Kategorie: Rezensionen

Walter Jury: „BURN – Der Anfang vom Ende“ (Die Tate-Archer-Reihe, Band 2)

Walter Jury, Sarah Fine
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
9,99€

 

 

 

»Independence Day« meets »Top Secret!«

Tate hat den Scanner verloren, den er um jeden Preis schützen wollte und den sein Vater als unabdingbar für das Überleben der Menschheit ansah. Doch Tate ist vollauf damit beschäftigt, sich und Christina in Sicherheit zu bringen – vor Aliens und feindlich gesinnten Menschen gleichermaßen. Im Safe House seines Vaters stößt er auf einen Hinweis, der ihm klarmacht, was den Planeten wirklich bedroht. Bald verdichten sich die Zeichen, dass sein Gegner mächtiger und gefährlicher ist, als er… (Umschlagtext)

Der fulminante Endkampf!

Der 2. Teil um Tate Archer beginnt an der Stelle, an der Band 1 aufhört. Der Scanner ist weg. Und Tate und Christina schweben nach wie vor in höchster Gefahr. Sie brauchen einen sicheren Ort. Gerade als man denkt, das Katz-und-Maus-Spiel aus Band eins würde auch in der Fortsetzung die Handlung dominieren, kommt der große Wandel. Aus Feinden werden plötzlich Verbündete. Denn es gibt noch einen viel gefährlicheren Feind, der sowohl das Ende der H2 als auch der Menschheit bedeuten kann.

Darüber musste ich schon fast ein bisschen schmunzeln. Die H2 kamen auf die Erde, weil sie auf ihrem eigenen Planeten von einer feindlichen Spezies unterwandert und ausgerottet wurden, und machen auf der Erde eigentlich nichts anderes als ihnen selbst wiederfahren ist. Die Kette des Aussterbens.

In BURN gibt es auf jeden Fall mehr Abwechslung in der Handlung, es gibt neue sympathische und spannende Figuren, noch mehr Verwicklungen und einen filmreifen Endkampf. Mir hat die Entwicklung von Tate und Christina gefallen. Nicht nur ihre Beziehung zueinander, sondern auch ihre persönliche, charakterliche Weiterentwicklung. Der Schreibstil ist wie schon in Band eins sehr packend. Die Spannung bleibt durch das gesamte Buch auf dem höchsten Level, sodass man als Leser mit Herzrasen durch die Kapitel fliegt und vor Nervenkitzel fast vergeht. Insgesamt ein gelungener Abschluss!

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

 

 

 

„SCAN – Im Visier der Feindes“ von Walter Jury und Sarah Fine

Sarah Aßmann: „Kawaii backen:

 

Sarah Aßmann
Bassermann Verlag
80 Seiten
9,99€

 

 

Das japanische Wort KAWAII bedeutet süß, niedlich, ein Schätzchen. Und so sind die Kekse und Kuchen in diesem Buch. Es sind kleine Maskottchen, die an Prüfungstagen mitgegeben werden, ein herzliches Dankeschön oder eine liebevolle Freundschaftsgeste. Wer Spaß an Hello Kitty und Pokémon hat, der wird sie lieben. Und wer etwas ganz Besonderes für einen Sweet Table, zur Hochzeit oder zum Geburtstag sucht, der wird hier fündig. (Umschlagtext)

In Japan bezeichnet Kawaii ein Konzept, das das Niedliche, Kindliche betont und sich über alle Bereiche der japanischen Gesellschaft und Kultur erstreckt. Elemente von Kawaii finden sich nicht nur in der Mode oder im öffentlichen Leben, sondern werden auch als Mittel zum Wahlkampf eingesetzt. Kawaii ist einfach allgegenwärtig und schwappt immer mehr auch zu uns herüber.

