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Annette Herzog: “Kleiner Dachs & Großer Dachs

Annette Herzog (Autorin)
Olga Strobel (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahre
14,00€

Kleiner Dachs & Großer Dachs = allerbeste Freunde für immer?

Der kleine Dachs will Abenteuer erleben – und alles als Erster erkunden. Am liebsten zusammen mit dem großen Dachs. Und der große Dachs backt gern Kuchen und mag Besuch. Am liebsten vom kleinen Dachs. Kein Wunder, dass die beiden allerbeste Freunde sind! Doch eines Tages haben der kleine und der große Dachs einen Riesenstreit. Ganz plötzlich! Ganz schlimm! Beide beschließen, dass sie einen neuen besten Freund brauchen. Sofort! Oder wie sonst könnte man einen riesengroßen Streit beenden? (Klappentext)

Verzeihen muss man auch erst lernen

Obwohl sich der kleine und große Dachs hervorragend ergänzen und die besten Freunde sind, kommt es zwischen den beiden zu einem Streit. Der Grund ist eigentlich recht banal: einer lacht den anderen aus. Vor lauter Wut wirft der kleine Dachs die Angel ins Wasser, wo sie sofort von der Strömung weggetragen wird. Darüber ärgert sich der große Dachs. Schließlich gehörte die Angel ihm. Keiner der beiden will sich für das, was er getan hat, entschuldigen. Also beschließen sie, getrennte Wege zu gehen und sich einen neuen besten Freund zu suchen.

Die Geschichte beschreibt beispielhaft eine Situation, in der sich alle Kinder auf irgendeine Weise wiederfinden. Wie schnell kommt es während des Spielens in Kita, Schule oder auf dem Spielplatz zu kleineren und größeren Streitereien!? Kinder zanken, sind zumeist noch uneinsichtig und müssen erst noch lernen, wie mit einer Streitsituation umgegangen werden kann. “Kleiner Dachs & Großer Dachs” ist ein schönes Begleitbuch für den Alltag, das Kindern erklärt, wie das mit dem Sich-Vertragen und Entschuldigung-Sagen funktionieren kann.

Die Handlung ist leicht verständlich und in frische, bunte Illustrationen verpackt. Die Mimik der Figuren sagt schon alles. Ob fröhlich, wütend oder tief traurig – die gesamte Handlung lässt sich super leicht an den Illustrationen verfolgen.

Ein ganz tolles Buch, das Kindern das Thema Freundschaft, Streit und – ganz wichtig! – Versöhnung näherbringt. Wir sind ganz begeistert vom kleinen und großen Dachs!

Liebsten Dank an Penguin Junior und das Bloggerportal für die Bereitstellung dieses total schönen Rezensionsexemplars!

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Henrike Wilson: “Das kleine Nein-Schwein”

Henrike Wilson (Autorin)
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
empfohlenes Alter: ab 2 Jahre
10,00€

Nein! Nein! Nein!

Ferkel mag nicht aufstehen, mag sich nicht waschen und anziehen, mag keinen Frühstücksbrei und erst recht nicht in den Kindergarten! Das gibt ganz schön viel Ärger mit Mama. Ein ganz doofer Nein-Tag ist das! Aber so ein Nein-Tag darf ruhig mal sein. Vor allem, wenn am Ende des Tages alle wieder versöhnt sind. (Klappentext)

Bedenkliche Erziehungsmethode

Kennen wir nicht alle solche Tage, an denen uns schon die morgendliche Routine einiges an Kraft abverlangt? Auch bei uns ist morgens alles eng getaktet. Wenn da ein Kind nicht mitzieht und wir bei jedem Handschlag Überzeugungsarbeit leisten müssen, wird es zeitlich echt knapp und wir sind super gestresst. Das Problem dürfte Eltern bekannt sein. In diesem Buch sagt auch Ferkel zu allem Nein. Anziehen, Essen, Zähneputzen – Nein, Nein, Nein! Als Konsequenz wird Ferkel ohne Essen, Klamotten und Abschiedskuss in der Kita abgesetzt. Ihm ist kalt und es ist hungrig. Nach diesem sehr langen, schrecklichen Tag bringt Mama Ferkel ins Bett und fragt, ob der nächste Tag wieder ein Nein-Tag wird. Selbstverständlich nicht, meint Ferkel.

