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Britta Sabbag: “Lucy Hell: Immer brav sein ist die Hölle” (Band 1)

Britta Sabbag (Autorin)
Sarah Friede (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Gute Mädchen kommen in den Himmel, starke Mädchen kommen überallhin!

Bei Lucy Hell, Tochter des Teufels, stehen die Zeichen auf Alarm: Sie darf seine Nachfolge auf dem Höllenthron nicht antreten, WEIL. SIE. EIN. MÄDCHEN. IST!
Um dem Höllenvorstand und ihrem Vater zu beweisen, dass sie sich falsch entschieden haben, wandert Lucy auf die Erde aus. Wenn die Höllenherren sehen, wie böse sie den Chaosplaneten im Griff hat, müssen sie einfach zugeben, dass Lucy die geborene Teufelin ist! Womit Lucy allerdings nicht gerechnet hat: Dass es ihr auf der Erde so höllisch gut gefallen könnte…

(Klappentext)

Teuflische Girlpower mit ordentlich Wortwitz

In der Hölle herrschen erstaunlich verstaubte Ansichten. Als Friedrich-Luzifer nach tausend Jahren endlich reif für den Ruhestand ist, steht seine Tochter Lucy bereit. Sie ist schlagfertig, feurig und brennt darauf, das Kommando zu übernehmen. Doch der alte Höllenvorstand schiebt ihren Plänen einen Riegel vor und wählt stattdessen ihren ängstlichen Cousin Lutz-Uwe zum Nachfolger. Einzig und allein, weil Lucy ein Mädchen ist, darf sie nicht auf den Höllenthron. Das lässt die Teufelstochter natürlich nicht auf sich sitzen. Kurzerhand schnappt sie sich ihren treuen Begleiter Schnups und haut ab auf die Erde. Dort will sie den verkrusteten Herren der Unterwelt beweisen, wie viel Bösartigkeit wirklich in ihr steckt.

Kaum in der Menschenwelt angekommen, gerät Lucys teuflischer Plan jedoch gehörig ins Wanken. Ausgerechnet beim herzensguten Gabriel, dem Sohn eines Pfarrers, findet sie Anschluss, und auch die etwas schrullige Nachbarin Marla wirft ihre Vorstellungen vom menschlichen Alltag komplett über den Haufen. In der Geschichte steckt erstaunlich viel clever verpackte Gesellschaftskritik. Britta Sabbag nutzt das überdrehte Szenario, um Themen wie Chancengleichheit und überholte Rollenbilder greifbar zu machen. Wann immer Lucy krampfhaft versucht, fies und gemein zu sein, trifft ihre teuflische Tat am Ende doch die Richtigen und bewirkt im Ergebnis etwas durchweg Positives.

Über das empfohlene Lesealter ab 8 Jahren kann man natürlich streiten. Begriffe wie Autokratie, Oligarch oder diverses anderes politisches Fachvokabular sind Grundschülern wohl eher unbekannt. Andererseits würde ich junge Leseratten nicht unterschätzen. Spätestens seit Harry Potter weiß praktisch jedes Kind, was für ein Fabelwesen ein Basilisk ist. Kinder bleiben beim Lesen selten an einzelnen Fremdwörtern hängen, solange die Gesamthandlung sie mitreißt. Die vielen Anspielungen und die feine Ironie rund um Kuraufenthalte in Schwefelbrunn oder bürokratische Gremien wissen da vermutlich dennoch eher ältere Kinder sowie die vorlesenden Erwachsenen zu schätzen.

Lucy überzeugt als herrlich unperfekte, selbstbewusste Protagonistin, die nicht lange jammert, sondern die Dinge selbst anpackt. Ihr Begleiter Schnups, eine Mischung aus Babydrachen, Kuscheltier, Leuchtkäfer und Basilisk, sorgt für viel Spaß und bildet den perfekten Gegenpol zu Lucys feurigem Temperament. Covergestaltung und Illustrationen sind farblich stimmig und witzig. Am Ende bleibt ein rundum gelungener, herrlich frecher Reihenauftakt, der schlagfertige Mädchen stärkt und einfach richtig Spaß macht.

Vielen Dank an den Verlag, der uns diese höllisch gute Lektüre zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Vampire!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Basti ist ein Angsthase! Zumindest, wenn er Blut sieht – dann kippt er einfach um. Und das sogar vor seiner ganzen Klasse, echt peinlich. Leider passt das so gar nicht zu dem Geheimnis, das ihm sein Vater eines Tages offenbart: Basti stammt aus einem waschechten Vampirclan! Beim Familientreffen auf Schloss Morgengrauen darf Basti das Leben als Vampir testen. Plötzlich kann er als Fledermaus durch die Nacht fliegen und Menschen per Gedankenkraft kontrollieren – das klingt verlockend! Doch bis Mitternacht muss Basti sich entscheiden: Will er für immer ein Blutsauger sein? Und wie, bitte schön, übersteht Basti ein ganzes Wochenende mit zu vielen Vampiren? (Klappentext)

Vampir auf Probe

Der Schultag beginnt für Basti eigentlich gut. Er ist bester Laune, weil das lang ersehnte Wochenende mit seinem Vater ansteht. Selbst das Referat über den Blutkreislauf schreckt ihn nicht ab. Zumindest nicht bis zu dem Moment, bis er vorn an der Tafel steht, in die teilnahmslosen Gesichter seiner Mitschüler blickt und ins Stocken gerät. Als sich dann ausgerechnet Tommy die Fingerkuppe an einer Coladose aufschlitzt und überraschend viel Blut spritzt, ist es vorbei. Basti kippt vor der versammelten Klasse 4B bewusstlos auf den Boden.

