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Wolfram Hänel: “Die geheimnisvollen Zauber-Roller”

Wolfram Hänel (Autor)
Nadine Y. Resch (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 6 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00 €

Das Geheimnis in der Garage

Rio und Alma lieben es, mit ihren Rollern durch die Stadt zu düsen. Eines Tages finden sie bei einem alten, unbewohnten Haus zwei völlig verstaubte Roller. Sie sehen komisch aus und fahren schlecht – doch auf einmal sieht um Rio und Alma herum alles ganz anders aus als vorher! Und dann erleben die Freunde mit den Zauber-Rollern ein ganz unglaubliches Abenteuer … (Klappentext)

Ein rasantes Zeitreiseabenteuer für den perfekten Start ins selbstständige Lesen

Der Übergang vom gemeinsamen Vorlesen zum ersten eigenen Buch ist für Schulanfänger ein riesiger Meilenstein. Dieses Erstlesebuch verbindet eine originelle Idee mit kindgerechter Action und einer feinen Prise Magie und eignet sich daher prima als Geschenk für die Schultüte.

Die Geschichte dreht sich um die beiden Freunde Rio und Alma, die für ihr Leben gern mit ihren Rollern durch die Stadt düsen. Bei einem alten, unbewohnten Haus entdecken sie zwei völlig verstaubte, seltsam aussehende Modelle. Schnell stellt sich heraus, dass diese Fundstücke ein unglaubliches Geheimnis bergen: Es sind echte Zauber-Roller! Fährt man mit ihnen vorwärts, reist man in die Zukunft. Stößt man sich rückwärts ab, geht es geradewegs ab in die Vergangenheit. Plötzlich sieht die Umgebung völlig verändert aus und für die beiden Kinder beginnt ein rasantes Abenteuer durch die Zeit.

Der Autor versteht es sehr gut, eine spannende, fantasievolle Handlung zu konstruieren, ohne junge Leser:innen ab 6 Jahren sprachlich oder mit einer zu komplexen Handlung zu überfordern. Das Buch ist in der 2. Lesestufe von Penguin JUNIOR erschienen und exakt auf die Bedürfnisse von Leseanfängern abgestimmt. Die große, gut erfassbare Erstleseschrift schont die Augen, während die kurzen, einfachen Hauptsätze und die Gliederung in überschaubare Sinnschritte schnelle Erfolgserlebnisse garantieren. Ein besonderes Highlight für den Leselernprozess ist die gezielte Einfärbung der einzelnen Silben, was das Erfassen der Wörter optisch enorm erleichtert.

Die Unterteilung in mehrere Kapitel ermöglicht Lesepausen, während die Verständnisfragen und das Lesequiz am Ende spielerisch überprüfen, ob das Gelesene auch verstanden wurde. So wird das Textverständnis ganz nebenbei gefördert.

Die geheimnisvollen Zauber-Roller ist eine absolut empfehlenswerte, klug durchdachte Geschichte für den Schulstart. Ein fantasievolles und rundum stimmiges Buch, das von mir die volle Punktzahl erhält.

Ein riesengroßes Dankeschön an Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Katharina E. Volk: ” Eine kleine Katze für Anton”

Katharina E. Volk (Autorin)
Sarah Garbers (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 5 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 8,99€

Lesen lernen wie im Flug!

Anton und seine Eltern ziehen in eine neue Stadt. Alles ist anders, Anton ist traurig. Eines Tages findet er ein Kätzchen im Garten. Jetzt ist er nicht mehr allein! Dummerweise hat Antons Papa diese blöde Katzenhaarallergie. Zum Glück stellt sich heraus, dass die Familie, der die Katze gehört, gleich um die Ecke wohnt. So hat Anton nicht nur eine kleine Katze, sondern auch neue Freunde gefunden! (Klappentext)

Schritt für Schritt zum ersten Leseerfolg

Anton zieht mit seinen Eltern in eine völlig fremde Stadt, kennt dort noch keine Menschenseele und vermisst verständlicherweise sein altes Zuhause. Die anfängliche Traurigkeit verfliegt jedoch schlagartig, als er im Garten ein zuckersüßes Kätzchen entdeckt. Endlich ein kleiner Trostspender! Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken, denn Antons Papa leidet unter einer extrem lästigen Katzenhaarallergie. Das Haustier auf Dauer zu behalten, fällt damit flach. Glücklicherweise entpuppt sich der vermeintliche tierische Ausreißer als der Schlüssel zur Rettung gegen die Einsamkeit. Die Familie, die das Kätzchen schmerzlich vermisst, wohnt nämlich direkt um die Ecke. Am Ende verliert Anton zwar den flauschigen Dauergast, gewinnt dafür aber eine tolle Anlaufstelle zum Katzenstreicheln und – was noch viel wichtiger ist – neue Freunde in der Nachbarschaft.

