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Ross Montgomery: “Flauschi und Schnuff büxen aus”

Ross Montgomery (Autor)
Sarah Warburton (Illustratorin)
Thienemann Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
40 Seiten
15,00€

Flauschi träumt von Palmen, Papageien und den wilden Meerschweinchen von Peru. Schnuff dagegen liebt seinen gemütlichen Stall. Doch als Flauschi plötzlich verschwindet, muss Schnuff all seinen Mut zusammennehmen, um seine Freundin wiederzufinden. So beginnt eine kunterbunte Reise voller Überraschungen – und voller neuer, wuscheliger Freunde. (Klappentext)

Meerschweinchen auf Abwegen

Flauschi und Schnuff leben eigentlich ein ziemlich behagliches Meerschweinchenleben. Schnuff ist damit auch vollkommen zufrieden. Ein sicherer Stall, genug Futter und Flauschi an seiner Seite. Mehr braucht er nicht zum Glücklichsein. Flauschi sieht das anders. Sie träumt von Peru, von wilden Meerschweinchen, Dschungel, Palmen und einem Leben, das ein bisschen größer ist als der eigene Stall. Als sich die Gelegenheit ergibt, schmuggelt sie sich kurzerhand in den Urlaubskoffer. Schnuff bleibt erst einmal zurück, merkt aber schnell, dass ein gemütlicher Stall nicht mehr ganz so gemütlich ist, wenn Flauschi fehlt.

Flauschi ist eindeutig die Mutigere von beiden. Oder zumindest diejenige, die erst handelt und dann vermutlich darüber nachdenkt, ob Meerschweinchen überhaupt für Fernreisen gemacht sind. Schnuff dagegen ist genügsam und zufrieden mit dem, was er hat. Diese gegensätzlichen Charaktere sind unglaublich sympathisch und süß gezeichnet. Eine will unbedingt hinaus in die Welt, der andere hätte gegen einen ganz normalen Tag im Stall wirklich nichts einzuwenden.

Erzählt wird die Geschichte in Reimen. Bei gereimten Bilderbüchern bin ich immer etwas vorsichtig, weil es schnell holpern kann oder Sätze nur gebaut werden, damit am Ende irgendwie ein passendes Wort steht. Hier liest sich der Text aber angenehm rund. Die Reime haben Tempo, klingen beim Vorlesen lebendig und bleiben trotzdem verständlich. Man stolpert nicht über verdrehte Formulierungen, sondern kommt gut durch die Geschichte. Für Kinder ab vier Jahren passt das auf jeden Fall, wobei ich mir vorstellen kann, dass auch etwas jüngere Kinder schon Freude daran haben, wenn sie gern vorgelesen bekommen.

Die Handlung selbst ist eher einfach gehalten. Flauschi bricht auf, Schnuff folgt ihr, unterwegs gibt es verschiedene Begegnungen und am Ende fügt sich alles fein zusammen. Große Gefahr oder echte Aufregung sollte man nicht erwarten. Schnuffs Weg vom vorsichtigen Stallbewohner zum mutigen kleinen Reisenden hätte für meinen Geschmack ruhig noch etwas mehr Platz bekommen dürfen. Gerade da hätte ich gern noch ein, zwei Stationen mehr gehabt, bei denen man merkt, wie sehr er über seinen eigenen Schatten springen muss.

Dafür sind die Illustrationen ein echtes Vergnügen. Auf den Seiten ist wahnsinnig viel los, ohne dass man sofort den Überblick verliert. Überall sitzen, rennen oder schauen Meerschweinchen. Manche sehen aus wie ganz normale Meerschweinchen, andere eher wie entfernte Verwandte aus einer sehr kreativen Familienchronik. Die Bilder erzählen oft noch mehr als der Text. Besonders die vielen kleinen Meerschweinchen-Varianten machen Spaß. Da entdeckt man schnell Figuren, über die im Text gar nicht gesprochen wird.

Auch der Wechsel vom gemütlichen Stall in die bunte Ferne ist schön umgesetzt. Zu Hause ist alles kuschelig und vertraut, später wird es deutlich lebendiger. Dschungel, Tiere und kleine Details sorgen dafür, dass das Buch optisch deutlich größer wirkt, als die eigentliche Geschichte ist. Der Text bleibt schlicht, aber die Bilder holen aus der Idee noch einmal sehr viel heraus.

