Kategorie: Kinderbücher

Jonathan Stroud: „Drachenglut“



Jonathan Stroud
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
13,00€

 

 

 

Zwei Brüder, ein mächtiger Drache und der Kampf gegen das Böse

Als der 12-jährige Michael sich an einem heißen Sommernachmittag in den Hügeln herumtreibt, ahnt er nicht, dass tief darunter seit Jahrhunderten ein gewaltiger Drache ruht. Gebannt dorthin durch ein keltisches Steinkreuz. Doch nun regt sich der Drache – er ergreift von Michael Besitz und nicht nur von ihm! Immer mehr unheimliche Ereignisse geschehen in dem kleinen Dorf . Michael zur Seite steht allein sein Bruder, der ihn retten möchte. Ein atemberaubender Kampf zwischen Gut und Böse beginnt … (Klappentext)

Ein früher Stroud…

Jonathan Stroud dürfte wohl allen, die bei diesem Buch landen, als Schöpfer und Autor der Bartimäus-Bücher oder der Lockwood-Reihe wohlbekannt sein. Ich selbst bin ein großer Fan beider Buchreihen und habe mich mit ‚Drachenglut‘ einmal an ein anderes Werk Strouds gewagt. Wichtig zu wissen ist hierbei, dass ‚Drachenglut‘ lange vor Bartimäus entstand und bereits 1999 erschien. Jonathan Strouds schriftstellerische Raffinesse steckte hier quasi noch in den Kinderschuhen und lässt sich weder mit Bartimäus noch mit Lockwood vergleichen. Das gewisse Etwas, der britische Humor, die Leichtigkeit von Strouds Geschichten und deren vielschichtige Charaktere sind in ‚Drachenglut‘ noch nicht so fein herausgearbeitet wie man es von Strouds bekannteren Werken kennt. Obwohl die Geschichte spannend konzipiert ist.

Zur gleichen Zeit als im Kirchhof der Gemeinde Fordrace ein keltisches Steinkreuz ausgegraben wird, regt sich tief unter der Erde ein Drache. Das Kreuz hat ihn all die Jahre gebannt. Doch als es bei den Ausgrabungen beschädigt wird, erwacht die Macht des Drachen. Sie durchdringt die Erde und verleiht dem ganz in der Nähe schlafenden Michael besondere Fähigkeiten. Michael verändert sich und verfällt immer mehr der bösen Macht des Drachen. Denn der will nur eines: aus seinem Gefängnis ausbrechen. Der Pfarrer Tom, der mit Michaels Schwester zusammen ist, beginnt, Nachforschungen über das Kreuz anzustellen und kommt durch alte Überlieferungen dem Geheimnis des Drachen auf die Spur. Zusammen mit Michaels Bruder, versucht er Michael zu retten und die Auferstehung des Drachen zu verhindern.

Mich konnte der Lesefluss leider nicht packen. Ich empfand die Geschichte als äußerst zäh und musste mich bis zum Ende quälen. Die Charaktere blieben die ganze Zeit über oberflächlich und unsympathisch, selbst die ‚Helden‘ Tom und Stephen waren unnahbar und keine angenehmen Figuren. Die Handlung hat mich stellenweise einfach nur verwirrt. Ab und an wallte zwar etwas Spannung auf, aber über lange Strecken passiert zu wenig, sodass man automatisch abschaltet.

‚Drachenglut‘ ist sicherlich Geschmackssache, auch wenn man sich zuvor von dem Gedanken befreit hat, einen typischen Stroud-Roman vor sich zu haben. Als Vorläufer zu Bartimäus und Lockwood fand ich ihn dahingehend interessant, dass man Strouds Entwicklung als Schriftsteller nachverfolgen konnte.

Maja Lunde: „Die Schneeschwester: Eine Weihnachtsgeschichte“

 

Maja Lunde
btb Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
15,oo€

 

 

 

„Weihnachtsregel Nummer eins: Es kann nie genug Weihnachten geben“, sagte Hedvig. „Selbst die Besenkammer muss geschmückt werden. Wenn man dann die Tür öffnet, um so etwas Langweiliges wie einen Besen herauszuholen, vergisst man trotzdem nicht, dass Weihnachten ist.“

Bald ist Heiligabend. Für Julian ist das der schönste Tag des Jahres. Lebkuchen und Klementinen, das Knistern und Knacken im Kamin, das flackernde Licht der Kerzen. Außerdem wird er an Weihnachten zehn Jahre alt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Ein tiefer Schatten liegt über der Familie. Und Julian hat eigentlich nur ein Gefühl: Weihnachten ist abgesagt.

