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Lisa Hänsch: “Carli und Klecks – Backen einen Kuchen”

Lisa Hänsch (Autorin/ Illustratorin)
Beltz & Gelberg
Lesealter: ab 2 Jahren
22 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00 €

Große Momente für ganz Kleine

Carli und Klecks wollen einen Geburtstagskuchen für Carlis Mama backen. Klar, das können sie schon ganz alleine!
(Klappentext)

Über Selbstwirksamkeit im Kinderalltag

Carli hat eine klare Mission: Mama hat Geburtstag und dafür braucht es natürlich einen Kuchen. Da Papa im Homeoffice beschäftigt ist, nehmen Carli und Kater Klecks die Sache kurzerhand selbst in die Hand. Dass dabei nicht alles nach Rezept läuft und plötzlich auch eher ungewöhnliche Zutaten im Teig landen, gehört irgendwie dazu. Am Ende entsteht ein ganz eigener „Kuchen“ und vor allem ein ziemlich großes Abenteuer.

Im Kern erzählt das Buch etwas, das im Familienalltag ständig passiert, nur oft nicht ganz so entspannt. Kinder wollen selbst aktiv werden, selbst ausprobieren, selbst entscheiden. Genau das ist für Kinder in diesem Alter ein enorm wichtiger Entwicklungsschritt. Aber wir Erwachsenen sehen dabei schon das Chaos vor uns. Mehl auf dem Boden, klebrige Handabdrücke an sämtlichen Möbeln, Geschirr, das garantiert nie wieder sauber wird. Ehrlich gesagt finde ich genau das als Mama schon sehr herausfordernd. Man weiß ja, wer am Ende aufräumen wird.

Das Buch zeigt sehr schön, dass Ausprobieren auch Chaos bedeuten darf. All das wird nicht problematisiert, sondern als Teil des Prozesses erzählt. Fehler sind hier nichts, was korrigiert werden muss, sondern etwas, das einfach dazugehört.

In diesem Zusammenhang ist die Rolle des Vaters wirklich super gelungen. Er ist nicht derjenige, der sofort eingreift oder alles korrigiert, sondern jemand, der begleitet und unterstützt, ohne Carlis Eigeninitiative zu bremsen. Carli darf machen. Er darf scheitern, improvisieren und die ungewöhnlichsten Dinge zu einem Teig zusammenwerfen. Um dieses Erlebnis geht es im Endeffekt: Sich ausprobieren, egal, wie das Ergebnis aussieht. Der Vater bleibt bewundernswert gelassen. Ich habe beim Lesen jedenfalls gedacht: Davon muss ich mir unbedingt eine Scheibe abschneiden. Von der Geduld, gewiss nicht vom Kuchen 😉

Sprachlich bleibt das Buch bewusst schlicht. Kurze Sätze, klare Abläufe, viel Wiedererkennung, aber das passt sehr gut zur Zielgruppe. Gleichzeitig tragen die Illustrationen einen großen Teil der Geschichte. Sie sind lebendig, warm und nicht zu vollgestopft. Gerade für kleine Kinder funktioniert das so hervorragend, weil sie sich vieles über die Bilder erschließen können.

Carli und Klecks backen einen Kuchen zeigt einen ganz alltäglichen Moment. Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen, sondern darum, es überhaupt zu versuchen. Und vielleicht erinnert es nicht nur Kinder daran, dass genau darin oft das Schönste liegt.

Noch mehr Abenteuer von Carli und Klecks:

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Andrea Schomburg: “Disko im Zoo”

Andrea Schomburg (Autorin)
Barbara Nascimbeni (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Und endlich wieder Diskonacht! Gerti Gnu schlüpft in die roten Hackenschuh, Löwe Lars föhnt sich die Mähne und die Hyäne putzt die Zähne. Wie in jedem Jahr. Doch dieses Mal kommt alles anders. Denn die Pinguinmännchen Ping und Pong sorgen mit ihrem großen Herzenswunsch für eine ganz besondere Überraschung.

Witzig gereimtes Bilderbuch mit partybunten und fröhlichen Illustrationen.
(Klappentext)

Eine Familie für 2 Pinguine

Einmal im Jahr wird der Zoo zur Disko. Dann werfen sich die Tiere in Schale und veranstalten eine riesige Party. Zwischen Konfetti und Tanz verlieben sich Ping und Pong, zwei Pinguinmännchen, die sich bald nichts sehnlicher wünschen als eine eigene Familie. Nur fehlt dafür etwas EntschEIdendes. Aber dafür findet sich noch in der Diskonacht eine überraschend simple Lösung.

