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Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 8 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Magie Rezensionen

Britta Sabbag: “Lucy Hell: Immer brav sein ist die Hölle” (Band 1)

Britta Sabbag (Autorin)
Sarah Friede (Illustratorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 8 Jahren
144 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€

Gute Mädchen kommen in den Himmel, starke Mädchen kommen überallhin!

Bei Lucy Hell, Tochter des Teufels, stehen die Zeichen auf Alarm: Sie darf seine Nachfolge auf dem Höllenthron nicht antreten, WEIL. SIE. EIN. MÄDCHEN. IST!
Um dem Höllenvorstand und ihrem Vater zu beweisen, dass sie sich falsch entschieden haben, wandert Lucy auf die Erde aus. Wenn die Höllenherren sehen, wie böse sie den Chaosplaneten im Griff hat, müssen sie einfach zugeben, dass Lucy die geborene Teufelin ist! Womit Lucy allerdings nicht gerechnet hat: Dass es ihr auf der Erde so höllisch gut gefallen könnte…

(Klappentext)

Teuflische Girlpower mit ordentlich Wortwitz

In der Hölle herrschen erstaunlich verstaubte Ansichten. Als Friedrich-Luzifer nach tausend Jahren endlich reif für den Ruhestand ist, steht seine Tochter Lucy bereit. Sie ist schlagfertig, feurig und brennt darauf, das Kommando zu übernehmen. Doch der alte Höllenvorstand schiebt ihren Plänen einen Riegel vor und wählt stattdessen ihren ängstlichen Cousin Lutz-Uwe zum Nachfolger. Einzig und allein, weil Lucy ein Mädchen ist, darf sie nicht auf den Höllenthron. Das lässt die Teufelstochter natürlich nicht auf sich sitzen. Kurzerhand schnappt sie sich ihren treuen Begleiter Schnups und haut ab auf die Erde. Dort will sie den verkrusteten Herren der Unterwelt beweisen, wie viel Bösartigkeit wirklich in ihr steckt.

Kaum in der Menschenwelt angekommen, gerät Lucys teuflischer Plan jedoch gehörig ins Wanken. Ausgerechnet beim herzensguten Gabriel, dem Sohn eines Pfarrers, findet sie Anschluss, und auch die etwas schrullige Nachbarin Marla wirft ihre Vorstellungen vom menschlichen Alltag komplett über den Haufen. In der Geschichte steckt erstaunlich viel clever verpackte Gesellschaftskritik. Britta Sabbag nutzt das überdrehte Szenario, um Themen wie Chancengleichheit und überholte Rollenbilder greifbar zu machen. Wann immer Lucy krampfhaft versucht, fies und gemein zu sein, trifft ihre teuflische Tat am Ende doch die Richtigen und bewirkt im Ergebnis etwas durchweg Positives.

Über das empfohlene Lesealter ab 8 Jahren kann man natürlich streiten. Begriffe wie Autokratie, Oligarch oder diverses anderes politisches Fachvokabular sind Grundschülern wohl eher unbekannt. Andererseits würde ich junge Leseratten nicht unterschätzen. Spätestens seit Harry Potter weiß praktisch jedes Kind, was für ein Fabelwesen ein Basilisk ist. Kinder bleiben beim Lesen selten an einzelnen Fremdwörtern hängen, solange die Gesamthandlung sie mitreißt. Die vielen Anspielungen und die feine Ironie rund um Kuraufenthalte in Schwefelbrunn oder bürokratische Gremien wissen da vermutlich dennoch eher ältere Kinder sowie die vorlesenden Erwachsenen zu schätzen.

Lucy überzeugt als herrlich unperfekte, selbstbewusste Protagonistin, die nicht lange jammert, sondern die Dinge selbst anpackt. Ihr Begleiter Schnups, eine Mischung aus Babydrachen, Kuscheltier, Leuchtkäfer und Basilisk, sorgt für viel Spaß und bildet den perfekten Gegenpol zu Lucys feurigem Temperament. Covergestaltung und Illustrationen sind farblich stimmig und witzig. Am Ende bleibt ein rundum gelungener, herrlich frecher Reihenauftakt, der schlagfertige Mädchen stärkt und einfach richtig Spaß macht.