Wegen des Ohnmachtsanfalls und der Sorgen seiner Mutter steht das geplante Vater-Sohn-Wochenende auf der Kippe. Aber ein kurzes Flüstern des Vaters reicht aus, um Bastis Mama umzustimmen. Die Reise geht zum Familientreffen auf Schloss Morgengrauen. Dort offenbart der Vater ein wohlgehütetes Geheimnis. Bastis Verwandtschaft gehört zu einer alten Vampirdynastie. Ein Wochenende lang darf Basti das Blutsaugerleben auf Probe testen. Inklusive Nachtflügen als Fledermaus, Ultraschallgehör und Gedankenkontrolle. Der Haken an der Sache ist, dass er sich bis Sonntagmitternacht entscheiden muss, ob er für immer Vampir werden oder ein normaler Mensch bleiben möchte.

Nach dem ersten Band rund um Zoas Eulenschwärme hatte ich mich eigentlich darauf gefreut, wieder mehr von der Klasse 4B zu lesen. Die bunte Truppe an der Henriette-Haumichnich-Schule war im Auftakt schließlich das Herzstück der Geschichte. Umso überraschender ist es, dass die Mitschüler diesmal kaum eine Rolle spielen. Das Blut-Fiasko in der ersten Szene dient nur als Aufhänger, um Basti aus dem Schulalltag herauszulösen und in sein Familiendrama zu verfrachten. Das Buch ist fast ausschließlich Bastis ganz persönliche Familiengeschichte.

Dafür überzeugt die Geschichte auf einer ganz anderen Ebene, nämlich als treffende Metapher für das Leben als Scheidungskind. Basti lebt im Alltag bei seiner Mutter, während der Vater für die besonderen Highlights zuständig ist. Der Wochenend-Papa residiert im übertragenen Sinne auf einem Abenteuerschloss. Bei ihm gibt es keine lästigen Pflichten, sondern Action, Ausflüge und das Gefühl, etwas völlig Außergewöhnliches zu sein. Auf der anderen Seite steht Mama, die unaufgeregt den Haushalt schmeißt, Basti bei Krankheit umsorgt und ihm die Verlässlichkeit gibt, die ein Kind im Alltag braucht.

Wie Basti mit diesem Ultimatum umgeht, zeigt viel Feingefühl des Autors. Es geht nicht primär darum, ob Fledermaus-Kräfte cooler sind als der Schulalltag, sondern um eine tiefere Frage: Wo gehöre ich hin und was bedeutet Verlässlichkeit? Die Zerrissenheit zwischen dem abenteuerlustigen Papa und dem vertrauten Zuhause bei der Mutter fängt der Autor wunderbar ein. Basti muss herausfinden, worauf es ihm im Leben wirklich ankommt und wo sein echter Platz ist. Das ist für ein Kinderbuch ab 8 Jahren ein erstaunlich kluger Blick auf die Innenwelt von Kindern in Trennungsfamilien, ohne ihnen eine fertige Moral aufzudrängen.

Mars-Leo Frei erzählt das mit viel Situationskomik, flüssig und nah an den Kindern. Die Verwandtschaft auf Schloss Morgengrauen ist wunderbar schräg, und die Dialoge machen einfach Spaß. Daniela Kohl liefert dazu wieder Schwarz-Weiß-Illustrationen ab. Ihre Fledermäuse, Vampironkel und gequälten Gesichter passen gut zum Geschehen und lockern den Text auf. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass die Geschichte genau wie der erste Band recht unvermittelt endet. Sobald die Entscheidung ansteht, wird die Handlung recht flott zum Abschluss gebracht, und man bleibt mit ein paar offenen Fragen zurück.

Hilfe, zu viele Vampire! verpackt den Spagat zwischen zwei Elternwelten mit viel Leichtigkeit und Witz. Es bringt schwere Themen überraschend leicht auf den Punkt.


Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Magie Rezensionen Sommer

Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die geheimnisvolle Lehrerin” (Band 2)

Claudia Schaumann (Autorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Das Geheimnis um Madame Flamant

Marie hat eine Einladung zu einem magischen Kochkurs in Paris erhalten. Das ist die Chance, eine richtige Zauberköchin zu werden! Doch die Zeit drängt: In nur wenigen Tagen muss Marie mehrere magische Kochaufgaben meistern – und leider geht dabei mal wieder einiges schief. Als wäre das nicht genug, verhält sich die neue Lehrerin Madame Flamant äußerst seltsam. Sie schnüffelt in der Schulküche herum, interessiert sich sehr für Maries Familie und führt heimliche Telefonate. Ob sie etwas zu verbergen hat? Marie muss all ihren Mut zusammennehmen, um dieses Geheimnis zu lüften und ihre Chance auf den Kochkurs zu retten! (Klappentext)

Französischer Charme und zauberhaftes Küchen-Chaos

Maries Glücksküche startet in die zweite Runde und schickt uns direkt wieder an die französische Atlantikküste mitten ins magische Küchen-Chaos. Wer den ersten Band mochte, fühlt sich auch im zweiten Abenteuer sofort wie zu Hause und taucht tiefer in die gemütliche Dorfgemeinschaft ein.

Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf. Marie erhält eine begehrte Einladung zu einem exklusiven Zauberkochkurs in Paris. Das ist die Chance ihres Lebens, um endlich eine echte Zauberköchin zu werden. Um sich diesen Traum zu erfüllen, muss sie allerdings erst eine Reihe kniffliger Aufgaben meistern und unter Beweis stellen, was kulinarisch und magisch wirklich in ihr steckt. Dass dabei in der Schulküche so manches schiefgeht, versteht sich von selbst. Von fliegenden, blubberigen Mousse-Versuchen bis hin zu plötzlichen Zauberpannen ist alles dabei. Als wären dieser Prüfungsdruck und das knappe Zeitlimit nicht schon aufregend genug, taucht an der Schule eine neue Lehrerin auf. Madame Flamant schnüffelt auffällig in den Töpfen herum und stellt ungewöhnlich viele Fragen zu Maries Familie. Was mag sie nur im Schilde führen?

Was die Geschichte für uns so sympathisch macht, ist ihr enormer Wohlfühlcharakter. Die Dorfgemeinschaft, das familiäre Miteinander und das Kochen in der Schulküche werden unheimlich warmherzig und voller stimmungsvoller Details erzählt. Man riecht die geschmolzene Schokolade und den süßen Vanilleduft beim Lesen förmlich durch die Buchseiten. Auch die magischen Ideen rund um die Zubereitung der verschiedenen Gerichte bringen extrem viel Witz in die einzelnen Kapitel und machen Kindern ab 9 Jahren beim Selbstlesen richtig viel Freude.

Wer bei der mysteriösen neuen Lehrerin allerdings ein großes, dramatisches Hexenduell oder eine fiese Gegenspielerin erwartet, wird überrascht sein. Die Auflösung rund um Madame Flamants Schnüffeleien fällt schlussendlich nämlich recht bodenständig und absolut ohne düstere Bedrohung aus. Für uns Erwachsene mag sich dieser Ausgang im ersten Moment vielleicht etwas schlicht anfühlen, weil man als geübte:r Leser:in automatisch mit einer bösen Absicht rechnet. Für die Zielgruppe ab 9 Jahren ist genau diese sanfte Auflösung aber eigentlich ideal. Die Spannung bleibt die ganze Zeit über greifbar, unterhaltsam und rätselhaft, ohne dass jemals Angst oder übermäßige Hektik aufkommen.

Claudia Schaumann bleibt ihrer Linie aus dem ersten Band treu und liefert eine durchweg gemütliche, humorvolle Mischung aus Magie, Freundschaft, Mut und kulinarischer Leidenschaft. Ein schönes, leichtes Buch für alle Kinder, die entspannte Geschichten mit Urlaubsflair mögen.

Vielen lieben Dank an den Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Margit Auer: “Verflixt verhext – Besuch um Mitternacht” (Band 1)

Margit Auer (Autorin)
Csilla Bandi (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Pina ist mit ihren beiden Tanten aus der Hexenwelt an den trubeligen Ruffiniplatz gezogen. Die Menschenwelt ist aufregend, auch wenn es dort heißt: Zaubern ist aufs Strengste verboten! Schon bei ihrem ersten Ausflug auf dem Besen trifft Pina Mellie, ein richtig nettes Mädchen, das dachte, Hexen gibt es nur in Büchern. Von da an sind die beiden unzertrennlich und lüften gemeinsam ein gruseliges Geheimnis… (Klappentext)

Ein gelungenes Spuk-Abenteuer von Margit Auer

Wer nach neuem Lesestoff von Margit Auer sucht, bekommt mit Verflixt verhext eine Alternative zur Schule der magischen Tiere. Der erste Band der Hexen-Reihe ist in einer frischen, optisch komplett überarbeiteten Neuauflage erschienen. Wer die Bücher vor zehn Jahren gar nicht auf dem Schirm hatte, bekommt jetzt die perfekte Gelegenheit, zusammen mit den Kids in diese magische Welt einzutauchen.

Die Geschichte entführt uns in die Welt der Junghexe Pina, die gemeinsam mit ihren etwas schrägen Tanten aus dem friedlichen Hexendorf Greenhill mitten in die Menschenwelt zieht. Kaum haben sie sich am Ruffiniplatz eingewöhnt, fängt der Ärger allerdings auch schon an. Im neuen Zuhause geschehen lauter merkwürdige, unheimliche Dinge. Schnell wird klar, dass der böse Geist von Großtante Ambrosia dahinterstecken muss. Da die Gerüchteküche in der Nachbarschaft ohnehin schon brodelt und das Spukhaus für viel Gemunkel sorgt, steht fest, dass Tante Ambrosia verschwinden muss. Pina stolpert über einen alten Abwehrzauber, doch der entpuppt sich als richtig knifflig. Zusammen mit ihren neuen menschlichen Freunden Mellie und Robin versucht sie, den schwierigen Fluch zu bannen und das Chaos abzuwenden.

Das Buch erweist sich als ein absolut gelungener Lesestoff für Grundschulkinder. Die feine Mischung aus geheimnisvoller Magie, lustigen Alltagspannen und echter Freundschaft trifft genau den Nerv von jungen Selbstleser:innen. Man spürt auf jeder Seite die Leichtigkeit, mit der Margit Auer ihre Charaktere zum Leben erweckt und dabei alltägliche Kindergedanken mit fantasievollen Ideen verknüpft.