Katharina E. Volk greift hier genau das auf, was wohl fast jedes Kind absolut nachvollziehen kann: den großen Wunsch nach einem eigenen Haustier. Es ist eine bodenständige Erzählung aus dem echten Leben, die sich durch die vier kurzen Kapitel prima einteilen lässt. Weil die Hauptwörter im Text konsequent durch kleine Bilder ersetzt wurden, können schon Vorschulkinder ab fünf Jahren beim gemeinsamen Lesen aktiv mitmachen, selbst wenn sie noch gar keine Buchstaben kennen. Es ist eine schöne Möglichkeit, die Kinder spielerisch einzubinden und erste kleine Erfolgserlebnisse zu sammeln, weil sie die Sätze ganz alleine beenden dürfen.

Das gesamte Konzept ist absolut durchdacht und die Symbole im Text sind durchweg verständlich und altersgerecht gewählt. Sollte bei dem einen oder anderen Bildsymbol doch mal ein kleines Fragezeichen auftauchen, haben die Macher perfekt mitgedacht: Am Ende des Buches gibt es eine praktische, ausklappbare Wörterliste. So lässt sich jedes Bild im Handumdrehen nachschlagen, was den Lesefluss kaum stört und ganz nebenbei eine schöne Gelegenheit bietet, den eigenen Wortschatz spielerisch zu erweitern.

Die Illustrationen von Sarah Garbers bedienen mit dem übergroßen Kopf des Kätzchens perfekt das Kindchenschema und lösen sofort den ultimativen Knuddel-Impuls aus. Die anschließenden Rätsel runden das Paket wunderbar ab, weil Eltern so ganz nebenbei prüfen können, ob beim Mitlesen auch wirklich etwas vom Inhalt hängengeblieben ist.

Insgesamt ist dieses Buch eine rundum gelungene Kombination aus einfühlsamer Erzählung und interaktiver Leseförderung. Es nimmt die Ängste vor Veränderungen ernst und zeigt den Kindern auf Augenhöhe, dass aus einer vermeintlichen Enttäuschung etwas richtig Tolles entstehen kann. Ein absolut hochwertiges Wohlfühlbuch für den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Ravensburger Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

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Stephanie Runge: “Vampire und Monster” (Ein Erstlesebuch mit Spaßgarantie für Jungs und Mädchen ab 7 Jahren)

Stephanie Runge (Autorin)
Jutta Wetzel (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 7 Jahren
48 Seiten
Gebundenes Buch: 10,00€

Wer ist hier das Monster?!

Der kleine Vampir Viktor schleicht sich mitten am Tag aus dem Haus. Seine Eltern schlafen natürlich noch tief und fest. Etwas aufgeregt ist er natürlich – schließlich treiben um diese Uhrzeit Menschen ihr Unwesen, diese vampirfressenden Monster, die er aus den Horrorfilmen seiner großen Schwester kennt.Doch aller Vorsicht zum Trotz, gerät Viktor in die Fänge eines Menschenmädchens! Sicher wird er gleich zu Wurst verarbeitet! Ihm wird vor Angst ganz übel. Doch dann erfährt er etwas, was ihn fast aus den Socken haut: Menschen fressen gar keine Vampire! Ganz im Gegenteil, sie haben sogar eine Riesenangst vor ihnen – als ob Vampire Menschenblut trinken würden, uah… wie ekelig. Und in Särgen schlafen sie schon mal gar nicht. Wie Menschen nur auf so etwas kommen? (Klappentext)

Spannende Kinderliteratur zum Festigen der Lesefertigkeit

Der kleine Vampir Viktor schleicht sich heimlich aus dem Haus, während alle anderen schlafen. Er will unbedingt in den Botanischen Garten, um die seltene Königin der Nacht blühen zu sehen. Ein Vorhaben, das mich sofort schmunzeln ließ, denn meine eigene Oma hatte früher auch so einen Kaktus. Ich weiß noch genau, wie meine Mutti und ich damals mitten in der Nacht zu ihr gefahren sind, nur um dieses botanische Spektakel nicht zu verpassen! Für Viktor ist der Ausflug bei Tageslicht allerdings ein echter Horror-Trip. Durch die Gruselfilme seiner großen Schwester ist er nämlich fest davon überzeugt, dass Menschen blutrünstige Vampirfresser sind, die ihn auf dem Markt direkt beim Metzger zu Wurst verarbeiten wollen. Als er dann ausgerechnet an ein Menschenmädchens gerät, ist die Panik groß, bis er eine Entdeckung macht, die ihn komplett aus den Socken haut. Menschen fressen ja gar keine Vampire, sondern haben im Gegenteil selbst eine Heidenangst vor ihnen.