Kawaii backen setzt auf zuckersüße Akzente. Insgesamt gibt es 6 verschiedene Grundrezepte, die den sieben verschiedenen Themenbereichen entsprechend abgewandelt werden. Insofern besticht das Buch weniger durch ausgefallene Rezepte als durch vom Kawaii-Konzept inspirierte Deko-Ideen und eine hübsche Präsentation. Der Keksteig beispielsweise ist ein simpler Plätzchenteig, der gut zum Ausstechen geeignet ist. Ihr könnt aber auch jedes andere euch bekannte Plätzchenrezept aus eurem eigenen Fundus verwenden. Die Verzierung auf den Keksen ist Zuckerguss, so wie ihn schon meine Oma hergestellt hat, wird jedoch ganz toll als Royal Icing bezeichnet.

Ebenfalls vorhanden sind Schablonen für die Kekse. Allerdings hege ich Zweifel an deren Praktikabilität. Es handelt sich um Umrisse auf der Innenseite des Buchdeckels. Wie ist das gedacht? Soll man die Umrisse abmalen und sich dann eine Schablone anfertigen? Jeden Keks einzeln mit dem Messer ausschneiden? Diese Kekse sind dann in der Tat zu wertvoll, weil in mühevoller Handarbeit gefertigt, um sie einfach aufzuessen! Die meisten Ausstechformen gibt es glücklicherweise im Handel zu kaufen. Darauf habe ich schließlich zurückgegriffen.

Kawaii backen ist als Einstieg für Backanfänger und für alle, denen das Kawaii-Konzept gefällt, super gut geeignet, da die Rezepte nicht zu schwer sind. Für die liebevollen, detailreichen Verzierungen sollte man ein wenig Geduld mitbringen. Ich denke, wer Inspiration für sein nächstes Backvorhaben sucht, der wird in diesem Buch fündig.

Zum Schluss noch einen großen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

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Benne Schröder: „Zum Teufel mit der Liebe. Catalea Morgenstern. Band 2“

 

Benne Schröder
LYX-Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
10,00€

 

 

Teufelin werden? Never Ever!

Das kann doch nicht wahr sein! Gerade erst hat Catalea Morgenstern widerwillig akzeptiert, dass sie die Tochter des Teufels ist – da verschwindet dieser plötzlich, und ausgerechnet sie soll seinen Platz einnehmen und die Hölle schmeißen. Aber nicht genug, dass sie dabei von einem Fettnapf in den nächsten tritt und sich die komplette Unterwelt gegen sich stellt – auch ihre große Liebe Timur wendet sich eifersüchtig von ihr ab. Schuld daran ist vor allem Cataleas neuer (und verdammt heißer) Assistent Kaspian. Und auf einmal muss Catalea sich entscheiden, was ihr wichtiger ist: das Wohl der Familie oder ihr Herz …

Ein höllisches Vergnügen!

Ehrlich gesagt, hat mich dieses Buch total verblüfft. Ein junger Radiomoderator schreibt aus der Sicht einer weiblichen Protagonistin über die Liebe und die Hölle. Und das macht er verdammt gut. Zum Teufel mit der Liebe ist der Folgeband von In der Liebe ist die Hölle los. Ich bin mit Band 2 in die Reihe eingestiegen, ohne Schwierigkeiten zu haben, mich in die Geschichte hineinzufinden. Die Handlung beginnt ohne Umschweife. Der Teufel ist verschwunden und Catalea Morgenstern soll an seiner Stelle die Hölle leiten. Schwups. Schon ist man mittendrin.

Mit Catalea hat Benne Schröder eine Hauptfigur erschaffen, die auf der einen Seite tough genug ist, als Teufelin in Vertretung die Hölle zu schmeißen, und die gleichzeitig eine symphatische, junge Frau mit Schwächen und Gefühlen ist, die einem Gläschen Chardonney dann und wann nicht abgeneigt ist. Alle Figuren im Roman sind äußerst intensive Charaktere. Die Dialoge haben richtig Pfeffer, strotzen vor bissigem und trockenem Humor, sodass man jede Seite mit einem diabolischen Grinsen im Gesicht liest.

