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Markus Osterwalder: “Bobo Siebenschläfer – So bunt ist der Herbst”

Markus Osterwalder (Autor)
Dorothée Böhlke (Illustratorin)
Rotfuchs Fischer Sauerländer
Lesealter: ab 4 Jahren
96 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Mit Bobo Siebenschläfer den Herbst erleben!

Die Blätter färben sich bunt, und Bobo Siebenschläfer nimmt alle Veränderungen der Natur mit kindlicher Neugier wahr. Mit Mama geht er auf den Markt und kocht mit Papa eine frische Gemüsesuppe; mit Bobos Freund Jeremy lässt sich herrlich durch die Pfützen springen; bei Oma und Opa hilft Bobo dabei, ein Vogelhäuschen zu bauen und dem Igel sein Winterquartier herzurichten. Und schließlich steht ja noch der große Laternenumzug mit dem Kindergarten an! (Klappentext)

Herbstabenteuer mit dem kleinen Siebenschläfer

Vier Geschichten begleiten Bobo und seine Familie durch die bunte Jahreszeit. Auf dem Wochenmarkt kauft er buntes Gemüse, meistert eine Begegnung mit einer Wespe und hilft zu Hause beim Suppekochen. Er springt mit seinem Freund Jeremy durch Regenpfützen und baut bei den Großeltern ein Vogelhäuschen und ein Igelquartier für den Winter. Zum Abschluss geht es mit den Freunden aus der Kita und selbstgebastelten Laternen zum St.-Martins-Umzug.

Ganz ehrlich, optisch ist Bobo Siebenschläfer nicht unbedingt mein persönlicher Favorit. Aber bei meinen Kindern zwischen 3 und 7 Jahren zieht der kleine Kerl einfach jedes Mal aufs Neue. Wer die Bücher kennt, weiß auch, woran das liegt. Die Geschichten greifen genau die Themen auf, die den Kindern in diesem Alter auffallen und Spaß machen: Blätter sammeln, in Pfützen springen, Tiere im Garten beobachten und Laternen basteln.

Die einzelnen Abenteuer begleiten die Alltagsabläufe sehr genau und im Detail. Eine Geschichte bleibt nicht bei einem kurzen Impuls stehen, sondern nimmt sich Zeit von der ersten Entdeckung bis zum fertigen Ergebnis, wie beim Einkaufen, Vorbereiten und Kochen der Gemüsesuppe. Das macht die Kapitel zwar recht lang, beim Vorlesen stört das die Kinder aber überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie finden sich in den Schritt-für-Schritt-Abläufen sofort wieder. Auch dass vertraute Figuren wie Jeremy und Fatima vorkommen, sorgt für Wiedersehensfreude.

Pro Bild gibt es zwar nur ein bis zwei kurze Sätze, aber weil wirklich jede Kleinigkeit einer Handlung erzählt wird, zieht sich das Ganze aus Erwachsenensicht stellenweise ganz schön in die Länge. Aus pädagogischer Sicht ist dieser Aufbau für Kinder aber genial. Das schrittweise Zerlegen der Situationen gibt kleinen Zuhörern enorm viel Sicherheit, hilft beim Verarbeiten von Alltagsabläufen und überfordert sie nicht. Dazu kommt das altbewährte Muster am Ende jedes Kapitels: Nach all dem Trubel schläft Bobo müde und zufrieden ein. Das schafft eine angenehme Ruhe im Kinderzimmer und eignet sich ideal für die Abendroutine vor dem Schlafen.

Wer also ein schönes Vorlesebuch für die Herbstmonate sucht, das Kindern Lust auf Gummistiefel, raschelndes Laub und Laternenumzüge macht, bekommt hier eine rundum gelungene Geschichtensammlung für Kinder ab 3 Jahren.

Ein ganz großes Dankeschön an den Rotfuchs Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar, das mit Begeisterung in der Bienchen-Gruppe gelesen wird.

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Madlen Ottenschläger: “Das Krawallkehlchen – Kann’s schon ganz alleine!”

Madlen Ottenschläger (Autorin)
Ramona Wultschner (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Mika ist sauer. Die große Schwester Jule darf schon alleine zu Tante Trudi fliegen, aber Mika nicht. Und dann sind auch noch die weltbesten Futterknödel alle. Wenn das mal kein Grund ist zu krawallen! Kurzerhand beschließt Mika, ganz allein für neue Futterknödel zu sorgen. Wie gut, dass Mika so gute Freunde im Stadtpark hat, die zu Hilfe kommen: Eichhörnchen Ebbe zeigt Mika, wo es die besten Körner gibt, Annie Amsel steuert Kokosfett bei, und von Krawumm bekommt Mika die Schnur zum Aufhängen. Am Ende helfen alle zusammen und feiern, was Mika jetzt schon alleine kann! (Klappentext)