Ein absolutes Highlight dieser Neuauflage ist die optische Gestaltung von Csilla Bandi. Die Illustrationen im Buch sind in einem stilvollen Schwarz-Weiß gehalten, das durch leuchtende, giftgrüne Farbakzente extrem modern und spritzig wirkt. Diese Farbwahl passt fantastisch zum Hexenthema und lockert die Buchseiten so geschickt auf, dass selbst Lesemuffel nicht von langen Textblöcken erschlagen werden. Besonders charmant sind auch die kleinen Übersichtsseiten, die dem Leser genau erklären, wie die Zauberwelt rund um Flugbesen, Akku-Zauberstäbe und geheime Erkennungszeichen eigentlich funktioniert.

Beim Lesen ist mir allerdings ein kleines Detail aufgefallen, das mich persönlich ein wenig irritiert hat: Die Figuren werden im laufenden Text überraschend oft mit ihrem vollen Vor- und Nachnamen angesprochen, wie etwa Tante Emma Moonwalk. Für meinen eigenen Lesefluss wirkte das stellenweise etwas hölzern und gewöhnungsbedürftig. Für junge Leser:innen bieten solche klaren Benennungen meistens ja eine zusätzliche Orientierung, aber in jedem Absatz die vollen Namen zu benutzen, ist dann vielleicht doch nicht unbedingt nötig.

Unterm Strich ist Verflixt verhext ein rundum magischer, witziger und absolut kindgerechter Serienauftakt, der bei allen kleinen Hexenfans garantiert für große Begeisterung sorgen wird.

Ein hextastisches Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch als magisches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Tani Sawitzki: “Villa Wundertier – Ein Capybara zum Knuddeln” (Band 1)

Tani Sawitzki (Autor)
Nataša Kaiser (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
224 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00€

Kann ein spuckendes Lama Wünsche erfüllen? Ein tierisch schräges Abenteuer mit Wunsch-Garantie!

Schon wieder umziehen! Fine ist genervt, auch wenn ihr neues Zuhause eine Villa mit eigenem Zoo ist. Doch der “Zoo” entpuppt sich als baufälliges Gehege für ausrangierte Tiere: ein Lama, das nicht spuckt, ein stummer Beo und ein farbloses Chamäleon. Na toll!

Nach einem miesen Schultag lässt Fine ihren Frust beim Lama ab: Warum kann sie nicht einmal richtig beliebt sein? Die Antwort folgt prompt: Das Lama spuckt sie mitten ins Gesicht. Igitt! Doch am nächsten Morgen ist alles anders: Plötzlich ist Fine der absolute Star der Schule – sogar die Lehrer wollen ihre Autogramme. Steckt etwa magische Lama-Spucke dahinter? Oder hat der Neuzugang des Zoos, ein verfressenes Capybara, seine Pfoten im Spiel? Gemeinsam mit ihrem Freund Jan muss Fine das Rätsel der Wundertiere lösen, bevor ihr der ganze Trubel endgültig über den Kopf wächst! (Klappentext)

Wunschzauber und Wasserschweine

Schon wieder Kisten zu packen und erneut an eine fremde Schule wechseln zu müssen, hängt der zehnjährigen Fine gewaltig zum Halse heraus. Die Versprechungen ihrer Mutter klingen allerdings erst einmal nach einem echten Hauptgewinn, das muss Fine zugeben. Auf dem Gelände eines Zoos zu leben, wird bestimmt cool. Doch die Ernüchterung folgt auf dem Fuß. Statt majestätischer Raubkatzen und moderner Gehege erwartet sie ein reichlich baufälliges Gelände für ausrangierte Tiere. Ein Lama mit Spuckhemmung, ein stummer Beo und ein farbloses Chamäleon sind nun wirklich nicht das, was man sich unter einer aufregenden Tierwelt vorstellt.

Richtig turbulent wird es erst, als Fine dem sturen Lama ihren Frust über den blöden ersten Schultag klagt. Das Tier fackelt nicht lange und spuckt ihr zielsicher mitten ins Gesicht. Der anfängliche Ekel schlägt am nächsten Morgen allerdings in blankes Staunen um, denn auf dem Pausenhof drehen plötzlich alle durch. Die Mitschüler suchen Fines Nähe und der verhasste Schulalltag verwandelt sich von jetzt auf gleich in ein einziges Spektakel. Während Fine mit ihrem neuen Kumpel Jan zu durchschauen versucht, ob die Spucke tatsächlich magische Kräfte besitzt oder ob das neu eingezogene, dauerhungrige Capybara seine Pfoten im Spiel hat, wird die plötzliche Aufregung schnell mehr Fluch als Segen.

Dazu kommen die Zeichnungen im Buch, die die Handlung mit Leben und Bewegung füllen. Das sind keine langweiligen Illustrationen, die einfach nur den Text abbilden. Wörter werden groß, dick oder schief gedruckt, Pfeile zeigen auf lustige Details in den Bildern und zwischendrin gibt es immer wieder kleine Comic-Schnipsel. Das lockert die Seiten so stark auf, dass auch Kinder, die sonst eher lesefaul sind, ruckzuck durch die Kapitel kommen. Gleichzeitig ist es nicht so reizüberflutend wie in anderen comicartigen Büchern. Der Text bleibt im Vordergrund, alles andere sind kreative Auflockerungen.

