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Margit Auer: “Verflixt verhext – Besuch um Mitternacht” (Band 1)

Margit Auer (Autorin)
Csilla Bandi (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Pina ist mit ihren beiden Tanten aus der Hexenwelt an den trubeligen Ruffiniplatz gezogen. Die Menschenwelt ist aufregend, auch wenn es dort heißt: Zaubern ist aufs Strengste verboten! Schon bei ihrem ersten Ausflug auf dem Besen trifft Pina Mellie, ein richtig nettes Mädchen, das dachte, Hexen gibt es nur in Büchern. Von da an sind die beiden unzertrennlich und lüften gemeinsam ein gruseliges Geheimnis… (Klappentext)

Ein gelungenes Spuk-Abenteuer von Margit Auer

Wer nach neuem Lesestoff von Margit Auer sucht, bekommt mit Verflixt verhext eine Alternative zur Schule der magischen Tiere. Der erste Band der Hexen-Reihe ist in einer frischen, optisch komplett überarbeiteten Neuauflage erschienen. Wer die Bücher vor zehn Jahren gar nicht auf dem Schirm hatte, bekommt jetzt die perfekte Gelegenheit, zusammen mit den Kids in diese magische Welt einzutauchen.

Die Geschichte entführt uns in die Welt der Junghexe Pina, die gemeinsam mit ihren etwas schrägen Tanten aus dem friedlichen Hexendorf Greenhill mitten in die Menschenwelt zieht. Kaum haben sie sich am Ruffiniplatz eingewöhnt, fängt der Ärger allerdings auch schon an. Im neuen Zuhause geschehen lauter merkwürdige, unheimliche Dinge. Schnell wird klar, dass der böse Geist von Großtante Ambrosia dahinterstecken muss. Da die Gerüchteküche in der Nachbarschaft ohnehin schon brodelt und das Spukhaus für viel Gemunkel sorgt, steht fest, dass Tante Ambrosia verschwinden muss. Pina stolpert über einen alten Abwehrzauber, doch der entpuppt sich als richtig knifflig. Zusammen mit ihren neuen menschlichen Freunden Mellie und Robin versucht sie, den schwierigen Fluch zu bannen und das Chaos abzuwenden.

Das Buch erweist sich als ein absolut gelungener Lesestoff für Grundschulkinder. Die feine Mischung aus geheimnisvoller Magie, lustigen Alltagspannen und echter Freundschaft trifft genau den Nerv von jungen Selbstleser:innen. Man spürt auf jeder Seite die Leichtigkeit, mit der Margit Auer ihre Charaktere zum Leben erweckt und dabei alltägliche Kindergedanken mit fantasievollen Ideen verknüpft.

Ein absolutes Highlight dieser Neuauflage ist die optische Gestaltung von Csilla Bandi. Die Illustrationen im Buch sind in einem stilvollen Schwarz-Weiß gehalten, das durch leuchtende, giftgrüne Farbakzente extrem modern und spritzig wirkt. Diese Farbwahl passt fantastisch zum Hexenthema und lockert die Buchseiten so geschickt auf, dass selbst Lesemuffel nicht von langen Textblöcken erschlagen werden. Besonders charmant sind auch die kleinen Übersichtsseiten, die dem Leser genau erklären, wie die Zauberwelt rund um Flugbesen, Akku-Zauberstäbe und geheime Erkennungszeichen eigentlich funktioniert.

Beim Lesen ist mir allerdings ein kleines Detail aufgefallen, das mich persönlich ein wenig irritiert hat: Die Figuren werden im laufenden Text überraschend oft mit ihrem vollen Vor- und Nachnamen angesprochen, wie etwa Tante Emma Moonwalk. Für meinen eigenen Lesefluss wirkte das stellenweise etwas hölzern und gewöhnungsbedürftig. Für junge Leser:innen bieten solche klaren Benennungen meistens ja eine zusätzliche Orientierung, aber in jedem Absatz die vollen Namen zu benutzen, ist dann vielleicht doch nicht unbedingt nötig.

