Heidi Swain: „Frühling im Kirschblütencafè“

 

Heidi Swain
Penguin Verlag
10,00€

 

 

 

Lizzie Dixon steht vor einem Scherbenhaufen, als sie von ihrem Freund anstelle des langersehnten Heiratsantrags den Laufpass bekommt. Sie kehrt zurück in ihre Heimatstadt und schlüpft bei ihrer besten Freundin Jemma unter, die gerade das alte Café am Marktplatz gekauft hat. Die Renovierung des kleinen Ladens weckt wunderbare Erinnerungen an ihre Jungend, und so erfüllen die Freundinnen sich einen lang gehegten Traum: Lizzie wird Teilhaberin und bietet im Café Nähkurse an. Doch kann sie ihr altes Leben wirklich hinter sich lassen? Und dann ist da noch Ben, der sie zu Schulzeiten nie eines Blickes gewürdigt hat. Als sie gezwungenermaßen zu Mitbewohnern werden, kribbelt es erneut in Lizzies Bauch … (Klappentext)

Zuckersüß und rosarot. Vom Nähen, Backen und Kinder kriegen.

Die Handlung beginnt eigentlich ziemlich vielversprechend. Statt des ersehnten Heiratsantrages bekommt Lizzie von ihrem stinkreichen und modelmäßig attraktiven Freund den Laufpass. Lizzie muss den Weg der Schande antreten und kehrt etwas verschämt in ihre Heimatstadt zurück. Eine Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und jeder über ihr Scheitern Bescheid weiß. Ohne eine Ahnung zu haben, was sie mit ihrem Leben in Zukunft anfangen will, bietet Lizzie ihrer Freundin Jemma an, sie bei der Eröffnung eines Cafés zu unterstützen.

Die Figuren wirken unglaubwürdig. Die meisten sind viel zu nett zueinander, zu hilfsbereit, zu nachgiebig. Dadurch gibt es kaum Reibepunkte und die Handlung plätschert kitschig verträumt vor sich hin. Am besten war Lizzies Mutter, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Bridget Jones‘ Mutter aufweist. Daraus hätten mehr witzige Szenen resultieren können, gerade zu Beginn als Lizzie nach Hause zurückkehrt. Der Handlung fehlt es in den entscheidenden Momenten an Dynamik. Wenn schon Klischee, warum dann nicht auch richtig ausreizen? Sogar der sogenannte ‚Bösewicht‘ wirkt dann einfach zu konstruiert und unglaubwürdig. Die Liebesgeschichte zwischen Lizzie und ihrem alten Schulschwarm kommt für einen so kitschigen Frauenroman viel zu kurz. Keine Funken, kein Knistern und das Happy End wird viel zu emotionslos abgehandelt.

Schön verarbeitet ist das Thema Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Ein Café, in dem Nähkurse angeboten werden. Was für ein herrlicher Traum! Schade, dass ich an der Nähmaschine nicht so begabt bin wie ich es gerne wäre.
Insgesamt ist ‚Frühling im Kirschblütencafé‘ eine – das muss man schon sagen – seichte Unterhaltung, ohne wirklich überraschende Wendungen und ohne länger im Gedächtnis zu bleiben. Alles ist so süß wie der Kuchen in Jemmas Café und am Ende fügt sich alles vorhersehbar zusammen.

 

 

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