Ich bin schockiert.

Was sind denn das bitte für katastrophale Erziehungsmethoden? Wenn du nicht gehorchst, dann gibt’s Liebesentzug von Mama und du wirst halb nackt und hungrig in der Kita abgegeben. Die Bedürfnisse des Kindes bleiben komplett auf der Strecke. Der Lösungsansatz, Ferkel das Nein-Sagen abzugewöhnen, ist erschreckend.

So eine Botschaft geht gar nicht und ich verstehe nicht, wie dieser Band der Ferkel-Reihe so weit abgeschlagen von den anderen Bänden sein kann. Die anderen Ferkel-Bände sind mit Abstand besser und zeitgemäßer, süß gereimt und einfach herzig illustriert.

Abgesehen von den Illustrationen kann ich wenig Positives zum Nein-Schwein sagen. Es ist definitiv kein Trost für Eltern kleiner Nein-Sager, so wie es auf der Rückseite heißt. Natürlich sind die beschriebenen Situationen aus dem Leben gegriffen und am Ende bringt Mama Ferkel liebevoll ins Bett. Aber dabei schwingt die Drohung mit, dass der nächste Tag genauso ablaufen wird, sollte Ferkel wieder einen Nein-Tag haben.

Mama-Schweins Weg, die Situation am Morgen zu handhaben, ist das absolute Negativ-Beispiel. So eskalieren wie im Buch sollte es niemals! Und wo steckt eigentlich Papa-Schwein?

Gebt den anderen Ferkel-Büchern eine Chance. Die sind echt schön!

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Henrike Wilson: “Ab ins Bett, Ferkel!”

Katja Reider (Autorin)
Henrike Wilson (Autorin)
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
empfohlenes Alter: ab 2 Jahre
10,00€

Der Tag war super, rundum schön, und jetzt soll Ferkel schlafen gehen? Aber es ist doch noch gar nicht müde! Außerdem hat Ferkel noch jede Menge zu tun: Gucken, ob die Sterne blinken, ob der Mond am Himmel steht, wie der Wind das Windrad dreht, und ob in den Zimmerecken nicht vielleicht zwei Monster stecken …. Bis Ferkel die Augen zufallen, müssen die saumüden Eltern noch einige Geduld aufbringen. Dafür gibt’s zum guten Schluss – einen dicken Rüsselkuss! (Klappentext)

Tolle Gute-Nacht-Geschichte

Schlafenszeit für Ferkel und wir dürfen bei der allabendlichen Routine von Familie Schwein dabei sein. Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es für Ferkel ab ins Bad: “Hufen bürsten, Zähne putzen, Schwamm und Borstenkamm benutzen.” Das klappt alles wunderbar und theoretisch liegt Ferkel schon fast im Bett. Aber wie soll es schlafen, wenn es noch gar nicht müde ist? Mit den unterschiedlichsten Manövern gelingt es Ferkel, das Zubettgehen hinauszuzögern.

Auch in diesem Band dürfen wir Teil einer Geschichte sein, in der sich wohl viele Familien wiedererkennen werden. Wir eingeschlossen. Vor dem Zubettgehen muss dies und das ganz dringend erledigt werden. Das kann unmöglich bis morgen warten und ist unerlässlich, um überhaupt einschlafen zu können. Dann wird ein bestimmtes Buch vermisst, eine Zeichnung muss vollendet werden, zwischendurch schnell einen Schluck trinken, dann fehlt das Kuscheltier und plötzlich muss man noch einmal aufs Klo. Ja, ehe abends Ruhe einkehrt, müssen wir Eltern häufig Geduld beweisen – und nicht selten siegt die eigene Müdigkeit.

