Kategorie: Rezensionen

Andrea Harmonika: „Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne. Vom Sinn und Unsinn mit Kindern“

 

Andrea Harmonika
Bastei Lübbe Verlag
10,00€

 

 

 

 

Andrea Harmonika leidet unter emotionaler Inkontinenz, faltet Jugendliche im Schwimmbad zusammen und zieht in ihrer Freizeit liebevoll Gemüse groß, das ihre Kinder dankend ablehnen. Manchmal fragt sie sich, ob aus ihnen wirklich verpimpelte Sitzpinkler werden, wenn sie auf jeden Kratzer ein Piratenpflaster klebt und findet, dass früher alles anders, und nicht besser war. (Klappentext)

Rührend ehrlich und saukomisch!

Dieses unterhaltsame Büchlein ist eine Sammlung kurzer, teilweise als Blogbeiträge entstandener Anekdoten über die vielen bizarren Situationen, die Eltern mit ihren Kleinkindern täglich erleben und meistern. Die Autorin ist selber Mutter von zwei Kindern und beschreibt mit einem herrlich trockenen Humor ihr Familienleben.

Natürlich fühlt man sich als Leser von einigen Passagen mehr angesprochen als von anderen, doch insgesamt habe ich sehr viel Zeit damit zugebracht, dem Buch eifrig zustimmend zuzunicken und mich zu fragen, woher die Frau das alles über mich und meine Familie weiß. Es steckt sehr viel Wahrheit in diesen Seiten. Und so viel Gefühl. Selten hat ein Buch so starke und unterschiedliche Reaktionen bei mir hervorgerufen. Einmal weint man vor lauter Rührung – und da ist sie, die emotionale Inkontinenz, quod erat demonstrandum – aber schon auf der nächsten Seite lacht man Tränen der Freude.

Ich habe dem Buch auch sehr viel Wissenswertes entnehmen können. Und damit meine ich nicht nur, dass ich endlich weiß, warum die Angry Birds so angry auf die Schweinchen sind, obwohl mich die Unwissenheit darüber schon lange gequält hat. Nein, es gibt beispielsweise auch ein Kapitel über ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ aus den 1930er Jahren, das ich mit ungläubiger Faszination und Bestürzung gelesen habe. Doch das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist die Tatsache, dass es auch in anderen Familien chaotisch zugeht. Dieser Gedanke ist wirklich tröstlich.

Empfehlenswert ist ‚Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne‘ für alle Eltern und  werdenden Eltern. Wer keine eigenen Kinder hat, wird die Situationskomik und das ganze emotionale Wirrwarr, das Eltern durchmachen, nicht wirklich nachvollziehen können.

Zum Schluss noch einen riesigen Dank an das Bloggerteam von Bastei Lübbe für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

 

Walter Moers: „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“

 

Walter Moers
Penguin Verlag
15,00€

 

 

 

 

Hildegunst von Mythenmetz, der größte Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. Da erreicht ihn ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, dem Wohlleben Adieu zu sagen und nach Buchhaim zurückzukehren, der »Stadt der Träumenden Bücher«. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Freunden, wie dem Lindwurm Ovidios und den Antiquaren Hachmed Ben Kibitzer und Inazea Anazazi, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt. (Klappentext)

Die Abenteuer des Hildegunst von Mythenmetz gehen weiter. 200 Jahre nach dem großen Brand in Buchhaim hat sich Mythenmetz zum größten Dichter Zamoniens aufgeschwungen. Er ist ein preisgekröntes Literaturgenie und genießt seinen Prominentenstatus. Bei der täglichen Lektüre seiner Fanpost fällt ihm ein Brief in die Hände, der ihn veranlasst, in die Stadt der Träumenden Bücher zurückzukehren. In den 200 Jahren hat sich Buchhaim stark verändert. In die einst mittelalterliche Stadt ist die Moderne eingezogen mit einer florierenden Tourismusbranche.

