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Britta Sabbag: “Lucy Hell: Immer brav sein ist die Hölle” (Band 1)

Britta Sabbag (Autorin)
Sarah Friede (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Gute Mädchen kommen in den Himmel, starke Mädchen kommen überallhin!

Bei Lucy Hell, Tochter des Teufels, stehen die Zeichen auf Alarm: Sie darf seine Nachfolge auf dem Höllenthron nicht antreten, WEIL. SIE. EIN. MÄDCHEN. IST!
Um dem Höllenvorstand und ihrem Vater zu beweisen, dass sie sich falsch entschieden haben, wandert Lucy auf die Erde aus. Wenn die Höllenherren sehen, wie böse sie den Chaosplaneten im Griff hat, müssen sie einfach zugeben, dass Lucy die geborene Teufelin ist! Womit Lucy allerdings nicht gerechnet hat: Dass es ihr auf der Erde so höllisch gut gefallen könnte…

(Klappentext)

Teuflische Girlpower mit ordentlich Wortwitz

In der Hölle herrschen erstaunlich verstaubte Ansichten. Als Friedrich-Luzifer nach tausend Jahren endlich reif für den Ruhestand ist, steht seine Tochter Lucy bereit. Sie ist schlagfertig, feurig und brennt darauf, das Kommando zu übernehmen. Doch der alte Höllenvorstand schiebt ihren Plänen einen Riegel vor und wählt stattdessen ihren ängstlichen Cousin Lutz-Uwe zum Nachfolger. Einzig und allein, weil Lucy ein Mädchen ist, darf sie nicht auf den Höllenthron. Das lässt die Teufelstochter natürlich nicht auf sich sitzen. Kurzerhand schnappt sie sich ihren treuen Begleiter Schnups und haut ab auf die Erde. Dort will sie den verkrusteten Herren der Unterwelt beweisen, wie viel Bösartigkeit wirklich in ihr steckt.

Kaum in der Menschenwelt angekommen, gerät Lucys teuflischer Plan jedoch gehörig ins Wanken. Ausgerechnet beim herzensguten Gabriel, dem Sohn eines Pfarrers, findet sie Anschluss, und auch die etwas schrullige Nachbarin Marla wirft ihre Vorstellungen vom menschlichen Alltag komplett über den Haufen. In der Geschichte steckt erstaunlich viel clever verpackte Gesellschaftskritik. Britta Sabbag nutzt das überdrehte Szenario, um Themen wie Chancengleichheit und überholte Rollenbilder greifbar zu machen. Wann immer Lucy krampfhaft versucht, fies und gemein zu sein, trifft ihre teuflische Tat am Ende doch die Richtigen und bewirkt im Ergebnis etwas durchweg Positives.

Über das empfohlene Lesealter ab 8 Jahren kann man natürlich streiten. Begriffe wie Autokratie, Oligarch oder diverses anderes politisches Fachvokabular sind Grundschülern wohl eher unbekannt. Andererseits würde ich junge Leseratten nicht unterschätzen. Spätestens seit Harry Potter weiß praktisch jedes Kind, was für ein Fabelwesen ein Basilisk ist. Kinder bleiben beim Lesen selten an einzelnen Fremdwörtern hängen, solange die Gesamthandlung sie mitreißt. Die vielen Anspielungen und die feine Ironie rund um Kuraufenthalte in Schwefelbrunn oder bürokratische Gremien wissen da vermutlich dennoch eher ältere Kinder sowie die vorlesenden Erwachsenen zu schätzen.

Lucy überzeugt als herrlich unperfekte, selbstbewusste Protagonistin, die nicht lange jammert, sondern die Dinge selbst anpackt. Ihr Begleiter Schnups, eine Mischung aus Babydrachen, Kuscheltier, Leuchtkäfer und Basilisk, sorgt für viel Spaß und bildet den perfekten Gegenpol zu Lucys feurigem Temperament. Covergestaltung und Illustrationen sind farblich stimmig und witzig. Am Ende bleibt ein rundum gelungener, herrlich frecher Reihenauftakt, der schlagfertige Mädchen stärkt und einfach richtig Spaß macht.

