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Jasmin Schaudinn: “Simsalapokus, Rina! – Die wilde Buchstaben-Hexerei”

Jasmin Schaudinn (Autorin)
Alina Spiekermann (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Hexe Rina möchte so gern einmal aufs Hexenfest. Doch das geht nur mit dem geheimnisvollen Zauberwort! Also schwingt sie sich mit ihrem besten Freund, Fledermaus Rudi, auf den Besen und fliegt los, um das Rätsel des Zauberwortes zu lösen. Unterwegs lernen sie die ersten Buchstaben – und am Ende feiern Rina und Rudi mit den großen Hexen ein rauschendes Fest. (Klappentext)

Zauberhafte Buchstaben-Magie zum Mitmachen und Staunen

Hexe Rina wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich am großen Hexenfest teilzunehmen und mit den anderen Waldhexen durch die Lüfte zu sausen. Doch der Zutritt zu diesem besonderen Ereignis ist gar nicht so einfach. Um mitfeiern zu dürfen, muss Rina ein geheimnisvolles Zauberwort knacken. Gemeinsam mit ihrem treuen Begleiter, der niedlichen Fledermaus Rudi, schwingt sie sich kurzerhand auf ihren Besen und macht sich im Knisterwald auf die Suche nach den Hinweisen. Unterwegs begegnen die beiden verschiedenen Fabelwesen, die ihnen Rätselaufgaben stellen.

Jasmin Schaudinn verwebt hier eine richtig süße Vorlesegeschichte mit ersten spielerischen Berührungspunkten zur Welt der Buchstaben. Allerdings nimmt das Buch nicht das komplette Alphabet durch, sondern konzentriert sich ganz gezielt auf vier ausgewählte Buchstaben: R, L, S und M. Diese ziehen sich als roter Faden durch Rinas kleines Abenteuer und sind direkt in die Handlung eingebunden.

Optisch ist das Kinderbuch von Alina Spiekermann schlichtweg fantastisch in Szene gesetzt. Die Farben strahlen förmlich von den Seiten und schaffen von der ersten Seite an eine wunderschöne, magische Kulisse. Überall auf den großformatigen Bildern entdecken kleine und große Betrachter liebevolle Details, wie schimmernde Edelsteine, funkelnden Magiestaub, leuchtende Fliegenpilze und verwunschene Waldpflanzen, die die Fantasie sofort anregen.

Richtig cool gelungen ist der interaktive Charakter des Buches. Auf den bunten Doppelseiten finden sich immer wieder Zettel mit der Aufschrift „Für dich:“. Hier wird das mitlesende Kind direkt angesprochen und zum aktiven Mitmachen eingeladen. Die Aufgaben sind wunderbar kreativ und abwechslungsreich. Mal geht es darum, Laute wie das wilde Schnurren beim Buchstaben R nachzuahmen, mal werden die Kleinen angeregt, Buchstaben selbst mit den Händen zu legen, zum Beispiel aus Stöckchen, Löffeln, Salzstangen oder Bausteinen und mal gibt es etwas kniffligere Worträtsel.

Durch dieses gelungene Zusammenspiel aus aktivem Mitmachen und einer magischen Geschichte prägen sich die ersten Laute fast wie von selbst ein. Ein rundum gelungenes, farbenfrohes Bilderbuch für Kinder ab 5 Jahren, das ganz ohne schulischen Druck und mit viel Magie die Neugier auf das spätere Lesenlernen weckt. Ganz toll für die Vorschule.

Ein magisches Dankeschön an den Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

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Fantasy Feen Feen Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Farnanda Vergissmein: “Die Schule der außergewöhnlichen Feen”

Piper CJ (Autor)
Farnanda Vergissmein (Autor)
Coppenrath Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
288 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Entschuldigung. Bist du ein Mensch?
Bist du dir sicher?

Tief verborgen hinter dem Verlorenen Wald liegt eine Schule für jene, die nirgends sonst hingehören, halb Mensch und halb … etwas anderes!
Elvas Gabe ist faszinierend und beängstigend zugleich: Sie kann sehen, wie Menschen sterben werden. Das macht sie in der Menschenwelt zur Außenseiterin, doch an Fernandas Schule fühlt sie sich zum ersten Mal zu Hause. Aber das Internat steckt voller Mysterien und hinter den Mauern schwelt ein alter Konflikt. Als ein Mitschüler plötzlich verschwindet, muss Elva eine Entscheidung treffen.
Um ihn zu retten, muss sie sich ihrer größten Angst stellen: ihrer eigenen Magie.