In Das Labyrinth der Träumenden Bücher steht weniger eine (spannende) Handlung im Vordergrund, als vielmehr die tieferen Einblicke in das fantastische Zamonien. Auf seinen Streifzügen erkundet Mythenmetz das neue Buchhaim und erfährt durch eigene Beobachtungen, Lebende Zeitungen oder alte Bekannte was sich in den vergangenen 200 Jahren alles ereignet hat. Dass sich diese Schilderungen über viele Hundert Seiten hinziehen, wird von Moers im Nachwort großmütig als Mythenmetzsche Abschweifung bezeichnet. Der Ideenreichtum des Autors ist unbestreitbar genial. Für alle, die Bücher und Literatur lieben, ist Buchhaim ein Sehnsuchtsort ohnegleichen. Sie werden von der unglaublichen Vielfalt begeistert aufjauchzen und sich nach Buchhaim wünschen. Auf der anderen Seite wird es auch diejenigen geben, die der geringe Handlungsfortschritt frustriert. Die vollständige Nacherzählung der Handlung aus Teil 1 erscheint überflüssig, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit derer, die zu diesem Buch gegriffen haben, bereits große Fans des Vorgängers sind.

Die andere Hälfte des Buches widmet sich dem Puppetismus, einem neuen Phänomen Buchhaims. Auch hier beweist Moers seine schöpferische Genialität, die durch seine Illustrationen veranschaulicht wird. Doch schließlich und letztendlich ist das Buch vorbei und der Leser wird auf Band 3 vertröstet, das höchstwahrscheinlich eine ganze Weile auf sich warten lassen wird.

Aus diesem Grund lässt mich die Lektüre von Das Labyrinth der Träumenden Bücher zwiegespalten zurück. Moers Schreibstil und Kreativität, eine so komplexe Welt wie Zamonien mit Buchhaim und seinen Bewohnern entstehen zu lassen, sind einfach bewundernswert. Aber als Leser des unsagbar fesselnden 1. Teils bleibt man auch ein bisschen geknickt zurück.

Walter Moers: „Die Stadt der Träumenden Bücher“
Piper Verlag
14,00€

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Natascha Ochsenknecht: „Perlinchen – Ich bin anders, na und!“

 

Natascha Ochsenknecht
Boje Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

 

 

 

Perlinchen wäre so gern wie alle anderen Marienkäferkinder in ihrer Klasse. Ihre pinken Flügelchen versteckt sie daher lieber unter einem roten Umhang mit schwarzen Punkten. Doch dann plumpst ihr bester Freund Jimi in den Froschteich. Und auf einmal ist es Perlinchen völlig egal, was alle denken… (Klappentext)

Eine neue Kinderbuchheldin!

Das Marienkäfermädchen Perlinchen möchte so sein wie alle anderen Marienkäfer und verbirgt daher ihre pinken Flügel unter einem Umhang. Als sie in die Schule kommt, freundet sie sich mit Jimi an, der von seinen Mitschülern gehänselt wird, weil er nur einen einzigen blauen Punkt hat. Doch im Gegensatz zu Perlinchen ist es Jimi egal, was die anderen von ihm denken.

Die Botschaft des Buches ist klar, und auch die Umsetzung ist sehr drollig und gelungen. Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen von Bianca Faltermeyer, die über eine wunderbare Technik verfügt, um die man sie nur beneiden kann. Sie hat ein Käferhausen entstehen lassen, an dem man sich nicht sattsehen kann. Die Figuren sind hinreißend dargestellt, nicht zu abstrakt, liebevoll gezeichnet. Am liebsten möchte man selber als Käferchen in Käferhausen leben oder auf einem Seerosenblatt träumen.

Mir persönlich hat der Erzählstil und die Handlung stellenweise nicht so zugesagt. Manche Textstellen klangen stark nach Mundart statt nach einem fließend lesbaren Text, aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Mein Sohn ist noch keine 3 Jahre alt und hat sich auf Anhieb in das Buch verliebt. „Mama Perlinchen lesen!“, heißt es seither jeden Abend vor dem Schlafengehen. Mehr muss zu dem Buch nicht gesagt werden, um es zu empfehlen. Falls noch weitere Abenteuer von Perlinchen folgen würden, wie man durch das Ende im Buch durchaus hoffen kann, wären wir auf jeden Fall als eifrige Leser dabei.

