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Smilla Blau: “Biber Justin – Auf der dunklen Seite des Pools”

Smilla Blau (Autorin)
Nikolai Renger (Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
240 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Hilfe! Keiner glaubt mir, nicht mal mein bester Kumpel

Gestern ist mein Opa bei uns eingezogen, und er hat seinen neuen Hund Justin mitgebracht. Aber Leute, das ist kein Hund, sondern ein BIBER! Leider merkt das niemand, außer mir. Nichts ist vor seinen krassen gelben Zähnen sicher: Kabel, Tischbeine – und mein geliebter Pool. Ständig hängt Justin im Wasser ab, und ich kann nicht mehr darin trainieren. (Dabei will ich doch Profiwassersportler werden!) Und das alles macht er mit voller Absicht! Woher ich das weiß? Dieses Biest spricht (allerdings nur mit mir) und will den Pool für sich allein! Ich muss Justin so schnell wie möglich wieder loswerden. Nur wie? Dieser Typ ist echt clever!
(Klappentext)

Abenteuer mit Biber

Als Opa mit seinem Therapiehund bei Lenny einzieht, ist die Freude groß. Immerhin war Opa früher Wasserballtrainer und Lenny steht kurz vor der wichtigen Qualifikation für das Jugendnationalteam. Das Problem ist nur, dass sich der angebliche Hund als ein ziemlich vorlauter Biber namens Justin entpuppt. Statt Stöckchen zu holen, knabbert er mit Vorliebe Türrahmen und Gartenmöbel an. Schlimmer noch ist für Lenny, dass Justin kurzerhand den heimischen Trainingspool besetzt und ihn zu seiner privaten Festung umbaut. Da für Lenny ohne Pool das dringend notwendige Schwimmtraining ins Wasser fällt, lautet der Plan: Der Biber muss weg. Irgendwie. Was als erbitterter Revierkampf um das kühle Nass beginnt, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit zu einer unerwarteten Freundschaft, bei der Justin für Lenny zu einer ganz besonderen Unterstützung wird, als es beim Wasserball um alles oder nichts geht.

Schon beim ersten Blick auf das Cover, das von Nikolai Renger dynamisch und witzig gestaltet wurde, und auf den Titel erkennt man den Humor des Buches. Die namentliche Nähe zu einem gewissen Popstar ist ein genialer, saukomischer Geniestreich von Smilla Blau. Und wer bei der „dunklen Seite des Pools“ sofort an Darth Vader und Star Wars denkt, liegt wohl goldrichtig. Es ist eine herrliche filmische Anspielung, die zeigt, dass hier mit viel Augenzwinkern gearbeitet wird. Als erwachsener Leser:in stolpert man anfangs vielleicht über die Tatsache, dass dieser Biber nicht nur munter mit Lenny spricht, sondern nebenbei auch noch einen eigenen Social-Media-Account betreibt, von dem die Erwachsenen und Lennys Freunde auf magische Weise überhaupt nichts mitbekommen. Ja, das ist schon sehr vermenschlicht und mag dem logischen Elterngehirn erst einmal etwas befremdlich vorkommen. Aber betrachtet man das Ganze aus der Sicht der Zielgruppe ab acht oder neun Jahren, ist es vermutlich genau das, was die Geschichte so cool macht. Diese exklusive Verbindung zwischen einem Kind und einem Tier, von der die Erwachsenen keinen blassen Schimmer haben.

Hinter dem ganzen Chaos, dem Slapstick und den verstopften Wasserleitungen verbirgt sich aber auch eine tiefgründigere Ebene. Justin ist nämlich kein böswilliger Saboteur, er folgt einfach nur seinem natürlichen Instinkt. In einer Welt, in der natürliche Flussläufe und Wildnisse immer knapper werden, baut er sich seine Burg eben dort, wo er klares Wasser findet: in Lennys Pool. Smilla Blau gelingt hier das Kunststück, ganz leise das Thema Naturschutz und schwindenden Lebensraum bedrohter Arten anklingen zu lassen. Lenny (und mit ihm die jungen Leser:innen) begreift nach und nach, welchen unschätzbaren Nutzen Biber in der freien Natur eigentlich haben. Aus dem nervigen Pool-Besetzer wird ein schützenswertes Wesen, das man am Ende der Geschichte gar nicht mehr gehen lassen möchte.

