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Vivien Verley: “Thea Magica – Das Geheimnis von Port Mint” (Thea Magica, Band 1)

Vivien Verley (Autorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
288 Seiten
Gebundenes Buch: 14,99 €

Willkommen in der Welt der Teemagie!

Umzug nach Port Mint? Ein Albtraum! Gedankenlesen als magische Kraft? Die Vollkatastrophe! Robins Leben wird von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt. Sie soll nicht nur fortan in einem Kaff an der Küste leben. Viel schlimmer noch: In ihr schlummert eine Kraft, von der niemand wissen darf. Zu dumm, dass ihr größter Feind sie sofort durchschaut und es genau auf diese Kraft abgesehen hat. Robin und ihre neuen Freunde müssen alles daransetzen, schneller als Quinton Chest zu sein… (Klappentext)

Steckt voller Tee und Geheimnisse

Ich liebe Buchideen, die etwas Eigenes haben und Thea Magica gehört genau dazu. Magie, die durch Tee entsteht? Das hat mich sofort neugierig gemacht. Vivien Verley hat mit Port Mint eine Welt erschaffen, die nach Salzluft, Kräutern und Abenteuern riecht. Allein die Atmosphäre macht schon Spaß.

Der Einstieg war für mich allerdings ein bisschen zäh. Es dauerte etwas, bis Robin und ihre Freunde mich wirklich in die Handlung hineingezogen hatten. Anfangs plätschert die Geschichte ein wenig vor sich hin, alles wirkt sehr konstruiert. Aber sobald der erste richtige Konflikt aufkommt, nimmt alles spürbar Fahrt auf und dann wollte ich wirklich wissen, wie es weitergeht.

Robin mochte ich sehr. Sie ist klug, mutig und hat ein gutes Herz, aber sie wirkt oft reifer, als man es einer Zwölfjährigen zutrauen würde. Wenn sie Einbrüche plant, Hinweise analysiert oder in alten Villen herumschleicht, denkt und handelt sie fast wie eine Erwachsene. Das ist beeindruckend, aber es nimmt der Geschichte auch ein bisschen die kindliche Leichtigkeit, die man bei einem Buch für Zehnjährige erwarten würde.

Cornelius dagegen fand ich schwierig. Sein Misstrauen gegenüber Robin zieht sich fast durch das ganze Buch, ohne dass ich wirklich verstanden hätte, warum. Sie gibt ihm keinen Grund und trotzdem bleibt er reserviert. Das hat mich beim Lesen manchmal genervt, weil ich mir gewünscht hätte, dass sich ihre Freundschaft natürlicher entwickelt.

Trotzdem hat mir das Zusammenspiel der drei gefallen. Mailin bringt Energie und Witz ein, Robin ist der ruhige Mittelpunkt und Cornelius sorgt immerhin dafür, dass Spannung bleibt. Vor allem die Szenen, in denen sie zusammenarbeiten, zeigen, wie viel Herz in der Geschichte steckt.

Die Idee mit der Teemagie ist wirklich stark. Da hätte ich mir sogar noch mehr Tiefe gewünscht. Welche Sorten gibt es? Wie genau funktioniert das eigentlich? Oft werden solche Dinge nur kurz angerissen, wo ich gerne länger verweilt hätte. Vielleicht kommt das ja im zweiten Band noch stärker zur Geltung.

Zum Ende hin wird es richtig spannend. Der Ton kippt von gemütlich-magisch zu abenteuerlich und ich war überrascht, wie rasant die letzten Kapitel durchgelesen waren.

Was am Ende bleibt, ist ein schönes Gefühl von Neugier auf den nächsten Band der Reihe, auf die Welt hinter dem Tee, auf all die Geheimnisse, die noch nicht gelüftet wurden.

Und so geht es weiter:

erscheint im Februar 2016
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ab 14 Jahre Fantasy für junge Erwachsene Jugendliteratur Rezensionen Romane

Jonathan Stroud: “Scarlett & Browne – Die Legendären” (Die Scarlett-&-Browne-Reihe, Band 3)

Jonathan Stroud (Autor)
cbj Verlag
Lesealter: ab 14 Jahre
448 Seiten
Gebundenes Buch: 22,00€

Das berüchtigte Duo Scarlett & Browne auf seinem Siegeszug!

