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Alexander Steffensmeier: “Lieselotte lauert” (Das erste Lieselotte-Abenteuer in der Jubiläumsausgabe)

Alexander Steffensmeier (Autor/ Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
20,00€

Jeden Morgen schaut Lieselotte schon beim Melken ungeduldig auf den Hof hinaus. Es gibt nämlich etwas, das sie mehr liebt als alles andere…

Eine spannende Geschichte über eine pirschende Kuh, einen gejagten Briefträger und eine Bäuerin, die endlich unversehrte Pakete bekommen möchte.

20 Jahre Lieselotte! Diese einzigartige Sonderausgabe hat einen Schutzumschlag, der sich in ein tolles Kinderzimmerposter verwandelt. Und noch ein besonderes Extra: Mit einem Hörbuch zum Runterladen.
(Klappentext)

Postkuh Lieselotte

Manche Kinderbuchfiguren begleiten Familien über Jahre hinweg. Nicht, weil sie übermäßig pädagogisch belehrend sind oder ständig wichtige Botschaften verkünden, sondern weil sie einfach eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Lieselotte gehört für mich eindeutig in diese Kategorie. Seit inzwischen zwei Jahrzehnten sorgt die Kuh für gute Laune beim Vorlesen.

In Lieselotte lauert hat sie es ausgerechnet auf den Postboten abgesehen. Sie liebt es, ihm aufzulauern und ihn zu erschrecken. Immer wieder. Und erstaunlich einfallsreich. Während Lieselotte ihren Spaß hat, entwickelt der arme Mann bereits Albträume und auch die Bäuerin verliert langsam die Geduld, weil regelmäßig Pakete zu Bruch gehen.

Die Geschichte braucht dafür keine komplizierte Handlung. Die Idee ist simpel, aber daraus zieht das Buch seinen Humor. Lieselotte versteckt sich, wartet auf den richtigen Moment und bringt den Postboten zuverlässig aus der Fassung. Das ist herrlich albern, kindgerecht und die Sorte Humor, die auch nach mehrmaligem Vorlesen und über Generationen hinweg nicht langweilig wird.

Besonders entgegen kommt mir dieses Buch beim abendlichen Vorlesen. Ich habe nicht immer Lust, kurz vor dem Schlafengehen nach einem anstrengenden Tag noch gefühlt zwanzig Seiten Fließtext mit fünf verschiedenen Stimmen vorzulesen. Wenn die Kinder sich für Lieselotte lauert entscheiden, bin ich immer sehr dankbar. Der Text ist angenehm kurz gehalten, die Handlung klar verständlich und trotzdem hat man nicht das Gefühl, nur schnell das abendliche Vorlesen abgearbeitet zu haben.

Überhaupt tragen die Illustrationen einen riesigen Teil der Geschichte. Die Bilder sind groß, lebendig und voller kleiner Details. Auf vielen Seiten gibt es genug zu entdecken, sodass man beim zweiten, dritten, vierten Lesen noch Kleinigkeiten bemerkt, die vorher untergegangen sind. Für Kinder, die gern länger Bilder anschauen oder noch nicht so lange zuhören möchten, ist das ideal. Der kurze Text lässt viel Raum für eigene Beobachtungen, Fragen und kleine Suchspiele auf den Seiten.

Ganz unkritisch bin ich allerdings nicht. Der Übergang gegen Ende – von Lieselotte zerstört versehentlich das Fahrrad des Postboten zu Lieselotte trägt jetzt selbst Post aus – kommt tatsächlich ziemlich abrupt. Man versteht zwar grundsätzlich, worauf die Geschichte hinausmöchte, aber hier hätte ich mir eine zusätzliche Szene oder einen etwas weicheren Übergang gewünscht. Es wirkt ein wenig so, als würde eine Seite fehlen.

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man dieses Buch nicht unnötig überinterpretieren muss. Lieselotte lauert möchte keine tiefgründige Abhandlung über Konsequenzen, Schuld und Wiedergutmachung sein. Es ist in erster Linie ein Bilderbuch über eine freche Kuh, einen zunehmend verzweifelten Postboten und jede Menge Situationskomik. Meine Kinder und ich haben daran großen Spaß.

Die Jubiläumsausgabe gefällt uns ebenfalls. Der Schutzumschlag lässt sich zu einem Poster ausklappen und das zusätzliche Hörbuch zum Download ist eine schöne Ergänzung. Für uns bleibt Lieselotte lauert ein fröhliches, unkompliziertes Bilderbuch, das besonders durch seine Bilder, seinen Humor und seine angenehme Vorleselänge begeistert. Nicht der textreichste Lieselotte-Band, aber einer, zu dem wir vermutlich genau deshalb immer wieder greifen.