Wir fanden dieses Buch wieder unglaublich zauberhaft. Wir haben uns selbst darin wiedergefunden und konnten viel lachen. Auch die Reime sind wieder super gelungen. Ich liebe Bücher, in denen so schön gereimt wird. Wir können Ferkel allen empfehlen, die eine neue Lektüre für ihre Zubettgehroutine suchen.

Ein rüsseliges Dankeschön an den Hanser Verlag für dieses sauwitzige Rezensionsexemplar!

Weitere Titel der Reihe als praktisches Pappbilderbuch:

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Henrike Wilson: “Ab in die Wanne, Ferkel”

Katja Reider (Autorin)
Henrike Wilson (Autorin)
Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
empfohlenes Alter: ab 2 Jahre
10,00€

Was Ferkel ganz besonders mag? Natürlich einen Spielplatztag – mit Papa! Dabei kann man sich herrlich einsauen, im Regen die matschige Rutsche runtersausen, kräftig buddeln und in jede Pfütze springen. So ein Papa-Tag ist einfach toll! Nur dass Ferkel hinterher in die Wanne soll. Müssen Ferkel denn überhaupt sauber sein? Na klar! wenn das so viel Spaß macht! (Klappentext)

Nostalgisch schön und aus dem Leben gegriffen

Das kleine Ferkel erlebt einen Tag mit seinem Papa, wie er herrlicher kaum sein könnte. Zusammen gehen sie auf den Spielplatz. Selbst als es zu regnen beginnt, darf Ferkel ausgelassen toben. Es darf durch Pfützen hüpfen, mit Schlamm matschen und mit seinen Freunden über die verdreckte Rutsche nach unten sausen. Also alles, was kleinen Ferkeln viel Freude bereitet.

Doch auch der aufregendste Tag geht einmal zu Ende. Im Schweinsgalopp gehen Papa und Ferkel nach Hause – und in die Badewanne. Das heißt, eigentlich sollte Ferkelchen in die Badewanne, um den Schmutz abzuwaschen. Es hat nur keine Lust dazu und versteckt sich lieber unterm Küchentisch. Aber kein Papa kommt, um es zu suchen. Stattdessen ist Papa allein in die Badewanne gestiegen. Mit viel Schaum und Schiffchen genießt er sein Bad. Da bekommt endlich auch Ferkel Lust und springt in die Wanne.

Die Geschichte ist einfach goldig. Ohne viel Schnickschnack wird eine alltägliche Situation geschildert, in der sich – wie ich glaube – doch das ein oder andere Ferkelchen wiedererkennen dürfte. In den Reimen stecken eine ordentliche Portion Humor und Wortwitz. Das Vorlesen macht so super viel Spaß.

Die Illustrationen sind klar konturiert und lebhaft. Für mich transportieren sie diese Art nostalgische Atmosphäre, wie ich sie aus meinen alten Kinderbüchern in Erinnerung trage. Ich bin absolut begeistert und kann das Buch wärmsten empfehlen – an alle kleinen Spielplatztober ab 2 Jahren.

Ein dickes Dankeschön an den Hanser Verlag dafür, dass er mir seine Ferkel-Reihe zur Verfügung gestellt hat!

Weitere Bände aus der Ferkel-Reihe, die ich euch demnächst vorstelle:

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Stephanie Schneider: “Platz da, ihr Hirsche”

Stephanie Schneider (Autorin)
Susan Batori (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€
Hier ist doch Platz für alle!