Insgesamt ist Flauschi und Schnuff büxen aus ein schönes Vorlesebuch für kleine Leser:innen und alle, die Meerschweinchen grundsätzlich für unterschätzte Hauptfiguren halten. Der Text ist gut vorzulesen, die Geschichte bleibt überschaubar und die Illustrationen machen richtig viel daraus. Für mich liegt die größte Stärke des Buches eindeutig in den Bildern, den vielen kleinen Entdeckungen und den beiden wuscheligen Ausreißern.

Allerliebsten Dank an vorablesen.de und den Verlag für das zur Verfügung gestellte kunterbunte Rezensionsexemplar!

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Alexander Steffensmeier: “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte”

Alexander Steffensmeier (Autor/ Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren

26 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00€

Herzlichen Glückwunsch, Lieselotte!

Lieselotte freut sich riesig auf ihren Geburtstag. Doch auf dem Bauernhof bleibt es seltsam still. Wo sind denn alle geblieben? Die Bäuerin ist weg, die Hühner lassen sich auch nicht blicken. Niemand hat einen Kuchen gebacken. Im Garten hängen keine Luftballons. Haben etwa alle Lieselottes Geburtstag vergessen?
(Klappentext)

Alles Gute zum 20. Geburtstag, Lieselotte

Zwei Jahrzehnte Lieselotte müssen gefeiert werden. Passend dazu gibt es “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte” nun als Pappbilderbuch mit witzigem Farbschnitt. Kleine Fans ab 2 Jahren können gemeinsam mit Lieselotte feiern. Dabei sieht es in der Geschichte so aus, als hätten alle Lieselottes Geburtstag vergessen.

Die aufgeweckte Kuh weiß natürlich ganz genau, wie so ein Ehrentag normalerweise abläuft: Kuchen, Girlanden, Aufregung, Hühnergewusel. Nur leider scheint auf dem Bauernhof niemand mit Partyvorbereitungen beschäftigt zu sein. Auf dem Bauernhof wird gearbeitet wie immer, die Bäuerin backt keinen Kuchen und selbst die Hühner wirken nicht besonders feierlich. Für Lieselotte ist die Sache eigentlich eindeutig. Geburtstage laufen schließlich nach einem festen Prinzip ab. Erst wird dekoriert, dann gibt es Kuchen und am Ende eine Party. So war es schließlich auch beim Huhn letzte Woche. Nur hält sich diesmal offenbar niemand an den Plan.

Je länger der Tag dauert, desto weniger subtil werden Lieselottes Bemühungen, die anderen auf ihren Geburtstag hinzuweisen. Und das ist wirklich ziemlich lustig anzusehen. Etwas tragisch ist es am Ende schon, als sie mit ihrem alten Partyhut, einem Kaktus und Zwieback am Fluss sitzt und alleine feiert.

Aber es ist diese Mischung aus kindlicher Tragik und kuhtastischer Komik, die die Geschichte so unterhaltsam macht. Die Hühner und Küken machen im Hintergrund wieder ihren eigenen Unsinn. Irgendwo stolpert immer eines durchs Bild oder beschäftigt sich mit etwas komplett anderem als dem eigentlichen Geschehen. Man bleibt ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten hängen. Die badenden Küken am Wasser, die Würmer im Hintergrund oder die vielen kleinen Reaktionen der Tiere machen beim Anschauen fast genauso viel Spaß wie die eigentliche Geschichte.

Der Text bleibt kurz und passt gut zum Pappbilderbuchformat. Vieles erzählen ohnehin die Illustrationen. Deshalb eignet sich das Buch auch wunderbar nur zum gemeinsamen Anschauen, weil man auf den Seiten ständig irgendetwas entdeckt oder weitererzählen kann.

Dass am Ende natürlich doch noch eine Überraschungsparty wartet, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Eigentlich geht es die ganze Zeit eher darum, wie sehr sich Lieselotte in diesen Geburtstag hineinsteigert.

Zum 20. Geburtstag zeigt Lieselotte jedenfalls ziemlich deutlich, warum sie seit so vielen Jahren zu den beliebtesten Bilderbuchkühen gehört. Sie ist neugierig, leicht dramatisch und dabei einfach unglaublich sympathisch. Auch dieses kleine Pappbilderbuch lebt wieder von den vielen lustigen Details, den herrlichen Gesichtsausdrücken und dem ganz normalen Bauernhofchaos. Eine wirklich schöne Jubiläumsausgabe für kleine und große Lieselotte-Fans.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Jubiläumsbuch!