Vielen Dank an den Verlag, der uns diese höllisch gute Lektüre zu Rezensionszwecken überlassen hat!

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Hexen Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Dominique Valente: “Miss Hegottys Geheimschule – Zwei Hexen und ein Zauberfunke” (Band 1)

Dominique Valente (Autorin)
Simona Ceccarelli (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
384 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Seid tapfer, seid verwegen und lasst uns beginnen!

In einem magischen Anwesen über dem Meer träumt die zwölfjährige Eglantine davon, endlich eine Hexe zu werden. Doch ihr Zauberfunkentest fällt negativ aus, und plötzlich steht Onkel Fungus vor der Tür, um ihr Haus für seine niederen Machenschaften an sich zu reißen. Wenn Eglantine ihre Familie und ihr geliebtes Zuhause retten möchte, braucht sie Magie – koste es, was es wolle …

Weit entfernt im königlichen Schloss hat Prinzessin Victoria das umgekehrte Problem: Ihre Magie ist kaum zu bändigen und stürzt den Palast regelmäßig ins Chaos. Um den Gefahren ihrer unbeherrschten Kräfte zu entgehen, muss Victoria Hilfe finden. Aber wo? Verzweifelt wenden sich beide Mädchen an die verstoßene Hexe Miss Hegotty und deren verbotene Zauberschule. Aber kann diese geheime Magie den Gefahren standhalten, denen sich die beiden jungen Hexen stellen müssen? (Klappentext)

Magie im Home-Schooling

Zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Eglantine – bei deren Namen sich deutsche Zehnjährige beim Lesen erst einmal gründlich die Zunge verknoten dürften – besitzt keinerlei Zauberkraft, braucht aber dringend Magie, um ihr Zuhause vor ihrem fiesen Onkel zu retten. Prinzessin Victoria hingegen kämpft mit völlig unkontrollierbarer Magie, darf das als künftige Thronfolgerin im Palast aber vor niemandem zeigen. Die Rettung für beide? Ein geheimer Fernkurs bei der verstoßenen Hexe Miss Hegotty.

An kreativen Einfällen mangelt es diesem Reihenauftakt definitiv nicht. Die Figuren bewegen sich in einer magischen Version des viktorianischen Englands, wo es sehr strenge Vorschriften und Regelungen für die Anwendung von Magie gibt. Ähnlich wie bei Harry Potter steckt so viel Magie zwischen den Seiten, in diesen herrlichen Details, wie Zauberei das Leben gestaltet. Gleichzeitig greift die Geschichte aber auch wichtige Themen wie Ausgrenzung auf, hinterfragt starre Regeln und hebt den Wert von Zusammenhalt hervor.

Wer bei dem Buchtitel und Klappentext allerdings an ein klassisches Internat à la Hogwarts denkt, wird leider etwas enttäuscht. Die sogenannte Geheimschule findet per Briefpost statt. Genau das führt jedoch dazu, dass der Funke bei mir persönlich nicht vollends überspringen wollte. Da die Lektionen als Fernkurs zu Hause absolviert werden, bleibt die Handlung über lange Strecken erstaunlich statisch. Anstatt gemeinsam auf große Entdeckungsreise zu gehen, erleben wir beide Hauptfiguren parallel zueinander. Jede entdeckt auf ihre Art ihren Zugang zur Magie, was natürlich sehr individuell ist, aber auch das Erzähltempo etwas ausbremst.

Das nimmt dem Buch keineswegs seine Qualität und ist am Ende reine Geschmacksache. Für junge Fantasy-Einsteiger ab 10 Jahren, die sich gerne in magischen Kulissen vergraben und an fantasievollen Details erfreuen, ist es ein liebevoll gestalteter und schön illustrierter Auftakt. Wer hingegen dynamische, rasante Abenteuer sucht, erlebt hier eher ein entschleunigtes Leseerlebnis im magischen Eigenheim.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Comic Halloween Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Jeff Kinney: “Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2”

Jeff Kinney (Autor/ Illustrator)
Baumhaus Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
224 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Schön schaurig und unheimlich lustig! – Der zweite Gruselgeschichten-Band von Gregs bestem Freund Rupert!