Wenn kleine Vögel große Gefühle haben

Wer Kinder im Kindergartenalter hat, kennt diese Situationen nur zu gut. Eben war noch alles in bester Ordnung und im nächsten Augenblick kocht die Wut über wie ein kleiner Vulkan. Genau so ergeht es dem Rotkehlchen Mika. Mika ist nämlich mächtig sauer. Die ältere Schwester Jule darf schon ganz alleine zu Tante Trudi fliegen, aber Mika ist dafür angeblich noch viel zu klein. Das ist doch komplett unfair! Als dann auch noch die geliebten Futterknödel aufgebraucht sind, wird aus dem kleinen Piepmatz schlagartig das Krawallkehlchen. Doch anstatt nur wütend mit den Füßen zu stampfen, reift ein Entschluss: Dann werden die Futterknödel eben ganz alleine selbst gemacht.

Madlen Ottenschläger fängt das Thema Autonomie und die typische Geschwisterdynamiken sehr treffend und lebensnah ein. Kleine Kinder wollen nun einmal am liebsten schon genauso groß sein wie die Älteren und stoßen dabei regelmäßig an ihre eigenen Grenzen. Dass das frustriert und man da auch mal laut wird, ist absolut nachvollziehbar. Die Geschichte vermittelt dabei eine herrlich entlastende Botschaft: Jedes Gefühl hat seine Berechtigung, und Wut ist keine Schwäche oder eine Unart, sondern schlichtweg verständliche Energie, die rausgelassen werden muss. Genauso wichtig ist aber auch die Einsicht, dass man nicht alles im Leben völlig alleine schaffen muss und Unterstützung von Freunden eine echte Hilfe ist.

Die farbenfrohen Illustrationen von Ramona Wultschner fangen die Wutausbrüche und die Mimik der Tiere treffend ein. Bei der Textmenge sollte man allerdings einplanen, dass die Geschichte recht ausführlich geraten ist. Gerade für jüngere Kinder ab 4 Jahren kann das Durchhalten am Stück manchmal etwas lang werden. Hier lohnt es sich, das Buch einfach in kleinen Lese-Etappen zu genießen. Auch die Fülle an verschiedenen Tiernamen von Ebbe bis Annie fordert beim Vorlesen etwas Aufmerksamkeit, damit die Kleinen im trubeligen Parkgeschehen nicht den Überblick verlieren. Wenn man die Figuren beim Vorlesen einfach schlicht als Amsel oder Eichhörnchen bezeichnet, erleichtert das den Lesefluss für die ganz Kleinen oft ungemein.

Ein gelungenes Extra wartet am Ende des Buches: Das integrierte Gefühlsrad bietet einen super Aufhänger, um nach dem Lesen ganz ungezwungen über eigene Emotionen zu sprechen und Worte für das zu finden, was im Bauch manchmal so heftig zwickt und zwackt. Es lädt Kinder und Eltern gleichermaßen dazu ein, über den eigenen Alltag nachzudenken.

Das Krawallkehlchen – Kann’s schon ganz alleine! ist ein richtig schönes, humorvolles und stärkendes Bilderbuch. Eine tolle Empfehlung voller Verständnis für die großen Emotionen der Kleinsten, die zeigt, dass man gemeinsam meistens viel weiter kommt als ganz allein.

Vielen lieben Dank an den Verlag, der mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat!

Weitere Bücher vom Krawallkehlchen gibt es hier:

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Pari Thomson: “Die Hüter der Blütenmagie – Das Wunderlicht” (Blütenmagie-Trilogie, Band 1)

Pari Thomson (Autorin)
Elisa Paganelli (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
384 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Als Daisy durch die geheimnisvolle Tür im Londoner Botanischen Garten tritt, stolpert sie in eine andere Welt: In eine Natur, so geheim und wild und vor Magie sprühend, wie sie sich es nie hätte erträumen können. Hier gibt es Speisekammer-Bäume und Blumen, die Wünsche erfüllen oder – wie die Geistermotten-Orchidee – großes Unheil anrichten können.

Die Hüter der Blütenmagie pflegen und beschützen die wundersamen Gewächse, und Daisy findet schnell neue Freunde an der Schule. War Daisys Mutter etwa auch eine Hüterin? Warum hat sie nie davon erzählt, ehe sie spurlos verschwand? Tief im Herzen spürt sie, dass ihre Mutter in Gefahr schwebt. Und dass sie den Zauber der Blütenmagie braucht, wenn sie sie je wiedersehen will. Aber dann erfährt Daisy, dass dunkle Mächte die grüne Magie stehlen wollen … (Klappentext)

Gänseblümchen, Wunderlicht und grüne Magie

Das Leben der elfjährigen Daisy Disteldorn ist so gar nicht gewöhnlich. Anstatt an einem festen Wohnort aufzuwachsen, zieht sie mit ihrer Mutter Laila, einer engagierten Umweltjournalistin mit iranischen Wurzeln, kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Doch als Laila während einer gefährlichen Recherche im Amazonasgebiet spurlos verschwindet, findet sich Daisy plötzlich auf sich allein gestellt im tristen Londoner Internat wieder. Zum Glück hat sie nicht nur ihren treuen Kater Napoleon im Gepäck, sondern auch ein geheimnisvolles Pusteblumen-Wunderlicht. Auf der Flucht vor finsteren Verfolgern stolpert Daisy mitten im Botanischen Garten durch ein verstecktes Portal und landet im Malvental.

