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ab 12 Jahre für junge Erwachsene Jugendliteratur Liebesromane Rezensionen

Emiko Jean: “Tokyo ever after – Prinzessin auf Probe”

Emiko Jean
dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
empfohlenes Alter: ab 13 Jahre
gebundene Ausgabe: 18,00€
Und plötzlich bist du Prinzessin von Japan

Bislang waren das einzig Besondere in Izumi Tanakas Leben ihre japanische Herkunft und ihr unbekannter Vater. Bis sie herausfindet, dass dieser Unbekannte kein Geringerer ist als der zukünftige Kaiser von Japan. Und das wiederum bedeutet, dass Izzy plötzlich kaiserliche Kronprinzessin ist … immer nur einen kulturellen Fauxpas vom nächsten Skandal entfernt. Wird ihr Prinzessinnentraum zum Albtraum? (Klappentext)

Unterhaltsame Plötzlich-Prinzessin-Geschichte

Izumi Tanaka ist ein Teenager mit japanischer Abstammung, der in einer Kleinstadt in den Südstaaten der USA aufwächst. Dass sie anders ist, lassen sie einige ihrer Mitschüler immer wieder spüren. Doch Izumi fühlt sich weder richtig japanisch noch amerikanisch. Besonders, da sie keine Ahnung hat, wer eigentlich ihr Vater ist. Das ändert sich schlagartig, als sie in den Büchern ihrer Mutter einen entscheidenden Hinweis findet. Was danach geschieht, erinnert an eine Mischung aus “Plötzlich Prinzessin” und einen Hauch “Crazy Rich Asians”, denn Izzys Vater ist kein Geringerer als der Kronprinz von Japan.

So fliegt Izzy nach Japan, um ihre Familie und Wurzeln kennenzulernen und mehr über sich selbst zu erfahren. Doch eine Prinzessin zu sein, ist nicht einfach. Die höfische Etikette und die japanischen Vorstellungen von gutem Benehmen sind das reinste Minenfeld. Mehr als einmal stolpert Izzy in ein Fettnäpfchen und die Erwartungen an eine Kronprinzessin sind wirklich hoch.

Ich bin sehr begeistert von Izumis Entwicklung während der Geschichte. Anfangs ist sie voller Selbstzweifel. Sie fühlt sich unvollständig und nirgends richtig zugehörig.  Aber sie wächst an ihren Herausforderungen, wird erwachsener und selbstbewusster. Wo ich an ihrer Stelle verzweifelt wäre, beweist sie einen eisernen Willen. Eine überaus sympathische Heldin.

Aber auch sämtliche Nebencharaktere, wie ihre Eltern oder ihre besten Freundinnen oder der japanische Zweig aus Tanten, Onkeln, Cousinen und Cousins sind sehr abwechslungsreich gestaltet und bringen meist eine kleine, spannende Nebenhandlung mit, was den Unterhaltungsfaktor maßgeblich erhöht. Die Liebesgeschichte zwischen Izzy und ihrem Leibwächter ist zwar wenig überraschend, teils auch ziemlich kitschig, aber irgendwie auch total süß.

Emiko Jeans Schreibstil finde ich absolut passend für die Charaktere und Handlung: jugendlich, humorvoll, an den richtigen Stellen flapsig oder gefühlvoll. Mich konnte sie von der ersten Seite an fesseln. Auch die wunderschönen Beschreibungen Japans nehmen einen völlig gefangen. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und kann den zweiten Teil kaum erwarten!

Allerliebsten Dank an LovelyBooks, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte!

Für alle Neugierigen, die es nicht erwarten können, gibt es den 2. Band in englischer Sprache:

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ab 16 Jahre Frauenromane Rezensionen Romane

Sophia Money-Coutts: “Die große Liebe kann mich mal”

Sophie Money-Coutts
Penguin Verlag
Taschenbuch: 10,00€

Ein Traummann hat ihr gerade noch gefehlt!

