William Ritter: „Jackaby – Die verschwundenen Knochen“ (Die Jackaby-Reihe, Band 2)

 

William Ritter
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 13 Jahren
9,99€

 

 

 

Kein Fall zu seltsam, keine Spur zu heiß!

New Fiddleham, 1892: Abigail Rook, die junge Assistentin von R.F. Jackaby – Detektiv für unerklärliche Phänomene – langweilt sich nie in ihrem neuen Job. Von besonders garstigen Gestaltwandlern, die sich als süße Kätzchen tarnen, bis hin zu Mord ist alles in ihrem Tagesablauf dabei. Als in dem benachbarten Gad’s Valley ein nicht identifizierbares Monster Tiere und Menschen überfällt, bittet Junior Detective Charlie Cane Abigail um Hilfe. Bald sind Jackaby und Abigail in eine Jagd nach einem Dieb, einem Monster und einem Mörder verwickelt, die ihren ganzen Scharfsinn verlangt …  (Umschlagtext)

Der Sherlock Holmes des Übernatürlichen!

Als ich auf Jackaby stieß, war ich auf der Suche nach einer Alternative zu Lockwood & Co. Der Klappentext hat natürlich sofort mein Interesse geweckt und ich konnte es kaum erwarten, bis das Buch endlich da war. William Ritters Schreibstil ist begnadet, britisch gestelzt und humorvoll zugleich, passend zur erzählten Zeit um 1892.

Die titelgebende Hauptfigur Jackaby ist brillant auf seinem Gebiet der unerklärlichen Phänomene, ein Detektiv für das Paranormale, aber auch ein ziemlich verschrobener Kauz, dessen Sozialkompetenz eher mittelmäßig ausgeprägt ist. Darin erinnert er sehr an Benedict Cumberbatchs Sherlock, auch was den Mantel und ein bisschen auch die Mütze anbelangt. Daher obliegt es seiner reizenden Assistentin Abigail, den Fall aus ihrer Perspektive zu erzählen. Abigail ist die perfekte Ergänzung zu Jackaby, sie sieht, was er übersieht. Sie findet die sanften zwischenmenschlichen Töne, wo Jackaby mit seiner analytischen Art aneckt. Die beiden sind ein tatkräftiges Ermittlerduo. Nur leider treten sie in dieser Fortsetzung kaum zusammen in Aktion, was mir sehr gefehlt hat. Obwohl er die Titelfigur ist, ist Jackaby zu wenig präsent.

Überhaupt weist dieser Teil nach einem sehr unterhaltsamen und vielversprechenden Auftakt einige Längen auf und man hat das Gefühl, als wüsste der Autor zwischendrin selbst nicht, worauf die Geschichte hinzielt. Dabei wimmelt es im Roman nur so von skurrilen, starken Charakteren, die die Handlung vorantreiben könnten. Die beiden zankenden Archäologen, die sich gerne einmal mit Steinen bewerfen, sorgen für einige witzige Momente. Oder die taffe Journalistin Nellie Fuller, die eine für diese Zeit sehr emanzipierte Frau ist. Am Ende nimmt die Handlung wieder richtig Fahrt auf, es wird packend und blutrünstig und dann gibt es einen fiesen Cliffhanger, um begeisterte Leser zu ärgern, die sich nun bis zum nächsten Band in Geduld üben dürfen.

Die Jackaby-Reihe empfehle ich auf jeden Fall allen Fans von Lockwood & Co., aber auch Fans von Supernatural und Sherlock Holmes werden auf ihre Kosten kommen. Viel Spaß beim Lesen!

 

William Ritter: „Jackaby“ Band 1
cbt Verlag
9,99€

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