Unterm Strich ist Verflixt verhext ein rundum magischer, witziger und absolut kindgerechter Serienauftakt, der bei allen kleinen Hexenfans garantiert für große Begeisterung sorgen wird.

Ein hextastisches Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch als magisches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Dominique Valente: “Miss Hegottys Geheimschule – Zwei Hexen und ein Zauberfunke” (Band 1)

Dominique Valente (Autorin)
Simona Ceccarelli (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
384 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Seid tapfer, seid verwegen und lasst uns beginnen!

In einem magischen Anwesen über dem Meer träumt die zwölfjährige Eglantine davon, endlich eine Hexe zu werden. Doch ihr Zauberfunkentest fällt negativ aus, und plötzlich steht Onkel Fungus vor der Tür, um ihr Haus für seine niederen Machenschaften an sich zu reißen. Wenn Eglantine ihre Familie und ihr geliebtes Zuhause retten möchte, braucht sie Magie – koste es, was es wolle …

Weit entfernt im königlichen Schloss hat Prinzessin Victoria das umgekehrte Problem: Ihre Magie ist kaum zu bändigen und stürzt den Palast regelmäßig ins Chaos. Um den Gefahren ihrer unbeherrschten Kräfte zu entgehen, muss Victoria Hilfe finden. Aber wo? Verzweifelt wenden sich beide Mädchen an die verstoßene Hexe Miss Hegotty und deren verbotene Zauberschule. Aber kann diese geheime Magie den Gefahren standhalten, denen sich die beiden jungen Hexen stellen müssen? (Klappentext)

Magie im Home-Schooling

Zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Eglantine – bei deren Namen sich deutsche Zehnjährige beim Lesen erst einmal gründlich die Zunge verknoten dürften – besitzt keinerlei Zauberkraft, braucht aber dringend Magie, um ihr Zuhause vor ihrem fiesen Onkel zu retten. Prinzessin Victoria hingegen kämpft mit völlig unkontrollierbarer Magie, darf das als künftige Thronfolgerin im Palast aber vor niemandem zeigen. Die Rettung für beide? Ein geheimer Fernkurs bei der verstoßenen Hexe Miss Hegotty.

An kreativen Einfällen mangelt es diesem Reihenauftakt definitiv nicht. Die Figuren bewegen sich in einer magischen Version des viktorianischen Englands, wo es sehr strenge Vorschriften und Regelungen für die Anwendung von Magie gibt. Ähnlich wie bei Harry Potter steckt so viel Magie zwischen den Seiten, in diesen herrlichen Details, wie Zauberei das Leben gestaltet. Gleichzeitig greift die Geschichte aber auch wichtige Themen wie Ausgrenzung auf, hinterfragt starre Regeln und hebt den Wert von Zusammenhalt hervor.

Wer bei dem Buchtitel und Klappentext allerdings an ein klassisches Internat à la Hogwarts denkt, wird leider etwas enttäuscht. Die sogenannte Geheimschule findet per Briefpost statt. Genau das führt jedoch dazu, dass der Funke bei mir persönlich nicht vollends überspringen wollte. Da die Lektionen als Fernkurs zu Hause absolviert werden, bleibt die Handlung über lange Strecken erstaunlich statisch. Anstatt gemeinsam auf große Entdeckungsreise zu gehen, erleben wir beide Hauptfiguren parallel zueinander. Jede entdeckt auf ihre Art ihren Zugang zur Magie, was natürlich sehr individuell ist, aber auch das Erzähltempo etwas ausbremst.

