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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Märchen Natur Rezensionen

Skye McKenna: “Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel”(Band 1)

Skye McKenna (Autorin)
Viktoria Gavrilenko (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99€

Mächtige Hexen schützen England vor den fantastischen Wesen aus dem Land Faerie. Doch hüte dich davor, den Wald zwischen den Reichen zu betreten …
Cassandra Morgan hat es geahnt: Die Geschichten in ihren Büchern sind nicht nur Märchen. Was sie jedoch nicht wusste: Sie gehört einer Familie von Hexen an. Mit dem Umzug nach Hartwood Hall, in das Haus ihrer Tante, beginnt für Cassandra ein Leben voller Magie. Sie findet jedoch schnell heraus, dass sie das einzige Verbot, das ihre Tante ausgesprochen hat, übertreten muss, wenn sie ihre verschollene Mutter wiederfinden will: Sie muss in den gefährlichen Wald an der Grenze zum Land Faerie …
(Klappentext)

Fantasy für Jung und Alt

Cassandra Morgan startet nicht gerade mit Rückenwind ins Leben. Ein trostloses Internat, eine Mutter, die seit Jahren verschwunden ist, und dann auch noch die Nachricht, dass sie offiziell für tot erklärt wurde. Als Cassandra kurz davorsteht, im nächsten Waisenhaus zu landen, bleibt ihr nur die Flucht – und ein merkwürdiger Schlüssel, den ihre Mutter ihr einst anvertraut hat. Ab diesem Moment kippt die Geschichte sehr schnell von realistischer Tristesse in eine Welt, in der Märchen ziemlich reale Gefahren bergen.

Der Umzug nach Hartwood Hall zu Tante Miranda bringt zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine Geborgenheit. Miranda ist kühl, streng und Hexe mit klaren Regeln. Die wichtigste davon lautet, den Wald zwischen den Welten nicht zu betreten. Dass Cassandra genau dieses Verbot missachtet, ist wenig überraschend, schließlich treibt sie die Suche nach ihrer Mutter an, und Antworten scheint es nur jenseits der Grenze zu geben.

Der Wald, der an Faerie grenzt, ist düster, unberechenbar und bevölkert von Wesen, bei denen man nie sicher sein kann, ob sie helfen oder schaden wollen. Goblins, sprechende Tiere, seltsame Wächter und uralte Magie sorgen dafür, dass jede Begegnung eine gewisse Spannung mit sich bringt.

Cassandra selbst ist keine makellos schillernde Heldin, die auf Anhieb als begabte Hexe brilliert. Sie handelt oft impulsiv, ignoriert Warnungen und bringt sich wiederholt in Gefahr. Aber das passt zu ihrer Situation: Sie ist allein, verzweifelt und klammert sich an die Hoffnung, ihre Mutter zu finden. Aber sie ist auch loyal, offenherzig und eine gute Freundin.

Die Geschichte wird von zahlreichen Nebenfiguren besiedelt, die aber nicht alle gleich stark ausgearbeitet sind. Tante Miranda bleibt lange schwer greifbar. Ihr Verhalten wirkt distanziert, teilweise sogar herzlos, und erst spät bekommt man eine Ahnung davon, was sie innerlich bewegt. Das sorgt für Reibung, lässt aber auch Fragen offen. Deutlich wärmer fallen die Freundschaften aus, die Cassandra im Laufe der Geschichte knüpft – allen voran zu Rue.

Der Plot hält einige Wendungen bereit, die man nicht kommen sieht. Intrigen, falsches Vertrauen und moralisch fragwürdige Entscheidungen spielen eine größere Rolle, als man es von einer Fantasygeschichte ab zehn Jahren vielleicht erwarten würde. Gleichzeitig bleiben manche Aspekte bewusst vage. Über Faerie selbst erfährt man nur bruchstückhaft etwas, was klar neugierig macht, aber auch ein wenig unbefriedigt zurücklässt.

Auch handwerklich ist das Buch auf junge Vielleser:innen zugeschnitten: kurze Kapitel, große Schrift und eine klare Struktur sorgen dafür, dass sich die rund 400 Seiten erstaunlich flott lesen. Die Ausstattung ist hochwertig, mit verziertem Cover, bedrucktem Buchschnitt und kleinen Illustrationen zu Kapitelbeginn, die gut zur Stimmung passen.

„Der goldene Schlüssel“ ist ein spannender Auftakt. Die Geschichte hat Ecken und Kanten, lässt bewusst Fragen offen und traut sich, ihre junge Protagonistin Fehler machen zu lassen. Wer Geschichten über Hexen, geheimnisvolle Wälder, ungelöste Familienrätsel und Mut mag, wird hier gut abgeholt. Ich bin sooooo neugierig auf das, was Cassandra als Nächstes erwartet.

Ein herziges Dankeschön an den Verlag und Grüße an die Leserunde auf LovelyBooks!