Einsam ist Florence auf gar keinen Fall. Sie ist zwar schon ziemlich lange Single – ok, eigentlich hatte sie noch nie eine Beziehung, wenn es jemand ganz genau wissen will. Aber ihr Job in einem quirligen Londoner Buchladen hält sie ziemlich auf Trab, und nach Feierabend leistet ihr der geliebte, aber übergewichtige Kater Gesellschaft. Florence ist mehr als zufrieden mit ihrem Leben, vielen Dank auch! Nur ihre nervige Stiefmutter sieht Optimierungsbedarf und schickt sie zu einem Liebes-Coach. Als erste Übung muss sie eine Liste schreiben mit all den Eigenschaften, die ihr Traummann in sich vereinen soll. Florence kann so eine Liste keinesfalls ernst nehmen: Jemand, der Katzen mag, einen Oberkörper hat wie James Bond und gleichzeitig bei ihrer nervigen Zähl-Marotte die Augen zudrückt? Unmöglich! Bis sie sich ein paar Tage später ungläubig die Augen reibt: Ein gutaussehender junger Mann betritt den Buchladen, der wie von Zauberhand alle Kriterien auf der Liste erfüllt. Zudem ist er adlig und besitzt ein schickes Herrenhaus auf dem Land. Kann das wahr sein? (Klappentext)

Liebesroman mit britischem Humor

Florence ist über 30 und Dauersingle. Seit zehn Jahren arbeitet sie im selben Londoner Buchladen und wohnt mit ihren beiden Halbschwestern und einer ambitionierten Stiefmutter zusammen in einem Haus. Sie hat einen Zähltick und fühlt sich am wohlsten, wenn alles gleich bleibt.

Das sieht ihre Stiefmutter völlig anders. Sie meint, Florence bräuchte dringend einen Mann in ihrem Leben und vereinbart einen Termin bei einem Liebescoach. Da Florence konkrete Vorstellungen von ihrem perfekten Traummann hat, soll sie eine Liste mit allen Eigenschaften erstellen. Mehr aus Trotz willigt sie ein. Aber siehe da! Nur wenige Tage später lernt Flo Rory kennen, der sämtliche Punkte auf der Traumprinzen-Skala zu erfüllen scheint.

Zumindest für den Anfang. Auf überaus unterhaltsame Weise werden Florence’ Ansprüche demontiert und sie muss schrittweise erkennen, dass Rory vielleicht doch nicht so perfekt ist, wie sie dachte. Das alles geschieht in einem turbulenten Chaos zwischen Hochzeitsvorbereitungen, schrulligen Adelsfamilien und Unterschriftenaktionen, um den Buchladen zu retten.

Ich empfand die Handlung als abwechslungs- und ideenreich. Natürlich ist der Ausgang der Liebesgeschichte ab einem gewissen Punkt klar. Für mich ist das aber beruhigend, denn schließlich soll so ein Roman in erster Linie unterhalten und nicht aufregen. Der britische Humor und die skurrilen Charaktere sind einfach köstlich amüsant. Die Handlung setzt sich aus einer Reihe von peinlich-humorvollen Episoden zusammen, die Leidenschaft kommt nicht zu kurz und die Dialoge sind frisch und schlagfertig. Ich mochte besonders Florence’ trockene Art, die peinlichen Kommentare und Situationen zu kontern.

Eine ideale Lektüre für die Strandliege oder zwischendurch. Fans von Bridget Jones und Emily in Paris werden es lieben.

Ein zuckersüßes Dankeschön an den Penguin Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

Weitere Bücher von Sophia Money-Coutts:

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Melanie Amélie Opalka: “Papa 2.0 – Nestbau inklusive”

Melanie Amélie Opalka
epubli
Taschenbuch: 9,99€
Kindle: 2,99€

Was kann denn schon groß schief gehen, wenn man ein zweites Kind bekommen will – vor allem durch künstliche Befruchtung?

Zweieinhalb Jahre liegt der erste Versuch zurück, als unser Papa sich erneut traut und zwar gleich doppelt: Denn mit einem weiteren Kind muss ein größeres Heim her und warum dann nicht auch gleich ein Eigenheim?

Ob es nun ein, zwei oder vielleicht sogar drei Kinderzimmer sein werden, wie die Stelzen unter das Haus kommen und wie Mann das alles neben Job, Partnerschaft und einem strammen Kleinkind bewältigt … das lernt der Papa auf die harte Tour. Und wird gerettet durch seine heimliche Superkraft „ungeahnte Genialität.“ (Klappentext)

Jetzt wird Papa alles abverlangt

Im dritten Band über das Werden und Leben eines modernen Papas wartet eine wahre Flut an Herausforderungen auf unseren Lieblingspapa. Zwischen Hausbau, Job, Kindererziehung, Familienplanung und Beziehung taumelt er von einer verzwickten Situation in die nächste. Wie gut, dass seine Stärken im Recherchieren, Planen und Kalkulieren verankert sind.