Ein ganz herziges Dankeschön an den Fischer Sauerländer Verlag, der uns diese Jubiläumsausgabe zur Verfügung gestellt hat! Und natürlich: Happy Birthday, Lieselotte! Auf die nächsten 20 Jahre!



Hier die klassischen großformatigen Bilderbücher in chronologischer Reihenfolge:

Lieselotte lauert (2006)

Lieselotte im Schnee (2007)

Lieselotte sucht einen Schatz (2009)

Lieselotte bleibt wach (2010)

Lieselotte macht Urlaub (2011)

Lieselotte versteckt sich (2012)

Lieselotte ist krank (2013)

Lieselotte sucht (2014)

Ein Geburtstagsfest für Lieselotte (2016)

Lieselotte will nicht baden (2017)

Lieselotte hat Langeweile (2018)

Lieselotte macht nicht mit (2019)

Lieselotte im Regen (2020)

Lieselotte macht Ferien (2021)

Zusätzlich gibt es noch:

  • viele Mini-Ausgaben
  • Pappbilderbücher
  • Erstleser
  • Wimmelbücher
  • Adventskalenderbücher
  • Sondereditionen
  • Mitmachbücher
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Bilderbücher Garten Kinderbücher Kinderbücher 0-3 Jahre Natur Pappbilderbücher Rezensionen

Alexander Steffensmeier: “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte”

Alexander Steffensmeier (Autor/ Illustrator)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 2 Jahren

26 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00€

Herzlichen Glückwunsch, Lieselotte!

Lieselotte freut sich riesig auf ihren Geburtstag. Doch auf dem Bauernhof bleibt es seltsam still. Wo sind denn alle geblieben? Die Bäuerin ist weg, die Hühner lassen sich auch nicht blicken. Niemand hat einen Kuchen gebacken. Im Garten hängen keine Luftballons. Haben etwa alle Lieselottes Geburtstag vergessen?
(Klappentext)

Alles Gute zum 20. Geburtstag, Lieselotte

Zwei Jahrzehnte Lieselotte müssen gefeiert werden. Passend dazu gibt es “Ein Geburtstagsfest für Lieselotte” nun als Pappbilderbuch mit witzigem Farbschnitt. Kleine Fans ab 2 Jahren können gemeinsam mit Lieselotte feiern. Dabei sieht es in der Geschichte so aus, als hätten alle Lieselottes Geburtstag vergessen.

Die aufgeweckte Kuh weiß natürlich ganz genau, wie so ein Ehrentag normalerweise abläuft: Kuchen, Girlanden, Aufregung, Hühnergewusel. Nur leider scheint auf dem Bauernhof niemand mit Partyvorbereitungen beschäftigt zu sein. Auf dem Bauernhof wird gearbeitet wie immer, die Bäuerin backt keinen Kuchen und selbst die Hühner wirken nicht besonders feierlich. Für Lieselotte ist die Sache eigentlich eindeutig. Geburtstage laufen schließlich nach einem festen Prinzip ab. Erst wird dekoriert, dann gibt es Kuchen und am Ende eine Party. So war es schließlich auch beim Huhn letzte Woche. Nur hält sich diesmal offenbar niemand an den Plan.

Je länger der Tag dauert, desto weniger subtil werden Lieselottes Bemühungen, die anderen auf ihren Geburtstag hinzuweisen. Und das ist wirklich ziemlich lustig anzusehen. Etwas tragisch ist es am Ende schon, als sie mit ihrem alten Partyhut, einem Kaktus und Zwieback am Fluss sitzt und alleine feiert.

Aber es ist diese Mischung aus kindlicher Tragik und kuhtastischer Komik, die die Geschichte so unterhaltsam macht. Die Hühner und Küken machen im Hintergrund wieder ihren eigenen Unsinn. Irgendwo stolpert immer eines durchs Bild oder beschäftigt sich mit etwas komplett anderem als dem eigentlichen Geschehen. Man bleibt ständig an irgendwelchen Kleinigkeiten hängen. Die badenden Küken am Wasser, die Würmer im Hintergrund oder die vielen kleinen Reaktionen der Tiere machen beim Anschauen fast genauso viel Spaß wie die eigentliche Geschichte.

Der Text bleibt kurz und passt gut zum Pappbilderbuchformat. Vieles erzählen ohnehin die Illustrationen. Deshalb eignet sich das Buch auch wunderbar nur zum gemeinsamen Anschauen, weil man auf den Seiten ständig irgendetwas entdeckt oder weitererzählen kann.

Dass am Ende natürlich doch noch eine Überraschungsparty wartet, dürfte niemanden ernsthaft überraschen. Eigentlich geht es die ganze Zeit eher darum, wie sehr sich Lieselotte in diesen Geburtstag hineinsteigert.