Rupert ist zurück – und diesmal sind seine Gruselgeschichten schräger, witziger und unheimlicher denn je! Freu dich auf Gänsehaut pur: auf monströse Insekten, einen jungen Sensenmann und einen einsamen kleinen Finger, der verzweifelt seinen Besitzer sucht. Doch Achtung! Ruperts Geschichten sind nicht nur zum Totlachen, sondern vor allem ganz schön schauerlich. Vielleicht solltest du heute Nacht lieber das Licht anlassen …
(Klappentext)

Schräger Humor für Kinder, wenig Substanz für Erwachsene

Mit Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2 legt Jeff Kinney den zweiten Band vor, in dem Gregs bester Freund eigene Geschichten erzählt. Auf etwas über 200 Seiten finden sich zwölf unabhängige Kurzgeschichten über monströse Insekten, einen ungeschickten Sensenmann, Karriere machende Zombies und abgetrennte Körperteile, die sich selbstständig machen.

Inhaltlich bietet das Buch aus Erwachsenensicht allerdings recht wenig Substanz. Die Ideen wirken stellenweise flach und manche Einfälle greifen Bekanntes ohne große Neuerungen auf. Wirklichen Grusel sucht man hier vergeblich, denn die Geschichten driften eher in schräge und teils etwas alberne Richtungen ab. Auch die Zeichnungen sind Geschmackssache, da Elemente wie ein Mund mitten auf dem Bauch einer Figur gewöhnungsbedürftig sind. Als Elternteil fragt man sich beim Lesen durchaus, was genau den Reiz dieser Bücher ausmacht.

Den Kindern ist das alles egal, sie greifen trotzdem begeistert zu den Büchern. Meine beiden Söhne lesen sehr gerne in Gregs Tagebüchern und hatten auch an diesem Band viel Freude. Der Große hatte die zwölf Kurzgeschichten an einem einzigen Nachmittag durchgelesen und fängt schon wieder von vorne an. Die Kombination aus wenig Text pro Seite, sehr großer Schrift und den typischen Comic-Zeichnungen nimmt Kindern den Druck beim Lesen. Man kann nach einzelnen Kapiteln problemlos aufhören oder das Buch in einem Rutsch durchschmökern.

Sogar für meinen jüngeren Sohn bietet der Band einen echten Mehrwert. Als Leseanfänger schaut er sich nicht nur die Bilder an, sondern versucht bereits, die kurzen Texteinschübe in den Zeichnungen mitzulesen. Die Schriftgröße ist so gewählt, dass ihm das schon gut gelingt und er sich freut, im Buch des großen Bruders mitzulesen.

Das Konzept geht am Ende auf, weil es Kinder unkompliziert zum Lesen bringt. Das gilt besonders für diejenigen, die sich sonst von längeren Fließtexten eher abschrecken lassen. Rupert präsentiert: Echt unheimliche Gruselgeschichten 2 ist erzählerisch sicher kein Meisterwerk und bietet kaum echten Grusel. Für die Zielgruppe ist es aber kurzweilige Unterhaltung, die gerade zur Halloween-Zeit schnell weggelesen wird.


Ein riesiges Dankeschön an Lovelybooks und den Verlag. Zwei Jungs wahnsinnig glücklich gemacht mit dem Buch!

Weitere Geschichten von und mit Rupert:

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Fantasy Feen Garten Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Natur Rezensionen

Pari Thomson: “Die Hüter der Blütenmagie – Das Wunderlicht” (Blütenmagie-Trilogie, Band 1)

Pari Thomson (Autorin)
Elisa Paganelli (Illustratorin)
Fischer Sauerländer Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
384 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Als Daisy durch die geheimnisvolle Tür im Londoner Botanischen Garten tritt, stolpert sie in eine andere Welt: In eine Natur, so geheim und wild und vor Magie sprühend, wie sie sich es nie hätte erträumen können. Hier gibt es Speisekammer-Bäume und Blumen, die Wünsche erfüllen oder – wie die Geistermotten-Orchidee – großes Unheil anrichten können.