Nur mit der Vorstellung von der Hölle hatte ich einige Probleme. Im Roman wird die Hölle als Firma bezeichnet, die wie eine Stadt aufgebaut ist. Im Zentrum befinden sich die Hochhäuser der – nennen wir sie Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder. Drumherum befinden sich die Höllenkreise, in denen die Seelen der Verstorbenen ebenfalls in Häusern leben. Das alles erschien mir ein bisschen zu sehr wie das Diesseits. Schließlich fahren die da unten auch mit Autos, Catalea reist in die äußeren Kreise wie Herzogin Kate in Dritte Welt Länder und möchte dort die ‚Lebensbedingungen‘ der Bewohner verbessern.  In der Hinsicht hatte ich wohl einfach ein paar andere Erwartungen an die Handlung. Macht aber nichts. Ich fand das Buch so super, dass ich auf jeden Fall noch Band 1 nachholen werde.

Zum Schluss noch einen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

 

„In der Liebe ist die Hölle los“ Band 1 der Catalea-Morgenstern-Reihe

 

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Jonathan Stroud: „Lockwood & Co. – Das Grauenvolle Grab“

Jonathan Stroud
cbj-Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
19,99€

 

 

 

 

In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich?
Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert! (Umschlagtext)

Mein Buch-Highlight 2017!

Um dieses Buch durchzulesen, habe ich richtig lange gebraucht. Nicht, weil es mich gelangweilt hätte. Oder weil es eine gar zähe Lektüre gewesen wäre im Umfang eines Robert Musil. Ganz im Gegenteil. Ich habe jedes einzelne Wort genossen als handelte es sich um ein Glas des erlesensten Weines. Zuerst schwenkt man es, dann wird daran geschnüffelt, anschließend lässt man den Wein über die Zunge rollen, bis er abschließend als Gaumenschmeichler nach unten rinnt. Ganz genauso habe ich das mit dem Buch natürlich nicht gemacht. Das wäre merkwürdig. Obwohl ich zugeben muss, dass ich hin und wieder auch an Büchern schnüffele.

Ich liebe Jonathan Strouds Schreibstil. Er steckt voll intelligentem Humor und jeder Absatz ist ein sprachlicher Genuss. Häufig habe ich ganze Absätze mehrmals hintereinander gelesen, einfach weil mich die Ausdrucksweise so köstlich amüsiert hat. Und vermutlich weil ich das unausweichliche Ende dieser grandiosen Buchreihe hinauszögern wollte.

Im letzten und spektakulärsten Fall von Lockwood & Co. lösen die Agenten das Rätsel um die Entstehung der Geisterepidemie. Was haben die Geisterjägerpioniere Marissa Fittes und Tom Rotwell mit der Ausbreitung des Problemes zu tun? Warum liegt Marissa Fittes nicht in ihrem Grab, wo sie eigentlich hingehört? Stimmt die Behauptung des Schädels, dass es sich bei Marissa und Penelope Fittes um ein und dieselbe Person handelt? Fragen über Fragen, die dringend einer Antwort bedürfen, denn die Situation spitzt sich allmählich zu. Nicht nur, dass sich die Geistererscheinungen weiter ausbreiten, die Agentur Fittes reißt auch immer mehr Macht an sich. Mehr und mehr Agenturen werden von ihr übernommen, viele Behörden und Institutionen sind von Fittes-Leuten unterwandert. Die wenigen kleinen Agenturen, die sich noch halten konnten, werden mit Auflagen und Einschränkungen überhäuft. Denn Penelope Fittes weiß, dass Lockwood & Co. ihrem Geheimnis auf die Schliche kommen wollen.

Stroud hat ein Universum erschaffen, das – abgesehen von schaurigen Besuchern aus der Anderwelt – von liebenswerten und schrulligen Figuren bevölkert wird. Lockwood & Co. haben sich während der letzten 5 Bände weiterentwickelt, sie sind zu einem Team zusammengewachsen und sich doch treu geblieben.