(Klappentext)

Über das Anderssein, Freundschaft und Mut

Der Einstieg in diesen Reihenauftakt ist für ein Kinderbuch überraschend düster und bedrückend. Wir lernen die 12-jährige Protagonistin Elva kennen, die in sich zurückgezogen wirkt und sogar in eine Klinik transportiert werden soll. Ihre vermeintliche „Gabe“ ist nämlich eher ein Fluch. Bei Berührung sieht sie den Tod von Menschen voraus. Da niemand in der Menschenwelt – nicht einmal ihre eigene Mutter – damit umgehen kann, verarbeitet Elva diese Visionen in düsteren Bildern und gilt als absolute Außenseiterin. Dieser ernste, melancholische Ton sorgt von Beginn an für eine sehr dichte, greifbare Atmosphäre.

Die Wendung kommt, als die Fee Farnanda, die das Buch in Prolog und Epilog auch als Erzählerin einrahmt, Elva ins magische Nimmerreich holt. An der Schule der außergewöhnlichen Feen ist sie plötzlich unter Gleichgesinnten, denn hier werden Halbfeen unterschiedlichster Art (von Dschinns über Vampire bis hin zu Banshees) unterrichtet. Besonders spannend ist Elvas unnahbare Zimmernachbarin Trym, eine Banshee, die im Gegensatz zu Elva nicht das Wie, sondern das Wann eines Todes sieht. Die beiden ergänzen sich perfekt, auch wenn die Wohngemeinschaft aufgrund von Tryms gefährlichem Todesschrei nicht ganz ohne Risiko ist.

Als Elvas erster echter Freund, der Dschinn Essie, plötzlich spurlos verschwindet und die Lehrer sich merkwürdig passiv verhalten, begibt sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf Rettungsmission in den Verlorenen Wald.

Das Buch ist eine tolle Mutmach-Geschichte für alle Kinder, die irgendwie von der “Norm” abweichen oder sich unverstanden fühlen. Die Themen Akzeptanz, Toleranz, Mut und die Kraft der Freundschaft stehen absolut im Fokus. Außerdem ist das Buch wunderschön gestaltet. Nicht nur das Cover, auch im Inneren kann man mit den Illustrationen von Matt Rockefeller wunderbar in die Geschichte eintauchen.

Obwohl das Worldbuilding und die Vielfalt der Wesen sehr viel Potenzial bieten, bleibt die Umsetzung stellenweise etwas spärlich. Manche Orte und Handlungsstränge im Verlorenen Wald werden zu schnell abgehandelt, um ihre volle atmosphärische Wirkung zu entfalten. Auch Elvas Charakterentwicklung ab der Mitte der Geschichte wirkt nach dem schüchternen Start fast ein wenig zu rasant. Zudem trüben leider einige auffällige Tipp- und Grammatikfehler im Text das ansonsten sehr schöne Leseerlebnis.

Ein fantasievoller und spannender Reihenauftakt, der am Ende mit Absicht viele Fragen offen und die Leser mit einem Cliffhanger zurücklässt. Da im Original bereits vier Bände existieren, bleibt zu hoffen, dass die Folgebände (Band 2 ist für Februar 2027 geplant) das volle Potenzial der Welt noch tiefer ausschöpfen. Für Fans von magischen Schulen ab 10 Jahren durchaus eine Leseempfehlung. Ich persönlich hätte mir dennoch gewünscht, dass Band 1 eine in sich geschlossenere Geschichte ist, statt einen mit einem Berg von Fragezeichen zurückzulassen.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks für das Leseexemplar!

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher 0-3 Jahre Pappbilderbücher Rezensionen Vorlesebücher

Naomi Tipping: “Bring alle Katzen ins Bett”

Naomi Tipping (Autorin/ Illustratorin)
Oetinger Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren
12 Seiten

Wenn kleine Kätzchen schlafen gehen

Miau, wer ist denn da schon müde? In diesem interaktiven Pappbilderbuch warten 5 große, stabile Papp-Spielfiguren darauf, ins Bett gebracht zu werden. Welche Mieze gehört in welches Bett? Und was machen die Samtpfoten, um einzuschlummern? Noch schnell ins Bad, oder die Spielzeuge aufräumen? (Klappentext)

Wenn kleine Katzen schlafen gehen

Das abendliche Zubettgehen ist in vielen Familien ein ganz besonderer, manchmal aber auch unruhiger Moment. Ein Buch, das diesen Übergang spielerisch begleitet und die Kinder aktiv einbindet, kommt da oft wie gerufen. Mit Bring alle Katzen ins Bett! hat Naomi Tipping ein interaktives Pappbilderbuch geschaffen, das die klassische Gute-Nacht-Geschichte mit einem Spielkonzept verbindet.

Im Buch warten fünf Kätzchen darauf, nach ihren jeweiligen Abendritualen schlafen gelegt zu werden. Das Besondere daran sind die fünf robusten Pappfiguren. Auf der Vorderseite sind die kleinen Samtpfoten noch hellwach, dreht man sie jedoch um, tragen sie bereits ihren Pyjama und haben die Augen geschlossen. Die Aufgabe der Kinder ist es nun, das jeweilige Kätzchen in das passende Bettchen im Buch zu schieben, das wie eine kleine Tasche gestaltet ist.