Stephanie Runge gelingt in diesem Buch ein richtig charmanter und humorvoller Perspektivwechsel. Es macht einfach Spaß zu sehen, wie die typischen Grusel-Klischees einmal komplett umgedreht werden. Während wir Menschen uns schaurige Geschichten über Särge und das Trinken von Blut ausmalen, schüttelt sich Viktor darüber nur angeekelt. Er findet die Vorstellung absurd und bleibt lieber bei seiner gewohnten tierischen Kost, während er im Gegenzug erstaunt feststellt, dass Menschen sich von Gebäck ernähren. Aus der Sicht von Kindern ab sieben Jahren ist dieses Verwechslungsspiel ein absoluter Volltreffer, der durch die liebevollen und farbenfrohen Illustrationen von Jutta Wetzel perfekt untermalt wird. Besonders die Szenen, in denen die beiden Welten aufeinanderprallen, sind optisch toll umgesetzt.

Man sollte das Buch trotz der großen Schrift und der vielen Bilder aber nicht als reines, superleichtes Erstlesefutter abstempeln. Der Text hat durchaus seine Ansprüche und fordert die Konzentration der Kids. Für die zweite Klasse ist der Umfang schon ein ordentliches Stück Arbeit, bei dem man ein bisschen Durchhaltevermögen braucht. Schön finde ich dabei, dass die Autorin den jungen Lesern sprachlich einiges zutraut. Zwischen den Zeilen verstecken sich immer wieder echte Zungenbrecher und längere Fachbegriffe wie Venusfliegenfalle, Grottenolm, Schwanzlurch oder Lichtschutzfaktor. Das ist grandios, um den Wortschatz spielerisch zu erweitern, ohne dass es trocken wirkt. Durch die clevere und witzige Herangehensweise an das Thema Vorurteile eignet sich das Buch nicht nur zum Selberlesen, sondern ist auch ein toller Kandidat für die Klassenbibliothek, zum gemeinsamen Vorlesen am Abend oder als Geschichte rund um die Halloween-Zeit. Am Ende bleibt ein richtig schönes Stück Kinderliteratur, das zeigt, dass man vor dem Unbekannten keine Angst haben muss.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Tulipan Verlag für dieses wunderbare Rezensionsexemplar!

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Smilla Blau: “Biber Justin – Auf der dunklen Seite des Pools”

Smilla Blau (Autorin)
Nikolai Renger (Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
240 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Hilfe! Keiner glaubt mir, nicht mal mein bester Kumpel

Gestern ist mein Opa bei uns eingezogen, und er hat seinen neuen Hund Justin mitgebracht. Aber Leute, das ist kein Hund, sondern ein BIBER! Leider merkt das niemand, außer mir. Nichts ist vor seinen krassen gelben Zähnen sicher: Kabel, Tischbeine – und mein geliebter Pool. Ständig hängt Justin im Wasser ab, und ich kann nicht mehr darin trainieren. (Dabei will ich doch Profiwassersportler werden!) Und das alles macht er mit voller Absicht! Woher ich das weiß? Dieses Biest spricht (allerdings nur mit mir) und will den Pool für sich allein! Ich muss Justin so schnell wie möglich wieder loswerden. Nur wie? Dieser Typ ist echt clever!
(Klappentext)

Abenteuer mit Biber

Als Opa mit seinem Therapiehund bei Lenny einzieht, ist die Freude groß. Immerhin war Opa früher Wasserballtrainer und Lenny steht kurz vor der wichtigen Qualifikation für das Jugendnationalteam. Das Problem ist nur, dass sich der angebliche Hund als ein ziemlich vorlauter Biber namens Justin entpuppt. Statt Stöckchen zu holen, knabbert er mit Vorliebe Türrahmen und Gartenmöbel an. Schlimmer noch ist für Lenny, dass Justin kurzerhand den heimischen Trainingspool besetzt und ihn zu seiner privaten Festung umbaut. Da für Lenny ohne Pool das dringend notwendige Schwimmtraining ins Wasser fällt, lautet der Plan: Der Biber muss weg. Irgendwie. Was als erbitterter Revierkampf um das kühle Nass beginnt, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit zu einer unerwarteten Freundschaft, bei der Justin für Lenny zu einer ganz besonderen Unterstützung wird, als es beim Wasserball um alles oder nichts geht.