Zum 20. Geburtstag zeigt Lieselotte jedenfalls ziemlich deutlich, warum sie seit so vielen Jahren zu den beliebtesten Bilderbuchkühen gehört. Sie ist neugierig, leicht dramatisch und dabei einfach unglaublich sympathisch. Auch dieses kleine Pappbilderbuch lebt wieder von den vielen lustigen Details, den herrlichen Gesichtsausdrücken und dem ganz normalen Bauernhofchaos. Eine wirklich schöne Jubiläumsausgabe für kleine und große Lieselotte-Fans.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Jubiläumsbuch!

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Fantasy Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Natur Rezensionen

Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Ben Mantle: “Der allertollste Bruder der Welt”

Ben Mantle (Autor/ Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
40 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Allerbeste Geschwister

Nano hat seinen großen Bruder Felix ganz doll lieb. Und Nano weiß, dass Felix ihn auch lieb hat – meistens jedenfalls. Doch was tut man, wenn der allertollste große Bruder der Welt einfach nur seine Ruhe haben will? Na, alleine spielen, überhaupt gar kein Problem! Oder etwa doch?!
(Klappentext)

Über die besondere Magie zwischen Geschwistern

Geschwisterbeziehungen sind schon etwas ganz Besonderes. Sie sind geprägt von Nähe, Bewunderung, kleinen Streitigkeiten und einem Band, das selbst nach turbulenten Momenten bestehen bleibt. Um dieses Wechselspiel geht es in diesem unglaublich warmherzigen und humorvollen Bilderbuch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Nano, der seinen großen Bruder Felix über alles liebt. Für Nano ist Felix nicht einfach nur ein Bruder, er ist der allertollste Bruder der Welt. Gemeinsam spielen, Abenteuer erleben und Zeit miteinander verbringen, ist für Nano das Größte. Doch wie es unter Geschwistern nun einmal ist, gibt es auch Momente, in denen der große Bruder einfach seine Ruhe haben möchte. Für Felix wird das Baumhaus zu einem Rückzugsort, zu dem Nano keinen Zutritt hat. Für den kleinen Bruder ist das zunächst schwer zu verstehen. Die Enttäuschung ist groß, denn für Nano gehört Felix zu allem dazu.

Diese recht alltägliche Situation wird auf eine sehr einfühlsame Weise erzählt. Man begleitet Nano dabei, wie er versucht, mit der Situation umzugehen. Er baut sich kurzerhand sein eigenes kleines Reich und versucht, allein zurechtzukommen. Doch als das Wetter umschlägt und sein gemütliches Regenschirmhaus vom Wind davongetragen wird, ohne dass der große Bruder zu Hilfe eilt, ist Nano wütend und traurig.

Meine beiden kleineren Kinder lieben dieses Buch. Beim Vorlesen schlüpfen sie abwechselnd in die Rolle des Nano (ich muss dann mit veränderten Namen vorlesen) und der große Bruder ist selbstverständlich der allertollste überhaupt. Genau daran sieht man doch, wie nahbar diese Geschichte erzählt ist.

Außerdem sind die Illustrationen mein persönliches Highlight. Die Darstellung des regnerischen Gartens und der wechselnden Wetterstimmung ist außergewöhnlich gut gelungen. Man spürt förmlich die Atmosphäre eines warmen, aber regnerischen Tages, riecht die feuchte Erde und hört das Pladder-Pladder und Klonk-Klonk der Regentropfen. Gleichzeitig sind die Figuren so liebevoll gestaltet, dass man ihre Gefühle auch ohne viele Worte sofort erkennt. Die Mimik und Körpersprache der beiden Brüder transportieren Emotionen auf sehr zugängliche und kindgerechte Weise. Auch die kleinen humorvollen Details in den Illustrationen laden zum Entdecken ein und sorgen dafür, dass das Buch nicht nur einmal, sondern immer wieder gerne zur Hand genommen wird.

Inhaltlich vermittelt die Geschichte eine wichtige Botschaft: Geschwister müssen nicht immer alles gemeinsam machen. Es ist völlig in Ordnung, wenn jeder auch einmal Zeit für sich braucht. Gleichzeitig zeigt das Buch, dass Streit und kleine Konflikte dazugehören und dass die Verbindung zwischen Geschwistern oft stärker ist, als man denkt.

Insgesamt also ein warmherziges, humorvolles und zugleich sehr authentisches Bilderbuch über Geschwisterliebe. Die Geschichte überzeugt durch ihren hohen Wiedererkennungswert, die liebevollen Figuren und die beeindruckenden Illustrationen, die besonders die Stimmung eines regnerischen Tages wunderschön einfangen.

Ein wunderbares Vorlesebuch ab etwa vier Jahren, das zeigt, dass Geschwister sich manchmal streiten, aber am Ende immer zusammenhalten. Und dass der große Bruder eben doch (meistens) der allertollste der Welt ist.