Die Geschichte ist durchgehend gereimt. Allerdings ist der Rhythmus an manchen Stellen etwas komplizierter und so wurde es beim Vorlesen teils etwas holprig. Dazu kommt, dass die Handlung für ein Bilderbuch recht umfangreich ist. Es passiert – abgesehen von der wilden Partynacht – noch einiges mehr und ich habe es bei meiner Vorlesegruppe deutlich gemerkt, wie die Aufmerksamkeit bei einigen Kindern abnahm, auch wenn der Einstieg mit der Diskonacht zunächst große Begeisterung ausgelöst hatte.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig. Überall gibt es kleine Szenen zu entdecken. Manche Details fallen erst beim zweiten oder dritten Durchblättern auf.

Neben der bunten Diskostimmung entwickelt sich die eigentliche Geschichte eher nebenbei. Ping und Pong wünschen sich eine eigene Familie. Die Frage ist nur, woher die beiden ein Ei bekommen sollen. Die Lösung kommt recht schnell, denn Pinguindame Marei gibt gerne eines ihrer Eier ab, sie legt schließlich ohnehin immer zwei. Für Kinder ist das völlig stimmig. Sie hat 2, die anderen haben keines, selbstverständlich wird da geteilt. Als Erwachsener stutzt man da doch immerhin kurz. Gleichzeitig passt diese Leichtigkeit wiederum gut zur fröhlichen Grundstimmung des Buches und vermittelt ja auch einen netten Grundgedanken.

Insgesamt also ein farbenfrohes Bilderbuch mit einer ungewöhnlichen Idee und vielen lebendigen Szenen. Die Reime und die etwas längere Handlung machen das Vorlesen nicht immer ganz leicht, bieten aber gleichzeitig genug Stoff zum Reden und Entdecken.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Lynn Painter: “Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden”

Lynn Painter (Autorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
320 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Stell dir vor, du hast vier Wünsche frei – und dann werden sie dir vor der Nase weggeschnappt…

Dieses Schuljahr wird das beste aller Zeiten! Denn Emma und ihre Freundinnen haben die Magie auf ihrer Seite. Monatelang ist Emma den Hinweisen ihrer geliebten Oma gefolgt und hat an den perfekten Wünschen getüftelt, und jetzt ist es endlich so weit – all ihre Träume sollen wahr werden: Coolness, Schönheit und ein neuer Mann für ihre Mom. Doch die Wunder lassen auf sich warten … und warten … und warten. Bis Emma plötzlich klar wird: Ihre Wünsche gehen in Erfüllung, allerdings nicht für sie, sondern für Jackson, den nervigen Neuen in der Klasse. Und um dieses magische Chaos wieder geradezubiegen und ihre Wünsche zu retten, bleibt Emma nichts anderes übrig, als mit Jackson zusammenzuarbeiten …
(Klappentext)

Wünsche, Chaos und ein bisschen Magie im Alltag

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ihre perfekt durchdachten Wünsche auf den Weg zu bringen. Doch statt dass sich ihr Leben plötzlich verbessert, passiert etwas ganz anderes: Die Wünsche landen ausgerechnet bei Jackson, dem neuen Mitschüler, der ihr ohnehin schon auf die Nerven geht. Um das Ganze wieder geradezubiegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ich bin mit einer ziemlich klaren Erwartung an das Buch herangegangen. Ich kenne bereits andere Romane von Lynn Painter und Better than the Movies war für mich einfach großartige Unterhaltung. Entsprechend neugierig war ich, wie ihr erster Ausflug ins Kinder- und Jugendbuch funktioniert.

Und man erkennt ihn auch hier schnell, den typischen Lynn-Painter-Ton. Die Geschichte liest sich leicht, ist witzig und hat diese kleinen, oft sehr treffenden Beobachtungen aus dem Alltag. Emma ist eine Figur, mit der man gut mitgehen kann – ein bisschen unsicher, ein bisschen überambitioniert und manchmal herrlich unbeholfen. Gerade das macht sie sympathisch.

Die Dynamik zwischen ihr und Jackson funktioniert ebenfalls gut. Man ahnt natürlich recht schnell, in welche Richtung sich das entwickelt, aber das gehört bei solchen Geschichten ja auch ein Stück weit dazu. Es geht weniger um Überraschung als um das Mitverfolgen.

Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Alltag und einem Hauch Magie. Die Idee, dass Wünsche plötzlich nicht da ankommen, wo sie sollen, bringt Bewegung und Witz in die Geschichte. Es bleibt immer nah an Emmas Leben, an Schule, Freundschaften und diesem Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen – oder eben nicht.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter den Gedanken, dass man an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr hätte erzählen können. Die Geschichte bleibt insgesamt eher kompakt und bewegt sich zügig vorwärts. Das passt gut zur Zielgruppe, lässt aber auch ein paar Möglichkeiten liegen, Figuren oder Situationen noch etwas stärker auszubauen.

Unterm Strich ist Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Jugendbuch mit viel Charme. Es hat Humor, eine angenehme Leichtigkeit und genau die richtige Portion Magie, um den Alltag ein kleines bisschen durcheinanderzubringen. Für die Zielgruppe – vor allem für Mädchen ab etwa zehn Jahren – dürfte das ziemlich gut funktionieren. Und auch außerhalb dieser Altersgruppe lässt sich das Buch gut lesen, wenn man Lust auf eine unkomplizierte, warmherzige Geschichte hat.

Liebsten Dank an vorablesen.de und die Möglichkeit, Emma auf der Suche nach ihren Wünschen begleiten zu können!

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Kathrin Lena Orso: “Mein erster Märchenzauber”

Kathrin Lena Orso (Autorin)
Nadin Franke (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
10 Seiten
Pappbilderbuch: 14,00€

Märchen in 3D!

Die Geschichten von Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler faszinieren schon die Kleinsten. Kathrin Lena Orso hat sie altersgerecht erzählt und Nadin Franke zaubert daraus wunderbare Szenen mit verspielten Details.

Ein Pop-up-Buch zum Staunen und Schwelgen.
(Klappentext)

Märchen als kleine Bühnenstücke

Mein erster Märchenzauber versammelt vier bekannte Märchen – Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Dornröschen und Sterntaler – in einer sehr kompakten Form für die Allerkleinsten. Zu jedem Märchen gibt es eine aufklappbare Szene als dreidimensionales Bühnenbild. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein kurzer Text, der die Geschichte stark gekürzt nacherzählt. Die Pop-up-Szene zeigt jeweils einen markanten Moment aus dem Märchen.

Diese kleinen Bühnenbilder sind absolut beeindruckend. Beim Aufklappen entsteht eine Art Mini-Kulisse mit Figuren, Häusern und Landschaften – fast wie ein kleines Märchentheater zwischen zwei Buchdeckeln. Da staunen nicht nur die Kinder, sondern auch wir Erwachsenen.

Die Texte beschränken sich auf das Nötigste und erzählen die Geschichten in wenigen Sätzen nach. Für Kinder ab etwa zweieinhalb Jahren reicht das völlig aus. Wer die Märchen schon kennt, erkennt die wichtigsten Elemente sofort wieder. Und wer sie noch nicht kennt, bekommt zumindest eine erste Idee davon.

Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet. Es wird nicht krampfhaft versucht, jedes Märchendetail in ein Bild zu quetschen. Dadurch bleiben die Szenen übersichtlich, obwohl in den kleinen Bühnenbildern einiges los ist.

Ganz unempfindlich sind die Pop-up-Elemente allerdings nicht. Die Konstruktion wirkt ordentlich gemacht, aber sehr energische Kinderhände könnten hier durchaus einmal etwas erwischen, das lieber ganz bleiben würde. Ein Buch also, das sich besonders gut zum gemeinsamen Anschauen eignet.

Insgesamt ist Mein erster Märchenzauber eine schöne Möglichkeit, klassische Märchen schon früh ins Bücherregal zu holen. Die Geschichten sind stark verkürzt, dafür sorgen die aufklappbaren Szenen für leuchtende Augen und jede Menge Freude.

Ein liebes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses märchenhafte Buch als Rezensionsexemplar zugesandt hat!

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Gesundheit Gesundheit Ratgeber Rezensionen Sachbücher

Jennifer und Felix Aaslepp: “Bye-bye Beschwerden: Medizinisches Wissen von A wie “Aua” bis Z wie „zieht ein bisschen“

Jennifer und Felix Aaslepp (Autoren)
humboldt Verlag
192 Seiten
Taschenbuch: 22,00 €

Die 77 häufigsten Alltagsbeschwerden – endlich verständlich erklärt

Kopfschmerzen, Verstopfung, ein Hexenschuss aus dem Nichts oder ein nerviger Mückenstich – du kennst diese kleinen Beschwerden bestimmt auch. Die meisten sind harmlos, aber lästig. Genau hier setzt dieser Ratgeber von Jennifer und Felix Aaslepp an: Er versammelt 77 typische Alltagsbeschwerden und zeigt dir, was du selbst tun kannst, und wann besser der Arzt oder die Apothekerin gefragt ist. Sie erklären Ursachen, geben praktische Tipps für Hausmittel sowie freiverkäufliche Wirkstoffe und teilen ihre Erfahrungen aus der täglichen Praxis: Damit Gesundheit nicht nur ernst ist, sondern menschlich bleibt. (Klappentext)