Auf Nachschub muss man zum Glück nicht lange warten

Band 2 erscheint am 1. März 2026

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Detektive Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Natur Rezensionen

Beate Dölling: “Das schwarze Huhn von Hohenbutzen”

Beate Dölling (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
192 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Ein spektakulärer Diamantenraub hält das beschauliche Dorf Hohenbutzen in Atem. Der Sohn der alten Rabenschlag wurde mit der Beute geschnappt. Wundern tut das niemanden, denn der ist ja schon immer ein eigenartiger Kauz gewesen. Und seine Mutter erst – eindeutig eine Hexe! Milena und ihre Geschwister, die in Hohenbutzen einen Ökourlaub ohne Strom und fließendes Wasser verbringen wollen, finden das alles mehr als spannend! Was, wenn sie den immer noch vermissten Diamanten finden würden, der ein Vermögen wert sein soll? Sie ahnen nicht, dass sie bald schon mitten hinein geraten in das Geschehen und einer hundsgemeinen Intrige auf die Spur kommen. (Klappentext)

Ein moderner Kinderkrimi mit Herz, Witz und wichtigen Themen

Das schwarze Huhn von Hohenbutzen ist eine Detektivgeschichte, die mit Witz, Tempo und einem modernen Blick erzählt wird. Statt Großstadt und Hightech gibt’s ein Ökohaus ohne Strom, ein verschwundenes Juwel und ein schwarzes Huhn, das es in sich hat.

Milena und ihre Geschwister Bruno und Catia verbringen ihre Ferien in Hohenbutzen, einem Dorf, das so ruhig wirkt, dass kaum jemand an einen echten Kriminalfall glauben würde. Doch dann verschwindet ein wertvoller Diamant und plötzlich scheint die Beschaulichkeit sehr trügersich. Herr von Kniebeltreu, der örtliche Geschäftsmann, wittert seine Chance: Er will das Land der alten Frau Rabenschlag kaufen, die mit ihrem schwarzen Huhn Lilo in einer kleinen Butze lebt – angeblich eine Hexe, sagen die Dorfbewohner. Schon bald merken Milena und ihre Freunde, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als Gerede und Aberglaube.

Beate Dölling hat ein gutes Gespür für Kinderfiguren. Ihre Dialoge klingen natürlich, die Dynamik zwischen den Geschwistern ist echt und Catia mit Down-Syndrom ist wunderbar unaufgeregt integriert. Sie ist kein „besonderer Fall“, sondern einfach ein Teil der Familie. Sie ist neugierig, schlagfertig und mutig. Überhaupt gelingt es Dölling, Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Identität ganz selbstverständlich einzubauen. Wenn die Kinder über alternative Energieformen oder über Transgender sprechen, wirkt das weder erzwungen noch pädagogisch, sondern so, wie Kinder heute eben sprechen.

Der Krimiteil bleibt dabei spannend und leichtfüßig. Das Tempo stimmt, die Auflösung ist überraschend und Huhn Lilo sorgt für genau die richtige Portion Absurdität. Herr von Kniebeltreu als Gegenspieler ist wunderbar überzeichnet, gierig und skrupellos, wie man es in einem Kinderkrimi gern hat.

Besonders schön ist die Haltung, die das Buch vermittelt: dass man Dinge hinterfragen darf, statt einfach zu glauben, was andere sagen. Und dass es manchmal Mut braucht, um zu erkennen, wer hier eigentlich ein „komisches Huhn“ ist.

Insgesamt ist dieses Buch witzig, modern und voller Leben. Es verbindet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit Themen, die Kinder wirklich beschäftigen. Ein Buch, das zeigt, dass gute Geschichten Haltung haben dürfen und nicht zwangsläufig schwer im Magen liegen.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Bilderbücher Kinderbücher 0-3 Jahre Natur Pappbilderbücher Rezensionen

Annette Moser: “Jetzt schon? Schlummerzeit für kleine Tiere”

Annette Moser (Autorin)
Sonja Schweiger (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahre
16 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00 €

Schlaft gut, kleine Tiere!

Max Meise, Ella Eichhörnchen, Samu Siebenschläfer und Franzi Fuchs spielen gerade so schön, da sollen sie ins Bett gehen. Jetzt schon? Die Mamas und Papas müssen Überzeugungsarbeit leisten, doch irgendwann schlummert auch das vorwitzigste Tierkind glücklich und zufrieden. (Klappentext)

Liebevoll illustrierte Schlummergeschichte

Ich habe mich auf dieses Buch wirklich gefreut. Schon das Cover ist so einladend in weichen Farben gehalten, mit niedlich gezeichneten Tierkindern. Der warme Lichtschein erinnert sofort an eine Abendstimmung, in der man sich am liebsten selbst in eine Decke kuscheln würde. Ein schöner Rahmen für ein gemütliches Abendritual. Und tatsächlich hält das Buch, was es verspricht – zumindest optisch.