Vielen lieben Dank an der Verlag, der uns dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Märchen Natur Rezensionen

Skye McKenna: “Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel”(Band 1)

Skye McKenna (Autorin)
Viktoria Gavrilenko (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99€

Mächtige Hexen schützen England vor den fantastischen Wesen aus dem Land Faerie. Doch hüte dich davor, den Wald zwischen den Reichen zu betreten …
Cassandra Morgan hat es geahnt: Die Geschichten in ihren Büchern sind nicht nur Märchen. Was sie jedoch nicht wusste: Sie gehört einer Familie von Hexen an. Mit dem Umzug nach Hartwood Hall, in das Haus ihrer Tante, beginnt für Cassandra ein Leben voller Magie. Sie findet jedoch schnell heraus, dass sie das einzige Verbot, das ihre Tante ausgesprochen hat, übertreten muss, wenn sie ihre verschollene Mutter wiederfinden will: Sie muss in den gefährlichen Wald an der Grenze zum Land Faerie …
(Klappentext)

Fantasy für Jung und Alt

Cassandra Morgan startet nicht gerade mit Rückenwind ins Leben. Ein trostloses Internat, eine Mutter, die seit Jahren verschwunden ist, und dann auch noch die Nachricht, dass sie offiziell für tot erklärt wurde. Als Cassandra kurz davorsteht, im nächsten Waisenhaus zu landen, bleibt ihr nur die Flucht – und ein merkwürdiger Schlüssel, den ihre Mutter ihr einst anvertraut hat. Ab diesem Moment kippt die Geschichte sehr schnell von realistischer Tristesse in eine Welt, in der Märchen ziemlich reale Gefahren bergen.

Der Umzug nach Hartwood Hall zu Tante Miranda bringt zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine Geborgenheit. Miranda ist kühl, streng und Hexe mit klaren Regeln. Die wichtigste davon lautet, den Wald zwischen den Welten nicht zu betreten. Dass Cassandra genau dieses Verbot missachtet, ist wenig überraschend, schließlich treibt sie die Suche nach ihrer Mutter an, und Antworten scheint es nur jenseits der Grenze zu geben.

Der Wald, der an Faerie grenzt, ist düster, unberechenbar und bevölkert von Wesen, bei denen man nie sicher sein kann, ob sie helfen oder schaden wollen. Goblins, sprechende Tiere, seltsame Wächter und uralte Magie sorgen dafür, dass jede Begegnung eine gewisse Spannung mit sich bringt.

Cassandra selbst ist keine makellos schillernde Heldin, die auf Anhieb als begabte Hexe brilliert. Sie handelt oft impulsiv, ignoriert Warnungen und bringt sich wiederholt in Gefahr. Aber das passt zu ihrer Situation: Sie ist allein, verzweifelt und klammert sich an die Hoffnung, ihre Mutter zu finden. Aber sie ist auch loyal, offenherzig und eine gute Freundin.

Die Geschichte wird von zahlreichen Nebenfiguren besiedelt, die aber nicht alle gleich stark ausgearbeitet sind. Tante Miranda bleibt lange schwer greifbar. Ihr Verhalten wirkt distanziert, teilweise sogar herzlos, und erst spät bekommt man eine Ahnung davon, was sie innerlich bewegt. Das sorgt für Reibung, lässt aber auch Fragen offen. Deutlich wärmer fallen die Freundschaften aus, die Cassandra im Laufe der Geschichte knüpft – allen voran zu Rue.

Der Plot hält einige Wendungen bereit, die man nicht kommen sieht. Intrigen, falsches Vertrauen und moralisch fragwürdige Entscheidungen spielen eine größere Rolle, als man es von einer Fantasygeschichte ab zehn Jahren vielleicht erwarten würde. Gleichzeitig bleiben manche Aspekte bewusst vage. Über Faerie selbst erfährt man nur bruchstückhaft etwas, was klar neugierig macht, aber auch ein wenig unbefriedigt zurücklässt.

Auch handwerklich ist das Buch auf junge Vielleser:innen zugeschnitten: kurze Kapitel, große Schrift und eine klare Struktur sorgen dafür, dass sich die rund 400 Seiten erstaunlich flott lesen. Die Ausstattung ist hochwertig, mit verziertem Cover, bedrucktem Buchschnitt und kleinen Illustrationen zu Kapitelbeginn, die gut zur Stimmung passen.

„Der goldene Schlüssel“ ist ein spannender Auftakt. Die Geschichte hat Ecken und Kanten, lässt bewusst Fragen offen und traut sich, ihre junge Protagonistin Fehler machen zu lassen. Wer Geschichten über Hexen, geheimnisvolle Wälder, ungelöste Familienrätsel und Mut mag, wird hier gut abgeholt. Ich bin sooooo neugierig auf das, was Cassandra als Nächstes erwartet.