Zum Schluss noch einen ganz lieben Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

 

 

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Norbert Pautner: „Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete mit Rahmen, Ornamenten und Bordüren“

 

Norbert Pautner
Bassermann Verlag
80 Seiten
7,99€

 

 

 

Schöne Schrift kann jeder …

… man muss nur wissen, wie es geht. In diesem Praxisbuch werden Buchstabe für Buchstabe die 33 schönsten Schriften vorgestellt. Dabei wird genau erklärt, wie man sie mit Stift, Pinsel und Kreide schreibt oder konstruiert. Zusätzlich werden viele Vorlagen für Rahmen, Ornamente und Bordüren angeboten. Dekorative Aufschriften auf Karten, Tafeln, Bildern oder Textilien gehen so mit ein wenig Übung ganz leicht von der Hand. Damit das Üben leicht fällt, gibt es gerasterte Seiten mit Hilfslinien zum Download auf der Website.

Die Kunst des schönen Schreibens!

Handlettering ist ja schon gar kein Hobby mehr, sondern eine Wissenschaft. Jede Schrift hat ihren eigenen Charakter, und Größe, Farbe und Position eines Buchstabens vermögen mehr zu sagen als tausend Worte.

In diesem Buch stellt Norbert Pautner 33 sehr unterschiedliche und dekorative Alphabete vor. Er beschreibt sorgfältig Höhe und Breite der Buchstaben, die Strichbreite und sogar den Winkel von Schrägen. Dadurch zeigt sich doch, dass Kunst und Mathematik mehr gemeinsam haben, als man allgemeinhin annimmt. Ich gebe zu, mich nicht ganz so strikt an die Anweisungen gehalten zu haben. Gerade für kleinere Grußkarten beispielsweise zum Geburtstag, habe ich die Buchstaben nach bestem Wissen und Gewissen nachgemacht, ohne die Strichbreite oder die Höhe der Versalien im Verhältnis zur x-Höhe zu überprüfen. Da habe ich dem schöpferischen Geist freie Hand gelassen und meine Kreativität spielen lassen.

Für Anfänger bietet die penible Beschreibung der Buchstaben, wie sie in diesem Buch gemacht wird, einen wunderbaren Eintsieg ins Thema Handlettering. Einige Vorlagen für Raster können sogar über die Verlagsseite heruntergeladen und ausgedruckt werden. Mir persönlich hätten ein paar Übungsseiten direkt im Buch gefallen. Vielleicht sogar mit einer Schritt für Schritt Anleitung, wie sie in anderen Büchern über Handlettering durchaus vorkommen.

Dafür befindet sich auf den letzten Seiten eine fantastische Vorlagenvielfalt für Vignetten, Etiketten, Illustrationen, Rahmen und und und. Für den unschlagbaren Preis ist das Buch für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen eine lohnenswerte Anschaffung.

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Walter Moers: „Der Fönig: Ein Moerschen“

Walter Moers
Penguin Verlag
64 Seiten
10,00€

 

 

 

Eines Tages erwachte der Fönig zum Gezwitscher einer Fohlmeise, eines Folibris und eines Faninchens, denn in seinem Fönigreich wurden alle Ks durch Fs ersetzt. Dann werden in seinem Fönigreich sämtliche Fs durch Ks ersetzt. Und plötzlich ist Frieg mit Kranfreich! Da können nicht einmal mehr die drei Wünsche helfen, die dem Fönig gewährt werden … Walter Moers stellt in seinem illustrierten Moerschen nicht nur die deutsche Sprache auf den Kopf, sondern auch die gesamte Märchenwelt. In Fönigland, wo die Buchstaben die Plätze tauschen, lauert das Lachen hinter jedem Wort. Einfach umwerfend komisch! (Umschlagtext)

Der Weckstabenverbuchsler für Erwachsene!

Erinnert sich noch einer an die Sketche der Comedy-Sendung RTL Samstag Nacht, Kentucky schreit…? In dieser Sendung kamen durch das Vertauschen von Anfangsbuchstaben die ulkigsten Dialoge zustande. Einige dieser Wendungen sind mir auch heute noch im Gedächtnis und bringen mich nach wie vor zum schmunzeln.