Die Illustrationen von Sonja Schweiger sind wunderschön. Sie wirken fast, als würden sie von innen heraus leuchten. Jedes Bild strahlt Ruhe, Geborgenheit und Wärme aus. Besonders schön sind die vielen Details, die kleinen Leser:innen beim wiederholten Anschauen auffallen: winzige Insekten, versteckte Pilze, liebevoll eingerichtete Tierbehausungen. Ganz nebenbei lernen Kinder, wo ein Eichhörnchen schläft, wo sich ein Siebenschläfer einkuschelt oder wie das Nest einer Meise aussieht.

Inhaltlich begleitet man vier kleine Tierfreunde – Fuchs, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Meise – durch ihren Tag. Sie spielen, haben Spaß und möchten, wie Kinder nun mal sind, nicht aufhören, als der Abend naht. Einer nach dem anderen wird von Mama oder Papa abgeholt und ins Bett gebracht. Und jedes Mal ertönt der kleine Protest: „Jetzt schon?“ Das ist charmant, liebevoll und für Kinder ab zwei Jahren wunderbar nachvollziehbar.

Was mich allerdings nicht ganz überzeugt hat, ist der Textfluss. Die Idee, kurze Reimpassagen einzubauen, ist schön, wirkt aber etwas unausgegoren. Es reimen sich immer nur zwei Verse, der Rest ist prosaisch erzählt. Das unterbricht beim Vorlesen den Rhythmus. Gerade kleine Zuhörer:innen reagieren stark auf Wiederholungen und Klangmuster. Hier fehlt ein durchgehender, harmonischer Sprachfluss, wie man ihn sich bei einer Einschlafgeschichte wünschen würde.

Insgesamt ist das Buch sehr ruhig. Es passiert nicht viel, was natürlich zum Thema passt, aber mir fehlte zwischendurch ein kleiner Spannungsbogen oder etwas, das die Aufmerksamkeit hält. Mein Kind hat beim Vorlesen mehrfach abgelenkt umgeblättert oder sich anderen Dingen zugewandt – ein Zeichen dafür, dass der Text nicht ganz fesselt.

Trotzdem: Für die Abendroutine ist das Buch schön geeignet. Es vermittelt Geborgenheit, Nähe und Vertrautheit. Wir finden, es ist ein warmherzig illustriertes Pappbilderbuch mit einer liebevollen Botschaft, textlich aber leider etwas unrund.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Natur Rezensionen Vorlesebücher

Jessica Meserve: “Wir alle geMEINSam!”

Jessica Meserve (Autorin/ Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Alles MEINS!?

Der kleine Herr Rot liebt SEINEN Baum: Er hat so viele Blätter zum Rascheln, einen tollen Stamm zum Hinaufflitzen und die besten Äste zum Schwingen und Springen! Deshalb kann er es gar nicht leiden, dass überall im Baum so viele andere Tiere krabbeln, huschen oder flattern. Doch als dann auch noch Frau Leopard am Fuße des Baums auftaucht, merkt der kleine Herr Rot, wie gut es ist, nicht allein zu sein…

Alles ist besser GEMEINSAM!
(Klappentext)

Ein Baum für alle

Herr Rot ist ein kleines Eichhörnchen mit großen Ansprüchen. Der Baum, den er entdeckt hat, soll bitte nur ihm gehören – Stamm, Äste, Blätter, alles seins. Dass andere Tiere den selben Baum besetzen, passt ihm überhaupt nicht. Erst schimpft er, dann schmollt er und schließlich zieht er los, um einen anderen, besseren Baum ganz für sich allein zu finden. Doch ausgerechnet die Begegnung mit Frau Leopard bringt ihn ins Grübeln und ziemlich in Not. Plötzlich merkt Herr Rot, dass es sich doch viel angenehmer und sicherer lebt, wenn man nicht allein ist, sondern Teil einer Gemeinschaft, die im entscheidenden Moment an seiner Seite steht.

Die Geschichte erzählt eine klassische Lektion über Teilen und Zusammenhalt, allerdings so charmant, dass sie nicht belehrend wirkt. Herr Rot ist eigensinnig, trotzig und dadurch nah an der kindlichen Lebenswelt. Viele Kinder kennen das Alles-meine-Gefühl nur zu gut. Genau deshalb ist die Erzählung ein guter Gesprächsanlass: Warum teilen? Warum Rücksicht nehmen? Und wie fühlt es sich an, wenn man merkt, dass man alleine nicht weiterkommt?

Der Text ist gradlinig erzählt, ohne Schnörkel, dafür mit feinem Humor. Man spürt die leise Ironie, wenn Herr Rot immer finsterer dreinschaut, während sich immer mehr Tiere auf seinem Baum niederlassen. Schön ist auch die Figur des alten Baums, der mit ruhiger Stimme daran erinnert, dass in seinen Ästen Platz für viele ist. Das bringt eine wohltuende Gelassenheit in die Geschichte.