Ein herziges Dankeschön an den Verlag und Grüße an die Leserunde auf LovelyBooks!

Auf Nachschub muss man zum Glück nicht lange warten

Band 2 erscheint am 1. März 2026

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Detektive Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Natur Rezensionen

Beate Dölling: “Das schwarze Huhn von Hohenbutzen”

Beate Dölling (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
192 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Ein spektakulärer Diamantenraub hält das beschauliche Dorf Hohenbutzen in Atem. Der Sohn der alten Rabenschlag wurde mit der Beute geschnappt. Wundern tut das niemanden, denn der ist ja schon immer ein eigenartiger Kauz gewesen. Und seine Mutter erst – eindeutig eine Hexe! Milena und ihre Geschwister, die in Hohenbutzen einen Ökourlaub ohne Strom und fließendes Wasser verbringen wollen, finden das alles mehr als spannend! Was, wenn sie den immer noch vermissten Diamanten finden würden, der ein Vermögen wert sein soll? Sie ahnen nicht, dass sie bald schon mitten hinein geraten in das Geschehen und einer hundsgemeinen Intrige auf die Spur kommen. (Klappentext)

Ein moderner Kinderkrimi mit Herz, Witz und wichtigen Themen

Das schwarze Huhn von Hohenbutzen ist eine Detektivgeschichte, die mit Witz, Tempo und einem modernen Blick erzählt wird. Statt Großstadt und Hightech gibt’s ein Ökohaus ohne Strom, ein verschwundenes Juwel und ein schwarzes Huhn, das es in sich hat.

Milena und ihre Geschwister Bruno und Catia verbringen ihre Ferien in Hohenbutzen, einem Dorf, das so ruhig wirkt, dass kaum jemand an einen echten Kriminalfall glauben würde. Doch dann verschwindet ein wertvoller Diamant und plötzlich scheint die Beschaulichkeit sehr trügersich. Herr von Kniebeltreu, der örtliche Geschäftsmann, wittert seine Chance: Er will das Land der alten Frau Rabenschlag kaufen, die mit ihrem schwarzen Huhn Lilo in einer kleinen Butze lebt – angeblich eine Hexe, sagen die Dorfbewohner. Schon bald merken Milena und ihre Freunde, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als Gerede und Aberglaube.

Beate Dölling hat ein gutes Gespür für Kinderfiguren. Ihre Dialoge klingen natürlich, die Dynamik zwischen den Geschwistern ist echt und Catia mit Down-Syndrom ist wunderbar unaufgeregt integriert. Sie ist kein „besonderer Fall“, sondern einfach ein Teil der Familie. Sie ist neugierig, schlagfertig und mutig. Überhaupt gelingt es Dölling, Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Identität ganz selbstverständlich einzubauen. Wenn die Kinder über alternative Energieformen oder über Transgender sprechen, wirkt das weder erzwungen noch pädagogisch, sondern so, wie Kinder heute eben sprechen.

Der Krimiteil bleibt dabei spannend und leichtfüßig. Das Tempo stimmt, die Auflösung ist überraschend und Huhn Lilo sorgt für genau die richtige Portion Absurdität. Herr von Kniebeltreu als Gegenspieler ist wunderbar überzeichnet, gierig und skrupellos, wie man es in einem Kinderkrimi gern hat.

Besonders schön ist die Haltung, die das Buch vermittelt: dass man Dinge hinterfragen darf, statt einfach zu glauben, was andere sagen. Und dass es manchmal Mut braucht, um zu erkennen, wer hier eigentlich ein „komisches Huhn“ ist.

Insgesamt ist dieses Buch witzig, modern und voller Leben. Es verbindet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit Themen, die Kinder wirklich beschäftigen. Ein Buch, das zeigt, dass gute Geschichten Haltung haben dürfen und nicht zwangsläufig schwer im Magen liegen.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Bilderbücher Kinderbücher 0-3 Jahre Natur Pappbilderbücher Rezensionen

Annette Moser: “Jetzt schon? Schlummerzeit für kleine Tiere”

Annette Moser (Autorin)
Sonja Schweiger (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 2 Jahre
16 Seiten
Pappbilderbuch: 11,00 €

Schlaft gut, kleine Tiere!