Die Hochs und Tiefs, die der Alltag einer jungen, noch wachsenden Familie mit sich bringt, werden wieder einmal sehr warmherzig und realistisch beschrieben. Sohn Felix bereichert seit einem Jahr das Familienleben. Für ihn beginnt das große Abenteuer Kindergarten. Währenddessen erwacht bei seinen Eltern der Wunsch nach dem zweiten Kind. Mit welchen Hindernissen sie da zu kämpfen haben, ist ihnen durchaus bewusst. Und klar, dass eine wachsende Familie auch mehr Platz benötigt. Deshalb werden sie zu Häuslebauern und stehen vor weiteren, ungeahnten Schwierigkeiten.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden, die eine gewisse humorvolle Leichtigkeit besaßen, dominiert in diesem letzten Band ein eher melancholischer Ton. Der ist natürlich auch der Thematik geschuldet. Der emotionale Stress bei den künstlichen Befruchtungen, die Fehlschläge, die an den Nerven zerren, zusätzlich zu den Belastungen durch Hausbau, den lieben Finanzen und dem Job. Alle Themen sind mitten aus dem Leben gegriffen. Wer sich in einer ähnlichen Lebensphase befindet oder ähnliches erlebt hat, wird sich sofort mit den Protagonisten identifizieren können. Dadurch und durch den packenden Schreibstil ist man selbst so im Geschehen drin, dass man intensiv mitleidet. Manchmal empfand ich beim Lesen die Last der beiden Protagonisten so stark mit, dass ich das Buch weglegen musste. Daran würde ich aber nicht einmal etwas Negatives sehen. Es beweist nur, wie authentisch die Erzählweise und wie einnehmend der Schreibstil der Autorin sind.

Ob am Ende alles gut wird, müsst ihr selbst nachlesen. Ich will ja nicht zu viel verraten.

Insgesamt ist die Papa-Reihe ein rundum gelungenes Werk über das Familienleben mit allen Hürden und Tücken. Mit viel Humor, aber auch der nötigen Ernsthaftigkeit. Und einem Papa, wie wir ihn uns alle wünschen!

Liebsten Dank, Amélie, dass ich Teil deines Bloggerteams sein darf. Es ist eine große Freude und deine Werke machen einfach voll viel Spaß!

Bist auch du neugierig auf die Papa-Reihe geworden? Dann schnell klicken, um zur Leseprobe von Band 1 zu gelangen!

Noch mehr von Melanie Amélie Opalka:
Buch 1 von 3: Das Werden und Leben eines modernen Papas
Buch 2 von 3: Das Werden und Leben eines modernen Papas

Schon gewusst? Alle 3 Bände sind auch als Hörbuch verfügbar! Wie cool ist das denn?!

Und jetzt ganz neu:

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Melanie Amélie Opalka: “Papa – 1. Lehrjahr”

Melanie Amélie Opalka
epubli
Taschenbuch: 9,99€
Kindle: 2,99€

Nachdem er und seine Frau lange darum gerungen haben, endlich Eltern zu werden, ist die Schwangerschaft viel zu schnell vergangen. Schwups ist das Kind da – und mit ihm die Frage: „Was für ein Vater will ich eigentlich sein?“ So stolpert er durch den Familienalltag mit ganz neuen Fallstricken und Fettnäpfchen – immer mit der Angst im Nacken, von einem Säugling als Versager enttarnt zu werden. Dieses Buch erzählt den „unausgeschlafenen Imperfekt“ seines ersten Jahres mit dem eigenen Nachwuchs, von Kinderkrankheiten, Verwandtenbesuchen und anderen Katastrophen, die nur dank seiner persönlichen Superkraft „ungeahnter Genialität“ überlebt werden können. Und das alles, um am Ende zu einer überraschenden Erkenntnis zu kommen. Denn Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr – ach, was! (Klappentext)

Papa macht das schon

Endlich ist er da: Felix, das lang ersehnte Glücksbündel. Damit einher gehen neue Herausforderungen, denen sich unser namenloser Papa aus „Mach mir’n Kind“ voll Tatendrang und Unerschrockenheit stellt. Mit seinem gewohnten Engagement und ausführlicher Internetrecherche erstellt er Excel-Listen, ausgefeilte Besucherpläne und eignet sich sämtliche Tricks und Tipps an, die er finden kann. Für Mama und Kind will er nichts weniger sein als ein Superheld. Dass er dabei manchmal über das Ziel hinausschießt, macht ihn nur umso sympathischer.