Die Illustrationen sind der große Schatz dieses Buches. Jessica Meserve arbeitet mit weichen, aquarellartigen Farben, die Wärme und Leichtigkeit ausstrahlen. Die Mimik von Herr Rot ist köstlich, von beleidigt bis erleichtert ist alles dabei, und Kinder erkennen sofort, in welcher Stimmung er steckt. Auch die Details rund um die anderen Tiere laden zum längeren Betrachten ein. Die Bilder erzählen fast noch mehr als der Text und verleihen dem Buch eine stimmungsvolle Tiefe.

Obwohl die Botschaft recht deutlich ist, bleibt die Erzählung verspielt und leicht. Das ist wichtig, denn so liest sich das Thema Teilen nicht als Moralpredigt, sondern als positives Erlebnis. Dass die Erkenntnis ausgerechnet in einer brenzligen Situation kommt, macht die Wendung glaubwürdig und bringt Spannung hinein.

Wir alle geMEINSam! zeigt, wie schön es ist, Dinge miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Die Geschichte macht deutlich, dass man mit anderen zusammen nicht nur stärker ist, sondern auch viel mehr Freude erlebt.

Ein liebes Dankeschön an den Penguin Junior Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Feen Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Märchen Natur Rezensionen Vorlesebücher

Sandra Grimm: “Luna Libella und der Zauber auf der Feenwiese”

Sandra Grimm (Autorin)
Winona Kieslich (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
128 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Kleine Feen, große Abenteuer!

Pst, hier kommt ein Geheimnis! Alle Jubeljahre wird in einer klaren Vollmondnacht eine ganz besondere Fee geboren: eine klitzekleine, federleichte, funkelfröhliche Insektenfee, mit schillernden Flügeln und einem guten Herzen. Und die Jüngste von allen ist die Libellenfee Luna Libella! Gemeinsam mit ihren Freunden erlebt sie jeden Tag magische Abenteuer: Sie helfen Tieren in der Nachbarschaft, gehen auf Entdeckungstour, feiern zauberhafte Feste und vieles mehr. Aber egal, welches Abenteuer auf die fünf Feenkinder wartet: Zusammen macht es noch mehr Spaß! (Klappentext)

Glitzerbuntes Wiesenabenteuer

Zwischen Pusteblumen, Tautropfen und Feenstaub schwirrt Luna Libella durch die Seiten. Sie ist eine kleine Libellenfee mit großen Ideen und einem Händchen für magisches Durcheinander.

Zusammen mit ihren Freunden lebt sie mitten in einer verwunschenen Wiesenwelt: in Pilzhäuschen, Seerosen oder anderen kleinen Naturverstecken. Die Feen und Wiesenwesen erleben allerlei kleine Abenteuer, die nie größer sind als nötig, aber genau die richtige Portion Zauber, Witz und Wärme mitbringen, um Herzen zu berühren.

Mal ist es ein geheimnisvoller Mondscheinabend, mal sorgt eine Glitzerwolke für Aufregung und manchmal ist es einfach nur ein besonderes Gefühl, das zwischen Freunden entsteht beim Feentanz, beim Basteln oder wenn jemand sich plötzlich ganz klein und mutlos fühlt.

Dass die Geschichten in 3, 5 oder 10 Minuten vorgelesen werden können, macht das Buch zu einem wahren Alltagsliebling. Ob für die letzte kleine Geschichte am Abend, für eine kurze Auszeit am Nachmittag oder als gemütliche Pause im turbulenten Familienleben, die Geschichten können passend zum Moment gewählt werden.

Auch optisch ist das Buch ein kleines Kunstwerk. Die stimmungsvollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen von Winona Kieslich tragen viel dazu bei, dass Luna und ihre Welt beim Vorlesen sofort lebendig werden. Überall glitzert, flattert und wuselt es, wie ein kleines Wimmelparadies voller Details, in das man sich gerne vertieft.

Sehr gelungen ist die Figurenvielfalt. Schlecki Schneck flitzt in seinem angebrochenen Schneckenhaus mit Flügelantrieb durch die Gegend und backt die besten Kuchen, Mini Marini ist winzig, aber mutig wie ein Riese, Gigi Grasimir fürchtet sich vor fast allem und wächst oft über sich hinaus, und Holla Hummelchen braucht zwar eine große Brille auf der Nase, sieht damit aber auch ohne oft mehr als alle anderen zusammen.

Und wenn Lunas Feenstaub mal wieder verrückt spielt? Keine Sorge. Schlecki hat meistens ein Stück Torte zur Hand und irgendwer hat immer eine Idee, wie aus dem Durcheinander wieder etwas Gutes wird.