Diese neu gewonnene Empathie spiegelt sich auch in Lennys sportlicher Entwicklung wider. Er leidet unter einer klassischen Blockade. Er trainiert zwar extrem hart, aber sobald er im Spiel unter Druck gerät, kommen die Selbstzweifel. Wie das Buch diese mentale Krise löst, ist psychologisch vielleicht nicht ganz lehrbuchmäßig, aber dafür unglaublich witzig, effektiv und kindgerecht. Am Ende steht eine herzerwärmende Botschaft über Leistungsdruck, Versagensängste und die Erkenntnis, dass Unterstützung manchmal aus der unerwartetsten, pelzigsten Ecke kommt. Eine absolute Empfehlung für alle Kids, die Lust auf ein witziges Abenteuer haben, das im Kern zeigt, wie wichtig es ist, die Natur und ihre eigensinnigen Bewohner zu verstehen und zu schützen.

Ein riesengroßes Dankeschön an Fischer Sauerländer für dieses Rezensionsexemplar!

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Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Zaubereulen!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Pappbilderbuch: 12,90 €

Zoa ist wütend! Erst wandert ihre Oma nach Griechenland aus (für immer!), dann zieht Zoa mit ihren Eltern in eine neue Stadt und weit weg von ihrer besten Freundin Carlotta. Das ist so unfair! Der Start nach den Ferien in der 4B der Henriette-Haumichnich-Schule ist auch nicht besser ‒ vor allem, als plötzlich ganz schön viele Eulen um sie herum auftauchen. Zwar liebt Zoa Eulen, aber diese scheinen auf magische Weise mit ihr verbunden zu sein. Und: Es werden immer mehr! Bevor die anderen aus der Klasse Zoa selbst für einen komischen Kauz halten, braucht sie dringend Hilfe. Warum hat ausgerechnet Zoa zu viele Zaubereulen? (Klappentext)

Gefühlschaos mit Eulen

Zoa platzt innerlich fast vor Wut. Ihre Oma wandert nach Athen aus und dafür zieht Zoas Familie in Omas Haus. In der neuen Schule fühlt sie sich fremd und ausgerechnet jetzt scheint ihr Leben auch noch von magischen Eulen übernommen zu werden. Erst taucht nur eine auf, dann noch eine, aber irgendwann flattern, sitzen oder schweben unglaublich viele Eulen um Zoa herum. Manche von ihnen sehen den Menschen aus Zoas Leben sogar ein bisschen ähnlich… Ist das Zufall? Andere erweisen sich als überraschend hilfreich. Besonders die Eule, die immer wieder Süßigkeiten anschleppt. Aber wohin mit so vielen Eulen?

Dass Zoas Gefühle ausgerechnet als Eulen auftauchen, macht wirklich Spaß. Mars-Leo Frei erzählt das Ganze mit viel Tempo und einem lockeren Humor. Die Kapitel sind angenehm kurz, die Sprache bleibt leicht verständlich und trotzdem nicht zu simpel. Viele kleine Ideen am Rand machen das Buch besonders. Dabei lebt die Geschichte weniger von riesigen Überraschungen als von ihren Figuren und dem ganzen Durcheinander, das sich nach und nach entwickelt.

Besonders gefallen hat mir die Klasse 4B. Die Kinder unterscheiden sich deutlich voneinander und erinnern trotzdem an genau die Mitschüler, die man aus der eigenen Schulzeit kennt. Manche wollen unbedingt cool sein, andere reden zu viel, einige beobachten lieber erst einmal alles. Die Dynamik in der Klasse kommt einem sofort bekannt vor. Auch Zoa selbst ist keine perfekte Heldin. Sie ist trotzig, manchmal unfair und oft überfordert.