Die Hirsche haben bei einem Ausflug mit ihrem schicken Cabrio einen Geheimplatz entdeckt. Direkt beim See, wo es wunderbar ruhig und friedlich ist! Doch dann versammeln sich dort immer mehr Tiere: Rund um den See wird gebadet, gespielt und gepicknickt. Es ist total viel los! Darüber sind die Hirsche ganz und gar nicht erfreut. Denn schließlich will man seinen Geheimplatz doch mit niemandem teilen … Oder? (Klappentext)

Teilen macht doppelt Spaß

An einem Sommertag, wie er schöner kaum sein könnte, machen die Hirsche eine Ausfahrt und entdecken den ultimativen Platz für sich. Ein idyllisch gelegener See inmitten von Gänseblümchenwiesen. Ein richtiger Geheimplatz, den sie für sich allein haben wollen.

Doch dann taucht ein Schwein auf und breitet dreist seine Decke aus. Hat das Schwein denn gar keinen Anstand? Schließlich waren die Hirsche zuerst da und beanspruchen den See für sich. Dem Schwein ist das Wurst. Und auch den Hühnern, Schafen, dem Wäschbären, den Kühen, der Katze, dem Wetterfrosch und und und. Bald ist es am See proppenvoll. Überall wird geschnattert und gekichert.

Den Hirschen platzt der Kragen. Sie schimpfen und meckern, was das Zeug hält, und machen sich bei den anderen Tieren gar nicht beliebt. Dabei bemerken sie nicht die dunklen Gewitterwolken, die sich am Himmel zusammenbrauen. Als die Hirsche Hilfe brauchen, fackeln die anderen Tiere nicht lange und eilen herbei. Die Hirsche lernen, wie wunderbar ein Miteinander sein kann.

Das Buch begeistert allein schon durch die Illustrationen, die durch Mimik und Körpersprache sowas von ausdrucksstark sind. Über die eingebildeten Hirsche kann man sich köstlich amüsieren. Ihre Empörung, der Frust über den einsetzenden Regen oder ihre Verlegenheit, aber auch alle anderen Tiere sind wunderbar witzig dargestellt.

Die Handlung ist ein Paradebeispiel für respektvolles Miteinander, Teilen, Toleranz und Hilfsbereitschaft. Das Buch bietet genügend Anregungen für Gespräche in der Kita oder im Unterricht zu den genannten Themen, ohne dass die Geschichte zu lehrhaft rüberkommt.

Aber auch ohne tiefgründige Analysen anstellen zu müssen, unterhält dieses turbulente Bilderbuch ungemein. Erzählstil und Illustrationen bestechen durch ihren Humor und die eingefangene Atmosphäre. Ein Buch, das richtig viel Vorfreude auf heiße Sommertage und Badespaß am See macht.

Allerliebsten Dank an Penguin Junior für das hirschige Rezensionsexemplar!

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Sven Gerhardt: “Minna Melone – Wundersame Geschichten aus dem Wahrlichwald”

Sven Gerhardt (Autor)
Mareike Ammersken (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
14,00€

Jeden Abend Abenteuer!

An einem gewöhnlichen Tag im Wahrlichwald machen die Tiere das, was sie immer tun: Sie sammeln Futter, fegen die Wohnung oder reparieren ihren Gartenzaun. Kaum jemand bemerkt, dass etwas Wundersames vor sich geht. Am Waldrand taucht eine merkwürdige Gestalt auf, die einen schwer beladenen Bollerwagen hinter sich herzieht. Nur Zara das Eichhörnchen sieht, wie die Wanderratte in der eleganten Hose und dem Schal, der nach Großstadt riecht, eine Bühne errichtet. »Jeden Abend Abenteuer!« steht dort geschrieben – und noch ahnt Zara nicht, wie sehr Minna Melone mit ihren fantastischen Geschichten das Leben der Tiere durcheinanderwirbeln wird.

