Monat: November 2019

Vimala Schneider McClure: „Babymassage: Praktische Anleitung für Mütter und Väter“

Vimala Schneider McClure
Kösel Verlag
18,00€

Der ausführliche Ratgeber für Mütter und Väter

Informativ. Gut umsetzbar. Reich illustriert.

Entspannen, beruhigen, stärken und Vertrauen fördern: Die tägliche Babymassage ist eines der kostbarsten Geschenke, die Eltern ihrem Kind – und sich selbst – machen können. Durch liebevolle Achtsamkeit und sanfte Berührung lernen sie die nonverbale Sprache des Babys zu verstehen und auf seine Bedürfnisse einzugehen.

Dieses Buch enthält:

• die wichtigsten Techniken der Babymassage in Wort und Bild

Anleitungen für die Massage von Frühgeborenen und behinderten Kindern

Massageempfehlungen für Schreibabys und erkrankte Kinder mit Fieber, Schnupfen usw.

• Reime und Fingerspiele für die Massage älterer Kinder

Ein Rundumschlag zum Thema Babymassage

Unser jüngster Familienzuwachs ist gerade einmal wenige Wochen alt und leidet besonders in den Abendstunden unter Bauchweh. Diese Phase, die mit viel Schreien einhergeht, ist für die ganze Familie belastend. Denn gerade in dieser Zeit herrscht natürlich viel Tumult. Jeder möchte ins Bad, Abendessen, die ganze Familie kommt zusammen. Um dem Baby zu helfen, habe ich angefangen den Bauch mit Kümmel-Öl einzureiben.  Das war so der Einstieg ins Thema Babymassage und mega praktisch, dass im Kösel Verlag eine Neuauflage von „Babymassage“ erschienen ist. Wenn man einmal dabei ist zu massieren, warum nicht gleich den ganzen Rest? Die Babymassage ist eine hervorragende Methode, um die Bindung zwischen Kind und Eltern aufzubauen und zu festigen. Ich habe schnell gemerkt, dass die Berührung sowohl dem Baby als auch mir gut getan hat.

In Vimala Schneider McClures „Praktischer Anleitung für Mütter und Väter“ muss man allerdings erst viele Kapitel lesen, ehe es tatsächlich um praktische Anleitungen geht. In der ersten Hälfte beschreibt die Autorin, wie sie selbst in Indien die Babymassage kennenlernte. Es folgen viele Kapitel über Theorie und Studien anderer Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Bindung auseinander gesetzt haben. Als Mama will man in erster Linie die Babymassage anwenden und nicht erst studieren. Deshalb kann ich gut nachvollziehen, wenn dieser Teil übersprungen wird.

Die Anleitungen für die Massagehandgriffe sind reich bebildert und verständlich beschrieben. Sie lassen sich schnell umsetzen und bauen schön aufeinander auf, sodass man die Bewegungen gut verinnerlichen kann. Außerdem werden zahlreiche Tipps gegeben für den Umgang mit Babys und Kleinkindern. Häufig ist man ja verunsichert, erst recht wenn das Baby nicht bilderbuchmäßig die Massage toleriert. Die Ratschläge helfen, damit man selbst die nötige Ruhe bewahrt. Wir führen die Massage seit zwei Wochen fast täglich durch – nicht immer im vollen Umfang, sondern so wie es dem Baby gefällt und guttut. Die Bauchschmerzen und Verdauung konnten wir auf diesem Weg in den Griff kriegen und das Baby genießt wirklich zusehends die Berührungen. Abends herrscht bei uns Ruhe und alle sind teifenentspannt.

Aber auch aus dem theoretischen Anfangsteil kann man viel nützliches Wissen ziehen. Der ein oder andere kennt das bestimmt, wenn ältere Verwandte mit lieb gemeinten Ratschlägen über in die Jahre gekommene Erziehungsmodelle daherkommen. Im Buch wird mit diesen ‚westlichen‘ Ansichten aufgeräumt und es wird überzeugend für den liebe- und respektvollen Umgang mit Kindern argumentiert.

