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Erstleser Halloween Herbst Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Vampire!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Basti ist ein Angsthase! Zumindest, wenn er Blut sieht – dann kippt er einfach um. Und das sogar vor seiner ganzen Klasse, echt peinlich. Leider passt das so gar nicht zu dem Geheimnis, das ihm sein Vater eines Tages offenbart: Basti stammt aus einem waschechten Vampirclan! Beim Familientreffen auf Schloss Morgengrauen darf Basti das Leben als Vampir testen. Plötzlich kann er als Fledermaus durch die Nacht fliegen und Menschen per Gedankenkraft kontrollieren – das klingt verlockend! Doch bis Mitternacht muss Basti sich entscheiden: Will er für immer ein Blutsauger sein? Und wie, bitte schön, übersteht Basti ein ganzes Wochenende mit zu vielen Vampiren? (Klappentext)

Vampir auf Probe

Der Schultag beginnt für Basti eigentlich gut. Er ist bester Laune, weil das lang ersehnte Wochenende mit seinem Vater ansteht. Selbst das Referat über den Blutkreislauf schreckt ihn nicht ab. Zumindest nicht bis zu dem Moment, bis er vorn an der Tafel steht, in die teilnahmslosen Gesichter seiner Mitschüler blickt und ins Stocken gerät. Als sich dann ausgerechnet Tommy die Fingerkuppe an einer Coladose aufschlitzt und überraschend viel Blut spritzt, ist es vorbei. Basti kippt vor der versammelten Klasse 4B bewusstlos auf den Boden.

Wegen des Ohnmachtsanfalls und der Sorgen seiner Mutter steht das geplante Vater-Sohn-Wochenende auf der Kippe. Aber ein kurzes Flüstern des Vaters reicht aus, um Bastis Mama umzustimmen. Die Reise geht zum Familientreffen auf Schloss Morgengrauen. Dort offenbart der Vater ein wohlgehütetes Geheimnis. Bastis Verwandtschaft gehört zu einer alten Vampirdynastie. Ein Wochenende lang darf Basti das Blutsaugerleben auf Probe testen. Inklusive Nachtflügen als Fledermaus, Ultraschallgehör und Gedankenkontrolle. Der Haken an der Sache ist, dass er sich bis Sonntagmitternacht entscheiden muss, ob er für immer Vampir werden oder ein normaler Mensch bleiben möchte.

Nach dem ersten Band rund um Zoas Eulenschwärme hatte ich mich eigentlich darauf gefreut, wieder mehr von der Klasse 4B zu lesen. Die bunte Truppe an der Henriette-Haumichnich-Schule war im Auftakt schließlich das Herzstück der Geschichte. Umso überraschender ist es, dass die Mitschüler diesmal kaum eine Rolle spielen. Das Blut-Fiasko in der ersten Szene dient nur als Aufhänger, um Basti aus dem Schulalltag herauszulösen und in sein Familiendrama zu verfrachten. Das Buch ist fast ausschließlich Bastis ganz persönliche Familiengeschichte.

Dafür überzeugt die Geschichte auf einer ganz anderen Ebene, nämlich als treffende Metapher für das Leben als Scheidungskind. Basti lebt im Alltag bei seiner Mutter, während der Vater für die besonderen Highlights zuständig ist. Der Wochenend-Papa residiert im übertragenen Sinne auf einem Abenteuerschloss. Bei ihm gibt es keine lästigen Pflichten, sondern Action, Ausflüge und das Gefühl, etwas völlig Außergewöhnliches zu sein. Auf der anderen Seite steht Mama, die unaufgeregt den Haushalt schmeißt, Basti bei Krankheit umsorgt und ihm die Verlässlichkeit gibt, die ein Kind im Alltag braucht.

Wie Basti mit diesem Ultimatum umgeht, zeigt viel Feingefühl des Autors. Es geht nicht primär darum, ob Fledermaus-Kräfte cooler sind als der Schulalltag, sondern um eine tiefere Frage: Wo gehöre ich hin und was bedeutet Verlässlichkeit? Die Zerrissenheit zwischen dem abenteuerlustigen Papa und dem vertrauten Zuhause bei der Mutter fängt der Autor wunderbar ein. Basti muss herausfinden, worauf es ihm im Leben wirklich ankommt und wo sein echter Platz ist. Das ist für ein Kinderbuch ab 8 Jahren ein erstaunlich kluger Blick auf die Innenwelt von Kindern in Trennungsfamilien, ohne ihnen eine fertige Moral aufzudrängen.

Mars-Leo Frei erzählt das mit viel Situationskomik, flüssig und nah an den Kindern. Die Verwandtschaft auf Schloss Morgengrauen ist wunderbar schräg, und die Dialoge machen einfach Spaß. Daniela Kohl liefert dazu wieder Schwarz-Weiß-Illustrationen ab. Ihre Fledermäuse, Vampironkel und gequälten Gesichter passen gut zum Geschehen und lockern den Text auf. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass die Geschichte genau wie der erste Band recht unvermittelt endet. Sobald die Entscheidung ansteht, wird die Handlung recht flott zum Abschluss gebracht, und man bleibt mit ein paar offenen Fragen zurück.