Die Illustrationen von Daniela Kohl passen hervorragend dazu. Vor allem die vielen unterschiedlichen Eulen machen Spaß, weil jede ihren eigenen kleinen Charakter mitbringt. Überhaupt steckt im Buch viel Bewegung. Man wartet ständig auf die nächste Eule. Ein bisschen erinnert die Reihe dabei tatsächlich an Die Schule der magischen Tiere, nur mit viel mehr Tieren und stärker auf Gefühlschaos und Alltag konzentriert.

Die Handlung selbst bleibt eher überschaubar. Wer große Wendungen oder ein besonders raffiniertes Fantasy-Abenteuer erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz abgeholt. Einige Szenen ziehen sich ein wenig, bevor die Geschichte wieder Tempo aufnimmt, und das Ende kommt ein bisschen abrupt.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es ist fantasievoll, humorvoll und angenehm unaufgeregt. Vor allem versucht es nicht ständig, besonders wichtig oder tiefgründig zu sein. Stattdessen erzählt es einfach eine unterhaltsame Geschichte über Veränderung, Freundschaft und magisches Eulenchaos. Dass in den weiteren Bänden andere Kinder aus Zoas Klasse mit ihrem eigenen zu viel kämpfen müssen, macht definitiv neugierig auf mehr.

Lust auf mehr?

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Ryan Graudin: “Faye Fableheart – Das magischen Schloss” (Band 1)

Ryan Graudin (Autor)
Geraldine Rodríguez (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99 €

Faye hat ein Herz für Fabelwesen und ein großes Geheimnis: Sie ist eine Magierin. Niemand darf davon erfahren. Denn im Königreich Solum dürfen nur Jungen zaubern.

Faye liebt das magische Schloss, in dem sie aufgewachsen ist. Launische Keksdrachen surren durch die Lüfte, singende Orchideen veranstalten Konzerte im Gewächshaus und die Wasserspeier sind immer für ein Gespräch zu haben. Als der Zauberer des Schlosses nach einem Nachfolger sucht, lässt er ein Turnier ausrichten. Nur Jungen sind eingeladen. Dabei wäre Faye die perfekte Wahl! Denn nur sie allein kann das Schloss und seine Bewohner vor der Schattenkönigin retten …
(Klappentext)

Ein skurriler Zauberer und eine unterschätzte Heldin

Faye wächst in einem ziemlich ungewöhnlichen Zuhause auf. Zusammen mit ihrem Vater bewohnt sie ein Baumhaus voller Bücher und leuchtender Pilze. Faye und ihr Vater kümmern sich um die Ländereien von Schloss Celudur, einem magischen Schloss, das ein Eigenleben zu führen scheint. Als der zuständige Zauberer stirbt (was er selbst nicht wahrhaben will), muss schnell ein Nachfolger her, und zwar per Turnier. Total ungerecht, dass daran ausschließlich Jungen teilnehmen dürfen. Dabei wäre Faye eigentlich die deutlich bessere Wahl.

Faye ist diejenige, die den Laden am Laufen hält. Seit ihr Vater verschwunden ist, ist sie das Mädchen für alles, sie kümmert sich um alles, und denkt vor allem mit. Genau deshalb fühlt es sich beim Lesen die ganze Zeit ein bisschen sehr gemein an, dass sie außen vor bleiben soll.

Mit dem Turnier wird die Geschichte deutlich lebendiger. Neue Figuren tauchen auf, jeder bringt seine eigene Portion Selbstbewusstsein mit, und die Prüfungen sind … überraschend. Man merkt schnell, wer mehr Schein als Sein ist und wer vielleicht doch mehr draufhat, als es zunächst wirkt.

Parallel dazu wird immer deutlicher, womit Faye zusätzlich zu kämpfen hat. Ihre Verwandlung sorgt nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für blöde Kommentare und spürbare Ausgrenzung. Außerdem greift die böse Schattenkönigin nach der Herrschaft und nur Faye ist ihr gewachsen.