Ruhiger Gesundheitsratgeber für Alltagswehwehchen

Es sind selten die spektakulären Notfälle, die einen verunsichern. Viel häufiger sind es diese merkwürdigen Zwischenzustände, wie ein Ziehen im Rücken, das sich seltsam anfühlt. Ein Druck im Kopf, der anders ist als die letzte Migräne. Ein Mückenstich, der auf seine zehnfache Größe anschwillt. Nichts, weshalb man sofort ins Krankenhaus fährt, aber doch beunruhigend genug. Und häufig gibt Doktor Google eine überaus beängstigende Diagnose, die nur noch mehr verunsichert.

Bye-bye Beschwerden sammelt 77 solcher Situationen und bringt sie in eine übersichtliche Ordnung. Das Buch ist nach Körperregionen sortiert, jede Beschwerde wird kurz erklärt, mögliche Ursachen werden genannt, dazu gibt es konkrete Hinweise, was man selbst tun kann. Vor allem wird auch die Frage geklärt, ob man weiter beobachten oder lieber ärztlich abklären lassen sollte.

Viele Ratschläge kennt man bereits: Kühlen hilft bei Schwellungen, viel trinken bei Kopfschmerzen, Ruhe bei Erschöpfung. Das Buch enthält kein revolutionäres Wissen oder eine Anleitung zur Wunderheilung. Aber es ist hilfreich, alles gebündelt vor sich zu haben, ohne dass Panik geschürt und das Gefühl vermittelt wird, gerade an einer seltenen Tropenkrankheit dahinzusiechen.

Man merkt, dass hier Arzt und Apothekerin mit viel Fachwissen schreiben. Der Ton bleibt sachlich, aber nicht trocken. Die Einschätzungen sind durchdacht und auf den Punkt gebracht. Besonders hilfreich finde ich die klaren Hinweise, wann man eben nicht einfach weitermachen sollte. Diese Grenze ist im Alltag oft schwer einzuschätzen.

Gegen Ende weitet sich der Blick noch etwas und streift auch Themen wie Schlafprobleme oder psychische Belastungen. Natürlich lassen sich solche komplexen Bereiche auf wenigen Seiten nur anreißen, aber als kurzer Überblick passt das gut zum Konzept des Buches und rundet den Ratgeber sinnvoll ab.

Als Lektüre von vorne bis hinten ist das Buch weniger spannend. Nach spätestens zehn Einträgen merkt man, dass der Aufbau sich wiederholt – was bei einem Nachschlagewerk natürlich sinnvoll ist. Es geht nicht um literarische Abwechslung, sondern um schnelle Orientierung.

Neu erfunden hat dieses Buch die Hausapotheke nicht. Aber es nimmt die kleinen Beschwerden ernst, ohne sie größer zu machen als sie sind. Für mich ist das kein Buch, das man begeistert weiterempfiehlt, weil es einen umgehauen hat. Es ist eher eines, das man irgendwann dankbar aus dem Regal zieht, wenn der eigene Körper mal wieder eine dieser kleinen, rätselhaften Beschwerden produziert.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks! Es war großartig, bei der Leserunde dabei sein zu dürfen.

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Kinderbücher Kinderbücher 0-3 Jahre Klappenbücher Ostern Pappbilderbücher Rezensionen Wimmelbücher

Kathrin Lena Orso: “Klapp auf, such mit! Wimmelige Ostern mit Hase Hubsi”

Kathrin Lena Orso (Autorin)
Olena Kvitka (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
4 Seiten
Pappbilderbuch: 12,00€

Wunderschöne Osterzeit!

Wie feiern die Menschen eigentlich Ostern? Das fragt sich Hase Hubsi schon lange. Also verlässt er das Osterhasenland und beobachtet Familie Becker heimlich im Garten, beim Basteln und Dekorieren und natürlich beim Ostereiersuchen.