Max Meise, Ella Eichhörnchen, Samu Siebenschläfer und Franzi Fuchs spielen gerade so schön, da sollen sie ins Bett gehen. Jetzt schon? Die Mamas und Papas müssen Überzeugungsarbeit leisten, doch irgendwann schlummert auch das vorwitzigste Tierkind glücklich und zufrieden. (Klappentext)

Liebevoll illustrierte Schlummergeschichte

Ich habe mich auf dieses Buch wirklich gefreut. Schon das Cover ist so einladend in weichen Farben gehalten, mit niedlich gezeichneten Tierkindern. Der warme Lichtschein erinnert sofort an eine Abendstimmung, in der man sich am liebsten selbst in eine Decke kuscheln würde. Ein schöner Rahmen für ein gemütliches Abendritual. Und tatsächlich hält das Buch, was es verspricht – zumindest optisch.

Die Illustrationen von Sonja Schweiger sind wunderschön. Sie wirken fast, als würden sie von innen heraus leuchten. Jedes Bild strahlt Ruhe, Geborgenheit und Wärme aus. Besonders schön sind die vielen Details, die kleinen Leser:innen beim wiederholten Anschauen auffallen: winzige Insekten, versteckte Pilze, liebevoll eingerichtete Tierbehausungen. Ganz nebenbei lernen Kinder, wo ein Eichhörnchen schläft, wo sich ein Siebenschläfer einkuschelt oder wie das Nest einer Meise aussieht.

Inhaltlich begleitet man vier kleine Tierfreunde – Fuchs, Eichhörnchen, Siebenschläfer und Meise – durch ihren Tag. Sie spielen, haben Spaß und möchten, wie Kinder nun mal sind, nicht aufhören, als der Abend naht. Einer nach dem anderen wird von Mama oder Papa abgeholt und ins Bett gebracht. Und jedes Mal ertönt der kleine Protest: „Jetzt schon?“ Das ist charmant, liebevoll und für Kinder ab zwei Jahren wunderbar nachvollziehbar.

Was mich allerdings nicht ganz überzeugt hat, ist der Textfluss. Die Idee, kurze Reimpassagen einzubauen, ist schön, wirkt aber etwas unausgegoren. Es reimen sich immer nur zwei Verse, der Rest ist prosaisch erzählt. Das unterbricht beim Vorlesen den Rhythmus. Gerade kleine Zuhörer:innen reagieren stark auf Wiederholungen und Klangmuster. Hier fehlt ein durchgehender, harmonischer Sprachfluss, wie man ihn sich bei einer Einschlafgeschichte wünschen würde.

Insgesamt ist das Buch sehr ruhig. Es passiert nicht viel, was natürlich zum Thema passt, aber mir fehlte zwischendurch ein kleiner Spannungsbogen oder etwas, das die Aufmerksamkeit hält. Mein Kind hat beim Vorlesen mehrfach abgelenkt umgeblättert oder sich anderen Dingen zugewandt – ein Zeichen dafür, dass der Text nicht ganz fesselt.

Trotzdem: Für die Abendroutine ist das Buch schön geeignet. Es vermittelt Geborgenheit, Nähe und Vertrautheit. Wir finden, es ist ein warmherzig illustriertes Pappbilderbuch mit einer liebevollen Botschaft, textlich aber leider etwas unrund.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Jessica Meserve: “Wir alle geMEINSam!”

Jessica Meserve (Autorin/ Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahren
32 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Alles MEINS!?

Der kleine Herr Rot liebt SEINEN Baum: Er hat so viele Blätter zum Rascheln, einen tollen Stamm zum Hinaufflitzen und die besten Äste zum Schwingen und Springen! Deshalb kann er es gar nicht leiden, dass überall im Baum so viele andere Tiere krabbeln, huschen oder flattern. Doch als dann auch noch Frau Leopard am Fuße des Baums auftaucht, merkt der kleine Herr Rot, wie gut es ist, nicht allein zu sein…

Alles ist besser GEMEINSAM!
(Klappentext)

Ein Baum für alle

Herr Rot ist ein kleines Eichhörnchen mit großen Ansprüchen. Der Baum, den er entdeckt hat, soll bitte nur ihm gehören – Stamm, Äste, Blätter, alles seins. Dass andere Tiere den selben Baum besetzen, passt ihm überhaupt nicht. Erst schimpft er, dann schmollt er und schließlich zieht er los, um einen anderen, besseren Baum ganz für sich allein zu finden. Doch ausgerechnet die Begegnung mit Frau Leopard bringt ihn ins Grübeln und ziemlich in Not. Plötzlich merkt Herr Rot, dass es sich doch viel angenehmer und sicherer lebt, wenn man nicht allein ist, sondern Teil einer Gemeinschaft, die im entscheidenden Moment an seiner Seite steht.

Die Geschichte erzählt eine klassische Lektion über Teilen und Zusammenhalt, allerdings so charmant, dass sie nicht belehrend wirkt. Herr Rot ist eigensinnig, trotzig und dadurch nah an der kindlichen Lebenswelt. Viele Kinder kennen das Alles-meine-Gefühl nur zu gut. Genau deshalb ist die Erzählung ein guter Gesprächsanlass: Warum teilen? Warum Rücksicht nehmen? Und wie fühlt es sich an, wenn man merkt, dass man alleine nicht weiterkommt?