Vielen Dank an den Verlag, der uns diese höllisch gute Lektüre zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Magie Rezensionen Sommer

Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die geheimnisvolle Lehrerin” (Band 2)

Claudia Schaumann (Autorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Das Geheimnis um Madame Flamant

Marie hat eine Einladung zu einem magischen Kochkurs in Paris erhalten. Das ist die Chance, eine richtige Zauberköchin zu werden! Doch die Zeit drängt: In nur wenigen Tagen muss Marie mehrere magische Kochaufgaben meistern – und leider geht dabei mal wieder einiges schief. Als wäre das nicht genug, verhält sich die neue Lehrerin Madame Flamant äußerst seltsam. Sie schnüffelt in der Schulküche herum, interessiert sich sehr für Maries Familie und führt heimliche Telefonate. Ob sie etwas zu verbergen hat? Marie muss all ihren Mut zusammennehmen, um dieses Geheimnis zu lüften und ihre Chance auf den Kochkurs zu retten! (Klappentext)

Französischer Charme und zauberhaftes Küchen-Chaos

Maries Glücksküche startet in die zweite Runde und schickt uns direkt wieder an die französische Atlantikküste mitten ins magische Küchen-Chaos. Wer den ersten Band mochte, fühlt sich auch im zweiten Abenteuer sofort wie zu Hause und taucht tiefer in die gemütliche Dorfgemeinschaft ein.

Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Marie erhält eine begehrte Einladung zu einem exklusiven Zauberkochkurs in Paris. Das ist die Chance ihres Lebens, um endlich eine echte Zauberköchin zu werden. Um sich diesen Traum zu erfüllen, muss sie allerdings erst eine Reihe kniffliger Aufgaben meistern und unter Beweis stellen, was kulinarisch und magisch wirklich in ihr steckt. Dass dabei in der Schulküche so manches schiefgeht, versteht sich von selbst. Von fliegenden, blubberigen Mousse-Versuchen bis hin zu plötzlichen Zauberpannen ist alles dabei. Als wären dieser Prüfungsdruck und das knappe Zeitlimit nicht schon aufregend genug, taucht an der Schule eine neue Lehrerin auf. Madame Flamant schnüffelt auffällig in den Töpfen herum und stellt ungewöhnlich viele Fragen zu Maries Familie. Was mag sie nur im Schilde führen?

Was die Geschichte für uns so sympathisch macht, ist ihr enormer Wohlfühlcharakter. Die Dorfgemeinschaft, das familiäre Miteinander und das Kochen in der Schulküche werden unheimlich warmherzig und voller stimmungsvoller Details erzählt. Man riecht die geschmolzene Schokolade und den süßen Vanilleduft beim Lesen förmlich durch die Buchseiten. Auch die magischen Ideen rund um die Zubereitung der verschiedenen Gerichte bringen extrem viel Witz in die einzelnen Kapitel und machen Kindern ab 9 Jahren beim Selbstlesen richtig viel Freude.

Wer bei der mysteriösen neuen Lehrerin allerdings ein großes, dramatisches Hexenduell oder eine fiese Gegenspielerin erwartet, wird überrascht sein. Die Auflösung rund um Madame Flamants Schnüffeleien fällt schlussendlich nämlich recht bodenständig und absolut ohne düstere Bedrohung aus. Für uns Erwachsene mag sich dieser Ausgang im ersten Moment vielleicht etwas schlicht anfühlen, weil man als geübte:r Leser:in automatisch mit einer bösen Absicht rechnet. Für die Zielgruppe ab 9 Jahren ist genau diese sanfte Auflösung aber eigentlich ideal. Die Spannung bleibt die ganze Zeit über greifbar, unterhaltsam und rätselhaft, ohne dass jemals Angst oder übermäßige Hektik aufkommen.

Claudia Schaumann bleibt ihrer Linie aus dem ersten Band treu und liefert eine durchweg gemütliche, humorvolle Mischung aus Magie, Freundschaft, Mut und kulinarischer Leidenschaft. Ein schönes, leichtes Buch für alle Kinder, die entspannte Geschichten mit Urlaubsflair mögen.

