Gaby Grosser: „Die Vitalen Acht – Manege frei für Superhelden“

 

Gaby Grosser
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
12,00€

 

 

Acht Superhelden und eine grandiose Idee

Die munteren Vitaminbomben Finocchio Fenchel, Rike Rote Bete, Basti Pastinake, Kira Karotte und ihre Freunde erfahren zufällig, dass ihre Heimat, der Vital-Hof in großer Gefahr schwebt! Bauer Bertram muss den Hof vielleicht schließen, weil immer weniger Kinder Obst und Gemüse mögen. Da hecken sie mit den Geschwistern Lena und Lukas einen Plan zur Rettung aus. Die Vitalen Acht wollen beliebter werden – und zwar viel beliebter! Und so erfinden sie den Zirkus Vitale. Ob ihre Superkräfte ausreichen, um den Vital-Hof zu retten? (Klappentext)

Ein schönes Buch, eine großartige Idee, aber leider am Ziel vorbeigeschossen.

Auch bei uns herrscht bei jeder Mahlzeit eine große Diskussion, wenn es um Gemüse geht. Bisher ist es mir nicht gelungen, mein Kind von Gemüse zu überzeugen. Meistens wird nicht einmal eine winzige Kostprobe am Tellerrand geduldet. Da ich ungern zu viel Druck ausübe, indem ich mit dem Satz „Du musst“ darauf bestehe, dass das Gemüse gegessen wird, habe ich nach einer Alternative gesucht. Ein Kinderbuch, in dem die Superhelden Gemüse sind, finde ich unglaublich toll.

Der Grundgedanke ist wirklich grandios: Eine gesunde Ernährung unterhaltsam schmackhaft machen. Es ist beachtlich, wie viele Leute an dem Buch mitgewirkt haben. Denen das Thema auch sehr am Herzen liegt. Das spürt man. Aber am Ende trifft vielleicht die Redensart zu: Viele Köche verderben den Brei.

An sich ist das Buch vom Verlag toll aufgemacht, im festen Einband mit farbig gestalteten Kapiteln. Die Illustrationen sind ebenfalls sehr niedlich und kindgerecht. Nur die Geschichte ist für Kinder ab 4 Jahren ungeeignet. Acht gemüsige Helden plus menschliche Charaktere sind zu viele Figuren. Obwohl die Namen Alliterationen sind, um besser im Gedächtnis zu bleiben und die Vitalen Acht in Kurzcharakteristika am Ende beschrieben werden. Auch die Grundidee der Handlung ist nicht verkehrt, aber das Gemüse verliert sich in seitenlangen, belanglosen Dialogen, denen Kinder nicht folgen können. Selbst als Erwachsener empfand ich die Dialoge als albernes Geschwätz, das stellenweise nichts zur Handlung beiträgt. Und selbst wenn in gefühlt jedem zweiten Satz betont darauf hingewiesen wird, Gemüse sei voller Vitalstoffe, reicht das nicht aus, um Kinder zu beeindrucken. In dieser Altersklasse können sie sich nichts unter Vitalstoffen und Vitaminen vorstellen. Eventuell ist das Buch für Kinder ab sechs oder sieben Jahren besser geeignet.

Wie bereits gesagt, sehe ich die Bemühungen aller Mitwirkenden. Das Thema gesunde Ernährung ist sehr wichtig und muss Kindern von Anfang an nahe gebracht werden. Leider, und das tut mir echt leid, gelingt es den ‚Vitalen Acht‘ nicht.

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