Schon beim ersten Blick auf das Cover, das von Nikolai Renger dynamisch und witzig gestaltet wurde, und auf den Titel erkennt man den Humor des Buches. Die namentliche Nähe zu einem gewissen Popstar ist ein genialer, saukomischer Geniestreich von Smilla Blau. Und wer bei der „dunklen Seite des Pools“ sofort an Darth Vader und Star Wars denkt, liegt wohl goldrichtig. Es ist eine herrliche filmische Anspielung, die zeigt, dass hier mit viel Augenzwinkern gearbeitet wird. Als erwachsener Leser:in stolpert man anfangs vielleicht über die Tatsache, dass dieser Biber nicht nur munter mit Lenny spricht, sondern nebenbei auch noch einen eigenen Social-Media-Account betreibt, von dem die Erwachsenen und Lennys Freunde auf magische Weise überhaupt nichts mitbekommen. Ja, das ist schon sehr vermenschlicht und mag dem logischen Elterngehirn erst einmal etwas befremdlich vorkommen. Aber betrachtet man das Ganze aus der Sicht der Zielgruppe ab acht oder neun Jahren, ist es vermutlich genau das, was die Geschichte so cool macht. Diese exklusive Verbindung zwischen einem Kind und einem Tier, von der die Erwachsenen keinen blassen Schimmer haben.

Hinter dem ganzen Chaos, dem Slapstick und den verstopften Wasserleitungen verbirgt sich aber auch eine tiefgründigere Ebene. Justin ist nämlich kein böswilliger Saboteur, er folgt einfach nur seinem natürlichen Instinkt. In einer Welt, in der natürliche Flussläufe und Wildnisse immer knapper werden, baut er sich seine Burg eben dort, wo er klares Wasser findet: in Lennys Pool. Smilla Blau gelingt hier das Kunststück, ganz leise das Thema Naturschutz und schwindenden Lebensraum bedrohter Arten anklingen zu lassen. Lenny (und mit ihm die jungen Leser:innen) begreift nach und nach, welchen unschätzbaren Nutzen Biber in der freien Natur eigentlich haben. Aus dem nervigen Pool-Besetzer wird ein schützenswertes Wesen, das man am Ende der Geschichte gar nicht mehr gehen lassen möchte.

Diese neu gewonnene Empathie spiegelt sich auch in Lennys sportlicher Entwicklung wider. Er leidet unter einer klassischen Blockade. Er trainiert zwar extrem hart, aber sobald er im Spiel unter Druck gerät, kommen die Selbstzweifel. Wie das Buch diese mentale Krise löst, ist psychologisch vielleicht nicht ganz lehrbuchmäßig, aber dafür unglaublich witzig, effektiv und kindgerecht. Am Ende steht eine herzerwärmende Botschaft über Leistungsdruck, Versagensängste und die Erkenntnis, dass Unterstützung manchmal aus der unerwartetsten, pelzigsten Ecke kommt. Eine absolute Empfehlung für alle Kids, die Lust auf ein witziges Abenteuer haben, das im Kern zeigt, wie wichtig es ist, die Natur und ihre eigensinnigen Bewohner zu verstehen und zu schützen.

Ein riesengroßes Dankeschön an Fischer Sauerländer für dieses Rezensionsexemplar!

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Mars-Leo Frei: “Hilfe, zu viele Zaubereulen!”

Mars-Leo Frei (Autor)
Daniela Kohl (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
160 Seiten
Pappbilderbuch: 12,90 €

Zoa ist wütend! Erst wandert ihre Oma nach Griechenland aus (für immer!), dann zieht Zoa mit ihren Eltern in eine neue Stadt und weit weg von ihrer besten Freundin Carlotta. Das ist so unfair! Der Start nach den Ferien in der 4B der Henriette-Haumichnich-Schule ist auch nicht besser ‒ vor allem, als plötzlich ganz schön viele Eulen um sie herum auftauchen. Zwar liebt Zoa Eulen, aber diese scheinen auf magische Weise mit ihr verbunden zu sein. Und: Es werden immer mehr! Bevor die anderen aus der Klasse Zoa selbst für einen komischen Kauz halten, braucht sie dringend Hilfe. Warum hat ausgerechnet Zoa zu viele Zaubereulen? (Klappentext)

Gefühlschaos mit Eulen

Zoa platzt innerlich fast vor Wut. Ihre Oma wandert nach Athen aus und dafür zieht Zoas Familie in Omas Haus. In der neuen Schule fühlt sie sich fremd und ausgerechnet jetzt scheint ihr Leben auch noch von magischen Eulen übernommen zu werden. Erst taucht nur eine auf, dann noch eine, aber irgendwann flattern, sitzen oder schweben unglaublich viele Eulen um Zoa herum. Manche von ihnen sehen den Menschen aus Zoas Leben sogar ein bisschen ähnlich… Ist das Zufall? Andere erweisen sich als überraschend hilfreich. Besonders die Eule, die immer wieder Süßigkeiten anschleppt. Aber wohin mit so vielen Eulen?