Diese verborgene Parallelwelt ist ein absolutes Paradies für alle, die Natur und Magie lieben. Hier kümmern sich die sogenannten Hüter der Blütenmagie um fantastische Gewächse und einzigartige Kreaturen. Besonders genial gelingt der Autorin Pari Thomson die Erfindung dieser botanischen Wunderwelt: Welcher Pflanzenfan würde nicht gerne mal an einem Speisekammer-Baum höflich um Snacks bitten oder Früchte von einem echten Schokoladenbaum pflücken? Zwischen all den faszinierenden Gewächsen erfährt Daisy jedoch schnell, dass auch das Malvental in höchster Gefahr schwebt. Finstere Mächte haben es auf die grüne Magie abgesehen, und Daisys Mutter scheint tiefer in die Geschehnisse verstrickt zu sein, als Daisy ahnen konnte.

In der Geschichte steckt eine wunderbare Mischung aus Internats-Flair, packenden Krimi-Elementen und echten Abenteuer-Momenten. Pari Thomson verwebt ernste Themen wie Umweltschutz, Artensterben und den achtsamen Umgang mit Ressourcen ganz natürlich in die Handlung. Selbst gesellschaftliche Zwischentöne klingen unaufdringlich an, wenn Daisy im Malvental nicht sofort von allen freudig aufgenommen, sondern erst einmal als Fremde misstrauisch beäugt wird.

Richtig schön gelungen ist auch der Zusammenhalt unter den Kindern. Daisy wächst Schritt für Schritt über sich hinaus und lernt, dass Mut auch darin besteht, Vertrauen zu fassen. Trotz der stellenweise bedrohlichen Stimmung sorgen spritzige Nebenfiguren und humorvolle Momente immer wieder für Leichtigkeit.

Unterstützt wird die Geschichte durch wunderschöne Schwarz-Weiß-Illustrationen von Elisa Paganelli, die das Geschehen toll begleiten. Das farbenprächtige Cover fängt die zauberhafte Dschungel-Stimmung mit den Orchideen und Sittichen bereits vor dem Aufschlagen perfekt ein.

Pari Thomson ist hier ein richtig schönes Abenteuer-Buch gelungen, mitreißend, berührend und voller Fantasie. Es ist eine große Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Freundschaft, Zusammenhalt und Naturmagie lieben, und macht auch Erwachsenen beim (Vor-)Lesen großen Spaß. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.

Und so geht es weiter:

erscheint am 26. August 2026
erscheint am 23. September 2026

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Alexander Steffensmeier: “Lieselotte lauert” (Das erste Lieselotte-Abenteuer in der Jubiläumsausgabe)

Alexander Steffensmeier (Autor/ Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
20,00€

Jeden Morgen schaut Lieselotte schon beim Melken ungeduldig auf den Hof hinaus. Es gibt nämlich etwas, das sie mehr liebt als alles andere…

Eine spannende Geschichte über eine pirschende Kuh, einen gejagten Briefträger und eine Bäuerin, die endlich unversehrte Pakete bekommen möchte.

20 Jahre Lieselotte! Diese einzigartige Sonderausgabe hat einen Schutzumschlag, der sich in ein tolles Kinderzimmerposter verwandelt. Und noch ein besonderes Extra: Mit einem Hörbuch zum Runterladen.
(Klappentext)

Postkuh Lieselotte

Manche Kinderbuchfiguren begleiten Familien über Jahre hinweg. Nicht, weil sie übermäßig pädagogisch belehrend sind oder ständig wichtige Botschaften verkünden, sondern weil sie einfach eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Lieselotte gehört für mich eindeutig in diese Kategorie. Seit inzwischen zwei Jahrzehnten sorgt die Kuh für gute Laune beim Vorlesen.

In Lieselotte lauert hat sie es ausgerechnet auf den Postboten abgesehen. Sie liebt es, ihm aufzulauern und ihn zu erschrecken. Immer wieder. Und erstaunlich einfallsreich. Während Lieselotte ihren Spaß hat, entwickelt der arme Mann bereits Albträume und auch die Bäuerin verliert langsam die Geduld, weil regelmäßig Pakete zu Bruch gehen.