Bis Julian Hedvig begegnet. Hedvig hat grüne Augen, redet schneller als der Wind und liebt Weihnachten über alles. Ganz langsam glaubt Julian, dass es doch ein Weihnachten für ihn geben könnte. Allerdings hat Hedvig ein großes Geheimnis… (Klappentext)

Eine Geistergeschichte zur Weihnachtszeit.

Zuerst einmal sollte ich darauf hinweisen, dass „Die Schneeschwester“ trotz der Altersempfehlung und der umwerfenden Aufmachung des Buches nicht unbedingt das Kinderbuch darstellt, das Eltern ihrem Kind ohne Weiteres unter den Weihnachtsbaum legen. Ohne Frage handelt es sich um eine tiefgründige Geschichte für die Weihnachtszeit, wundervoll erzählt und von märchenhaften Illustrationen perfekt in Szene gesetzt, doch sowas von traurig! Ich konnte das Buch kaum zu Ende lesen, weil meine Sicht von Tränen verschleiert war. Eine wirklich herzzerreißende Geschichte.

Julians Familie ist von der Trauer über den Verlust der ältesten Tochter wie gelähmt und sprachlos. Selbst Julian kann mit seinem besten Freund nicht mehr so umgehen wie zuvor. Erst als er die quirlige Hedvig trifft, kehrt der Lebensfunke in ihn zurück und Julian erinnert sich an die Vorfreuden der Weihnachtszeit und an die schönen Momente mit seiner großen Schwester. Dass auch mit Hedvig etwas nicht stimmt, wird ziemlich schnell klar und letztendlich muss Julian auch sie gehen lassen.

Maja Lunde erzählt diese tragische Geschichte in 24 Kapiteln. Ein bisschen wie ein Adventskalender, nur dass man nicht einen Tag auf das nächste Kapitel warten kann, weil einen die Handlung so fesselt. Die Emotionen sind sehr stark. Wie soll eine Familie, die ein Kind verloren hat, ein fröhliches Weihnachtsfest verbringen können? Nachdem Julian seine eigene Trauer verarbeitet hat, hilft er seiner ganzen Familie bei der Trauerbewältigung. In diesen Seiten steckt so viel Traurigkeit, aber auch so viel Hoffnung, dass man am Ende zwar weint, aber auch ein bisschen lächeln muss. Ich war von diesem Buch sehr beeindruckt und gerührt. Als Kinderbuch würde ich „Die Schneeschwester“ nicht vorbehaltlos weiterempfehlen. Die vordergründigen Themen Tod und Trauer sind schon sehr heftig.

Ich bedanke mich beim Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

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Sandra Lawrence: „Atlas der Fabelwesen: Sagen, Legende, Mythen aus aller Welt“

 

Sandra Lawrence (Autor), Stuart Hill (Illustrator)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
24,00€

 

 

Entdecke mythische Fabelwesen und wo sie zu finden sind!

Dieser illustrierte Atlas entführt uns in die unerklärliche Welt gefährlicher Monster und anderer faszinierender Kreaturen aus Mythen und Legenden.
Finde heraus, was die seltsamen Zeichen auf den Landkarten bedeuten, und lüfte das Geheimnis der Fabelwesen!
Traust du dich das Rätsel zu lösen? (Klappentext)

Die Welt entdecken auf einer mystischen Abenteuerreise

Auf meinem Tablet wimmelt es von Abenteuerspielen, bei denen zahlreiche Rätsel gelöst werden müssen, die in eine spannende Geschichte eingebettet sind und Titel wie ‚The Lost City‘ oder ‚Mystery Manor‘ haben. Der „Atlas der Fabelwesen“ weist einige Ähnlichkeiten mit diesen Spielen auf, was mich überrascht und von der ersten Seite an gefesselt hat.