Insgesamt ist das Buch ein absoluter Rundumschlag zum Thema Babymassage. Einführende Grundkenntnisse, Studien, Anleitungen, Tipps und Spiele – alles ist vorhanden.

Ich bedanke mich beim Kösel-Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars, das wirklich wie gerufen kam für unseren Nachwuchs!

error

Kristina Ohlsson: „Silberjunge“ (Die-Glaskinder-Reihe, Band 2)

Kristina Ohlsson
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
9,00€

Das Geheimnis des Silberjungen

Immer wieder sieht Aladdin einen geheimnisvollen Jungen, der spurlos verschwindet, sobald man ihn anspricht. Als er erfährt, dass vor hundert Jahren Silber aus einer Schmiede verschwand und auf dem Gelände des Restaurants seiner Eltern vergraben sein soll, macht er sich mit seinen Freundinnen Billie und Simona auf die Suche. Doch zuerst muss er noch den Dieb erwischen, der aus dem Restaurant seiner Eltern Essen stiehlt. Ob es der rätselhafte Junge ist? (Klappentext)

Seichter Grusel im schwedischen Winter

Hauptfigur Aladdin stammt aus einer türkischstämmigen Familie, die nach Schweden ausgewandert ist. Das Familienrestaurant bringt jedoch derzeit nicht genug Geld ein und Aladdins Eltern sorgen sich um die Zukunft. Noch dazu geht ein Dieb um, der Lebensmittel aus dem Restaurant stiehlt.

Aladdin hat einen Verdacht, wer hinter den Diebstählen stecken könnte. Seit einiger Zeit sieht er einen seltsam gekleideten Jungen, der um das Grundstück und offenbar nachts auch durch das Haus schleicht. Aber irgendwie entwischt er Aladdin immer.

Durch ein Schulprojekt stößt Aladdin auf eine uralte Geschichte über einen Schmied, einen Haufen verschwundenes Silber und einen Geisterjungen. Handelt es sich bei dem Jungen, den Aladdin gesehen hat und der auf spurlose Weise zu verschwinden scheint, etwa um den Silberjungen aus der Sage? Eigentlich glaubt Aladdin nicht an Gespenster. Außerdem hat er noch ganz anderen Kummer. Um zu verhindern, wieder zurück in die Türkei ziehen zu müssen, will er den Dieb und am besten auch das verschollene Silber finden.

In der schwedischen Landschaft aus Eis und Schnee kann man sich einen gespenstischen Silberjungen sehr gut vorstellen, wie er erscheint und plötzlich verschwindet, ohne eine Spur im Schnee zu hinterlassen. Die Geschichte beginnt auch ziemlich unheimlich und bei einigen Stellen gruselt es einen bis zur Gänsehaut. Doch das eigentliche übernatürliche Phänomen wird überschattet von dem hoch aktuellen Thema eines Flüchtlingsschiffes, das im Hafen der schwedischen Kleinstadt vor Anker liegt. Auch die finanziellen Sorgen und der drohende Umzug von Aladdins Familie rücken immer weiter in den Vordergrund je mehr die Handlung voranschreitet. Natürlich sind diese beiden Themen sehr viel spannender als eine Geistergeschichte, aber da mit einer ‚Gänsehaut-Garantie‘ geworben wird, hätte ich mir gerade am Ende eine etwas fesselndere Auflösung zum Silberjungen gewünscht.

„Silberjunge“ ist der zweite Band der Glaskinder-Reihe. Allerdings können beide Teile unabhängig voneinander gelesen werden, da sie nicht aufeinander aufbauen. Ich konnte das Buch in einem Rutsch durchlesen, was der beste Beweis für einen tollen Schreibstil ist. Er ist zwar einfach, aber dafür liest er sich gut. Da die Handlung nicht unbedingt vorhersehbar, aber auch nicht zu komplex oder vielschichtig ist, war das Buch eine perfekte Unterhaltung für einen trüben Nachmittag.

Ich danke cbt ganz herzlich für das Rezensionsexemplar!