Vielen lieben Dank an den Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Fantasy Halloween Herbst Hexen Kinderbücher Kinderbücher ab 9 Jahre Magie Rezensionen

Marie Braner: “Vier Hexen – und ein Zufallszauber” (Band 1)

Marie Braner (Autorin/ Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Tessa, Devi, Cleo und Liz sind beste Freundinnen – und sie alle wurden in derselben Nacht geboren. Doch das ist nur der erste von sieben verhexten Zufällen, die genau dreizehn Jahre später einen uralten Bannzauber brechen. Plötzlich haben die Mädchen magische Kräfte – leider ohne Gebrauchsanweisung, was zu jeder Menge Chaos führt. Währenddessen häufen sich in ihrer Heimatstadt Fuchsstein die seltsamen Ereignisse. Dunkle Mächte treiben ihr Unwesen und stellen die Freundschaft der Mädchen auf die Probe. Können sie das Geheimnis des Zaubers rechtzeitig lüften und ihre Kräfte kontrollieren, bevor es zu spät ist? (Klappentext)

Hexenmagie und echte Gänsehaut-Momente

An einem Freitag, dem Dreizehnten, feiern Tessa, Devi und Cleo zusammen ihren dreizehnten Geburtstag. Die drei sind unzertrennlich, seit sich ihre Mütter in der Geburtsnacht im Krankenhaus kennengelernt haben. Doch diesmal ist etwas anders. Mit Liz zieht ein neues Mädchen in die Stadt, das exakt in derselben Nacht geboren wurde. Bei einer nächtlichen Schnitzeljagd zu einer alten Spukvilla geraten die vier auf eine verlassene Lichtung und lösen durch eine Verkettung seltsamer Zufälle einen jahrhundertealten Bann. Plötzlich besitzen alle vier magische Fähigkeiten. Blöd nur, dass Zauberkräfte ohne Anleitung geliefert werden und in ihrer Heimatstadt Fuchsstein prompt ein bedrohlicher, dunkler Nebel aufzieht.

Die Geschichte verbindet den normalen Schul- und Familienalltag der Mädchen mit teils wirklich unheimlichen Mystery-Elementen. Schattenwesen, unheimliche Nebelschwaden und die bedrohliche Stimmung rund um die alte Villa sorgen für ordentlich Nervenkitzel. Dadurch bekommt die Handlung eine tolle Dynamik.

In der Vierer-Gruppe fliegen auch mal gehörig die Fetzen. Dass Neuzugang Liz von Tessa erst einmal als lästiger Eindringling empfunden wird und Neid das Gefüge unter den Freundinnen belastet, wirkt absolut lebensnah. Jedes der Mädchen bringt eigene Ecken, Kanten und familiäre Päckchen mit. Ganz besonders spannend sind die diversen magischen Fähigkeiten. Sie sind ungewöhnlich und unterschiedlich und bieten so viele Facetten, dass in dem Buch gar nicht genug Platz ist, um sie genau kennenzulernen.

Inhaltlich schwächelt die erste Hälfte des Buches für meinen Geschmack allerdings etwas. Obwohl das Ereignis auf der Lichtung recht früh passiert, stockt die Handlung danach spürbar. Statt den Schulalltag der Mädchen weiter zu begleiten, verliert sich die Geschichte etwas im zähen Hadern mit den neuen Kräften. Erst im letzten Drittel entschädigt das Buch vollkommen. Das Tempo zieht drastisch an, die Rätsel spitzen sich zu und das Ganze gipfelt in einem fiesen Cliffhanger.

Die grafische Gestaltung fügt sich hervorragend ein. Marie Braner hat als Autorin und Zeichnerin ihre eigene Geschichte mit stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen versehen, die den Charakteren viel Leben einhauchen. Die etwas verschachtelte Satzstruktur fordert beim Selbstlesen durchaus heraus. Für Vielleser:innen ab 9 Jahren ist es aber ein wunderbares Leseabenteuer mit Gänsehautgarantie und einer zauberhaften Mädchenfreundschaft.

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Fantasy Feen Garten Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Natur Rezensionen

Pari Thomson: “Die Hüter der Blütenmagie – Das Wunderlicht” (Blütenmagie-Trilogie, Band 1)

Pari Thomson (Autorin)
Elisa Paganelli (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
384 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Als Daisy durch die geheimnisvolle Tür im Londoner Botanischen Garten tritt, stolpert sie in eine andere Welt: In eine Natur, so geheim und wild und vor Magie sprühend, wie sie sich es nie hätte erträumen können. Hier gibt es Speisekammer-Bäume und Blumen, die Wünsche erfüllen oder – wie die Geistermotten-Orchidee – großes Unheil anrichten können.

