Monat: Dezember 2014

Lotties ganzjahrestaugliche Vanille-Kipferl

Alle, die Kerstin Giers Silber-Bücher fleißig mitverfolgen, wissen, wovon ich spreche: Von der süßen Leckerei, die Lottie in sämtlichen Lebenslagen bäckt, auch unter dem Namen Trost-Vanille-Kipferl bekannt. Im Anhang des zweiten Bandes offenbart Frau Gier für uns die geheimnisvolle Rezeptur zum Nachbacken. Genau dieser Herausforderung habe ich mich gestellt. Die Schürze umgegürtet, sämtliche Zutaten in der Küche ausgebreitet und – aus gegebenen Anlass – eine CD mit Weihnachtsliedern eingelegt. Weil mir die Mengenangaben im Rezept eine zu geringe Ausbeute suggerierten, habe ich sie verdoppelt. Von solch wundersamem Gebäck kann man schließlich nicht genug haben, oder? Der Teig gelingt perfekt. Und schon eine kleine Kostprobe zwischendurch verspricht einen himmlischen Vanillegenuss. Die Kipferl gehen beim Backen noch richtig schön auf. Allerdings musste ich die Backzeit und Temperatur ein wenig abändern. Bei 190°C laut Rezept werden die Kipferl schnell dunkel, backen in der Mitte aber nicht richtig durch. Schon gar nicht innerhlab von 10 Minuten. Für alle Nachbacker hier ein kleiner Tipp: 15-20 Minuten bei 180°C zaubern eine goldene Farbe und die Kipferl sind innen perfekt gebacken. Und der Geschmack? Köstlich! Sogar so lecker, dass ich die Kipferl nicht verschenken, sondern ganz für mich allein haben möchte!

Lotti01

Kostbarkeiten vom Weihnachtsmarkt

Seit September sind Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmänner in den Supermärkten zu bekommen und mindestens ebenso lange gärt in mir die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Von heute an gerechnet dauert es nur noch eine Woche und ich kann stolz verkünden, schon alle Geschenke für die Lieben eingekauft zu haben. Am letzten Wochenende zog es mich schließlich auf den Weihnachtsmarkt. Glühwein, gebrannte Mandeln und gezuckerte Krapfen vermischten sich zu einem himmlischen Duft. Weinachtslieder dröhnten aus den Lautsprechern und von der alkoholgeschwängerten Luft wurde ich immer glückseliger. Aber meine Glückseligkeit, mit der ich es sogar ertrug, dass Übermütter mich von einer Seite zur anderen stießen, damit ihre Brut zum Weihnachtsmann gelangte, rührte nicht nur vom Grog. Vielmehr lag die Ursache in der Tüte in meiner Hand. Sicher könnt ihr euch denken, was sich in ihr befand. Richtig! Bücher.

Weihnachtsmarkt01Meine fette Ausbeute aus dem Verkauf antiquarischer Bücher. Nur ein Euro pro Stück.

Von oben nach unten seht ihr Alexander Puschkin: Dramen, Märchen, Aufsätze. Leider ohne Erscheinungsjahr, aber dank des Schutzumschlages befindet sich das Buch in sehr gutem Zustand.

Lew Tolstoi: Polikuschka. Frühe Erzählungen, Berlin, 1983.

Johann Wolfgang Goethe: Ein Lesebuch für das Jahr 1949, Weimar, 1949. Dieses Buch enthält Gedichte, Dramen, Prosaschriften, Gedanken und Briefwechsel. Ich bin der Meinung, dass man von Goethe nie genug Bücher zu Hause haben kann.

Alexander Dumas: Lady Hamilton. Memoiren einer Favoritin. Wieder ohne Erscheinungsjahr, aber in ungelesenem Zustand. Selbst die Seiten sind kaum vergilbt.

Klaus Hammer (Hrsg.): Französische Feenmärchen des 18. Jahrhunderts. Dieses Buch ist mein kleiner Schatz, denn es beinhaltet eine Version meines Lieblingsmärchens „Die Schöne und das Biest“. Es ist ziemlich schwierig eine deutsche Fassung zu finden, die nichts mit der Disney-Interpretation zu tun hat oder mit singenden Teekannen illustriert ist. Wusstet ihr, dass der Ursprung des Märchens – in der Art, wie es bei uns am geläufigsten ist – französisch ist? Also nichts mit den Märchen der Gebrüder Grimm, sondern Gabrielle-Suzanne de Villeneuve und „Die Schöne und das Tier“.

 

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Zurück aus dem Urlaub

Hallo liebe Bücherfreunde,

ich melde mich zurück aus dem Urlaub von der exotischen Insel Ceylon. Die Sonne schien, das Meer war kristallklar und wohlig temperiert und der Tee schmeckte vorzüglich, weshalb ich kiloweise davon mit nach Hause geschleppt habe. Aber am meisten fehlen mir die leckeren Früchte, Pomelo, Passionsfrüchte, Papaya, Melonen, Ananas … Jaja, ich weiß, das alles gibt es auch in unseren Supermärkten zu kaufen, nur leider mangelt es hier an Aroma. Eine Ananas direkt am Hotel geerntet schmeckt ganz anders als aus der Obstabteilung von Kaufland.