Walter Moers bedient sich der gleichen Methode. Er tauscht aber nicht wahllos Buchstaben aus, sondern ersetzt Fs durch Ks und umgekehrt. Eigentlich ganz simpel. Der Text, der dadurch entsteht, ist zum schieflachen und verursacht den ein oder anderen Knoten in der Zunge.

Von der Handlung sollte man lieber nicht allzu viel erwarten. Das Moerschen (noch so eine wortspielerische Raffinesse!) ist ein kurzer Comicstreifen mit märchenhaften Elementen. Als es zum Frieg mit Kranfreich kommt, erwartet man noch so halb eine politische Botschaft, doch die Geschichte kippt etwa in der Hälfte ins Ordinäre und kommt dort nicht mehr heraus. Das ist sicherlich Geschmackssache. Manch einer findet vielleicht, dass die wortspielerische Genialität Moers‘ dadurch verloren geht, andere freuen sich einfach über die kurzweilige Unterhaltung im Stil von ‚Das kleine Arschloch‘.

Insgesamt bietet ‚Der Fönig‘ ein kurzes Lesevergnügen. Selbst wenn man sich Zeit lässt, die Bilder eingehend studiert und die Buchstabenverdreher entschlüsselt, ist die Lektüre nach 20 Minuten beendet. Fans von Walter Moers werden von dem Buch trotzdem nicht die Finger lassen, und um ein geselliges Beisammensein mit Freunden um ein paar heitere Momente zu bereichern, ist es gewiss auch geeignet.

 

Aber Obacht! Der Fönig ist eher nicht für Kinder geeignet. Darin sind ein paar Bilder enthalten, die Eltern möglicherweise ungern zusammen mit ihren Kindern ansehen möchten. Also für alle, die an einer jugendfreien Alternative interessiert sind, weil sie Buchstabenverdrehen genauso amüsant finden wie ich, verlinke ich unten ein passendes Buch. 🙂

Mathias Jeschke: „Weckstabenverbuchsler
Beltz & Gelberg Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
12,99€

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Ulrike Schweikert: „Léon & Claire: Er fand sie im Licht“

 

Ulrike Schweikert
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
16,99€

 

 

 

Claire glaubt ihre große Liebe Léon, den Jungen aus der dunklen Welt der Katakomben unter Paris, für immer verloren. Da bekommt sie von einer alten Frau einen geheimnisvollen Stein, den nur Léon ihr geschickt haben kann. Claire spürt, dass er lebt – und spürt die magische Verbindung. Doch die Spur des Steins führt ins Leere. Gleichzeitig kreuzt Cato, der unheimliche Onkel ihres Erzfeindes Adrien, immer wieder Claires Weg. Steht er in Verbindung mit den mächtigen Zauberern des Lichts und der Schatten? Und kann Léon sich jemals aus der dunklen Welt befreien? Verzweifelt versuchen Léon und Claire, in der Stadt der Lichter einen Weg zueinander zu finden. Liebe ist Magie, doch ist sie stärker als die Magie des Schattens? (Umschlagtext)

Düster, magisch und mitreißend!

Dies ist der zweite und auch letzte Band der Léon und Claire-Reihe. Er beginnt, wo Band eins auf so dramatische Weise endete. Immer diese gemeinen Cliffhanger! Claire hält Léon für tot und muss mit dem Verlust und der Trauer zurechtkommen. Doch Léon wird von der Lichtkönigin gefangen gehalten und gefoltert, um den Schatten hervorzulocken. Es gelingt ihm schließlich, seinen Freunden Jannine und Marcell eine Nachricht zukommen zu lassen. Und die Suche nach Léon beginnt.

Durch die düstere Atmosphäre wird man selbst als Leser ganz melancholisch und verweifelt. Man sehnt sich danach, dass Léon und Claire endlich wieder zueinander finden. Fast 250 Seiten lang lässt die Wiedervereinigung auf sich warten. Das war mir eindeutig zu lang, ein ständiges Hin und Her mit diesen magischen Steinen und dann auch noch die Suche nach einer Ratte! Die historischen Rückblicke, die einem Léons Vergangenheit näherbringen, sind wirklich sehr informativ und hervorragend recherchiert, jedoch vielleicht ein bisschen zu detailliert. Mir kam es so vor, als sollte das ersehnte Zusammentreffen der Hauptfiguren durch diese ausschweifenden Schilderungen des Deutsch-Französischen Krieges hinausgezögert werden, um die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Für meinen Geschmack war das schon etwas übertrieben zu lang.