Ein wunderbares Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahren. Es ist liebevoll und fantasievoll. Genau richtig für alle, die sich gern verzaubern lassen mit Geschichten, die kurz genug für müde Augen und bunt genug für lebhafte Köpfe sind.

Ein glitzerbuntes Dankeschön an den Penguin Junior Verlag, der uns dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Alle Bände der Minuten-Vorlesegeschichten-Reihe

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Bilderbücher Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Natur Rezensionen Sachbücher für Kinder

Babette Pribbenow: “Tricksen, Täuschen, Tarnen”

Babette Pribbenow (Autorin)
Rinah Lang (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 18,00€

Ein faszinierendes Sachbilderbuch über Mimikry und Mimese

Wusstest du, dass es Tiere gibt, die erstaunliche Kniffe und Tricks auf Lager haben, um sich vor Feinden zu schützen oder aber um leichte Beute zu machen? Die Schwebfliege zum Beispiel gibt sich als gefährliche Wespe aus und der Fetzenfisch verkleidet sich als zerrissenes Blatt. Überall auf der Welt gibt es Tiere, die tricksen, täuschen und tarnen. Applaus für diese cleveren Schauspieler und Verwandlungskünstler!

Täuschend echt – ein Sachbilderbuch, das Augen öffnet

„Tricksen, Täuschen, Tarnen“ ist eines dieser Bücher, die man beim ersten Durchblättern eigentlich nur anschauen möchte und beim zweiten Mal merkt, wie viel Wissen darin steckt. Es geht um Mimikry und Mimese, zwei Begriffe, die man vermutlich nicht in einem Bilderbuch für Kinder ab vier erwarten würde. Und ja, genau das ist auch ein kleiner Knackpunkt.

Aber von vorn: Das Buch zeigt Tiere, die sich tarnen oder andere Lebewesen imitieren. Alles, um zu überleben. Die Schwebfliege, die sich als Wespe ausgibt, der Fetzenfisch, der wie ein altes Blatt aussieht, oder der Polarfuchs, der mit seinem weißen Fell in der Schneelandschaft praktisch verschwindet. Solche Beispiele werden sehr bildhaft dargestellt, nicht nur durch die Texte, sondern vor allem durch die Illustrationen. Rinah Lang gelingt es, die Tiere so in ihre Umgebung einzubetten, dass man als Leser fast suchen muss, wo sie sich verstecken. Das macht Spaß, lädt zum Entdecken ein und funktioniert auch schon mit kleineren Kindern sehr gut.

Anders sieht es mit den Texten aus. Die sind durchweg gut geschrieben, informativ und nie trocken, aber für ein vierjähriges Kind sind sie allein schwer zugänglich. Die Begriffe werden erklärt, aber nicht auf eine Weise, die sich ganz selbstverständlich beim Vorlesen erschließt. Für Vorschulkinder, die sich für Tiere interessieren, ist das Buch mit etwas Unterstützung der Erwachsenen gut geeignet. Wer allerdings hofft, dass das Kind sich das Buch allein anschaut und „nebenbei“ etwas über Biologie lernt, wird vermutlich enttäuscht.

Was das Buch besonders macht, ist die Auswahl der Tiere. Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Chamäleon oder Eule, sondern auch viele eher unbekannte Arten, die man so noch nie gesehen oder bewusst wahrgenommen hat. Gerade das macht es spannend, auch für Erwachsene. Man lernt selbst beim Vorlesen noch etwas dazu. Es ist also definitiv kein typisches Kinderbuch, das man nach dem dritten Mal auswendig kennt. Vielmehr ist es ein Titel, zu dem man immer wieder zurückkehrt, weil man neue Details entdeckt.

Insgesamt ist es kein einfaches Buch für den schnellen Vorlesemoment, sondern ein wunderbar gestaltetes Sachbilderbuch, das die faszinierenden Tricks der Natur in Szene setzt. Für Kinder mit großem Wissenshunger und für Erwachsene, die gern mitlernen. Ein bisschen anspruchsvoll, aber lohnend.

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Tulipan Verlag, der uns dieses wunderbare Sachbilderbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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Kai Pannen: “Trautes Heim, Glück allein” Du spinnst wohl-Reihe, Band 8

Kai Pannen (Autor/ Illustrator)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
104 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Endlich wieder zu Hause – in der guten alten Buchenhecke! Aber hier ist nichts mehr, wie es sein sollte. Keine blühenden Blumen im Garten, der Rasen ist raspelkurz und umgeben von sterilen Schotterbeeten. Doch damit nicht genug: Ein verwöhnter, pummeliger Bienen-Drohn hat sich in Karl-Heinz’ und Bisys Netz eingenistet. Leider ist der nicht der Einzige, der Stunk macht. Das ganze Bienenvolk wirbelt die Hecke mächtig auf und sorgt für Zucht und Ordnung. Aber bald wird klar: Auch die Bienen sind Opfer des blütenlosen Gartens. Ein Plan muss her … (Klappentext)

