Kategorie: Rezensionen

Kate Brian: „Private – Eine von euch“ (Die Private-Serie, Band 1)


Kate Brian
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
9,99€

 

 

 

Als die 15-jährige Reed Brennan einen Platz an der elitären Easton-Academy ergattert, erhofft sie sich eine goldene Zukunft. Doch ihr Schicksal liegt in den Händen der Billings-Girls: reich, schön, intelligent, selbstbewusst – und die vier mächtigsten Mädchen der Highschool. Reed setzt alles daran, um in ihren exklusiven Zirkel aufgenommen zu werden. Doch hinter ihren Designer-Sonnenbrillen verbergen die Billings-Girls dunkle Geheimnisse und machen Reed das Leben schwer. Die neue Highschool scheint zum Albtraum zu werden, aber zum Glück gibt es da noch den attraktiven Thomas … (Klappentext)

Elitäre Privatschule, Tradition, Regeln und intrigante Mädchen

Reed wünscht sich nichts sehnlicher, als aus ihrer trostlosen Heimatstadt zu entkommen und fernab ihrer Tabletten abhängigen Mutter ein besseres Leben beginnen zu können. Alles, was Reed anstrebt, ist Anerkennung und die Aussicht auf eine goldene Zukunft. Um dies zu erreichen, möchte sie sich den Billings-Girls anschließen, die all das verkörpern.

Im ersten Band der Private-Reihe geht es ausschließlich um Reeds Bemühungen, in diese Mädchen-Gruppe aufgenommen zu werden. Ihr ganzes Bestreben ist darauf ausgerichtet, die Billings-Girls kennenzulernen, sich ihnen anzunähern, einzuschmeicheln und letztlich wie sie zu werden. Aus diesem Grund halte ich Reed für eine unsympathische Figur. Dass sie sich wegen ihrer schlimmen Kindheit danach sehnt, jemand zu sein, dem alle Wege im Leben offenstehen, ist nachvollziehbar. Doch die Art und Weise, wie sie sich an diese versnobten, überprivilegierten Schülerinnen heranschmeißt, kommt einfach plump und naiv rüber. Ohne Selbstwertgefühl, ohne Selbstachtung. Reed verfügt nicht einmal über einen gewissen schlagfertigen Humor.

Normalerweise bin ich ein großer Fan von Highschool-Geschichten, Intrigen und Romanzen, aber hier fehlten mir eindeutig die düsteren Geheimnisse. Auch die Charaktere der Billings-Girls wurden etwas zu oberflächlich beschrieben, um einen wirklich zu fesseln. Vielleicht liegt es daran, dass dies erst der 1. Band einer Reihe ist. Am Ende werden immerhin einige Andeutungen gemacht und es bleibt doch einiges offen.

Insgesamt liest sich das Buch gut durch, aber warm geworden bin ich mit den Charakteren leider noch nicht so richtig und die Handlung war mir etwas zu lahm. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Thema nicht unbedingt neu ist und auch nichts erzählt wird, was man nicht aus vergleichbaren Geschichten kennt. Wer auf Eliteschulen und intrigante Mädchengruppen steht, dürfte mit dem Buch aber ganz zufrieden sein.

Kate Brian: „Private – Spiel mit, wenn du dich traust“ (Die Private-Reihe, Band 2)

Bettina Belitz: „Mein Date mit den Sternen – Rotes Leuchten“ (Mein Date mit den Sternen, Band 2)

 

Bettina Belitz
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
15,00€

 

 

 

Intergalaktischer Liebeskummer für Joss

Kaum zurück aus England und »in Sicherheit« vor Sally, in die Maks sich rettungslos verliebt hat, steht Joss vor neuen Herausforderungen bei der Erfüllung ihres kosmischen Auftrags: Die Engländerin taucht prompt als Austauschschülerin bei ihrer großen Schwester auf, die rätselhaften Männer in Schwarz kommen Maks gefährlich nah und trotz all der Aufregung muss Joss dringend weitere Auserwählte finden … (Verlagstext)