Lustiger Wimmel-Suchspaß für alle, die sich auf das Osterfest freuen!
(Klappentext)

Ostergewimmel zum Aufklappen

Ostern ist für Kinder ohnehin schon ein ziemlich spannendes Fest. Es wird gebastelt und dekoriert und überall im Garten tauchen wie durch Zauberei wunderschöne bunte Eier auf. In Wimmelige Ostern mit Hase Hubsi schaut sich ausgerechnet ein Osterhase selbst an, wie Menschen eigentlich Ostern feiern. Dabei müsste er es doch am besten wissen, oder? Naja, Hase Hubsi verlässt dafür jedenfalls das Osterhasenland und beobachtet Familie Becker bei ihren Vorbereitungen. Dabei entfalten sich auf den Seiten vier große Szenen rund um das Osterfest.

Das Erste, was bei diesem Buch auffällt, ist seine ungewöhnliche Form. Die Seiten lassen sich weit ausklappen, sodass aus einer normalen Buchseite eine breite Wimmelwelt entsteht. Beim Aufklappen öffnet sich nach und nach eine große Szene, fast wie ein kleines Bühnenbild. Gerade für kleine Kinder ist das ein schöner Überraschungsmoment.

In diesen vier großen Bildern gibt es jede Menge zu entdecken: Menschen im Garten, Kinder beim Spielen, Tiere, kleine Missgeschicke und viele Details, die man beim ersten Durchblättern gar nicht alle erfassen kann. Die Illustrationen sind farbenfroh und freundlich gestaltet, dabei aber angenehm übersichtlich. Es ist viel los, aber nicht chaotisch.

Zusätzlich gibt es kleine Suchaufgaben. Am Rand sind Gegenstände oder Figuren abgebildet, die im Bild wiedergefunden werden sollen. Der Text ist bewusst knapp gehalten und begleitet die Bilder eher im Hintergrund. Jede der vier Szenen wird von acht gereimten Versen eingerahmt. Die Reime sind leicht verständlich und geben eine kleine Orientierung, während der eigentliche Spaß darin besteht, gemeinsam durch die Bilderszenen zu wandern und immer neue Dinge zu entdecken.

Eine große Geschichte darf man bei einem Wimmelbuch natürlich nicht erwarten. Hase Hubsi ist eher ein neugieriger Beobachter, der durch die Szenen führt. Der Fokus liegt klar auf den Bildern und den Entdeckungen beim Betrachten.

Insgesamt ist das Buch ein fröhliches Oster-Wimmelbuch. Die großen Ausklappseiten sind eine besonders schöne Idee. Sie machen das Buch zu etwas Besonderem und sorgen dafür, dass man beim Blättern immer wieder neue kleine Szenen entdeckt. Gerade für jüngere Kinder ist das eine unterhaltsame Beschäftigung rund um die Osterzeit.

Vielen lieben Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Gesundheit Kinderbücher ab 8 Jahre Ratgeber Rezensionen Sachbücher für Kinder

Johanna Klement: “Körperquatsch mit Soße: Absurde Körperweisheiten und was an ihnen dran ist”

Johanna Klement (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,90 €

Absurde Körperweisheiten – und wie man nicht auf sie hereinfällt.

Auf einem Streifzug durch den Körper deckt die Ärztin Johanna Klement die häufigsten und absurdesten Körperweisheiten auf – von Kopf bis Fuß!

Ein Buch für alle Kinder, die sich gerne Sachwissen und Humor einverleiben wie eine große Portion Spaghetti. Aber aufessen, sonst gibt’s morgen schlechtes Wetter! Oder wie war das nochmal?!
(Klappentext)

Obstbäume im Bauch, Spaghetti aus den Ohren und weitere Familienmärchen

„Schrei nicht so, mir platzt gleich das Trommelfell!“
„Wenn du Kirschkerne schluckst, wächst dir ein Baum im Bauch!“

Solche Sätze halten sich erstaunlich zäh über viele Generationen hinweg. Man hört sie selbst als Kind, nimmt sie mal mehr mal weniger ernst und irgendwann trägt man sie selbst an die eigenen Kinder weiter. Meistens meint man es doch nur gut oder sogar nur im Scherz. Manchmal bedient man sich ihrer auch, weil es gerade der bequemste Weg ist. Nur dumm, wenn sie im Kopf des Kindes hängen bleiben und sich plötzlich gar nicht mehr so lustig anfühlen oder sogar Angst erzeugen.

Körperquatsch mit Soße greift genau diese Sprüche auf, um sie gründlich zu überprüfen. Das Buch wendet sich dabei direkt an die Kinder, stellt Fragen, spricht mögliche Zweifel an und zeigt dann, was tatsächlich im Körper passiert. Dabei geht es nicht nur um ein schnelles Stimmt! oder Stimmt nicht!, sondern auch darum, warum sich solche Weisheiten so hartnäckig halten.