Der Schreibstil ist angenehm direkt. Nicht oberflächlich, sondern eher mit einigem schwarzen Humor. Die Kapitel sind kurz gehalten, allerdings ist das Thema und die Handlung schon so komplex, dass es eher für erfahrenere Leseratten eine passende Lektüre ist. Selbst als Erwachsener mit einer Vorliebe für Fantasy kommt man hier auf seine Kosten.

Bei den Illustrationen bin ich etwas hin- und hergerissen. Die Figuren sind im Manga-Stil geeignet und eigentlich ganz passend. Bei den größeren Illustrationen stimmt aber die Atmosphäre nicht. Da haben die Bilder nichts mit der Geschichte zu tun und lassen Tiefe missen.

Am Ende ist das ein gelungener Auftakt mit vielen guten Ideen, einer starken Hauptfigur, einem echt schrägen untoten Zauberer und genug Spannung, um dranzubleiben.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks!

Ab September 2026 geht es weiter mit Faye!

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Erstleser Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Kochbücher Rezensionen Rezepte

Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die Schule am Meer” (Band 1)

Claudia Schaumann (Autorin)
Nadine Jessler (Illustratorin)
Fischer Sauerländer
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Eine Küche voller Magie

Ein Umzug nach Frankreich? Marie ist wenig begeistert, als ihre Mutter eine Stelle als Köchin an einer französischen Schule annimmt. Ihr fehlen ihre Freundinnen! In der neuen Schule sind alle komisch. Doch dann weiht Maries Oma Aveline sie in ein Geheimnis ein: Mit den richtigen magischen Zutaten kann Marie Gerichte kochen, die die Menschen verzaubern. Marie ist elektrisiert: Vielleicht hilft ja ein bisschen Zauberei bei ihren Startschwierigkeiten? Doch ihr erstes Koch-Experiment geht total schief, und plötzlich ist der Job ihrer Mutter in Gefahr! Das muss Marie unbedingt wieder gutmachen – am besten mit einem magischen Buffet beim großen Schulfest …
(Klappentext)

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

Vielen lieben Dank an Fischer Sauerländer für das magische Rezensionsexemplar!

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Fußball Geschenkbücher Hobby Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen Sachbücher für Kinder

Guinness World Records Fußball Edition

Guinness World Records Ltd. (Herausgeber)
Lesealter: ab 8 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 17,99 €

Guinness World Records Fußball Edition ist das brandaktuelle Nachschlagewerk rund um die weltweit beliebteste Sportart. Es steckt voller Fakten, Statistiken und Portraits deiner Lieblingsrekordspieler. (Klappentext)

Fußballrekorde zwischen Staunen und Reizüberflutung

Die Guinness World Records – Fußball Edition ist für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ein absolutes Muss. Inhaltlich geht es um die 100 bedeutendsten Fußballrekorde aller Zeiten, quer durch Epochen, Ligen und Geschlechter. Große Namen wie Pelé, Maradona, Messi oder Marta stehen neben aktuellen Stars und außergewöhnlichen Einzelleistungen, ergänzt durch Rekorde zu Vereinen, Spielen, Turnieren und besonderen Momenten. Der Fokus liegt erfreulicherweise auch auf Vielfalt: Männer- und Frauenfußball werden selbstverständlich gemeinsam behandelt, ebenso klassische Profiwettbewerbe und modernere Formen wie Freestyle oder eSport.

Der Aufbau folgt einem Countdown von Platz 100 bis Platz 1. Jeder Rekord bekommt in der Regel eine Doppelseite oder eine volle Seite. Das sorgt für etwas Übersicht auf der einzelnen Seite, auch wenn das Buch insgesamt sehr dicht gestaltet ist. Fotos, Infokästen, Zahlen, Grafiken und kurze Textblöcke konkurrieren teilweise stark um Aufmerksamkeit. Für Kinder, die visuelle Reize mögen und schnell zwischen Informationen springen, funktioniert das gut. Ruhige Leser:innen oder Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten könnten sich davon allerdings auch erschlagen fühlen.