Warten auf Tempo und Action…

Die Fortsetzung beginnt damit, dass Joss die Konsequenzen für den nächtlichen Ausflug während der Belohnungsfahrt nach England tragen muss. Nach langem Hin und Her, weil niemand glauben kann, dass die brave Joss einen derartigen Regelverstoß begehen könnte, wird das Strafmaß festgelegt. Joss muss fortan ihre Mittagspause mit Julius verbringen, der im Rollstuhl sitzt. Doch Joss‘ Sorgen sind weitaus größer. Die Schwarzen Männer haben Maks‘ Erinnerung gelöscht, sodass er sich nicht an seine Herkunft vom Mars erinnern kann. Mindestens zwei Drittel des Buches befassen sich mit Joss‘ Bemühungen, diese Erinnerungen zurückzubringen. Kaum hat sie das geschafft, verliert er zwei Seiten später wieder jegliche Erinnerungen. Spätestens ab da ist man als Leser schon etwas arg gefrustet. Denn die Handlung schreitet in diesem zweiten Teil wirklich quälend langsam voran. Es werden auch immer wieder dieselben Szenen beschrieben: bei Joss zu Hause, in der Schule beim Mittagessen oder Maks, der in seinem Garten den Holzfäller gibt. Ich empfand auch Joss als anstrengenden Charakter. Sie hetzt zwischen diesen drei Schauplätzen hin und her und will krampfhaft Maks‘ Erinnerungen zurückbringen. Sie erteilt harsche Befehle, was er zu tun hat, weil nur sie als Auserwählte den Überblick hat. Sie ist so gestresst von ihrem kosmischen Auftrag, dass es einen mit stresst. Dabei ist noch nicht einmal klar, was dieser kosmische Auftrag eigentlich ist. Der zweite Band wartet mit relativ wenig neuen Erkenntnissen auf. Erst auf den letzten Seiten wird es spannend und die Geschichte fängt an, ihr Potenzial zu entfalten. Leider zu spät und leider zu wenig für Fans der Reihe.

 

 

Bettina Belitz: „Mein Date mit den Sternen – Blaues Funkeln“ Band 1.

 

 

 

 

Vielen lieben Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

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Fabienne Becker-Stoll: „Bindung – Eine sichere Basis fürs Leben: Das große Elternbuch für die ersten sechs Jahre“

 

Fabienne Becker-Stoll, Kathrin Beck, Julia Berkic
Kösel-Verlag
22,00€

 

 

 

Die wichtigste Zutat für eine erfüllte Kindheit

Kinder brauchen ein stabiles Fundament – die sichere Bindung zu ihren Eltern. Sie ist der Grundstein für Gesundheit, Resilienz, Selbstvertrauen und Lebensglück. Was Eltern tun können, um ihren Kindern eine so stabile Basis zu schaffen, zeigen hier drei renommierte Bindungsforscherinnen. Schlafen, Schreien, Ernährung, Geschwisterstreit oder Grenzensetzen – zu allen wichtigen Familienthemen erfahren Eltern ganz konkret, wie sie ihre Kinder stärken können.

In diesem neuen Standardwerk lesen Sie:

  • wie eine sichere Bindung entsteht,
  • warum das Gehirn der Kinder bei starken Gefühlen Hilfe braucht,
  • was beim Einschlafen, bei Wutanfällen, in der Fremdbetreuung zu beachten ist,
  • was hilft, wenn Eltern sich angestrengt oder überfordert fühlen
  • wie es gelingt, den Kindern liebevoll und klar Orientierung zu geben.  (Klappentext)

Ein umfangreiches und hochwissenschaftliches Werk, in dem alles zum Thema Bindung erläutert wird, was nur geht. Die Autorinnen schildern die Entstehung und Bedeutung von Bindung im Alter zwischen 0 und 6 Jahren auf einer sehr wissenschaftlichen Basis. Dieses Buch ist Fachlektüre, mit dementsprechender Ernsthaftigkeit und dem dazugehörigen Vokabular. Eine leichte Elternlektüre für Zwischendurch ist es nicht. Die Bindung zwischen Eltern und Kind und die Entwicklungsprozesse werden rundum beleuchtet. Die Erklärungen helfen, vieles im Umgang mit Kindern zu verstehen, was man scheinbar instinktiv macht.