Die Geschichte braucht dafür keine komplizierte Handlung. Die Idee ist simpel, aber daraus zieht das Buch seinen Humor. Lieselotte versteckt sich, wartet auf den richtigen Moment und bringt den Postboten zuverlässig aus der Fassung. Das ist herrlich albern, kindgerecht und die Sorte Humor, die auch nach mehrmaligem Vorlesen und über Generationen hinweg nicht langweilig wird.

Besonders entgegen kommt mir dieses Buch beim abendlichen Vorlesen. Ich habe nicht immer Lust, kurz vor dem Schlafengehen nach einem anstrengenden Tag noch gefühlt zwanzig Seiten Fließtext mit fünf verschiedenen Stimmen vorzulesen. Wenn die Kinder sich für Lieselotte lauert entscheiden, bin ich immer sehr dankbar. Der Text ist angenehm kurz gehalten, die Handlung klar verständlich und trotzdem hat man nicht das Gefühl, nur schnell das abendliche Vorlesen abgearbeitet zu haben.

Überhaupt tragen die Illustrationen einen riesigen Teil der Geschichte. Die Bilder sind groß, lebendig und voller kleiner Details. Auf vielen Seiten gibt es genug zu entdecken, sodass man beim zweiten, dritten, vierten Lesen noch Kleinigkeiten bemerkt, die vorher untergegangen sind. Für Kinder, die gern länger Bilder anschauen oder noch nicht so lange zuhören möchten, ist das ideal. Der kurze Text lässt viel Raum für eigene Beobachtungen, Fragen und kleine Suchspiele auf den Seiten.

Ganz unkritisch bin ich allerdings nicht. Der Übergang gegen Ende – von Lieselotte zerstört versehentlich das Fahrrad des Postboten zu Lieselotte trägt jetzt selbst Post aus – kommt tatsächlich ziemlich abrupt. Man versteht zwar grundsätzlich, worauf die Geschichte hinausmöchte, aber hier hätte ich mir eine zusätzliche Szene oder einen etwas weicheren Übergang gewünscht. Es wirkt ein wenig so, als würde eine Seite fehlen.

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man dieses Buch nicht unnötig überinterpretieren muss. Lieselotte lauert möchte keine tiefgründige Abhandlung über Konsequenzen, Schuld und Wiedergutmachung sein. Es ist in erster Linie ein Bilderbuch über eine freche Kuh, einen zunehmend verzweifelten Postboten und jede Menge Situationskomik. Meine Kinder und ich haben daran großen Spaß.

Die Jubiläumsausgabe gefällt uns ebenfalls. Der Schutzumschlag lässt sich zu einem Poster ausklappen und das zusätzliche Hörbuch zum Download ist eine schöne Ergänzung. Für uns bleibt Lieselotte lauert ein fröhliches, unkompliziertes Bilderbuch, das besonders durch seine Bilder, seinen Humor und seine angenehme Vorleselänge begeistert. Nicht der textreichste Lieselotte-Band, aber einer, zu dem wir vermutlich genau deshalb immer wieder greifen.

Ein ganz herziges Dankeschön an den Fischer Sauerländer Verlag, der uns diese Jubiläumsausgabe zur Verfügung gestellt hat! Und natürlich: Happy Birthday, Lieselotte! Auf die nächsten 20 Jahre!



Hier die klassischen großformatigen Bilderbücher in chronologischer Reihenfolge:

Lieselotte lauert (2006)

Lieselotte im Schnee (2007)

Lieselotte sucht einen Schatz (2009)

Lieselotte bleibt wach (2010)

Lieselotte macht Urlaub (2011)

Lieselotte versteckt sich (2012)

Lieselotte ist krank (2013)

Lieselotte sucht (2014)

Ein Geburtstagsfest für Lieselotte (2016)

Lieselotte will nicht baden (2017)

Lieselotte hat Langeweile (2018)

Lieselotte macht nicht mit (2019)

Lieselotte im Regen (2020)

Lieselotte macht Ferien (2021)

Zusätzlich gibt es noch:

  • viele Mini-Ausgaben
  • Pappbilderbücher
  • Erstleser
  • Wimmelbücher
  • Adventskalenderbücher
  • Sondereditionen
  • Mitmachbücher
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Alexander Steffensmeier: “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte”

Alexander Steffensmeier (Autor/ Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren

26 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00€

Herzlichen Glückwunsch, Lieselotte!

Lieselotte freut sich riesig auf ihren Geburtstag. Doch auf dem Bauernhof bleibt es seltsam still. Wo sind denn alle geblieben? Die Bäuerin ist weg, die Hühner lassen sich auch nicht blicken. Niemand hat einen Kuchen gebacken. Im Garten hängen keine Luftballons. Haben etwa alle Lieselottes Geburtstag vergessen?
(Klappentext)

Alles Gute zum 20. Geburtstag, Lieselotte

Zwei Jahrzehnte Lieselotte müssen gefeiert werden. Passend dazu gibt es “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte” nun als Pappbilderbuch mit witzigem Farbschnitt. Kleine Fans ab 2 Jahren können gemeinsam mit Lieselotte feiern. Dabei sieht es in der Geschichte so aus, als hätten alle Lieselottes Geburtstag vergessen.