Dieses scheinbar einfache Steckspiel ist für Zweijährige eine hervorragende Übung für die Entwicklung. Das gezielte Greifen der Figuren, das Wenden und das feinfühlige Einführen in die Schlitze erfordern Konzentration und trainieren die Hand-Auge-Koordination sowie die Feinmotorik auf ganz spielerische Weise. Gleichzeitig regt das Buch das logische Kombinieren an. Auf den Seiten verstecken sich kleine visuelle Hinweise, welche Katze in welches Bett gehört, wie etwa ein passendes Muster auf der Bettdecke.

Die kurzen Reime begleiten die typischen Schritte vor dem Einschlafen wie das Waschen, Essen oder das Vorlesen. Kinder erkennen ihre eigenen Abläufe wieder und können durch das aktive Schlafenlegen der Figuren selbst einmal die Großen sein, die jemanden ins Bett bringen. Es ist ein süßes Mitmachbuch, das Spielspaß und Einschlafbegleitung harmonisch vereint und eine wunderbare Bereicherung für das abendliche Ritual darstellt.

Auch erhältlich:

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Bilderbücher Halloween Herbst Kinderbücher Kinderbücher ab 3 Jahre Rezensionen

Andreas König: “Hase Hibiskus und die Herbstsause”

Andreas König (Autor)
Günther Jakobs (Illustrator)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 3 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 14,99€

Der Herbst ist da!

Hase Hibiskus und seine Freunde freuen sich auf die große Herbstsause. Denn da gibt es einen Laternenumzug, ein Lagerfeuer und das beste Essen! Doch bis zum Fest gibt es noch viele kleine Abenteuer zu bestehen. Ob verlorene Mausharmonika, ein umgestürzter Baum oder ein Freund in Not: Gemeinsam meistern sie jede Herausforderung mit Herz, Humor und Musik. (Klappentext)

Hase Hibiskus feiert den Herbst

Wenn die Tage kürzer werden, die Blätter sich bunt färben und wir es uns drinnen gemütlich machen, schlägt die große Stunde der Herbstbücher! Mit Hase Hibiskus und die Herbstsause ist dem Erfolgsduo ein absolut herzerwärmendes Bilderbuch gelungen, das ab der ersten Seite pure Vorfreude auf Drachensteigen, gebackene Waffeln und gemütliche Nachmittage weckt.

Im Mittelpunkt steht die Dorfgemeinschaft von Waldhausen, die sich mitten in den Vorbereitungen für die große Herbstsause befindet. Es soll das Fest der Feste werden, inklusive Laternenumzug, gemütlichem Lagerfeuer, Basteln und leckeren Köstlichkeiten. Hase Hibiskus, Tom Bär und Maxi Maus haben sich für diesen Tag einiges vorgenommen und wollen fleißig anpacken. Doch ihre Vorbereitungen kommen ständig ins Stocken. Immer wieder kommt den dreien etwas dazwischen. Ein umgestürzter Baum versperrt den Weg und überall wird eine helfende Pfote gebraucht. Ohne lange zu zögern, lassen die drei Freunde ihre eigenen Aufgaben links liegen, um den anderen Waldbewohnern unter die Arme zu greifen. Die Freunde helfen einfach, weil es sich in dem Moment richtig anfühlt. Dass sie darüber ihre eigenen Aufgaben völlig vergessen, macht sie unglaublich sympathisch.

Diese Hilfsbereitschaft zieht sich als roter Faden durch das ganze Buch, wird aber auf eine sehr unbeschwerte Weise erzählt. Die Tiere helfen sich einfach gegenseitig, weil sie Freunde und Nachbarn sind. Dass sie dabei ihre eigene To-do-Liste komplett vergessen und die Zeit bis zur großen Party immer knapper wird, sorgt für eine kindgerechte Spannung. Kinder können gut mitfiebern, ob die Freunde es am Ende trotz all der Unterbrechungen noch rechtzeitig zur Herbstsause schaffen. Am Ende zeigt sich auf sehr süße Art und Weise, dass sich die Vorbereitungen durch die vielen kleinen Umwege und das gemeinsame Anpacken eigentlich schon selbst erfüllt haben.

Die Geschichte lässt sich wunderbar flüssig vorlesen. Andreas König nutzt kurze, einprägsame Sätze, die für Kinder ab drei Jahren leicht zu verstehen sind. Der Humor entsteht vor allem durch die lebendigen Dialoge und die lustigen Situationen, in die die Tiere geraten. So macht das Vorlesen auch uns Erwachsenen Spaß.