Albert und Scarlett rauben sich nun schon eine ganze Zeit lang quer durch die Sieben Königreiche des geplagten Englands, ohne geschnappt zu werden. Und das ist gar nicht so einfach, denn ihre tolldreisten Raubzüge haben Heerscharen von Milizionären auf ihre Spur gebracht. Doch mittlerweile haben die beiden nach und nach Verbündete gewonnen, die ihnen helfen wollen, die Schreckensherrschaft der Glaubenshäuser zu beenden. Das ist alles nicht die einzige gewaltige Aufgabe, die sie sich vorgenommen haben. Sie wollen auch noch versuchen, Scarletts verschollenen Bruder zu finden. Aber wie groß ist die Chance, dass ein kleiner Junge in einer Welt voller wilder Bestien und grausamer Eiferer überlebt hat? (Klappentext)

Ein Ende mit Wucht, aber fehlender Leichtigkeit

Jonathan Stroud versteht es wie kaum ein anderer, Figuren in eine kaputte Welt voller Gefahren zu stellen und ihnen trotzdem Charme und Schlagfertigkeit mitzugeben. Genau das hat die ersten beiden Bände von Scarlett & Browne so besonders gemacht: Trotz düsterer Kulisse wirkte die Geschichte quicklebendig. Im Finale ist von dieser Leichtigkeit für mein Empfinden etwas weniger übriggeblieben.

Der dritte Band ist groß gedacht. Es gibt neue Gegner, unerwartete Allianzen und eine Suche, die tief in Scarletts Vergangenheit reicht. Die Abschnitte über ihren Bruder Thomas haben mir gefallen, weil sie die Handlung erweitern und einen anderen Blickwinkel eröffnen. Gleichzeitig ziehen sie die Erzählung etwas in die Länge und die eigentliche Dynamik zwischen Scarlett und Albert gerät etwas ins Hintertreffen. Stroud hat seine Figuren bewusst reifen lassen. Scarlett bleibt zwar diejenige, die schneller schießt als nachdenkt, doch ihr Blick auf den Bruder, den sie längst verloren glaubte, zeigt eine verletzliche Seite, die man bisher nur ahnen konnte. Albert wiederum ist weniger der trottelige Mitläufer, sondern gewinnt an Eigenständigkeit. Er bleibt charmant unbeholfen, aber man spürt, dass er in all den Kämpfen auch gewachsen ist.

Auch wenn die Dialoge gewohnt bissig sind und manche Szenen vor Energie nur so sprühen, wirkte der Band für mich schwerfälliger. Der Humor, der zuvor das Gegengewicht zur Härte dieser Welt bildete, ist spärlicher gesät. Stattdessen häufen sich Action und Dramatik, vor allem im Showdown.

Trotzdem bleibt es ein gelungener Abschluss. Stroud führt seine Figuren konsequent zu einem Ende, das nicht alles glattbügelt, aber den Kern der Reihe würdigt: zwei ungleiche Helden, die sich durch eine zerrüttete Welt schlagen und dabei unerschütterlich sie selbst bleiben.

Kennst du schon die anderen Bände von Scarlett & Browne?

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Markus Heitz: “Irida und die Stadt der Geheimnisse”

Markus Heitz (Autor)
Max Meinzold (Illustrator)
Oetinger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
368 Seiten
Gebundenes Buch: 18,00€

Ein Abenteuer, das alles verändert

Im beschaulichen Städtchen Hohenburg überschlagen sich die Ereignisse: nächtliche Schatzgräber, ein geheimnisvoller goldener Schlüssel und ein Vermisster in den düsteren Schlossberghöhlen! Gemeinsam machen sich Irida und ihre besten Freunde, die “Furchtlosen”, auf die Suche nach Antworten – und kommen einer verborgenen Anderswelt auf die Spur. Sind hier dunkle Mächte am Werk? Wem kann man noch trauen? Bald erkennt Irida, dass es auch um sie geht – und um ein Familiengeheimnis, von dem sie bisher nichts geahnt hat.

Der fulminante Reihenauftakt in eine fantastische Welt voller Wunder, magischer Wesen und Zauberkräfte – meisterhaft erzählt von Markus Heitz. (Klappentext)

Schön anzusehen – nur fehlt der Zauber im Inneren

Wenn man „Irida und die Stadt der Geheimnisse“ zum ersten Mal in die Hand nimmt, hat man sofort das Gefühl, ein kleines Schmuckstück entdeckt zu haben. Hardcover, fantastischer Buchschnitt, stimmungsvolles Cover. Das Buch schreit regelrecht „Lies mich!“. Also habe ich mich in den Lesesessel gesetzt, Tee eingeschenkt, die Erwartungen hochgedreht und bin dann etwas unsanft gelandet. Inhaltlich hatte ich auf ein stimmiges Leseerlebnis gehofft, wurde aber nicht vollständig überzeugt.

Die Figuren treten von Beginn an als fertiges Gesamtkunstwerk auf. Das Aussehen, Eigenheiten und Rollen innerhalb der Gruppe stehen fest, ohne dass sie sich organisch entwickeln. Diese Fülle und Vielfalt an Details fand ich etwas erschlagend und ließen bei mir auch keine Nähe zu den Figuren aufkommen. Verstärkt wurde der Abstand durch den starken Fokus auf Äußerlichkeiten – Kleidung, Aussehen, Gegenstände – während Gedanken und Gefühle oft blass bleiben.