Die aufgeweckte Kuh weiß natürlich ganz genau, wie so ein Ehrentag normalerweise abläuft: Kuchen, Girlanden, Aufregung, Hühnergewusel. Nur leider scheint auf dem Bauernhof niemand mit Partyvorbereitungen beschäftigt zu sein. Auf dem Bauernhof wird gearbeitet wie immer, die Bäuerin backt keinen Kuchen und selbst die Hühner wirken nicht besonders feierlich. Für Lieselotte ist die Sache eigentlich eindeutig. Geburtstage laufen schließlich nach einem festen Prinzip ab. Erst wird dekoriert, dann gibt es Kuchen und am Ende eine Party. So war es schließlich auch beim Huhn letzte Woche. Nur hält sich diesmal offenbar niemand an den Plan.

Je länger der Tag dauert, desto weniger subtil werden Lieselottes Bemühungen, die anderen auf ihren Geburtstag hinzuweisen. Und das ist wirklich ziemlich lustig anzusehen. Etwas tragisch ist es am Ende schon, als sie mit ihrem alten Partyhut, einem Kaktus und Zwieback am Fluss sitzt und alleine feiert.

Aber es ist diese Mischung aus kindlicher Tragik und kuhtastischer Komik, die die Geschichte so unterhaltsam macht. Die Hühner und Küken machen im Hintergrund wieder ihren eigenen Unsinn. Irgendwo stolpert immer eines durchs Bild oder beschäftigt sich mit etwas komplett anderem als dem eigentlichen Geschehen. Man bleibt ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten hängen. Die badenden Küken am Wasser, die Würmer im Hintergrund oder die vielen kleinen Reaktionen der Tiere machen beim Anschauen fast genauso viel Spaß wie die eigentliche Geschichte.

Der Text bleibt kurz und passt gut zum Pappbilderbuchformat. Vieles erzählen ohnehin die Illustrationen. Deshalb eignet sich das Buch auch wunderbar nur zum gemeinsamen Anschauen, weil man auf den Seiten ständig irgendetwas entdeckt oder weitererzählen kann.

Dass am Ende natürlich doch noch eine Überraschungsparty wartet, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Eigentlich geht es die ganze Zeit eher darum, wie sehr sich Lieselotte in diesen Geburtstag hineinsteigert.

Zum 20. Geburtstag zeigt Lieselotte jedenfalls ziemlich deutlich, warum sie seit so vielen Jahren zu den beliebtesten Bilderbuchkühen gehört. Sie ist neugierig, leicht dramatisch und dabei einfach unglaublich sympathisch. Auch dieses kleine Pappbilderbuch lebt wieder von den vielen lustigen Details, den herrlichen Gesichtsausdrücken und dem ganz normalen Bauernhofchaos. Eine wirklich schöne Jubiläumsausgabe für kleine und große Lieselotte-Fans.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Jubiläumsbuch!

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Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Ben Mantle: “Der allertollste Bruder der Welt”

Ben Mantle (Autor/ Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Allerbeste Geschwister

Nano hat seinen großen Bruder Felix ganz doll lieb. Und Nano weiß, dass Felix ihn auch lieb hat – meistens jedenfalls. Doch was tut man, wenn der allertollste große Bruder der Welt einfach nur seine Ruhe haben will? Na, alleine spielen, überhaupt gar kein Problem! Oder etwa doch?!
(Klappentext)

Über die besondere Magie zwischen Geschwistern

Geschwisterbeziehungen sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sind geprägt von Nähe, Bewunderung, kleinen Streitigkeiten und einem Band, das selbst nach turbulenten Momenten bestehen bleibt. Um dieses Wechselspiel geht es in diesem unglaublich warmherzigen und humorvollen Bilderbuch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nano, der seinen großen Bruder Felix über alles liebt. Für Nano ist Felix nicht einfach nur ein Bruder, er ist der allertollste Bruder der Welt. Gemeinsam spielen, Abenteuer erleben und Zeit miteinander verbringen, ist für Nano das Größte. Doch wie es unter Geschwistern nun einmal ist, gibt es auch Momente, in denen der große Bruder einfach seine Ruhe haben möchte. Für Felix wird das Baumhaus zu einem Rückzugsort, zu dem Nano keinen Zutritt hat. Für den kleinen Bruder ist das zunächst schwer zu verstehen. Die Enttäuschung ist groß, denn für Nano gehört Felix zu allem dazu.