Dass Zoas Gefühle ausgerechnet als Eulen auftauchen, macht wirklich Spaß. Mars-Leo Frei erzählt das Ganze mit viel Tempo und einem lockeren Humor. Die Kapitel sind angenehm kurz, die Sprache bleibt leicht verständlich und trotzdem nicht zu simpel. Viele kleine Ideen am Rand machen das Buch besonders. Dabei lebt die Geschichte weniger von riesigen Überraschungen als von ihren Figuren und dem ganzen Durcheinander, das sich nach und nach entwickelt.

Besonders gefallen hat mir die Klasse 4B. Die Kinder unterscheiden sich deutlich voneinander und erinnern trotzdem an genau die Mitschüler, die man aus der eigenen Schulzeit kennt. Manche wollen unbedingt cool sein, andere reden zu viel, einige beobachten lieber erst einmal alles. Die Dynamik in der Klasse kommt einem sofort bekannt vor. Auch Zoa selbst ist keine perfekte Heldin. Sie ist trotzig, manchmal unfair und oft überfordert.

Die Illustrationen von Daniela Kohl passen hervorragend dazu. Vor allem die vielen unterschiedlichen Eulen machen Spaß, weil jede ihren eigenen kleinen Charakter mitbringt. Überhaupt steckt im Buch viel Bewegung. Man wartet ständig auf die nächste Eule. Ein bisschen erinnert die Reihe dabei tatsächlich an Die Schule der magischen Tiere, nur mit viel mehr Tieren und stärker auf Gefühlschaos und Alltag konzentriert.

Die Handlung selbst bleibt eher überschaubar. Wer große Wendungen oder ein besonders raffiniertes Fantasy-Abenteuer erwartet, wird hier vielleicht nicht ganz abgeholt. Einige Szenen ziehen sich ein wenig, bevor die Geschichte wieder Tempo aufnimmt, und das Ende kommt ein bisschen abrupt.

Trotzdem hat mir das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es ist fantasievoll, humorvoll und angenehm unaufgeregt. Vor allem versucht es nicht ständig, besonders wichtig oder tiefgründig zu sein. Stattdessen erzählt es einfach eine unterhaltsame Geschichte über Veränderung, Freundschaft und magisches Eulenchaos. Dass in den weiteren Bänden andere Kinder aus Zoas Klasse mit ihrem eigenen zu viel kämpfen müssen, macht definitiv neugierig auf mehr.

Lust auf mehr?

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Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die Schule am Meer” (Band 1)

Claudia Schaumann (Autorin)
Nadine Jessler (Illustratorin)
Fischer Sauerländer
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Eine Küche voller Magie

Ein Umzug nach Frankreich? Marie ist wenig begeistert, als ihre Mutter eine Stelle als Köchin an einer französischen Schule annimmt. Ihr fehlen ihre Freundinnen! In der neuen Schule sind alle komisch. Doch dann weiht Maries Oma Aveline sie in ein Geheimnis ein: Mit den richtigen magischen Zutaten kann Marie Gerichte kochen, die die Menschen verzaubern. Marie ist elektrisiert: Vielleicht hilft ja ein bisschen Zauberei bei ihren Startschwierigkeiten? Doch ihr erstes Koch-Experiment geht total schief, und plötzlich ist der Job ihrer Mutter in Gefahr! Das muss Marie unbedingt wieder gutmachen – am besten mit einem magischen Buffet beim großen Schulfest …
(Klappentext)

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

Vielen lieben Dank an Fischer Sauerländer für das magische Rezensionsexemplar!

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Barbara Rose: “Das Geheimnis der Weihnachtsbaumkugeln – Ein Abenteuer mit 24 Kapiteln”

Barbara Rose (Autorin)
Elena Cavion (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 5 Jahre
144 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Die Überraschung ist groß, als Emil und seine Schwester Lio in der neuen Weihnachtsbaumkugel einen waschechten Weihnachtskobold entdecken. Der kleine Herr Weibold braucht dringend ihre Hilfe: Er wurde von einem richtigen Weihnachtsmuffel in die Kugel gesperrt und dieser verfolgt einen fiesen Plan, jedem das Fest zu vermiesen! Emil, Lio und Herr Weibold stürzen sich ins Abenteuer, um allen doch noch wunderbare Weihachten zu bescheren. (Klappentext)

Ein Weihnachtsabenteuer voller Glitzer und Chaos

Das Geheimnis der Weihnachtsbaumkugeln ist so ein Buch, das man aufschlägt und sofort ist da dieses Gefühl von Advent. Überall schimmert es, alles leuchtet und man spürt: Hier wird’s gemütlich.