Inhaltlich sind die Texte knapp und verständlich gehalten. Man braucht kein tiefes Vorwissen, um den Rekorden folgen zu können. Fachbegriffe werden meist durch Kontext oder Bildmaterial erklärt. Besonders für Kinder ab etwa 8 Jahren ist das dann gut zugänglich. Ab 8 aufwärts gibt es keine Altersgrenze. Ich denke, jeder, der sich für Fußball begeistert, kann sich über das Buch freuen und wird es mit viel Begeisterung durchblättern.

Viele Rekorde erzählen auch kleine Geschichten, zum Beispiel über außergewöhnliche Karrieren, überraschende Wendungen oder Leistungen, die unter besonderen Umständen entstanden sind. Dadurch bekommt das Buch mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Mischung aus historischen und aktuellen Rekorden sorgt für zusätzlichen Informationsgehalt. In der Zielgruppe kommt das Buch sehr gut an, vor allem bei Kindern, die Fußball ohnehin lieben, aber nicht unbedingt gern längere Texte lesen.

Unterm Strich ist die Guinness World Records Fußball Edition ein inhaltlich starkes, visuell sehr präsentes Buch, das Wissen, Staunen und Begeisterung verbindet. Sehr effektiv darin, Neugier zu wecken und Fußballgeschichte greifbar zu machen. Für junge Fußballfans ein echtes Highlight und buntes Nachschlagewerk.

Ein riesengroßes Dankeschön an vorablesen.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Christoph Karrasch: “Rios magische Reisen – Plötzlich in New York”

Christoph Karrasch (Autor)
Daniel Steudtner (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Herzlich willkommen im magischsten Hotel der Welt!

Von hier aus kannst du an jeden Ort der Erde reisen.

Kurz vor den Sommerferien hat Rio nur einen Wunsch: Endlich raus aus Bad Dösendorf und die Welt entdecken. Da gibt es bloß ein klitzekleines Problem: Seine Eltern führen das Hotel Fernweh am Marktplatz und haben keine Zeit für Urlaub.

Doch plötzlich ändert sich alles: Eines der Hotelzimmer erwacht zum Leben und katapultiert Rio und seine Freunde direkt in die Weltstadt New York. Was als lustiges Abenteuer beginnt, hat einen großen Haken: Die Kinder können nur dann zurückkehren, wenn sie den magischen Gegenstand des geheimnisvollen Phil A. Delphia finden. (Klappentext)

Ein Hotel voller Wunder und ein Abenteuer mitten in New York

Die Idee, ein Hotel voller Türen in andere Länder zu erfinden, ist einfach genial. Hotel Fernweh klingt definitiv nach einem Hotel, in das man unbedingt einchecken möchte. Rio lebt dort mit seinen Eltern und während sie sich um die Gäste kümmern, träumt er davon, endlich selbst auf Reisen zu gehen. Dass sich dieser Wunsch erfüllt, ist der Beginn eines Abenteuers, das Fantasie und Fernweh wunderbar miteinander verbindet.

Im ersten Band führt es Rio und seine Freunde Nelly, Ben und Anna nach New York. Die Reise dorthin beginnt nicht mit einem Flugzeug, sondern mit einem Zimmer, das plötzlich zum Portal wird. Kaum angekommen, stolpern die vier mitten hinein in das Leben dieser Stadt. Es ist laut, bunt und ein bisschen chaotisch. Sie müssen ein Rätsel lösen, um wieder nach Hause zu finden und stoßen dabei auf den geheimnisvollen Namen Phil A. Delphia.

Christoph Karrasch, der selbst Reisejournalist ist, schreibt mit spürbarer Begeisterung für Orte, Menschen und Geschichten. Seine Beschreibungen von New York wirken lebendig. Man merkt, dass hier jemand schreibt, der die Stadt kennt und Kindern Lust machen will, selbst mehr von der Welt zu sehen. Besonders gelungen sind die kleinen „Christophs Checks“ am Ende des Buches. Das sind kurze Fakten, witzige Infos und echte Tipps rund um New York.