Die Hüter der Blütenmagie pflegen und beschützen die wundersamen Gewächse, und Daisy findet schnell neue Freunde an der Schule. War Daisys Mutter etwa auch eine Hüterin? Warum hat sie nie davon erzählt, ehe sie spurlos verschwand? Tief im Herzen spürt sie, dass ihre Mutter in Gefahr schwebt. Und dass sie den Zauber der Blütenmagie braucht, wenn sie sie je wiedersehen will. Aber dann erfährt Daisy, dass dunkle Mächte die grüne Magie stehlen wollen … (Klappentext)

Gänseblümchen, Wunderlicht und grüne Magie

Das Leben der elfjährigen Daisy Disteldorn ist so gar nicht gewöhnlich. Anstatt an einem festen Wohnort aufzuwachsen, zieht sie mit ihrer Mutter Laila, einer engagierten Umweltjournalistin mit iranischen Wurzeln, kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Doch als Laila während einer gefährlichen Recherche im Amazonasgebiet spurlos verschwindet, findet sich Daisy plötzlich auf sich allein gestellt im tristen Londoner Internat wieder. Zum Glück hat sie nicht nur ihren treuen Kater Napoleon im Gepäck, sondern auch ein geheimnisvolles Pusteblumen-Wunderlicht. Auf der Flucht vor finsteren Verfolgern stolpert Daisy mitten im Botanischen Garten durch ein verstecktes Portal und landet im Malvental.

Diese verborgene Parallelwelt ist ein absolutes Paradies für alle, die Natur und Magie lieben. Hier kümmern sich die sogenannten Hüter der Blütenmagie um fantastische Gewächse und einzigartige Kreaturen. Besonders genial gelingt der Autorin Pari Thomson die Erfindung dieser botanischen Wunderwelt: Welcher Pflanzenfan würde nicht gerne mal an einem Speisekammer-Baum höflich um Snacks bitten oder Früchte von einem echten Schokoladenbaum pflücken? Zwischen all den faszinierenden Gewächsen erfährt Daisy jedoch schnell, dass auch das Malvental in höchster Gefahr schwebt. Finstere Mächte haben es auf die grüne Magie abgesehen, und Daisys Mutter scheint tiefer in die Geschehnisse verstrickt zu sein, als Daisy ahnen konnte.

In der Geschichte steckt eine wunderbare Mischung aus Internats-Flair, packenden Krimi-Elementen und echten Abenteuer-Momenten. Pari Thomson verwebt ernste Themen wie Umweltschutz, Artensterben und den achtsamen Umgang mit Ressourcen ganz natürlich in die Handlung. Selbst gesellschaftliche Zwischentöne klingen unaufdringlich an, wenn Daisy im Malvental nicht sofort von allen freudig aufgenommen, sondern erst einmal als Fremde misstrauisch beäugt wird.

Richtig schön gelungen ist auch der Zusammenhalt unter den Kindern. Daisy wächst Schritt für Schritt über sich hinaus und lernt, dass Mut auch darin besteht, Vertrauen zu fassen. Trotz der stellenweise bedrohlichen Stimmung sorgen spritzige Nebenfiguren und humorvolle Momente immer wieder für Leichtigkeit.

Unterstützt wird die Geschichte durch wunderschöne Schwarz-Weiß-Illustrationen von Elisa Paganelli, die das Geschehen toll begleiten. Das farbenprächtige Cover fängt die zauberhafte Dschungel-Stimmung mit den Orchideen und Sittichen bereits vor dem Aufschlagen perfekt ein.

Pari Thomson ist hier ein richtig schönes Abenteuer-Buch gelungen, mitreißend, berührend und voller Fantasie. Es ist eine große Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Freundschaft, Zusammenhalt und Naturmagie lieben, und macht auch Erwachsenen beim (Vor-)Lesen großen Spaß. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.

Und so geht es weiter:

erscheint am 26. August 2026
erscheint am 23. September 2026

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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Robin Dix: “Die Schule des Meeres – Ruf aus der Tiefe” (Band1)

Robin Dix (Autor)
Helge Vogt (Illustrator)
Baumhaus Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00 €

“Ich glaube, dass dich das Schicksal aus einem guten Grund zu uns gebracht hat”, sagte der Wassermann.

“Na ja, eigentlich”, erwiderte Fynn, “war es ein grantiger alter Kapitän, der mich über Bord geworfen hat.”

Ein geheimnisvoller schwarzer Stein als einzige Erinnerung an seine Eltern, ein unfreiwilliger Stoß von einem alten Kutter und schon landet der elfjährige Fynn in einer anderen Welt – und im größten Abenteuer seines Lebens. Er wurde nach Akademar berufen, einer magischen Schule tief unten im Meer, auf der seit Jahrtausenden Meereshüter ausgebildet werden. In einer abenteuerlichen Prüfung findet Fynn sein Seelentier, Oktopus Loki. Doch ausgerechnet diese besondere Verbindung birgt eine große Gefahr…
Kann Fynn beweisen, dass er den Mut hat, ein neues Leben tief unten im Meer zu beginnen?