Dabei hat die Grundidee viel Potenzial: eine Außenseiterin mit eigenen Unsicherheiten, eine eingeschworene Clique, rätselhafte Vorkommnisse in einer Kleinstadt, über der ein Hauch von Magie liegt. Das sind alles gute Zutaten, die üblicherweise total meinen Geschmack treffen. Aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen.

Der Schreibstil wirkt für ein Kinder- und Jugendbuch mitunter schwerfällig. Statt mühelos mitzuziehen, fordert der Text immer wieder Konzentration. Positiv ist, dass die Handlung nicht vorhersehbar ist. Ich konnte bis zum Schluss nicht sagen, wie sich alles fügt. Allerdings bleiben viele Stränge lose und der abrupte Schluss lässt die Geschichte eher unvollständig wirken.

Für die Zielgruppe ab etwa zehn Jahren bietet das Buch dennoch einiges: geheimnisvolle Orte, magische Elemente und eine Gruppe von Freunden, die zusammenhält.

Mein Fazit: Rein optisch ein beeindruckender Auftakt mit spannenden Ansätzen, der erzählerisch nicht ganz die Wirkung entfaltet, die er haben könnte. Vielleicht findet die Reihe in den Folgebänden ihren Ton – und dann passt die Verpackung auch mehr zum Inhalt.

Mein riesengroßer Dank geht an Carina und das Team der Verlagsgruppe Oetinger, die ein liebevolles Buchpaket gepackt haben mit vielen Überraschungen. Und ein ganz spezieller Dank auch an den Autor Markus Heitz: “I’ve got a theory” geht mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf! 😉

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Erstleser Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Tina Blase: “Die Geisterhelfer – Ein Knochen kommt selten allein” (Die Geisterhelfer-Reihe, Band 2)

Tina Blase (Autorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahre
208 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Ein neuer Fall für die Geisterhelfer

Leo Helsing Krüger hat einen siebten Sinn für Geister – leider, denn gruselig ist die Sache schon. Als ihn das hübscheste Mädchen der Schule um Hilfe bittet, weil es bei ihr zu Hause spukt, sagt Leo trotzdem zu. Aber seine Geisterhelferpartnerin Antonia ist wenig begeistert. Schließlich haben die beiden noch mit einem anderen Fall zu tun: Eine besorgte Geisterdame hat sie beauftragt, ihren Hund Rex zu finden. Ohne Antonia ist Leo jedoch nur ein halbes Team und will es auf keinen Fall mit einem Poltergeist aufnehmen … (Klappentext)

Freundschaft, Spuk und sehr viel Witz

Das zweite Abenteuer der Geisterhelfer ist eine gruselig-lustige Fortsetzung der Kinderbuchreihe und liefert eine Geschichte, die zwischen Spuk, Freundschaft und einer ordentlichen Portion Chaos pendelt. Wer bereits den ersten Band mochte, wird sich über das Wiedersehen mit Leo und Antonia freuen – auch wenn Leo in diesem Teil vielleicht noch ein wenig ängstlicher ist als zuvor.

Die Geschichte beginnt harmlos und eigentlich ziemlich ‘normal’ für Leo Helsing-Krüger: Ein Geist bittet Leo und Antonia um Hilfe, um einen verschwundenen Hund zu finden. Doch bevor sie sich diesem Fall richtig widmen können, taucht Shirin-Estelle auf. Sie ist die neue, äußerst beliebte Mitschülerin, die allerdings nur dann Notiz von Leo nimmt, wenn sie ihn gerade dringend braucht. Denn bei ihr zu Hause spukt es, und ausgerechnet Leo soll ihr helfen. Antonia ist davon wenig begeistert, schließlich haben die beiden schon genug zu tun. Doch ohne sie ist Leo nur ein halber Geisterjäger. Das weiß er nur zu gut.

Blase gelingt es erneut, die Balance zwischen gruseligem Abenteuer und humorvollen Momenten zu halten. Leos übergroße Furcht vor Geistern sorgt für einige amüsante Situationen, während Antonia als sein mutiger Gegenpol fungiert. Ihr Wunsch, einen Hund zu adoptieren, bringt eine zusätzliche, herzliche Nebenhandlung ins Spiel, die das Thema Verantwortung geschickt mit der Hauptgeschichte verknüpft. Besonders schön ist, dass die Figuren aus dem ersten Band wieder auftauchen und Leos Freundeskreis wächst. Die Dynamik zwischen den Charakteren macht das Buch lebendig und sorgt dafür, dass es sich nicht nur um eine Geistergeschichte handelt, sondern vor allem um eine Geschichte über Zusammenhalt.

