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Lynn Painter: “Mr Fake Boyfriend”

Lynn Painter (Autorin)
Goldmann Verlag
354 Seiten
Paperback: 17,00€

Abi spielt die Freundin von Millionär Declan. Was kann da schon schiefgehen?

Abi fällt aus allen Wolken, als sie über Nacht aus ihrer Wohnung geworfen wird. Kurzerhand übernachtet sie heimlich in dem Luxusapartment, das sie regelmäßig putzt – einer ihrer vielen Studentenjobs. Der Besitzer, der junge, umschwärmte Millionär Declan Powell, ist sowieso verreist. Doch am nächsten Morgen stehen seine Eltern in der Küche. Und halten sie für Declans Freundin. Als Declan davon erfährt, versteht er die Welt nicht mehr, doch eine fake Freundin kommt ihm für ein wichtiges berufliches Event mehr als gelegen. Es schadet dabei ja nicht, dass Abi klug, witzig und umwerfend attraktiv ist …
(Klappentext)

Vorhersehbar, aber unterhaltsam

Wenn ein neues Buch von Lynn Painter erscheint, bin ich eigentlich immer sofort neugierig. Sie ist eine dieser Autorinnen, zu denen ich im Buchladen extrem gerne greife, weil man bei ihr immer eine lockere, humorvolle Unterhaltung für den Kopf bekommt.

Die Geschichte startet allerdings mit einer konstruierten Ausgangslage. Abi steht plötzlich völlig ohne Bleibe da und schläft nach dem Reinigen einer Luxuswohnung heimlich da. Warum auch nicht? Der Besitzer – ein attraktiver, erfolgreicher, junger Millionär – ist schließlich gerade nicht da. Als am nächsten Morgen unerwartet seine Eltern in der Tür stehen und Abi fälschlicherweise für seine Freundin halten, greift der wohlhabende Apartmentbesitzer die Verwechslung dankbar auf. Er braucht nämlich spontan eine vorzeigbare Begleitung für ein wichtiges berufliches Firmenevent, und Abi kann das Geld mehr als gut gebrauchen.

Man muss ehrlich sagen: Das ist definitiv nicht Lynn Painters bestes Buch. Wer gerne Romance liest oder Filme wie Pretty Woman mag, wird hier viele vertraute Muster sofort wiedererkennen. Die Story bedient ganz klassische Tropes wie Fake Dating, Forced Proximity und Opposites Attract. Ein tiefgründiges Meisterwerk mit überraschenden Wendungen sollte man hier also wirklich nicht erwarten. Die Handlung plätschert recht linear auf einem eher überschaubaren Niveau dahin, und der eine oder andere dramatische Höhepunkt mehr hätte der Story sicherlich gutgetan. Auch beim Spice-Gehalt hält sich das Buch im eher verhaltenen Bereich, sodass der Fokus fast ausschließlich auf den kleineren Reibereien der beiden liegt.

Der flüssige Schreibstil sorgt zwar dafür, dass man die Seiten unheimlich schnell umblättert, allerdings wartet man beim Lesen eben auch die ganze Zeit darauf, dass endlich mal etwas Entscheidendes oder Unerwartetes passiert. Die Unterhaltungen zwischen den beiden sind zwar witzig und nett zu lesen, aber eben auch nicht gerade voller Brillanz oder sprühendem Witz, wie man es vielleicht aus anderen Büchern der Autorin kennt.

Trotzdem hat die Geschichte ihren ganz eigenen, gemütlichen Charme. Die Charaktere bleiben durchweg sympathisch, und dass sensible Themen wie Abis chronisches Asthma beiläufig und unaufgeregt aufgegriffen werden, verleiht ihr zumindest ein kleines bisschen mehr Tiefe. Auch die Nebenfiguren fügen sich unauffällig in das Geschehen ein und sorgen für den einen oder anderen Schmunzler zwischendurch.

Für mich war das Buch letztlich genau das Richtige, um nach einem anstrengenden Tag komplett abzuschalten. Man muss nicht viel nachdenken, regt sich über keine unnötigen Dramen auf und kann beim Lesen einfach wunderbar entspannen.