In meiner Posturlaubsstarre hat sich mittlerweile viel angesammelt. Vor mir häufen sich Bücherstapel zu Gebirgen auf. Allesamt warten darauf zumindest mit einigen Worten vorgestellt zu werden. Da ich irgendwo einen Anfang finden muss, stelle ich euch meine Urlaubslektüre vor.

Nummer 1: Alan Bradley: Flavia de Luce. Tote Vögel singen nicht

Flavia6   Der sechste Band um Hobbydetektivin und Giftmischerin Flavia liefert nun endlich die Auflösung um das Verschwinden ihrer Mutter Harriet. Von der ersten Seite an … nein, eigentlich schon als ich den Umschlagtext auf der Innenseite las, war ich in einer unfassbar gedrückten Stimmung. Die Fans der Reihe erinnern sich sicher an den 5. Band, der damit endete, dass den  drei de Luce-Schwestern verkündet wird, man habe ihre Mutter gefunden. In meiner grenzenlosen Naivität hoffte ich die ganze Zeit, dass Harriet lebend nach Hause zurückkehren würde. Dem war leider nicht so. Harriets Rückkehr und die stückchenweise ans Tageslicht kommenden Einzelheiten rund um ihren Tod, die Trauer der Familie und am allerschlimmsten Flavias Versuch, ihre Mutter wieder lebendig zu machen, haben mir echt die Tränen in die Augen getrieben. Vielleicht war dieses Buch nicht die beste Wahl für 30°C und Strand, aber mich hat die Geschichte mehr deprimiert als unterhalten. Über das große Geheimnis der de Luce-Familie konnte ich dann auch nur noch staunen. Aha … okay. Irgendwie hat es mir besser gefallen, wenn Flavia pro Band einen Mordfall aufklärt und sich mit ihren Schwestern zankt. Warten wir nun also gespannt auf den 7. Band!

 

 

Nummer 2: Jennifer L. Armentrout: Dämonentocher Band 2. Verlockende Angst

dämonentochter2 Warum habe ich mir diesen Band bloß angetan? Von seiner Tiefsinnigkeit her gesehen, passt er allerdings perfekt zu einem langweiligen Urlaubstag. Im Großen und Ganzen ist er sogar gelungener als Band 1, mehr Handlung, die Figuren entwickeln sich und es gibt einen ziemlich spannenden Endkampf. Mein Problem liegt eher in der Hauptfigur. Ich weiß auch nicht, mir gefällt diese Alex einfach nicht mit ihren Stimmungsschwankungen. Einmal ist sie total tough und ein anderes Mal ist sie der romantische Teenager, der den erwachten Hormonen hilflos gegenübersteht. Oder sie bricht anderen Leuten mit einem Apfel die Nase. Leider nicht mein Fall!

 

 

 

Nummer 3: Diana Gabaldon: Feuer und Stein

Feuer&Stein  Dieses Buch habe ich schon so häufig gelesen, dass das Buch fast auseinander fällt. Zum Glück gab es die Kindle-Version für unschlagbare 0€ zum runterladen. Ich gehe davon aus, dass jedem dieses Buch ein Begriff ist. Allerdings musste ich kürzlich erfahren, dass es Menschen gibt, die noch nie etwas von  ‚Stolz und Vorurteil‘ gehört haben, weshalb ich alles für möglich halte. Wer bisher noch nichts von Frau Gabaldons Highland-Saga gehört hat, sollte schleunigst ins Buchgeschäft eilen und sich diesen ersten Band kaufen. Meiner Erfahrung nach gehört der zur Grundausstattung einer guten Buchhandlung und ist immer vorrätig. Ihr werdet den Kauf nicht bereuen, versprochen!

Nach Ende des 2. Weltkrieges macht Claire mit ihrem Mann Urlaub in den Highlands. Als sie durch einen Steinkreis tritt, findet sie sich im Schottland Mitte des 17. Jahrhunderts wieder, wo sie Jamie kennenlernt, einen schottischen Krieger. Als sie gezwungen wird, Jamie zu heiraten, beginnt für Claire eine ziemlich heiße Romanze. Die Geschichte um die beiden ist leidenschaftlich, lustig, aber auch dramatisch und abenteuerlich.

Alle Fans jubeln schon, denn Feuer und Stein läuft bereits als Serie unter dem Namen ‚Outlander‘. Hoffentlich bald auch auf deutsch.

 

Nummer 4: Michael Ondaatje: Anils Geist

AnilsGeist Dieses Buch stammt aus der Feder des gleichen Autors von ‚Der englische Patient‘ und spielt in Sri Lanka. Die Protagonistin, Anil Tissera, kehrt nach 15 Jahren in ihre Heimat Sri Lanka als Kriminalanthropologin zurück und soll für eine Menschenrechtskommission Beweise finden, dass die Regierung Menschen folten und töten lässt. Ziemlich schwerer Stoff, aber wirklich hervorragend geschrieben. Da ich mich vor meinem Urlaub mit der Geschichte Sri Lankas befasst habe, war dieses Buch eine spannende Ergänzung.

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