Die Geschichte beginnt mit einem zerknüllten Brief, in dem die Bibliothekarin Ruth sich an einen Lektor wendet und von einem außergewöhnlichen Fund berichtet. Ruth verwaltet den Nachlass des vor Kurzem verstorbenen Professors Hardacre von Hardacre Manor und hat in einem verborgenen Gewölbe eine alte Truhe entdeckt. In dieser Truhe befand sich ein Bündel Papiere, die von einem gewissen Cornelius Walter im 16. Jahrhundert verfasst worden sind. Cornelius Walter war ein Weltreisender, der alle Kontinente bereiste, um sämtliche Fabelwesen in einem Atlas zu verzeichnen. Doch warum hat er diese Seiten nie veröffentlicht und verbrachte sein Leben als Einsiedler? Ruth zweifelt an der Echtheit der Dokumente…

Was der Leser nun in Händen hält, sind eben jene Blätter aus der geheimnisvollen Truhe: „Der Atlas der Fabelwesen“. Eine kartografische Sammlung und ein mit umfangreichem Bildmaterial versehenes Nachschlagewerk über Monster und Sagengestalten aus aller Welt. Die Landkarten sind meisterhaft illustriert, mit vielen Details und Notizen, die von Cornelius Walter stammen sollen. Die Fabelwesen sind je nach regionalem Vorkommen in den Karten verzeichnet und werden auf der folgenden Doppelseite in ein zwei Sätzen beschrieben, was anhand der Fülle völlig ausreichend ist.

Walters Reise ist von einem Geheimnis umgeben, das sich entschlüsseln lässt, wenn man seiner Reiseroute folgt und aufmerksam die Karten studiert. Ein unglaublicher Spaß, den ich eigentlich nicht erwartet hätte. Dieses Buch ist viel mehr als ein Atlas und Nachschlagewerk. Es ist eine Heldenreise, ein Rätsel, eine Detektivgeschichte. Typisch Prestel Verlag, der jedes Mal aufs Neue mit seinen künstlerischen Werken überzeugt. „Der Atlas der Fabelwesen“ ist ein außergewöhnliches und genial durchdachtes Werk, das definitiv nicht nur für Kinder gedacht ist. Außerdem bin ich ziemlich sicher, dass auch Sam und Dean Winchester eine Ausgabe besitzen.

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Prestel Verlag dafür, dass ich dieses großartige Werk als Rezensionsexemplar erhalten durfte!

 

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Ute Krause: „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“

 

Ute Krause
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 9 Jahre
16,00€


 

 

Eine verrückte Piratenbande, eine magische Reise und ein dunkles Geheimnis…

Theo hat es zu Hause nicht leicht, immer wieder gibt es Streit mit seinem Stiefvater. Da überredet ein geheimnisvoller Rabe Theo zu einer abenteuerlichen Reise auf einem fliegenden Piratenschiff. Gemeinsam wollen sie Theos Vater suchen, der vor Jahren verschwand. An der Seite seiner neuen Freunde lernt Theo ein großes Segelschiff sicher zu navigieren, er trotzt stürmischen Ozeanen, entkommt den Fängen eines riesigen Kraken, aber vor allem lernt er, auf seine innere Stimme zu hören und über sich selbst hinauszuwachsen. Und so gelingt es ihm schließlich, das Geheimnis um seinen Vater zu lüften… (Klappentext)

Ein Kinderbuch über Piraten und ein dunkles Familiengeheimnis

Theo lebt mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten in einer Berliner Wohnung. Die Familienkonstellation ist ein bisschen verzwickt, denn Theo kann Martin, seinen Stiefvater, nicht besonders leiden und glaubt, dass es umgekehrt ebenso ist. Diese Familiensituation ist heutzutage nicht besonders realitätsfern und ich denke, dass die junge Leserschaft die Konflikte durchaus nachvollziehen kann. Die Autorin komprimiert das Kernproblem kindgerecht dahingehend, dass Martins Essen Theo einfach nicht schmeckt. Dagegen sieht der erwachsene Leser natürlich die tiefergehende Problematik, sei es eben der abwesende Vater oder die arbeitende Mutter, die aber gleichzeitig noch Freundin und Frau ist. Die ganze Auseinandersetzung zwischen Theo, seiner Mutter und seinem Stiefvater ist zudem märchenhaft überzeichnet. Wer isst schon gerne Froschschenkel-Rosenkohl-Lasagne? Und selbstverständlich wird Theo auch übertrieben ungerecht behandelt. Ich finde, das passt zur Geschichte und erinnert mich gleichzeitig ein bisschen an Charles Dickens.

