad, Abendessen, die ganze Familie kommt zusammen. Um dem Baby zu helfen, habe ich angefangen den Bauch mit Kümmel-Öl einzureiben.  Das war so der Einstieg ins Thema Babymassage und mega praktisch, dass im Kösel Verlag eine Neuauflage von „Babymassage“ erschienen ist. Wenn man einmal dabei ist zu massieren, warum nicht gleich den ganzen Rest? Die Babymassage ist eine hervorragende Methode, um die Bindung zwischen Kind und Eltern aufzubauen und zu festigen. Ich habe schnell gemerkt, dass die Berührung sowohl dem Baby als auch mir gut getan hat.

In Vimala Schneider McClures „Praktischer Anleitung für Mütter und Väter“ muss man allerdings erst viele Kapitel lesen, ehe es tatsächlich um praktische Anleitungen geht. In der ersten Hälfte beschreibt die Autorin, wie sie selbst in Indien die Babymassage kennenlernte. Es folgen viele Kapitel über Theorie und Studien anderer Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Bindung auseinander gesetzt haben. Als Mama will man in erster Linie die Babymassage anwenden und nicht erst studieren. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, wenn dieser Teil übersprungen wird.

Die Anleitungen für die Massagehandgriffe sind reich bebildert und verständlich beschrieben. Sie lassen sich schnell umsetzen und bauen schön aufeinander auf, sodass man die Bewegungen gut verinnerlichen kann. Außerdem werden zahlreiche Tipps gegeben für den Umgang mit Babys und Kleinkindern. Häufig ist man ja verunsichert, erst recht wenn das Baby nicht bilderbuchmäßig die Massage toleriert. Die Ratschläge helfen, damit man selbst die nötige Ruhe bewahrt. Wir führen die Massage seit zwei Wochen fast täglich durch – nicht immer im vollen Umfang, sondern so wie es dem Baby gefällt und guttut. Die Bauchschmerzen und Verdauung konnten wir auf diesem Weg in den Griff kriegen und das Baby genießt wirklich zusehends die Berührungen. Abends herrscht bei uns Ruhe und alle sind teifenentspannt.

Aber auch aus dem theoretischen Anfangsteil kann man viel nützliches Wissen ziehen. Der ein oder andere kennt das bestimmt, wenn ältere Verwandte mit lieb gemeinten Ratschlägen über in die Jahre gekommene Erziehungsmodelle daherkommen. Im Buch wird mit diesen ‚westlichen‘ Ansichten aufgeräumt und es wird überzeugend für den liebe- und respektvollen Umgang mit Kindern argumentiert.

Insgesamt ist das Buch ein absoluter Rundumschlag zum Thema Babymassage. Einführende Grundkenntnisse, Studien, Anleitungen, Tipps und Spiele – alles ist vorhanden.

Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars, das wirklich wie gerufen kam für unseren Nachwuchs!