Die Handlung rund um Shirin-Estelles spukendes Zuhause ist spannend, aber nie zu gruselig für die Zielgruppe. Der poltrige Geist, der dort sein Unwesen treibt, ist eine wunderbar schräge Figur, die nicht nur Angst verbreitet, sondern auch eine überraschend nachvollziehbare Motivation hat. Dass ausgerechnet an seinem Begräbnisplatz ein luxuriöser Pool entstehen soll, erklärt nur zu gut, warum er sich gegen die neuen Bewohner wehrt.

Wie schon im ersten Band punktet das Buch mit einem leichtgängigen Schreibstil, unterhaltsamen Dialogen und einer cleveren Mischung aus Spuk und Situationskomik. Auch die Illustrationen von Monika Parciak tragen zur Atmosphäre bei und verleihen den Figuren noch mehr Ausdruck.

Ein Knochen kommt selten allein ist ein gelungener zweiter Band, der zeigt, dass man sich den eigenen Ängsten manchmal stellen muss, um anderen zu helfen. Ein kurzweiliges Lesevergnügen für alle, die gerne schmunzeln und sich dabei ein bisschen gruseln möchten.

Vielen lieben Dank an cbj für das schaurig-schöne Rezensionsexemplar!

Ihr habt den 1. Band verpasst? Dann schaut schnell hier

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Fantasy Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Anja Wagner: “Magic Agents – In Dublin sind die Feen los!” (Die Magic-Agents-Reihe, Band 1)

Anja Wagner
cbj Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
288 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

1. Die Tätigkeit magischer Agenten (kurz: Magenten) ist streng geheim.
2. Die landestypischen Legenden des jeweiligen Einsatzortes sind zu studieren und zu respektieren.
3. Magentenfaustregel: Traue niemandem und traue jedem alles zu.


Kaum hat die 12-jährige Elia Evander ihre Magentenprüfung bestanden, ist sie auch schon mitten in ihrer ersten Mission: In Dublin wurde ein magisches Artefakt gestohlen! Nun tauchen immer mehr Fabelwesen in der Stadt auf, die nicht nur sich selbst sondern auch die Menschen in Gefahr bringen.
Ein klarer Fall für Elia, Agentin im Auftrag der Magie! Doch die verirrten Kreaturen undercover zurück in ihre Welt zu schleusen, stellt sie vor ungeahnte Herausforderungen: Warum nur sind die Wesen plötzlich so angriffslustig? Und wie soll Elia etwas finden, von dem ihr keiner sagen kann, wie es aussieht?
(Klappentext)

Agentin auf erster Mission

Elia Evander entstammt einer Familie ehemaliger Magenten. Da nur “junge” Magenten, also Kinder, auf Mission gehen, arbeiten die Erwachsenen wie Elias Eltern hauptsächlich im Innendienst. Elia hat die Magenten-Prüfung mit einer überragenden Höchstpunktzahl abgeschlossen und wartet gespannt auf ihren ersten Einsatz. Pünktlich an ihrem 12. Geburtstag ist es soweit. Elia reist undercover nach Dublin. Dort wurde der Schlüssel zur Anderwelt gestohlen und nun sitzen immer mehr magische Wesen in der irischen Hauptstadt fest. Eine große Gefahr für normale Menschen.

Als waschechte Agentin hat Elia natürlich auch eine Spezialausrüstung. Dazu gehören neben allerlei Zaubertränken und magischen Hilfsmitteln ihr magischer Begleiter Selmor, ein Muffel, der anfängt bärisch zu stinken, wenn er nicht regelmäßig gestreichelt wird, und eine recht vorlaute Witch Watch. So eine hätte ich selber gerne.

“Magic Agents” ist ein fantastischer Romanauftakt, der junge Leser:innen ab 10 Jahren in die Welt der Feen, Elfen und magischen Kreaturen der irischen Sagen entführt. Der Autorin Anja Wagner gelingt es, einen von Anfang an in den Bann der Geschichte zu ziehen. Die Beschreibungen von Dublin und der irischen Landschaft sind so detailreich und anschaulich, dass man sich als Leser selbst in der Stadt und auf den Straßen wiederfindet. Auch die Charaktere sind liebevoll und einfühlsam gezeichnet, wodurch man sich schnell mit ihnen identifizieren kann.

Elia wiederum ist eine mutige Agentin und liebenswerte Protagonistin, die man sehr gerne auf ihrer abenteuerlichen Suche begleitet. Als sie herausfindet, dass sie den Schlüssel zum Tor in die Anderwelt finden muss, setzt sie ihr erlerntes Agentenwissen ein, um diese Aufgabe zu erfüllen. Zwischen Theorie und Praxis besteht allerdings ein himmelweiter Unterschied. Außerdem ist es mit dem Muffel Selmor und der Witch Watch nicht immer einfach, für den Leser dafür umso unterhaltsamer. Im Laufe der Geschichte wachsen die drei zu einen guten, wenn auch skurrilen Team zusammen.

Besonders beeindruckend ist die Fantasie und Kreativität, die die Autorin in die Gestaltung ihrer magischen Welt einfließen lässt. Der ganze Grundgedanke über Magenten und ihre geheime Organisation ist so vielfältig und interessant, dass man sich als Leser kaum sattlesen kann.