Diese recht alltägliche Situation wird auf eine sehr einfühlsame Weise erzählt. Man begleitet Nano dabei, wie er versucht, mit der Situation umzugehen. Er baut sich kurzerhand sein eigenes kleines Reich und versucht, allein zurechtzukommen. Doch als das Wetter umschlägt und sein gemütliches Regenschirmhaus vom Wind davongetragen wird, ohne dass der große Bruder zu Hilfe eilt, ist Nano wütend und traurig.

Meine beiden kleineren Kinder lieben dieses Buch. Beim Vorlesen schlüpfen sie abwechselnd in die Rolle des Nano (ich muss dann mit veränderten Namen vorlesen) und der große Bruder ist selbstverständlich der allertollste überhaupt. Genau daran sieht man doch, wie nahbar diese Geschichte erzählt ist.

Außerdem sind die Illustrationen mein persönliches Highlight. Die Darstellung des regnerischen Gartens und der wechselnden Wetterstimmung ist außergewöhnlich gut gelungen. Man spürt förmlich die Atmosphäre eines warmen, aber regnerischen Tages, riecht die feuchte Erde und hört das Pladder-Pladder und Klonk-Klonk der Regentropfen. Gleichzeitig sind die Figuren so liebevoll gestaltet, dass man ihre Gefühle auch ohne viele Worte sofort erkennt. Die Mimik und Körpersprache der beiden Brüder transportieren Emotionen auf sehr zugängliche und kindgerechte Weise. Auch die kleinen humorvollen Details in den Illustrationen laden zum Entdecken ein und sorgen dafür, dass das Buch nicht nur einmal, sondern immer wieder gerne zur Hand genommen wird.

Inhaltlich vermittelt die Geschichte eine wichtige Botschaft: Geschwister müssen nicht immer alles gemeinsam machen. Es ist völlig in Ordnung, wenn jeder auch einmal Zeit für sich braucht. Gleichzeitig zeigt das Buch, dass Streit und kleine Konflikte dazugehören und dass die Verbindung zwischen Geschwistern oft stärker ist, als man denkt.

Insgesamt also ein warmherziges, humorvolles und zugleich sehr authentisches Bilderbuch über Geschwisterliebe. Die Geschichte überzeugt durch ihren hohen Wiedererkennungswert, die liebevollen Figuren und die beeindruckenden Illustrationen, die besonders die Stimmung eines regnerischen Tages wunderschön einfangen.

Ein wunderbares Vorlesebuch ab etwa vier Jahren, das zeigt, dass Geschwister sich manchmal streiten, aber am Ende immer zusammenhalten. Und dass der große Bruder eben doch (meistens) der allertollste der Welt ist.

Vielen lieben Dank an der Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Skye McKenna: “Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel”(Band 1)

Skye McKenna (Autorin)
Viktoria Gavrilenko (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99€

Mächtige Hexen schützen England vor den fantastischen Wesen aus dem Land Faerie. Doch hüte dich davor, den Wald zwischen den Reichen zu betreten …
Cassandra Morgan hat es geahnt: Die Geschichten in ihren Büchern sind nicht nur Märchen. Was sie jedoch nicht wusste: Sie gehört einer Familie von Hexen an. Mit dem Umzug nach Hartwood Hall, in das Haus ihrer Tante, beginnt für Cassandra ein Leben voller Magie. Sie findet jedoch schnell heraus, dass sie das einzige Verbot, das ihre Tante ausgesprochen hat, übertreten muss, wenn sie ihre verschollene Mutter wiederfinden will: Sie muss in den gefährlichen Wald an der Grenze zum Land Faerie …
(Klappentext)

Fantasy für Jung und Alt

Cassandra Morgan startet nicht gerade mit Rückenwind ins Leben. Ein trostloses Internat, eine Mutter, die seit Jahren verschwunden ist, und dann auch noch die Nachricht, dass sie offiziell für tot erklärt wurde. Als Cassandra kurz davorsteht, im nächsten Waisenhaus zu landen, bleibt ihr nur die Flucht – und ein merkwürdiger Schlüssel, den ihre Mutter ihr einst anvertraut hat. Ab diesem Moment kippt die Geschichte sehr schnell von realistischer Tristesse in eine Welt, in der Märchen ziemlich reale Gefahren bergen.

Der Umzug nach Hartwood Hall zu Tante Miranda bringt zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine Geborgenheit. Miranda ist kühl, streng und Hexe mit klaren Regeln. Die wichtigste davon lautet, den Wald zwischen den Welten nicht zu betreten. Dass Cassandra genau dieses Verbot missachtet, ist wenig überraschend, schließlich treibt sie die Suche nach ihrer Mutter an, und Antworten scheint es nur jenseits der Grenze zu geben.

Der Wald, der an Faerie grenzt, ist düster, unberechenbar und bevölkert von Wesen, bei denen man nie sicher sein kann, ob sie helfen oder schaden wollen. Goblins, sprechende Tiere, seltsame Wächter und uralte Magie sorgen dafür, dass jede Begegnung eine gewisse Spannung mit sich bringt.