Besonders schön ist aber, dass hinter all dem Getöse um Lama-Spucke und Wasserschweine eine richtig gute Botschaft steckt. Es geht darum, wie anstrengend es ist, wenn man krampfhaft versucht, von allen gemocht zu werden. Manchmal ist es doch viel cooler, wenn man den einen richtigen Freund an seiner Seite hat.

Eine herrlich schräge Tiergeschichte, die man im Grunde an einem Nachmittag durchschmökert und die einfach Lust auf den nächsten Band macht.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Feen Feen Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen

Gundi Herget: “Bella Karamella – Ein bonbonsüßer Rettungsplan”

Gundi Herget (Autorin)
Barbara Korthues (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
176 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Naschhexe Karamella mischt die Schule auf!

Elfie hat das große Los gezogen: Sie wohnt direkt über dem Bonbonladen »Die Leckerei«. Zusammen mit der kleinen Naschhexe Karamella zaubert sie dort kunterbunte, magische Süßigkeiten. Deren Schlauzauberbonbons helfen sogar gegen schlechte Noten in der Schule.

Doch der Laden ist in Gefahr: Er soll schließen! Ausgerechnet die Eltern von Elfies gemeiner Klassenkameradin Bianca wollen den Laden räumen lassen. Aber aufgeben kommt nicht in die Bonbontüte! Ein Rettungsplan muss her – und zwar ein süßer, bitte sehr! Dabei bekommen Elfie und Karamella nicht nur Hilfe von ihren Freunden Michi und Murat, sondern auch von ganz und gar unerwarteter Seite. (Klappentext)

Magie im Bonbonladen

Für die neunjährige Elfie könnte das Leben eigentlich kaum schöner sein. Sie wohnt zusammen mit ihrer Mutter direkt über der „Leckerei“, einem herrlich nostalgischen Süßwarenladen. Als wäre ein Paradies voller Schokolade und Fruchtgummis direkt unter der eigenen Wohnung nicht schon fantastisch genug, hütet Elfie außerdem ein wunderbares Geheimnis. Mitten unter den Naschereien lebt die winzige, herrlich chaotische Naschhexe Bella Karamella. Wenn die beiden gemeinsame Sache machen, entstehen fantastische Leckereien, wie etwa Schlauzauberbonbons, die sogar bei kniffligen Matheaufgaben in der Schule helfen. Doch die Idylle gerät gewaltig ins Wanken, als der Bonbonladen plötzlich vor dem Aus steht.

Ausgerechnet die Eltern von Elfies gemeiner Klassenkameradin Bianca wollen den Laden räumen lassen. Für Elfie und Karamella steht augenblicklich fest: “Die Leckerei” muss gerettet werden, und zwar mit einem richtig ausgeklügelten Plan. Zusammen mit ihren Freunden Michi und Murat hecken sie eine Rettungsaktion aus, bei der rasch klar wird, dass man Unterstützung manchmal an Orten findet, an denen man sie am wenigsten erwartet hätte.

Gundi Herget erzählt diese turbulente Freundschaftsgeschichte mit erfrischendem Wortwitz und viel Verständnis für die alltägliche Lebenswelt von Kindern ab 8 Jahren. Trotz der magischen Komponenten mit Zauberzuckerstangen und bunten Naschereien bleibt die Geschichte nah an der Realität. Themen wie der Zusammenhalt in der Schule, Streitigkeiten unter Kindern und der mutige Einsatz für Dinge, die einem am Herzen liegen, werden vollkommen ungezwungen in die Handlung eingebunden. Auch das schwere Thema Schulhofrivalität wird feinfühlig aufgegriffen, ohne dabei schwarz-weiß zu zeichnen oder in Klischees zu verfallen.

Besonders gut gelingt der Autorin die Charakterzeichnung. Elfie ist eine prima Identifikationsfigur, die nicht perfekt ist, aber durch Köpfchen, Loyalität und Durchhaltevermögen überzeugt. Die kleine Naschhexe Karamella bringt mit ihrer unberechenbaren Art und den frechen Wortschöpfungen eine Menge Schwung und humorvolle Momente in das Geschehen.

Grafisch wird das Abenteuer durch die farbenfrohen und verspielten Illustrationen von Barbara Korthues wunderbar abgerundet. Die Zeichnungen fangen das bunte Treiben im Bonbonladen lebendig ein und erleichtern das Leseerlebnis für Selbstleser enorm. Durch die angenehme Kapitellänge eignet sich das Buch sowohl hervorragend zum Schmökern für geübte Erstleser als auch zum gemeinsamen Vorlesen am Abend.

Bella Karamella – Ein bonbonsüßer Rettungsplan ist ein rundum gelungenes, fröhliches Kinderbuch voller Fantasie, Witz und wichtiger Botschaften über Freundschaft und Hilfsbereitschaft. Ein richtig schönes Abenteuer für alle, die eine Prise Magie im Alltag schätzen und gespannt mitfiebern wollen, wie aus Gegenspielern echte Verbündete werden können.

Ein zuckersüßes Dankeschön an der Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Feen Kinderbücher Kinderbücher ab 8 Jahre Rezensionen

Emma Flint: “Die gute Fee mit der schlechten Laune – Der Wunschperlenauftrag”

Emma Flint (Autorin)
Pernille Ørum (Illustratorin)
Arena Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
152 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00 €

Brave Feen waren gestern – jetzt kommt Molli!