Die warmen Zeichnungen von Günther Jakobs passen perfekt zu dieser gemütlichen Stimmung. Seine herbstlichen Landschaften leuchten in warmen Tönen, und die Tiere sind mit ihren Mützen und Schals liebevoll auf die Jahreszeit eingestimmt.

Am Ende des Buches möchte man am liebsten selbst eine Herbstsause feiern und freut sich auf Kastaniensammeln, Laternenbasteln und Waffelnbacken. Es ist eine rundum gemütliche Geschichte, die zeigt, wie schön der Herbst sein kann.

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Erstleser Geschenkbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 6 Jahre Kinderbücher ab 7 Jahren Rezensionen

Wolfram Hänel: “Die geheimnisvollen Zauber-Roller”

Wolfram Hänel (Autor)
Nadine Y. Resch (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 6 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00 €

Das Geheimnis in der Garage

Rio und Alma lieben es, mit ihren Rollern durch die Stadt zu düsen. Eines Tages finden sie bei einem alten, unbewohnten Haus zwei völlig verstaubte Roller. Sie sehen komisch aus und fahren schlecht – doch auf einmal sieht um Rio und Alma herum alles ganz anders aus als vorher! Und dann erleben die Freunde mit den Zauber-Rollern ein ganz unglaubliches Abenteuer … (Klappentext)

Ein rasantes Zeitreiseabenteuer für den perfekten Start ins selbstständige Lesen

Der Übergang vom gemeinsamen Vorlesen zum ersten eigenen Buch ist für Schulanfänger ein riesiger Meilenstein. Dieses Erstlesebuch verbindet eine originelle Idee mit kindgerechter Action und einer feinen Prise Magie und eignet sich daher prima als Geschenk für die Schultüte.

Die Geschichte dreht sich um die beiden Freunde Rio und Alma, die für ihr Leben gern mit ihren Rollern durch die Stadt düsen. Bei einem alten, unbewohnten Haus entdecken sie zwei völlig verstaubte, seltsam aussehende Modelle. Schnell stellt sich heraus, dass diese Fundstücke ein unglaubliches Geheimnis bergen: Es sind echte Zauber-Roller! Fährt man mit ihnen vorwärts, reist man in die Zukunft. Stößt man sich rückwärts ab, geht es geradewegs ab in die Vergangenheit. Plötzlich sieht die Umgebung völlig verändert aus und für die beiden Kinder beginnt ein rasantes Abenteuer durch die Zeit.

Der Autor versteht es sehr gut, eine spannende, fantasievolle Handlung zu konstruieren, ohne junge Leser:innen ab 6 Jahren sprachlich oder mit einer zu komplexen Handlung zu überfordern. Das Buch ist in der 2. Lesestufe von Penguin JUNIOR erschienen und exakt auf die Bedürfnisse von Leseanfängern abgestimmt. Die große, gut erfassbare Erstleseschrift schont die Augen, während die kurzen, einfachen Hauptsätze und die Gliederung in überschaubare Sinnschritte schnelle Erfolgserlebnisse garantieren. Ein besonderes Highlight für den Leselernprozess ist die gezielte Einfärbung der einzelnen Silben, was das Erfassen der Wörter optisch enorm erleichtert.

Die Unterteilung in mehrere Kapitel ermöglicht Lesepausen, während die Verständnisfragen und das Lesequiz am Ende spielerisch überprüfen, ob das Gelesene auch verstanden wurde. So wird das Textverständnis ganz nebenbei gefördert.

Die geheimnisvollen Zauber-Roller ist eine absolut empfehlenswerte, klug durchdachte Geschichte für den Schulstart. Ein fantasievolles und rundum stimmiges Buch, das von mir die volle Punktzahl erhält.

Ein riesengroßes Dankeschön an Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Feen Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen

Emma Flint: “Die gute Fee mit der schlechten Laune – Der Wunschperlenauftrag”

Emma Flint (Autorin)
Pernille Ørum (Illustratorin)
Arena Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
152 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00 €

Brave Feen waren gestern – jetzt kommt Molli!

Gute Feen essen Zuckerwatte zum Frühstück, streuen Glitzer und verbreiten mit ihrem ansteckenden Glockenlachen Freude auf der ganzen Welt. Klingt toll, oder? Nicht für Fee Molli. Immer nur Süßigkeiten? Langweilig! Sich an ALLE Feenregeln halten? Schnarchlangweilig! Und von Langeweile bekommt Molli schlechte Laune. Dagegen hilft nur ein kleines Abenteuer. Doch als sie bei ihrem ersten Auftrag in der Menschenwelt dem Geburtstagskind Fabio zu neuen Freunden verhelfen will, gerät sie von einem Schlamassel ins nächste – und ihr Begleiter, der Pudel Pepito, in große Gefahr! (Klappentext)

Ein erfrischend anderes Feen-Abenteuer

Vergesst alles, was ihr jemals über gute Feen gehört habt. Das mit dem permanenten Glitzer-Verstreuen, dem zuckersüßen Dauerlächeln und der Zuckerwatte zum Frühstück hat sich erledigt. Zumindest, wenn es nach Fee Molli geht. Emma Flint räumt in ihrem neuen Reihenauftakt herrlich erfrischend mit den Klischees über Feen auf und schickt eine Heldin ins Rennen, die so herrlich unangepasst ist, dass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss.

