Silke Neumayer: „Mit Mann ist auch nicht ohne“

Silke Neumayer
Heyne Verlag
14,00€

 

 

 

 

„Ich brauch keinen Traummann, ich will ja auch tagsüber was mit ihm anfangen.“

Es gibt keinen Mädelsabend, bei dem nicht mindestens einmal über Männer gesprochen wird. Oder gelästert. Oder gelacht. Oder geweint. Oder geflucht. Vom Vater über den Kollegen, Exmann und neuen Mann bis hin zu den verliebten Freunden der pubertierenden Tochter: Silke Neumayer, Autorin des Megabestsellers »Ich hatte mich jünger in Erinnerung« und erfolgreiche Drehbuchschreiberin, berichtet in ihrer treffsicheren, ironisch pointierten Art von den erstaunlichen Begegnungen mit Männern in ihrem und unserem Alltag. Und eins steht fest: Mit Mann ist auch nicht ohne! (Klappentext)

Anekdoten aus dem Liebesleben der fortgeschrittenen Frau.

‚Mit Mann ist auch nicht ohne‘ – ein wortwitziger Titel gepaart mit einem amüsanten Bild. Beides zusammen lockt den Leser auf geschickte Weise an. Doch wer auf eine zum Brüllen komische Geschichte über den immerwährenden Zwist zwischen Männern und Frauen hofft, dürfte etwas enttäuscht sein und sollte lieber bei Mario Barth bleiben, dessen Trefferquote in Bezug auf Komik einfach höher liegt. Die Erzählerin berichtet in Anekdoten über ihr Leben mit dem neuen Mann an ihrer Seite und ihre pubertierende Tochter. Die Kapitel sind kurzweilig, beschreiben alltägliche Begebenheiten, wie etwa den Besuch im Baumarkt, lassen dabei aber keinen roten Faden erkennen.

Je nachdem, wie man sich in den beschriebenen Situationen selbst wiedererkennt, fallen die Anekdoten natürlich unterschiedlich witzig aus. Das Kapitel über ‚Männerschnupfen‘ beispielsweise beschreibt ein Phänomen, das wohl jede Frau kennt. Von daher findet man die ironische Erzählweise selbstverständlich ungemein witzig, obwohl ehrlicherweise gesagt werden muss, dass zu dem Thema nichts weltbewegend Neues gesagt wird.

Die Männer gehen im Buch unter. Sie haben gar keine Chance sich gegen diese dominierende Mutter-Tochter-Konstellation zu behaupten. Die Kapitel über das Zusammenleben einer alleinerziehenden Mutter mit ihrer pubertären Tochter fallen dagegen sehr authentisch aus. In ihnen ergibt die ironisch-pointierte Erzählweise ein wirklich stimmiges Bild, weshalb es viel Spaß macht über die beiden zu lesen. Damit schrammt die Autorin nur leider am Titel vorbei und daher rührt vermutlich auch eine gewisse Unzufriedenheit während der Lektüre. Der Leser hat etwas anderes erwartet.