Ein wundervoll poetisches Vorlesebuch über die inspirierende Kraft der Fantasie, die alles möglich macht. (Klappentext)

Poetisch, fantastisch, magisch

Die Bewohner des Wahrlichwaldes führen ein beschauliches Leben. Die Verrichtung der täglich anfallenden Arbeiten lassen kaum Raum für Abwechslung und bieten erst recht wenig Gelegenheit für Abenteuer.

Da trifft Wanderratte Minna mit ihrem schwer beladenen Bollerwagen ein. Am Rande des Waldes errichtet sie ihre Bühne und verspricht jeden Abend Abenteuer! Zunächst sind die Waldbewohner skeptisch. Einzig Zara, das Eichhörnchenmädchen, ist von Anfang an begeistert und lauscht Minnas Erzählungen über die Piratenratte Barbara Rossa und den Schatz von Rattlantis.

Erst nach und nach werden auch die anderen Tiere neugierig auf das abendliche Spektakel am Waldrand. So zieht es täglich mehr Waldbewohner zur Waldbühne, bis schließlich alle Ränge voll besetzt sind. Ob Kulle, Borke oder der engstirnige Uhu, alle lauschen Minnas Berichten über fantastische Orte, märchenhafte Gestalten, Schätze und tollkühne Erlebnisse. Aber sind diese Geschichten auch wahr? Oder alles nur Lügen? Welchen Unterschied macht das?

Findet es heraus.

Die kleine Wanderratte mit der Melone auf dem Kopf hat uns allabendlich mit ihren Abenteuern verzaubert. Mit poetischer Erzählweise wird die inspirierende Kraft der Fantasie geweckt. Genauso wie Zara konnten auch wir es kaum erwarten, bis sich der rote Vorhang öffnete und es wieder hieß: “Hochverehrtes Publikum, ich freue mich, dass Sie so zahlreich erschienen sind!”

Das Buch transportiert eine wichtige Botschaft und zeigt gleichzeitig, wie wichtig und schön es ist, seine Fantasie zu gebrauchen. Mit einem Umfang von 12 Kapiteln hat man ordentlich Lesefutter. Die Länge eines Kapitels eignet sich wunderbar zum Vorlesen und harmoniert ganz großartig mit dem Inhalt. Sobald sich der rote Vorhang schließt, ist auch das Kapitel vorbei und mein Spross hat es ohne Murren – naja, zumindest fast ohne – akzeptiert, wenn Schluss und damit Schlafenszeit war.

Für Minna Melone spreche ich eine ganz deutliche Empfehlung aus. Super schön illustriert und voller Magie.

Ich bedanke mich beim cbj Verlag für die Bereitstellung dieses fantastischen Rezensionsexemplars!

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Mike Boldt: “Finde Ferdi”

Mike Boldt
Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahre
14,00€

Spiel Verstecken mit Ferdi – dem Bären, der sich unglaublich schlecht tarnen kann!

Ferdi ist groß und nicht gerade unauffällig. Er will unbedingt Verstecken spielen, aber er ist einfach richtig SCHLECHT darin! Und so schaut er deutlich sichtbar hinter einem winzigen Baum hervor oder versucht, sich in einer Gruppe von Kaninchen und Eichhörnchen zu tarnen.

Aber halt! Damit ist das Spiel noch nicht vorbei! Wenn man die letzten Seiten aufklappt, eröffnet sich eine wimmelige Panorama-Szene, in der es Ferdi endlich geschafft hat! Er ist jetzt super gut versteckt – und während man ihn sucht, kann man dort unglaublich viele lustige Details entdecken

Bilderbuchliebling

Ein neuer charismatischer Buchheld ist auf der Bildfläche erschienen. Ferdi. Ein pummeliger Bär mit sympathischem Lächeln und Nerdbrille. Ferdi möchte unbedingt Verstecke spielen, aber leider ist er grottenschlecht darin. An den Bildrand gedrückt, hinter einem dünnen Bäumchen oder zwischen Fuchs und Ente ist er immer leicht zu entdecken. Zwar folgt er brav den Anweisungen, setzt sie aber nach seinem eigenen Verständnis um. Das bringt nicht den gewünschten Effekt mit seiner Umgebung zu verschmelzen, sorgt aber für jede Menge Lacher. Am Ende wird Ferdi zum wahren Versteckprofi. Eine Doppelseite lässt sich wie ein Theatervorhang öffnen und dahinter kommt das prächtigste Wimmelpanorama zum Vorschein, das man sich vorstellen kann.