Molli geht zwar brav auf die Feenschule, aber die vielen Feenregeln findet sie langweilig. Und wenn ihr langweilig wird, bekommt sie schlechte Laune. Während die anderen Feenschülerinnen feenkonforme Dinge tun, liest Molli heimlich verbotene Abenteuerbücher aus dem Menschenreich, zaubert in Wandlungskunde versehentlich einen echten Drachen herbei und träumt von einer deftigen Zwiebelsuppe statt dem ewigen Süßkram. Ihr Lachen klingt folgerichtig auch nicht wie ein helles Glöckchen, sondern wie eine rostige Fahrradklingel. Als sie wegen ihrer Fehltritte schon bangen muss, überhaupt zum Ausflug in die Menschenwelt zugelassen zu werden, wendet sich das Blatt. Sie bekommt doch noch ihren ersten echten Auftrag! Sie soll dem Jungen Fabio seinen sehnlichsten Geburtstagswunsch erfüllen. Allerdings nicht ohne Aufpasser. Ihr wird der Wandelwicht Pepito an die Seite gestellt, der am liebsten die Gestalt eines extrem eingebildeten, ständig nörgelnden Königspudels annimmt. Dass diese explosive Mischung aus einer motzigen Fee und einem arroganten Luxus-Hund geradewegs in ein riesiges, chaotisches Schlamassel führt, versteht sich von selbst.

Diese Geschichte wird so herrlich allein durch Mollis Charakter. Sie hinterfragt die starren Regeln ihrer Welt, eckt an, bleibt sich selbst aber absolut treu. Sie ist tollpatschig, kreativ bei der Problemlösung und beweist, dass man eben nicht perfekt gelaunt sein muss, um Gutes zu tun. Nach einem etwas ruhigeren Einstieg entwickelt sich der Humor der Handlung so richtig, als das ungleiche Duo in der Menschenwelt landet. Die Dynamik und die hitzigen Dialoge zwischen Molli und dem pudeligen Pepito sind absolut großartig und sorgen für ganz viel Spaß beim Lesen. Zum Finale hin zieht die Spannung noch einmal ordentlich an, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag.

Ein echtes Meisterwerk ist hier ganz klar in Sachen Buchgestaltung gelungen. Das Buch ist ein absoluter Augenschmaus! Schon das Cover glänzt mit schillernden Effekten und der farbige Buchschnitt der ersten Auflage lässt die Herzen im Buchladen höher schlagen. Die Illustrationen von Pernille Ørum sind komplett in Schwarz- und Magentatönen gehalten. Sie sind passende Farbtupfer auf den Seiten und lockern den Text perfekt auf.

Die Schrift ist angenehm groß und der lockere Schreibstil lädt regelrecht zum Selberlesen ein. Wichtige Wörter oder Passagen sind durch unterschiedliche Schriftstärken optisch hervorgehoben. Das sorgt nicht nur für Dynamik beim Lesen, sondern gibt gerade ungeübten Kids oder Lesemuffeln, die sich sonst eher schwertun, einen kinderleichten Einstieg.

Ein absolut gelungenes, herrlich unkompliziertes und witziges Fantasy-Abenteuer, das die Freude am Lesen weckt. Molli bringt frischen Wind in die Kinderbuchregale und macht auch Erwachsenen beim Vorlesen richtig viel Spaß.

Und Band 2 gibt es direkt auch schon:

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Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Anne Bodinka: “Olympia Magica – Kommst du ins Team?”

Anne Bodinka (Autorin)
Bente Schlick (Illustrator)
Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Lesealter: ab 10 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €

Nur eine Woche! So viel Zeit hat Linna, um im geheimen Sportinternat Olympia Magica ihr magisches Talent zu beweisen. Die begeisterte Schwimmerin stürzt sich sofort ins Training. Doch es ist hart, sich bei der großen Konkurrenz zu behaupten, und zwei von Linnas Mitschülern scheinen mit unfairen Mitteln zu kämpfen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot kommt Linna einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur. Kann sie die Wahrheit aufdecken, ohne ihren Platz im Internat zu gefährden? (Klappentext)

Magische Sportarten

Die Idee, Sport und Magie in einem Internat zu verbinden, ist für ein Kinderbuch erfrischend unverbraucht. In Olympia Magica geht es genau an so eine Schule, an der Disziplinen wie Wellenzähmen, Sternenschießen oder Wahrheitstauchen auf dem Stundenplan stehen. Die zwölfjährige Linna ist eigentlich eine ganz normale, begeisterte Schwimmerin, landet aber durch Zufall an diesem geheimen Ort und darf eine Probewoche lang testen, ob in ihr vielleicht doch ein magisches Talent schlummert. Dass sie dabei mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot zwei unfairen Mitschülern auf die Schliche kommt, bringt die nötige Spannung in die Geschichte.

