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ab 14 Jahre Fantasy Jugendliteratur Rezensionen

Laini Taylor: „Strange the Dreamer – Ein Traum von Liebe: Buch 2“

Laini Taylor
ONE Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
15,00 €

Was für eine unmögliche Situation. Sie war allein dort oben, er war allein hier unten, und trotzdem hatten sie auf seltsame Weise zusammengefunden. Weil Sarai sich in seinem Traum befand und er ihn mit ihr teilte.

Sagenumwoben, voller Schönheit, Wunder und Mysterien – so hat Lazlo sich die Verborgene Stadt, über die er so viel gelesen hat, immer vorgestellt. Doch Weep hütet ein düsteres Geheimnis, dem Lazlo und seine Gefährten auf den Grund gehen sollen. Welche Rolle spielt dabei Sarai, das blauhäutige Mädchen, welches ihm immer wieder in seinen Träumen begegnet? Nacht für Nacht treffen sich die beiden, und Lazlo spürt, wie das Band zwischen ihnen immer stärker wird. Doch hat ihre Liebe eine Chance?

Folge weiter der Geschichte von Lazlo und Sarai in der Verborgenen Stadt Weep… (Klappentext)

Göttlich, fantasievoll und grandios erzählt

Da der erste Teil von Laini Taylors neuer Fantasyreihe in zwei Bände aufgeteilt wurde, nahm die Geschichte im letzten Buch gerade an Fahrt auf, ehe sie abrupt endete. Der zweite Teil knüpft nun nahtlos an den ersten an.

Endlich ist Lazlo in der Verborgenen Stadt Weep angekommen. Doch sie ist so vollkommen anders als er es sich als Junge vorgestellt hat. Die Zitadelle der Mesarthim verdunkelt den Himmel, die Straßen sind von herumliegendem Müll und Ungeziefer verdreckt. Kuchen stehen definitiv keine auf den Fensterbänken. Die Gefährten um den Götterschlächter Eril-Fane suchen nach einem Weg, um das Metall und somit den Schatten, der über der Stadt liegt, zu zerstören. Die Fronten zwischen den Einwohnern von Weep und der „Götterbrut“ in der Zitadelle sind verhärtet, genauso wie zwischen Minya und den übrigen Götterkindern.

Laini Taylors Schreibstil ist, wie schon im ersten Band, einfach märchenhaft. Sie kreiert eine fantasievolle Welt, in der man sich verlieren kann. Stand im ersten Teil Lazlos Reise im Vordergrund, liegt der Fokus diesmal stark auf Lazlos Träumen und der Beziehung zwischen ihm und Sarai. Sarai ist die Muse der Albträume. Mit Hilfe eines Schwarms Motten dringt sie in die Träume der Menschen ein, schürt deren Ängste und manipuliert sie. Auf diese Art lernen sich die beiden auch kennen. Sarai und Lazlo sind fasziniert vom jeweils anderen. Im Verlauf der Handlung wachsen die beiden immer mehr zusammen.

Da den Begegnungen im Traum von Lazlo und Sarai viel Raum gegeben wird, entstehen einige Längen. Erst das letzte Drittel ist unglaublich spannungsgeladen und wartet mit einem grandiosen Finale und überraschenden Wendungen auf.

Insgesamt eine gelungene Fortsetzung mit einem magisch-poetischen Schreibstil. Laini Taylor hat eine geradezu göttliche Welt geschaffen, in der Licht und Dunkel nah beieinander liegen. Eine sehr tiefgründige Geschichte mit spannenden Entwicklungen und starken Charakteren.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag und der Bloggerjury für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

Laini Taylor: „Strange the Dreamer – Der Junge, der träumte: Buch 1“

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Hörbücher Rezensionen Weihnachten

„Schnauze – Die Weihnachtsbox“ gelesen von Andrea Sawatzki und Christian Berkel

cbj audio
Gesamtspielzeit: ca. 4 Stunden
empfohlenes Alter: ab 6 Jahre
Audio-CD: 15,00 €

Drei Adventsabenteuer: Schnauze, es ist Weihnachten! Schnauze, das Christkind ist da! Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!