Es ist menschlich, dass es zu Konflikten, Missverständnissen und Ungerechtigkeiten kommt. Das Buch gibt Hinweise, solche Situationen in der Eltern-Kind-Bindung zu erkennen und Konflikte zu lösen oder (kleinere) Verfehlungen wiedergutzumachen. Sehr beruhigend ist es zu wissen, dass sich die Art der Bindung im Laufe der Entwicklung des Kindes immer wieder verändert. Falls man also bei seinem Kind Muster erkannt hat, die nahelegen, dass es früher vielleicht nicht den Zuspruch durch seine Eltern erfahren hat, die es zu einem selbstsicheren, positiven Menschen ermutigt haben, dann muss man wenigstens nicht verzweifeln. Denn es ist niemals zu spät, mit ausreichend positiven Erfahrungen, die Ängste und negativen Erwartungen des Kindes zu vertreiben und mehr Sicherheit zu vermitteln. Begleitend zu jedem Kapitel werden Fallbeispiele vorgestellt, aus denen man für sich das richtige Verhalten im Umgang mit dem eigenen Kind filtern kann. Natürlich ist es mit konkreten Hilfestellungen und Ratschlägen in Bezug auf Kindererziehung schwierig, da es keine Patentlösungen gibt. Sehr hilfreich sind da die kurzen Zusammenfassungen unter dem Titel ‚Gut zu wissen‘, in denen alles Wichtige und letztendlich für Eltern relevante noch einmal stichpunktartig zusammengefasst wird.

„Bindung – Eine sichere Basis fürs Leben“ vermittelt alles Wichtige zur Bindungsforschung, gibt Hilfestellungen, schildert Auswirkungen von Verhaltensweisen und macht einem im Endeffekt immer wieder Mut. Mit viel Feinfühligkeit.

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Anne Estermann: „Gardi und der Hexenzirkel: Ein Lese- und Malbuch“


Anne Estermann
Theodor Boder Verlag
empfohlenes Alter: ab 6 Jahre
11,50€

 

 

 

Als Gardi von ihrer Mutter in den Bireggwald mitgenommen wird, ist Gardi erst gar nicht begeistert.

Doch dann trifft sie dort auf das Herdmanndli Filzli, das ihr den Zauberwald und den dort tagenden Hexenzirkel zeigt. Denn etwas Furchtbares ist geschehen: Ein kleiner Junge ist verschwunden und man vermutet, dass der böse Türst dahintersteckt. Gardi merkt schnell, dass der Wald gar nicht so langweilig ist, wie sie erst gedacht hat, denn dort leben viele Fabelwesen.

So macht sie sich mit Filzli auf die Suche nach dem Jungen, und als sie ihn tatsächlich finden, lauert ihnen der Türst auf. Nur Lindwurm Lavendarus kann ihnen jetzt noch helfen! (Klappentext)

Schweizer Sagengestalten zum Ausmalen

Gardi ist, wie so ziemlich jedes Kind in ihrem Alter, nicht leicht in die Natur zu locken. Als sie aber eines Tages ihre Mutter in den Wald begleitet, nimmt das Abenteuer seinen Lauf. Gardi begegnet nach und nach verschiedenen Gestalten der Schweizer Sagenwelt, muss einen verschwundenen Jungen retten und vor der bösen Kälte fliehen.

Die Geschichte hat einen durchgehenden Spannungsbogen, ohne unnötige Längen. Daher lesen sich die Kapitel flüssig, ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Gardi und ihr kleiner Wegbegleiter Filzli sind ganz zauberhafte Charaktere, denen man gern ins Abenteuer folgt.  Die Sagengestalten, auf die Gardi während ihrer Reise trifft, sind vielzählig, abwechslungsreich und gerade für die Leser aus dem deutschsprachigen Raum ziemliches Neuland. Solch tiefe Einblicke in regionale Mythen kann nur jemand liefern, der damit aufgewachsen ist. Anne Estermanns hat diese Geschichte mit Herzblut verfasst, und das spürt man auf jeder Seite.