Nachdem Theo also in ein Ferienlager verbannt wurde und dort auch noch von den anderen Kindern schikaniert wird, bricht das Fantasy-Abenteuer über ihn herein. Er gelangt an Bord des fliegenden Piratenschiffes Halbmond und erlebt eine fantasievolle und spannende Abenteuerreise, die sich in ihrer Heldenhaftigkeit fast schon mit Odysseus vergleichen kann. Auf dieser Reise entwickelt Theo Selbstvertrauen und innere Stärke.

Mit der Figurengestaltung hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Die Charaktere sind alle grundverschieden, jeder hat so seine Macken und gute sowie schlechte Seiten. Ergänzend gibt es auf einigen Seiten Illustrationen, die von ihrer Machart her vielleicht nicht über die Maßen künstlerisch sind, aber gut zur Geschichte passen. Der Erzählstil ist einer der besten, die ich je gelesen habe. Vom Verlag ist das Buch gewohnt chic aufgemacht im festen Einband und mit hochwertigen Seiten. Mit über 200 Seiten ist das Buch ziemlich umfangreich und erfordert bei Erstlesern wohl doch einigen Ehrgeiz, um bis zum Ende durchzuhalten.

Insgesamt finde ich „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ großartig. Ein absolut empfehlenswertes Kinderbuch mit düsteren, aber auch liebevollen und witzigen Aspekten. Es ist eine fantastische Heldenreise auf der Suche nach dem verschwundenen Vater, auf der es viele Abenteuer zu bestehen gilt und einem guten Ende.

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Peter Tschaikowsky: „Der Nussknacker: Ein Musik-Bilderbuch zum Hören“

 

Peter Tschaikowsky
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
25,00€

 

 

 

Begleite Clara auf ihrer magischen Reise in dieser Neuerzählung des klassischen Ballett-Stücks von Peter Tschaikowsky. Sieh zu, wie der Nussknacker gegen den Mäusekönig kämpft, treffe die Zuckerfee und reise ins Land der Süßigkeiten, wo dich viele Wunder und Überraschungen erwarten… (Klappentext)

Der märchenhafte Weihnachtsklassiker für die Kleinen

Die Geschichte in diesem Buch ist eine Abwandlung von E.T.A. Hoffmanns Märchen ‚Nussknacker und Mäusekönig‘. Claras Familie (im Original hieß die Figur Marie und porträtiert eigentlich Clara, die Tochter eines Freundes von Hoffmann) feiert einen rauschenden Weihnachtsabend, als Onkel Drosselmeyer eintrifft. Er schenkt Clara einen Nussknacker, der um Mitternacht lebendig wird. Im Kampf der Spielzeuge besiegt Clara den Mäusekönig, indem sie ihren Schuh an seinen Kopf wirft. Dadurch wird der Fluch gebrochen, der auf dem Nussknacker liegt, und er verwandelt sich in einen Prinzen. Mit ihm gemeinsam gelangt Clara ins Land der Süßigkeiten und zur Zuckerfee.

Der Klassiker wird mit diesem Buch toll in Szene gesetzt.  Die Illustrationen sind passend zum Stil der Geschichte eher nostalgisch gehalten und eigentlich wie kleine Kunstwerke. Auf ihnen gibt es so viel zu entdecken, bei jedem Anschauen findet man neue Details.

Die Musiksequenzen sind deutlich, aber mit knappen zehn Sekunden leider viel zu kurz, um die Stimmung der Szene so wiederzugeben, dass man sich hineinfühlen kann. Am Ende gibt es eine Übersicht der einzelnen Musikstücke, wo wunderbar das Zusammenwirken von Handlung und Musik beschrieben wird. Kurz und prägnant wird die Atmosphäre geschildert und wie die Instrumente diese ausdrücken und wiedergeben. Als Einstieg in die klassische Musik ist das Buch hervorragend. Die vielen Sachinformationen und Vorschläge, wie man sich weiterführend mit dem Werk beschäftigen kann, sind wirklich mehr für ältere Kinder geeignet. Lässt man das erst einmal außer Acht, dann hat man immer noch ein zauberhaftes Bilderbuch mit kurzen Texten, das auch schon für ein Kleinkind ab 2 Jahren bestens geeignet ist.