Die Zeit vor Weihnachten ist immer aufregend. Das erleben auch Hund Bruno und Katze Soja. Vom ersten Kennenlernen über Frauchens Nachwuchs bis zur Suche nach den Kamelen der Heiligen Drei Könige geht es turbulent durch den Advent.

Drei süße Geschichten zum Anhören

Gleich drei Bände der Schnauze-Adventsbücher sind in dieser Sammelbox als Hörbücher vereint. Das bedeutet fast 4 Stunden Hörvergnügen insgesamt. Gelesen werden die Kapitel abwechselnd von Christian Berkel und Andrea Sawatzki, die Hund Bruno und Katze Soja mit ihren Stimmen viel Charme und Leben verleihen. Die Spieldauer der einzelnen Kapitel variiert zwischen 2:30 bis 3 Minuten. Anders als bei den Adventskalenderbüchern lohnt es sich nach meinem Empfinden hier nicht, in der Adventszeit täglich nur ein Kapitel anzuhören. Dafür sind sie einfach zu kurz und es macht zu viel Spaß  Christian Berkel und Andrea Sawatzki zuzuhören, als dass man nach drei Minuten schon unterbrechen möchte.

Im ersten Band „Schnauze, es ist Weihnachten“ zieht die Katze Soja besuchsweise in Brunos zu Hause ein. Bruno hat bereits einige Weihnachtsfeste in seinem Hundeleben erlebt und freut sich auf ein ruhiges, gemütliches Fest. Die sportliche Katze dagegen entwickelt ein Fitnessprogramm, das mit der Gemächlichkeit Brunos kollidiert.

Im zweiten Teil „Schnauze, das Christkind ist da“ erwartet Brunos Frauchen ein Baby und das ausgerechnet an Weihnachten. Der Traum einer entspannten Adventszeit zerplatzt, denn Babys machen Krach. Das wirft außerdem die Frage auf, was aus Brunos und Sojas Geschwistern geworden ist.

Im dritten Teil „Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!“ wird Bruno kurzerhand bei Sojas Familie untergebracht, wo es Tofu und Gemüsebratlinge gibt. Wird er die Weihnachtszeit überhaupt überleben, wenn es nichts Richtiges zwischen die Zähne gibt? Und dann verschwinden die Kamele der Heiligen Drei Könige vom Marktplatz und Soja ist entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen.

Die kleinen Kabbeleien zwischen Bruno und Soja sind absolut witzig und bringen selbst die Erwachsenen, die zuhören müssen, zum Schmunzeln. Christian Berkel trifft den mürrischen Hundeton perfekt und auch Andrea Sawatzki vermittelt auf amüsante Art die katzenhafte Attitüde Sojas. Die Geschichten sind – auch gemessen am Umfang – nicht sonderlich komplex, aber auf jeden Fall kindgerecht und unterhaltsam. Die Sammelbox ist natürlich mega praktisch und als Geschenk für die Weihnachtszeit ideal.

Vielen Dank an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

Karen Christine Angermayer: „Schnauze, es ist Weihnachten!: Die Schnauze-Reihe, Band 1“
Karen Christine Angermayer: „Schnauze, das Christkind ist da!: Die Schnauze-Reihe, Band 2“
Karen Christine Angermayer: „Schnauze, jetzt ist Stille Nacht!: Die Schnauze-Reihe, Band 3“
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Geschenkbücher Rezensionen

Karl Lauer: „Ich bin gerührt, sagte der Teig: Papas beste Flachwitze“

Karl Lauer
Goldmann Verlag
9,00€

»Ich habe gestern bei Weight Watchers angerufen. Hat keiner abgenommen.«

Ha! Ha! Schon wieder einer: schräg, flach und vermeintlich originell. So sind die Witze, die Väter, Opas, Schwiegerväter und Onkel regelmäßig zum Besten geben. Keiner entkommt dem Witzeradar. Und irgendwann muss man dann doch lachen, und ohne sie würde etwas fehlen. Eine Sammlung der besten Kalauer, die dem nächsten Familienabend noch einmal eine ganz eigene Dynamik verleihen wird. Spaß garantiert!

Füße hoch! Flachwitz im Anflug.

