Kategorie: Romane

Jane Austen: „Stolz und Vorurteil“

Jane Austen
Penguin Verlag
ISBN: 978-3328101666
10,00€ (Taschenbuch)

 

 

 

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil… (Verlagstext)

Stolz und Vorurteil ist der wohl bekannteste Roman der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Er erschien im Jahre 1813. Seither wurden über 20 Millionen Exemplare verkauft. Es ist ein Sittenroman, in dem die Irrungen und Wirrungen bei der Partnerwahl zu Jane Austens Zeit mit ihrem unvergleichlichen Wortwitz, Ironie und Scharfblick porträtiert werden.

Die existenzielle Problematik, in der sich Jane Austens weibliche Protagonistinnen und wahrscheinlich viele junge Damen in England um 1800 befunden haben, war die Suche nach einem Ehemann. Frauen besaßen zu jener Zeit nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt abzusichern. Vorzugsweise durch die Heirat mit einem Mann, der über ein beträchtliches Vermögen verfügte. Zu jener Zeit wurden Ehen zumeist unter dem Gesichtspunkt der materiellen Absicherung geschlossen, nicht aus Liebe.

Jane Austen benutzt die titelgebenden Leitmotive für ein wechselseitiges Spiel in der Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy. Beide müssen zahlreiche Missverständnisse, Verleumdungen und Vorurteile überwinden, ehe sie zueinander finden. Es gibt kaum ein anderes Buch, in dem die Figuren so tiefgründig sind, so häufig Selbstanalyse betreiben und sich derart weiterentwickeln.

Stolz und Vorurteil entführt uns in ein Jahrhundert, das geprägt ist von Konventionen, gesellschaftlichen Regeln und strengen sozialen Strukturen, und trotzdem ist die Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Mr. Darcy zeitlos, was die zahllosen Adaptionen beweisen.

Wer einen Einstieg in Jane Austens Romane finden möchte, ist mit Stolz und Vorurteil am besten beraten. Der Ausgabe vom Penguin Verlag möchte ich eine besondere Empfehlung aussprechen. Ich habe häufig gelesen, dass Probleme bestehen, Jane Austens Ausdrucksweise beziehungsweise ihren Schreibstil zu verstehen. Bei der vorliegenden Übersetzung dürfte es die wenigsten Schwierigkeiten geben. Ich habe verschiedene Übersetzungen und diese auch mehrmals gelesen, um sie miteinander vergleichen zu können. In diesem Taschenbuch ist die Sprache deutlich leichter verständlich, moderner, etwas geraffter. Außerdem erleichtert einem die Schriftgröße das Lesen ungmein.

Vielen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe, das mir diese Ausgabe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Catherine Rider: „Kiss me in Paris“

Catherine Rider
cbt-Verlag
ISBN: 9783570164785
12,99€

 

 

 

 

New Yorkerin Serena Fuentes hatte es sich alles so schön vorgestellt: Paris, die Stadt der Liebe, 21. Dezember, auf den Spuren der Hochzeitsreise ihrer Eltern, gemeinsam mit der Schwester – Romantik pur! Doch die Schwester düst mit ihrer neuesten Flamme nach Madrid ab, während Serena bei einem komplett Fremden unterkommen muss. Quelle horreur! Jean-Luc Thayer ist nur mäßig begeistert von der Aussicht, eine amerikanische Touristin babysitten zu müssen. Umso irritierter ist er, als Serena ihn auf eine von A bis Z durchgeplante Tour durch die Stadt mitzerrt. Jean-Luc improvisiert lieber, vorzugsweise mit der Kamera. Aber irgendwann auf dem langen Spaziergang durch Paris merken Serena und Jean-Luc, dass Gegensätze sich anziehen … (Klappentext)

So, meine Lieben, heute habe ich einen kleinen Vorgeschmack auf Weihnachten für euch. In den Geschäften stehen nun schon seit Anfang September die ersten Lebkuchen. Kommt es euch nicht auch so vor, als würden sie jedes Jahr ein bisschen eher in den Regalen auftauchen? Bisher habe ich tapfer allen Versuchungen widerstanden und nichts gekauft, doch der Mann brachte jüngst eine Packung Lebkuchen mit nach Hause. Spätestens wenn morgen der Wetterumschwung kommt und es draußen kalt und regnerisch ist, wird meine Selbstdisziplin auf eine harte Probe gestellt werden. Der Kaffee mit Milchhäubchen und braunem Zucker oben drauf würde sich ohne Lebkuchen vermutlich soweiso einsam fühlen und nur halb so gut schmecken. Kann ich das wirklich verantworten?

Seid ihr jetzt ein bisschen in Schmuse-Kuschel-Vorweihnachtsstimmung? Wäre praktisch, denn in diesem Beitrag geht es um eine romantische Geschichte im vorweihnachtlichen Paris.

‚Kiss me in Paris‘ ist eine kurzweilige Lektüre. Am Anfang sträubten sich bei mir zwar die Nackenhaare, aber je länger man liest, umso besser wird es. Spätestens wenn ab Mitte des Buches der Champagner fließt.

Das Cover ist wunderbar weihnachtlich gestaltet und weckt damit gewisse Erwartungen an die Handlung, die – ich muss es leider sagen – nicht erfüllt werden. Ein verschneites, weihnachtlich illuminiertes Paris mit Weihnachtsmarktbesuch taucht nicht auf. Aber es gibt jede Menge Nebel auf der Seine.

Die Protagonistin Serena ist eine strukturierte New Yorkerin, die die gesamte Reise peinlich genau durchorganisiert hat. Sie hat eine Agenda, die sie innerhalb von 24 Stunden abarbeiten will. Auf den Spuren der Hochzeitsreise ihrer Eltern, um ein Scrapbook zu basteln. Da rollen sich bei mir ja schon die Zehennägel auf. Er soll den tiefgründigen Typ mit Bindungsängsten und Fotoapperat darstellen, der ihr das wahre Paris näherbringt.
Die gesamte Handlung ist vorhersehbar. Natürlich muss der durchorganisierte Plan scheitern. Natürlich fängt er mit seiner Kamera die unterdrückte Traurigkeit in ihr ein und natürlich ist sie sein 1A Projekt für die Uni.

Dank des  Schreibstils und des unaufregenden Handlungsverlaufs plätschert die Geschichte angenehm flüssig vor sich hin. Ich mag es zwar nicht, wenn Geschichten im Präsens geschrieben sind, aber das ist meine ganz persönliche Empfindung und nicht zwangsläufig negativ. Was mich wirklich gestört hat, waren die vielen kursiv gedruckten Wörter, um zu verdeutlichen, dass eine Figur etwas besonders betont. Teilweise wurde gefühlt jedes zweite Wort betont. Was echt nicht notwendig ist. Ich bin nämlich durchaus in der Lage, mich in die Handlung hineinzuversetzen und selbst zu merken, worauf die Figur hinaus möchte. Da brauche ich nicht so überdeutliche Hinweise durch den Autor.

Insgesamt ist das Buch eine nette, seichte Unterhaltung. Die Handlung wird im Verlauf besser und am Ende fand ich sie dann doch ganz niedlich und stellenweise sogar amüsant.

Vielen Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

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