Dieser letzte Teil ist so düster wie kein anderer Teil, er ist spannend, packend, schaurig – nicht nur, wenn Georges Unterhose einmal mehr hervorblitzt. Es gibt jede Menge Action, einen Hauch Slapstick und diesen wundervollen britischen Humor.

Oh, wie gern würde auch ich einmal in der Portland Row einen Tee trinken und mit George den nächsten Fall besprechen!

 

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Susanne Fülscher: „Pasta mista 1: 5 Zutaten für die Liebe“

Susanne Fülscher
Carlsen Verlag
empfohlenes Alter: 12 – 16 Jahre
12,99€

 

 

 

Liv kann es kaum glauben: Überraschend steht der neue Freund ihrer Single-Mutter vor der Tür, der Italiener Roberto. Schlimm genug, dass Liv nichts von der Beziehung der beiden gewusst hat, Roberto hat auch noch seine 16-jährigen Zwillinge Angelo und Sonia im Schlepptau! Angelo ist ein echter Traumtyp, der Liv kolossal aus der Fassung bringt, seine bildschöne Schwester scheint eine echte Zicke zu sein. Aber immerhin verbindet Liv und Roberto die Leidenschaft fürs Kochen. (Umschlagtext)

Türkisch für Anfänger – bloß auf italienisch!

Tatsächlich beinhaltet die Handlung nichts Neues. Die ganze Familienkonstellation ist eins zu eins von Türkisch für Anfänger übertragen worden, bloß dass hier nicht die türkische, sondern die italienische Mentalität auf die deutsche prallt. Im Grunde ist das eine vielversprechende Ausgangssituation. Denn zu un italiano vero fallen einem auf Anhieb jede Menge Klischees ein, die sehr viel Potenzial für eine gelungene Geschichte liefern können. In dieser Hinsicht lässt es  5 Zutaten für die Liebe jedoch merklich an Würze fehlen. Ein paar raffiniert eingestreute Klischees und pfiffigere Dialoge hätten das ganze Werk deutlich aufgepeppt.

Die Figuren sind oberflächlich. Eine 15-Jährige als Protagonistin hin oder her, aber falls Jugendliche heutzutage wirklich so sind, kann einem Himmelangst werden. Es geht nur darum, dass sie sich auf den ersten Blick in den Sohn des Freundes ihrer Mutter verknallt. Die Fettnäpfchen, in die Liv bei ihrer beschämenden Jagd nach dem Herzen des Jungen tritt, sind einfallslos bis banal: Der Tampon, der aus der Tasche fällt. Wow. Leider kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, warum ein Angelo sich in eine Liv und umgekehrt verliebt. Denn beide Charaktere sind … ja, ohne Charakter. Außerdem fand ich Livs Zwiegespräche mit ihren Gedankenstimmen eher besorgniserregend als lustig.

Die Thematik des Kochens habe ich als einen halbherzig über die Handlung gelegten Rahmen empfunden, der das ganze irgendwie zusammenhält. Kochen, seit Generationen weitergereichte Familienrezepte, gutes Essen, allein das ist bereits typisch italienisch und wird im Buch doch eher oberflächlich verarbeitet.

Am schönsten ist das Cover und die Kapitelgestaltung im Buch.

 

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Lucy Holliday: „A Girls‘ Night In – Audrey & Ich“ Diven-Reihe Band 1

 

Lucy Holliday
LYX – Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
10,00€

 

 

 

Einen schlimmeren Tag hat Libby Lomax noch nie erlebt: ihre erste Sprechrolle vergeigt und fast den angesagten Filmstar Dillon O’Hara in Brand gesetzt. Hier hilft nur eins: Frühstück bei Tiffany! Doch da sitzt auf einmal Audrey Hepburn – DIE Audrey Hepburn – neben Libby auf der Couch. Hat Libby den Verstand verloren oder kann die Stil-Ikone ihr helfen, ihr Leben doch noch in einen Blockbuster zu verwandeln?

