Tom Fletcher: „Der Weihnachtosaurus“

 

Tom Fletcher
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
14,99€

 

 

 

Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen. (Klappentext)

Jajaja, ich weiß. Es weihnachtet immer mehr, und das schon im November. Aber vielleicht ist der ein oder andere bereits auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken? Den Weihnachtosaurus kann ich jedem ans Herz legen, der eine klassische Weihnachtsgeschichte zu schätzen weiß. Und der Dinosaurier mag.

Nach meiner Auffassung gehört zu einer guten Weihnachtsgeschichte immer eine ordentliche Portion Tragik. Die ist wichtig, damit das Weihnachtswunder umso eindrucksvoller zur Geltung kommt. Beim Weihnachtosaurus verbirgt sich so ziemlich hinter jeder Figur ein tragischer Hintergrund. Die Hauptfigur William Trudel beispielsweise sitzt nach einem schweren Unfall in der frühen Kindheit im Rollstuhl, seine Mutter ist verstorben, der Vater bemüht sich nach Kräften. Ein sensibles Thema, das von Autor und  Verlag einfühlsam erzählt wird. Trotz seiner Beeinträchtigung ist William ein fröhliches, aufgewecktes, in Dinosaurier verliebtes Kind. Selbst als die neue Mitschülerin, mit dem lautmalerischen Namen Brenda Pein, William in der Schule schikaniert und er von seinen Freunden ausgegrenzt wird, lässt William sich nicht unterkriegen.

Derweil haben die Wichtel am Nordpol fleißig Geschenke aus dem Eis gegraben. Ja, richtig gelesen. Ausgegraben. Die Erklärung, dass Geschenke tief unten im Eis an den Wurzeln der magischen Weihnachtsbohnen entstehen, ist gleichermaßen kurios wie amüsant. Auf diese Art finden die Wichtel das tiefgefrorene Dinosaurierei, aus dem später der Weihnachtosaurus schlüpft. Wichtel sprechen übrigens immer in Reimen. Herrlich, und hin und wieder ein wenig unflätig.

Auf vielen Seiten finden sich schwarz-weiß Illustrationen, die mit liebevollen Einzelheiten versehen sind. Mir gefällt der korpulente Weihnachtsmann, insbesondere wenn er das Ei ausbrütet.

In dieses Buch ist sehr viel Liebe geflossen, die Begeisterung für das Weihnachtsfest ist auf jeder Seite spürbar. Die Handlung ist stellenweise etwas langatmig geraten, aber durchaus spannend mit bewährten Figurenkonstellationen. Sehr hübsch für Kinder und als Geschenkidee nicht zu verachten.

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