Insgesamt ist “Magic Agents – In Dublin sind die Feen los!” ein wundervolles Buch für junge Leser:innen, die gerne in die Welt der Magie und Agenten eintauchen und sich auf ein spannendes Abenteuer einlassen möchten. Die Geschichte ist packend erzählt, die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und hinter der ganzen Idee steckt so viel Kreativität, wie man sie nur noch bei Harry Potter findet. Eine ganz klare Empfehlung!

Wir bedanken uns bei cbj und dem Bloggerportal für das magische Rezensionsexemplar!

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Fantasy für junge Erwachsene Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen Vorlesebücher

Fabiola Turan: “Daliahs Garten – Das Rätsel der roten Seherin” (Die Daliahs-Garten-Reihe, Band 2)

Fabiola Turan
cbj Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
320 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Ein Feuerwerk aus Farben – das sieht Daliah, wenn sie andere anschaut. Sie nimmt Gefühle als bunten Schimmer in der Luft wahr und diese Gabe zeigt ihr auch verborgene Kreaturen. Doch in deren Welt lauert Gefahr!

Daliahs großer Traum, endlich alles über die Farben der Gefühle zu lernen, scheint zum Greifen nah. Aber dann verschwindet Belladonna und im magischen Garten von Schloss Lilienfels bricht Chaos aus. Die Spur der Wächterin führt Daliah und Rahim tiefer ins Reich der Tausend Farben, wo die Prismagie von dunklen Kräften bedroht wird. Die beiden merken schnell, dass sie bei ihrer Rettungsmission niemandem trauen dürfen. Besonders nicht der geheimnisvollen Roten Seherin … (Klappentext)

Großartige Jugendbuchreihe

Dies ist das zweite Abenteuer von Daliah, die die Gabe besitzt, die Gefühle der Menschen anhand des sie umgebenen Farbprismas zu erkennen. An der Akademie im Reich der Tausend Farben hofft sie, mehr über ihre Gabe zu lernen. Leider besteht Daliah die Aufnahmeprüfung nicht und all ihre Hoffnungen scheinen zerstört. Dann verschwindet auch noch ihre Mentorin, die Wächterin Belladonna, spurlos und im magischen Garten von Schloss Lilienfels bricht Chaos aus. Gemeinsam mit ihrem Freund Rahim begibt sich Daliah auf die Suche nach Belladonna. Dazu müssen die beiden tief ins Reich der Tausend Farben vordringen und erkennen alsbald, dass die Prismagie von dunklen Kräften bedroht wird und sie niemandem trauen können. Besonders nicht der Roten Seherin…

Es ist faszinierend, wie die Autorin das Thema Farben verarbeitet und damit spielt. Schon das Cover erstrahlt in einer intensiven Farbvielfalt und gewährt einen ersten Eindruck dieses magischen Gartens. Für die restliche Geschichte sind überhaupt keine Illustrationen notwendig, um das Farbspektakel vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen. Es ist ein Farbfeuerwerk der Worte, das mir in der Form noch in keinem anderen Buch begegnet ist.

Obwohl das Buch ab 10 Jahre empfohlen wird, hat die Autorin eine angenehme Balance in ihrer Schreibweise gefunden. Der Schreibstil wirkt weder zu kindlich oder langweilig für Erwachsene noch zu verschachtelt für junge Leser:innen. Für das allgemeine Verständnis würde ich aber jedem empfehlen mit Band 1 zu beginnen. Der zweite Band liest sich schwerer ohne die entsprechenden Vorkenntnisse über den magischen Garten oder Prismagie.

Die Handlung ist abenteuerlich und unterhaltsam, gut strukturiert mit überraschenden Wendungen und Ereignissen. Neben der magischen Welt mit all ihren Geheimnissen, Intrigen, Rätseln und Wundern kommen auch Themen wie Freundschaft und Vertrauen nicht zu kurz. Alles in allem eine großartige Fortsetzung der Jugendbuchreihe, farbenfroh und spannend erzählt mit starken Charakteren.

Allerliebsten Dank an cbj für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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für junge Erwachsene Geschenkbücher Rezensionen Romane

Catherine Kalengula: “Emily in Paris” (Die Emily-in-Paris-Reihe, Band 1)

Catherine Kalengula
Blanvalet Taschenbuch Verlag
272 Seiten
Taschenbuch: 12,00€

“Ich mag Paris, aber ich bin mir nicht sicher, ob Paris mich mag.”