Aschenputtel und ihre gute Fee!

Libbys Leben verläuft wie das Leben vieler: nicht unbedingt nach Plan. Mit dem Durchbruch als Schauspielerin will es nicht klappen – zu dumm, dass sie verpasst hat, etwas anderes zu lernen – und in ihre neue, winzige Wohnung passt gerade einmal ein uraltes Chesterfield-Sofa aus dem Requisitenfundus. Das Sofa ist allerdings kein normales Sofa, es ist irgendwie magisch aufgeladen. So jedenfalls erklärt sich Libby das Erscheinen von Audrey Hepburn, die ihr mehr schlecht als recht Tipps in Sachen Mode, Liebe und Twitter gibt.

Wer zu Audrey & ich greift, sollte definitiv mindestens einen Audrey Hepburn Film gesehen haben. Zeitverschwendung ist es schon mal nicht. Ich empfehle, gemäß dem Buchcover, Frühstück bei Tiffany, der übrigens auch bei Netflix verfügbar ist.

Zum Buch lässt sich sagen, dass es flott und gefällig ist, sowohl was den Schreibstil als auch die Handlung anbelangt. Es gibt den heißen Filmstar Dillon O’Hara, den Libby mit ihrer natürlichen, unaufgesetzten Art beeindruckt. Ich meine, wer von uns hat nicht schon einmal davon geträumt, seinem persönlichen Lieblingsstar zu begegnen und eine ähnliche Reaktion zu bewirken wie Libby bei Dillon? Die klischeehaften Momente lasse ich mal völlig außen vor: den sympathischen besten Kumpel, der nur darauf wartet, bis Libby erkennt, dass er ihrer Liebe würdiger ist als der Filmstar. Die verwöhnte, aber eigentlich nur neidische kleine Schwester. Das eifersüchtige Supermodel, das gerne Nacktyoga betreibt. Aber ehrlich, wer Bogdan, Sohn von Bogdan nicht kennt, hat wirklich etwas verpasst!

Leider geht Audrey Hepburn bei den vielen Feinheiten in den Nebenhandlungen unter. Es wäre schöner gewesen, wenn das Flair dieser großartigen Hollywood-Diva mehr in die Handlung eingeflossen wären. Hepburns Filme zeichnen sich allesamt durch einen gewissen Esprit aus, den das Buch leider nur bedingt einfangen konnte.

Audrey & ich ist der erste Band der Diven-Reihe. Es folgen noch Begegnungen mit Marilyn Monroe und Grace Kelly. Wem diese Schauspielerinnen nichts sagen, der wird auch mit den Büchern nicht glücklich werden. Für alle anderen ist es eine heitere Lektüre, die nicht enttäuscht. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzungen, auch wenn es natürlich ein bisschen vorhersehbar ist, in welche Richtung die Geschichte verläuft.

Vielen lieben Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

 

 

Taschenbuch ab 26.01.2018 erhältlich

 

 

 

 

 

Taschenbuch ab 29.03.2018 erhältlich

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Karen Christine Angermayer: „Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!“

Karen Christine Angermayer
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
10,99€

 

 

 

 

 

„Stihille Nacht, heilige Nacht ….!“, brummt Hund Bruno vor sich hin, der die Ruhe schätzt und Veränderungen so sehr verabscheut wie die Betriebsferien seines Lieblingsmetzgers. Doch mit der stillen Nacht und dem Frieden wird es wohl auch dieses Jahr zu Weihnachten nichts werden: Denn erstens muss er zum Advent vorübergehend bei Katze Soja und ihrem Frauchen einziehen und zweitens stellen sie mit Entsetzen fest, dass die Kamele der Heiligen Drei Könige aus der Krippe am Marktplatz verschwunden sind. Klar, dass Soja den Royals unbedingt helfen will. Und so beginnt für die beiden selbsternannten Spürnasen ein Abenteuer, das weder still noch heilig ist! (Klappentext)