Der Text ist gradlinig erzählt, ohne Schnörkel, dafür mit feinem Humor. Man spürt die leise Ironie, wenn Herr Rot immer finsterer dreinschaut, während sich immer mehr Tiere auf seinem Baum niederlassen. Schön ist auch die Figur des alten Baums, der mit ruhiger Stimme daran erinnert, dass in seinen Ästen Platz für viele ist. Das bringt eine wohltuende Gelassenheit in die Geschichte.

Die Illustrationen sind der große Schatz dieses Buches. Jessica Meserve arbeitet mit weichen, aquarellartigen Farben, die Wärme und Leichtigkeit ausstrahlen. Die Mimik von Herr Rot ist köstlich, von beleidigt bis erleichtert ist alles dabei, und Kinder erkennen sofort, in welcher Stimmung er steckt. Auch die Details rund um die anderen Tiere laden zum längeren Betrachten ein. Die Bilder erzählen fast noch mehr als der Text und verleihen dem Buch eine stimmungsvolle Tiefe.

Obwohl die Botschaft recht deutlich ist, bleibt die Erzählung verspielt und leicht. Das ist wichtig, denn so liest sich das Thema Teilen nicht als Moralpredigt, sondern als positives Erlebnis. Dass die Erkenntnis ausgerechnet in einer brenzligen Situation kommt, macht die Wendung glaubwürdig und bringt Spannung hinein.

Wir alle geMEINSam! zeigt, wie schön es ist, Dinge miteinander zu teilen und füreinander da zu sein. Die Geschichte macht deutlich, dass man mit anderen zusammen nicht nur stärker ist, sondern auch viel mehr Freude erlebt.

Ein liebes Dankeschön an den Penguin Junior Verlag für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Feen Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Märchen Natur Rezensionen Vorlesebücher

Sandra Grimm: “Luna Libella und der Zauber auf der Feenwiese”

Sandra Grimm (Autorin)
Winona Kieslich (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
128 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00€

Kleine Feen, große Abenteuer!

Pst, hier kommt ein Geheimnis! Alle Jubeljahre wird in einer klaren Vollmondnacht eine ganz besondere Fee geboren: eine klitzekleine, federleichte, funkelfröhliche Insektenfee, mit schillernden Flügeln und einem guten Herzen. Und die Jüngste von allen ist die Libellenfee Luna Libella! Gemeinsam mit ihren Freunden erlebt sie jeden Tag magische Abenteuer: Sie helfen Tieren in der Nachbarschaft, gehen auf Entdeckungstour, feiern zauberhafte Feste und vieles mehr. Aber egal, welches Abenteuer auf die fünf Feenkinder wartet: Zusammen macht es noch mehr Spaß! (Klappentext)

Glitzerbuntes Wiesenabenteuer

Zwischen Pusteblumen, Tautropfen und Feenstaub schwirrt Luna Libella durch die Seiten. Sie ist eine kleine Libellenfee mit großen Ideen und einem Händchen für magisches Durcheinander.

Zusammen mit ihren Freunden lebt sie mitten in einer verwunschenen Wiesenwelt: in Pilzhäuschen, Seerosen oder anderen kleinen Naturverstecken. Die Feen und Wiesenwesen erleben allerlei kleine Abenteuer, die nie größer sind als nötig, aber genau die richtige Portion Zauber, Witz und Wärme mitbringen, um Herzen zu berühren.

Mal ist es ein geheimnisvoller Mondscheinabend, mal sorgt eine Glitzerwolke für Aufregung und manchmal ist es einfach nur ein besonderes Gefühl, das zwischen Freunden entsteht beim Feentanz, beim Basteln oder wenn jemand sich plötzlich ganz klein und mutlos fühlt.

Dass die Geschichten in 3, 5 oder 10 Minuten vorgelesen werden können, macht das Buch zu einem wahren Alltagsliebling. Ob für die letzte kleine Geschichte am Abend, für eine kurze Auszeit am Nachmittag oder als gemütliche Pause im turbulenten Familienleben, die Geschichten können passend zum Moment gewählt werden.

Auch optisch ist das Buch ein kleines Kunstwerk. Die stimmungsvollen und liebevoll gezeichneten Illustrationen von Winona Kieslich tragen viel dazu bei, dass Luna und ihre Welt beim Vorlesen sofort lebendig werden. Überall glitzert, flattert und wuselt es, wie ein kleines Wimmelparadies voller Details, in das man sich gerne vertieft.

