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Breanne Randall: “Das Geheimnis von Liebe und Magie”

Breanne Randall (Autorin)
Goldmann Verlag
496 Seiten
Taschenbuch: 14,00€

Seit Generationen haben die Frauen der Familie Revelare magische Kräfte. Die zauberhaften Kuchen und Cupcakes, die Sadie und ihre Großmutter Gigi in ihrem kleinen Café im beschaulichen Poppy Meadows verkaufen, lindern Herzschmerz oder schenken Mut und Zuversicht. Doch auf Sadie lastet auch ein Fluch: Wird ihr Herz viermal gebrochen, verliert sie ihre Magie für immer. Drei Menschen haben sie bereits im Stich gelassen – unter ihnen ihre erste große Liebe, der Feuerwehrmann Jake. Als er nach Poppy Meadows zurückkehrt, ist Sadie fest entschlossen, ihm aus dem Weg zu gehen. Aber ihr verräterisches Herz schlägt bei seinem Anblick jedes Mal höher … (Klappentext)

Eine Liebesgeschichte, die zu schwerfällig ist

Das Geheimnis von Liebe und Magie hat mich auf den ersten Blick sofort gehabt: dieses herbstliche, cozy Cover, der gemütliche Kleinstadt-Vibe, ein Familienfluch und dazu der Vergleich mit „Gilmore Girls“. Alles Zutaten, die genau mein Ding sind. Entsprechend hoch war meine Erwartung. Leider hat die Geschichte sie für mich nicht erfüllt.

Die Idee ist eigentlich wunderbar: In Sadies Familie steckt Magie. Ihre Kuchen heilen gebrochene Herzen, spenden Mut oder Trost. Doch über Sadie liegt ein Fluch. Wenn ihr Herz ein viertes Mal bricht, verliert sie ihre Gabe. Drei Brüche hat sie schon hinter sich und als ihre Jugendliebe Jake zurückkehrt, wird klar, dass es dieses Mal um alles geht.

Das klingt nach Romantik und Zauber, hat sich beim Lesen aber erstaunlich schwer getan. Die Geschichte ist dicht, stellenweise sprunghaft, und so beladen mit Verlust, Krankheit und alten Wunden, dass die Magie kaum Raum zum Atmen bekommt.

Poppy Meadows als Schauplatz hat mir dagegen gefallen. Dieses herbstliche Kleinstadtflair mit Cafés, Backduft und vertrauten Gesichtern ist gelungen eingefangen. Auch Sadies Großmutter Gigi bringt Witz und Herzenswärme, die der Geschichte guttun. Ohne sie wäre das Buch noch um einiges düsterer.

Mit Sadie selbst bin ich allerdings nicht warm geworden. Sie bleibt distanziert, zögerlich und manchmal so in sich verstrickt, dass ihre Entwicklung kaum spürbar wird. Die Liebesgeschichte zwischen Jake und ihr hat mich nicht sonderlich abgeholt.

Trotzdem hat das Buch Momente, die hängen bleiben – etwa, wenn sich Magie, Erinnerungen und der Duft frisch gebackener Cupcakes miteinander verweben. In diesen Augenblicken blitzt auf, wie feinfühlig Breanne Randall eigentlich schreibt. Leider gehen sie zu oft im Durcheinander aus Dramatik und Melancholie unter.

Insgesamt ist es kein schlechtes Buch, eben nur eines, das für mich die Balance verloren hat. Es wollte Magie und Romantik, aber auch eine gewisse Melodramatik zugleich und hat dabei von seiner Leichtigkeit eingebüßt. Vielleicht trifft es Leser:innen, die genau diese Mischung suchen. Mich hat es eher nicht überzeugen können.

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Mila Summers: “Weihnachtszauber in London”

Mila Summers (Autorin)
306 Seiten
Taschenbuch: 12,00€

Holly ist in London als Waise aufgewachsen. Deshalb hält sie es zunächst für einen Scherz, als sie kurz vor Weihnachten einen Brief erhält, in dem ihr Großvater ihr offenbart, dass sie die zukünftige Königin einer kleinen Insel im Mittelmeer ist. So klein, dass Holly noch nie etwas davon gehört hat. Die tollpatschige Holly zählt weder in der Schule noch an der Uni zu den besonders beliebten Mädchen. Niemand sieht sie, so wie sie wirklich ist. So ist sie bei Eingang der Nachricht davon überzeugt, dass sich nur wieder jemand über sie lustig machen will. Erst als ihr Großvater sie in dem kleinen Londoner Café besucht, in dem sie neben der Uni jobbt, sickert die Erkenntnis über ihre blaublütige Herkunft in ihr Bewusstsein ein. Turbulente Zeiten stehen ihr bevor. Denn der Thron, der ihr von Rechts wegen zusteht, wird von einem anderen, ziemlich gut aussehenden Kandidaten begehrt. Schon bald fliegen die Fetzen zwischen den beiden, bis schließlich auch die Funken sprühen. Holly muss sich entscheiden: Thron oder Liebe? (Klappentext)

Eine weihnachtliche Romanze mit royalem Flair

„Weihnachtszauber in London“ weckt mit seinem Titel und Klappentext große Erwartungen an eine romantische Weihnachtsgeschichte, die in der funkelnden Winterwelt Londons spielt. Der Einstieg schafft es, diese Atmosphäre wunderbar einzufangen. Holly, die sympathische, etwas tollpatschige Hauptfigur, lebt in der britischen Hauptstadt, jobbt neben ihrem Studium in einem Café und versucht, ihren Weg im Leben zu finden. Der Brief, der ihre royale Herkunft enthüllt, bringt Schwung in die Handlung und lässt erahnen, dass Holly ein großes Abenteuer bevorsteht.