Als Emily Cooper einen Job bei der Pariser Marketingagentur Savoir landet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Sie, das Mädchen aus Chicago, reist tatsächlich nach Paris, die Stadt der Liebe, der köstlichen Pains au chocolat und der Mode! Ein Traum wird wahr – wären da nicht die sprachlichen Barrieren sowie ihre neue Chefin und die Kollegen, die sie nicht ganz so herzlich empfangen, wie erhofft. Und dann ist da noch Emilys charmanter Nachbar Gabriel, der ein Wirrwarr der Gefühle in ihr auslöst! Aber so leicht lässt sich die clevere Amerikanerin nicht unterkriegen. Denn was wäre ein Abenteuer in Paris ohne ein wenig Drama und Leidenschaft? (Klappentext)

Roman zur Serie

Pünktlich zum Start der neuen Staffel willst du deine Erinnerungen auffrischen und noch einmal in Emilys Paris eintauchen? Oder du bist gerade auf die Serie aufmerksam geworden und eine neugierige Leseratte? In beiden Fällen ist der Griff zum Roman eine weise Entscheidung. Im ersten Band erlebt man Emilys Anfänge bei Savoir, ihre ersten Fettnäpfchen und ersten Erfolge. Zwei Kulturen, die unterschiedlicher kaum sein können, prallen funkensprühend aufeinander.

Emily kommt als Social Media- und Marketingmanagerin von Amerika nach Frankreich, um frischen Schwung und neue Ideen in die eingefahrenen Abläufe der französischen Agentur zu bringen. Allerdings beherrscht sie die Landessprache nicht und eckt mit ihrer amerikanischen Lebenseinstellung bei den französischen Kollegen an. Die machen ihr das Leben aber auch extra schwer, indem sie Emily belächeln und ihr Steine in den Weg legen. Emily muss so manche Hürde meistern – nicht nur beruflich, auch in Liebesdingen läuft nicht alles planmäßig. Auf die Art ergeben sich reihenweise amüsante Handlungsstränge, die von starken Charakteren getragen werden. Obendrauf kommt noch das Pariser Flair und die exklusive Modewelt.

Man merkt schnell, dass es sich um einem Roman zur Serie handelt, da die Kapitel eine Aneinanderreihung der Szenen sind. Es gibt wenig zusätzliche Informationen oder tiefere Einblicke in die Figuren, die man nicht schon durch das Sehen der Serie gewonnen hat. Manche Szenen aus der Serie fehlen im Buch sogar ganz oder werden stark eingekürzt geschildert, sodass es denjenigen schwerfallen dürfte, der Handlungsentwicklung zu folgen, die die Serie nicht kennen. Allerdings ist der Schreibstil ansprechend flott und frisch genau wie die Serie und so suchtet man das Buch in einem Rutsch durch.

Für Fans ist der Roman eine super Ergänzung und sicherlich ein Muss. Aber auch als Wohlfühllektüre für zwischendurch zu empfehlen. In der Mitte des Buches gibt es als zuckersüßen Zusatz 16 Seiten mit Farbfotos aus der Serie, mit denen man noch mehr in Emilys Paris eintauchen kann. Das Fernweh ist damit auf jeden Fall geweckt.

Vielen lieben Dank an den Blanvalet Verlag, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Roald Dahl: “Charlie und die Schokoladenfabrik”

Roald Dahl
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 8 Jahre
184 Seiten
Gebundenes Buch: 18,00€

Charlie kann es nicht fassen: Er hat eine der heißbegehrten goldenen Eintrittskarten für die Schokoladenfabrik von Willy Wonka gewonnen! Willy Wonka – das ist der geniale Erfinder von zauberköstlichen Süßigkeiten, die er in seiner sagenumwobenen Fabrik produziert. Was sich hinter deren Mauern abspielt, ist ein ganz großes Geheimnis … So beginnt für Charlie eine atemberaubende, haarsträubende, zähneklappernd-aufregende Achterbahnfahrt in das wunderbarste Abenteuer seines Lebens! (Klappentext)

Ein süßes Lehrstück für Jung und Alt

Bestimmt sind euch in den Buchhandlungen die vielen Bücher von Roald Dahl aufgefallen. So erging es mir jedenfalls. Lauter Klassiker, die neu aufgelegt, übersetzte und illustriert wurden. Da war ich sofort Feuer und Flamme. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich für “Charlie und die Schokoladenfabrik” entschieden. Auch, aber nicht ausschließlich, aufgrund der gelungenen Verfilmung mit Johnny Depp.

Es geht um den jungen Charlie, der mit seinen Eltern und den Großeltern in einer windschiefen, alten Hütte lebt. Die Familie ist sehr arm. Einmal im Jahr, an Charlies Geburtstag, legen sie alles Geld zusammen, um ihm eine Tafel von Willy Wonkas Schokolade zu kaufen. Der Schokoladenfabrikant ist berühmt für seine leckeren Kreationen. Doch seit es in seiner Fabrik vermehrt zu Werksspionage kam, hat er sämtliche Angestellten entlassen und lebt völlig zurückgezogen. Umso aufregender ist es, als Willy Wonka plötzlich verkündet, er würde die Tore seiner sagenumwobenen Fabrik für eine Handvoll Auserwählter öffnen und sie höchstpersönlich herumführen. Ein wahrer Sturm auf die heiß begehrten Tickets, die sich in Wonkas Schokoladentafeln verbergen, entbrennt.

