Emma Sternberg: „Azurblau für zwei“

 

Emma Sternberg
Heyne Verlag
9,99€

 

 

 

„Ein Sommer auf Capri. Persönliche Assistentin für Recherche- und Schreibarbeiten gesucht“ Isa ist an einem Tiefpunkt angekommen, als sie diese Anzeige liest. Also packt sie ihre Koffer, fliegt nach Italien und trifft die glamouröse Schriftstellerin Mitzi, die mit 75 Jahren ihre Memoiren aufschreiben will. Im Schatten der Zitronenbäume findet Isa langsam ihre Leichtigkeit wieder – und vielleicht ein neues Glück. Mitzi dagegen wird immer aufgewühlter. Denn in ihrer Erinnerung wird ein Sommer vor sechzig Jahren lebendig. Und eine große Liebe, die immer unerfüllt blieb. (Klappentext)

Sehnsuchtsort Capri, zwei ungleiche Frauen und die Launen des Lebens.

Isas Leben hat gerade den ultimativen Tiefpunkt erreicht. Ihre Freundinnen haben wegen der Kinder keine Zeit, sie hat keinen Job mehr und dann will ihr Ex auch noch in die unmittelbare Nachbarschaft ziehen, zusammen mit seiner hochschwangeren Neuen. Das ist zu viel für Isa. Aber was für ein Glücksfall, dass ihr just in dieser Situation eine Stellenanzeige den Fluchtweg weist. Einen Sommer lang auf Capri, um der Schriftstellerin Mitzi  Hauptmann beim Verfassen ihrer Memoiren zu helfen.

Die alte Dame ist ein starker und schwieriger Charakter. Aufgrund ihrer Lebenserfahrung – immerhin musste die Autorin ein 75 Jahre andauerndes Künstlerleben entwerfen – lässt sie die eigentliche Hauptfigur Isa blass aussehen. Die rückblickend erzählte tragische Liebesgeschichte, die Mitzis gesamtes Leben beeinflusste, liest sich um Längen spannender als die sich um Isa entspinnende Liebelei mit einem Capresen. Wunderbar gelungen sind die Schilderungen der Insel Capri, des azurblauen Meeres, der Klippen und kleinen Städtchen, des Dufts von Zitronenbäumen und der Menschen. Dadurch wird der Roman zu einer leichten Sommerlektüre für den Urlaub, aber auch für zu Hause, denn es lässt sich damit prima in die Ferne träumen.

Was dem Roman fehlt, ist meiner persönlichen Empfindung nach, eine gewisse Leichtigkeit, etwas mehr Witz und Charme. Die Geschichte um Mitzi fesselt, sie vermittelt starke Emotionen wie Liebe, aber auch Enttäuschung, das Auf und Ab eines langen Lebens, aber ohne zu sehr ins kitschige zu verfallen. Die Passagen rund um Isa dagegen lesen sich zäh. Ihre Geschichte endet ziemlich abrupt und lässt zu viele Fragen offen. Dort hätte ich mir wenigstens einen kleinen Ausblick gewünscht. Trotzdem ist das Buch eine nette, nicht zu anspruchsvolle Unterhaltung, das schönes italienisches Urlaubsflair vermittelt.

Vielen lieben Dank an das Blogger-Portal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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