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Ute Krause:” Herwig & Elsie – Wo ist der große Zauberer”

Ute Krause (Autorin/ Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
128 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Wo ist Hokus van Pokus?

Herwig, ein Hase, der jahrelang vom Zauberer Hokus van Pokus in den Hut hinein- und wieder herausgezaubert wurde, findet sich eines Tages alleine wieder. Der wichtigste Mensch in seinem Leben hat ihm eine magische Brille (damit können Tiere lesen), einen Zauberstab, seinen Hut und einen Brief hinterlassen. Natürlich macht sich Herwig auf die Suche nach Hokus und trifft dabei auf Elsie, die Elefantendame. Elsie sucht ebenfalls ihren besten Freund, der wurde nämlich an einen anderen Zoo abgegeben. Die beiden beschließen, erst einmal aus der Not heraus, gemeinsame Sache zu machen und finden auf ihrem Weg viele Abenteuer und eine tiefe Freundschaft …
(Klappentext)

Ein Zauberer, der nicht zurückkommt

Herwig hat sein ganzes Leben in ziemlich klaren Verhältnissen verbracht: Er gehört zum Zauberer Hokus van Pokus, wird aus dem Hut gezaubert, wieder hineingesetzt und wieder herausgezaubert. Er hat eine eingeschliffene Routine, die ihm Sicherheit und einen festen Platz bietet. Bis genau das plötzlich wegfällt. Hokus ist verschwunden, zurück bleiben ein Brief, ein paar Zauberutensilien und vor allem eine ziemlich große Lücke. Herwig macht sich auf die Suche. Aber statt seines Zauberers taucht erst einmal Elsie auf, eine Elefantendame mit ganz eigenen Sorgen.

Im Kern des Buches geht es um den Umgang mit dem Thema Verlust. Es wird nicht dramatisch ausgeschmückt, aber auch nicht weggelächelt. Der Tod des Zauberers steht im Raum, wird angedeutet, aber nicht komplett erklärt. Das kann irritieren, gerade wenn Kinder konkret nachfragen. Gleichzeitig schafft es Raum für Gespräche, was ja auch gut sein kann.

Herwig ist keine Figur, die sofort an der neuen Herausforderung wächst und alles meistert. Er bleibt lange vorsichtig, teilweise ängstlich und muss sich erst an die Welt außerhalb seines bisherigen Lebens gewöhnen. Elsie bringt etwas mehr Entschlossenheit mit, ohne dabei überzeichnet zu sein. Ihre Freundschaft entwickelt sich über das gemeinsame Unterwegssein.

Die Geschichte selbst bleibt eher ruhig. Es gibt kleine Episoden, Begegnungen, auch mal chaotische Zauberversuche, die nicht ganz so laufen wie gedacht. Das sorgt für leichte, oft auch witzige Momente, ohne dass das Buch seinen ernsteren Kern verliert. Es passiert nicht ständig etwas Neues und manche Abschnitte ziehen sich ein wenig. Dafür bleibt genug Zeit, die Figuren wirken zu lassen.

Die Illustrationen von Ute Krause passen sehr gut zur Geschichte. Sie sind warm, leicht schräg und greifen genau die Momente auf, die den Text tragen. Gerade Herwig wirkt oft ein bisschen verloren.

Insgesamt ein Vorlesebuch, das sich mehr traut, als man zunächst erwartet. Es erzählt nicht nur eine Geschichte über Freundschaft, sondern auch über Verlust und Neuanfang.

Vielen lieben Dank an den Verlag für dieses warmherzige Buch als Rezensionsexemplar!