Fünf Kinder stehen letztlich als Gewinner fest und erleben ein fantastisches, absolut schräges Abenteuer. Abgesehen von Charlie, der bescheiden und herzensgut ist, sind die anderen Kinder schrecklich unsympathisch. Sie sind gierig, verwöhnt, arrogant und egoistisch. Natürlich wird alles überspitzt dargestellt. Auf die Art ist es ein großartiges Lehrstück für Kinder, aber auch für Erwachsene, die eventuell ihre Erziehungsmethoden hinterfragen sollten.

Farbenfrohe Illustrationen von Süßigkeiten ergänzen die turbulente Handlung. Die Gestaltung der Figuren ist schlicht und wirkt oft nur grob skizziert. Die Mimik ist zwar ausdrucksstark, wirkt auf mich aber meist fratzenhaft. Das ist sicherlich Geschmackssache.

Dagegen hat mir der Schreibstil und der Handlungsaufbau hervorragend gefallen. Die Führung durch die Schokoladenfabrik wird spannend und mit humorvoller Fantasie geschildert. Angefangen bei den Umpa-Lumpas, kleinen sonderbaren Wesen, die Schokolade und allerlei technisches Equipment herstellen, und überaus lehrreich das Schicksal der Satansbraten besingen.

Die Geschichte um den liebenswerten Charlie und seinen Ausflug in Willy Wonkas skurrile Schokoladenfabrik ist auf jeden Fall empfehlenswert für junge Leser ab 8 Jahre. Aber auch Erwachsene können getrost zu diesem Buch greifen und in Willy Wonkas süße Schokoladenwelt eintauchen.

Ein schokoladiges Dankeschön an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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ab 12 Jahre Fantasy Jugendliteratur Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Roshani Chokshi: “Aru gegen die Götter – Die Wächter des Himmelspalasts” (Aru gegen die Götter, Band 1) 

Roshani Chokshi
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
448 Seiten
Gebundenes Buch: 16,99€

Wer die Götter herausfordert, dem ist echt nicht zu helfen…

Aru Shah kann es echt nicht fassen: Eigentlich wollte sie ihren Klassenkameraden nur beweisen, dass die antike Öllampe im Museum ihrer Mutter tatsächlich verflucht ist – und nun soll sie durch das Entzünden der Lampe das Ende des Universums eingeläutet haben?! Um das Unheil noch abzuwenden, bekommt sie von den Wächtern des Himmelspalasts einen geheimen Auftrag. Zum Glück wird ihr auch ein mächtiger Beschützer an die Seite gestellt – doch der ist im Körper einer Taube gefangen … (Klappentext)

Heldinnenabenteuer querfeldein durch die indische Mythologie

Aru Shah ist eine Lügnerin.

Hin und wieder … naja, zugegeben, eigentlich ständig, flunkert sie, um vor ihren Mitschülern besser dazustehen. Denn die kommen allesamt aus reichen Familien, haben Chauffeure und machen ständig Luxusurlaub. Und Aru eben nicht. Ihre Mutter ist die Leiterin des Museums für altindische Kunst und Kultur und hat so gut wie nie Zeit für Aru.

Als ihre Mitschüler Aru bei einer Lüge überführen wollen, entpuppt sich diese Geschichte ausgerechnet als wahr. Wer hätte gedacht, dass die alte Öllampe tatsächlich verflucht ist? Und dann auch noch nichts Geringeres als das Ende der Welt ausgelöst wird.

Aru Shah ist eine sehr ungewöhnliche Heldin. Durch ihre erfundenen Geschichten, kleineren und größeren Lügen bringt sie viel Konfliktpotenzial mit, das die Handlung ordentlich aufmischt. Dabei soll es ausgerechnet Aru sein, die den Untergang der Welt verhindern kann. Glücklicherweise nicht allein. Aru zur Seite steht ihre Götterschwester Mini, die sich vor allen möglichen Krankheiten fürchtet, und ein geflügelter Beschützer.

Das Heldentrio wird häufig unterschätzt. Nicht zuletzt weil Aru und Mini Mädchen sind. Aber die beiden kämpfen sich mit Köpfchen, Witz und einer großen Portion Glück durch spektakuläre Abenteuer. Eine Herausforderung jagt die nächste, aber Aru und Mini wachsen über sich selbst hinaus und beweisen, dass auch Mädchen Helden sein können.