Jeden Winter dürfen Emil und Lio eine neue Kugel für den Baum aussuchen. Doch dieses Jahr läuft alles ein bisschen anders. In Emils Kugel steckt nämlich ein echter Weihnachtskobold – Herr Weibold – und der braucht dringend Hilfe. Der fiese Standbesitzer Herr Mufflig hat ihn gefangen genommen und wenn niemand eingreift, ist Weihnachten in Gefahr. Also stürzen sich Emil, Lio und ihr neuer Freund in ein turbulentes Abenteuer voller Zauberkugeln, Chaos und einer guten Portion Weihnachtsmagie.

Was das Buch sofort besonders macht, ist seine Stimmung. Schon das Cover ist ein kleiner Blickfang und im Inneren funkeln die Illustrationen von Elena Cavion. Sie fangen den Lichterglanz, die Schneeflocken und den warmen Kerzenschein so schön ein, dass man sich fast selbst im Weihnachtsmarktgetümmel wähnt.

Die Geschichte ist in 24 Kapitel unterteilt. Also perfekt, um sie in der Adventszeit Stück für Stück zu lesen, aber ohne dass man Seiten auftrennen müsste. Es ist kein Adventskalenderbuch im klassischen Sinn, sondern einfach eine fortlaufende Geschichte, die sich wunderbar zum Vorlesen oder Selberlesen eignet.

Barbara Rose schreibt leicht, warmherzig und mit Humor. Emil und Lio streiten, staunen und retten Weihnachten und man merkt, dass hier der Spaß im Vordergrund steht. Dabei hat die Geschichte trotzdem eine kleine Botschaft: Dass Weihnachten vor allem dann funktioniert, wenn man zusammenhält.

Am Ende bleibt einfach dieses typische Gefühl, das gute Weihnachtsbücher hinterlassen: Man klappt das Buch zu, sieht den Baum an und hat wieder ein bisschen mehr Lust auf Kerzenschein und Zimtduft.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für das magische Rezensionsexemplar!

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Michael Petrowitz: “Die unendliche Klassenfahrt: Spuk auf Burg Hammelstein”

Michael Petrowitz (Autor)
Stefanie Klaßen (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 7 Jahre
128 Seiten
Gebundenes Buch: 11,99 €

Wie genial ist das denn bitte? Weil Herr Vogelsang unser Klassenzimmer versehentlich in die Luft gesprengt hat, gehen wir mit ihm auf Klassenfahrt. Genauer gesagt: auf eine unendliche Klassenfahrt! Eigentlich wollten wir ja ans Meer, aber dann sind wir auf einer alten Burg gelandet. Die Menschen hier sehen alle aus wie in einem Fantasy-Film. Und angeblich soll es hier sogar spuken … (Klappentext)

Abenteuer zwischen Ritterburg und Geisterspuk

Mit Die unendliche Klassenfahrt: Spuk auf Burg Hammelstein eröffnet Michael Petrowitz eine Reihe, die Abenteuerlust und Fantasie wunderbar verbindet. Eigentlich wollte die 4a an die Ostsee, doch der Bus ROSINE hat eigene Pläne und so landen die Kinder mitten im Mittelalter. Dort warten ein Turnier, ein Lehrer im Kerker und ein unheimlicher Spuk, den es zu beenden gilt.

Die Mischung aus Humor und Spannung funktioniert gut. Während man über den chaotischen Lehrer schmunzeln kann, spürt man beim Geisterspuk durchaus ein leichtes Gruseln. Gerade diese Kombination fanden wir an dem Buch besonders gelungen. Es ist witzig genug, um locker zu bleiben, und spannend genug, damit man unbedingt weiterlesen will.

Die Illustrationen von Stefanie Klaßen machen einen großen Teil des Buches aus. Sie zeigen die Klasse vielfältig und individuell: Kinder mit Gipsbein, gefärbter Strähne, in Fußballklamotten oder mit langen Haaren. Diese Vielfalt wirkt selbstverständlich und macht die Figuren greifbar. Außerdem sind die Bilder so detailreich, dass Kinder gerne durch das ganze Buch blättern, um sie sich wieder und wieder anzusehen.