Das Ende hat mich leider nicht ganz befriedigt. Irgendwie bin ich mehr der Typ, der sich wünscht, dass die Helden am Ende in den Sonnenuntergang reiten und glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben, was natürlich nicht zu dieser Geschichte gepasst hätte. Es scheint, als ob sich die Autorin ein Hintertürchen offen gelassen hat, um vielleicht doch noch einen Band hinterher schieben zu können. Genügend Fragen sind auf jeden Fall offen geblieben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die von der Autorin erzeugte Atmosphäre ist packend und düster vom Anfang bis zum Ende. Auch die Beschreibungen von Paris sind so lebendig, dass ich die Stadt wirklich vor Augen hatte. Besonders gefallen hat mir Marcell, der nicht nur ständig die Figuren im Buch rettet, sondern auch die treibende Kraft ist, die der Handlung immer mal wieder einen Schubs nach vorn gibt.

 

Ulrike Schweikert: „Léon & Claire – Er trat aus den Schatten“ (Léon & Claire-Reihe, Band 1)

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William Ritter: „Jackaby – Die verschwundenen Knochen“ (Die Jackaby-Reihe, Band 2)

 

William Ritter
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
9,99€

 

 

 

Kein Fall zu seltsam, keine Spur zu heiß!

New Fiddleham, 1892: Abigail Rook, die junge Assistentin von R.F. Jackaby – Detektiv für unerklärliche Phänomene – langweilt sich nie in ihrem neuen Job. Von besonders garstigen Gestaltwandlern, die sich als süße Kätzchen tarnen, bis hin zu Mord ist alles in ihrem Tagesablauf dabei. Als in dem benachbarten Gad’s Valley ein nicht identifizierbares Monster Tiere und Menschen überfällt, bittet Junior Detective Charlie Cane Abigail um Hilfe. Bald sind Jackaby und Abigail in eine Jagd nach einem Dieb, einem Monster und einem Mörder verwickelt, die ihren ganzen Scharfsinn verlangt …  (Umschlagtext)

Der Sherlock Holmes des Übernatürlichen!

Als ich auf Jackaby stieß, war ich auf der Suche nach einer Alternative zu Lockwood & Co. Der Klappentext hat natürlich sofort mein Interesse geweckt und ich konnte es kaum erwarten, bis das Buch endlich da war. William Ritters Schreibstil ist begnadet, britisch gestelzt und humorvoll zugleich, passend zur erzählten Zeit um 1892.

Die titelgebende Hauptfigur Jackaby ist brillant auf seinem Gebiet der unerklärlichen Phänomene, ein Detektiv für das Paranormale, aber auch ein ziemlich verschrobener Kauz, dessen Sozialkompetenz eher mittelmäßig ausgeprägt ist. Darin erinnert er sehr an Benedict Cumberbatchs Sherlock, auch was den Mantel und ein bisschen auch die Mütze anbelangt. Daher obliegt es seiner reizenden Assistentin Abigail, den Fall aus ihrer Perspektive zu erzählen. Abigail ist die perfekte Ergänzung zu Jackaby, sie sieht, was er übersieht. Sie findet die sanften zwischenmenschlichen Töne, wo Jackaby mit seiner analytischen Art aneckt. Die beiden sind ein tatkräftiges Ermittlerduo. Nur leider treten sie in dieser Fortsetzung kaum zusammen in Aktion, was mir sehr gefehlt hat. Obwohl er die Titelfigur ist, ist Jackaby zu wenig präsent.