Versteckspielen ist bei Kindern ja ein absolutes Lieblingsspiel. Wie toll, dass es das jetzt verpackt in ein witziges Bilderbuch gibt. Ein Buch, bei dem wir uns immer und immer und immer wieder schlapplachen. Ferdi ist einfach herrlich. Wer nicht genug vom Suchen bekommen kann, für den hat Ferdi ganz am Ende eine Liste erstellt. So hat man noch viel Freude mit der Panoramaseite und entdeckt unzählige weitere Details.

Durch die übersichtliche Gestaltung des Buches mit einer großen Druckschrift auf der einen Seite und einem gewissen Farbrahmen, in dem sämtliche Illustrationen rangieren, ist das Buch auch schon für kleine Verstecklehrlinge geeignet. Klar, muss man bei Kids unter drei Jahren beim Umblättern aufpassen, damit keine Seite einreißt, aber was die Handlung betrifft, können sie Ferdis Versteckbemühungen kinderleicht folgen.

Bei uns erfreut sich Ferdi super großer Beliebtheit und wir haben ihn richtig ins Herz geschlossen.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für das Rezensionsexemplar!

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Ute Krause: “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich”

Ute Krause
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€

Ritter, Räuber, tapfere Helden

Alle fürchten sich vor dem eitlen und habgierigen Ritter Ich-ich-ich. Alle? Nein! Der tapfere Robin will nicht länger für den reichen Ritter schuften und haut ab. Doch was für ein Pech: Tief im Wald schnappt ihn eine Räuberbande! Der Räuberhauptmann hat nur eins im Sinn: Gold, Gold, Gold! Er will Robin nur wieder freilassen, wenn der ihm den Zugang zur Schatzkammer des Ritters verschafft. Doch Robin ist nicht nur tapfer, er ist auch ziemlich schlau. Kann er die Räuber überlisten – und den Ritter noch dazu? (Klappentext)

Ein abenteuerliches und witziges Bilderbuch

Die Bücher von Ute Krause sind in unserer Kinderbibliothek ein fester Bestandteil. Sie werden immer wieder gern hervorgeholt und gelesen, weil sie ein Garant für spaßige Unterhaltung sind. Uns war “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich” bislang tatsächlich unbekannt, auch wenn es sich um die Neuauflage einer bereits erschienenen Geschichte handelt. Ursprünglich kam sie unter dem Titel “Ben und der Böse Ritter Berthold” heraus. Nun ist aus Ben ein Robin – und am Ende sogar einmal ein Robert – geworden. Doch völlig gleichgültig, wie die Figuren letztlich heißen, dieses Bilderbuch macht richtig viel Spaß.

Der Ritter Ich-Ich-Ich ist ein gefürchteter Herrscher ohne ritterliche Tugenden. Seinem Namen alle Ehre machend, denkt er nur an sich und daran, Schätze anzuhäufen. Zu dick für ein einziges Pferd reitet er auf gleich zwei Pferden, hat Bedienstete für jede kleine Tätigkeit und verlangt das Geld der Dorfbewohner. Wer ihm keines gibt, wird gefangen genommen. So landet auch Robin in der Gefangenschaft des Ritters und muss tagein tagaus auf dessen Burg schuften. Als Robin die Flucht gelingt, fällt er prompt einer raffgierigen Räuberbande in die Hände. Damit sie ihn freilassen, verspricht er, sie in die Schatzkammer des Ritters zu führen. Doch auf das Versprechen von Räubern sollte Robin sich lieber nicht verlassen. Zum Glück fällt ihm eine magische Münze in die Hände. Was es mit damit und mit den Krokodilen auf sich hat, verrate ich nicht. Ihr müsst es selbst herausfinden.