Für uns gehört Tschaikowskys ‚Der Nussknacker‘ zu Weihnachten einfach dazu und dieses neue Format aus dem Prestel Verlag ist echt eine Bereicherung, um schon den Kleinsten die Musik und die Geschichte näherzubringen. Außerdem, wie kann man nicht von einem Prinzen ins Land der Süßigkeiten entführt werden wollen?

Ein ganz besonderer Dank geht an das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Galia Bernstein: „Große Tatzen, kleine Tatzen“

 

Galia Bernstein
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
13,00€

 

 

 

Als Simon, der kleine Hauskater, auf Löwe, Gepard, Puma, Panther und Tiger trifft, behauptet er: „Ich bin eine Katze wie ihr!“ Da lachen die Großkatzen ihn aus und erklären ihm, warum das nicht sein kann. Doch so schnell gibt Simon nicht auf… (Klappentext)

Auch die kleinste Katze ist ein Meisterwerk!

Welchen Hohn und Spott muss der kleine Stubentiger Simon über sich ergehen lassen, als er den großen Katzen verkündet, er wäre genau wie sie. Aber ein Hauskätzchen kann sich doch nicht mit einem Löwen, Gepard, Panther, Puma oder Tiger vergleichen, oder? Jede der Großkatzen erklärt Simon, warum er nicht wie sie ist.

Dieses Buch ist eine gelungene Geschichte über Vielfalt. Trotz zahlreicher Unterschiede im Aussehen, sind die Gemeinsamkeiten nicht von der Hand zu weisen. Ob gepunktet, gestreift, groß oder klein, im Herzen sind sie alle gleich. Abgesehen von der tiefgründigen und wie ich finde aktuellen Botschaft der Geschichte ist es für Kinder lehrreich, die verschiedenen Großkatzen mit ihren Eigenschaften kennenzulernen.

Die Illustrationen der verschiedenen Tiere sind realistisch, also nicht zu verniedlicht für ein Kinderbuch, sie sind hervorragend gezeichnet. Die einzelnen Seiten sind nicht zu überladen, was absolut perfekt ist, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu fokussieren. Daher ist das Buch durchaus schon für 3jährige Kinder geeignet. Die Bilder sind lustig und begleiten die Handlung auch ohne große Worte. Mimik und Gestik der Tiere sind urkomisch.

Die Themen Vielfalt und Toleranz sind hier in eine wunderbar humorvolle Geschichte verpackt, weshalb das Buch nicht nur zu Hause gelesen werden sollte, sondern gern auch Einzug in Kitas oder Grundschulen halten könnte, um die Kinder für diese aktuellen Themen zu sensibilisieren.

Mein Dank gilt dem Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Wolfram Hänel: „Drei Weihnachtsengel auf heißer Spur: Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln“

Hallo ihr Lieben,

an diesem düsteren Oktobertag möchte ich euch einen weiteren Adventskalender in Buchform vorstellen. Diesmal einer, der für größere Kinder gedacht ist, denn er verspricht weitaus mehr Spannung:

 

Wolfram Hänel
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
7,99€

 

 

Max und Mia planen in diesem Jahr eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung zusammen mit ihrem Freund Carlo von der Pizzeria. Doch dann verschwindet Carlo von einem Tag auf den anderen. Der einzige Hinweis ist eine Nachricht von Carlo für Max und Mia: PASST AUF! IM DORF PASSIERT WAS, WAS NICHT GUT IST! MEHR DARF ICH NICHT SAGEN! Ob Max und Mia ihrem Freund helfen und das Rätsel rechtzeitig vor Weihnachten aufklären können? Vielleicht erschnüffelt ja Sennenhund Caruso die heiße Spur! (Klappentext)

Ein Adventskalender, der besonderen Art

Adventskalenderbücher haben wir bereits einige getestet und sind von dem Prinzip sehr angetan. Jeden Tag dürfen die Seiten an der Perforation durchtrennt werden und ein neues Kapitel kommt zum Vorschein. Insgesamt sind es also 24 Kapitel, die eine spannende Kriminalgeschichte erzählen. Die einzige, kleine Schwäche besteht darin, dass solche Adventskalenderbücher eben nicht Probe gelesen werden können. Man kann zwar versuchen, zwischen die Seiten zu lugen, aber … nein, eigentlich bringt es das nicht. An der Perforation lassen sich die Seiten ohne Schwierigkeiten auftrennen, auch ohne Lineal oder Brieföffner, wie in der kleinen Gebrauchsanweisung auf der ersten Seite vorgeschlagen wird. Wir nehmen immer den Finger und bisher wurde nie eine Seite beschädigt oder sonst wie in Mitleidenschaft gezogen.