Die Figuren sind sympathisch, glaubwürdig und wunderbar unterschiedlich. Rio ist neugierig und impulsiv, Anna überlegt und ruhig, Ben sorgt für Humor und Nelly bringt den nötigen Mut mit. Ihre Dynamik erinnert an klassische Abenteuergeschichten, wirkt aber modern und natürlich. Zwischen Selfies, Hot-Dogs und Straßentrubel bleibt auch Raum für Zusammenhalt und Freundschaft.

Der Stil ist leicht, flott und dabei gut geschrieben. Es ist kein überdrehtes Actionbuch, sondern eine Geschichte, die neugierig macht und Spaß beim Lesen bringt. Das Buch ist ideal für Kinder, die Abenteuer lieben, aber sich auch für echte Orte interessieren. Und ganz nebenbei vermittelt es Offenheit und Neugier auf andere Kulturen.

Rios magische Reisen – Plötzlich in New York ist ein gelungener Reihenauftakt: spannend, humorvoll und mit viel Herz für die Welt erzählt. Man spürt, dass hier jemand Kinder nicht nur unterhalten, sondern für das Reisen begeistern möchte, und das funktioniert – wie ich finde – auf jeder Seite.

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Jutta Nymphius: “Pelles Papa: Was guckst du?!”

Jutta Nymphius (Autorin)
Volker Fredrich (Illustrator)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 8 Jahre
 80 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Pelle und Papa sind eine prima Mannschaft. Doch dann beginnt Papa, komische Sachen zu machen: Er legt Schuhe in den Kühlschrank, macht sich stundenlang schön und guckt immer so bekloppt. Pelles Freund ist sich sicher: Dein Papa ist verliebt! Aus ists mit dem schönen Leben! Von jetzt an wird nur noch geputzt, gelernt und gesund gegessen. Aber das wird Pelle ganz bestimmt verhindern… (Klappentext)

Bei 3 ist die 2 mit drin

Pelle hat’s gut – zumindest am Anfang. Sein Papa ist entspannt, Pelle sowieso, und das Leben läuft in genau den richtigen, leicht chaotischen Bahnen. Doch dann beginnt Papa, sich zu verändern. Er wird komisch. Grinst vor sich hin. Trällert alberne Lieder. Und plötzlich steht eine Fremde vor der Tür. Ada.

Was wie eine typische Patchwork-Geschichte beginnt, nimmt in „Pelles Papa – Was guckst du?!“ eine angenehm unerwartete Wendung. Jutta Nymphius schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem feinen Gespür für kindliche Logik, leise Irritationen und große Missverständnisse. Denn Pelle erwartet eine böse Stiefmutter wie aus dem Märchenbuch, bekommt aber Ada, die Chemikerin, die sich mit Molekülen auskennt, Pizza bestellt und sich nicht im Geringsten daran stört, wenn das Wohnzimmer aussieht wie nach einem Wäscheorkan.

Erzählt wird das Ganze in einer abwechslungsreichen Kombination aus klassischem Erzähltext und wunderbar dynamischen Comic-Sequenzen. Volker Fredrichs Illustrationen sind kein bloßes Beiwerk, sondern treiben die Handlung weiter, liefern Zwischentöne, Blicke und kleine Pointen, die ohne Worte auskommen, aber viel sagen. Die Übergänge zwischen Text und Bild sind so gestaltet, dass man beim Umblättern immer wieder überrascht wird. Nicht selten ergeben sich gerade aus der Gegenüberstellung von Text und Bild neue Ebenen, kleine Widersprüche oder ironische Brechungen, die vor allem lesefreudige Kinder ab etwa 8 Jahren sehr ansprechen dürften.