Ordnung muss sein, dann ist das Chaos perfekt

Kai Pannen entführt uns in “Trautes Heim, Glück allein” erneut in die turbulente Welt von Bisy und Karl-Heinz. Doch diesmal ist in ihrer geliebten Buchenhecke nichts mehr, wie es war. Statt wilder Blumen und gemütlicher Unordnung erwartet sie eine sterile Steinwüste und ein neues, ziemlich nerviges Bienenvolk. Besonders Dennis, ein verwöhnter Drohnenprinz, sorgt für Wirbel. Die Bienen haben strenge Regeln eingeführt: Ausgehzeiten für Insekten, ein Verbot für Karl-Heinz, die Brombeerhecke zu verlassen, und ständige Drohungen mit ihren Stacheln. Ihr Motto: Ordnung muss sein.

Doch als Karl-Heinz eines Tages nicht vom Läusemarkt zurückkommt, wird es ernst. Bisy verkleidet sich als Biene und schmuggelt sich in den Bienenstock, wo er erfährt, dass Dennis in Wirklichkeit ein unnützer Drohn ist, der nichts als Chaos angerichtet hat, und der obendrein gar keinen Stachel besitzt! Mit seinem neuen Wissen fasst Bisy einen Plan: Die Bienen müssen aus der Hecke vertrieben werden. Gemeinsam mit Dennis versammelt er die anderen Insekten und bringt sie dazu, bei der Rettungsaktion mitzumachen. Ihr Meisterwerk ist ein gigantischer Bienen-Zeppelin, mit dem sie die Eindringlinge vertreiben wollen. Doch die Bienen lassen sich nicht so leicht unterkriegen.

Am Ende geht es jedoch nicht nur ums Vertreiben, sondern ums Verändern. Die Insekten beschließen, die Hecke wieder zum Blühen zu bringen. Gemeinsam rollen sie die Kieselsteine aus dem Beet, sodass im Frühling neue Blumen wachsen können. Mit Hilfe der Nashornkäferdame Martha fliegen Karl-Heinz und die Ameisen über die Wiese und verteilen Blumensamen, um neues Leben zu schaffen.

Kai Pannen kombiniert wie gewohnt witzige Dialoge mit skurrilen Situationen und charmanten Charakteren. Die Illustrationen sind dynamisch, detailreich und voller witziger Anspielungen. Die Geschichte greift wichtige Themen auf, wie das Zusammenleben verschiedener Wesen, die Bedeutung von Vielfalt und die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur. Besonders schön ist, dass die Lösung nicht in der bloßen Vertreibung der Bienen liegt, sondern im gemeinsamen Handeln für eine bessere Umwelt. “Trautes Heim, Glück allein” ist ein chaotisch-lustiges Abenteuer mit einer Botschaft, die zum Nachdenken anregt und dabei einfach riesigen Spaß macht!

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Julia Regett: “Egal, sagt Aal”

Julia Regett (Autorin/ Illustratorin)
CalmeMara Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 22,00€

Aal ist ein ganz und gar ungewöhnlicher Fisch: Selbstbewusst, sorglos und eigensinnig kümmert es Aal wenig, was die anderen Tiere im Teich denken. Ob die Stichlinge sticheln, weil Aal so anders aussieht als andere Fische, Bernd Biber bezweifelt, dass Aal bis ins Meer schwimmen kann, oder die Forellen Aal das Rückenschwimmen verbieten wollen – Aals Antwort lautet stets: Mir doch egal! Bis zu dem Moment, als Fred Flusskrebs in Tränen ausbricht und Aal das Egal plötzlich Bauchschmerzen bereitet …

Diese unbeschwerte Bilderbuchgeschichte zeigt, wie es gelingen kann, sich selbst treu zu bleiben und dabei gleichzeitig die Bedürfnisse seiner Mitmenschen – oder besser: Mit-Tiere – nicht aus dem Blick zu verlieren. (Klappentext)

Wenn’s Egaal nicht mehr egal ist

Manchmal wäre es doch herrlich, sich einfach um nichts zu scheren. Aal, der unkonventionelle Held in diesem Bilderbuch lebt genau nach diesem Motto. Zumindest so lange, bis das Leben ihm eine kleine, aber entscheidende Lektion erteilt.

Schon auf den ersten Seiten wird klar: Aal ist anders. Mit stoischer Gelassenheit lässt er die Sticheleien der Stichlinge an sich abprallen, begegnet Zweiflern mit Gleichgültigkeit und trotzt den Regeln der Forellen mit einem überlegenen Lächeln. Sein Selbstbewusstsein wirkt dabei erfrischend und inspirierend. Ein wunderbares Vorbild für kleine (und große) Leser:innen, die sich vielleicht allzu oft Sorgen darüber machen, was andere von ihnen halten. Doch das Buch bleibt nicht nur bei der Botschaft, dass man sich selbst treu bleiben sollte. Die Geschichte zeigt auf humorvolle Weise, dass ‘egal‘ nicht immer die beste Antwort ist, vor allem dann nicht, wenn es um die Gefühle anderer geht.