Max und Mia sind mit ihrer Mutter zu ihrem Onkel in die Schweiz gezogen. Ihre Eltern scheinen glücklicher, wenn zwischen ihnen ein bisschen Abstand herrscht. Doch Max‘ und Mias Papa kommt regelmäßig zu Besuch. Kurz vor Weihnachten geschehen merkwürdige Dinge in dem verschneiten Dorf und die beiden Kinder beginnen zu ermitteln. Die Geschichte wird aus Max‘ Sicht erzählt. Vom Schreibstil war ich sehr angetan. Er ist sehr flüssig, ein bisschen verschachtelt, aber sehr klug und pointiert formuliert. Überhaupt nicht oberflächlich oder plump. Es macht Spaß Max‘ Beschreibungen zu lesen, der seine Umwelt mit einigem unterschwelligen Sarkasmus wahrnimmt und ziemlich kluge Beobachtungen macht. Insgesamt ist die Handlung ein relativ unterhaltsamer Krimi für Kinder ab 10 Jahren. In manchen Kapiteln besteht der erste Absatz grundsätzlich nur aus einleitendem Blabla, das nichts zum Fortschreiten der Handlung beiträgt. Aber da die Geschichte witzig und gut geschrieben ist, stört das nicht weiter.

Das Taschenbuchformat ist für junge Leser vermutlich ganz praktisch, obwohl ich persönlich Hardcover bevorzugen würde. Hier erinnert die Buchbindung an ein einfaches Leseheft, dessen Nutzung nicht von Dauer sein soll. Zwischen den einzelnen Kapiteln befinden sich Illustrationen, die vom Stil her an einen Comic erinnern. Sie zeigen Szenen aus dem Buch, sind aber sicherlich Geschmackssache. Insgesamt gefällt uns das Buch sehr gut. Die Charaktere sind drollig, der Schreibstil überzeugt und eine Krimigeschichte hinter perforierten Seiten zu verbergen, ist an sich schon eine tolle Idee, um die Spannung zusätzlich zu steigern.

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HABA Little Friends – Das große Adventskalenderbuch: 24 zauberhafte Vorlesegeschichten – Mit Liedern, Bastelideen und Rezepten (HABA Little Friends Vorlesebücher, Band 3)

 

Teresa Hochmuth (Autorin), Maria Bogade (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
10,99€

 

 

 

Lilli, Mali und Matze sind drei Puppenkinder und wohnen in Monas Kinderzimmer. Und pssst! Mit Mona teilen sie ein Geheimnis: Wenn kein Erwachsener dabei ist, werden sie lebendig!

Mona hat von ihrer Oma einen Adventskalender bekommen und ihn im Kinderzimmer aufgehängt. Jetzt sind ihre kleinen Puppenfreunde Lilli, Mali und Matze neugierig: Was hat es denn mit diesem Weihnachten auf sich? 24 kleine Vorlesegeschichten verstecken sich hinter perforierten Seiten zum Auftrennen und verkürzen die Wartezeit bis Heiligabend. Mit vielen Liedern und Bastelideen für eine stimmungsvolle Adventszeit. (Verlagstext)

Mitten im Oktober und bei spätsommerlichen Temperaturen um 25°C will eigentlich noch gar kein vorweihnachtliches Gefühl aufkommen. Weihnachtsmärkte, Plätzchen backen, Glühwein trinken… das alles scheint noch weit entfernt. In den Supermärkten stehen die Schokoweihnachtsmänner sogar schon seit August, und ich gebe zu, dass ich bereits die erste Packung Lebkuchen gekauft und genascht habe. Auch denjenigen, die in letzter Zeit durchs Buchgeschäft gegangen sind, wird aufgefallen sein, dass die Aktionstische kein anderes Thema als Weihnachten mehr kennen. Und hiermit bestätige ich ganz offiziell, dass Weihnachten 2018 auch auf meinem Blog Einzug gehalten hat:

Der HABA Little Friends Adventskalender in Buchform!