Falls ihr gerade auf der Suche nach einem abenteuerlichen und gleichfalls witzigen Bilderbuch seid, könnt ihr euch über “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich” freuen. Ute Krause erzählt Robins Geschichte mit viel Humor sowohl in Wort als auch in Bild. Das Buch ist perfekt zum abendlichen Vorlesen. Es ist amüsant geschrieben, reich bebildert und ein vergnügliches Vorleseerlebnis. Wird bei uns mindestens zweimal hintereinander vorgelesen.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim cbj Verlag für das abenteuerwitzige Rezensionsexemplar!

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Billy Bock: “Minjos wimmelig wunderbares Schloss der Wünsche”

Billy Bock
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
15,00€
Wie sieht das Schloss der Wünsche aus?

Zauberlehrling Minjo und seine Freunde sind auf der Suche nach dem Schloss der Wünsche. Doch wie sieht dieser geheimnisvolle Ort aus? Für Eisbärin Propella kann es nur ein eisiges Wolkenschloss sein, für Schmetterling Mimosa eine filigrane Rankenburg, für Fisch Gurmetti ein fantastisches Schiff … Für alle jedoch steht am Ende fest: Das wahre Schloss der Wünsche ist dort, wo das Herz zu Hause ist! (Klappentext)

Zauberhaftes Wimmel-Vorlesebuch

Drachendame Dafina hat Schnupfen. Während der Zaubermeister Zackezisch unterwegs ist, um Medizin zu holen, soll sein Zauberschüler Minjo auf die Wunschtruhe achtgeben. In dieser Truhe schlafen diverse Zaubertiere, die nicht entwischen dürfen. Doch natürlich geschieht genau das und Minjo versucht, sie wiederzufinden und einzufangen, ehe Zackezisch zurückkehrt. Jedes der Zaubertiere ist auf dem Weg zum Schloss der Wünsche. Wenn Minjo das findet, findet er auch die Zaubertiere. Soweit der Plan. Aber wo liegt dieses Schloss der Wünsche eigentlich?

Mit Hilfe des Papierdrachen reist er ins eisige Wolkenschloss, rutscht über eine Schlängelrutsche zu einer schillernden Burg und gelangt durch unterirdische Höhlen zu einem Schiff. Nach der Schiffsreise führt der Papierdrache Minjo zu einer herrlichen Blumenwiese und weiter durch die Wüste zu einem Palast mit goldenen Kuppeln. Doch all diese märchenhaften Orte sind noch nicht das Schloss der Wünsche…

Wimmelbücher sind wohl bei allen Kindern der absolute Hit. “Minjos wimmelig wunderbares Schloss der Wünsche” ist aber mal etwas anderes. Es vereint sowohl Wimmelbuch als auch Vorlesebuch. Statt sofort in quirlige Panoramalandschaften geworfen zu werden, wird erst einmal in die Handlung eingeführt. Natürlich gibt es von Anfang an farbenprächtige Illustrationen zu bestaunen, doch der eigentliche Hingucker sind die unterschiedlichen Vorstellungen der Zaubertiere vom Schloss der Wünsche. In faszinierenden Querschnitten können die märchenhaftesten Details entdeckt werden. Ob das ein Regenbogenprisma im Wolkenschloss ist oder die scheinbar unerschöpflichen Hinweise auf bekannte Märchen. Ich glaube, wir haben nach vielem Suchen und Betrachten längst nicht alle gefunden!

Besonders schön finde ich die märchenhafte Atmosphäre, die aus allen Illustrationen spricht. Farben und Bilder regen die Fantasie an und schaffen es, dass man sich in jeden Lieblingsplatz hineinträumen kann. Die entfaltbaren Seiten am Ende sind die Kirsche und das Sahnehäubchen des Buches.