Das nimmt dem Buch keineswegs seine Qualität und ist am Ende reine Geschmacksache. Für junge Fantasy-Einsteiger ab 10 Jahren, die sich gerne in magischen Kulissen vergraben und an fantasievollen Details erfreuen, ist es ein liebevoll gestalteter und schön illustrierter Auftakt. Wer hingegen dynamische, rasante Abenteuer sucht, erlebt hier eher ein entschleunigtes Leseerlebnis im magischen Eigenheim.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Marie Braner: “Vier Hexen – und ein Zufallszauber” (Band 1)

Marie Braner (Autorin/ Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Tessa, Devi, Cleo und Liz sind beste Freundinnen – und sie alle wurden in derselben Nacht geboren. Doch das ist nur der erste von sieben verhexten Zufällen, die genau dreizehn Jahre später einen uralten Bannzauber brechen. Plötzlich haben die Mädchen magische Kräfte – leider ohne Gebrauchsanweisung, was zu jeder Menge Chaos führt. Währenddessen häufen sich in ihrer Heimatstadt Fuchsstein die seltsamen Ereignisse. Dunkle Mächte treiben ihr Unwesen und stellen die Freundschaft der Mädchen auf die Probe. Können sie das Geheimnis des Zaubers rechtzeitig lüften und ihre Kräfte kontrollieren, bevor es zu spät ist? (Klappentext)

Hexenmagie und echte Gänsehaut-Momente

An einem Freitag, dem Dreizehnten, feiern Tessa, Devi und Cleo zusammen ihren dreizehnten Geburtstag. Die drei sind unzertrennlich, seit sich ihre Mütter in der Geburtsnacht im Krankenhaus kennengelernt haben. Doch diesmal ist etwas anders. Mit Liz zieht ein neues Mädchen in die Stadt, das exakt in derselben Nacht geboren wurde. Bei einer nächtlichen Schnitzeljagd zu einer alten Spukvilla geraten die vier auf eine verlassene Lichtung und lösen durch eine Verkettung seltsamer Zufälle einen jahrhundertealten Bann. Plötzlich besitzen alle vier magische Fähigkeiten. Blöd nur, dass Zauberkräfte ohne Anleitung geliefert werden und in ihrer Heimatstadt Fuchsstein prompt ein bedrohlicher, dunkler Nebel aufzieht.

Die Geschichte verbindet den normalen Schul- und Familienalltag der Mädchen mit teils wirklich unheimlichen Mystery-Elementen. Schattenwesen, unheimliche Nebelschwaden und die bedrohliche Stimmung rund um die alte Villa sorgen für ordentlich Nervenkitzel. Dadurch bekommt die Handlung eine tolle Dynamik.

In der Vierer-Gruppe fliegen auch mal gehörig die Fetzen. Dass Neuzugang Liz von Tessa erst einmal als lästiger Eindringling empfunden wird und Neid das Gefüge unter den Freundinnen belastet, wirkt absolut lebensnah. Jedes der Mädchen bringt eigene Ecken, Kanten und familiäre Päckchen mit. Ganz besonders spannend sind die diversen magischen Fähigkeiten. Sie sind ungewöhnlich und unterschiedlich und bieten so viele Facetten, dass in dem Buch gar nicht genug Platz ist, um sie genau kennenzulernen.

Inhaltlich schwächelt die erste Hälfte des Buches für meinen Geschmack allerdings etwas. Obwohl das Ereignis auf der Lichtung recht früh passiert, stockt die Handlung danach spürbar. Statt den Schulalltag der Mädchen weiter zu begleiten, verliert sich die Geschichte etwas im zähen Hadern mit den neuen Kräften. Erst im letzten Drittel entschädigt das Buch vollkommen. Das Tempo zieht drastisch an, die Rätsel spitzen sich zu und das Ganze gipfelt in einem fiesen Cliffhanger.

Die grafische Gestaltung fügt sich hervorragend ein. Marie Braner hat als Autorin und Zeichnerin ihre eigene Geschichte mit stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Illustrationen versehen, die den Charakteren viel Leben einhauchen. Die etwas verschachtelte Satzstruktur fordert beim Selbstlesen durchaus heraus. Für Vielleser:innen ab 9 Jahren ist es aber ein wunderbares Leseabenteuer mit Gänsehautgarantie und einer zauberhaften Mädchenfreundschaft.