
Katrin Weingran (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 11 Jahre
352 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €
Magie tut nicht immer das, was sie sollte. Magie ist unberechenbar.
Pearl and Vally Cole leben in der größten Buchhandlung der Welt, einem ganz besonderen Ort voller Bücher, exotischer Tiere und Pflanzen und zahlloser Überraschungen, die ihr Vater mithilfe von Fantasie und Magie erschaffen hat. Bis plötzlich nichts mehr ist, wie es vorher war: Pa Cole hat sich auf einen gefährlichen Handel mit einem geheimnisvollen dunklen Magier eingelassen. Um ihn und die Buch-Arkade zu retten, müssen sich die Geschwister nun einem atemlosen Wettkampf gegen die Zeit stellen. Werden sie es schaffen, die sieben Aufgaben des Magiers zu lösen, um ihre Familie und alles, was ihnen wichtig ist, vor dem Verschwinden zu bewahren? (Klappentext)
Tiefgründig und düster
Wenn ein Buch in der größten Buchhandlung der Welt spielt, greife ich natürlich automatisch danach. In Amelia Mellors Roman landen wir nämlich in den riesigen Buch-Arkaden der Familie Cole. Doch über dem Paradies voller Bücher und exotischer Pflanzen liegt ein dunkler Schatten. Seit dem Tod der Schwester Ruby liegt eine traurige Stimmung über der Familie und die Geschwister leben ziemlich aneinander vorbei. Aus reiner Verzweiflung lässt sich der Vater auf einen gefährlichen Deal mit einem unheimlichen dunklen Magier – einem sogenannten Obskuristen – ein. Um ihren Vater und die Buchhandlung zu retten, müssen die zehnjährige Pearl und ihr Bruder Vally sieben knifflige Aufgaben des Magiers lösen. Ein ziemlich rasanter Wettlauf gegen die Zeit quer durch die verschiedenen Abteilungen beginnt.
Man braucht für diese Geschichte anfangs etwas Geduld. Selbst mir als erwachsener Vielleserin fiel der Einstieg schwer, weil die Welt und ihre magischen Regeln, die viel mit Vorstellungskraft zu tun haben, anfangs schwer greifbar sind. Die Autorin nimmt sich Zeit, um die große Familie Cole vorzustellen. Es dauert einfach lange, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Auch die vielen Figuren muss man erst einmal sortieren und im Kopf behalten. Die Rätseljagd durch den Spielzeugladen oder die Süßwarenabteilung ist originell und wird trotz des einen Schauplatzes überhaupt nicht langweilig.
Die Altersempfehlung ab 11 Jahren finde ich etwas niedrig. Das Buch ist stellenweise richtig düster und unheimlich. Der Tod der Schwester, die Auftritte des Obskuristen und Momente, in denen den Kindern die Verwandlung in leblose Puppen droht, sorgen für echte Gänsehaut. Neben dem Gruselfaktor bringt das Buch durch Themen wie Trauer und Verlust eine emotionale Schwere mit, die für manche Elfjährige vielleicht noch zu viel ist. Im Kern der Handlung steht eigentlich gar nicht der Magier als Endgegner, sondern die Tatsache, dass sich die Familie innerlich schon fast verloren hatte. Es ist richtig gut beschrieben, wie die Geschwister durch die Prüfungen gezwungen sind, als Team zusammenzuarbeiten, und dadurch endlich wieder zueinanderfinden. Richtig cool ist übrigens der historische Hintergrund am Ende: Die Coles und ihre Buch-Arkaden im Melbourne des späten 19. Jahrhunderts gab es wirklich. Eine tolle Idee, diese reale Vergangenheit in so ein Fantasy-Abenteuer zu verpacken.
Trotz des zähen Starts ist Magic Bookshop ein tiefgründiges und atmosphärisch starkes Buch. Es fordert junge Leser:innen heraus, zeigt aber auch, was Familienzusammenhalt bedeutet.
Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar!