Wir sind große Fans der Geschichten rund um die drei Puppenkinder Lilli, Mali und Matze, und zu unserer großen Freude gibt es nun auch noch ein Buch für die Adventszeit. Bei einem Adventskalenderbuch wird jeden Tag eine Doppelseite an der Perforation aufgerissen. Wenn man einen Finger zwischen die Seiten schiebt, reißen sie mühelos auseinander. Man muss keine Angst haben, dass die Seiten beschädigt werden. Insgesamt gibt es also 24 kurze Geschichten, die das Warten auf den Weihnachtsmann verkürzen. Dazwischen befinden sich die zauberhaften und farbenfrohen Illustrationen von Maria Bogade. Einfache Bastelanleitungen für Kinder, bekannte Weihnachtsgedichte und Rezeptideen machen das Buch zu einem rundum gelungenen Vergnügen für die Vorweihnachtszeit.

So ein Adventskalenderbuch ist eine schöne Alternative zum üblichen Adventskalender mit Süßigkeiten. Leider können Eltern im Vorfeld schlecht zwischen die perforierten Seiten linsen, um die Geschichten anzulesen. Aber wer andere HABA Little Friends Bücher um die drei Puppenkinder bereits kennt, ist mit dem wunderbaren Erzählstil der Autorin Teresa Hochmuth schon vertraut. Die 24 kurzen Kapitel sind in der gewohnt amüsanten Ausdrucksweise geschrieben. Die Puppenkinder erleben zum ersten Mal die Weihnachtszeit und staunen über Adventskalender, bauen ein Iglu aus Zuckerwürfeln und fragen sich, ob der Weihnachtsmann denn auch zu ihnen kommen wird.

Geeignet ist das Adventskalenderbuch bereits für Kinder ab 3 Jahren. Die Texte und Bilder sind kindgerecht gestaltet. Erstleser können sich schon selbst an den kurzen  Geschichten versuchen, da die Schrift schön groß gewählt wurde und die Texte in ihrer Einfachheit wirklich zauberhaft sind.

Wir sind voll und ganz begeistert. Idee, Umsetzung und Aufmachung des Adventskalenderbuches überzeugen auf ganzer Linie und wir sind schon jetzt in vorweihnachtlicher Stimmung.

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Guido Hammesfahr: „Frau Giraffe zieht um!“

 

Guido Hammesfahr
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
13,00€

 


 

Frau Giraffe lebt in den Steppen Afrikas. Hier wurde sie geboren, und hier ist sie zu Hause.
Doch eines Tages packt sie die Abenteuerlust, denn sie möchte unbedingt mal etwas anderes sehen.
„Zeit für einen Tapetenwechsel!“, beschließt sie und zieht los Richtung Meer…

Ein liebenswertes Bilderbuchabenteuer von Guido Hammesfahr, dem bekannten LÖWENZAHN-Moderator.
(Klappentext)

Eine Geschichte über eine ungewöhnliche Giraffe

Als Löwenzahnfans waren wir schon gespannt auf Guido Hammesfahrs Kinderbuch. Wer Moderator einer Kindersendung ist, weiß doch bestimmt, was Kinder toll finden. Und ehrlich, wir sind so froh, dass Guido Hammesfahr zum Autor geworden ist.

Die Geschichte über Frau Giraffe, die ein neues zu Hause sucht, wird mit einem feinen Gespür für Kinder erzählt. In einem einfachen Text mit einem angenehmen Erzählfluss wird beschrieben, wie Frau Giraffe ihre gewohnte Umgebung verlässt und auf andere Tiere trifft. Hilfsbereit und gastfreundlich laden die unterschiedlichsten Tiere Frau Giraffe in ihr zu Hause ein. Aber nichts will so richtig passen. Bis Frau Giraffe am Ende ihr Traumhaus baut und umgeben von ihren Freunden ein wahres zu Hause findet.

Den Kindern werden verschiedene Tiere und deren bevorzugte Lebensräume nahegebracht. Was wirklich großartig und lehrreich ist, doch nicht immer authentisch. So ist es schon ein bisschen verwunderlich, dass die Giraffe ausgerechnet zum Krokodil ins Wasser steigt. Insbesondere, wenn das Krokodil dann auch noch frohlockt, wie leicht ihm das Fressen ins Maul schwimmt. Als Erwachsener staunt man sowieso nur über die Unbedarftheit der Giraffe und ihr bedingungsloses Vertrauen. Warum sie sich auf die Suche nach einem neuen zu Hause macht, konnte ich nicht nachvollziehen. Sie tut es einfach. Kinder stören sich ja nicht an solch kleinen Ungereimtheiten.