Während sich der erste Band um die Hürden des Schwangerwerdens, die Schwangerschaft und natürlich Geburt dreht, dürfen wir in diesem Folgeband die ersten zwölf Monate im Leben des neuen Erdenbürgers mitverfolgen. Schwankend zwischen überschäumenden Glücksgefühlen, totaler Erschöpfung, Selbstzweifeln und grandios ausgearbeiteten Plänen durchlebt Papa die Launenhaftigkeit und Unplanbarkeit des Babyjahres.

In einem locker humorvollem Erzählstil, aber gleichzeitig auch mit der teils notwendigen Ernsthaftigkeit schildert Melanie Amélie Opalka die Freuden und Nöte des Vaterseins. Bei all jenen, die diese Zeit bereits erleben durften, weckt das Buch Erinnerungen. Allen, denen diese aufregende Zeit noch bevorsteht, kann dieses Buch als Ratgeber einen guten Rundumblick in die ersten zwölf Lebensmonate vermitteln. Vielleicht eigene Ängste reduzieren, beruhigen und Mut machen. Schließlich wird ja nicht nur auf kommende Herausforderungen hingewiesen, sondern Papa erprobt sogar Lösungen!

Die hier beschriebenen Situationen sind wirklich mitten aus dem Leben gegriffen. Irgendwie scheint es doch allen Eltern gleich zu gehen. Das macht mir persönlich immer wieder Mut.

Liebe Amélie, ich danke dir für dein Rezensionsexemplar und die vergnüglichen Lesestunden. Was bin ich froh, dass schon der nächste Band auf mich wartet!

Neugierig geworden? Dann schnell klicken, um zur Leseprobe zu gelangen!

Noch mehr von Melanie Amélie Opalka:
Buch 1 von 3: Das Werden und Leben eines modernen Papas
Buch 3 von 3: Das Werden und Leben eines modernen Papas
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Simon Wasner: “Ferris & Ich – Verrückt werden für Fortgeschrittene”

Simon Wasner
Piper Verlag
Taschenbuch: 14,00€
Kindle: 4,99€
Eine urkomische Geschichte über einen Lehrer, der sein Unterbewusstsein plötzlich persönlich kennenlernt

Lars ist pragmatisch – und ganz schön langweilig. Als Physiklehrer wird er nicht ernst genommen, selbst sein bester Freund Dirk macht sich ständig über ihn lustig. Vielleicht ist das der Grund, weshalb ihn seine Frau Kati erst betrogen und dann verlassen hat. Was tut Mann nun, wenn wieder sturmfreie Bude ist? Richtig. An einer Studie für ein Medikament gegen Reizdarm teilnehmen. Dumm nur, wenn dieses Medikament plötzlich zu einer verrückten, sehr nervtötenden Begleiterscheinung führt: Lars’ Unterbewusstsein personifiziert sich zu … einem zweiten Lars! Der Doppelgänger, nun auf Ferris getauft, will Lars’ Leben verbessern – und macht damit alles nur schlimmer! (Klappentext)

Zum verrückt werden…

Lars ist Lehrer für Physik und obendrein ein langweiliger Mensch, dem es an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen fehlt. Seine Schüler nehmen ihn nicht ernst, Freunde hat er kaum und wenn dann machen sie sich über ihn lustig. Schließlich verlässt ihn auch noch seine Frau und räumt seine Wohnung aus. Lars befindet sich also in einer denkbar ungünstigen Verfassung, als er sich für eine Medikamentenstudie zur Verfügung stellt. Mit ungeahnten Konsequenzen. Denn plötzlich verselbstständigt sich Lars‘ Unterbewusstsein und ein neuer Lars sitzt auf seinem Klo.