Hilfe, zu viele Vampire! verpackt den Spagat zwischen zwei Elternwelten mit viel Leichtigkeit und Witz. Es bringt schwere Themen überraschend leicht auf den Punkt.


Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Bilderbücher Feen Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen Vorlesebücher Weihnachten Winter

Christine Dohler: “Unsere zauberhaften Rauhnächte – Mit Elfe Njóla die magischste Zeit des Jahres erleben”

Christine Dohler (Autorin)
Sara Fandrey (Illustratorin)
Penguin Junior
Lesealter: ab 4 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Die Tradition der Rauhnächte gemeinsam erleben!

Das Weihnachtsfest ist vorbei – doch nun wartet auf Ida und Tim eine ganz besondere Zeit! Denn mitten in der Nacht flattert die Elfe Njóla in ihr Zimmer und lädt die beiden ein, den Zauber der Rauhnächte zu entdecken. Gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Großmutter genießen die Kinder nun eine gemütliche Familienzeit: Sie erkunden die Wunder der winterlichen Natur, lernen spannende Bräuche wie das magische Wünsche-Ritual kennen und viele ruhige Achtsamkeitsübungen, die alle Sinne verzaubern. So können Ida und Tim das alte Jahr gut verabschieden und sich zusammen mit ihrer Familie auf alles Neue einstimmen … bis zu den nächsten Rauhnächten!
(Klappentext)

Über die magische Zeit zwischen den Jahren


Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr hat seit jeher eine ganz eigene, geradezu magische Faszination. Mit dem Bilderbuch Unsere zauberhaften Rauhnächte laden Christine Dohler und Sara Fandrey Familien mit Kindern ab 4 Jahren ein, diese Tage voller Ruhe und Besinnlichkeit gemeinsam zu entdecken. Die Grundidee, dieses alte Brauchtum für die Kleinsten aufzubereiten, klingt wunderschön und verspricht eine gemütliche Familienzeit. Beim gemeinsamen Lesen zeigt sich allerdings schnell, dass das Buch an einigen Stellen leider sehr an der Oberfläche bleibt und viele Chancen ungenutzt lässt.

Die Illustrationen von Sara Fandrey fangen mit ihren sanften Tönen und liebevollen Details die winterliche Atmosphäre wunderbar ein. Auch die Grundstimmung rund um die Geschwister Ida und Tim, die zusammen mit ihren Eltern und der Großmutter das alte Jahr verabschieden, wirkt warm und einladend. Doch als durchgehende Geschichte funktioniert der Text nur bedingt. Er fühlt sich eher wie eine lose Aneinanderreihung einzelner Szenen an.

Beim Lesen wird deutlich, dass hier ein aktuell sehr beliebtes Thema aufgegriffen wurde. Die Rauhnächte erleben bei Erwachsenen seit einiger Zeit ein riesiges Comeback, und genau diesen Zeitgeist soll das Bilderbuch bedienen. Leider wird die Geschichte jedoch nicht mit der nötigen inhaltlichen Tiefe gefüllt. Statt Kindern echtes, greifbares Wissen über die ursprünglichen Traditionen zu vermitteln, setzt die Autorin auf moderne, teils beliebige Elemente. So taucht zum Beispiel urplötzlich die Elfe Njóla auf, aus Island. Warum eine isländische Elfe durch deutsche Rauhnächte führt, erschließt sich nicht wirklich und bringt für Vierjährige eher Verwirrung als Magie. Auch der Name Njóla ist für kleine Kinder kaum flüssig auszusprechen. Ähnlich verhält es sich mit den eingebetteten Text-Boxen zum „Elfen-Geheimwissen“ oder den „magischen Karten und Symbolen“. Das wirkt alles nett gemeint, wird im Buch aber an keiner Stelle weiter erklärt oder mit Sinn gefüllt.

Ein echtes Highlight, das bei den Kindern hängen bleibt, gibt es aber glücklicherweise doch: Das Ritual mit dem Wunschglas. Die Kinder schreiben dabei dreizehn Wünsche für das neue Jahr auf, stecken sie in Marmeladengläser und verbrennen an jedem Tag einen Zettel, um die Asche später im Garten zu vergraben. Das ist ein schöner, verständlicher und wunderbar symbolischer Akt, den Kinder sofort begreifen und aktiv mitgestalten können.

Unterm Strich ist Unsere zauberhaften Rauhnächte ein schön gestaltetes Bilderbuch, das als Inspiration für die Rauhnächte dienen kann. Leider werden für meinen Geschmack etwas zu wenige Bräuche und Hintergründe dieser besonderen Zeit erklärt, wie wir sie in Deutschlang mit unserem eigenen Brauchtum verbringen. Sicherlich mit regionalen Unterschieden. Aber eine isländische Elfe ist meines Erachtens überflüssig. Außer dem Wunschglas-Ritual nehmen die Kleinen aus der Geschichte leider wenig mit.