Besonders gelungen ist die Wendung, als Fred Flusskrebs auftaucht. Er ist der erste, der Aal nicht belehren oder kritisieren will. Und doch bringt er ihn ins Grübeln. Denn was, wenn es eben nicht ‘egal‘ ist, wie sich andere fühlen? Dieser Moment verleiht der Geschichte eine angenehme Tiefe, ohne belehrend zu wirken. Kinder erleben mit Aal, wie sich Selbstbestimmung und Empathie nicht gegenseitig ausschließen, sondern wunderbar ergänzen können.

Die Sprache ist lebendig und voller Witz. Kurze, prägnante Sätze machen die Geschichte leicht verständlich und dennoch pointiert. Die Dialoge sprühen vor Charme und die Tiere im Teich haben alle ihren ganz eigenen Charakter. Gerade das macht sie so einprägsam. Sie sind nicht nur Statisten, sondern kleine Persönlichkeiten, die Aal auf seiner Reise begleiten und ihn herausfordern.

Ein weiteres Highlight sind die Illustrationen. Sie fangen nicht nur die Unterwasserwelt wunderschön ein, sondern spiegeln auch perfekt Aals unbekümmertes Wesen wider. Die Farben sind kräftig, die Figuren ausdrucksstark und es gibt viele kleine Details zu entdecken, die das Vorlesen und gemeinsame Betrachten zu einem Vergnügen machen.

Egal, sagt Aal‘ ist ein Bilderbuch, das mehr bietet als eine einfache Botschaft. Es zeigt Kindern und Eltern, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben, aber auch, dass echtes Miteinander Empathie erfordert. Ein Buch, das zum Lachen, Nachdenken und immer wieder Lesen einlädt – und vielleicht sogar dazu inspiriert, das ‘Egal‘ in manchen Momenten über Bord zu werfen.

Ein von Herzen kommendes Dankeschön an CalmeMara und Vorablesen für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Sara Forster: “Aus klein wird groß. So wächst ein Schmetterling”

Sara Forster (Autorin)
Bianca Austria (Autorin/ Illustratorin)
Prestel Verlag
Lesealter: ab 3 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

An einem warmen, sonnigen Tag siehst du vielleicht einen Schmetterling um dich herumtanzen.

Die Verwandlung des Schmetterlings ist ein kleines Wunder. Beobachte, wie aus einem winzigen Ei eine hungrige kleine Raupe schlüpft, die sich verpuppt und schließlich zu einem wunderschönen Schmetterling wird.

In diesem liebevoll illustrierten Buch lernen Kinder nicht nur die Metamorphose des Schmetterlings kennen, sondern erfahren auch, wovon er sich ernährt, wie er Blumen bestäubt und wie er sich durch clevere Tricks vor seinen Fressfeinden schützt. Ein faszinierendes Wunder der Natur sachkundig und kindgerecht erklärt. (Klappentext)

Ein lehrreiches Bilderbuch für kleine Entdecker

„Aus klein wird groß. So wächst ein Schmetterling“ von Sara Forster und Bianca Austria ist ein bezauberndes Sachbilderbuch für Kinder ab drei Jahren, das mit seinem einfühlsamen Ansatz die faszinierende Welt der Schmetterlinge näherbringt. Was dieses Buch besonders macht, ist die gelungene Mischung aus wissenschaftlich fundierten Informationen und liebevoll gestalteten Illustrationen, die Kinder sowohl visuell als auch inhaltlich ansprechen.

Schon der erste Blick zieht die Aufmerksamkeit durch die lebendigen und detailreichen Bilder von Bianca Austria auf sich. Schmetterlinge, Raupen und ihre Entwicklungsstadien werden in beeindruckender Detailtreue dargestellt, sodass Kinder auf jeder Seite neue Entdeckungen machen können. Besonders schön ist, dass die Tiere oft in Großaufnahme gezeigt werden. Das ermöglicht den kleinen Leser:innen, selbst kleinste Details zu entdecken, die in der Natur leicht übersehen werden könnten.

Das Buch beginnt mit einer anschaulichen Erklärung der Körperteile des Schmetterlings und geht dann auf die verschiedenen Entwicklungsphasen ein, vom Ei bis hin zum fertigen Schmetterling. Besonders spannend ist die Darstellung der Metamorphose. Es ist erstaunlich, wie aus einer winzigen Raupe ein prächtiger Schmetterling wird. Diese Entwicklung wird mit einfachen Texten beschrieben, die auch jüngeren Kindern leicht zugänglich sind.

