
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€
Eine bunte Truppe voll fantastischer Figuren fährt gemeinsam durchs Buchstabenland: Ein Bär mit Bus-Billett und ein Barsch mit Bügelbrett, eine Elefantengruppe mit ‘nem Eimer Erbsensuppe, eine schicke Cowboy-Clique, dünne Dackel und auch dicke…
Wo die Reise wohl hingeht?
(Klappentext)
Eine ziemlich schräge Reise durchs Alphabet
Ein Busfahrer fährt quer durchs Buchstabenland und sammelt unterwegs die unterschiedlichsten Fahrgäste ein. Den Anfang macht ein Alligator mit Antenne, später steigen unter anderem ein Bär mit Bus-Billett, ein Barsch mit Bügelbrett, eine Cowboy-Clique, Dackel und eine ganze Elefantengruppe mit Erbsensuppe zu. Gemeinsam geht es über abenteuerliche Straßen, durch Tunnel und vorbei an allerlei Hindernissen bis zu einem ganz besonderen Ziel.
ABC-Bücher gehören zu den Klassikern im Bilderbuchregal. Viele setzen dabei auf möglichst klare Zuordnungen und vertraute Begriffe, damit Kinder die Buchstaben nach und nach kennenlernen können. Es fährt ein Bus durchs ABC schlägt dagegen einen deutlich verspielteren Weg ein.
Die gereimten Texte haben mir beim Vorlesen gut gefallen. Sie lesen sich flüssig und haben einen angenehmen Rhythmus, auch wenn der bereimte Inhalt ziemlich absurd ist. Besonders auffällig sind die Illustrationen von Karsten Teich. Auf den Doppelseiten gibt es unglaublich viel zu entdecken. Neben den Figuren und Gegenständen aus dem Text verstecken sich zahlreiche weitere Dinge, die ebenfalls mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Dadurch laden die Bilder zum gemeinsamen Suchen und Entdecken ein. Gleichzeitig entstehen aber keine stimmigen Alltagsszenen, sondern eher wimmelige, teilweise ziemlich absurde Bildwelten.
Genau das dürfte auch darüber entscheiden, ob dieses Buch begeistert oder eher weniger anspricht. Die fantasievollen Einfälle und die vielen kleinen Details machen großen Spaß. Manche Illustrationen empfand ich allerdings auch als etwas zu schräg. Einige Figuren und Szenen haben auf mich auch eine echt gruselige Wirkung gehabt.
Auch die Wortauswahl ist stellenweise anspruchsvoll. Begriffe wie Auerhahn, Bus-Billett, Chicorée oder Sympathie erweitern zwar ganz nebenbei den Wortschatz, gehören aber vermutlich nicht zu den ersten Wörtern, die Vorschulkinder mit dem jeweiligen Buchstaben verbinden würden.
Insgesamt ist dies ein originelles Bilderbuch, das sich deutlich von vielen anderen ABC-Büchern abhebt. Die Reime, die detailreichen Illustrationen und die ungewöhnlichen Ideen bleiben im Gedächtnis. Gleichzeitig ist es sicherlich kein Buch für jedes Kind und nicht unbedingt die erste Wahl, wenn Buchstaben möglichst strukturiert eingeführt werden sollen. Wer jedoch Lust auf eine fantasievolle, leicht schräge und sprachverliebte Busfahrt hat, findet hier eine ungewöhnliche Reise durchs Alphabet.
Ein liebes Dankeschön an den Tulipan Verlag für das Rezensionsexemplar!




