Cassandra selbst ist keine makellos schillernde Heldin, die auf Anhieb als begabte Hexe brilliert. Sie handelt oft impulsiv, ignoriert Warnungen und bringt sich wiederholt in Gefahr. Aber das passt zu ihrer Situation: Sie ist allein, verzweifelt und klammert sich an die Hoffnung, ihre Mutter zu finden. Aber sie ist auch loyal, offenherzig und eine gute Freundin.

Die Geschichte wird von zahlreichen Nebenfiguren besiedelt, die aber nicht alle gleich stark ausgearbeitet sind. Tante Miranda bleibt lange schwer greifbar. Ihr Verhalten wirkt distanziert, teilweise sogar herzlos, und erst spät bekommt man eine Ahnung davon, was sie innerlich bewegt. Das sorgt für Reibung, lässt aber auch Fragen offen. Deutlich wärmer fallen die Freundschaften aus, die Cassandra im Laufe der Geschichte knüpft – allen voran zu Rue.

Der Plot hält einige Wendungen bereit, die man nicht kommen sieht. Intrigen, falsches Vertrauen und moralisch fragwürdige Entscheidungen spielen eine größere Rolle, als man es von einer Fantasygeschichte ab zehn Jahren vielleicht erwarten würde. Gleichzeitig bleiben manche Aspekte bewusst vage. Über Faerie selbst erfährt man nur bruchstückhaft etwas, was klar neugierig macht, aber auch ein wenig unbefriedigt zurücklässt.

Auch handwerklich ist das Buch auf junge Vielleser:innen zugeschnitten: kurze Kapitel, große Schrift und eine klare Struktur sorgen dafür, dass sich die rund 400 Seiten erstaunlich flott lesen. Die Ausstattung ist hochwertig, mit verziertem Cover, bedrucktem Buchschnitt und kleinen Illustrationen zu Kapitelbeginn, die gut zur Stimmung passen.

„Der goldene Schlüssel“ ist ein spannender Auftakt. Die Geschichte hat Ecken und Kanten, lässt bewusst Fragen offen und traut sich, ihre junge Protagonistin Fehler machen zu lassen. Wer Geschichten über Hexen, geheimnisvolle Wälder, ungelöste Familienrätsel und Mut mag, wird hier gut abgeholt. Ich bin sooooo neugierig auf das, was Cassandra als Nächstes erwartet.

Ein herziges Dankeschön an den Verlag und Grüße an die Leserunde auf LovelyBooks!

Auf Nachschub muss man zum Glück nicht lange warten

Band 2 erscheint am 1. März 2026

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Beate Dölling: “Das schwarze Huhn von Hohenbutzen”

Beate Dölling (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
192 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Ein spektakulärer Diamantenraub hält das beschauliche Dorf Hohenbutzen in Atem. Der Sohn der alten Rabenschlag wurde mit der Beute geschnappt. Wundern tut das niemanden, denn der ist ja schon immer ein eigenartiger Kauz gewesen. Und seine Mutter erst – eindeutig eine Hexe! Milena und ihre Geschwister, die in Hohenbutzen einen Ökourlaub ohne Strom und fließendes Wasser verbringen wollen, finden das alles mehr als spannend! Was, wenn sie den immer noch vermissten Diamanten finden würden, der ein Vermögen wert sein soll? Sie ahnen nicht, dass sie bald schon mitten hinein geraten in das Geschehen und einer hundsgemeinen Intrige auf die Spur kommen. (Klappentext)

Ein moderner Kinderkrimi mit Herz, Witz und wichtigen Themen

Das schwarze Huhn von Hohenbutzen ist eine Detektivgeschichte, die mit Witz, Tempo und einem modernen Blick erzählt wird. Statt Großstadt und Hightech gibt’s ein Ökohaus ohne Strom, ein verschwundenes Juwel und ein schwarzes Huhn, das es in sich hat.

Milena und ihre Geschwister Bruno und Catia verbringen ihre Ferien in Hohenbutzen, einem Dorf, das so ruhig wirkt, dass kaum jemand an einen echten Kriminalfall glauben würde. Doch dann verschwindet ein wertvoller Diamant und plötzlich scheint die Beschaulichkeit sehr trügersich. Herr von Kniebeltreu, der örtliche Geschäftsmann, wittert seine Chance: Er will das Land der alten Frau Rabenschlag kaufen, die mit ihrem schwarzen Huhn Lilo in einer kleinen Butze lebt – angeblich eine Hexe, sagen die Dorfbewohner. Schon bald merken Milena und ihre Freunde, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als Gerede und Aberglaube.