(Klappentext)

Fantasy mit Tiefgang

Der elfjährige Fynn hat es wahrlich nicht leicht im Leben. Seine Kindheit verbringt er in einem Waisenhaus, wo er vergeblich darauf wartet, dass ihn jemand adoptiert. Diese bedrückende Ausgangslage mit den trostlosen Bedingungen und der Sehnsucht nach Dazugehörigkeit erinnert irgendwie an einen Charles-Dickens-Roman. Als Fynn schließlich von einem schroffen Kapitän mitgenommen wird, schöpft er Hoffnung. Allerdings nur um kurz darauf mitten auf dem offenen Meer über Bord geworfen zu werden. Doch anstatt zu ertrinken, landet Fynn an einer uralten, verborgenen Schule für Meereshüter direkt am Grund des Ozeans.

Zugegeben, unter einer magischen Unterwasserschule hatte ich mir im Vorfeld vielleicht etwas anderes ausgemalt, aber die Umsetzung von Robin Dix ist richtig gut gelungen. Die Welt unter den Wellen ist fantasievoll aufgebaut und lebendig beschrieben. Besonders schön ist die Idee mit den Seelentieren, die jedem Schüler zur Seite stehen. Fynn bekommt anstelle eines eindrucksvollen Hais oder eines majestätischen Delfins den frechen Oktopus Loki als Begleiter. Eine Verbindung, die an der Schule auf großes Misstrauen stößt.

Genau hier entfaltet das Buch eine erstaunliche inhaltliche Tiefe, die weit über das typische Internats-Abenteuer hinausgeht. Im Kern dreht sich die Geschichte nämlich um ernste Themen wie Vorurteile, Schuld und Strafe. Die Kraken werden in Akademar als einfache Arbeiter abgewertet und müssen schwere Dienste verrichten, um für die vermeintlichen Fehler ihrer Vorfahren zu büßen. Dass eine ganze Tierart so behandelt wird und selbst kleine Oktopusse mit dieser Verachtung aufwachsen, ist beim Lesen spürbar bitter. Es zeigt sehr anschaulich, wie unfair Ausgrenzung funktioniert. Das gibt Eltern und Kindern beim gemeinsamen Lesen einen super Aufhänger, um darüber zu sprechen, wie schnell man andere zu Unrecht verurteilt.

Auch die Gestaltung des Buches passt wunderbar zum Text. Die Schwarz-Weiß-Illustrationen von Helge Vogt machen die Welt unter Wasser greifbar und lockern das Lesen angenehm auf. Fynn ist dazu ein unheimlich sympathischer Protagonist. Trotz aller Rückschläge verstellt er sich nicht, bewahrt seinen starken Gerechtigkeitssinn und setzt sich für andere ein.

Der Schreibstil ist flott, bildhaft und für Kinder ab 9 Jahren genau richtig dosiert. Die Kapitel fliegen rasch dahin, und das Abenteuer hält einen bis zum spannenden Finale durchgehend auf Trab. Nach den Ereignissen am Ende bleibt man mit einigen ungelösten Rätseln um Fynns Herkunft zurück. Ein erfrischender, kluger und richtig gut geschriebener Reihenauftakt, der absolut Lust auf den zweiten Band macht!

Und so geht es weiter:

Band 2 erscheint am 2. November 2026

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Erstleser Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Smilla Blau: “Biber Justin – Auf der dunklen Seite des Pools”

Smilla Blau (Autorin)
Nikolai Renger (Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
240 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Hilfe! Keiner glaubt mir, nicht mal mein bester Kumpel

Gestern ist mein Opa bei uns eingezogen, und er hat seinen neuen Hund Justin mitgebracht. Aber Leute, das ist kein Hund, sondern ein BIBER! Leider merkt das niemand, außer mir. Nichts ist vor seinen krassen gelben Zähnen sicher: Kabel, Tischbeine – und mein geliebter Pool. Ständig hängt Justin im Wasser ab, und ich kann nicht mehr darin trainieren. (Dabei will ich doch Profiwassersportler werden!) Und das alles macht er mit voller Absicht! Woher ich das weiß? Dieses Biest spricht (allerdings nur mit mir) und will den Pool für sich allein! Ich muss Justin so schnell wie möglich wieder loswerden. Nur wie? Dieser Typ ist echt clever!
(Klappentext)