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Erstleser Halloween Herbst Hexen Kinderbücher Kinderbücher ab 7 Jahren Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Margit Auer: “Verflixt verhext – Besuch um Mitternacht” (Band 1)

Margit Auer (Autorin)
Csilla Bandi (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Pina ist mit ihren beiden Tanten aus der Hexenwelt an den trubeligen Ruffiniplatz gezogen. Die Menschenwelt ist aufregend, auch wenn es dort heißt: Zaubern ist aufs Strengste verboten! Schon bei ihrem ersten Ausflug auf dem Besen trifft Pina Mellie, ein richtig nettes Mädchen, das dachte, Hexen gibt es nur in Büchern. Von da an sind die beiden unzertrennlich und lüften gemeinsam ein gruseliges Geheimnis… (Klappentext)

Ein gelungenes Spuk-Abenteuer von Margit Auer

Wer nach neuem Lesestoff von Margit Auer sucht, bekommt mit Verflixt verhext eine Alternative zur Schule der magischen Tiere. Der erste Band der Hexen-Reihe ist in einer frischen, optisch komplett überarbeiteten Neuauflage erschienen. Wer die Bücher vor zehn Jahren gar nicht auf dem Schirm hatte, bekommt jetzt die perfekte Gelegenheit, zusammen mit den Kids in diese magische Welt einzutauchen.

Die Geschichte entführt uns in die Welt der Junghexe Pina, die gemeinsam mit ihren etwas schrägen Tanten aus dem friedlichen Hexendorf Greenhill mitten in die Menschenwelt zieht. Kaum haben sie sich am Ruffiniplatz eingewöhnt, fängt der Ärger allerdings auch schon an. Im neuen Zuhause geschehen lauter merkwürdige, unheimliche Dinge. Schnell wird klar, dass der böse Geist von Großtante Ambrosia dahinterstecken muss. Da die Gerüchteküche in der Nachbarschaft ohnehin schon brodelt und das Spukhaus für viel Gemunkel sorgt, steht fest, dass Tante Ambrosia verschwinden muss. Pina stolpert über einen alten Abwehrzauber, doch der entpuppt sich als richtig knifflig. Zusammen mit ihren neuen menschlichen Freunden Mellie und Robin versucht sie, den schwierigen Fluch zu bannen und das Chaos abzuwenden.

Das Buch erweist sich als ein absolut gelungener Lesestoff für Grundschulkinder. Die feine Mischung aus geheimnisvoller Magie, lustigen Alltagspannen und echter Freundschaft trifft genau den Nerv von jungen Selbstleser:innen. Man spürt auf jeder Seite die Leichtigkeit, mit der Margit Auer ihre Charaktere zum Leben erweckt und dabei alltägliche Kindergedanken mit fantasievollen Ideen verknüpft.

Ein absolutes Highlight dieser Neuauflage ist die optische Gestaltung von Csilla Bandi. Die Illustrationen im Buch sind in einem stilvollen Schwarz-Weiß gehalten, das durch leuchtende, giftgrüne Farbakzente extrem modern und spritzig wirkt. Diese Farbwahl passt fantastisch zum Hexenthema und lockert die Buchseiten so geschickt auf, dass selbst Lesemuffel nicht von langen Textblöcken erschlagen werden. Besonders charmant sind auch die kleinen Übersichtsseiten, die dem Leser genau erklären, wie die Zauberwelt rund um Flugbesen, Akku-Zauberstäbe und geheime Erkennungszeichen eigentlich funktioniert.

Beim Lesen ist mir allerdings ein kleines Detail aufgefallen, das mich persönlich ein wenig irritiert hat: Die Figuren werden im laufenden Text überraschend oft mit ihrem vollen Vor- und Nachnamen angesprochen, wie etwa Tante Emma Moonwalk. Für meinen eigenen Lesefluss wirkte das stellenweise etwas hölzern und gewöhnungsbedürftig. Für junge Leser:innen bieten solche klaren Benennungen meistens ja eine zusätzliche Orientierung, aber in jedem Absatz die vollen Namen zu benutzen, ist dann vielleicht doch nicht unbedingt nötig.

Unterm Strich ist Verflixt verhext ein rundum magischer, witziger und absolut kindgerechter Serienauftakt, der bei allen kleinen Hexenfans garantiert für große Begeisterung sorgen wird.

Ein hextastisches Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch als magisches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Bilderbücher Herbst Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen Vorlesebücher Winter

Smriti Halls: “Nur noch die eine Nuss!”

Smriti Halls (Autorin)
Lucy Fleming (Illustratorin)
Penguin Junior
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€
Stoppt das Eichhörnchen!