Überhaupt weist dieser Teil nach einem sehr unterhaltsamen und vielversprechenden Auftakt einige Längen auf und man hat das Gefühl, als wüsste der Autor zwischendrin selbst nicht, worauf die Geschichte hinzielt. Dabei wimmelt es im Roman nur so von skurrilen, starken Charakteren, die die Handlung vorantreiben könnten. Die beiden zankenden Archäologen, die sich gerne einmal mit Steinen bewerfen, sorgen für einige witzige Momente. Oder die taffe Journalistin Nellie Fuller, die eine für diese Zeit sehr emanzipierte Frau ist. Am Ende nimmt die Handlung wieder richtig Fahrt auf, es wird packend und blutrünstig und dann gibt es einen fiesen Cliffhanger, um begeisterte Leser zu ärgern, die sich nun bis zum nächsten Band in Geduld üben dürfen.

Die Jackaby-Reihe empfehle ich auf jeden Fall allen Fans von Lockwood & Co., aber auch Fans von Supernatural und Sherlock Holmes werden auf ihre Kosten kommen. Viel Spaß beim Lesen!

 

William Ritter: „Jackaby“ Band 1
cbt Verlag
9,99€

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Katja Muggli: „Mach mich zu deinem Buch: Inspirationen zum Malen, Kleben, Basteln und Glücklichsein“

 

Katja Muggli
Südwest Verlag
12,99€

 

 

 

 

Lass dich inspirieren, denn die Fantasie kennt keine Grenzen: Bastle deine eigene Tischdeko und gestalte Postkarten mit den Tipps und Stickern aus diesem Buch, übe dich im Handlettering, entwirf Collagen für die Wohnzimmerwand, verziere Geschenke mit selbst gestalteten Anhängern und wickle sie ins Geschenkpapier zum Herausnehmen, schneide dir Poster zum Aufhängen aus oder male dich ganz einfach glücklich – all dies gibt’s in diesem Buch. 140 Seiten voller kreativer Ideen zum Kritzeln, Kleben, Dekorieren, Verschenken und vieles mehr… (Umschlagtext)

Das Buch der 1000 kreativen Bastelideenvorlagen!

Mir geht es genauso wie der Autorin, wenn mich die Muße küsst oder die Bastellaune packt, muss die Idee am besten sofort und ohne große Planungsphase umgesetzt werden. Außerdem fehlt es mir an Zeit und Geduld, gerade für kleinere Bastelvorhaben im Vorfeld stundenlang Schablonen zu entwerfen oder einzigartige Gestaltungsideen zu ersinnen und dann die notwendigen Materialien zu beschaffen.

Mach mich zu deinem Buch steckt voller Vorlagen, auf die man sofort zurückgreifen kann. Es enthält trendiges Motivpapier, Postkarten, Etiketten, Geschenkanhänger, Sticker, Mal- und Kopiervorlagen. Für jeden erdenklichen Anlass ist etwas dabei. Es gibt Anregungen für Gestaltungsmöglichkeiten, auf die ich gar nicht gekommen wäre.

Anfangs hatte ich Hemmungen, Seiten aus dem Buch herauszutrennen. Aber genau dafür ist es gedacht und sobald man seine Scheu abgelegt hat, wird das Buch zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel beim Basteln. Das einzige, was ärgerlich ist, ist, dass die Seiten beidseitig bedruckt sind. Entscheide ich mich beispielsweise für das wunderschöne Geschenkpapier, zerstöre ich die Postkarte auf der Rückseite. Trotzdem bin ich endlos erstaunt, wie viele gestalterische Möglichkeiten man aus einem Buch herausholen kann. Dieses Buch hat mich überrascht und begeistert!

Vielen lieben Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

 

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Sarah Ford: „Sei ein Einhorn! Komm auf die Regenbogenseite des Lebens“

 

Sarah Ford
Heyne Verlag
7,99€

 

 

 

Achtsamkeit? Hygge? Minimalismus? Gehören schon längst zur Lebensphilosophie des Einhorns! Es lebt immer im Moment und hängt sein Herz nicht an materielle Dinge. Und sogar an Bad Hair Days weiß es um seine innere Schönheit. Mit seinem Schweif verscheucht das Einhorn schlechte Stimmung in Windeseile, bringt mit ein wenig Einhorn-Zauber ein Lächeln und positive Gedanken in unseren Alltag und zeigt uns die Sonnenseiten des Lebens – denn: Feenstaub und Glitzer helfen immer. Ein Glücksbuch der besonderen Art.