Abenteuer mit Biber

Als Opa mit seinem Therapiehund bei Lenny einzieht, ist die Freude groß. Immerhin war Opa früher Wasserballtrainer und Lenny steht kurz vor der wichtigen Qualifikation für das Jugendnationalteam. Das Problem ist nur, dass sich der angebliche Hund als ein ziemlich vorlauter Biber namens Justin entpuppt. Statt Stöckchen zu holen, knabbert er mit Vorliebe Türrahmen und Gartenmöbel an. Schlimmer noch ist für Lenny, dass Justin kurzerhand den heimischen Trainingspool besetzt und ihn zu seiner privaten Festung umbaut. Da für Lenny ohne Pool das dringend notwendige Schwimmtraining ins Wasser fällt, lautet der Plan: Der Biber muss weg. Irgendwie. Was als erbitterter Revierkampf um das kühle Nass beginnt, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit zu einer unerwarteten Freundschaft, bei der Justin für Lenny zu einer ganz besonderen Unterstützung wird, als es beim Wasserball um alles oder nichts geht.

Schon beim ersten Blick auf das Cover, das von Nikolai Renger dynamisch und witzig gestaltet wurde, und auf den Titel erkennt man den Humor des Buches. Die namentliche Nähe zu einem gewissen Popstar ist ein genialer, saukomischer Geniestreich von Smilla Blau. Und wer bei der „dunklen Seite des Pools“ sofort an Darth Vader und Star Wars denkt, liegt wohl goldrichtig. Es ist eine herrliche filmische Anspielung, die zeigt, dass hier mit viel Augenzwinkern gearbeitet wird. Als erwachsener Leser:in stolpert man anfangs vielleicht über die Tatsache, dass dieser Biber nicht nur munter mit Lenny spricht, sondern nebenbei auch noch einen eigenen Social-Media-Account betreibt, von dem die Erwachsenen und Lennys Freunde auf magische Weise überhaupt nichts mitbekommen. Ja, das ist schon sehr vermenschlicht und mag dem logischen Elterngehirn erst einmal etwas befremdlich vorkommen. Aber betrachtet man das Ganze aus der Sicht der Zielgruppe ab acht oder neun Jahren, ist es vermutlich genau das, was die Geschichte so cool macht. Diese exklusive Verbindung zwischen einem Kind und einem Tier, von der die Erwachsenen keinen blassen Schimmer haben.

Hinter dem ganzen Chaos, dem Slapstick und den verstopften Wasserleitungen verbirgt sich aber auch eine tiefgründigere Ebene. Justin ist nämlich kein böswilliger Saboteur, er folgt einfach nur seinem natürlichen Instinkt. In einer Welt, in der natürliche Flussläufe und Wildnisse immer knapper werden, baut er sich seine Burg eben dort, wo er klares Wasser findet: in Lennys Pool. Smilla Blau gelingt hier das Kunststück, ganz leise das Thema Naturschutz und schwindenden Lebensraum bedrohter Arten anklingen zu lassen. Lenny (und mit ihm die jungen Leser:innen) begreift nach und nach, welchen unschätzbaren Nutzen Biber in der freien Natur eigentlich haben. Aus dem nervigen Pool-Besetzer wird ein schützenswertes Wesen, das man am Ende der Geschichte gar nicht mehr gehen lassen möchte.

Diese neu gewonnene Empathie spiegelt sich auch in Lennys sportlicher Entwicklung wider. Er leidet unter einer klassischen Blockade. Er trainiert zwar extrem hart, aber sobald er im Spiel unter Druck gerät, kommen die Selbstzweifel. Wie das Buch diese mentale Krise löst, ist psychologisch vielleicht nicht ganz lehrbuchmäßig, aber dafür unglaublich witzig, effektiv und kindgerecht. Am Ende steht eine herzerwärmende Botschaft über Leistungsdruck, Versagensängste und die Erkenntnis, dass Unterstützung manchmal aus der unerwartetsten, pelzigsten Ecke kommt. Eine absolute Empfehlung für alle Kids, die Lust auf ein witziges Abenteuer haben, das im Kern zeigt, wie wichtig es ist, die Natur und ihre eigensinnigen Bewohner zu verstehen und zu schützen.