Ein wunderbar wimmeliges Dankeschön an den cbj Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Und nun überlegt einmal, wie euer Schloss der Wünsche aussehen könnte?

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Franziska Jaekel: “Ei, Ei, Ei, Vertauscherei”

Franziska Jaekel (Autorin)
Sabine Sauter (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 2 Jahre
10,00 €
So viele bunte Ostereier!

Der Osterhase hat ganz schön viel zu tun, alle Überraschungen in den Eiern zu verstecken. Für jedes Tier hat er sich was Besonderes ausgedacht! Doch als alle ihre Ostereier gefunden haben, steckt immer das falsche Geschenk im Ei. Oje, so eine verrückte Eier-Vertauscherei! (Klappentext)

Was für’s Osternest

Ostern ist’s und der Osterhase ist im Stress. Bei der Vielzahl an Ostergeschenken verliert man schon mal den Überblick. So kommt es, dass die Tiere sich etwas über die Überraschungen in ihren Ostereiern wundern. Ein Schwimmring für den Igel? Aber der platzt doch, wenn er mit den Stacheln dagegen kommt. Ein Springseil für das Entchen. Wie soll sie damit schwimmen? Eine Mundharmonika für das vernaschte Mäuschen? Und ob der Dachs sich wirklich über Käsepralinen freut? Die Tierfreunde nehmen es locker und tauschen die Geschenke einfach untereinander. Alle sind glücklich, das Osterhäschen ist erleichtert und alle feiern zusammen das Osterfest.

Die Klappen in diesem Klappenbuch verbergen sich passenderweise hinter den Ostereiern. Es gibt aber auch einige zusätzliche, die nicht so offensichtlich sind. Die Neugier der Kids ist natürlich riesig. Bei uns wurden im Handumdrehen alle Klappen geöffnet, erst danach durfte ich die Geschichte lesen. Da wir vermutlich von Klappenbüchern zu sehr verwöhnt sind, hätten wir uns mehr Wow! gewünscht. Das Ei wird zur Seite geklappt und dahinter liegen – ziemlich klein und verloren – die Geschenke. Vielleicht wäre ein klassisches Osternest an der Stelle besser gewesen? Oder zumindest hätten die Geschenke größer dargestellt werden können. Die Käsepralinen beispielsweise sind nichts weiter als ein kleines Quadrat auf der Wiese. Für Kinder nicht zu erkennen, was das sein soll. Mit der Mundharmonika verhält es sich ebenso. Da hätten es auffälligere Geschenke sein können, wie etwa ein großes Stück Käse mit Löchern. So wie man sich Käse eben vorstellt. Mein Kleinster ist genau 2 Jahre alt und lernt gerade Wörter anhand von bildhaften Darstellungen. So wie die Gegenstände hier abgebildet sind, hat er sie kaum wahrgenommen.

Das war aber auch unser einziger Kritikpunkt. Ansonsten finden wir das Buch sehr schön und gucken es gerne an. Die Illustrationen sind in kräftigen Farben gehalten, mit einem frischen Grün passend für den Frühling und knallig bunten Ostereiern. Nach der grauen Winterszeit freue ich mich immer über solche Bücher, die die Lust auf Osterwiesen und Frühjahrsblüher wecken. Osterbücher müssen richtig bunt sein. Neben den drolligen Tieren wurden auch liebevolle Details in die Bilder eingebaut. Sucht doch mal nach der Schnecke.

“Ei, Ei, Ei, Vertauscherei” ist ein farbenfrohes Osterbuch, das sich hervorragend für das Osternest oder als Mitbringsel für kleine Osterhäschen eignet.

Vielen lieben Dank an den Penguin Junior Verlag und das Bloggerportal für dieses kunterbunte Rezensionsexemplar!