Thematisch trifft das Buch einen Nerv. Patchwork-Familien sind längst keine Ausnahme mehr und doch fühlt sich die Perspektive hier erfrischend neu an. Pelle darf eifersüchtig, misstrauisch und unfair sein. Ohne dass ihm das moralisch angekreidet wird. Und Ada? Die ist keine Superpädagogin mit Zaubertrickkiste, sondern einfach ein Mensch mit Ecken, Interessen und trockenem Humor. Dass sich die Beziehung zwischen ihr und Pelle nicht in Zuckerwatte auflöst, sondern langsam entwickelt – mit kleinen Schritten und echtem Staunen – macht das Buch glaubwürdig und nahbar.

Kritisch ließe sich allenfalls anmerken, dass die Erwachsenen hier sehr geduldig agieren – fast schon übermenschlich gelassen. Aber vielleicht ist das gar nicht schlimm. Vielleicht braucht es genau solche Geschichten, in denen Konflikte nicht durch lautstarkes Drama gelöst werden, sondern durch das Zulassen von Chaos, Neugier und ein bisschen Pizza.

“Pelles Papa” ist keine Anleitung für das Funktionieren als Patchwork-Familie, sondern eine kluge, visuell wie inhaltlich originelle Geschichte über Erwartungen, Veränderungen und das überraschend Unkomplizierte am Zusammenleben.

Vielen lieben Dank an den Tulipan-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Alice Pantermüller: “Mein Lotta-Leben: Sei kein Trottel, Axolotl” Band 21

Alice Pantermüller (Autorin)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Arena Verlag
Lesealter: ab 9 Jahre
160 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €

Ach, du Graus! Heute gab es Halbjahreszeugnisse und Cheyenne und ich finden unsere Deutschnoten nicht so toll. Aber zum Glück gibt es ja AGs, mit denen man seine Noten verbessern kann. Die Schülerzeitung zum Beispiel. Da könnte ich ja was über Tiere schreiben und Cheyenne bekommt ihre eigene Witzeseite. Leider haben Fatma und Tarek aus der Redaktion ganz andere Ideen für uns: Wir sollen den Lehrer Herr Melin interviewen – voll langweilig. Doch dann passiert was Aufregendes und mit einem Mal sind Cheyenne und ich einer echten Dealerin auf der Spur! Plötzlich sind wir infestative Journalistinnen (oder wie das heißt). Blöd nur, dass uns die Dealerin verdächtig bekannt vorkommt … (Klappentext)

Ein turbulentes Schulabenteuer

Auch im 21. Band bleibt sich die Reihe treu: überdreht, lebensnah und mit einer großen Portion Freundschaft im Gepäck.

Lotta und Cheyenne stolpern diesmal nicht nur durch den Schulalltag, sondern auch in die Tiefen investigativer Recherchen – oder was sie dafür halten. Die Sache mit der Schülerzeitung beginnt harmlos, entwickelt sich aber schnell zur Mission mit wilden Verdächtigungen und verdeckten Operationen, und endet in einer peinlichen Klassenkonferenz.

Die Handlung ist leichtfüßig. Gerade das Wechselspiel zwischen überdrehtem Humor und ehrlichen Gedanken macht den Reiz aus. Lotta denkt viel, manchmal wirr, oft klug – aber immer aus der Perspektive eines Mädchens, das versucht, Schule, Eltern, Freunde und sich selbst irgendwie unter einen Hut zu bringen. Cheyenne sorgt wie immer für Chaos mit Herz und Witz, Rémi für Verwirrung, und Frau Kackert… nun ja, sie überrascht einen dann doch ein bisschen.

Typisch für die Reihe ist der bunte Mix aus Schriftarten, Pfeilen, Skizzen und Sprechblasen. Das ist viel – vielleicht sogar zu viel, wenn man es nicht gewohnt ist – aber genau das bringt die Lotta-Reihe so nah an die Zielgruppe. Der Comicstil nimmt die Angst vorm Lesen, lädt zum Durchblättern ein und hält selbst Leseanfänger bei Laune.