Die Reise führt vom Kopf bis zu den Füßen. Jede Behauptung bekommt ihren eigenen Auftritt, meist auf einer Doppelseite, übersichtlich und gut portioniert. Man kann vorne anfangen oder gezielt zu dem Mythos springen, der gerade für Diskussionen gesorgt hat.

Was dem Buch besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen Humor und Sachlichkeit. Die Illustrationen übertreiben genüsslich. Wenn ein Kirschkern im Bauch tatsächlich zum Baum würde, dann sieht man hier sehr deutlich, wie absurd das wäre. Gleichzeitig bleiben die Erklärungen klar und nachvollziehbar. Man merkt, dass medizinisches Wissen dahintersteht, das den eigentlichen Hintergrund solcher Sprüche erklärt.

Schön ist auch, dass Kinder nicht nur Antworten bekommen, sondern ermutigt werden, Aussagen zu hinterfragen. Warum sagen Erwachsene so etwas? Glauben sie selbst daran? Und wie findet man heraus, was wirklich stimmt? Dieser Gedanke zieht sich durch das Buch und macht es mehr als nur zu einer Sammlung lustiger Irrtümer. Natürlich ist es kein umfassendes Anatomiebuch. Die Mythen werden kompakt erklärt, ohne tief in wissenschaftliche Details einzusteigen. Für die Zielgruppe ab etwa acht Jahren ist das aber genau richtig so.

Körperquatsch mit Soße räumt mit alten Körperweisheiten auf. Es zeigt, was an ihnen dran ist und was einfach nur eine lächerliche Übertreibung darstellt. Es nimmt Kinder ernst, ihre Fragen auch und liefert Argumente, die man beim nächsten Körperquatsch gut gebrauchen kann.

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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Marcus Raffel: “Flora Brimble und der verlorene Frühling”

Marcus Raffel (Autor)
Maximilian Meinzold (Illustrator)
Thienemann Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
336 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Flora Brimble liebt es, spannende Geschichten zu erfinden – doch dann stolpert sie Hals über Kopf selbst in eine: Der Frühling ist verschwunden und nur die geheimnisvolle Maikönigin kann ihn retten. Flora begibt sich auf die Suche nach ihr und trifft dabei auf einen schrulligen Kobold und ein sprechendes Eichhörnchen. Schon bald ahnen die drei gar nicht heldenhaften Gefährten, dass bei dieser fantastischen Reise nicht weniger als das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel steht. Und spätestens als eine Hexe und Floras eigentlich nur ausgedachte Romanheldin auftauchen, wird klar: Hier wartet ein Abenteuer, das selbst Flora niemals hätte erfinden können. (Klappentext)

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit: Floras Reise in eine seltsame Welt

Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach nicht enden zu wollen. Alles wirkt grau, nieselig und still – und genauso fühlt sich auch Flora Brimble. Als sie sich an ihrem 13. Geburtstag eine besondere Tinte kauft, wird eine Reihe seltsamer Geschehnisse in Gang gesetzt. Flora macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Maikönigin, die den Frühling zurückbringen soll. Auf ihrem Weg begegnet sie unter anderem einem eigenwilligen Kobold und einem sprechenden Eichhörnchen. Schnell merkt man, dass dieses Abenteuer komplizierter ist, als Flora sich das in ihren selbst erfundenen Geschichten je ausgedacht hätte.

Beim Lesen hat mich überrascht, dass dieses Buch deutlich ungewöhnlicher ist, als Cover und Klappentext vermuten lassen. Wer hier ein klassisches Fantasyabenteuer erwartet, bei dem eine Heldin eine Reihe von Herausforderungen meistert, wird wohl verwundert sein. Die Geschichte bewegt sich oft zwischen Realität, Fantasie und Intertextualität. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre man ins Kaninchenloch gefallen.

Die Sprache passt aber gut zu dieser Stimmung. Marcus Raffel schreibt bildreich und teilweise sehr poetisch. Manche Szenen lesen sich wie kleine Märchen, andere eher wie nachdenkliche Gedanken. Gleichzeitig sorgt Floras Reisegesellschaft immer wieder für humorvolle Momente. Das sprechende Eichhörnchen und der schrullige Kobold sollten vermutlich verhindern, dass die Handlung zu schwer wird. Allerdings gelingt das nur in sehr flüchtigen Momenten.

Man merkt einfach, dass dieses Buch mehr will als nur ein Abenteuer erzählen. Vieles dreht sich um Floras Gedanken, ihre Ängste und ihre Fantasie, ein großer Part ist aber auch ihrer erfundenen Heldin Harriet zugedacht. Immer wieder verschwimmen dabei die Grenzen zwischen dem, was wirklich passiert, und dem, was vielleicht nur aus einer Geschichte stammt, die Flora sich selbst erzählt.