Linna ist eine sympathische Figur, deren absolute Begeisterung für das Wasser man beim Lesen sofort merkt. Man spürt auch deutlich den sportwissenschaftlichen Hintergrund der Autorin, denn die Mischung aus Ehrgeiz, dem harten Kampf gegen den eigenen Schweinehund und dem Frust nach einer Niederlage ist richtig authentisch beschrieben. Magie wird hier nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt, sondern ist an körperliche Anstrengung und Willenskraft gekoppelt. Ich finde, das bringt frischen Wind in das typische Fantasy-Genre. Das Buch liest sich angenehm flüssig und vermittelt Werte wie Fairness und echten Teamgeist.

Allerdings macht es einem der Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht. Der Konflikt zu Hause mit der scheinbar überstrengen Stiefmutter eskaliert so schnell, dass man kaum Zeit hat, Linna überhaupt erst einmal in ihrer normalen Welt kennenzulernen. Dass das junge Mädchen dann direkt aus dem fahrenden Auto flüchtet, nur damit die Handlung ganz schnell den magischen Schalter umlegen kann, ist doch ein bisschen heftig und wirkt arg konstruiert. Da hätte ein bisschen mehr erzählerische Ruhe im Vorfeld gutgetan. Sobald Linna im Internat ankommt, läuft die Geschichte dann sehr geradlinig und für erfahrene Leser:innen ein bisschen vorhersehbar ab. Warum die beiden Fieslinge Jupiter und Neptun der Neuen das Leben so schwer machen, bleibt motivationstechnisch ziemlich blass. Auch über eine Trainingsstrafe für Linna schüttelt man als Leser:in kurz den Kopf, weil sich die Erwachsenen dort nicht sonderlich logisch verhalten. Das Buch ist eventuell ein bisschen zu kurz geraten, um der eigentlich genialen Welt und den Nebenfiguren den Platz zu geben, den sie verdient hätten.

Unterm Strich ist es aber ein unterhaltsamer, fantasievoller Reihenauftakt, der Sport und Zauberei knackig miteinander verknüpft. Wer Lust auf eine magische Wasserwelt hat, wird sich hier gut unterhalten fühlen. Außerdem schaue ich durchaus schon neugierig in Richtung des zweiten Bandes, der im Herbst 2026 erscheinen soll.

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Anne Bodinka für das Rezensionsexemplar und den lieben Austausch dazu!

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ab 12 Jahre Fantasy Fantasy Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 12 Jahre Rezensionen

Amelia Mellor: “Magic Bookshop – Im Bann des dunklen Magiers”

Amelia Mellor (Autorin)
Katrin Weingran (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 11 Jahre
352 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Magie tut nicht immer das, was sie sollte. Magie ist unberechenbar.

Pearl and Vally Cole leben in der größten Buchhandlung der Welt, einem ganz besonderen Ort voller Bücher, exotischer Tiere und Pflanzen und zahlloser Überraschungen, die ihr Vater mithilfe von Fantasie und Magie erschaffen hat. Bis plötzlich nichts mehr ist, wie es vorher war: Pa Cole hat sich auf einen gefährlichen Handel mit einem geheimnisvollen dunklen Magier eingelassen. Um ihn und die Buch-Arkade zu retten, müssen sich die Geschwister nun einem atemlosen Wettkampf gegen die Zeit stellen. Werden sie es schaffen, die sieben Aufgaben des Magiers zu lösen, um ihre Familie und alles, was ihnen wichtig ist, vor dem Verschwinden zu bewahren? (Klappentext)

Tiefgründig und düster

Wenn ein Buch in der größten Buchhandlung der Welt spielt, greife ich natürlich automatisch danach. In Amelia Mellors Roman landen wir nämlich in den riesigen Buch-Arkaden der Familie Cole. Doch über dem Paradies voller Bücher und exotischer Pflanzen liegt ein dunkler Schatten. Seit dem Tod der Schwester Ruby liegt eine traurige Stimmung über der Familie und die Geschwister leben ziemlich aneinander vorbei. Aus reiner Verzweiflung lässt sich der Vater auf einen gefährlichen Deal mit einem unheimlichen dunklen Magier – einem sogenannten Obskuristen – ein. Um ihren Vater und die Buchhandlung zu retten, müssen die zehnjährige Pearl und ihr Bruder Vally sieben knifflige Aufgaben des Magiers lösen. Ein ziemlich rasanter Wettlauf gegen die Zeit quer durch die verschiedenen Abteilungen beginnt.