Ferris, so der Name des Klons, ist das komplette Gegenteil. Er verkörpert alle unterdrückten Sehnsüchte von Lars und ist sozusagen seine schlagfertige, durchtrainierte und gestylte Seite, die vor Tatendrang strotzt. Mit zweifelhaften Ratschlägen und einem ausgeklügelten Rachefeldzug will er Lars‘ Leben verbessern. Aber versucht Ferris wirklich, Lars zu helfen? Für Lars‘ Geschmack entwickelt Ferris ein zu starkes Eigenleben. Ist das überhaupt möglich, wenn Ferris doch nur eine Ausgeburt von Lars‘ Fantasie ist?

Simon Wasner entführt uns in eine irrwitzige Geschichte über die Herausforderrungen des Lehreralltags und unsere eigenen Abgründe. Humorvoll, skurril und manchmal bitterböse sorgt sein Roman für grandiose Unterhaltung, die am Ende doch zum Nachdenken anregt. Wie sieht es denn mit dem eigenen Unterbewusstsein aus? Steckt vielleicht auch in dir ein Ferris?

Lieber Simon, ich danke dir für das Rezensionsexemplar und hoffe, noch viel, viel mehr von dir zu lesen!

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Ratgeber Rezensionen Romane

Melanie Amélie Opalka: “Mach mir’n Kind”

Melanie Amélie Opalka
epubli
Taschenbuch: 9,99€
Kindle: 2,99€

Zugegeben, die meiste Zeit habe ich mich eher mit der Frage befasst, wie ich nicht Vater werde. Bis ich dieser Frau begegnete. Und nun heißt es plötzlich: Wie wird man eigentlich Vater, wenn man es möchte, aber es nicht auf Anhieb klappt? Und was macht der Prozess mit einem, das Auf und Ab des Hoffens und Bangens, neben und zusammen mit der Frau, die das alles am eigenen Leib erlebt? Ein schmerzvoll-tragisch-urkomischer Bericht aus Männersicht – über die Broschürenflut auf der häuslichen Couch, die Wartezimmer der Babymacherkliniken, über dramatische Einkaufsralleys und innovativen Wickeltischbau auf der heimischen Waschmaschine. Für alle, die auch noch eine Antwort auf die Babyfrage suchen und von der allerersten Zuschauerreihe aus dabei sein wollen. Denn: Vater werden ist nicht schwer? Von wegen … (Klappentext)

Die männliche Sicht der Dinge

Kinderkriegen ist gar nicht so leicht wie uns der Volksmund Glauben machen möchte. Für viele Paare mit Kinderwunsch ist der Weg sogar sehr häufig voller Hindernisse und mit Rückschlägen gespickt. In ‚Mach mir’n Kind‘ begleiten wir ein namensloses Paar auf ihrem beschwerlichen Weg, bis sie am Ende endlich ihr Glücksbündel in den Armen halten dürfen.

Zum einen versorgt  uns die Autorin nach einer hervorragenden Recherche mit allen wichtigen Informationen rund um das Thema Kinderkriegen. Das Aufklärungsspektrum reicht über Eileiterschwangerschaften, Fruchtbarkeitskliniken bis hin zur Anschaffung stilvoller Umstandsmode und einer sinnvollen Babyerstausstattung. Nach diesem Buch kann man mit geballter Fachkenntnis über alle Facetten des Babyversums mitreden. Zum anderen verschafft sie uns einen Einblick in die Denkweise des Mannes, denn all diese Erfahrungen werden aus seiner Sicht erzählt. Das ist unglaublich amüsant, informativ und ziemlich erhellend. Da ich selbst zwei Kinder habe, konnte ich mich mit vielen Situationen identifizieren, beziehungsweise habe ich meinen Mann wiedererkannt. Und endlich, endlich konnte ich so manche seiner Handlungen während meiner Schwangerschaften verstehen.

An manchen Stellen hätten mir die beiden Protagonisten facettenreicher sein können. In der ganzen Handlung geht es ausschließlich ums Kinderkriegen. Natürlich. Etwas anderes habe ich auch nicht erwartet. Aber abseits dieser Themen erfährt man Nullkommanichts über die Charaktere oder ihren Hintergrund. Für meinen persönlichen Geschmack hätten die beiden ruhig etwas mehr Persönlichkeit zeigen können. Auch ist die Rolle des Mannes sehr dominant. Er ist es, der alles organisiert. Er recherchiert, er kauft, er kümmert sich sogar um die Hebamme. Von der Frau hatte ich den Eindruck, dass sie die meiste Zeit über nur im Bett liegt oder Anweisungen erteilt. Sie war mir zu passiv.