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Lena Anlauf: “Räuberbuch”

Lena Anlauf (Autorin)
Judith Auer (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 3 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Was passiert, wenn ein Räuber aus einem Bilderbuch herauspurzelt? Er begibt sich gleich auf Beutezug? Weit gefehlt! Er braucht einen neuen Job. Kein Problem, mit seinen Fähigkeiten! Schließlich kann er klettern, verschlossene Dinge öffnen, mit Messern jonglieren und er kennt sich mit Gold aus! Doch die Jobsuche gestaltet sich schwieriger als gedacht …
(Klappentext)

Wenn ein Räuber plötzlich zum Fall für die Agentur für Arbeit wird

Dieses Bilderbuch kommt mit einer ziemlich schrägen Ausgangsidee daher: Ein Räuber purzelt einfach aus einem Buch heraus und landet in einer ziemlich profanen Realität. Kein Wald, kein Beutezug, keine Räuberbande. Stattdessen steht die Frage im Raum, was man mit so einem Räuber eigentlich anfängt. Ehe der Räuber irgendein krummes Ding drehen kann, beschließt das Mädchen, aus dessen Buch er gefallen ist, die Sache pragmatisch anzugehen und bringt ihn zur Agentur für Arbeit.

Dort wird dann erstaunlich optimistisch geprüft, wofür der Räuber geeignet sein könnte. Auf seiner Liste mit besonderen Fähigkeiten hat er eingetragen, dass er klettern kann, verschlossene Dinge öffnen, mit Messern jonglieren und Kenntnisse über Goldschätze besitzt. Für einen Räuber ist das natürlich ein tadelloser Lebenslauf. Für die reguläre Arbeitswelt sieht das schon etwas komplizierter aus.

Gerade diese nüchterne Gegenüberstellung von Räuberkompetenzen und Berufsalltag ist herrlich witzig. Der Räuber versucht sich als Dachdecker, doch das Ergebnis sieht eher nach Sturmschäden als nach professionellem Handwerk aus. Beim Schlüsseldienst zeigt sich schnell, dass sein Verständnis von Öffnen nicht ganz dem entspricht, was man unter professionellem Kundenservice versteht. Auch als Koch ist er weniger eine Bereicherung als ein Sicherheitsrisiko, und bei der Bank scheitert es letztlich nicht nur am Umfeld, sondern auch daran, dass ein Räuber in voller Montur zwischen geschniegelt auftretenden Angestellten einfach denkbar fehl am Platz wirkt.

Das Schöne ist aber, dass das Buch sich nicht damit begnügt, eine lustige Szene an die nächste zu reihen. Der Räuber ist keine bloße Witzfigur. Er ist traurig, als keiner dieser Jobs wirklich passt, wodurch die Geschichte eine ganz andere Wärme bekommt. Hinter dem Humor steckt eben auch die Frage, wohin jemand gehört, dessen Fähigkeiten zwar echt sind, aber nirgendwo so recht hineinpassen.

Als das namenlose Mädchen ihn dann mit in die Schule nimmt, ist das mehr als nur die nächste Station. Dort öffnet sich endlich eine Tür, die nicht nur für eine Pointe gut ist, sondern tatsächlich zu ihm passt. In der Bibliothek wird Personal gesucht und ausgerechnet dort findet dieser Räuber, der ursprünglich aus einem Buch gefallen ist, seinen Platz wieder zwischen Geschichten. Das ist als Idee so schön rund, dass man beim Vorlesen automatisch schmunzeln muss. Und dass am Ende offenbar ein paar zusätzliche Bücher in der Bibliothek gelandet sind, setzt der Geschichte noch so ein freches kleines Augenzwinkern auf.

Auch die Gestaltung passt hervorragend dazu. Die Illustrationen haben etwas Eigenwilliges und Unaufgeregtes, das sehr gut mit dem Humor des Textes harmoniert. Sie wollen nicht geschniegelt niedlich sein, sondern tragen diesen trockenen, leicht schrägen Ton mit. Gerade dadurch wirken sie passend. Man spürt in ihnen Bewegung, Komik und zugleich etwas angenehm Altmodisches, das der Geschichte gut steht.