Fips, das Eichhörnchen, ist die allerbeste Nuss-Sammlerin weit und breit. Sie möchte einfach gut vorbereitet sein für den Winter! So bleibt jedoch keine einzige Nuss für die anderen Waldtiere mehr übrig. Kein Wunder, dass die Tiere einen Plan schmieden, um sich zu wehren. Als Fips das entdeckt, fängt sie an, darüber nachzudenken, wie viele Nüsse sie tatsächlich benötigt …
(Klappentext)

Warum Teilen viel schöner ist

Eichhörnchen Fips meint es eigentlich nur gut. Sie möchte perfekt für den kalten Winter gerüstet sein und sammelt im Herbstwald eifrig Nüsse, was das Zeug hält. Schließlich kennt sie tolle Rezeptideen für Plätzchen und Kuchen. Doch in ihrem Eifer übersieht sie völlig, dass für die anderen Waldtiere wie Maus, Hase und Dachs dadurch keine einzige Nuss mehr übrig bleibt. Als der erste Schnee fällt und die Tiere ratsuchend im Wald stehen, wird Fips klar, was sie angerichtet hat, und sie fängt an zu verstehen, worauf es im Miteinander wirklich ankommt.

Ich bin schon lange ein riesiger Fan von Lucy Flemings Arbeiten. Ihre Naturillustrationen für Kinderbücher gefallen mir einfach unheimlich gut, und auch hier fängt sie die herbstliche Waldstimmung sowie das spätere, gemütliche Beisammensein im Winter wunderbar ein. Die Zeichnungen stecken voller kleiner Details, warmen Farben und einer ausdrucksstarken Mimik bei den Figuren. Beim gemeinsamen Anschauen stellt sich sofort dieses wohlige Gefühl von Vorfreude auf die kältere Jahreszeit und gemütliche Vorlesestunden auf dem Sofa ein.

Die Geschichte von Smriti Halls ist in flüssigen, sehr eingängigen Reimen erzählt. Die Handlung ist vom Umfang und Textverständnis her auch schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet.

Das Schöne an der Geschichte ist, wie das Thema Teilen erzählt wird. Fips ist kein fieser Bösewicht, der den anderen aus Futterneid alles wegschnappt. Sie ist einfach etwas übermütig, stürzt sich voller Eifer in ihre Aufgabe und merkt vor lauter Vorfreude gar nicht, dass sie maßlos wird. Das macht sie zu einer sehr menschlichen Figur, in der sich Kinder auch wiederfinden können. Als sie merkt, dass die anderen leer ausgehen, erschrickt sie ehrlich über sich selbst und versucht direkt, ihren Fehler wieder gutzumachen.

Das Buch zeigt auf eine ganz einfühlsame Art, wie viel Spaß es machen kann, füreinander da zu sein. Es lädt beim Lesen dazu ein, kurz innezuhalten und darüber zu sprechen, dass Gemeinsamkeit oft viel wertvoller ist als der größte eigene Vorrat.

Nur noch die eine Nuss! ist eine wunderschöne Vorlesegeschichte für die Herbst- und Winterzeit, die durch die malerischen Bilder von Lucy Fleming garantiert ganz oft aus dem Regal geholt wird.

Ganz lieben Dank an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 3 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Nat Amoore: “Ich will doch keinen kleinen Bruder!”

Nat Amoore (Autor)
Nathaniel Eckstrom (Illustrator)
cbj Verlag
Lesealter: ab 3 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Ich will keinen kleinen Bruder! Der nervt total! Was ich auch versuche, um ihn loszuwerden – er kommt immer wieder zurück. Und dann tut er plötzlich etwas ziemlich Nützliches. Vielleicht ist es doch gar nicht so doof, einen Bruder zu haben …? (Klappentext)

Von kleinen Geschwistern

Zwei Jahre hat der große Bruder nun geduldig gewartet. Seine Mutter hatte schließlich behauptet, irgendwann würde er schon merken, wie toll so ein kleiner Bruder ist. Tja. Bislang gibt es dafür wenig Anzeichen. Der Kleine kann nicht richtig klettern, nicht malen und eigene Freunde hat er offenbar ebenfalls nicht. Dafür hängt er ständig an seinem großen Bruder und nervt. Also steht fest: Er muss weg.

Und an Ideen mangelt es nicht. Der kleine Bruder wird kurzerhand nach Frankreich geschickt, im Zoo untergebracht und schließlich sogar mit einer Rakete zum Mond befördert. Nur leider besitzt er eine erstaunliche Begabung dafür, immer wieder zurückzufinden. Erst als Bruno, der heißgeliebte Teddy des großen Bruders, plötzlich verschwunden ist und sämtliche Erwachsenen bei der Suche erfolglos bleiben, schlägt die große Stunde des bislang völlig nutzlosen kleinen Bruders.

Ich habe bei diesem Buch wirklich herzlich gelacht. Gerade weil hier nicht versucht wird, Geschwisterliebe als dauerharmonisch zu verkaufen. Kleine Geschwister können nerven. Gewaltig sogar. Sie wollen genau das haben, womit man selbst gerade spielt, laufen einem hinterher, mischen sich ein und sind aus Sicht eines älteren Kindes erstaunlich oft dort, wo man sie überhaupt nicht gebrauchen kann.

