
Bente Schlick (Illustrator)
Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Lesealter: ab 10 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €
Nur eine Woche! So viel Zeit hat Linna, um im geheimen Sportinternat Olympia Magica ihr magisches Talent zu beweisen. Die begeisterte Schwimmerin stürzt sich sofort ins Training. Doch es ist hart, sich bei der großen Konkurrenz zu behaupten, und zwei von Linnas Mitschülern scheinen mit unfairen Mitteln zu kämpfen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot kommt Linna einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur. Kann sie die Wahrheit aufdecken, ohne ihren Platz im Internat zu gefährden? (Klappentext)
Magische Sportarten
Die Idee, Sport und Magie in einem Internat zu verbinden, ist für ein Kinderbuch erfrischend unverbraucht. In Olympia Magica geht es genau an so eine Schule, an der Disziplinen wie Wellenzähmen, Sternenschießen oder Wahrheitstauchen auf dem Stundenplan stehen. Die zwölfjährige Linna ist eigentlich eine ganz normale, begeisterte Schwimmerin, landet aber durch Zufall an diesem geheimen Ort und darf eine Probewoche lang testen, ob in ihr vielleicht doch ein magisches Talent schlummert. Dass sie dabei mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot zwei unfairen Mitschülern auf die Schliche kommt, bringt die nötige Spannung in die Geschichte.
Linna ist eine sympathische Figur, deren absolute Begeisterung für das Wasser man beim Lesen sofort merkt. Man spürt auch deutlich den sportwissenschaftlichen Hintergrund der Autorin, denn die Mischung aus Ehrgeiz, dem harten Kampf gegen den eigenen Schweinehund und dem Frust nach einer Niederlage ist richtig authentisch beschrieben. Magie wird hier nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt, sondern ist an körperliche Anstrengung und Willenskraft gekoppelt. Ich finde, das bringt frischen Wind in das typische Fantasy-Genre. Das Buch liest sich angenehm flüssig und vermittelt Werte wie Fairness und echten Teamgeist.
Allerdings macht es einem der Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht. Der Konflikt zu Hause mit der scheinbar überstrengen Stiefmutter eskaliert so schnell, dass man kaum Zeit hat, Linna überhaupt erst einmal in ihrer normalen Welt kennenzulernen. Dass das junge Mädchen dann direkt aus dem fahrenden Auto flüchtet, nur damit die Handlung ganz schnell den magischen Schalter umlegen kann, ist doch ein bisschen heftig und wirkt arg konstruiert. Da hätte ein bisschen mehr erzählerische Ruhe im Vorfeld gutgetan. Sobald Linna im Internat ankommt, läuft die Geschichte dann sehr geradlinig und für erfahrene Leser:innen ein bisschen vorhersehbar ab. Warum die beiden Fieslinge Jupiter und Neptun der Neuen das Leben so schwer machen, bleibt motivationstechnisch ziemlich blass. Auch über eine Trainingsstrafe für Linna schüttelt man als Leser:in kurz den Kopf, weil sich die Erwachsenen dort nicht sonderlich logisch verhalten. Das Buch ist eventuell ein bisschen zu kurz geraten, um der eigentlich genialen Welt und den Nebenfiguren den Platz zu geben, den sie verdient hätten.
Unterm Strich ist es aber ein unterhaltsamer, fantasievoller Reihenauftakt, der Sport und Zauberei knackig miteinander verknüpft. Wer Lust auf eine magische Wasserwelt hat, wird sich hier gut unterhalten fühlen. Außerdem schaue ich durchaus schon neugierig in Richtung des zweiten Bandes, der im Herbst 2026 erscheinen soll.
Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Anne Bodinka für das Rezensionsexemplar und den lieben Austausch dazu!





