Insgesamt ist Räuberbuch für mich vor allem eine sehr unterhaltsame, kurze Vorlesegeschichte mit einer ungewöhnlichen Idee, die nicht auf Klamauk reduziert wird. Der Humor funktioniert, weil der Räuber nicht bloß Chaos anrichtet, sondern mit ernsthafter Überzeugung versucht, irgendwo unterzukommen. Unterhaltsam, originell und mit einem sehr schönen, augenzwinkernden Ende.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Ben Mantle: “Der allertollste Bruder der Welt”

Ben Mantle (Autor/ Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Allerbeste Geschwister

Nano hat seinen großen Bruder Felix ganz doll lieb. Und Nano weiß, dass Felix ihn auch lieb hat – meistens jedenfalls. Doch was tut man, wenn der allertollste große Bruder der Welt einfach nur seine Ruhe haben will? Na, alleine spielen, überhaupt gar kein Problem! Oder etwa doch?!
(Klappentext)

Über die besondere Magie zwischen Geschwistern

Geschwisterbeziehungen sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sind geprägt von Nähe, Bewunderung, kleinen Streitigkeiten und einem Band, das selbst nach turbulenten Momenten bestehen bleibt. Um dieses Wechselspiel geht es in diesem unglaublich warmherzigen und humorvollen Bilderbuch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nano, der seinen großen Bruder Felix über alles liebt. Für Nano ist Felix nicht einfach nur ein Bruder, er ist der allertollste Bruder der Welt. Gemeinsam spielen, Abenteuer erleben und Zeit miteinander verbringen, ist für Nano das Größte. Doch wie es unter Geschwistern nun einmal ist, gibt es auch Momente, in denen der große Bruder einfach seine Ruhe haben möchte. Für Felix wird das Baumhaus zu einem Rückzugsort, zu dem Nano keinen Zutritt hat. Für den kleinen Bruder ist das zunächst schwer zu verstehen. Die Enttäuschung ist groß, denn für Nano gehört Felix zu allem dazu.

Diese recht alltägliche Situation wird auf eine sehr einfühlsame Weise erzählt. Man begleitet Nano dabei, wie er versucht, mit der Situation umzugehen. Er baut sich kurzerhand sein eigenes kleines Reich und versucht, allein zurechtzukommen. Doch als das Wetter umschlägt und sein gemütliches Regenschirmhaus vom Wind davongetragen wird, ohne dass der große Bruder zu Hilfe eilt, ist Nano wütend und traurig.

Meine beiden kleineren Kinder lieben dieses Buch. Beim Vorlesen schlüpfen sie abwechselnd in die Rolle des Nano (ich muss dann mit veränderten Namen vorlesen) und der große Bruder ist selbstverständlich der allertollste überhaupt. Genau daran sieht man doch, wie nahbar diese Geschichte erzählt ist.

Außerdem sind die Illustrationen mein persönliches Highlight. Die Darstellung des regnerischen Gartens und der wechselnden Wetterstimmung ist außergewöhnlich gut gelungen. Man spürt förmlich die Atmosphäre eines warmen, aber regnerischen Tages, riecht die feuchte Erde und hört das Pladder-Pladder und Klonk-Klonk der Regentropfen. Gleichzeitig sind die Figuren so liebevoll gestaltet, dass man ihre Gefühle auch ohne viele Worte sofort erkennt. Die Mimik und Körpersprache der beiden Brüder transportieren Emotionen auf sehr zugängliche und kindgerechte Weise. Auch die kleinen humorvollen Details in den Illustrationen laden zum Entdecken ein und sorgen dafür, dass das Buch nicht nur einmal, sondern immer wieder gerne zur Hand genommen wird.

Inhaltlich vermittelt die Geschichte eine wichtige Botschaft: Geschwister müssen nicht immer alles gemeinsam machen. Es ist völlig in Ordnung, wenn jeder auch einmal Zeit für sich braucht. Gleichzeitig zeigt das Buch, dass Streit und kleine Konflikte dazugehören und dass die Verbindung zwischen Geschwistern oft stärker ist, als man denkt.

Insgesamt also ein warmherziges, humorvolles und zugleich sehr authentisches Bilderbuch über Geschwisterliebe. Die Geschichte überzeugt durch ihren hohen Wiedererkennungswert, die liebevollen Figuren und die beeindruckenden Illustrationen, die besonders die Stimmung eines regnerischen Tages wunderschön einfangen.

Ein wunderbares Vorlesebuch ab etwa vier Jahren, das zeigt, dass Geschwister sich manchmal streiten, aber am Ende immer zusammenhalten. Und dass der große Bruder eben doch (meistens) der allertollste der Welt ist.

Vielen lieben Dank an der Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Dirk Pope: “Grossmaul!”

Dirk Pope (Autor)
Sabine Kranz (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 3 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Wer am lautesten prahlt, hat nicht immer das letzte Wort.