Bei uns trifft die Geschwisterkonstellation aus dem Buch komplett zu. Dementsprechend hoch ist der Wiedererkennungswert bei meinem Großen. Natürlich verschickt hier niemand jemanden nach Frankreich (obwohl wir die Drohung mit dem Mond regelmäßig hören). Die Grundstimmung dürfte vielen Familien mit mehreren Kindern sehr bekannt vorkommen. Gerade die völlig überzogenen Ideen, den kleinen Bruder wieder loszuwerden, machen die Geschichte so witzig. Gleichzeitig wirkt der Ärger des Großen erstaunlich echt. Und dass der Kleine am Ende nicht plötzlich zum Lieblingsmenschen erklärt wird, sondern sich einfach als ziemlich nützlich erweist, passt perfekt zum Ton des Buches.

Nathaniel Eckstroms Illustrationen machen aus den absurden Ideen absolute Höhepunkte. Besonders der kleine Bruder im Briefkasten ist herrlich. Während der Große seine Pläne offenbar vollkommen ernst nimmt, sitzt der Kleine in vielen Situationen so zufrieden mittendrin, dass die Bilder einen ganz eigenen Witz bekommen. Dazu kommt angenehm wenig Text. Schon Dreijährige können der Geschichte gut folgen, und auch ohne Vorlesen lässt sich anhand der Bilder ziemlich genau erkennen, was gerade passiert.

„Ich will doch keinen kleinen Bruder!“ trifft dieses ganz besondere Verhältnis zwischen Geschwistern erstaunlich gut. Man kann sich gegenseitig fürchterlich auf die Nerven gehen und im entscheidenden Moment trotzdem füreinander da sein. Vor allem aber ist das Buch unglaublich witzig.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar. Für meinen großen Sohn bietet es reichlich kreative Anregung um Umgang mit seinen Geschwistern 😉

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Madlen Ottenschläger: “Das Krawallkehlchen – Kann’s schon ganz alleine!”

Madlen Ottenschläger (Autorin)
Ramona Wultschner (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Mika ist sauer. Die große Schwester Jule darf schon alleine zu Tante Trudi fliegen, aber Mika nicht. Und dann sind auch noch die weltbesten Futterknödel alle. Wenn das mal kein Grund ist zu krawallen! Kurzerhand beschließt Mika, ganz allein für neue Futterknödel zu sorgen. Wie gut, dass Mika so gute Freunde im Stadtpark hat, die zu Hilfe kommen: Eichhörnchen Ebbe zeigt Mika, wo es die besten Körner gibt, Annie Amsel steuert Kokosfett bei, und von Krawumm bekommt Mika die Schnur zum Aufhängen. Am Ende helfen alle zusammen und feiern, was Mika jetzt schon alleine kann! (Klappentext)

Wenn kleine Vögel große Gefühle haben

Wer Kinder im Kindergartenalter hat, kennt diese Situationen nur zu gut. Eben war noch alles in bester Ordnung und im nächsten Augenblick kocht die Wut über wie ein kleiner Vulkan. Genau so ergeht es dem Rotkehlchen Mika. Mika ist nämlich mächtig sauer. Die ältere Schwester Jule darf schon ganz alleine zu Tante Trudi fliegen, aber Mika ist dafür angeblich noch viel zu klein. Das ist doch komplett unfair! Als dann auch noch die geliebten Futterknödel aufgebraucht sind, wird aus dem kleinen Piepmatz schlagartig das Krawallkehlchen. Doch anstatt nur wütend mit den Füßen zu stampfen, reift ein Entschluss: Dann werden die Futterknödel eben ganz alleine selbst gemacht.

Madlen Ottenschläger fängt das Thema Autonomie und die typische Geschwisterdynamiken sehr treffend und lebensnah ein. Kleine Kinder wollen nun einmal am liebsten schon genauso groß sein wie die Älteren und stoßen dabei regelmäßig an ihre eigenen Grenzen. Dass das frustriert und man da auch mal laut wird, ist absolut nachvollziehbar. Die Geschichte vermittelt dabei eine herrlich entlastende Botschaft: Jedes Gefühl hat seine Berechtigung, und Wut ist keine Schwäche oder eine Unart, sondern schlichtweg verständliche Energie, die rausgelassen werden muss. Genauso wichtig ist aber auch die Einsicht, dass man nicht alles im Leben völlig alleine schaffen muss und Unterstützung von Freunden eine echte Hilfe ist.

Die farbenfrohen Illustrationen von Ramona Wultschner fangen die Wutausbrüche und die Mimik der Tiere treffend ein. Bei der Textmenge sollte man allerdings einplanen, dass die Geschichte recht ausführlich geraten ist. Gerade für jüngere Kinder ab 4 Jahren kann das Durchhalten am Stück manchmal etwas lang werden. Hier lohnt es sich, das Buch einfach in kleinen Lese-Etappen zu genießen. Auch die Fülle an verschiedenen Tiernamen von Ebbe bis Annie fordert beim Vorlesen etwas Aufmerksamkeit, damit die Kleinen im trubeligen Parkgeschehen nicht den Überblick verlieren. Wenn man die Figuren beim Vorlesen einfach schlicht als Amsel oder Eichhörnchen bezeichnet, erleichtert das den Lesefluss für die ganz Kleinen oft ungemein.