Man braucht für diese Geschichte anfangs etwas Geduld. Selbst mir als erwachsener Vielleserin fiel der Einstieg schwer, weil die Welt und ihre magischen Regeln, die viel mit Vorstellungskraft zu tun haben, anfangs schwer greifbar sind. Die Autorin nimmt sich Zeit, um die große Familie Cole vorzustellen. Es dauert einfach lange, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Auch die vielen Figuren muss man erst einmal sortieren und im Kopf behalten. Die Rätseljagd durch den Spielzeugladen oder die Süßwarenabteilung ist originell und wird trotz des einen Schauplatzes überhaupt nicht langweilig.

Die Altersempfehlung ab 11 Jahren finde ich etwas niedrig. Das Buch ist stellenweise richtig düster und unheimlich. Der Tod der Schwester, die Auftritte des Obskuristen und Momente, in denen den Kindern die Verwandlung in leblose Puppen droht, sorgen für echte Gänsehaut. Neben dem Gruselfaktor bringt das Buch durch Themen wie Trauer und Verlust eine emotionale Schwere mit, die für manche Elfjährige vielleicht noch zu viel ist. Im Kern der Handlung steht eigentlich gar nicht der Magier als Endgegner, sondern die Tatsache, dass sich die Familie innerlich schon fast verloren hatte. Es ist richtig gut beschrieben, wie die Geschwister durch die Prüfungen gezwungen sind, als Team zusammenzuarbeiten, und dadurch endlich wieder zueinanderfinden. Richtig cool ist übrigens der historische Hintergrund am Ende: Die Coles und ihre Buch-Arkaden im Melbourne des späten 19. Jahrhunderts gab es wirklich. Eine tolle Idee, diese reale Vergangenheit in so ein Fantasy-Abenteuer zu verpacken.

Trotz des zähen Starts ist Magic Bookshop ein tiefgründiges und atmosphärisch starkes Buch. Es fordert junge Leser:innen heraus, zeigt aber auch, was Familienzusammenhalt bedeutet.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Karsten Teich: “Es fährt ein Bus durchs ABC”

Karsten Teich (Autor/ Illustrator)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Eine bunte Truppe voll fantastischer Figuren fährt gemeinsam durchs Buchstabenland: Ein Bär mit Bus-Billett und ein Barsch mit Bügelbrett, eine Elefantengruppe mit ‘nem Eimer Erbsensuppe, eine schicke Cowboy-Clique, dünne Dackel und auch dicke…
Wo die Reise wohl hingeht?

(Klappentext)

Eine ziemlich schräge Reise durchs Alphabet

Ein Busfahrer fährt quer durchs Buchstabenland und sammelt unterwegs die unterschiedlichsten Fahrgäste ein. Den Anfang macht ein Alligator mit Antenne, später steigen unter anderem ein Bär mit Bus-Billett, ein Barsch mit Bügelbrett, eine Cowboy-Clique, Dackel und eine ganze Elefantengruppe mit Erbsensuppe zu. Gemeinsam geht es über abenteuerliche Straßen, durch Tunnel und vorbei an allerlei Hindernissen bis zu einem ganz besonderen Ziel.

ABC-Bücher gehören zu den Klassikern im Bilderbuchregal. Viele setzen dabei auf möglichst klare Zuordnungen und vertraute Begriffe, damit Kinder die Buchstaben nach und nach kennenlernen können. Es fährt ein Bus durchs ABC schlägt dagegen einen deutlich verspielteren Weg ein.

Die gereimten Texte haben mir beim Vorlesen gut gefallen. Sie lesen sich flüssig und haben einen angenehmen Rhythmus, auch wenn der bereimte Inhalt ziemlich absurd ist. Besonders auffällig sind die Illustrationen von Karsten Teich. Auf den Doppelseiten gibt es unglaublich viel zu entdecken. Neben den Figuren und Gegenständen aus dem Text verstecken sich zahlreiche weitere Dinge, die ebenfalls mit dem jeweiligen Buchstaben beginnen. Dadurch laden die Bilder zum gemeinsamen Suchen und Entdecken ein. Gleichzeitig entstehen aber keine stimmigen Alltagsszenen, sondern eher wimmelige, teilweise ziemlich absurde Bildwelten.

Genau das dürfte auch darüber entscheiden, ob dieses Buch begeistert oder eher weniger anspricht. Die fantasievollen Einfälle und die vielen kleinen Details machen großen Spaß. Manche Illustrationen empfand ich allerdings auch als etwas zu schräg. Einige Figuren und Szenen haben auf mich auch eine echt gruselige Wirkung gehabt.