Gute Feen essen Zuckerwatte zum Frühstück, streuen Glitzer und verbreiten mit ihrem ansteckenden Glockenlachen Freude auf der ganzen Welt. Klingt toll, oder? Nicht für Fee Molli. Immer nur Süßigkeiten? Langweilig! Sich an ALLE Feenregeln halten? Schnarchlangweilig! Und von Langeweile bekommt Molli schlechte Laune. Dagegen hilft nur ein kleines Abenteuer. Doch als sie bei ihrem ersten Auftrag in der Menschenwelt dem Geburtstagskind Fabio zu neuen Freunden verhelfen will, gerät sie von einem Schlamassel ins nächste – und ihr Begleiter, der Pudel Pepito, in große Gefahr! (Klappentext)

Ein erfrischend anderes Feen-Abenteuer

Vergesst alles, was ihr jemals über gute Feen gehört habt. Das mit dem permanenten Glitzer-Verstreuen, dem zuckersüßen Dauerlächeln und der Zuckerwatte zum Frühstück hat sich erledigt. Zumindest, wenn es nach Fee Molli geht. Emma Flint räumt in ihrem neuen Reihenauftakt herrlich erfrischend mit den Klischees über Feen auf und schickt eine Heldin ins Rennen, die so herrlich unangepasst ist, dass man sie einfach sofort ins Herz schließen muss.

Molli geht zwar brav auf die Feenschule, aber die vielen Feenregeln findet sie langweilig. Und wenn ihr langweilig wird, bekommt sie schlechte Laune. Während die anderen Feenschülerinnen feenkonforme Dinge tun, liest Molli heimlich verbotene Abenteuerbücher aus dem Menschenreich, zaubert in Wandlungskunde versehentlich einen echten Drachen herbei und träumt von einer deftigen Zwiebelsuppe statt dem ewigen Süßkram. Ihr Lachen klingt folgerichtig auch nicht wie ein helles Glöckchen, sondern wie eine rostige Fahrradklingel. Als sie wegen ihrer Fehltritte schon bangen muss, überhaupt zum Ausflug in die Menschenwelt zugelassen zu werden, wendet sich das Blatt. Sie bekommt doch noch ihren ersten echten Auftrag! Sie soll dem Jungen Fabio seinen sehnlichsten Geburtstagswunsch erfüllen. Allerdings nicht ohne Aufpasser. Ihr wird der Wandelwicht Pepito an die Seite gestellt, der am liebsten die Gestalt eines extrem eingebildeten, ständig nörgelnden Königspudels annimmt. Dass diese explosive Mischung aus einer motzigen Fee und einem arroganten Luxus-Hund geradewegs in ein riesiges, chaotisches Schlamassel führt, versteht sich von selbst.

Diese Geschichte wird so herrlich allein durch Mollis Charakter. Sie hinterfragt die starren Regeln ihrer Welt, eckt an, bleibt sich selbst aber absolut treu. Sie ist tollpatschig, kreativ bei der Problemlösung und beweist, dass man eben nicht perfekt gelaunt sein muss, um Gutes zu tun. Nach einem etwas ruhigeren Einstieg entwickelt sich der Humor der Handlung so richtig, als das ungleiche Duo in der Menschenwelt landet. Die Dynamik und die hitzigen Dialoge zwischen Molli und dem pudeligen Pepito sind absolut großartig und sorgen für ganz viel Spaß beim Lesen. Zum Finale hin zieht die Spannung noch einmal ordentlich an, sodass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag.

Ein echtes Meisterwerk ist hier ganz klar in Sachen Buchgestaltung gelungen. Das Buch ist ein absoluter Augenschmaus! Schon das Cover glänzt mit schillernden Effekten und der farbige Buchschnitt der ersten Auflage lässt die Herzen im Buchladen höher schlagen. Die Illustrationen von Pernille Ørum sind komplett in Schwarz- und Magentatönen gehalten. Sie sind passende Farbtupfer auf den Seiten und lockern den Text perfekt auf.

Die Schrift ist angenehm groß und der lockere Schreibstil lädt regelrecht zum Selberlesen ein. Wichtige Wörter oder Passagen sind durch unterschiedliche Schriftstärken optisch hervorgehoben. Das sorgt nicht nur für Dynamik beim Lesen, sondern gibt gerade ungeübten Kids oder Lesemuffeln, die sich sonst eher schwertun, einen kinderleichten Einstieg.

Ein absolut gelungenes, herrlich unkompliziertes und witziges Fantasy-Abenteuer, das die Freude am Lesen weckt. Molli bringt frischen Wind in die Kinderbuchregale und macht auch Erwachsenen beim Vorlesen richtig viel Spaß.