Insgesamt finde ich die Geschichte gleichsam berührend wie unterhaltsam. Sie macht Mut, tröstet und gibt all jenen Hoffnung, deren Kinderwunsch vielleicht auch eine problematische Reise ist. Man leidet und man freut sich mit dem unbekannten Pärchen. Der Moment der Geburt wird so herzerwärmend beschrieben, dass man Tränen in den Augen hat. Und am Ende ist eines klar: egal wie beschwerlich der Weg ist, das Ziel ist alle Strapazen mehr als wert!

Vielen lieben Dank, Amélie, für das Rezensionsexemplar!

Hier findet ihr eine Leseprobe zu “Mach mir’n Kind”

Das Lesevergnügen geht weiter:

Wer reinlesen möchte, sollte ganz schnell hier klicken
Erscheint am 31.10.2021! Unbedingt vormerken.

Und für mehr Informationen über die Autorin Melanie Amélie Opalka besucht gerne ihre Homepage.

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Frauenromane Rezensionen Romane

Cristina Externest: “Wenn nicht jetzt, wen dann?”

Cristina Externest
Goldmann Verlag
10,00€
Jung muss er sein – und schön.

Und das sind bei Weitem nicht die einzigen Kriterien, die Ines’ Traummann zu erfüllen hat. Da Ines schon knapp 50 ist und keine Zeit mehr verlieren will, beauftragt sie eine professionelle Partnervermittlung mit der Suche nach dem perfekten Ehemann. Trotz ihrer ungewöhnlichen Familienstruktur (drei Kinder von drei Männern) und ihres eher abschreckend wirkenden Berufs (Urologin mit Fachgebiet Erektionsstörungen) mangelt es nicht an Kandidaten. Dumm nur, dass keiner von ihnen Ines’ hohen Ansprüchen gerecht wird. Und ihrer alten Urlaubsliebe José kann einfach niemand das Wasser reichen… (Klappentext)

Urlaubsliebe und Alltagswahnsinn

Ines ist eine Frau in den besten Jahren: knapp(!) über 50, Ärztin und Psychologin und Mutter von drei Kindern von drei unterschiedlichen Männern. Um bei der Hochzeit ihres schwulen Ex und Vater des ersten Kindes nicht allein dazustehen, beschließt Ines, dass es Zeit für einen neuen Mann in ihrem Leben ist. Da ihr in ihrem chaotischen Alltag die Zeit fehlt, einen geeigneten Mann in kürzester Zeit aufzutreiben, beauftragt sie eine Partnervermittlung. Dabei weiß Ines ganz genau, was sie will – und was nicht.

Der Roman beschreibt dann also Ines’ Bemühungen, das turbulente Familienleben, den Arbeitsalltag und die Suche nach dem perfekten Mann unter einen Hut zu kriegen. Dabei kommt es zu skurrilen Situationen und Begegnungen, die von ihr nonchalant gemeistert werden.

Für meinen Geschmack hätte in der Handlung etwas mehr Abwechslung vorkommen können. Etwa 90 Prozent des Buches schwanken zwischen Familienstress – sich ständig wiederholende Besorgungen von Zutaten für die kochende Zwölfjährige – und den Begegnungen mit unpassenden Kandidaten hin und her, vor denen Ines die Flucht ergreift, indem sie einen Notfall in der Familie vortäuscht. Die eigentlich niedlich gedachte Liebesgeschichte wird dann auf die letzten fünf Seiten gequetscht. Das ist ein bisschen schade. Nach all den Strapazen, die Ines mit Familie, Beruf und Männersuche hat, hätte ich ihr ein ausführlicheres Happy End gegönnt. Trotz alledem ist das Buch eine geeignete Lektüre für den Sommer, leicht verträglich und kurzweilig.