Ein gelungenes Extra wartet am Ende des Buches: Das integrierte Gefühlsrad bietet einen super Aufhänger, um nach dem Lesen ganz ungezwungen über eigene Emotionen zu sprechen und Worte für das zu finden, was im Bauch manchmal so heftig zwickt und zwackt. Es lädt Kinder und Eltern gleichermaßen dazu ein, über den eigenen Alltag nachzudenken.

Das Krawallkehlchen – Kann’s schon ganz alleine! ist ein richtig schönes, humorvolles und stärkendes Bilderbuch. Eine tolle Empfehlung voller Verständnis für die großen Emotionen der Kleinsten, die zeigt, dass man gemeinsam meistens viel weiter kommt als ganz allein.

Vielen lieben Dank an den Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat!

Weitere Bücher vom Krawallkehlchen gibt es hier:

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Jasmin Schaudinn: “Simsalapokus, Rina! – Die wilde Buchstaben-Hexerei”

Jasmin Schaudinn (Autorin)
Alina Spiekermann (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Hexe Rina möchte so gern einmal aufs Hexenfest. Doch das geht nur mit dem geheimnisvollen Zauberwort! Also schwingt sie sich mit ihrem besten Freund, Fledermaus Rudi, auf den Besen und fliegt los, um das Rätsel des Zauberwortes zu lösen. Unterwegs lernen sie die ersten Buchstaben – und am Ende feiern Rina und Rudi mit den großen Hexen ein rauschendes Fest. (Klappentext)

Zauberhafte Buchstaben-Magie zum Mitmachen und Staunen

Hexe Rina wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich am großen Hexenfest teilzunehmen und mit den anderen Waldhexen durch die Lüfte zu sausen. Doch der Zutritt zu diesem besonderen Ereignis ist gar nicht so einfach. Um mitfeiern zu dürfen, muss Rina ein geheimnisvolles Zauberwort knacken. Gemeinsam mit ihrem treuen Begleiter, der niedlichen Fledermaus Rudi, schwingt sie sich kurzerhand auf ihren Besen und macht sich im Knisterwald auf die Suche nach den Hinweisen. Unterwegs begegnen die beiden verschiedenen Fabelwesen, die ihnen Rätselaufgaben stellen.

Jasmin Schaudinn verwebt hier eine richtig süße Vorlesegeschichte mit ersten spielerischen Berührungspunkten zur Welt der Buchstaben. Allerdings nimmt das Buch nicht das komplette Alphabet durch, sondern konzentriert sich ganz gezielt auf vier ausgewählte Buchstaben: R, L, S und M. Diese ziehen sich als roter Faden durch Rinas kleines Abenteuer und sind direkt in die Handlung eingebunden.

Optisch ist das Kinderbuch von Alina Spiekermann schlichtweg fantastisch in Szene gesetzt. Die Farben strahlen förmlich von den Seiten und schaffen von der ersten Seite an eine wunderschöne, magische Kulisse. Überall auf den großformatigen Bildern entdecken kleine und große Betrachter liebevolle Details, wie schimmernde Edelsteine, funkelnden Magiestaub, leuchtende Fliegenpilze und verwunschene Waldpflanzen, die die Fantasie sofort anregen.

Richtig cool gelungen ist der interaktive Charakter des Buches. Auf den bunten Doppelseiten finden sich immer wieder Zettel mit der Aufschrift „Für dich:“. Hier wird das mitlesende Kind direkt angesprochen und zum aktiven Mitmachen eingeladen. Die Aufgaben sind wunderbar kreativ und abwechslungsreich. Mal geht es darum, Laute wie das wilde Schnurren beim Buchstaben R nachzuahmen, mal werden die Kleinen angeregt, Buchstaben selbst mit den Händen zu legen, zum Beispiel aus Stöckchen, Löffeln, Salzstangen oder Bausteinen und mal gibt es etwas kniffligere Worträtsel.

Durch dieses gelungene Zusammenspiel aus aktivem Mitmachen und einer magischen Geschichte prägen sich die ersten Laute fast wie von selbst ein. Ein rundum gelungenes, farbenfrohes Bilderbuch für Kinder ab 5 Jahren, das ganz ohne schulischen Druck und mit viel Magie die Neugier auf das spätere Lesenlernen weckt. Ganz toll für die Vorschule.