Auch die Wortauswahl ist stellenweise anspruchsvoll. Begriffe wie Auerhahn, Bus-Billett, Chicorée oder Sympathie erweitern zwar ganz nebenbei den Wortschatz, gehören aber vermutlich nicht zu den ersten Wörtern, die Vorschulkinder mit dem jeweiligen Buchstaben verbinden würden.

Insgesamt ist dies ein originelles Bilderbuch, das sich deutlich von vielen anderen ABC-Büchern abhebt. Die Reime, die detailreichen Illustrationen und die ungewöhnlichen Ideen bleiben im Gedächtnis. Gleichzeitig ist es sicherlich kein Buch für jedes Kind und nicht unbedingt die erste Wahl, wenn Buchstaben möglichst strukturiert eingeführt werden sollen. Wer jedoch Lust auf eine fantasievolle, leicht schräge und sprachverliebte Busfahrt hat, findet hier eine ungewöhnliche Reise durchs Alphabet.

Ein liebes Dankeschön an den Tulipan Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Katharina E. Volk: ” Eine kleine Katze für Anton”

Katharina E. Volk (Autorin)
Sarah Garbers (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 8,99€

Lesen lernen wie im Flug!

Anton und seine Eltern ziehen in eine neue Stadt. Alles ist anders, Anton ist traurig. Eines Tages findet er ein Kätzchen im Garten. Jetzt ist er nicht mehr allein! Dummerweise hat Antons Papa diese blöde Katzenhaarallergie. Zum Glück stellt sich heraus, dass die Familie, der die Katze gehört, gleich um die Ecke wohnt. So hat Anton nicht nur eine kleine Katze, sondern auch neue Freunde gefunden! (Klappentext)

Schritt für Schritt zum ersten Leseerfolg

Anton zieht mit seinen Eltern in eine völlig fremde Stadt, kennt dort noch keine Menschenseele und vermisst verständlicherweise sein altes Zuhause. Die anfängliche Traurigkeit verfliegt jedoch schlagartig, als er im Garten ein zuckersüßes Kätzchen entdeckt. Endlich ein kleiner Trostspender! Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken, denn Antons Papa leidet unter einer extrem lästigen Katzenhaarallergie. Das Haustier auf Dauer zu behalten, fällt damit flach. Glücklicherweise entpuppt sich der vermeintliche tierische Ausreißer als der Schlüssel zur Rettung gegen die Einsamkeit. Die Familie, die das Kätzchen schmerzlich vermisst, wohnt nämlich direkt um die Ecke. Am Ende verliert Anton zwar den flauschigen Dauergast, gewinnt dafür aber eine tolle Anlaufstelle zum Katzenstreicheln und – was noch viel wichtiger ist – neue Freunde in der Nachbarschaft.

Katharina E. Volk greift hier genau das auf, was wohl fast jedes Kind absolut nachvollziehen kann: den großen Wunsch nach einem eigenen Haustier. Es ist eine bodenständige Erzählung aus dem echten Leben, die sich durch die vier kurzen Kapitel prima einteilen lässt. Weil die Hauptwörter im Text konsequent durch kleine Bilder ersetzt wurden, können schon Vorschulkinder ab fünf Jahren beim gemeinsamen Lesen aktiv mitmachen, selbst wenn sie noch gar keine Buchstaben kennen. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Kinder spielerisch einzubinden und erste kleine Erfolgserlebnisse zu sammeln, weil sie die Sätze ganz alleine beenden dürfen.

Das gesamte Konzept ist absolut durchdacht und die Symbole im Text sind durchweg verständlich und altersgerecht gewählt. Sollte bei dem einen oder anderen Bildsymbol doch mal ein kleines Fragezeichen auftauchen, haben die Macher perfekt mitgedacht: Am Ende des Buches gibt es eine praktische, ausklappbare Wörterliste. So lässt sich jedes Bild im Handumdrehen nachschlagen, was den Lesefluss kaum stört und ganz nebenbei eine schöne Gelegenheit bietet, den eigenen Wortschatz spielerisch zu erweitern.

Die Illustrationen von Sarah Garbers bedienen mit dem übergroßen Kopf des Kätzchens perfekt das Kindchenschema und lösen sofort den ultimativen Knuddel-Impuls aus. Die anschließenden Rätsel runden das Paket wunderbar ab, weil Eltern so ganz nebenbei prüfen können, ob beim Mitlesen auch wirklich etwas vom Inhalt hängengeblieben ist.

Insgesamt ist dieses Buch eine rundum gelungene Kombination aus einfühlsamer Erzählung und interaktiver Leseförderung. Es nimmt die Ängste vor Veränderungen ernst und zeigt den Kindern auf Augenhöhe, dass aus einer vermeintlichen Enttäuschung etwas richtig Tolles entstehen kann. Ein absolut hochwertiges Wohlfühlbuch für den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Ravensburger Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!