Der Frosch ist stolz auf sein riesiges Maul – und verschluckt mit einem Happs die Fliege, die summend ihre Kreise zieht. Doch der angeberische Frosch ist nichts gegen den Storch, der erst groß tönt und dann den Frosch verspeist. Aber es gibt immer ein noch größeres Großmaul und so geht es prahlerisch quer durch das Tierreich, bis ausgerechnet der mit dem größten Maul überhaupt keine Lust auf Angebereien hat und dem Treiben ein Ende bereitet. (Klappentext)

Das größte Maul vom Seerosenteich

Der Frosch ist sich sicher: Am Seerosenteich hat niemand ein größeres Maul als er. Also schnappt er sich kurzerhand eine Fliege und fühlt sich dabei ziemlich cool. Doch lange kann er seinen Triumph nicht auskosten. Denn kurz darauf taucht ein Storch auf und verschluckt den Frosch, der die Fliege verschluckt hat. Und dann kommt der Fuchs. Und danach ein noch größeres Tier. So steigert sich die Geschichte von Seite zu Seite, bis schließlich jemand auftaucht, der zwar das größte Maul hat, aber mit der Angeberei wenig anfangen kann und dem Ganzen endlich ein Ende setzt.

Das Prinzip der Handlung ist ziemlich simpel: Immer kommt noch ein Tier dazu, das größer ist als das vorherige. Meine Kinder sind mit Begeisterung dabei, weil sich die Geschichte durch dieses einfache Schema leicht erschließt und schnell ein Mitsprech-Rhythmus entsteht. Besonders witzig fanden sie außerdem, dass man das nächste Tier häufig schon auf den Bildern entdecken kann, bevor es überhaupt ins Geschehen eingreift. Dieses gemeinsame Suchen und Entdecken hat beim Vorlesen fast noch mehr Spaß gemacht als der eigentliche Text.

Der Text selbst ist knapp gehalten und arbeitet viel mit Wiederholungen. Das sorgt dafür, dass Kinder schnell ein Gefühl für den Aufbau bekommen und sich die Passagen einprägen. Nach kurzer Zeit konnten meine Kinder die „Verschluck-Kette“ schon mitsprechen und hatten sichtlich Freude daran, die Reihenfolge selbst weiterzuführen. Insbesondere für das empfohlene Alter ab drei Jahren passt das sehr gut.

Die Illustrationen von Sabine Kranz greifen den Humor der Geschichte schön auf. Sie sind farbenfroh, etwas frech gestaltet und bieten einige Details. Besonders die Gesichtsausdrücke der Tiere haben uns immer wieder schmunzeln lassen. Inhaltlich bleibt die Geschichte bewusst einfach. Die Handlung konzentriert sich ganz auf die sich steigernde Kette der „Großmäuler“. Das reicht den Kiddies, auch wenn ich mir an manchen Stellen ein wenig mehr gewünscht hätte. Die Geschichte ist recht schnell erzählt und auch das Ende kommt zügig.

Schön ist außerdem, dass trotz des „Verschluckens“ der Tiere alles leicht und humorvoll bleibt. Es entsteht keine unangenehme Spannung, sondern vielmehr ein spielerischer Wettstreit, der am Ende freundlich aufgelöst wird. Die kleine Pointe zum Schluss sorgt zusätzlich noch einmal für ein Schmunzeln.

„Großmaul“ ist ein kurzweiliges Bilderbuch, das besonders durch seinen wiederkehrenden Aufbau und die humorvollen Illustrationen überzeugt. Beim Vorlesen mit meinen Kindern hat die Geschichte vor allem durch das Mitsprechen und Entdecken der verschiedenen Tiere funktioniert. Ein unkomplizierter Bilderbuchspaß für zwischendurch.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Lisa Hänsch: “Carli und Klecks – Gehen auf den Spielplatz”

Lisa Hänsch (Autorin/ Illustratorin)
Beltz & Gelberg
Lesealter: ab 2 Jahren
22 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00 €

Große Momente für ganz Kleine

Carli und Klecks sind auf dem Spielplatz, aber die Rutsche ist ständig besetzt! Da gehen die beiden lieber in Ingas Garten. Dort bauen sie sich was Eigenes!
(Klappentext)

Über das Finden eigener Wege

Carli will rutschen. Klingt erstmal nach einem ziemlich einfachen Plan. Auf dem Spielplatz sieht das Ganze dann aber anders aus. Die großen Brüder sind laut, rücksichtslos und immer ein bisschen schneller als Carli. Für Carli und Kater Klecks ist das zu viel. Also ziehen sie sich zurück in den Garten von Nachbarin Inga, wo aus ein paar einfachen Dingen eine ganz eigene Rutsche entsteht.