Die Sprache ist leicht zugänglich, mit großer Schrift und kurzen Sätzen. Das nimmt Leseanfängern die Angst vor dicken Büchern. Wer schon geübter liest, ist allerdings schnell durch. Dafür eignet sich die Geschichte hervorragend zum Vorlesen, gerade weil die Dialoge lebendig klingen und sich gut laut lesen lassen.

Mein einziger Kritikpunkt ist der Einstieg. Er wirkt zunächst gemächlich, bis deutlich wird, welche Rolle der Bus wirklich spielt. Ab diesem Moment gewinnt die Geschichte an Tempo und hält die Spannung bis zum Schluss.

Insgesamt ist der Auftakt zur unendlichen Klassenfahrt gelungen. Es ist eine bunte Mischung aus Humor, Abenteuer und einem Hauch Grusel. Kinder werden sicher gespannt sein, wohin ROSINE die Klasse als Nächstes bringt.

Wir bedanken uns bei Lovelybooks für diesen magischen Buchgewinn!

Das nächste Abenteuer mit ROSINE steht schon in den Startlöchern:

erscheint voraussichtlich
am 1. März 2026

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Magnus Myst: “Das kleine Böse Buch 8: Spoooky!” (Das kleine Böse Buch, Bd. 8)

Magnus Myst (Autor)
Thomas Hussung (Illustrator)
Ueberreuter Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Hey, du!

Pssst! Du wirst es nicht glauben: Ich hab herausgefunden, wie man Geister fängt! Echte Gespenster! Ja, ehrlich! Und es ist nicht mal schwierig. Du brauchst nur ein Stück Klopapier, ein bisschen Magie – und natürlich jede Menge Mut. Weil: Klar ist das nicht ganz ungefährlich. Vielleicht sogar richtig gruselig! Aber hey! Auch ganz schön cool, oder? Also, wie sieht’s aus? Kommst du mit auf Geisterjagd?

Du traust dich doch, mich zu lesen, oder? (Klappentext)

Lesen auf eigene Gefahr – hier spukt’s zwischen den Seiten!

Dieses Buch will nicht einfach gelesen werden – es will dich mit Haut und Haaren in seine Geschichte ziehen. In Spoooky! bekommt das kleine Böse Buch Post von Edgar, einem Jungen, der ein mysteriöses „Buch der Geister“ gefunden hat. Darin steht, wie man eine Geisterfalle baut. Allein schafft er das nicht, also lädt unser charmant-fieser Erzähler ihn kurzerhand zwischen seine eigenen Seiten ein.

Von hier an springen die Leser:innen mit den beiden kreuz und quer durchs Buch, lassen sich von optischen Täuschungen nicht beirren, entdecken versteckte Hinweise und knobeln sich durch Rätsel, die mal wie ein netter Zeitvertreib wirken und mal so knifflig sind, dass man schon ein bisschen länger grübeln muss. Besonders schön finde ich, dass man die Geschichte auch super als nächtliches Highlight zum Kindergeburtstag verwenden oder zur Lesenacht in die Schule mitbringen kann.

Magnus Myst trifft wieder genau die Mischung, die diese Reihe so besonders macht: mit Spannung, einer (großen) Prise Grusel, jeder Menge Mitmach-Elementen und Humor, der herrlich fies und ironisch ist. Kinder ab acht Jahren finden hier genug Nervenkitzel, um gefesselt zu bleiben, ohne dass es zu unheimlich wird. Und wer clever um die Ecke denken kann, wird an den Rätseln doppelt Spaß haben.

Die Illustrationen von Thomas Hussung setzen dem Ganzen die Krone auf. Sie sind detailverliebt, stimmungsvoll und immer mit einem kleinen Augenzwinkern. Manchmal verrät ein Bild mehr als der Text, sofern man genau hinsieht.

Ein kleiner Hinweis für eingefleischte Fans: Die Grundstruktur bleibt der Reihe treu, man erkennt also gewisse Mechanismen wieder. Für Neulinge der Reihe bedeutet das frischen Nervenkitzel, für Stammleser ein wohliges „Ach, da bist du ja wieder!“.

Dieses Buch würde ich jetzt aber nicht als entspannende Lektüre kurz vor dem Einschlafen nutzen. Es fordert dich heraus, veräppelt dich und macht dabei jede Menge Spaß. Wer sich darauf einlässt, wird am Ende nicht mehr so genau wissen, ob er das Buch gelesen hat – oder das Buch ihn. Einfach zu spannend, um es aus der Hand zu legen.