Der Stil der Bilder ist selbstverständlich Geschmackssache. Der eine findet sie supertoll, der andere mag ein wenig das Gesicht verziehen. Mir persönlich sind die Bilder zu kantig und zu krakelig. Ohne Text hätte ich bei manchen Bildern nicht gewusst, was sie darstellen. Insbesondere die Art, wie die Augen gemalt wurden, erinnert an den Grundkurs fürs Manga-Zeichnen. Trotzdem finde ich es eine enorme Leistung, Autor und Illustrator in Personalunion zu sein. Und die Idee, Lese- und Malbuch für Kinder zu kombinieren, ist so genial wie naheliegend. Im Text werden die Bilder gut beschrieben, sodass die Aufmerksamkeit der Kinder geschult wird. Sie können dann die Bilder gemäß der Geschichte ausmalen oder ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Insgesamt also eine schöne Idee. Das Ausmalen kommt bei Kindern hervorragend an, auch wenn es im Verhältnis zum Text ein paar Bilder mehr hätten sein können. Die Handlung ist spannend und lehrreich. Ich hatte zuvor keine Ahnung von Schweizer Sagen und Legenden, aber das hat sich nun geändert und ich kann mit meinem Wissen prahlen.

Ein großer Dank gebührt Anne Estermann und Lovelybooks! Es hat sehr viel Freude gemacht, sich  mit ‚Gardi und dem Hexenzirkel‘ zu beschäftigen.

Wie ich gesehen habe, gibt es bereits Pläne für den zweiten Band: ‚Gardi und das Geheimnis unter dem Brunnen‘.

 

Weitere Infos auf: www.annesleben.ch

 

 

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Linda Chapman: „Sternenfreunde – Maja und der Zauberfuchs“ (Die Sternenfreunde-Reihe, Band 1)

 

Linda Chapman
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
9,99€

 

 

Glaubst du an Magie?

Maja und ihre Freundinnen sind sich da ganz sicher. Und als sie die Tiere aus der Sternenwelt kennenlernen, ist das der Anfang eines großen magischen Abenteuers… (Klappentext)

Eine magische Abenteuerreihe für Mädchen

Die Sternenmagie wird schwächer und die Menschenwelt ist in Gefahr. Denn irgendjemand benutzt dunkle Magie, um Unheil anzurichten. Acht Sternentiere werden in die Welt der Menschen geschickt, um ihren jeweiligen Sternenfreund zu finden und die Macht des Guten zu stärken. Doch ein Kind, das an Magie glaubt, ist so leicht nicht mehr zu finden.

Auf einer Lichtung im Wald begegnet die 9-jährige Maja einem Fuchs mit indigoblauen Augen. Zu Majas Erstaunen kann sie verstehen, was der Fuchs sagt und schnell ist klar, dass Maja und Jazinto, der Fuchs, Sternenfreunde sind. Auch Majas beste Freundinnen, Lottie und Sita, bekommen einen Sternenfreund. Alle drei Mädchen verfügen über vollkommen unterschiedliche magische Fähigkeiten. Je häufiger sie diese für gute Taten einsetzen, umso stärker werden sie. Doch als ein dunkler Schatten Majas Familie bedroht, müssen alle Sternenfreunde zusammenarbeiten, um ihn zu bekämpfen.

In Band 1 der Sternenfreunde-Reihe begegnen uns gleich drei kluge und aufgeweckte Mädchen. Das familiäre und schulische Umfeld wird  authentisch geschildert. Auch der Verlust eines geliebten Menschen wird thematisiert. Allerdings nicht so dramatisch, dass Eltern Schnappatmung bekommen müssten. Der Tod gehört zum Leben, so wie es nun einmal ist. Familienleben, Schulalltag und die Charaktere kreieren einen ausgewogenen Handlungsrahmen, in den sich ganz ’natürlich‘ das Magische mischt. Die Freundschaft zwischen den Mädchen und ihrem Sternentier ist im wahrsten Sinne des Wortes bezaubernd. Sie müssen zusammenhalten und einander vertrauen und erleben gemeinsam tolle Abenteuer.