Genau hier liegt für mich auch der Punkt, an dem das Buch ein bisschen herausfordernd wird. Offiziell richtet es sich an Kinder ab zehn Jahren. Beim Lesen hatte ich allerdings öfter das Gefühl, dass manche Ebenen der Geschichte für jüngere Leser:innen schwer zu greifen sein könnten. Die Handlung springt gelegentlich zwischen verschiedenen Wirklichkeitsebenen hin und her und nicht alles wird sofort erklärt. Für erwachsene Fantasyfans wohl eine Freude haben. Kinder, die einfach ein geradliniges Abenteuer erwarten, könnten sich zwischendurch fragen, was hier eigentlich gerade passiert.

Wunderbar gelungen ist dagegen die Gestaltung des Buches. Die Illustrationen von Maximilian Meinzold umrahmen die märchenhafte Atmosphäre ganz herrlich, und der Farbschnitt macht das Buch optisch zu einem Hingucker im Regal.

Flora Brimble und der verlorene Frühling ist für mich kein typisches Kinder-Fantasybuch. Es ist eher eine geheimnisvolle Geschichte über Fantasie, Hoffnung und darüber, wie mächtig Geschichten sein können. Wer poetische Fantasy mag und sich gern auf eine etwas ungewöhnlich erzählte Welt einlässt, kann hier eine spannende Entdeckung machen – auch wenn sie vielleicht anders ausfällt, als man zunächst erwartet.

Ich danke vorablesen.de für die Möglichkeit, dieses Buch lesen und rezensieren zu dürfen!

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Cozy Romance Detektive Halloween Herbst Rezensionen

Josie Silver: “The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love” (Band 1)

Josie Silver (Autorin)
Rowohlt Taschenbuch Verlag
336 Seiten
Paperback: 18,00€
Die erste weibliche Ghostbusting Agency

Melody Bittersweet kann, wie alle Frauen ihrer Familie, Geister sehen. Doch während ihre Mutter und Großmutter die Toten im Auftrag ihrer Hinterbliebenen nach verlegten Eheringen befragen, gründet Melody mit ihrer besten Freundin Marina die Girls Ghostbusting Agency. Ihr erster Auftrag: ein Herrenhaus von drei Geisterbrüdern zu befreien, die eine Familientragödie an ihr ehemaliges Zuhause kettet. Zu ihrem Missfallen muss sie feststellen, dass ihr größter Konkurrent ebenfalls auf den Fall angesetzt ist: Leo Dark, telegenes Medium – und Melodys Ex. Und dann gibt es da noch den unverschämten Journalisten Fletcher Gunn, der ärgerlich gut aussieht und bald mindestens ebenso sehr in Melodys Kopf herumspukt wie die drei Geisterbrüder… (Klappentext)

Charmante Idee, die mich nicht ganz erreicht hat

Die Idee hat mich sofort angesprochen: eine weibliche Ghostbusting-Agentur, ein altes Herrenhaus mit drei ruhelosen Brüdern und dazu ein bisschen Liebeschaos. Das klingt nach Tempo, Witz und vielleicht sogar ein bisschen Grusel.

Im Mittelpunkt steht Melody, die – wie alle Frauen in ihrer Familie – Geister sehen kann. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina macht sie aus diesem Talent ein Geschäft. Der erste große Auftrag führt sie in ein Herrenhaus, dessen Geister nicht einfach nur herumspuken, sondern an einer alten Tragödie festhängen. Das hätte richtig atmosphärisch werden können.

Der Roman wird aus Melodys Perspektive erzählt. Das schafft zwar Nähe, sorgt aber auch dafür, dass sich vieles stark auf sie fokussiert statt auch einmal auf die anderen Figuren. Die wirken auf mich einfach nur platziert. Der Humor ist ebenfalls spürbar zu gewollt und trifft zu dem nicht immer ins Schwarze. Manche Szenen sind charmant, andere ziehen sich arg in die Länge.

Am meisten interessiert hat mich tatsächlich die Geschichte der drei Geisterbrüder. Da steckt Emotion drin, da gibt es ein Geheimnis, das nach und nach freigelegt wird. Diese Passagen haben für mich am besten funktioniert. Der paranormale Aspekt bleibt insgesamt eher gemütlich als unheimlich. So richtig Gänsehaut bekommt man nicht.