„Sei kein Trottel, Axolotl“ ist kein stilles Buch. Es ist laut, wild, direkt. Und gleichzeitig schafft es kleine Momente, in denen man merkt: Hier geht’s um mehr als um Quatsch. Um Freundschaft, Unsicherheit, um das Gefühl, manchmal nicht weiterzuwissen und dann doch weiterzumachen.

Wer Lotta kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Wer sie neu kennenlernt, bekommt einen Einstieg, der genau das liefert, was viele Kinder mögen: Tempo, Humor und das Gefühl, verstanden zu werden.

Ein riesengroßes Dankeschön von meiner Lesegruppe, die sich wirklich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut hat. Lotta und Axolotl sind nun Teil der Leseecke – wenn sie nicht gerade wieder ausgeliehen sind.

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Fabiola Turan: “Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche”

Fabiola Turan (Autorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahre
288 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Willkommen auf dem Meer der Wünsche,

einer Welt so grenzenlos wie deine Fantasie …

Mit allem hätte Artemis gerechnet – nur nicht damit, sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wiederzufinden! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor einem machthungrigen Baron beschützen. Um ihren Teil dazu beizutragen, muss Artemis die Wolkenmagie in sich erwecken und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Dabei wird ihr mehr abverlangt als erwartet und bald droht das Abenteuer aus dem Ruder zu laufen. Haben die Kinder gemeinsam eine Chance, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten? (Klappentext)

Zwischen Wolken, Wünschen und Wirklichkeit

“Artemis” ist kein typisches Kinderbuch, und das im besten Sinne. Die Geschichte entfaltet sich aus einer realistischen Ausgangssituation und wechselt dann überraschend in eine fantastische Welt über den Wolken. Dort begegnet man einer Crew aus Kindern mit besonderen Fähigkeiten, einem schwebenden Schiff und einer Bedrohung, die größer ist, als es zunächst scheint.

Was das Buch auszeichnet, ist seine originelle Idee: eine Hauptfigur, deren vermeintliche Schwäche – ihre Leidenschaft fürs Zeichnen – in einer neuen Welt zur besonderen Stärke wird. Das ist nicht nur eine gelungene Wendung, sondern auch eine kluge Botschaft für junge Leser:innen, die sich mit eigenen Unsicherheiten identifizieren können.

Die fantastische Welt, in der sich Artemis plötzlich wiederfindet, ist kreativ und atmosphärisch beschrieben. Besonders das Schiff und die Idee des Meers der Wünsche wirken durchdacht, ohne mit fantastischen Elementen überfrachtet zu sein. Manche Elemente hätte man sich natürlich etwas ausführlicher gewünscht. Zum Beispiel einige Nebenfiguren und Konflikte bleiben eher angedeutet als vollständig entwickelt. Gerade an diesen Stellen merkt man, dass es sich um einen Einzelband handelt. Der Fokus liegt stark auf Artemis, wodurch ihre Entwicklung überzeugend gelingt, andere Aspekte aber etwas in den Hintergrund rücken.

Stilistisch ist das Buch gut lesbar, mit einer Sprache, die für die Zielgruppe gut geeignet ist. Einige Formulierungen wirken zwar leicht gestelzt oder ungewohnt, bremsen den Lesefluss jedoch nicht.

Positiv hervorzuheben ist auch das Ende: Es bietet einen runden Abschluss, bleibt dabei aber glaubwürdig und verzichtet auf eine zu einfache Lösung. Kleine Rückschläge und Zweifel gehören dazu – das vermittelt das Buch auf ruhige, einfühlsame Weise.

„Artemis – Abenteuer auf dem Meer der Wünsche“ bietet eine spannende Geschichte über Mut, Selbstvertrauen und die Kraft der Fantasie, ohne dabei in gängige Klischees zu verfallen. Für Kinder ab etwa zehn Jahren ist es eine schöne Möglichkeit, in eine originelle, abgeschlossene Fantasywelt einzutauchen. Ideal für alle, die keine langen Reihen lesen wollen, aber trotzdem das große Abenteuer suchen.

Vielen lieben Dank an den cbj Verlag. Es war eine wundervolle Reise über das Meer der Wünsche.