Linda Chapmans neue Kinderbuchreihe handelt von Familie, Freundschaft und Verbundenheit mit einer ordentlichen Portion glitzerndem Sternenstaub. Für kleine Mädchen ein wahrgewordener Lesetraum!

 

Band 2: „Sternenfreunde – Leonie und die Wildkatze“ erschien am 23.Juli 2018

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Jennifer Benkau: „Hummelhörnchen – Wunder dauern etwas länger!“ (Die Hummelhörnchen-Reihe, Band 2)

 

 Jennifer Benkau
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
10,00€

 

 

 

Lenja braucht ein Wunder! Denn sie hat sich in den Kopf gesetzt, im Tanzwettbewerb den ersten Preis zu holen. Dabei hat sie gerade mal die erste Tanzstunde hinter sich. „Kein Problem!“, behauptet Lenjas freches Einhorn. „Wir Einhörner sind schließlich Spezialisten für Wunder.“ Doch mit dem Zaubern ist es genau wie mit dem Tanzen: Erst Übung macht den Meister. Und am Ende geschieht wirklich ein kleines Wunder – aber ein ganz anderes, als Lenja und ihr Hummelhörnchen sich das vorgestellt haben! (Klappentext)

Übung macht das Wunder

Hummelhörnchen, das pummelige Einhorn, das nicht größer als eine Hummel ist, kommt mit seinem zweiten Abenteuer daher. Diesmal braucht Lenja ganz dringend zauberhafte Unterstützung. Denn um vor Charlotte nicht dumm dazustehen, behauptet ihr bester Freund, Lenja wäre eine äußerst begabte Tänzerin, die spielend leicht den Tanzwettbewerb gewinnen wird. Leider liegen Lenjas Talente eher auf dem Fußballrasen statt auf dem Tanzparkett. Doch wie heißt es so schön? Übung macht den Meister. Und daher gibt Lenja im Tanztraining alles, während Möpp das Zaubern übt, um Lenja im Notfall mit einem Wunder behilflich sein zu können.

Wieder einmal bin ich von ‚Hummelhörnchen‘ begeistert. Dieses zauberhafte Kinderbuch ist so durchdacht und mit Details liebevoll gestaltet. Jede Seite besticht mit tollen Illustrationen, die frechen Dialoge bringen einen zum Lachen. Viele Witze und Wortspielereien beziehen sich auf das Thema ‚Wunder‘, passend zum Titel eben. Auch sehr passend für das WM-Jahr ist das Thema Fußball, das hier aufgegriffen wird. Nur weil Lenja ein Mädchen ist, muss sie nicht automatisch eine Ballerina sein. Dafür zeigt sie den Jungs auf dem Rasen, wie der Hase läuft.

Möpp ist glücklicherweise Möpp geblieben, mit seinen für uns Menschen mitunter merkwürdigen Einhorn-Ansichten und den schlagfertigen Kommentaren. Wunderbar finde ich die Logik: Was man angeleckt hat, gehört einem auch! Mit dem Zaubern von Wundern will es noch nicht so richtig klappen. Aber auch Möpp übt und kann schließlich wenigstens einen Blick auf seine Heimat im Goldwolkenland werfen.

‚Hummelhörnchen – Wunder dauern etwas länger‘ ist noch besser als sein Vorgänger! Eine wirklich selten gute Kinderbuchreihe!

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Lies doch auch meine Rezension zu: ‚Hummelhörnchen – Zaubern müsste man können‘ (Band 1 der Hummelhörnchen-Reihe)

 

 

 

 

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Stefanie Lasthaus: „Die Saphirtür“

 

Stefanie Lasthaus
Heyne Verlag
12,99€

 

 

 

 

Manchmal sind große Träume nur einen kleinen Schritt entfernt

England im Jahr 1957. Kurz nachdem die hübsche Isla Hall eine Stelle als Privatlehrerin der Familie Austin im exklusiven Silverton House angetreten hat, erzählt ihr Ruby, die jüngste Tochter der Familie, dass sie nicht träumen kann. Islas eigene Träume dagegen sind ungeheuer intensiv und verstörend, seit sie bei den Austins lebt. Isla versucht, dem Geheimnis von Silverton House auf die Spur zu kommen, und entdeckt dabei die Tür zu einer magischen Welt… (Klappentext)