Ein riesengroßes Dankeschön an Fischer Sauerländer für dieses Rezensionsexemplar!

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Fantasy Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Natur Rezensionen

Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Erstleser Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Zaubereulen!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Pappbilderbuch: 12,90 €

Zoa ist wütend! Erst wandert ihre Oma nach Griechenland aus (für immer!), dann zieht Zoa mit ihren Eltern in eine neue Stadt und weit weg von ihrer besten Freundin Carlotta. Das ist so unfair! Der Start nach den Ferien in der 4B der Henriette-Haumichnich-Schule ist auch nicht besser ‒ vor allem, als plötzlich ganz schön viele Eulen um sie herum auftauchen. Zwar liebt Zoa Eulen, aber diese scheinen auf magische Weise mit ihr verbunden zu sein. Und: Es werden immer mehr! Bevor die anderen aus der Klasse Zoa selbst für einen komischen Kauz halten, braucht sie dringend Hilfe. Warum hat ausgerechnet Zoa zu viele Zaubereulen? (Klappentext)

Gefühlschaos mit Eulen

Zoa platzt innerlich fast vor Wut. Ihre Oma wandert nach Athen aus und dafür zieht Zoas Familie in Omas Haus. In der neuen Schule fühlt sie sich fremd und ausgerechnet jetzt scheint ihr Leben auch noch von magischen Eulen übernommen zu werden. Erst taucht nur eine auf, dann noch eine, aber irgendwann flattern, sitzen oder schweben unglaublich viele Eulen um Zoa herum. Manche von ihnen sehen den Menschen aus Zoas Leben sogar ein bisschen ähnlich… Ist das Zufall? Andere erweisen sich als überraschend hilfreich. Besonders die Eule, die immer wieder Süßigkeiten anschleppt. Aber wohin mit so vielen Eulen?

Dass Zoas Gefühle ausgerechnet als Eulen auftauchen, macht wirklich Spaß. Mars-Leo Frei erzählt das Ganze mit viel Tempo und einem lockeren Humor. Die Kapitel sind angenehm kurz, die Sprache bleibt leicht verständlich und trotzdem nicht zu simpel. Viele kleine Ideen am Rand machen das Buch besonders. Dabei lebt die Geschichte weniger von riesigen Überraschungen als von ihren Figuren und dem ganzen Durcheinander, das sich nach und nach entwickelt.

Besonders gefallen hat mir die Klasse 4B. Die Kinder unterscheiden sich deutlich voneinander und erinnern trotzdem an genau die Mitschüler, die man aus der eigenen Schulzeit kennt. Manche wollen unbedingt cool sein, andere reden zu viel, einige beobachten lieber erst einmal alles. Die Dynamik in der Klasse kommt einem sofort bekannt vor. Auch Zoa selbst ist keine perfekte Heldin. Sie ist trotzig, manchmal unfair und oft überfordert.

Die Illustrationen von Daniela Kohl passen hervorragend dazu. Vor allem die vielen unterschiedlichen Eulen machen Spaß, weil jede ihren eigenen kleinen Charakter mitbringt. Überhaupt steckt im Buch viel Bewegung. Man wartet ständig auf die nächste Eule. Ein bisschen erinnert die Reihe dabei tatsächlich an Die Schule der magischen Tiere, nur mit viel mehr Tieren und stärker auf Gefühlschaos und Alltag konzentriert.

Die Handlung selbst bleibt eher überschaubar. Wer große Wendungen oder ein besonders raffiniertes Fantasy-Abenteuer erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz abgeholt. Einige Szenen ziehen sich ein wenig, bevor die Geschichte wieder Tempo aufnimmt, und das Ende kommt ein bisschen abrupt.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es ist fantasievoll, humorvoll und angenehm unaufgeregt. Vor allem versucht es nicht ständig, besonders wichtig oder tiefgründig zu sein. Stattdessen erzählt es einfach eine unterhaltsame Geschichte über Veränderung, Freundschaft und magisches Eulenchaos. Dass in den weiteren Bänden andere Kinder aus Zoas Klasse mit ihrem eigenen zu viel kämpfen müssen, macht definitiv neugierig auf mehr.

Lust auf mehr?

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Ryan Graudin: “Faye Fableheart – Das magischen Schloss” (Band 1)

Ryan Graudin (Autor)
Geraldine Rodríguez (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99 €

Faye hat ein Herz für Fabelwesen und ein großes Geheimnis: Sie ist eine Magierin. Niemand darf davon erfahren. Denn im Königreich Solum dürfen nur Jungen zaubern.