Beate Dölling hat ein gutes Gespür für Kinderfiguren. Ihre Dialoge klingen natürlich, die Dynamik zwischen den Geschwistern ist echt und Catia mit Down-Syndrom ist wunderbar unaufgeregt integriert. Sie ist kein „besonderer Fall“, sondern einfach ein Teil der Familie. Sie ist neugierig, schlagfertig und mutig. Überhaupt gelingt es Dölling, Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Identität ganz selbstverständlich einzubauen. Wenn die Kinder über alternative Energieformen oder über Transgender sprechen, wirkt das weder erzwungen noch pädagogisch, sondern so, wie Kinder heute eben sprechen.

Der Krimiteil bleibt dabei spannend und leichtfüßig. Das Tempo stimmt, die Auflösung ist überraschend und Huhn Lilo sorgt für genau die richtige Portion Absurdität. Herr von Kniebeltreu als Gegenspieler ist wunderbar überzeichnet, gierig und skrupellos, wie man es in einem Kinderkrimi gern hat.

Besonders schön ist die Haltung, die das Buch vermittelt: dass man Dinge hinterfragen darf, statt einfach zu glauben, was andere sagen. Und dass es manchmal Mut braucht, um zu erkennen, wer hier eigentlich ein „komisches Huhn“ ist.

Insgesamt ist dieses Buch witzig, modern und voller Leben. Es verbindet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit Themen, die Kinder wirklich beschäftigen. Ein Buch, das zeigt, dass gute Geschichten Haltung haben dürfen und nicht zwangsläufig schwer im Magen liegen.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Annette Moser: “Jetzt schon? Schlummerzeit für kleine Tiere”

Annette Moser (Autorin)
Sonja Schweiger (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahre
16 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00 €

Schlaft gut, kleine Tiere!

Max Meise, Ella Eichhörnchen, Samu Siebenschläfer und Franzi Fuchs spielen gerade so schön, da sollen sie ins Bett gehen. Jetzt schon? Die Mamas und Papas müssen Überzeugungsarbeit leisten, doch irgendwann schlummert auch das vorwitzigste Tierkind glücklich und zufrieden. (Klappentext)

Liebevoll illustrierte Schlummergeschichte

Ich habe mich auf dieses Buch wirklich gefreut. Schon das Cover ist so einladend in weichen Farben gehalten, mit niedlich gezeichneten Tierkindern. Der warme Lichtschein erinnert sofort an eine Abendstimmung, in der man sich am liebsten selbst in eine Decke kuscheln würde. Ein schöner Rahmen für ein gemütliches Abendritual. Und tatsächlich hält das Buch, was es verspricht – zumindest optisch.

Die Illustrationen von Sonja Schweiger sind wunderschön. Sie wirken fast, als würden sie von innen heraus leuchten. Jedes Bild strahlt Ruhe, Geborgenheit und Wärme aus. Besonders schön sind die vielen Details, die kleinen Leser:innen beim wiederholten Anschauen auffallen: winzige Insekten, versteckte Pilze, liebevoll eingerichtete Tierbehausungen. Ganz nebenbei lernen Kinder, wo ein Eichhörnchen schläft, wo sich ein Siebenschläfer einkuschelt oder wie das Nest einer Meise aussieht.

Inhaltlich begleitet man vier kleine Tierfreunde – Fuchs, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Meise – durch ihren Tag. Sie spielen, haben Spaß und möchten, wie Kinder nun mal sind, nicht aufhören, als der Abend naht. Einer nach dem anderen wird von Mama oder Papa abgeholt und ins Bett gebracht. Und jedes Mal ertönt der kleine Protest: „Jetzt schon?“ Das ist charmant, liebevoll und für Kinder ab zwei Jahren wunderbar nachvollziehbar.

Was mich allerdings nicht ganz überzeugt hat, ist der Textfluss. Die Idee, kurze Reimpassagen einzubauen, ist schön, wirkt aber etwas unausgegoren. Es reimen sich immer nur zwei Verse, der Rest ist prosaisch erzählt. Das unterbricht beim Vorlesen den Rhythmus. Gerade kleine Zuhörer:innen reagieren stark auf Wiederholungen und Klangmuster. Hier fehlt ein durchgehender, harmonischer Sprachfluss, wie man ihn sich bei einer Einschlafgeschichte wünschen würde.

Insgesamt ist das Buch sehr ruhig. Es passiert nicht viel, was natürlich zum Thema passt, aber mir fehlte zwischendurch ein kleiner Spannungsbogen oder etwas, das die Aufmerksamkeit hält. Mein Kind hat beim Vorlesen mehrfach abgelenkt umgeblättert oder sich anderen Dingen zugewandt – ein Zeichen dafür, dass der Text nicht ganz fesselt.

Trotzdem: Für die Abendroutine ist das Buch schön geeignet. Es vermittelt Geborgenheit, Nähe und Vertrautheit. Wir finden, es ist ein warmherzig illustriertes Pappbilderbuch mit einer liebevollen Botschaft, textlich aber leider etwas unrund.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!