Kristina Ohlsson: „Glaskinder“ Die-Glaskinder-Reihe, Band 1
error
[Top]

Kathrin Köller: „Das Buch der Zeit“

Kathrin Köller (Autor)
Irmela Schautz (Illustratorin)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 9 Jahre
25,00€

Die Zeit – wer oder was ist das eigentlich?

Die Zeit ist so etwas wie eine unsichtbare Freundin. Sie ist zwar immer da, gesehen hat sie aber noch niemand. Angefasst auch nicht. Man kann Zeit nicht schmecken, riechen oder hören.

Aber was ist Zeit dann überhaupt? Kann man sie fühlen? Vergeht sie immer gleich schnell? Hat sie einen Anfang und ein Ende? Oder ist sie vielleicht eine Illusion?

Komm mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte, Philosophie und Wissenschaft! Selbstverständlich in der weltbesten Zeitreisemaschine und mit allem an Bord, was man so braucht: Sonne, Mond und Sterne, jede Menge Uhren, Kalender, ein Schiffschronometer und viele Wecker, aber natürlich auch ein Phoenix und sogar noch ein paar andere Tiere und Pflanzen. (Klappentext)

Zeit zum Lesen

Dieses Sachbuch für Kinder ab neun Jahren widmet sich einer wirklich komplexen Thematik: der Zeit. Seit jeher hat sich der Mensch den Kopf zerbrochen, was es damit auf sich hat. Denn Zeit bestimmt unser aller Leben. Aber nicht nur das des Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen verfügen über ein Zeitempfinden. Was genau es also damit auf sich hat, erklärt „Das Buch der Zeit“ und beleuchtet sämtliche Facetten aus den Bereichen Mythologie, Wissenschaft, Geschichte und Philosophie.

Seid ihr von der Komplexität des Mysteriums Zeit jetzt ein wenig verschreckt? Keine Sorge, der Inhalt wurde auf die empfohlene Altersgruppe abgestimmt. Die Texte triefen nicht vor Fachausdrücken, die in eng beschriebenen Spalten Seite um Seite füllen. Ganz im Gegenteil. Sie sind locker und schwungvoll verfasst, in einem leicht verständlichen Ton, aber nichtsdestotrotz total informativ. Pro Seite gibt es nicht mehr als drei knappe Artikel, große Überschriften und immer wieder passende Illustrationen, die einen in Staunen versetzen. Die Aufmachung des Buches ist der Hammer! Jede Seite ist  individuell und farbig gestaltet. Die Illustrationen befinden sich künstlerisch  auf einem sehr hohen Niveau.

Um das schwierige Thema zu erklären, wird bei den frühen Hochkulturen begonnen, die auf der Grundlage von Beobachtungen der Sterne und Mondphasen versucht haben, Zeit einzuteilen und erste Kalender aufstellten, die überraschenderweise teils schon sehr präzise waren. Die Namen der Wochentage und Monate, wie wir sie heute kennen, lassen sich auf diese frühen Kalender zurückführen. Von den Kalendern geht es weiter zu den Uhren. Wie hat der Mensch bloß ohne Smartphone gewusst, wie spät es war? Die Lösungen strotzten vor Erfindungsreichtum und kommen einem reichlich kurios vor. Dank der bereits angesprochenen Illustrationen hat man gleich ein passendes Bild dieser wundersamen Zeitmesser vor Augen und bekommt gleich noch deren Funktionsweise erklärt.

In den letzten Kapiteln werden die Thesen berühmter Persönlichkeiten zum Thema Zeit vorgestellt. Dabei darf vor allem Einstein nicht fehlen. Seine These, Zeit sei relativ, verleitet zu vielen weiteren Spekulationen über Zeitreisen oder den Schmetterlingseffekt. Und schließlich endet das Buch mit einem Blick in die Zukunft.

„Das Buch der Zeit“ ist nicht nur für Kinder eine Bereicherung, sondern auch als Erwachsener denkt man beim Lesen häufig ‚Oh!‘ und ‚Aha, so ist das also!‘ Das schwierig zu erfassende Thema Zeit wird hier sehr verständlich erklärt, in Wort und Bild.

Vielen lieben Dank an Prestel für das Rezensionsexemplar!

error
[Top]