Eine schaurige Atmosphäre mit Gänsehautmomenten, aber…

Nach der Beendigung von ‚Die Saphirtür‘ hatte ich das Gefühl, gut und spannend unterhalten worden zu sein. Insgesamt weist der Roman auch viele Elemente auf, die ansprechend sind: ein englischer Landsitz mit einem wohlgehüteten Familiengeheimnis. Träume und Traumwelten. Eine geheimnisvolle Tür. Eine zarte Liebesgeschichte. Eine mutige Heldin und ein Bösewicht, der mir noch im Nachhinein Schauer über den Rücken jagt. Auf der anderen Seite gab es bereits während des Lesens Sachen, die ein ungetrübtes Lesevergnügen erschwert haben.

Die Handlung beginnt spannend, verliert sich dann leider bis etwa zur Mitte in Wiederholungen und wird erst ab da so richtig packend. ‚Die Saphirtür‘ entfaltet eine düstere Atmosphäre, die unter die Haut geht, und gipfelt in einem filmreifen Finale. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet, aber irgendwie scheint es, als hätte jede Figur nur eine hervorstechende Eigenschaft zugewiesen bekommen. Die Hauptfigur Isla wird einzig und allein von dem überbordenden Beschützerinstinkt der kleinen Ruby gegenüber angetrieben. Die Austins scheinen einem ganz anderen Jahrhundert anzugehören. Für sie ist lediglich der Schein nach außen wichtig. Ansonsten versinken sie in Bedeutungslosigkeit.  Auch den Nebenfiguren wurde jeweils nur eine Funktion zugewiesen, die sie in der Handlung zu erfüllen haben. Einzig die Psychologie des Bösewichtes ist tiefgründiger.

Alles rund um das Thema Träume beziehungsweise Traummanifeste fällt echt komplex aus. Welcher Logik diese Traummanifeste folgen oder insbesondere wie Ruby sie erschafft und die anderen Figuren darin agieren, konnte ich manchmal schwer nachvollziehen. Auch den Masterplan des Bösewichtes habe ich nicht wirklich begriffen. Dafür ist das Thema Träume an sich vermutlich zu paradox. Und wer versteht schon Bösewichte?

Das Ende war spektakulär, lässt aber viele Fragen offen und ich bin gespannt, ob es eine Fortsetzung geben wird.

 

 

 

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Julie Buxbaum: „Tell me three things: Wenn das Glück in deinem Postfach liegt…“

 

Julie Buxbaum
ONE Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahren
10,00€

 

 

 

Erzähl mir drei Dinge, die ich nicht über dich weiß…

An ihrem ersten Tag an der neuen Highschool geht für Jessie Holmes einfach alles schief. Und dabei ist ihr Leben gerade sowieso schon kompliziert genug. Da bekommt sie eine anonyme E-Mail mit Ratschlägen, wie sie den Schulalltag überstehen kann. Sie hat zwar keine Ahnung, wer dahintersteckt, aber trotzdem beschließt sie, die Tipps zu befolgen. Und Nachricht für Nachricht verliebt sie sich mehr in den Absender. Doch wer ist der Unbekannte, der ihr Herz immer wilder schlagen lässt? (Klappentext)

Genau so will ich unterhalten werden!

Nein, ehrlich, an diesem Buch gibt es nichts auszusetzen. Es ist eine unterhaltsame, rundum ausgewogene Liebesgeschichte, die sich auch gut noch ein zweites oder drittes Mal lesen lässt. Die Hauptfigur Jessie ist ein normales, unauffälliges Mädchen, das den Boden unter den Füßen verloren hat, nachdem ihre Mutter vor wenigen Jahren verstorben ist. Ihr Vater hat eine neue Frau und Jessie muss ihr zu Hause und ihre Freunde verlassen, um fortan mit der neuen Patchworkfamilie in Kalifornien zu leben. Dabei ist Jessie nicht der weinerliche Typ, der die ganze Zeit Trübsal bläst und in Selbstmitleid badet. Sie möchte Anschluss finden und nimmt daher auch die Ratschläge des anonymen E-Mail-Schreibers an.