Die Hüter der Blütenmagie pflegen und beschützen die wundersamen Gewächse, und Daisy findet schnell neue Freunde an der Schule. War Daisys Mutter etwa auch eine Hüterin? Warum hat sie nie davon erzählt, ehe sie spurlos verschwand? Tief im Herzen spürt sie, dass ihre Mutter in Gefahr schwebt. Und dass sie den Zauber der Blütenmagie braucht, wenn sie sie je wiedersehen will. Aber dann erfährt Daisy, dass dunkle Mächte die grüne Magie stehlen wollen … (Klappentext)

Gänseblümchen, Wunderlicht und grüne Magie

Das Leben der elfjährigen Daisy Disteldorn ist so gar nicht gewöhnlich. Anstatt an einem festen Wohnort aufzuwachsen, zieht sie mit ihrer Mutter Laila, einer engagierten Umweltjournalistin mit iranischen Wurzeln, kreuz und quer durch die Weltgeschichte. Doch als Laila während einer gefährlichen Recherche im Amazonasgebiet spurlos verschwindet, findet sich Daisy plötzlich auf sich allein gestellt im tristen Londoner Internat wieder. Zum Glück hat sie nicht nur ihren treuen Kater Napoleon im Gepäck, sondern auch ein geheimnisvolles Pusteblumen-Wunderlicht. Auf der Flucht vor finsteren Verfolgern stolpert Daisy mitten im Botanischen Garten durch ein verstecktes Portal und landet im Malvental.

Diese verborgene Parallelwelt ist ein absolutes Paradies für alle, die Natur und Magie lieben. Hier kümmern sich die sogenannten Hüter der Blütenmagie um fantastische Gewächse und einzigartige Kreaturen. Besonders genial gelingt der Autorin Pari Thomson die Erfindung dieser botanischen Wunderwelt: Welcher Pflanzenfan würde nicht gerne mal an einem Speisekammer-Baum höflich um Snacks bitten oder Früchte von einem echten Schokoladenbaum pflücken? Zwischen all den faszinierenden Gewächsen erfährt Daisy jedoch schnell, dass auch das Malvental in höchster Gefahr schwebt. Finstere Mächte haben es auf die grüne Magie abgesehen, und Daisys Mutter scheint tiefer in die Geschehnisse verstrickt zu sein, als Daisy ahnen konnte.

In der Geschichte steckt eine wunderbare Mischung aus Internats-Flair, packenden Krimi-Elementen und echten Abenteuer-Momenten. Pari Thomson verwebt ernste Themen wie Umweltschutz, Artensterben und den achtsamen Umgang mit Ressourcen ganz natürlich in die Handlung. Selbst gesellschaftliche Zwischentöne klingen unaufdringlich an, wenn Daisy im Malvental nicht sofort von allen freudig aufgenommen, sondern erst einmal als Fremde misstrauisch beäugt wird.

Richtig schön gelungen ist auch der Zusammenhalt unter den Kindern. Daisy wächst Schritt für Schritt über sich hinaus und lernt, dass Mut auch darin besteht, Vertrauen zu fassen. Trotz der stellenweise bedrohlichen Stimmung sorgen spritzige Nebenfiguren und humorvolle Momente immer wieder für Leichtigkeit.

Unterstützt wird die Geschichte durch wunderschöne Schwarz-Weiß-Illustrationen von Elisa Paganelli, die das Geschehen toll begleiten. Das farbenprächtige Cover fängt die zauberhafte Dschungel-Stimmung mit den Orchideen und Sittichen bereits vor dem Aufschlagen perfekt ein.

Pari Thomson ist hier ein richtig schönes Abenteuer-Buch gelungen, mitreißend, berührend und voller Fantasie. Es ist eine große Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Freundschaft, Zusammenhalt und Naturmagie lieben, und macht auch Erwachsenen beim (Vor-)Lesen großen Spaß. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.

Und so geht es weiter:

erscheint am 26. August 2026
erscheint am 23. September 2026

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Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Mina Finch: “K-Pop Academy: Tanz der Dämonen” (K-Pop Academy, Band 1)

Mina Finch (Autorin)
Carlsen Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
176 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00 €

Willkommen in der K-Pop Academy.