Dankeschön an den Goldmann Verlag und ans Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Frauenromane Hobby Rezensionen Romane

Ulrike Sosnitza: “Die Glücksschneiderin”

Ulrike Sosnitza
Heyne Verlag
9,99€
Der Stoff, aus dem die Liebe ist

Clara hat sich ihren Traum erfüllt und in Würzburg ein Nähcafé eröffnet. Dort gibt sie Nähkurse, verwandelt alte Kleidungsstücke in neue und macht die Menschen mit maßgeschneiderten Röcken, Jacken und Hosen glücklich. Auf einem Flohmarkt findet sie eines Tages ein ganz besonderes Vintage-Kleid aus den Zwanzigerjahren. Als sie es anprobiert, steht plötzlich Finn, ihre erste große Liebe, vor ihr und behauptet, dass dieses Kleid ein Familienerbstück von ihm sei. Mit einem Schlag kehrt das Gefühlschaos von damals wieder. Was will er mit diesem Kleid? Und warum hat er sie vor vielen Jahren ohne ein Wort verlassen? Fragen, die Claras Leben vonn Jetzt auf Gleich völlig durcheinanderwirbeln. (Klappentext)

Vintage-Kleid und Zimtkaffee

Mit der Eröffnung ihres Nähcafés hat sich Clara einen Herzenswunsch erfüllt. Bei Kaffee und Kuchen bietet sie für Interessierte Nähkurse an. Anleitungen für das Nähen von Baby-Schühchen, Upcycling-Ideen, maßgeschneiderte Kleider und vieles, vieles mehr, Clara ist mit Herz und Seele bei der Sache. Aber was so großartig klingt, spielt auf der anderen Seite nicht den erwünschten Erfolg ein. Mit dem paillettenbesetzten Vintage-Kleid vom Flohmarkt erhofft sie sich einen Blickfang, der mehr Kundinnen ins Café lockt und fürs Nähen begeistert. Das Kleid lockt vor allen Dingen ihren Ex-Freund Finn an, der sie vor fünf Jahren sang- und klanglos verlassen hat. Durch einen kuriosen Zufall und geradezu schicksalshafte Zusammenhänge ist seine Familie mit dem Kleid verbunden. Und fordert es zurück.

“Die Glücksschneiderin” erzählt die zauberhafte Liebesgeschichte zwischen Clara und Finn. Während sie gemeinsam Nachforschungen über die geheimnisvolle Vergangenheit des Kleides anstellen, kommen die Gefühle von damals wieder hoch und die Frage, warum Finn Clara überhaupt verlassen hat. Obwohl ihre Geschichte den Großteil der Handlung einnimmt, gibt es zahlreiche Nebencharaktere, die ebenso detailliert ausgearbeitet sind und zu dem sympathischen Gesamtbild rund um das Würzburger Nähcafé beitragen.

Das Buch liest sich durch den souveränen Schreibstil flott durch. Die Charaktere und ihre jeweiligen Probleme fesseln einen auf angenehme Weise an die Seiten, sie sind gut recherchiert und orientieren sich am aktuellen Zeitgeist. Gegen Ende wird das Hick-Hack zwischen Clara und Finn zwar etwas anstrengend, weil sie häufig auf der Stelle treten, aber dank der vielfältigen Nebencharaktere wird über diese Längen hinweggetäuscht und der Roman findet zu einem zufriedenstellenden Ende.

Als Sommerlektüre für den Urlaub oder für Hobby-Näherinnen ist „Die Glücksschneiderin“ auf jeden Fall ein Hauptgewinn.

Ich bedanke mich beim Heyne Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

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ab 16 Jahre Krimi & Thriller Rezensionen Romane

S.L. March: “Schatten der Vergangenheit” (Heart & Hazard Series, Band 2)

S.L. March
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
Softcover: 12,99 €
Kindle: 3,49 €
Furchteinflößend. Lebendig. Ergreifend.

„Bin ich wirklich ein kaltblütiger Killer?“ „Hör auf! Rede dir das nicht ein! Nur die Ranghöchsten der Organisation tragen ein Brandmal.“ „Ich bin dieser Einheit nie beigetreten. Warum trage ich es dann?“

Kalifornien. Die Feinde wollen ihn. Um nicht in die Hände einer Terrororganisation zu geraten, vertraut FBI-Agent Sebastian Schmidts der Serienmörderin Nadine Shark. Eine mysteriöse Frau, zu der er sich heimlich hingezogen fühlt, aber unnahbar scheint. Im Zwiespalt zwischen beruflicher Verpflichtung und aufwühlenden Gefühlen stößt sie ihm Erinnerungen über seine Vergangenheit vor den Kopf. Tief in ihm verborgen schlummern Geheimnisse. So wertvoll, dass die Feinde zu töten bereit sind, um sie zu erhalten. Das Problem nur, Sebastian kann sich an nichts erinnern. (Klappentext)

Nervenkitzel pur

Ich habe das Buch an einem einzigen Nachmittag auf dem Sofa durchgesuchtet. Es ist sowas von spannend und actiongeladen, dass man während des Lesens keine Verschnaufpause hat. Erst als es zu Ende war, habe ich gefühlt wieder Atem geholt.