Ein magisches Dankeschön an den Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

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Naomi Tipping: “Bring alle Katzen ins Bett”

Naomi Tipping (Autorin/ Illustratorin)
Oetinger Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
12 Seiten

Wenn kleine Kätzchen schlafen gehen

Miau, wer ist denn da schon müde? In diesem interaktiven Pappbilderbuch warten 5 große, stabile Papp-Spielfiguren darauf, ins Bett gebracht zu werden. Welche Mieze gehört in welches Bett? Und was machen die Samtpfoten, um einzuschlummern? Noch schnell ins Bad, oder die Spielzeuge aufräumen? (Klappentext)

Wenn kleine Katzen schlafen gehen

Das abendliche Zubettgehen ist in vielen Familien ein ganz besonderer, manchmal aber auch unruhiger Moment. Ein Buch, das diesen Übergang spielerisch begleitet und die Kinder aktiv einbindet, kommt da oft wie gerufen. Mit Bring alle Katzen ins Bett! hat Naomi Tipping ein interaktives Pappbilderbuch geschaffen, das die klassische Gute-Nacht-Geschichte mit einem Spielkonzept verbindet.

Im Buch warten fünf Kätzchen darauf, nach ihren jeweiligen Abendritualen schlafen gelegt zu werden. Das Besondere daran sind die fünf robusten Pappfiguren. Auf der Vorderseite sind die kleinen Samtpfoten noch hellwach, dreht man sie jedoch um, tragen sie bereits ihren Pyjama und haben die Augen geschlossen. Die Aufgabe der Kinder ist es nun, das jeweilige Kätzchen in das passende Bettchen im Buch zu schieben, das wie eine kleine Tasche gestaltet ist.

Dieses scheinbar einfache Steckspiel ist für Zweijährige eine hervorragende Übung für die Entwicklung. Das gezielte Greifen der Figuren, das Wenden und das feinfühlige Einführen in die Schlitze erfordern Konzentration und trainieren die Hand-Auge-Koordination sowie die Feinmotorik auf ganz spielerische Weise. Gleichzeitig regt das Buch das logische Kombinieren an. Auf den Seiten verstecken sich kleine visuelle Hinweise, welche Katze in welches Bett gehört, wie etwa ein passendes Muster auf der Bettdecke.

Die kurzen Reime begleiten die typischen Schritte vor dem Einschlafen wie das Waschen, Essen oder das Vorlesen. Kinder erkennen ihre eigenen Abläufe wieder und können durch das aktive Schlafenlegen der Figuren selbst einmal die Großen sein, die jemanden ins Bett bringen. Es ist ein süßes Mitmachbuch, das Spielspaß und Einschlafbegleitung harmonisch vereint und eine wunderbare Bereicherung für das abendliche Ritual darstellt.

Auch erhältlich:

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Karsten Teich: “Es fährt ein Bus durchs ABC”

Karsten Teich (Autor/ Illustrator)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Eine bunte Truppe voll fantastischer Figuren fährt gemeinsam durchs Buchstabenland: Ein Bär mit Bus-Billett und ein Barsch mit Bügelbrett, eine Elefantengruppe mit ‘nem Eimer Erbsensuppe, eine schicke Cowboy-Clique, dünne Dackel und auch dicke…
Wo die Reise wohl hingeht?

(Klappentext)

Eine ziemlich schräge Reise durchs Alphabet

Ein Busfahrer fährt quer durchs Buchstabenland und sammelt unterwegs die unterschiedlichsten Fahrgäste ein. Den Anfang macht ein Alligator mit Antenne, später steigen unter anderem ein Bär mit Bus-Billett, ein Barsch mit Bügelbrett, eine Cowboy-Clique, Dackel und eine ganze Elefantengruppe mit Erbsensuppe zu. Gemeinsam geht es über abenteuerliche Straßen, durch Tunnel und vorbei an allerlei Hindernissen bis zu einem ganz besonderen Ziel.

ABC-Bücher gehören zu den Klassikern im Bilderbuchregal. Viele setzen dabei auf möglichst klare Zuordnungen und vertraute Begriffe, damit Kinder die Buchstaben nach und nach kennenlernen können. Es fährt ein Bus durchs ABC schlägt dagegen einen deutlich verspielteren Weg ein.

Die gereimten Texte haben mir beim Vorlesen gut gefallen. Sie lesen sich flüssig und haben einen angenehmen Rhythmus, auch wenn der bereimte Inhalt ziemlich absurd ist. Besonders auffällig sind die Illustrationen von Karsten Teich. Auf den Doppelseiten gibt es unglaublich viel zu entdecken. Neben den Figuren und Gegenständen aus dem Text verstecken sich zahlreiche weitere Dinge, die ebenfalls mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Dadurch laden die Bilder zum gemeinsamen Suchen und Entdecken ein. Gleichzeitig entstehen aber keine stimmigen Alltagsszenen, sondern eher wimmelige, teilweise ziemlich absurde Bildwelten.

Genau das dürfte auch darüber entscheiden, ob dieses Buch begeistert oder eher weniger anspricht. Die fantasievollen Einfälle und die vielen kleinen Details machen großen Spaß. Manche Illustrationen empfand ich allerdings auch als etwas zu schräg. Einige Figuren und Szenen haben auf mich auch eine echt gruselige Wirkung gehabt.