Der zweite Adventskalender in Buchform, den ich euch in dieser Woche vorstellen möchte. Für all diejenigen, die noch unentschlossen auf der Suche sind oder im Supermarkt stehen und feststellen, dass einen Tag vor dem 1. Dezember keine gescheiten Adventskalender mehr übrig sind, habe ich eine frohe Botschaft: Ab ins Buchgeschäft!

Ehrlich gesagt, freue ich mich mit der gleichen kindlichen Begeisterung wie mein Sohn, wenn morgen das erste Türchen geöffnet werden darf. In unserer Familie hat jeder einen eigenen Adventskalender, in den die Wichtel jede Nacht eine Kleinigkeit legen. Für den Mann gibt es meistens was Süßes. Mehr braucht er nicht, um glücklich zu sein, sagt er. Ich – in der Weihnachtszeit doch halbwegs darauf bedacht, nicht den obersten Knopf meiner Jeans zu sprengen – freue mich mehr über einen Badezusatz oder Nagellack. Das Kind macht sich nichts aus Süßigkeiten und noch viel weniger aus Nagellack oder dergleichen. Aber was kommt immer gut an? Wenn Mama vorliest.

Schnauze, jetzt ist stille Nacht ist bereits der dritte Band aus der Reihe und in einer stabilen Hardcoverausgabe zu bekommen, die optisch einiges her macht.  Auch bei diesem Adventskalenderbuch wird jeden Tag eine Doppelseite an der Perforation aufgerissen. Dahinter verbirgt sich dann ein neues Kapitel der Geschichte. Da das Aufreißen für Kinder vermutlich ein sehr entscheidener Faktor ist, und man sie natürlich nicht dieses Vergnügens berauben möchte, stehen Eltern vor dem schon bekannten Problem: Man kann nicht Probelesen. Aber dafür bin ich ja da.

Liebe Eltern, dieses Buch könnt ihr bedenkenlos mitnehmen. Die Handlung schreitet aus der täglich wechselnden Sicht zwischen Hund Bruno und Katze Soja amüsant voran. Die Charaktere sind ganz liebevoll gestaltet. Dank der großzügigen Schriftgröße und eines unkomplizierten Schreibstils ist das Buch für die ersten eigenen Leseversuche eines Kindes bestens geeignet, aber auch jüngere Kinder finden Gefallen an der Geschichte. Die täglichen Kapitel sind nicht zu lang.

Und noch ein Vorteil für alle, die wie wir in der Adventszeit viel herumreisen, dieses Buch passt in jede Handtasche. So muss keinen einzigen Tag auf das Lesevergnügen verzichtet werden.

 

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Gerlis Zillgens: „Lametta ist weg“

Gerlis Zillgens
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
7,99€

 

 

 

Der adelige Kater und ehemalige Zirkusartist von Mauswart findet die Vorweihnachtszeit ziemlich lästig. Die Zweibeiner, die jetzt ständig ins Tierheim Für alle Felle kommen, gehen ihm schrecklich auf die Nerven. Da helfen auch die Freunde Paule, das kleine Meerschweinchen, und Flöckchen, die große Deutsche Dogge, nicht weiter. Wie gut, dass es wenigstens Lametta gibt. Die ist nicht nur die schönste Katze aller Zeiten. Sie riecht auch so unglaublich gut. Doch dann geschieht das Ungeheuerliche: Auf einmal ist Lametta weg! (Klappentext)