Sehr gelungen ist die Figurenvielfalt. Schlecki Schneck flitzt in seinem angebrochenen Schneckenhaus mit Flügelantrieb durch die Gegend und backt die besten Kuchen, Mini Marini ist winzig, aber mutig wie ein Riese, Gigi Grasimir fürchtet sich vor fast allem und wächst oft über sich hinaus, und Holla Hummelchen braucht zwar eine große Brille auf der Nase, sieht damit aber auch ohne oft mehr als alle anderen zusammen.

Und wenn Lunas Feenstaub mal wieder verrückt spielt? Keine Sorge. Schlecki hat meistens ein Stück Torte zur Hand und irgendwer hat immer eine Idee, wie aus dem Durcheinander wieder etwas Gutes wird.

Ein wunderbares Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahren. Es ist liebevoll und fantasievoll. Genau richtig für alle, die sich gern verzaubern lassen mit Geschichten, die kurz genug für müde Augen und bunt genug für lebhafte Köpfe sind.

Ein glitzerbuntes Dankeschön an den Penguin Junior Verlag, der uns dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat.

Alle Bände der Minuten-Vorlesegeschichten-Reihe

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Babette Pribbenow: “Tricksen, Täuschen, Tarnen”

Babette Pribbenow (Autorin)
Rinah Lang (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 4 Jahre
32 Seiten
Gebundenes Buch: 18,00€

Ein faszinierendes Sachbilderbuch über Mimikry und Mimese

Wusstest du, dass es Tiere gibt, die erstaunliche Kniffe und Tricks auf Lager haben, um sich vor Feinden zu schützen oder aber um leichte Beute zu machen? Die Schwebfliege zum Beispiel gibt sich als gefährliche Wespe aus und der Fetzenfisch verkleidet sich als zerrissenes Blatt. Überall auf der Welt gibt es Tiere, die tricksen, täuschen und tarnen. Applaus für diese cleveren Schauspieler und Verwandlungskünstler!

Täuschend echt – ein Sachbilderbuch, das Augen öffnet

„Tricksen, Täuschen, Tarnen“ ist eines dieser Bücher, die man beim ersten Durchblättern eigentlich nur anschauen möchte und beim zweiten Mal merkt, wie viel Wissen darin steckt. Es geht um Mimikry und Mimese, zwei Begriffe, die man vermutlich nicht in einem Bilderbuch für Kinder ab vier erwarten würde. Und ja, genau das ist auch ein kleiner Knackpunkt.

Aber von vorn: Das Buch zeigt Tiere, die sich tarnen oder andere Lebewesen imitieren. Alles, um zu überleben. Die Schwebfliege, die sich als Wespe ausgibt, der Fetzenfisch, der wie ein altes Blatt aussieht, oder der Polarfuchs, der mit seinem weißen Fell in der Schneelandschaft praktisch verschwindet. Solche Beispiele werden sehr bildhaft dargestellt, nicht nur durch die Texte, sondern vor allem durch die Illustrationen. Rinah Lang gelingt es, die Tiere so in ihre Umgebung einzubetten, dass man als Leser fast suchen muss, wo sie sich verstecken. Das macht Spaß, lädt zum Entdecken ein und funktioniert auch schon mit kleineren Kindern sehr gut.

Anders sieht es mit den Texten aus. Die sind durchweg gut geschrieben, informativ und nie trocken, aber für ein vierjähriges Kind sind sie allein schwer zugänglich. Die Begriffe werden erklärt, aber nicht auf eine Weise, die sich ganz selbstverständlich beim Vorlesen erschließt. Für Vorschulkinder, die sich für Tiere interessieren, ist das Buch mit etwas Unterstützung der Erwachsenen gut geeignet. Wer allerdings hofft, dass das Kind sich das Buch allein anschaut und „nebenbei“ etwas über Biologie lernt, wird vermutlich enttäuscht.

Was das Buch besonders macht, ist die Auswahl der Tiere. Es sind nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Chamäleon oder Eule, sondern auch viele eher unbekannte Arten, die man so noch nie gesehen oder bewusst wahrgenommen hat. Gerade das macht es spannend, auch für Erwachsene. Man lernt selbst beim Vorlesen noch etwas dazu. Es ist also definitiv kein typisches Kinderbuch, das man nach dem dritten Mal auswendig kennt. Vielmehr ist es ein Titel, zu dem man immer wieder zurückkehrt, weil man neue Details entdeckt.

Insgesamt ist es kein einfaches Buch für den schnellen Vorlesemoment, sondern ein wunderbar gestaltetes Sachbilderbuch, das die faszinierenden Tricks der Natur in Szene setzt. Für Kinder mit großem Wissenshunger und für Erwachsene, die gern mitlernen. Ein bisschen anspruchsvoll, aber lohnend.

Ein ganz herzliches Dankeschön an den Tulipan Verlag, der uns dieses wunderbare Sachbilderbuch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.