Die Geschichte greift ein Gefühl auf, das ich von meinen eigenen Kindern sehr gut kenne: Es ist zu laut, zu wild, zu viel. Anstatt daraus eine typische Konfliktsituation zu machen, in der ein Erwachsener eingreift und das Problem löst oder die Kinder auffordert, mit der Situation klarzukommen, bleibt das Buch ganz nah an Carli und seinen Bedürfnissen. Er darf sich zurückziehen. Er muss sich nicht behaupten, nicht mithalten, nicht über seine Grenzen gehen.

Aus der Situation heraus entwickelt sich eine neue Idee und ein neuer Spielort mit neuen Möglichkeiten. Dieses Umlenken ist für mich der eigentliche Kern der Geschichte. Es geht nicht ums Verlieren oder Ausweichen, sondern um Selbstbestimmung, natürlich auf eine kindliche Weise.

Gerade im Alltag ist man als Erwachsener oft schnell dabei, Kinder doch wieder zurück in solche Situationen zu schicken, damit sie lernen, damit umzugehen. In diesem Buch wird ein anderer Weg gezeigt. Einer, der ruhiger ist und Kindern zutraut, selbst eine Lösung zu finden, die sich für sie richtig anfühlt. Am Ende fügt sich alles wieder zusammen. Ohne großes Drama wird aus dem eigenen Spiel wieder ein gemeinsames.

Die Illustrationen tragen wieder viel zu dieser Wirkung bei. Sie sind warm, lebendig und zeigen kleine Details, die man oft erst beim zweiten oder dritten Anschauen entdeckt. Besonders schön ist, wie selbstverständlich unterschiedliche Lebensrealitäten mitlaufen, ohne betont zu werden. Der Text bleibt kurz und klar. Viel entsteht im gemeinsamen Anschauen und Erzählen.

Carli und Klecks gehen auf den Spielplatz ist eine ruhige, alltagsnahe Geschichte über Grenzen, Rückzug und die Möglichkeit, Dinge auf seine eigene Weise zu gestalten.

Weitere Abenteuer von Carli und Klecks:

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Lisa Hänsch: “Carli und Klecks – Backen einen Kuchen”

Lisa Hänsch (Autorin/ Illustratorin)
Beltz & Gelberg
Lesealter: ab 2 Jahren
22 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00 €

Große Momente für ganz Kleine

Carli und Klecks wollen einen Geburtstagskuchen für Carlis Mama backen. Klar, das können sie schon ganz alleine!
(Klappentext)

Über Selbstwirksamkeit im Kinderalltag

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. Dass dabei nicht alles nach Rezept läuft und plötzlich auch eher ungewöhnliche Zutaten im Teig landen, gehört irgendwie dazu. Am Ende entsteht ein ganz eigener „Kuchen“ und vor allem ein ziemlich großes Abenteuer.

Im Kern erzählt das Buch etwas, das im Familienalltag ständig passiert, nur oft nicht ganz so entspannt. Kinder wollen selbst aktiv werden, selbst ausprobieren, selbst entscheiden. Genau das ist für Kinder in diesem Alter ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Aber wir Erwachsenen sehen dabei schon das Chaos vor uns. Mehl auf dem Boden, klebrige Handabdrücke an sämtlichen Möbeln, Geschirr, das garantiert nie wieder sauber wird. Ehrlich gesagt finde ich genau das als Mama schon sehr herausfordernd. Man weiß ja, wer am Ende aufräumen wird.