Das Buch vermittelt dabei nicht nur grundlegendes Wissen über Schmetterlinge, sondern regt auch zur Beobachtung und Achtsamkeit gegenüber der Natur an. Kinder lernen nicht nur die Tiere kennen, sondern entwickeln auch ein Bewusstsein für die Wichtigkeit von Schmetterlingen im Ökosystem, insbesondere ihre Rolle bei der Bestäubung.

Was mir besonders gefallen hat, ist die interaktive Gestaltung des Buches. Neben den Sachtexten finden sich immer wieder kleine Impulse zum Staunen und Forschen. Das kann zum Beispiel ein Hinweis auf die Bedeutung von Farben bei Schmetterlingen oder die Frage sein, warum sich einige Schmetterlinge gerne sonnen. Diese Fragestellungen regen die Fantasie der Kinder an und laden zu eigenen Entdeckungen ein.

Insgesamt ist „Aus klein wird groß. So wächst ein Schmetterling“ ein wunderbar gelungenes Sachbuch, das auf altersgerechte und sehr anschauliche Weise Wissen vermittelt. Es ist nicht nur lehrreich, sondern auch ein optischer Genuss und fördert die Neugier und das Interesse an der Natur. Ein ideales Buch, um Kinder frühzeitig für die Wunder der Natur zu begeistern und sie spielerisch in die Welt der Wissenschaft einzuführen.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Prestel Verlag für das wunderschöne Rezensionsexemplar!

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Eva Hiertes: “TÖRÖÖÖÖ! FIIIEEEP! Klein und Groß trompeten los”

Eva Hierteis (Autorin)
Andrea Stegmaier (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
 32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

WIR HALTEN ZUSAMMEN!

Eine Geschichte über einen kleinen Elefanten, der sich nicht traut, laut zu stampfen und zu trompeten, und eine kleine Maus, die es nicht kann. Und darüber, dass es manchmal trotzdem wichtig ist, laut zu werden – für andere und für sich selbst! (Klappentext)

Die Kraft der eigenen Stimme

Manchmal hat man das Gefühl, nicht gehört zu werden. Sei es, weil man zu leise spricht oder weil die anderen einfach nicht zuhören. Genau darum geht es in “TÖRÖÖÖÖ! FIIIEEEP!”. Mit viel Wärme, einer großen Portion Humor und einer wunderbaren Freundschaftsgeschichte zeigt dieses Bilderbuch, wie man für sich selbst einstehen kann, egal, ob man klein wie eine Maus oder groß wie ein Elefant ist.

Ein Elefant, der sich nicht traut, laut zu sein, und eine Maus, die nicht gehört wird, ist eine spannende Konstellation. Die beiden tierischen Hauptfiguren stehen vor einem gemeinsamen Problem: Sie werden in der lauten, trubeligen Savanne einfach übersehen. Die Maus ist so winzig, dass ihre fiepsige Stimme untergeht, und der Elefant ist zwar riesig, aber zu unsicher, um laut zu trompeten. Doch als sie sich begegnen, erkennen sie, dass sie zusammen vielleicht stärker sind als gedacht.

Auf spielerische Art und mit ganz viel Wortwitz werden hier ernste Themen behandelt. Kinder werden oft mit Situationen konfrontiert, in denen sie sich übergangen fühlen, sei es in der Kita, auf dem Spielplatz oder zu Hause. Hier zeigt sich, dass man nicht laut sein muss, um wichtig zu sein, aber dass es helfen kann, wenn man seine Stimme nutzt. Und manchmal braucht es nur jemanden, der einem Mut macht.

Die Geschichte von Eva Hierteis ist dabei nicht nur lehrreich, sondern auch voller Charme. Sie setzt auf eine lautmalerische Sprache, die Kinder leicht verstehen können, auf gezielt platzierte Reime und eine Kopplung von Bild und Sprache. Besonders schön ist die Dynamik zwischen Maus und Elefant. Die beiden wachsen im Laufe der Geschichte gemeinsam über sich hinaus und zeigen, dass Unterschiede eine Stärke sein können.

Die Bilder von Andrea Stegmaier fangen die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein. Die warmen Erdtöne der Savanne, die ausdrucksstarken Gesichter der Tiere und die kleinen, liebevollen Details sorgen dafür, dass sich Kinder sofort in die Welt von Maus und Elefant hineinversetzen können.

Insgesamt ist dieses Bilderbuch ein wunderschönes Gesamtwerk über Selbstbewusstsein, Freundschaft und die Kraft der eigenen Stimme. Es zeigt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben, sondern sich trotz Unsicherheiten Gehör zu verschaffen. Und dass es manchmal leichter ist, wenn man nicht allein ist. Ein herzerwärmendes Buch für kleine und große Leser:innen.

Ein liebes Dankeschön an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!