Ein leichter Wohlfühlroman mit sympathischen Figuren, den man flüssig an einem gemütlichen Wochenende durchlesen kann. Perfekt für alle, die eine unaufgeregte Dosis Romantik für die Couch suchen.

Ein herziges Dankeschön an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar.

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Josie Silver: “The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love” (Band 1)

Josie Silver (Autorin)
Rowohlt Taschenbuch Verlag
336 Seiten
Paperback: 18,00€
Die erste weibliche Ghostbusting Agency

Melody Bittersweet kann, wie alle Frauen ihrer Familie, Geister sehen. Doch während ihre Mutter und Großmutter die Toten im Auftrag ihrer Hinterbliebenen nach verlegten Eheringen befragen, gründet Melody mit ihrer besten Freundin Marina die Girls Ghostbusting Agency. Ihr erster Auftrag: ein Herrenhaus von drei Geisterbrüdern zu befreien, die eine Familientragödie an ihr ehemaliges Zuhause kettet. Zu ihrem Missfallen muss sie feststellen, dass ihr größter Konkurrent ebenfalls auf den Fall angesetzt ist: Leo Dark, telegenes Medium – und Melodys Ex. Und dann gibt es da noch den unverschämten Journalisten Fletcher Gunn, der ärgerlich gut aussieht und bald mindestens ebenso sehr in Melodys Kopf herumspukt wie die drei Geisterbrüder… (Klappentext)

Charmante Idee, die mich nicht ganz erreicht hat

Die Idee hat mich sofort angesprochen: eine weibliche Ghostbusting-Agentur, ein altes Herrenhaus mit drei ruhelosen Brüdern und dazu ein bisschen Liebeschaos. Das klingt nach Tempo, Witz und vielleicht sogar ein bisschen Grusel.

Im Mittelpunkt steht Melody, die – wie alle Frauen in ihrer Familie – Geister sehen kann. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina macht sie aus diesem Talent ein Geschäft. Der erste große Auftrag führt sie in ein Herrenhaus, dessen Geister nicht einfach nur herumspuken, sondern an einer alten Tragödie festhängen. Das hätte richtig atmosphärisch werden können.

Der Roman wird aus Melodys Perspektive erzählt. Das schafft zwar Nähe, sorgt aber auch dafür, dass sich vieles stark auf sie fokussiert statt auch einmal auf die anderen Figuren. Die wirken auf mich einfach nur platziert. Der Humor ist ebenfalls spürbar zu gewollt und trifft zu dem nicht immer ins Schwarze. Manche Szenen sind charmant, andere ziehen sich arg in die Länge.

Am meisten interessiert hat mich tatsächlich die Geschichte der drei Geisterbrüder. Da steckt Emotion drin, da gibt es ein Geheimnis, das nach und nach freigelegt wird. Diese Passagen haben für mich am besten funktioniert. Der paranormale Aspekt bleibt insgesamt eher gemütlich als unheimlich. So richtig Gänsehaut bekommt man nicht.

Weniger überzeugend fand ich die romantischen Verwicklungen. Das angedeutete Liebesdreieck bleibt für meinen Geschmack zu oberflächlich. Weder der Ex noch der Journalist gewinnen genug Profil, um echte Spannung zu erzeugen. Deutlich sympathischer war mir das Kernteam der Agentur. Marina und vor allem Artie bringen eine angenehme Bodenständigkeit mit, die der Geschichte gut tut.

Ich muss ehrlich sagen: So richtig mitgerissen hat mich das Buch nicht. Die Grundidee hat Potenzial, aber Tempo und Emotion bleiben oft hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Trotzdem hat die Geschichte einen leichten, unkomplizierten Ton und dürfte Leser:innen ansprechen, die Lust auf eine seichte Paranormal-Romance haben.

Für mich war es eher eine nette Geisterjagd als ein echtes Spukabenteuer. Aber vielleicht entfaltet sich das volle Potenzial ja erst in den Folgebänden.