Weniger überzeugend fand ich die romantischen Verwicklungen. Das angedeutete Liebesdreieck bleibt für meinen Geschmack zu oberflächlich. Weder der Ex noch der Journalist gewinnen genug Profil, um echte Spannung zu erzeugen. Deutlich sympathischer war mir das Kernteam der Agentur. Marina und vor allem Artie bringen eine angenehme Bodenständigkeit mit, die der Geschichte gut tut.

Ich muss ehrlich sagen: So richtig mitgerissen hat mich das Buch nicht. Die Grundidee hat Potenzial, aber Tempo und Emotion bleiben oft hinter dem zurück, was möglich gewesen wäre. Trotzdem hat die Geschichte einen leichten, unkomplizierten Ton und dürfte Leser:innen ansprechen, die Lust auf eine seichte Paranormal-Romance haben.

Für mich war es eher eine nette Geisterjagd als ein echtes Spukabenteuer. Aber vielleicht entfaltet sich das volle Potenzial ja erst in den Folgebänden.

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Christian Merveille: “Eilig, so unglaublich eilig!”

Christian Merveille (Autor)
Lorenzo Sangiò(Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Es war einmal ein Hase.
Ein Hase, der es eilig hatte, sehr eilig.
Unglaublich eilig!
Und so rennt er durch die Geschichte.
Rennst du mit ihm?
Oder würdest du dir lieber Zeit lassen und unterwegs viel Schönes entdecken?
Such es dir aus!

(Klappentext)

Ein Bilderbuch, das zum Innehalten einlädt

In diesem Buch geht es um einen Hasen in großer Eile. Er rennt los, hastet durch die Straßen, durch den Tag, immer mit dem Gefühl, dringend irgendwohin zu müssen. Warum? Wieso? Weshalb? Wohin? Das alles bleibt erstmal offen. Wichtig ist nur: Er ist schnell. Sehr schnell. Und während er rennt, geschehen um ihn herum so viele Dinge, die er gar nicht wahrnimmt – Freunde, kleine Wunder, alltägliche Momente. Erst am Ende des Tages, wenn es zu dunkel wird, um schnell zu rennen, wird er gezwungenermaßen langsamer. Am Ende des Weges warten seine Freunde bereits auf ihn. Und plötzlich stellt sich die Frage: War die Eile überhaupt nötig?

Dieses warmherzige Bilderbuch erzählt eine einfache Geschichte. Es gibt keinen großen Konflikt, sondern einfach eine Situation, die man verfolgt. Man begleitet einen Hasen durch einen Tag voller Hast und erkennt nach und nach, was ihm dabei entgeht. Der Text ist knapp gehalten und folgt dem Rhythmus des Laufens. Das Vorlesen fühlt sich zunächst tatsächlich etwas schneller an und spiegelt die Situation des Hasen wider.

Die Illustrationen setzen dazu einen schönen Kontrast. Während der Hase rennt, zeigen sie all das, was am Wegesrand passiert: kleine Szenen, Begegnungen, Details, die man beim ersten Durchgang leicht übersieht. Kinder bleiben an dieser Stelle oft schon länger hängen als der Text es vorgibt. Sie zeigen, erzählen, fragen.

Einzigartig ist das Ende der Geschichte. Die Handlung ist nicht einfach vorbei, nachdem der Hase bei seinen Freunden ankommt. Sondern das Buch richtet sich direkt an die Kinder. Sie dürfen entscheiden, ob sie den Hasen noch einmal begleiten möchten. Nicht noch einmal so schnell, sondern bewusst langsamer. Beim zweiten Lesen verändert sich das Buch spürbar. Plötzlich wird nicht mehr durchgeblättert, sondern verweilt. Man entdeckt Dinge, die vorher keine Rolle gespielt haben. Der Weg wird interessant, nicht nur das Ankommen.

Für Kinder ab etwa vier Jahren funktioniert das insbesondere beim ersten Vorlesen sehr gut, auch wenn sie natürlich an den Illustrationen hängenbleiben. Die Bilder sind detailreich und in warmen, leuchtenden Tönen gehalten. Ein bisschen nostalgisch, aber dadurch strahlen sie eine innere Ruhe aus, die dem Häschen etwas abhanden gekommen ist.

„Eilig, so unglaublich eilig!“ ist ein wirklich warmherziges Bilderbuch, das nicht ausbremst, sondern einlädt. Zum Wiederlesen. Zum Entdecken. Und dazu, den Weg vielleicht einfach ein bisschen bewusster zu gehen.

Allerliebsten Dank an den Penguin Junior Verlag für das Rezensionsexemplar!