Ich fand Schreibstil, Handlung und Figuren einfach top. Das Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Auch weil das Ende eben nicht Standard ist. Auf die indische Mythologie mit der überwältigenden Göttervielzahl muss man sich natürlich einlassen können. Roshani Chokshi hat die Legenden ihrer Kindheit aber wunderbar verständlich aufbereitet und entführt die jungen Leser:innen in eine kunterbunt schillernde Märchenwelt voller Abenteuer mit einer Magie, die alles möglich macht. Ich finde es großartig, wie sie die Fantasie zum Blühen bringt.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Wir brauchen viel mehr solcher Bücher und Heldinnen!

Vielen herzlichen Dank an LovelyBooks, dass ich das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen durfte!

Weitere Bände der “Aru gegen die Götter-Reihe” erscheinen zum Glück schon bald!

Band 2 erscheint im Februar 2023
Band 3 erscheint im Mai 2023
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ab 14 Jahre Fantasy für junge Erwachsene Jugendliteratur Rezensionen

Jonathan Stroud: “Scarlett & Browne – Die Berüchtigten” (Die Scarlett-&-Browne-Reihe, Band 2)

Jonathan Stroud
cbj Verlag
Lesealter: ab 14 Jahre
448 Seiten
Gebundene Ausgabe: 22,00€

Ein unschlagbares Duo wird zur Legende

Albert und Scarlett sind nach ihren letzten Abenteuern wie geplant vor ihren Widersachern in den Norden Englands geflüchtet. Dort plündern sie mittlerweile als eingespieltes Duo die Häuser reicher Städter und teilen ihre Beute mit den Armen des Landes. Als sie den lukrativen Auftrag bekommen, eine Lieferung mit kostbaren Artefakten zu stehlen, sind sie begeistert. Doch bevor es dazu kommt, geraten sie in einen Hinterhalt ihrer alten Feinde und werden vor eine folgenschwere Wahl gestellt. Wenn sie gemeinsam diese Herausforderung bestehen wollen, muss Scarlett sich entscheiden, wofür sie eigentlich kämpfen möchte, und Albert seine besonderen Kräfte als Gabe akzeptieren. (Klappentext)

Keine Zeit zum Durchatmen

Sechs Monate sind seit den Geschehnissen aus Band 1 vergangen. Aber Scarlett und Albert waren in dieser Zeit alles andere als untätig. Albert konnte viel von Scarletts Überlebensfähigkeiten lernen und tappt nicht länger tollpatschig von einer Gefahr in die nächste. Als Team sind die beiden zu einer unschlagbaren Einheit verschmolzen. Während ihrer Raubüberfälle bedarf es zwischen den beiden nur weniger Worte. Das Vertrauen ineinander ist stark. Kaum jemand scheint ihnen gewachsen zu sein.

Zeit zum Verschnaufen bleibt Scarlett und Albert jedoch nicht. Nachdem sie von der Bruderschaft der Hand in einen Hinterhalt gelockt wurden, bleibt ihnen nur wenig Zeit, um sich auf eine gefährliche Mission zu begeben.

Nervenkitzel wird in diesem Band ganz groß geschrieben. Genauso wie Scarlett und Albert hat man als Leser keinen Moment zum Durchatmen. Einbrüche, wilde Verfolgungsjagden und die permanente Gefahr von Feinden geschnappt oder von mutierten Rieseneulen gefressen zu werden, begleiten einen von Seite zu Seite. Gewürzt ist das alles mit den unglaublichsten Wortgefechten, die nur ein Jonathan Stroud zu Papier bringen kann. Dieser Humor ist einmalig und so fesselnd, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann.

Das Setting ist ziemlich ausgefallen. Die Handlung spielt in einem zukünftigen England, dass nach der “Großen Verheerung” ein postapokalyptisches Schlachtfeld geworden ist. Die gesamte Zivilisation, wie wir sie kennen, ist untergegangen, und vieles in Vergessenheit geraten. Außerhalb der Siedlungen leben riesige mutierte Tiere, die nach Blut lechzen, und die “Gezeichneten”, bei denen es sich um eine Art Zombies handelt. Aber auch innerhalb der Siedlungen ist das Überleben gefährlich. Die sogenannten Glaubenshäuser legen strenge Regeln fest. Jeder, der von der Norm abweicht, wird gnadenlos ausgerottet. Es ist ein wahrhaft schreckliches Szenario, durch das sich Scarlett und Albert kämpfen müssen. Skrupellos und mit viel Wortwitz kämpfen sie um ihren Platz in dieser lebensbedrohlichen Umgebung.

In diesem Band erfährt man mehr über Scarletts Vergangenheit. Und Albert gerät an einen Gegner, der ihn zwingt, sich mit seinen Fähigkeiten auseinanderzusetzen. Der Showdown ist spektakulär und feinstes Kopfkino. Großartig!

Vielen Dank an cbj für das Rezensionsexemplar!

Kennst du schon Band 1? Lesen, lesen, lesen … mehr kann ich dazu nicht sagen.

Hier kommst du zu meiner Rezension von Band 1