Und Band 2 gibt es direkt auch schon:

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Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Zaubereulen!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Pappbilderbuch: 12,90 €

Zoa ist wütend! Erst wandert ihre Oma nach Griechenland aus (für immer!), dann zieht Zoa mit ihren Eltern in eine neue Stadt und weit weg von ihrer besten Freundin Carlotta. Das ist so unfair! Der Start nach den Ferien in der 4B der Henriette-Haumichnich-Schule ist auch nicht besser ‒ vor allem, als plötzlich ganz schön viele Eulen um sie herum auftauchen. Zwar liebt Zoa Eulen, aber diese scheinen auf magische Weise mit ihr verbunden zu sein. Und: Es werden immer mehr! Bevor die anderen aus der Klasse Zoa selbst für einen komischen Kauz halten, braucht sie dringend Hilfe. Warum hat ausgerechnet Zoa zu viele Zaubereulen? (Klappentext)

Gefühlschaos mit Eulen

Zoa platzt innerlich fast vor Wut. Ihre Oma wandert nach Athen aus und dafür zieht Zoas Familie in Omas Haus. In der neuen Schule fühlt sie sich fremd und ausgerechnet jetzt scheint ihr Leben auch noch von magischen Eulen übernommen zu werden. Erst taucht nur eine auf, dann noch eine, aber irgendwann flattern, sitzen oder schweben unglaublich viele Eulen um Zoa herum. Manche von ihnen sehen den Menschen aus Zoas Leben sogar ein bisschen ähnlich… Ist das Zufall? Andere erweisen sich als überraschend hilfreich. Besonders die Eule, die immer wieder Süßigkeiten anschleppt. Aber wohin mit so vielen Eulen?

Dass Zoas Gefühle ausgerechnet als Eulen auftauchen, macht wirklich Spaß. Mars-Leo Frei erzählt das Ganze mit viel Tempo und einem lockeren Humor. Die Kapitel sind angenehm kurz, die Sprache bleibt leicht verständlich und trotzdem nicht zu simpel. Viele kleine Ideen am Rand machen das Buch besonders. Dabei lebt die Geschichte weniger von riesigen Überraschungen als von ihren Figuren und dem ganzen Durcheinander, das sich nach und nach entwickelt.

Besonders gefallen hat mir die Klasse 4B. Die Kinder unterscheiden sich deutlich voneinander und erinnern trotzdem an genau die Mitschüler, die man aus der eigenen Schulzeit kennt. Manche wollen unbedingt cool sein, andere reden zu viel, einige beobachten lieber erst einmal alles. Die Dynamik in der Klasse kommt einem sofort bekannt vor. Auch Zoa selbst ist keine perfekte Heldin. Sie ist trotzig, manchmal unfair und oft überfordert.

Die Illustrationen von Daniela Kohl passen hervorragend dazu. Vor allem die vielen unterschiedlichen Eulen machen Spaß, weil jede ihren eigenen kleinen Charakter mitbringt. Überhaupt steckt im Buch viel Bewegung. Man wartet ständig auf die nächste Eule. Ein bisschen erinnert die Reihe dabei tatsächlich an Die Schule der magischen Tiere, nur mit viel mehr Tieren und stärker auf Gefühlschaos und Alltag konzentriert.

Die Handlung selbst bleibt eher überschaubar. Wer große Wendungen oder ein besonders raffiniertes Fantasy-Abenteuer erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz abgeholt. Einige Szenen ziehen sich ein wenig, bevor die Geschichte wieder Tempo aufnimmt, und das Ende kommt ein bisschen abrupt.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es ist fantasievoll, humorvoll und angenehm unaufgeregt. Vor allem versucht es nicht ständig, besonders wichtig oder tiefgründig zu sein. Stattdessen erzählt es einfach eine unterhaltsame Geschichte über Veränderung, Freundschaft und magisches Eulenchaos. Dass in den weiteren Bänden andere Kinder aus Zoas Klasse mit ihrem eigenen zu viel kämpfen müssen, macht definitiv neugierig auf mehr.

Lust auf mehr?

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Gesundheit Kinderbücher ab 8 Jahre Ratgeber Rezensionen Sachbücher für Kinder

Johanna Klement: “Körperquatsch mit Soße: Absurde Körperweisheiten und was an ihnen dran ist”

Johanna Klement (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,90 €

Absurde Körperweisheiten – und wie man nicht auf sie hereinfällt.

Auf einem Streifzug durch den Körper deckt die Ärztin Johanna Klement die häufigsten und absurdesten Körperweisheiten auf – von Kopf bis Fuß!

Ein Buch für alle Kinder, die sich gerne Sachwissen und Humor einverleiben wie eine große Portion Spaghetti. Aber aufessen, sonst gibt’s morgen schlechtes Wetter! Oder wie war das nochmal?!
(Klappentext)

Obstbäume im Bauch, Spaghetti aus den Ohren und weitere Familienmärchen

„Schrei nicht so, mir platzt gleich das Trommelfell!“
„Wenn du Kirschkerne schluckst, wächst dir ein Baum im Bauch!“

Solche Sätze halten sich erstaunlich zäh über viele Generationen hinweg. Man hört sie selbst als Kind, nimmt sie mal mehr mal weniger ernst und irgendwann trägt man sie selbst an die eigenen Kinder weiter. Meistens meint man es doch nur gut oder sogar nur im Scherz. Manchmal bedient man sich ihrer auch, weil es gerade der bequemste Weg ist. Nur dumm, wenn sie im Kopf des Kindes hängen bleiben und sich plötzlich gar nicht mehr so lustig anfühlen oder sogar Angst erzeugen.

Körperquatsch mit Soße greift genau diese Sprüche auf, um sie gründlich zu überprüfen. Das Buch wendet sich dabei direkt an die Kinder, stellt Fragen, spricht mögliche Zweifel an und zeigt dann, was tatsächlich im Körper passiert. Dabei geht es nicht nur um ein schnelles Stimmt! oder Stimmt nicht!, sondern auch darum, warum sich solche Weisheiten so hartnäckig halten.