Doch nachdem die Geschichte zu Beginn in London verweilt, verlagert sich die Handlung zügig auf eine kleine Mittelmeerinsel, von der sie nicht mehr runterkommt. Mit der Reise geht leider ein großer Teil der magischen Weihnachtsstimmung verloren, die der Titel und der Klappentext versprochen hatten. Auch Hollys bisheriges Leben, ihre Arbeit, ihr Studium und ihr Alltag, spielen ab diesem Punkt keine Rolle mehr, was ich persönlich schade fand.

Der Großteil des Buches konzentriert sich stark auf Hollys Anpassung an das Inselleben. Es geht viel weniger um ihre Rolle als zukünftige Regentin, als vielmehr um detaillierte Beschreibungen von Reitausflügen. Zwar gibt es einige charmante Momente und die leichten Dialoge sorgen für unterhaltsame Lesestunden, aber insgesamt wirkte der Plot für mich etwas ereignisarm. Es passiert zwar einiges auf den Seiten, doch die Ereignisse sind oft wenig tiefgehend oder überraschend, stellenweise auch schwierig nachvollziehbar. Besonders der Fokus auf das Reiten hat sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen.

Das Buch liest sich dennoch flüssig und Holly bleibt eine liebenswerte Protagonistin, mit der man gerne Zeit verbringt. Die angedeutete Romanze ist vorhersehbar, fügt sich aber stimmig in die Geschichte ein und bietet einige süße Momente. Wer eine ruhige, leichte Weihnachtsgeschichte sucht, wird mit diesem Buch schöne Lesestunden verbringen – allerdings weniger in London als gedacht.

Insgesamt ist „Weihnachtszauber in London“ eine lockere, mediterran-winterliche Romanze mit Wohlfühlcharakter. Eine nette Lektüre für einen gemütlichen Nachmittag in der Weihnachtszeit.

Weihnachten – Die schönste Zeit des Jahres

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Emiko Jean: “Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe”

Emiko Jean
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
empfohlenes Alter: ab 13 Jahre
gebundene Ausgabe: 18,00€
Und plötzlich bist du Prinzessin von Japan

Bislang waren das einzig Besondere in Izumi Tanakas Leben ihre japanische Herkunft und ihr unbekannter Vater. Bis sie herausfindet, dass dieser Unbekannte kein Geringerer ist als der zukünftige Kaiser von Japan. Und das wiederum bedeutet, dass Izzy plötzlich kaiserliche Kronprinzessin ist … immer nur einen kulturellen Fauxpas vom nächsten Skandal entfernt. Wird ihr Prinzessinnentraum zum Albtraum? (Klappentext)

Unterhaltsame Plötzlich-Prinzessin-Geschichte

Izumi Tanaka ist ein Teenager mit japanischer Abstammung, der in einer Kleinstadt in den Südstaaten der USA aufwächst. Dass sie anders ist, lassen sie einige ihrer Mitschüler immer wieder spüren. Doch Izumi fühlt sich weder richtig japanisch noch amerikanisch. Besonders, da sie keine Ahnung hat, wer eigentlich ihr Vater ist. Das ändert sich schlagartig, als sie in den Büchern ihrer Mutter einen entscheidenden Hinweis findet. Was danach geschieht, erinnert an eine Mischung aus “Plötzlich Prinzessin” und einen Hauch “Crazy Rich Asians”, denn Izzys Vater ist kein Geringerer als der Kronprinz von Japan.

So fliegt Izzy nach Japan, um ihre Familie und Wurzeln kennenzulernen und mehr über sich selbst zu erfahren. Doch eine Prinzessin zu sein, ist nicht einfach. Die höfische Etikette und die japanischen Vorstellungen von gutem Benehmen sind das reinste Minenfeld. Mehr als einmal stolpert Izzy in ein Fettnäpfchen und die Erwartungen an eine Kronprinzessin sind wirklich hoch.

Ich bin sehr begeistert von Izumis Entwicklung während der Geschichte. Anfangs ist sie voller Selbstzweifel. Sie fühlt sich unvollständig und nirgends richtig zugehörig.  Aber sie wächst an ihren Herausforderungen, wird erwachsener und selbstbewusster. Wo ich an ihrer Stelle verzweifelt wäre, beweist sie einen eisernen Willen. Eine überaus sympathische Heldin.

Aber auch sämtliche Nebencharaktere, wie ihre Eltern oder ihre besten Freundinnen oder der japanische Zweig aus Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bringen meist eine kleine, spannende Nebenhandlung mit, was den Unterhaltungsfaktor maßgeblich erhöht. Die Liebesgeschichte zwischen Izzy und ihrem Leibwächter ist zwar wenig überraschend, teils auch ziemlich kitschig, aber irgendwie auch total süß.

Emiko Jeans Schreibstil finde ich absolut passend für die Charaktere und Handlung: jugendlich, humorvoll, an den richtigen Stellen flapsig oder gefühlvoll. Mich konnte sie von der ersten Seite an fesseln. Auch die wunderschönen Beschreibungen Japans nehmen einen völlig gefangen. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und kann den zweiten Teil kaum erwarten!

Allerliebsten Dank an LovelyBooks, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte!

Für alle Neugierigen, die es nicht erwarten können, gibt es den 2. Band in englischer Sprache: