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Jeff Kinney: “Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2”

Jeff Kinney (Autor/ Illustrator)
Baumhaus Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
224 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Schön schaurig und unheimlich lustig! – Der zweite Gruselgeschichten-Band von Gregs bestem Freund Rupert!

Rupert ist zurück – und diesmal sind seine Gruselgeschichten schräger, witziger und unheimlicher denn je! Freu dich auf Gänsehaut pur: auf monströse Insekten, einen jungen Sensenmann und einen einsamen kleinen Finger, der verzweifelt seinen Besitzer sucht. Doch Achtung! Ruperts Geschichten sind nicht nur zum Totlachen, sondern vor allem ganz schön schauerlich. Vielleicht solltest du heute Nacht lieber das Licht anlassen …
(Klappentext)

Schräger Humor für Kinder, wenig Substanz für Erwachsene

Mit Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2 legt Jeff Kinney den zweiten Band vor, in dem Gregs bester Freund eigene Geschichten erzählt. Auf etwas über 200 Seiten finden sich zwölf unabhängige Kurzgeschichten über monströse Insekten, einen ungeschickten Sensenmann, Karriere machende Zombies und abgetrennte Körperteile, die sich selbstständig machen.

Inhaltlich bietet das Buch aus Erwachsenensicht allerdings recht wenig Substanz. Die Ideen wirken stellenweise flach und manche Einfälle greifen Bekanntes ohne große Neuerungen auf. Wirklichen Grusel sucht man hier vergeblich, denn die Geschichten driften eher in schräge und teils etwas alberne Richtungen ab. Auch die Zeichnungen sind Geschmackssache, da Elemente wie ein Mund mitten auf dem Bauch einer Figur gewöhnungsbedürftig sind. Als Elternteil fragt man sich beim Lesen durchaus, was genau den Reiz dieser Bücher ausmacht.

Den Kindern ist das alles egal, sie greifen trotzdem begeistert zu den Büchern. Meine beiden Söhne lesen sehr gerne in Gregs Tagebüchern und hatten auch an diesem Band viel Freude. Der Große hatte die zwölf Kurzgeschichten an einem einzigen Nachmittag durchgelesen und fängt schon wieder von vorne an. Die Kombination aus wenig Text pro Seite, sehr großer Schrift und den typischen Comic-Zeichnungen nimmt Kindern den Druck beim Lesen. Man kann nach einzelnen Kapiteln problemlos aufhören oder das Buch in einem Rutsch durchschmökern.

Sogar für meinen jüngeren Sohn bietet der Band einen echten Mehrwert. Als Leseanfänger schaut er sich nicht nur die Bilder an, sondern versucht bereits, die kurzen Texteinschübe in den Zeichnungen mitzulesen. Die Schriftgröße ist so gewählt, dass ihm das schon gut gelingt und er sich freut, im Buch des großen Bruders mitzulesen.

Das Konzept geht am Ende auf, weil es Kinder unkompliziert zum Lesen bringt. Das gilt besonders für diejenigen, die sich sonst von längeren Fließtexten eher abschrecken lassen. Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2 ist erzählerisch sicher kein Meisterwerk und bietet kaum echten Grusel. Für die Zielgruppe ist es aber kurzweilige Unterhaltung, die gerade zur Halloween-Zeit schnell weggelesen wird.


Ein riesiges Dankeschön an Lovelybooks und den Verlag. Zwei Jungs wahnsinnig glücklich gemacht mit dem Buch!

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Die drei ??? Kids: Geheimnis um CubeMax

Calle Claus (Autor)
Marco Armbruster (Illustrator)
Kosmos
Lesealter: ab 8-10 Jahre
128 Seiten
Pappbilderbuch: 13,00€

Auf der Computerspiel-Convention in Rocky Beach herrscht Hochspannung – besonders als das brandneue Game ‘CubeMax’ präsentiert wird. Die drei ??? Kids sind gefesselt von der faszinierenden Spielewelt, doch dann kreuzt Nika ihren Weg. Verzweifelt bittet sie die drei um Hilfe: Ihr Bruder Noah, der Spieleentwickler von ‘CubeMax’, ist spurlos verschwunden. Justus, Peter und Bob tauchen tief in die geheimnisvolle Welt von ‘CubeMax’ ein – und schnell wird klar: Hier geht es um mehr als nur ein Computerspiel. (Klappentext)

Wenn Minecraft auf die drei ??? Kids trifft – Ein Comicroman mit Höhen und Längen

Wenn drei kleine Detektive plötzlich in einer virtuellen Welt landen, in der Lavaflüsse zischen, Pixelmonster lauern und Portale in fremde Spielzonen führen, dann klingt das nach einem Abenteuer, das nicht nur Minecraft-Fans neugierig macht. Geheimnis um CubeMax, der Auftaktband einer neuen Trilogie, verknüpft die vertraute Welt der drei ??? Kids mit einer digitalen Spieleumgebung – bunt, blockig und voller Rätsel. Das Konzept funktioniert, wenn auch nicht an allen Stellen gleich gut.

Die Gestaltung des Buches sticht auf jeden Fall heraus. Wechselnde Text- und Comicseiten sorgen für Abwechslung beim Lesen und geben dem Ganzen Tempo. Besonders für Kinder, die sich mit längeren Texten schwertun oder die Bücher sonst langweilig finden, ist dieser Aufbau ein echter Gewinn. Die Illustrationen wirken lebendig und fangen die Atmosphäre der virtuellen Welt sehr überzeugend ein. Mein Sohn war vor allem von den kreativen Spielwelten angetan, die sich zwar an bekannten Vorbildern orientieren, aber eigene Ideen einbringen. Für ihn war das Buch „richtig cool gemacht“, gerade weil es nicht einfach nur Minecraft kopiert.

Inhaltlich bleibt die Geschichte eher auf einer einfachen Ebene. Ein verschwundener Entwickler, eine geheime Mission im Spiel, ein Gegenspieler mit zweifelhaften Absichten – alles solide Zutaten für ein Abenteuer. Doch die Handlung entwickelt sich eher gemächlich. Es gibt längere Dialoge, in denen die Figuren über das Geschehen sprechen, ohne dass wirklich viel passiert. Mein Sohn fand das stellenweise zu langatmig, gerade weil er eigentlich Spannung erwartet hatte. Der Lesefluss wurde für ihn immer dann unterbrochen, wenn zu viel geredet und zu wenig erlebt wurde.

Trotzdem hat er das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, was für sich spricht. Der Sog entsteht hier weniger durch überraschende Wendungen oder Nervenkitzel, sondern eher durch die Atmosphäre und den Wunsch, die nächste Spielwelt zu entdecken. Der Reiz liegt im Abenteuer selbst, nicht in einem klassischen Kriminalfall. Das passt zur Zielgruppe, die bei überladenen Plots oft ohnehin aussteigt.

Was die Figuren betrifft, bleiben Justus, Peter und Bob angenehm vertraut. Sie tun, was sie immer tun: beobachten, kombinieren, helfen. Tiefgang sollte man nicht erwarten, aber für die Altersgruppe ist das völlig in Ordnung. Neue Figuren fügen sich passend ins Geschehen ein, wirken aber eher als Bausteine für die Handlung als als echte Persönlichkeiten.

Insgesamt wirkt Geheimnis um CubeMax wie eine Einladung an junge Leser:innen, sich auf neue Wege mit den drei ??? zu begeben. Wer Spielewelten liebt und gleichzeitig Lust auf Bücher hat, findet hier eine kindgerechte Mischung aus Comicroman, Abenteuer und Detektivgeschichte – mit viel optischer Abwechslung, einfachen Rätseln und einem modernen Setting. Die Spannung bleibt dabei eher auf mittlerem Level, die Ideenwelt hingegen macht Lust auf mehr.

Von Herzen Dankeschön an den Verlag und vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!

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Jutta Nymphius: “Pelles Papa: Was guckst du?!”

Jutta Nymphius (Autorin)
Volker Fredrich (Illustrator)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 8 Jahre
 80 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Pelle und Papa sind eine prima Mannschaft. Doch dann beginnt Papa, komische Sachen zu machen: Er legt Schuhe in den Kühlschrank, macht sich stundenlang schön und guckt immer so bekloppt. Pelles Freund ist sich sicher: Dein Papa ist verliebt! Aus ists mit dem schönen Leben! Von jetzt an wird nur noch geputzt, gelernt und gesund gegessen. Aber das wird Pelle ganz bestimmt verhindern… (Klappentext)

Bei 3 ist die 2 mit drin

Pelle hat’s gut – zumindest am Anfang. Sein Papa ist entspannt, Pelle sowieso, und das Leben läuft in genau den richtigen, leicht chaotischen Bahnen. Doch dann beginnt Papa, sich zu verändern. Er wird komisch. Grinst vor sich hin. Trällert alberne Lieder. Und plötzlich steht eine Fremde vor der Tür. Ada.

Was wie eine typische Patchwork-Geschichte beginnt, nimmt in „Pelles Papa – Was guckst du?!“ eine angenehm unerwartete Wendung. Jutta Nymphius schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem feinen Gespür für kindliche Logik, leise Irritationen und große Missverständnisse. Denn Pelle erwartet eine böse Stiefmutter wie aus dem Märchenbuch, bekommt aber Ada, die Chemikerin, die sich mit Molekülen auskennt, Pizza bestellt und sich nicht im Geringsten daran stört, wenn das Wohnzimmer aussieht wie nach einem Wäscheorkan.

Erzählt wird das Ganze in einer abwechslungsreichen Kombination aus klassischem Erzähltext und wunderbar dynamischen Comic-Sequenzen. Volker Fredrichs Illustrationen sind kein bloßes Beiwerk, sondern treiben die Handlung weiter, liefern Zwischentöne, Blicke und kleine Pointen, die ohne Worte auskommen, aber viel sagen. Die Übergänge zwischen Text und Bild sind so gestaltet, dass man beim Umblättern immer wieder überrascht wird. Nicht selten ergeben sich gerade aus der Gegenüberstellung von Text und Bild neue Ebenen, kleine Widersprüche oder ironische Brechungen, die vor allem lesefreudige Kinder ab etwa 8 Jahren sehr ansprechen dürften.

Thematisch trifft das Buch einen Nerv. Patchwork-Familien sind längst keine Ausnahme mehr und doch fühlt sich die Perspektive hier erfrischend neu an. Pelle darf eifersüchtig, misstrauisch und unfair sein. Ohne dass ihm das moralisch angekreidet wird. Und Ada? Die ist keine Superpädagogin mit Zaubertrickkiste, sondern einfach ein Mensch mit Ecken, Interessen und trockenem Humor. Dass sich die Beziehung zwischen ihr und Pelle nicht in Zuckerwatte auflöst, sondern langsam entwickelt – mit kleinen Schritten und echtem Staunen – macht das Buch glaubwürdig und nahbar.

Kritisch ließe sich allenfalls anmerken, dass die Erwachsenen hier sehr geduldig agieren – fast schon übermenschlich gelassen. Aber vielleicht ist das gar nicht schlimm. Vielleicht braucht es genau solche Geschichten, in denen Konflikte nicht durch lautstarkes Drama gelöst werden, sondern durch das Zulassen von Chaos, Neugier und ein bisschen Pizza.

“Pelles Papa” ist keine Anleitung für das Funktionieren als Patchwork-Familie, sondern eine kluge, visuell wie inhaltlich originelle Geschichte über Erwartungen, Veränderungen und das überraschend Unkomplizierte am Zusammenleben.

Vielen lieben Dank an den Tulipan-Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Alice Pantermüller: “Mein Lotta-Leben: Sei kein Trottel, Axolotl” Band 21

Alice Pantermüller (Autorin)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Arena Verlag
Lesealter: ab 9 Jahre
160 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €

Ach, du Graus! Heute gab es Halbjahreszeugnisse und Cheyenne und ich finden unsere Deutschnoten nicht so toll. Aber zum Glück gibt es ja AGs, mit denen man seine Noten verbessern kann. Die Schülerzeitung zum Beispiel. Da könnte ich ja was über Tiere schreiben und Cheyenne bekommt ihre eigene Witzeseite. Leider haben Fatma und Tarek aus der Redaktion ganz andere Ideen für uns: Wir sollen den Lehrer Herr Melin interviewen – voll langweilig. Doch dann passiert was Aufregendes und mit einem Mal sind Cheyenne und ich einer echten Dealerin auf der Spur! Plötzlich sind wir infestative Journalistinnen (oder wie das heißt). Blöd nur, dass uns die Dealerin verdächtig bekannt vorkommt … (Klappentext)

Ein turbulentes Schulabenteuer

Auch im 21. Band bleibt sich die Reihe treu: überdreht, lebensnah und mit einer großen Portion Freundschaft im Gepäck.

Lotta und Cheyenne stolpern diesmal nicht nur durch den Schulalltag, sondern auch in die Tiefen investigativer Recherchen – oder was sie dafür halten. Die Sache mit der Schülerzeitung beginnt harmlos, entwickelt sich aber schnell zur Mission mit wilden Verdächtigungen und verdeckten Operationen, und endet in einer peinlichen Klassenkonferenz.

Die Handlung ist leichtfüßig. Gerade das Wechselspiel zwischen überdrehtem Humor und ehrlichen Gedanken macht den Reiz aus. Lotta denkt viel, manchmal wirr, oft klug – aber immer aus der Perspektive eines Mädchens, das versucht, Schule, Eltern, Freunde und sich selbst irgendwie unter einen Hut zu bringen. Cheyenne sorgt wie immer für Chaos mit Herz und Witz, Rémi für Verwirrung, und Frau Kackert… nun ja, sie überrascht einen dann doch ein bisschen.

Typisch für die Reihe ist der bunte Mix aus Schriftarten, Pfeilen, Skizzen und Sprechblasen. Das ist viel – vielleicht sogar zu viel, wenn man es nicht gewohnt ist – aber genau das bringt die Lotta-Reihe so nah an die Zielgruppe. Der Comicstil nimmt die Angst vorm Lesen, lädt zum Durchblättern ein und hält selbst Leseanfänger bei Laune.

„Sei kein Trottel, Axolotl“ ist kein stilles Buch. Es ist laut, wild, direkt. Und gleichzeitig schafft es kleine Momente, in denen man merkt: Hier geht’s um mehr als um Quatsch. Um Freundschaft, Unsicherheit, um das Gefühl, manchmal nicht weiterzuwissen und dann doch weiterzumachen.

Wer Lotta kennt, wird sich sofort heimisch fühlen. Wer sie neu kennenlernt, bekommt einen Einstieg, der genau das liefert, was viele Kinder mögen: Tempo, Humor und das Gefühl, verstanden zu werden.

Ein riesengroßes Dankeschön von meiner Lesegruppe, die sich wirklich sehr über das Rezensionsexemplar gefreut hat. Lotta und Axolotl sind nun Teil der Leseecke – wenn sie nicht gerade wieder ausgeliehen sind.