Als Alternative zum üblichen Adventskalender mit Süßigkeiten gibt es für Kinder diese Adventsgeschichte in 24 Kapiteln. Jeden Tag wird durch Aufreißen eine Doppelseite geöffnet und die Geschichte spinnt sich fort. Eine schöne Idee, doch mit Schwächen. Ein Probelesen ist durch die verschlossenen Seiten nicht möglich. Man kann zwar versuchen, zwischen die Seiten zu lugen, aber … nein, eigentlich bringt es das nicht. An der Perforation lassen sich die Seiten leicht voneinander trennen, auch ohne Lineal oder Brieföffner (Steht so in der kleinen Gebrauchsanweisung auf der ersten Seite. Wie niedlich.) Ich habe meinen Finger genommen und kann lobend berichten, dass keine einzige Seite beschädigt oder sonst wie in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Das Taschenbuchformat ist für junge Leser vermutlich ganz praktisch, obwohl ich Hardcover bevorzugen würde. Hier erinnert die Buchbindung an ein einfaches Leseheft, dessen Nutzung nicht von Dauer sein soll.  Die Illustrationen sind sicherlich Geschmackssache, zeugen jedoch nicht von großer Kunstfertigkeit.

Einige Grundideen und die Gestaltung der unterschiedlichen Tiercharaktere sind schon witzig. Die Handlung ist zeitweise spannend und amüsant, die Abschnitte sind kurzweilig und enden manchmal ziemlich abrupt. Am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen. Nur eine Frage hätte ich: Wie passend sind bitte Formulierungen wie ‚Ich bringe sie alle um‘ in einem Kinderbuch?

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Shrabani Basu: „Victoria & Abdul“

Shrabani Basu
Goldmann-Verlag
ISBN: 9783442159369
10,00€

 

 

 

Der stattliche, gut aussehende Abdul Karim war gerade vierundzwanzig Jahre alt, als er seine große Reise von Indien nach England antrat. Als Gesandter der indischen Kolonien kam er an den Königlichen Hof in London, um Ihrer Majestät Queen Victoria (Judi Dench), der Kaiserin von Indien, anlässlich ihres 50. Thronjubiläums (1887) im Haushalt zu dienen. Eine Begegnung mit dem jungen Muslim aus Agra, der Stadt des Taj Mahal, entflammte Victorias Neugier. Die auf die siebzig zugehende Monarchin erhob Abdul in den Stand des königlichen Lehrers und Sekretärs, es entwickelte sich eine intensive Freundschaft. Im Königshaus sorgte das für Spannungen, doch gegen alle Widerstände und Intrigen bestand die Queen darauf, sich auch auf Reisen stets von ihrem indischen Vertrauten begleiten zu lassen. Abdul sollte bis zu Victorias Tod nicht mehr von ihrer Seite weichen. Ein Skandal und zugleich eine zarte Liebesgeschichte. (Umschlagtext)

Die Geschichte von Queen Victoria und ihrem Munshi (Sprachlehrer) beruht auf wahren Begebenheiten. Es ist eine ganz bezaubernde Geschichte zwischen der Monarchin, die ein ganzes Zeitalter geprägt hat, und dem sehr viel jüngeren Inder, der sie in Hindustani unterrichtete und ihr von dem Land berichtete, dessen Kaiserin Victoria war und das sie selbst nie bereist hat. Zwei Menschen hätten nie unterschiedlicher sein können und dennoch entspinnt sich zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft und Verbundenheit.

Shrabani Basu widmet sich diesen beiden Figuren in ihrem Buch mit sehr viel Respekt und erzählt ihre Geschichte mit viel Feingefühl. Basu erfasst die Vielschichtigkeit dieser Charaktere und macht sie für den Leser greifbar.

Die Lesart ist ein wenig schwierig zu bestimmen. Ist es eine historische Dokumentation? Oder ein Sachbuch? Um das ganze Werk abzurunden, hätte es mir besser gefallen, wenn die Darstellungsform mehr in Richtung Roman gegangen wäre. Ansatzweise geschieht das sogar, beispielsweise, wenn wir in Victorias Alltag eintauchen, doch dann reihen sich Jahreszahlen und Ereignisse  aneinander, die Geschichte wird aus der kühlen Distanz eines Historikers geschildert. Ich fürchte, wer hier einen historischen Roman erwartet, wird enttäuscht sein.