„Frau Giraffe zieht um!“ ist das derzeit beliebteste Buch bei uns. Vom Verlag wurde eine Altersempfehlung von 4 bis 6 Jahren angegeben, aber mein Dreijähriger findet die Geschichte so klasse, dass wir sie jeden Abend vorlesen müssen. Wegen der sehr schönen Erzählweise macht das Vorlesen auch als Erwachsener richtig Spaß. Ich hoffe, es bleibt nicht bei dem einen Kinderbuch von Guido Hammesfahr!

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Gaby Grosser: „Die Vitalen Acht – Manege frei für Superhelden“

 

Gaby Grosser
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
12,00€

 

 

Acht Superhelden und eine grandiose Idee

Die munteren Vitaminbomben Finocchio Fenchel, Rike Rote Bete, Basti Pastinake, Kira Karotte und ihre Freunde erfahren zufällig, dass ihre Heimat, der Vital-Hof in großer Gefahr schwebt! Bauer Bertram muss den Hof vielleicht schließen, weil immer weniger Kinder Obst und Gemüse mögen. Da hecken sie mit den Geschwistern Lena und Lukas einen Plan zur Rettung aus. Die Vitalen Acht wollen beliebter werden – und zwar viel beliebter! Und so erfinden sie den Zirkus Vitale. Ob ihre Superkräfte ausreichen, um den Vital-Hof zu retten? (Klappentext)

Ein schönes Buch, eine großartige Idee, aber leider am Ziel vorbeigeschossen.

Auch bei uns herrscht bei jeder Mahlzeit eine große Diskussion, wenn es um Gemüse geht. Bisher ist es mir nicht gelungen, mein Kind von Gemüse zu überzeugen. Meistens wird nicht einmal eine winzige Kostprobe am Tellerrand geduldet. Da ich ungern zu viel Druck ausübe, indem ich mit dem Satz „Du musst“ darauf bestehe, dass das Gemüse gegessen wird, habe ich nach einer Alternative gesucht. Ein Kinderbuch, in dem die Superhelden Gemüse sind, finde ich unglaublich toll.

Der Grundgedanke ist wirklich grandios: Eine gesunde Ernährung unterhaltsam schmackhaft machen. Es ist beachtlich, wie viele Leute an dem Buch mitgewirkt haben. Denen das Thema auch sehr am Herzen liegt. Das spürt man. Aber am Ende trifft vielleicht die Redensart zu: Viele Köche verderben den Brei.

An sich ist das Buch vom Verlag toll aufgemacht, im festen Einband mit farbig gestalteten Kapiteln. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr niedlich und kindgerecht. Nur die Geschichte ist für Kinder ab 4 Jahren ungeeignet. Acht gemüsige Helden plus menschliche Charaktere sind zu viele Figuren. Obwohl die Namen Alliterationen sind, um besser im Gedächtnis zu bleiben und die Vitalen Acht in Kurzcharakteristika am Ende beschrieben werden. Auch die Grundidee der Handlung ist nicht verkehrt, aber das Gemüse verliert sich in seitenlangen, belanglosen Dialogen, denen Kinder nicht folgen können. Selbst als Erwachsener empfand ich die Dialoge als albernes Geschwätz, das stellenweise nichts zur Handlung beiträgt. Und selbst wenn in gefühlt jedem zweiten Satz betont darauf hingewiesen wird, Gemüse sei voller Vitalstoffe, reicht das nicht aus, um Kinder zu beeindrucken. In dieser Altersklasse können sie sich nichts unter Vitalstoffen und Vitaminen vorstellen. Eventuell ist das Buch für Kinder ab sechs oder sieben Jahren besser geeignet.

Wie bereits gesagt, sehe ich die Bemühungen aller Mitwirkenden. Das Thema gesunde Ernährung ist sehr wichtig und muss Kindern von Anfang an nahe gebracht werden. Leider, und das tut mir echt leid, gelingt es den ‚Vitalen Acht‘ nicht.

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