Die Dialoge sind jugendlich, der Nachrichtenaustausch zwischen Jessie und SN ist humorvoll und schlagfertig. Sich gegenseitig drei Dinge zu erzählen, die der andere nicht von einem weiß, zieht sich konstant als Motiv durch die E-Mails.

Natürlich fesselt einen das Miträtseln um den mysteriösen Nachrichtenschreiber. Relativ schnell kommen drei ‚Verdächtige‘ in die engere Wahl. Allesamt charismatische Jungs, doch einer nach dem anderen kann aufgrund fein gestreuter Hinweise ausgeschlossen werden. Dadurch ist bereits ab Mitte des Buches ziemlich offensichtlich, wer sich hinter dem Pseudonym SN verbirgt, aber die Spannung wird bis zum Ende erbarmungslos ausgereizt. Leser mit einer ausgeprägten romantischen Ader könnten unter Umständen das ein oder andere Mal ins Buch beißen wollen oder die Versuchung verspüren, bis zum Ende vor zu blättern. Tut es nicht. Durchhalten. Lesen. Vor lauter Romantik seufzen.

Man braucht aber kein zu kitschiges Teenager-Highschool-Drama zu fürchten. ‚Tell me three things‘ hat genau die richtige Mischung aus den typischen Highschool-Stereotypen, die gut ankommen, eine ordentliche Portion Humor und Intelligenz. Die Handlung ist also nicht zu platt und auch nicht zu klischeehaft. Lesen. Das ist mein Ernst!

 

Vielen, vielen Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

 

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Kathryn Taylor: „Wo mein Herz dich findet“

 

Kathryn Taylor
Bastei Lübbe
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
10,00€

 

 

 

Ein plötzliches Unwetter zwingt die junge Cara, in einer einsamen Gegend Unterschlupf zu suchen. Ihr Gastgeber Liam scheint ihr jedoch nur widerwillig Obdach zu bieten. Caras Neugier ist geweckt: Warum lebt der attraktive Mann so zurückgezogen? Ihr wird schnell klar, dass seine raue Schale nur Fassade ist. Sie verliebt sich leidenschaftlich in den Außenseiter. Aber Liam kann ihr keine Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft machen – denn sein dunkelstes Geheimnis droht ihre Familie zu zerstören … (Klappentext)

Eine leichte Sommerlektüre – nicht mehr und nicht weniger

Sommerzeit ist Reisezeit! Und zumindest für mich schließt diese Zeit auch immer die Suche nach einer nicht zu anspruchsvollen Lektüre für die Strandliege ein. Außerdem fühle ich mich im Sommer gern wieder wie sechzehn und könnte eine Liebesgeschichte nach der anderen verschlingen. Unterhaltsam soll sie sein, gern ein bisschen Seifenoper, fesselnd, und bloß nicht mit den Stereotypen geizen. Mit Kathryn Taylors ‚Wo mein Herz dich findet‘ habe ich genau so eine Lektüre bekommen.

Junge Hotelerbin entdeckt in einsamer Waldhütte den griesgrämigen, aber unfassbar attraktiven Außenseiter. Beide fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Aber oh nein! Er hat ein fürchterliches Geheimnis, das auch noch im Zusammenhang mit der jungen Hotelerbin steht. Perfekt. Was will man mehr.

Überraschenderweise gibt es aber auch noch eine zweite Liebesgeschichte, die für mein Empfinden die erste ziemlich in den Schatten stellt. Die Jugendliebe von Caras Bruder kehrt zurück. Kurz vor dessen Hochzeit. Was in diese Konstellation hineinspielt, ist um Längen spannender als die Geschichte um Cara und Liam. Die Gefühle zwischen Patrick und Amy, ihre Trennung, die Missverständnisse und natürlich die bevorstehende Hochzeit verleihen dem Roman seine Dynamik. Man fiebert bis zum filmreifen Ende mit, ob und wen Patrick heiratet. Die aus dem Klappentext hervorgehenden Hauptfiguren Cara und Liam, deren Gefühle noch frisch und wild sind, wirken dagegen oberflächlich. Ich hatte mir mehr von den beiden versprochen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ‚Wo mein Herz dich findet‘ reichlich gut unterhält. Es liest sich flüssig und die einzelnen Erzählstränge sind angenehm miteinander verwoben. Die verschiedenen Elemente wie Figuren und Intrigen erinnern an die Rosamunde Pilcher-Verfilmungen auf ZDF und die zählen immerhin zu den beliebtesten Sendungen.