Angefangen beim Namen des Autors bis zur letzten Seite ist dies ein absolut unterhaltsames Buch. Es ist ein Sammelsurium amüsanter, origineller und platter Flachwitze. Für Familienfeiern oder einen Abend mit Freunden einfach ideal, um als Stimmungskanone aufzutreten.  Oder als Nachschlagewerk, um sein Witzrepertoire zu vergrößern.

Aus fünf Kategorien kann man entweder die besten, die oberschlausten, tierischsten, peinlichsten oder schlimmsten Flachwitze zum Besten geben. Ganz nach Vorliebe. Auf 127 Seiten, vollgestopft mit Witzen, ist für jeden Geschmack etwas zu finden. Bei einigen Witzen muss man sein Denkvermögen ordentlich anstrengen, um zu verstehen, was gemeint ist. Andere wiederum sind so schlecht, dass sie schon wieder gut sind. Praktischerweise sind die Witze kurz genug, um sich eine Vielzahl davon einprägen zu können.

Ich würde dieses Buch nicht ausschließlich Vätern empfehlen. Es bietet Spaß für Jung und Alt und sorgt auch zwischendurch für vergnügliche Momente. Als Geschenkbuch bestens geeignet.

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Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen

Cliff Leek: „Boy oh Boy: 30 wahre Helden“

Cliff Leek (Autor)
Bene Rohlmann (Illustrator)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 9 Jahre
18,00€

Diese 30 Männer sind wahre Helden!

Sie haben Frieden gestiftet, Welthits komponiert, für Gleichberechtigung, Zivilrechte und Box-Titel gekämpft, sind gefallen und wieder aufgestanden, haben sich neu erfunden und es vor allem allen gezeigt. „Boy oh Boy“ versammelt 30 inspirierende Geschichten über beeindruckende Männer, die Konventionen und Klischees bekämpft haben und bis heute zeigen, wie viel Veränderung ein Einzelner bewirken kann. Ein Buch für Jungs mit handverlesenen Vorbildern, die Mut machen und vergangene wie heutige Generationen inspirieren. (Klappentext)

Solche Männer braucht die Welt

„Er ist eben ein Junge.“

Diesen Satz habe ich als Mutter von zwei Söhnen häufig zu Ohren bekommen. Unter diese Rubrik fällt das Verhalten eines Jungen, wenn er sich ‚wild‘ benimmt, vielleicht nicht auf die Anweisungen der Eltern hört oder sich sonst irgendwie auffällig benimmt. Dabei kommt einem dieser Spruch „Er ist eben ein Junge“ mehr wie eine Ausrede vor, hinter der es sich gut verstecken lässt. Dem Autor Cliff Leek ist diese Tendenz negativ aufgefallen, denn sie verleitet dazu, Jungs unter einem sehr eingeschränkten  Blickwinkel zu betrachten. In erster Linie sollten Kinder – egal ob Junge oder Mädchen – zu selbstbewussten, starken Menschen erzogen werden.

In ‚Boy oh Boy‘ sind 30 Persönlichkeiten versammelt, die in der Welt viel bewirkt haben und die zu Recht als positive Vorbilder angesehen werden. Einige dieser Männer kennt man, man hat von ihren Errungenschaften gehört und wie sie die Welt damit bereichert haben. Sie sind Wissenschaftler, Künstler, Sportler oder machen sich gegen soziale Ungerechtigkeiten stark. Andere wiederum haben kein prominentes Leben im Scheinwerferlicht geführt und sind deshalb weniger bekannt. Doch auch sie haben Großes erreicht und die Welt ein kleines Stück besser gemacht. Hier werden ihre individuellen Lebensgeschichten vorgestellt und in schillernd bunten Illustrationen in Szene gesetzt.

Bene Rohlmanns Arbeiten sind inspiriert von Comicwelten und im Vintage-Stil gehalten. Seine Illustrationen und Cliff Leeks Texte ergänzen sich ideal. Zusammen haben die beiden eine Heldengalerie erschaffen, in der durchweg positive Männerrollen präsentiert werden. ‚Boy oh Boy‘ sollte in keinem Bücherregal fehlen, gleich ob Junge oder Mädchen.

Vielen lieben Dank an Prestel Junior für dieses wunderbare Buch, das mir zu Rezensionszwecken überlassen wurde!

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