Auch die Wortauswahl ist stellenweise anspruchsvoll. Begriffe wie Auerhahn, Bus-Billett, Chicorée oder Sympathie erweitern zwar ganz nebenbei den Wortschatz, gehören aber vermutlich nicht zu den ersten Wörtern, die Vorschulkinder mit dem jeweiligen Buchstaben verbinden würden.

Insgesamt ist dies ein originelles Bilderbuch, das sich deutlich von vielen anderen ABC-Büchern abhebt. Die Reime, die detailreichen Illustrationen und die ungewöhnlichen Ideen bleiben im Gedächtnis. Gleichzeitig ist es sicherlich kein Buch für jedes Kind und nicht unbedingt die erste Wahl, wenn Buchstaben möglichst strukturiert eingeführt werden sollen. Wer jedoch Lust auf eine fantasievolle, leicht schräge und sprachverliebte Busfahrt hat, findet hier eine ungewöhnliche Reise durchs Alphabet.

Ein liebes Dankeschön an den Tulipan Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Katharina E. Volk: ” Eine kleine Katze für Anton”

Katharina E. Volk (Autorin)
Sarah Garbers (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 8,99€

Lesen lernen wie im Flug!

Anton und seine Eltern ziehen in eine neue Stadt. Alles ist anders, Anton ist traurig. Eines Tages findet er ein Kätzchen im Garten. Jetzt ist er nicht mehr allein! Dummerweise hat Antons Papa diese blöde Katzenhaarallergie. Zum Glück stellt sich heraus, dass die Familie, der die Katze gehört, gleich um die Ecke wohnt. So hat Anton nicht nur eine kleine Katze, sondern auch neue Freunde gefunden! (Klappentext)

Schritt für Schritt zum ersten Leseerfolg

Anton zieht mit seinen Eltern in eine völlig fremde Stadt, kennt dort noch keine Menschenseele und vermisst verständlicherweise sein altes Zuhause. Die anfängliche Traurigkeit verfliegt jedoch schlagartig, als er im Garten ein zuckersüßes Kätzchen entdeckt. Endlich ein kleiner Trostspender! Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken, denn Antons Papa leidet unter einer extrem lästigen Katzenhaarallergie. Das Haustier auf Dauer zu behalten, fällt damit flach. Glücklicherweise entpuppt sich der vermeintliche tierische Ausreißer als der Schlüssel zur Rettung gegen die Einsamkeit. Die Familie, die das Kätzchen schmerzlich vermisst, wohnt nämlich direkt um die Ecke. Am Ende verliert Anton zwar den flauschigen Dauergast, gewinnt dafür aber eine tolle Anlaufstelle zum Katzenstreicheln und – was noch viel wichtiger ist – neue Freunde in der Nachbarschaft.

Katharina E. Volk greift hier genau das auf, was wohl fast jedes Kind absolut nachvollziehen kann: den großen Wunsch nach einem eigenen Haustier. Es ist eine bodenständige Erzählung aus dem echten Leben, die sich durch die vier kurzen Kapitel prima einteilen lässt. Weil die Hauptwörter im Text konsequent durch kleine Bilder ersetzt wurden, können schon Vorschulkinder ab fünf Jahren beim gemeinsamen Lesen aktiv mitmachen, selbst wenn sie noch gar keine Buchstaben kennen. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Kinder spielerisch einzubinden und erste kleine Erfolgserlebnisse zu sammeln, weil sie die Sätze ganz alleine beenden dürfen.

Das gesamte Konzept ist absolut durchdacht und die Symbole im Text sind durchweg verständlich und altersgerecht gewählt. Sollte bei dem einen oder anderen Bildsymbol doch mal ein kleines Fragezeichen auftauchen, haben die Macher perfekt mitgedacht: Am Ende des Buches gibt es eine praktische, ausklappbare Wörterliste. So lässt sich jedes Bild im Handumdrehen nachschlagen, was den Lesefluss kaum stört und ganz nebenbei eine schöne Gelegenheit bietet, den eigenen Wortschatz spielerisch zu erweitern.

Die Illustrationen von Sarah Garbers bedienen mit dem übergroßen Kopf des Kätzchens perfekt das Kindchenschema und lösen sofort den ultimativen Knuddel-Impuls aus. Die anschließenden Rätsel runden das Paket wunderbar ab, weil Eltern so ganz nebenbei prüfen können, ob beim Mitlesen auch wirklich etwas vom Inhalt hängengeblieben ist.

Insgesamt ist dieses Buch eine rundum gelungene Kombination aus einfühlsamer Erzählung und interaktiver Leseförderung. Es nimmt die Ängste vor Veränderungen ernst und zeigt den Kindern auf Augenhöhe, dass aus einer vermeintlichen Enttäuschung etwas richtig Tolles entstehen kann. Ein absolut hochwertiges Wohlfühlbuch für den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Ravensburger Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!