 

Ich bedanke mich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Nina Blazon: „Silfur – Die Nacht der silbernen Augen“

 

Nina Blazon
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
9,99€

 

 

 

Sommerferien in Island, einem Land, in dem die Menschen sich am Lagerfeuer Geschichten über Elfenwesen und Wiedergänger erzählen. Doch handelt es sich wirklich nur um Geschichten? Die Brüder Fabio und Tom sind sich da zunehmend unsicher. Gemeinsam mit Elín, dem wilden isländischen Mädchen, das ihnen nicht nur die Hauptstadt Reykjavík zeigt, sondern sie auch mit zu einem Reiterhof in der Nähe der berühmten Hraunfossar-Wasserfälle nimmt, stoßen sie auf eine geheimnisvolle Welt im Verborgenen … (Klappentext)

Isländische Märchenwelt

Tom und Fabio, zwei Brüder, die zwar ständig für Zwillinge gehalten werden und doch unterschiedlicher kaum sein könnten. Fabio ist der ältere der Brüder, doch aufgrund einer Krankheit hängt er in seiner Entwicklung zurück. Dagegen wird Tom als hochintelligent eingestuft, er ist sportlich und entdeckungsfreudig. Obwohl er sich seinem Bruder gegenüber immer wieder zurücknimmt, spürt Fabio, dass er mit Tom nicht mehr lange mithalten kann. Besonders deutlich wird das Problem, als Tom auf die quirlige Elín trifft. Immer häufiger brechen die beiden zu abenteuerlichen Unternehmungen auf, während Fabio zurückbleibt. Doch auf seinen Streifzügen durch Reykjavík bemerkt Fabio alsbald, dass er Dinge sehen kann, die anderen verborgen bleiben. Er verfügt über die seltene Gabe der Elfsichtigkeit und ist somit in der Lage, die geheimen Bewohner Islands wahrzunehmen, was ihn in ziemlich große Schwierigkeiten bringt.

Nina Blazon zählt zu meinen Lieblingsautoren. Sobald ein neues Buch von ihr erscheint, stürze ich mich darauf. Denn sie schafft es, einen in ihre Welt hineinzuziehen und erschafft eine schaurige Atmosphäre von der Art, die einen angenehm im Nacken kribbelt. Anders als beispielsweise ‚Fayra‘ oder ‚Laqua‘  ist ‚Silfur‘ aber nicht besonders schaurig. Aus diesem Grund fiel die Handlung auch nicht so fesselnd aus, wie erhofft. Die Landschaftsbeschreibungen entführen einen zwar in das Land von Feuer und Eis, aber die düstere, übernatürliche Ebene, die Nina Blazon in ihren anderen Werken kreiert, kommt in ‚Silfur‘ nicht rüber. Auch wenn die Handlungsstränge vielschichtig und von der nordischen Mythologie durchdrungen sind.

Ein Problem für mich sind die sehr jungen Protagonisten, in die ich mich einfach nicht einfühlen kann. Elín mit ihrem sprunghaften Gefühlswirrwarr bringt eine Unruhe in die Geschichte, die mich beim Lesen stört. Wenn man zu der empfohlenen Altersgruppe gehört, ist einem das vermutlich völlig egal. Obwohl ich dagegen halten muss, dass die Hauptfiguren in ‚Fayra‘ und ‚Laqua‘ ebenfalls Kinder sind, die mich als Charaktere jedoch mehr für sich eingenommen haben als Tom, Fabio und Elín.

Aber ‚Silfur‘ ist für alle Nina Blazon Fans ein zu empfehlendes Buch, das man nicht bereut gelesen zu haben.

Vielen lieben Dank an cbt und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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