Vielen lieben Dank an vorablesen.de und den Ueberreuter Verlag für das spoooky Rezensionsexemplar!

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Die drei ??? Kids: Geheimnis um CubeMax

Calle Claus (Autor)
Marco Armbruster (Illustrator)
Kosmos
Lesealter: ab 8-10 Jahre
128 Seiten
Pappbilderbuch: 13,00€

Auf der Computerspiel-Convention in Rocky Beach herrscht Hochspannung – besonders als das brandneue Game ‘CubeMax’ präsentiert wird. Die drei ??? Kids sind gefesselt von der faszinierenden Spielewelt, doch dann kreuzt Nika ihren Weg. Verzweifelt bittet sie die drei um Hilfe: Ihr Bruder Noah, der Spieleentwickler von ‘CubeMax’, ist spurlos verschwunden. Justus, Peter und Bob tauchen tief in die geheimnisvolle Welt von ‘CubeMax’ ein – und schnell wird klar: Hier geht es um mehr als nur ein Computerspiel. (Klappentext)

Wenn Minecraft auf die drei ??? Kids trifft – Ein Comicroman mit Höhen und Längen

Wenn drei kleine Detektive plötzlich in einer virtuellen Welt landen, in der Lavaflüsse zischen, Pixelmonster lauern und Portale in fremde Spielzonen führen, dann klingt das nach einem Abenteuer, das nicht nur Minecraft-Fans neugierig macht. Geheimnis um CubeMax, der Auftaktband einer neuen Trilogie, verknüpft die vertraute Welt der drei ??? Kids mit einer digitalen Spieleumgebung – bunt, blockig und voller Rätsel. Das Konzept funktioniert, wenn auch nicht an allen Stellen gleich gut.

Die Gestaltung des Buches sticht auf jeden Fall heraus. Wechselnde Text- und Comicseiten sorgen für Abwechslung beim Lesen und geben dem Ganzen Tempo. Besonders für Kinder, die sich mit längeren Texten schwertun oder die Bücher sonst langweilig finden, ist dieser Aufbau ein echter Gewinn. Die Illustrationen wirken lebendig und fangen die Atmosphäre der virtuellen Welt sehr überzeugend ein. Mein Sohn war vor allem von den kreativen Spielwelten angetan, die sich zwar an bekannten Vorbildern orientieren, aber eigene Ideen einbringen. Für ihn war das Buch „richtig cool gemacht“, gerade weil es nicht einfach nur Minecraft kopiert.

Inhaltlich bleibt die Geschichte eher auf einer einfachen Ebene. Ein verschwundener Entwickler, eine geheime Mission im Spiel, ein Gegenspieler mit zweifelhaften Absichten – alles solide Zutaten für ein Abenteuer. Doch die Handlung entwickelt sich eher gemächlich. Es gibt längere Dialoge, in denen die Figuren über das Geschehen sprechen, ohne dass wirklich viel passiert. Mein Sohn fand das stellenweise zu langatmig, gerade weil er eigentlich Spannung erwartet hatte. Der Lesefluss wurde für ihn immer dann unterbrochen, wenn zu viel geredet und zu wenig erlebt wurde.

Trotzdem hat er das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen, was für sich spricht. Der Sog entsteht hier weniger durch überraschende Wendungen oder Nervenkitzel, sondern eher durch die Atmosphäre und den Wunsch, die nächste Spielwelt zu entdecken. Der Reiz liegt im Abenteuer selbst, nicht in einem klassischen Kriminalfall. Das passt zur Zielgruppe, die bei überladenen Plots oft ohnehin aussteigt.

Was die Figuren betrifft, bleiben Justus, Peter und Bob angenehm vertraut. Sie tun, was sie immer tun: beobachten, kombinieren, helfen. Tiefgang sollte man nicht erwarten, aber für die Altersgruppe ist das völlig in Ordnung. Neue Figuren fügen sich passend ins Geschehen ein, wirken aber eher als Bausteine für die Handlung als als echte Persönlichkeiten.

Insgesamt wirkt Geheimnis um CubeMax wie eine Einladung an junge Leser:innen, sich auf neue Wege mit den drei ??? zu begeben. Wer Spielewelten liebt und gleichzeitig Lust auf Bücher hat, findet hier eine kindgerechte Mischung aus Comicroman, Abenteuer und Detektivgeschichte – mit viel optischer Abwechslung, einfachen Rätseln und einem modernen Setting. Die Spannung bleibt dabei eher auf mittlerem Level, die Ideenwelt hingegen macht Lust auf mehr.

Von Herzen Dankeschön an den Verlag und vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!