Aber da mir die Geschichte gefällt, werde ich vermutlich als nächstes den Film gucken. Judi Dench als Queen Victoria scheint ja zu passen wie die Faust auf’s Auge.

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Jane Austen: „Stolz und Vorurteil“

Jane Austen
Penguin Verlag
ISBN: 978-3328101666
10,00€ (Taschenbuch)

 

 

 

Nicht weniger als fünf Töchter haben die Bennets standesgemäß unter die Haube zu bringen. Kein leichtes Unterfangen für eine Familie auf dem Land, die nur über ein bescheidenes Vermögen verfügt. Ausgerechnet die intelligente Elizabeth, das Lieblingskind des Vaters, erweist sich als besonders schwieriger Fall. Zum allgemeinen Unverständnis hat sie die Stirn, den Antrag eines wohlsituierten Pfarrers auszuschlagen. Statt dem Drängen der Familie nachzugeben, folgt Elizabeth hartnäckig ihrem eigenen Urteil… (Verlagstext)

Stolz und Vorurteil ist der wohl bekannteste Roman der britischen Schriftstellerin Jane Austen. Er erschien im Jahre 1813. Seither wurden über 20 Millionen Exemplare verkauft. Es ist ein Sittenroman, in dem die Irrungen und Wirrungen bei der Partnerwahl zu Jane Austens Zeit mit ihrem unvergleichlichen Wortwitz, Ironie und Scharfblick porträtiert werden.

Die existenzielle Problematik, in der sich Jane Austens weibliche Protagonistinnen und wahrscheinlich viele junge Damen in England um 1800 befunden haben, war die Suche nach einem Ehemann. Frauen besaßen zu jener Zeit nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihren Lebensunterhalt abzusichern. Vorzugsweise durch die Heirat mit einem Mann, der über ein beträchtliches Vermögen verfügte. Zu jener Zeit wurden Ehen zumeist unter dem Gesichtspunkt der materiellen Absicherung geschlossen, nicht aus Liebe.

Jane Austen benutzt die titelgebenden Leitmotive für ein wechselseitiges Spiel in der Entwicklung der Liebesgeschichte zwischen Elizabeth Bennet und Fitzwilliam Darcy. Beide müssen zahlreiche Missverständnisse, Verleumdungen und Vorurteile überwinden, ehe sie zueinander finden. Es gibt kaum ein anderes Buch, in dem die Figuren so tiefgründig sind, so häufig Selbstanalyse betreiben und sich derart weiterentwickeln.

Stolz und Vorurteil entführt uns in ein Jahrhundert, das geprägt ist von Konventionen, gesellschaftlichen Regeln und strengen sozialen Strukturen, und trotzdem ist die Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Mr. Darcy zeitlos, was die zahllosen Adaptionen beweisen.

Wer einen Einstieg in Jane Austens Romane finden möchte, ist mit Stolz und Vorurteil am besten beraten. Der Ausgabe vom Penguin Verlag möchte ich eine besondere Empfehlung aussprechen. Ich habe häufig gelesen, dass Probleme bestehen, Jane Austens Ausdrucksweise beziehungsweise ihren Schreibstil zu verstehen. Bei der vorliegenden Übersetzung dürfte es die wenigsten Schwierigkeiten geben. Ich habe verschiedene Übersetzungen und diese auch mehrmals gelesen, um sie miteinander vergleichen zu können. In diesem Taschenbuch ist die Sprache deutlich leichter verständlich, moderner, etwas geraffter. Außerdem erleichtert einem die Schriftgröße das Lesen ungmein.

Vielen Dank an das Bloggerportal der Random House Verlagsgruppe, das mir diese Ausgabe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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