Faye liebt das magische Schloss, in dem sie aufgewachsen ist. Launische Keksdrachen surren durch die Lüfte, singende Orchideen veranstalten Konzerte im Gewächshaus und die Wasserspeier sind immer für ein Gespräch zu haben. Als der Zauberer des Schlosses nach einem Nachfolger sucht, lässt er ein Turnier ausrichten. Nur Jungen sind eingeladen. Dabei wäre Faye die perfekte Wahl! Denn nur sie allein kann das Schloss und seine Bewohner vor der Schattenkönigin retten …
(Klappentext)

Ein skurriler Zauberer und eine unterschätzte Heldin

Faye wächst in einem ziemlich ungewöhnlichen Zuhause auf. Zusammen mit ihrem Vater bewohnt sie ein Baumhaus voller Bücher und leuchtender Pilze. Faye und ihr Vater kümmern sich um die Ländereien von Schloss Celudur, einem magischen Schloss, das ein Eigenleben zu führen scheint. Als der zuständige Zauberer stirbt (was er selbst nicht wahrhaben will), muss schnell ein Nachfolger her, und zwar per Turnier. Total ungerecht, dass daran ausschließlich Jungen teilnehmen dürfen. Dabei wäre Faye eigentlich die deutlich bessere Wahl.

Faye ist diejenige, die den Laden am Laufen hält. Seit ihr Vater verschwunden ist, ist sie das Mädchen für alles, sie kümmert sich um alles, und denkt vor allem mit. Genau deshalb fühlt es sich beim Lesen die ganze Zeit ein bisschen sehr gemein an, dass sie außen vor bleiben soll.

Mit dem Turnier wird die Geschichte deutlich lebendiger. Neue Figuren tauchen auf, jeder bringt seine eigene Portion Selbstbewusstsein mit, und die Prüfungen sind … überraschend. Man merkt schnell, wer mehr Schein als Sein ist und wer vielleicht doch mehr draufhat, als es zunächst wirkt.

Parallel dazu wird immer deutlicher, womit Faye zusätzlich zu kämpfen hat. Ihre Verwandlung sorgt nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für blöde Kommentare und spürbare Ausgrenzung. Außerdem greift die böse Schattenkönigin nach der Herrschaft und nur Faye ist ihr gewachsen.

Der Schreibstil ist angenehm direkt. Nicht oberflächlich, sondern eher mit einigem schwarzen Humor. Die Kapitel sind kurz gehalten, allerdings ist das Thema und die Handlung schon so komplex, dass es eher für erfahrenere Leseratten eine passende Lektüre ist. Selbst als Erwachsener mit einer Vorliebe für Fantasy kommt man hier auf seine Kosten.

Bei den Illustrationen bin ich etwas hin- und hergerissen. Die Figuren sind im Manga-Stil geeignet und eigentlich ganz passend. Bei den größeren Illustrationen stimmt aber die Atmosphäre nicht. Da haben die Bilder nichts mit der Geschichte zu tun und lassen Tiefe missen.

Am Ende ist das ein gelungener Auftakt mit vielen guten Ideen, einer starken Hauptfigur, einem echt schrägen untoten Zauberer und genug Spannung, um dranzubleiben.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks!

Ab September 2026 geht es weiter mit Faye!

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Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die Schule am Meer” (Band 1)

Claudia Schaumann (Autorin)
Nadine Jessler (Illustratorin)
Fischer Sauerländer
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Eine Küche voller Magie

Ein Umzug nach Frankreich? Marie ist wenig begeistert, als ihre Mutter eine Stelle als Köchin an einer französischen Schule annimmt. Ihr fehlen ihre Freundinnen! In der neuen Schule sind alle komisch. Doch dann weiht Maries Oma Aveline sie in ein Geheimnis ein: Mit den richtigen magischen Zutaten kann Marie Gerichte kochen, die die Menschen verzaubern. Marie ist elektrisiert: Vielleicht hilft ja ein bisschen Zauberei bei ihren Startschwierigkeiten? Doch ihr erstes Koch-Experiment geht total schief, und plötzlich ist der Job ihrer Mutter in Gefahr! Das muss Marie unbedingt wieder gutmachen – am besten mit einem magischen Buffet beim großen Schulfest …
(Klappentext)

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

Vielen lieben Dank an Fischer Sauerländer für das magische Rezensionsexemplar!