Die Reise führt vom Kopf bis zu den Füßen. Jede Behauptung bekommt ihren eigenen Auftritt, meist auf einer Doppelseite, übersichtlich und gut portioniert. Man kann vorne anfangen oder gezielt zu dem Mythos springen, der gerade für Diskussionen gesorgt hat.

Was dem Buch besonders gut gelingt, ist die Balance zwischen Humor und Sachlichkeit. Die Illustrationen übertreiben genüsslich. Wenn ein Kirschkern im Bauch tatsächlich zum Baum würde, dann sieht man hier sehr deutlich, wie absurd das wäre. Gleichzeitig bleiben die Erklärungen klar und nachvollziehbar. Man merkt, dass medizinisches Wissen dahintersteht, das den eigentlichen Hintergrund solcher Sprüche erklärt.

Schön ist auch, dass Kinder nicht nur Antworten bekommen, sondern ermutigt werden, Aussagen zu hinterfragen. Warum sagen Erwachsene so etwas? Glauben sie selbst daran? Und wie findet man heraus, was wirklich stimmt? Dieser Gedanke zieht sich durch das Buch und macht es mehr als nur zu einer Sammlung lustiger Irrtümer. Natürlich ist es kein umfassendes Anatomiebuch. Die Mythen werden kompakt erklärt, ohne tief in wissenschaftliche Details einzusteigen. Für die Zielgruppe ab etwa acht Jahren ist das aber genau richtig so.

Körperquatsch mit Soße räumt mit alten Körperweisheiten auf. Es zeigt, was an ihnen dran ist und was einfach nur eine lächerliche Übertreibung darstellt. Es nimmt Kinder ernst, ihre Fragen auch und liefert Argumente, die man beim nächsten Körperquatsch gut gebrauchen kann.

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Guinness World Records Fußball Edition

Guinness World Records Ltd. (Herausgeber)
Lesealter: ab 8 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 17,99 €

Guinness World Records Fußball Edition ist das brandaktuelle Nachschlagewerk rund um die weltweit beliebteste Sportart. Es steckt voller Fakten, Statistiken und Portraits deiner Lieblingsrekordspieler. (Klappentext)

Fußballrekorde zwischen Staunen und Reizüberflutung

Die Guinness World Records – Fußball Edition ist für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche ein absolutes Muss. Inhaltlich geht es um die 100 bedeutendsten Fußballrekorde aller Zeiten, quer durch Epochen, Ligen und Geschlechter. Große Namen wie Pelé, Maradona, Messi oder Marta stehen neben aktuellen Stars und außergewöhnlichen Einzelleistungen, ergänzt durch Rekorde zu Vereinen, Spielen, Turnieren und besonderen Momenten. Der Fokus liegt erfreulicherweise auch auf Vielfalt: Männer- und Frauenfußball werden selbstverständlich gemeinsam behandelt, ebenso klassische Profiwettbewerbe und modernere Formen wie Freestyle oder eSport.

Der Aufbau folgt einem Countdown von Platz 100 bis Platz 1. Jeder Rekord bekommt in der Regel eine Doppelseite oder eine volle Seite. Das sorgt für etwas Übersicht auf der einzelnen Seite, auch wenn das Buch insgesamt sehr dicht gestaltet ist. Fotos, Infokästen, Zahlen, Grafiken und kurze Textblöcke konkurrieren teilweise stark um Aufmerksamkeit. Für Kinder, die visuelle Reize mögen und schnell zwischen Informationen springen, funktioniert das gut. Ruhige Leser:innen oder Kinder mit Konzentrationsschwierigkeiten könnten sich davon allerdings auch erschlagen fühlen.

Inhaltlich sind die Texte knapp und verständlich gehalten. Man braucht kein tiefes Vorwissen, um den Rekorden folgen zu können. Fachbegriffe werden meist durch Kontext oder Bildmaterial erklärt. Besonders für Kinder ab etwa 8 Jahren ist das dann gut zugänglich. Ab 8 aufwärts gibt es keine Altersgrenze. Ich denke, jeder, der sich für Fußball begeistert, kann sich über das Buch freuen und wird es mit viel Begeisterung durchblättern.

Viele Rekorde erzählen auch kleine Geschichten, zum Beispiel über außergewöhnliche Karrieren, überraschende Wendungen oder Leistungen, die unter besonderen Umständen entstanden sind. Dadurch bekommt das Buch mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Auch die Mischung aus historischen und aktuellen Rekorden sorgt für zusätzlichen Informationsgehalt. In der Zielgruppe kommt das Buch sehr gut an, vor allem bei Kindern, die Fußball ohnehin lieben, aber nicht unbedingt gern längere Texte lesen.

Unterm Strich ist die Guinness World Records Fußball Edition ein inhaltlich starkes, visuell sehr präsentes Buch, das Wissen, Staunen und Begeisterung verbindet. Sehr effektiv darin, Neugier zu wecken und Fußballgeschichte greifbar zu machen. Für junge Fußballfans ein echtes Highlight und buntes Nachschlagewerk.

Ein riesengroßes Dankeschön an vorablesen.de und den Verlag für das Rezensionsexemplar!