Der zweite Band der Heart & Hazard Reihe dreht sich um Sebastian und seine frühere Partnerin Nadine, die man bereits im ersten Band ein bisschen kennenlernen durfte. Die beiden verbindet eine düstere Vergangenheit, in der es um die Machenschaften der  geheimnisvollen Organisation Blizzard geht. Auch in Band zwei zieht Blizzard die Fäden im Hintergrund, mit grausamen Experimenten und Intrigen. Aus all dem entwickelt sich eine fesselnde Handlung, in der sämtliche Elemente vertreten sind, die für mich einen großartigen Thriller ausmachen.

S.L. Marchs Schreibstil finde ich nach wie vor unfassbar packend, sogar noch besser als in Band eins. Sie schreibt mit so viel Emotion, die einen mitreißt. Dazu kommt eine komplexe Gesamthandlung, mit der sämtliche Nebenhandlungen irgendwie verbunden sind. Es gibt Rätsel, Action, große Gefühle, Abgründe, einfach alles. Auch die Figuren sind hervorragend und abwechslungsreich ausgearbeitet. Super spannendes Lesevergnügen! Also auf zu Band 3!

Mehr über die Autorin S.L. March erfahrt ihr auf ihrer Internetseite. Schaut unbedingt bei ihr vorbei!

Und mehr über die Heart & Hazard Series findet ihr hier! (Werbung wegen Verlinkung)

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Frauenromane Rezensionen Romane

Helene Rose: “Kleinstadtglitzern: Einmal Liebe to go”

Helene Rose
BoD
9,99€

Beziehungsstatus: Kleinstadtblues

Jeder kennt jeden in der kleinen Stadt Effelsbach. Hier lebt Mariella seit ihrer Kindheit. Als junge Redakteurin der Lokalzeitung mit einem Faible für alles, was glitzert, fehlt ihr eigentlich nur noch der Traummann zum perfekten Kleinstadtglück. Doch der ist weit und breit nicht in Sicht. Das ändert sich schlagartig, als ein neues Café am Markt eröffnet. Sofort schmiedet Mariella einen Plan, wie sie den gutaussehenden Caféinhaber und Weltenbummler Bastian für sich gewinnen kann. Doch das läuft nicht ganz wie geplant – und Mariellas beschauliche Kleinstadt-Welt gerät ins Wanken … (Klappentext)

Traumprinzensuche in der Kleinstadt

Dieses Buch liest sich am besten zu einem Tässchen heißer Schokolade eingekuschelt auf dem Sofa. Ein richtiger Wohlfühlroman, der einen ins beschauliche Kleinstadtleben von Effelsbach mitnimmt und die Geschichte von Mariella und ihrer Suche nach dem Traumprinzen erzählt.

In der Handlung hätte es für meinen Geschmack etwas mehr Wendungen und Pepp geben können. Insbesondere am Anfang gibt es ein paar Längen. Die ausgeprägte Besorgnis um neue Gummistiefel beispielsweise, die ich zwar absolut teile und sympathisch finde, doch die Geschichte nimmt dadurch nur zögerlich an Fahrt auf. Auch die ausführlichen Schilderungen des Arbeitsalltags hätten gerafft oder zumindest mit mehr Abwechslungen gespickt werden können.

Der Schreibstil von Helene Rose ist auf jeden Fall angenehm; fluffig, jung und unterhaltsam. Sie verfügt über ein ausgeprägtes Gespür für Details, durch die man ganz und gar ins charmante, kleinstädtische Effelsbach eintaucht. Man sieht die Stadt geradezu bildhaft vor sich. Auch die Liebesgeschichte ist süß, nicht unbedingt neu, aber sie wärmt einem das Herz.

Insgesamt ein Roman, der einen aus dem Alltag entführt und ein angenehm wohliges Leseerlebnis erzeugt. Ein sehr großes erzählerisches Potenzial und ich bin gespannt, was Helene Rose noch alles zu Papier bringen wird!

Vielen Dank, liebe Helene, dass du mir deinen zauberhaften Roman zu Rezensionszwecken zugeschickt hast!