Das Buch zeigt sehr schön, dass Ausprobieren auch Chaos bedeuten darf. All das wird nicht problematisiert, sondern als Teil des Prozesses erzählt. Fehler sind hier nichts, was korrigiert werden muss, sondern etwas, das einfach dazugehört.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Vaters wirklich super gelungen. Er ist nicht derjenige, der sofort eingreift oder alles korrigiert, sondern jemand, der begleitet und unterstützt, ohne Carlis Eigeninitiative zu bremsen. Carli darf machen. Er darf scheitern, improvisieren und die ungewöhnlichsten Dinge zu einem Teig zusammenwerfen. Um dieses Erlebnis geht es im Endeffekt: Sich ausprobieren, egal, wie das Ergebnis aussieht. Der Vater bleibt bewundernswert gelassen. Ich habe beim Lesen jedenfalls gedacht: Davon muss ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Von der Geduld, gewiss nicht vom Kuchen 😉

Sprachlich bleibt das Buch bewusst schlicht. Kurze Sätze, klare Abläufe, viel Wiedererkennung, aber das passt sehr gut zur Zielgruppe. Gleichzeitig tragen die Illustrationen einen großen Teil der Geschichte. Sie sind lebendig, warm und nicht zu vollgestopft. Gerade für kleine Kinder funktioniert das so hervorragend, weil sie sich vieles über die Bilder erschließen können.

Carli und Klecks backen einen Kuchen zeigt einen ganz alltäglichen Moment. Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen, sondern darum, es überhaupt zu versuchen. Und vielleicht erinnert es nicht nur Kinder daran, dass genau darin oft das Schönste liegt.

Noch mehr Abenteuer von Carli und Klecks:

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Andrea Schomburg: “Disko im Zoo”

Andrea Schomburg (Autorin)
Barbara Nascimbeni (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Und endlich wieder Diskonacht! Gerti Gnu schlüpft in die roten Hackenschuh, Löwe Lars föhnt sich die Mähne und die Hyäne putzt die Zähne. Wie in jedem Jahr. Doch dieses Mal kommt alles anders. Denn die Pinguinmännchen Ping und Pong sorgen mit ihrem großen Herzenswunsch für eine ganz besondere Überraschung.

Witzig gereimtes Bilderbuch mit partybunten und fröhlichen Illustrationen.
(Klappentext)

Eine Familie für 2 Pinguine

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.

Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.

Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.

Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Kathrin Lena Orso: “Mein erster Märchenzauber”

Kathrin Lena Orso (Autorin)
Nadin Franke (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
10 Seiten
Pappbilderbuch: 14,00€

Märchen in 3D!

Die Geschichten von Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler faszinieren schon die Kleinsten. Kathrin Lena Orso hat sie altersgerecht erzählt und Nadin Franke zaubert daraus wunderbare Szenen mit verspielten Details.

Ein Pop-up-Buch zum Staunen und Schwelgen.
(Klappentext)

Märchen als kleine Bühnenstücke

Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine aufklappbare Szene als dreidimensionales Bühnenbild. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein kurzer Text, der die Geschichte stark gekürzt nacherzählt. Die Pop-up-Szene zeigt jeweils einen markanten Moment aus dem Märchen.

Diese kleinen Bühnenbilder sind absolut beeindruckend. Beim Aufklappen entsteht eine Art Mini-Kulisse mit Figuren, Häusern und Landschaften – fast wie ein kleines Märchentheater zwischen zwei Buchdeckeln. Da staunen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen.

Die Texte beschränken sich auf das Nötigste und erzählen die Geschichten in wenigen Sätzen nach. Für Kinder ab etwa zweieinhalb Jahren reicht das völlig aus. Wer die Märchen schon kennt, erkennt die wichtigsten Elemente sofort wieder. Und wer sie noch nicht kennt, bekommt zumindest eine erste Idee davon.

Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet. Es wird nicht krampfhaft versucht, jedes Märchendetail in ein Bild zu quetschen. Dadurch bleiben die Szenen übersichtlich, obwohl in den kleinen Bühnenbildern einiges los ist.

Ganz unempfindlich sind die Pop-up-Elemente allerdings nicht. Die Konstruktion wirkt ordentlich gemacht, aber sehr energische Kinderhände könnten hier durchaus einmal etwas erwischen, das lieber ganz bleiben würde. Ein Buch also, das sich besonders gut zum gemeinsamen Anschauen eignet.

Insgesamt ist Mein erster Märchenzauber eine schöne Möglichkeit, klassische Märchen schon früh ins Bücherregal zu holen. Die Geschichten sind stark verkürzt, dafür sorgen die aufklappbaren Szenen für leuchtende Augen und jede Menge Freude.

Ein liebes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses märchenhafte Buch als Rezensionsexemplar zugesandt hat!