D. J. MacHale: „Die Bibliothek der Geister – Der schwarze Mond“ (Die Bibliothek der Geister-Reihe, Band 2)

D.J. MacHale
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
13,00€

Während Marcus mit seinen Eltern beim Abendessen sitzt, wird der magische Schlüssel, den er an einem Band um den Hals trägt, unglaublich heiß. Ist das ein Notruf aus der Bibliothek der Geister? Tatsächlich: Marcus soll die mysteriösen und sich häufenden Unfälle an einer Schule aufklären. Zerbrochene Fensterscheiben, ein Brand in der Cafeteria, ein gerissenes Kletterseil in der Turnhalle und eine Tribüne, die bei einer Sportveranstaltung zusammenbricht. Das können keine Zufälle sein. Unter großem Zeitdruck muss Marcus herausfinden, wer oder was hinter den Unglücksfällen steckt – bevor jemand ernsthaft verletzt wird.

Hexen hexen

Kurz nach seinem letzten Abenteuer erwärmt sich der Schlüssel um Marcus‘ Hals und ruft ihn erneut in die magische Bibliothek. In einer Mittelschule in Massachusetts geschehen unerklärliche Dinge und es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand ernsthaft zu Schaden kommen wird. Als Agent der Bibliothek muss Marcus eingreifen und die Ursache für die übernatürlichen Störungen finden. So wie es einst sein leiblicher Vater getan hat. Die Spur scheint zu einem Hexenzirkel zu führen, der sich nach vielen Jahrhunderten der Unterdrückung und Hexenverfolgung an der Menschheit rächen möchte.

Die Grundidee ist eigentlich ziemlich spannend und wartet mit vielen Punkten auf, die für mich ein gutes Buch ausmachen. Trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich fesseln. Angefangen bei den Figuren, die zwar sympathisch und jeder auf seine Art außergewöhnlich sind, aber sie sind viel zu oberflächlich gestaltet, sodass es mir sehr schwer fiel, mich in die Geschichte einzufühlen. Die Handlung verläuft sehr geradlinig. Marcus gerät in eine neue Geschichte mit einer übernatürlichen Störung. Kaum da kann er auch schon den Kreis der Verdächtigen eingrenzen und kommt ohne große Verstrickungen dem Kern der Sache nahe. Im Finale wallt tatsächlich Spannung auf und ab da macht es auch wirklich Spaß weiterzulesen, obwohl die Handlung nichts schildert, was man nicht schon von anderen Büchern kennen würde.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, der Autor hat die Geschichte mit angezogener Handbremse verfasst und sowohl den Gruselfaktor als auch den Handlungsablauf entschärft. Auch wenn „Die Bibliothek der Geister“ eine Altersempfehlung von 10 Jahren anbietet , hätte dem Buch mehr Substanz, ein bisschen Grusel (bei dem Titel erwartet man schließlich, dass man sich gruseln kann) und mehr Überraschungseffekt gutgetan. Der Schreibstil und die Idee dahinter sind nämlich echt top.

Ich danke dem Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

D.J. MacHale: „Die Bibliothek der Geister – Der magische Schlüssel“ (Die Bibliothek der Geister-Reihe, Band 1)