Dieser trübe, regnerische Januartag scheint mir bestens geeignet, um euch auf die Regenbogenseite des Lebens zu ziehen.

Habt ihr genug von Eulen und Flamingos? Mögt ihr Regenbogenglitzer in ALLEN Bereichen eures Lebens? Esst ihr gerne bunte Marshmallows? Und liebt ihr den Duft von Zuckerwatte? Dann schließt euch der Trendbewegung Einhorn an. Werdet zum Einhorn. Den besten Weg, um eines zu werden, beschreibt Sarah Ford in diesem kleinen Glücksbuch. Es enthält auf 96 Seiten Hinweise und Einhornregeln gepaart mit unterhaltsamen Karikaturen.

Gestandene Einhörner werden in diesem Geschenkbuch sicherlich eine kurzweilige Unterhaltung finden. Das liegt nun einmal in der Natur des Einhorns, immer positiv denken, auch wenn die Einhorndarstellungen teilweise etwas verunglückt wirken und auch die dazugehörigen Sprüche an Einfallsreichtum missen lassen.

 

Mein Begleiter für die tägliche Kaffeedosis 😉

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Irmtraud Morgner: „Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura“

 

Irmtraud Morgner
btb Verlag
12,00€

 

 

 

Nimmt der ewige »Krieg der Geschlechter« ein Ende? Die Spielfrau Beatrix erwacht nach über achthundertjährigem Schlaf in unserer Gegenwart. In der Provence war sie im hohen Mittelalter eingeschlafen, jetzt bekommt sie es mit einer Welt zu tun, in der ihr Schloss einer Schnellstraße Platz machen soll. Sie bringt aber nicht nur diese Entscheidung ins Wanken, auch wie Männer und Frauen zusammenleben und worin das Wesen der Erotik gesehen wird, will ihr nicht einleuchten. Am besten, man würde noch einmal ganz von vorne beginnen … (Umschlagtext)

Die Trobadora Beatriz de Dia ist ihrer Zeit voraus. Sie ist eine kunstbegabte, äußerst intelligente Frau, die weiß, was sie will und was nicht. Sie passt nicht ins vorherrschende Frauenbildnis des Hochmittelalters und will sich auch nicht mit der für die Frau vorgesehenen Rolle abfinden. Also lässt sie sich von dem Zauberwesen Melusine – der bekannten Sagengestalt der französischen Literatur des Mittelalters – in einen Dornröschenschlaf versetzen, Dornenhecke inklusive, und erwacht 800 Jahre in der Zukunft. Von Frankreich aus reist sie in die DDR, die ihr als Land des Feminismus angepriesen wurde, und lernt dort Laura Salman kennen.

Beatriz erlebt den politischen Feminismus der 1970er Jahre. Es geht um die Gleichberechtigung der Frau im Berufsleben, die Entlastung der berufstätigen Frau in Bezug auf Kinderbetreuung, um ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben für Frauen. Doch Beatriz erkennt bald, dass die Realität anders aussieht.

Irmtraud Morgner verarbeitet fantastische, märchenhafte Elemente und stellt sie der entzauberten Wirklichkeit der DDR entgegen. Sie porträtiert auf humoristische Weise den Alltag, hebt Wahrheiten hervor, die an Aktualität nicht verloren haben.

Ich denke nur, dass ihr Schreibstil es vielen Lesern erschwert, einen Einstieg ins Werk zu finden. Nach dem Umschlagtext erwartet man einen flüssig geschriebenen Roman, doch Morgner hat einen komplexen Bauplan für ihren Roman ersonnen. Die Sätze sind häufig ungeschliffene, kurze Satzbrocken und manchmal fällt es schwer, dem roten Faden zu folgen.

Die Abenteuer der Trobadora Beatriz ist der 1. Band einer Trilogie, die von der Autorin leider nicht mehr beendet werden konnte. Band 2 Amanda. Ein Hexenroman ist im btb Verlag erschienen. Vom dritten Band existieren nur Fragmente.

Zum Schluss noch einen lieben Dank an den btb Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares!

Irmtraud Morgner: „Amanda. Ein Hexenroman“ Band 2 um Beatriz de Dia
btb Verlag
12,99€

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