Vier Freundinnen kämpfen gemeinsam für ihren Traum – und gegen fiese Dämonen!

Hana kann es kaum glauben: Sie bekommt einen Platz an der begehrtesten Schule Seouls! Hier werden echte K-Pop Idols gemacht. Doch zwischen Scheinwerferlicht und Glitzer lauern Dämonen, die sich von Ängsten der Schülerinnen und Schüler nähren. Hana muss all ihren Mut zusammennehmen, um sich auch ihren eigenen Unsicherheiten zu stellen. Kann sie gemeinsam mit ihren Freundinnen die Schule retten? (Klappentext)

Temporeicher Serienauftakt für K-Pop-Fans

Für die junge Hana geht der absolut größte Traum in Erfüllung: Sie hat einen der heiß begehrten Plätze an der berühmten K-Pop Academy in Seoul ergattert! Sie kann es kaum fassen und ist mehr als bereit, auf der Bühne als Idol zu glänzen. Doch der Scheinwerferglanz täuscht über den harten Drill hinweg. Zwischen knallharten Tanz-Battles, Gesangsstunden und dem ständigen Druck, perfekt zu sein, lauern dunkle Schattenwesen in den Fluren. Diese Dämonen nähren sich von den Ängsten und Selbstzweifeln der Trainees. Als die Gefahr immer größer wird, bleibt Hana und ihren neuen Freundinnen Nari und Tae nichts anderes übrig, als ein gefährliches Doppelleben zu führen. Tagsüber wird für die perfekte Choreo geschwitzt, nachts geht es mit vereinten Kräften gegen das Böse.

Die Autorin trifft mit diesem Reihenauftakt punktgenau den Nerv von Kids ab etwa 10 Jahren, die die koreanische Popkultur lieben. Die Mischung aus K-Pop-Glamour, gewohnten Internatsdynamiken und einer ordentlichen Portion Mystery macht von der ersten Seite an einfach Spaß. Das Erzähltempo ist wunderbar hoch angesetzt. Es gibt keine zähe Einleitung, sondern die Handlung springt direkt ins Geschehen. Durch die kurzen Kapitel, die spritzigen Dialoge und schnellen Szenenwechsel erinnert das Buch im besten Sinne an beliebte Animes und Mangas.

Besonders gut hat mir gefallen, dass Hana keine unfehlbare Superheldin ist. Sie wird zwar schnell mutig, ringt aber sichtlich mit ihren eigenen Versagensängsten und dem Gefühl, im Academy-Alltag vielleicht nicht gut genug zu sein. Dass sie ihre Unsicherheiten Schritt für Schritt durch den Zusammenhalt mit ihren Freundinnen überwindet, ist eine wunderschöne und wichtige Botschaft für junge Leser:innen. Neben den aufregenden Kampfszenen kommen aber auch die gemütlichen Momente nicht zu kurz. Zum Beispiel, wenn die Mädels gemeinsam leckeres koreanisches Essen futtern, sich über neue Outfits freuen und einfach das Leben genießen.

Auch wenn die Geschichte recht zügig durchgezogen wird und nicht jedes Detail bis ins Letzte ergründet werden kann, tut das dem Lesespaß absolut keinen Abbruch. Es ist ein richtig tolles Buch für Zwischendurch, das sich flüssig wegliest und gerade auch Lesemuffeln schnelle Erfolgserlebnisse beschert.

Ein cooler Zusatz ist der integrierte QR-Code im Buch. Damit lässt sich direkt der eigene Titelsong abrufen, zu dem man beim Lesen den passenden Originalbeat aufdrehen kann. Das bringt das richtige Academy-Feeling direkt ins Kinderzimmer.

Die K-Pop Academy ist ein gelungener, farbenfroher und extrem unterhaltsamer Serienstart voller Girlpower. Ich bin schon sehr gespannt, welche Abenteuer im nächsten Band auf die Mädels warten!

Und so geht es weiter:

Band 2 erscheint am 29. Oktober 2026

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Fantasy Feen Feen Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Farnanda Vergissmein: “Die Schule der außergewöhnlichen Feen”

Piper CJ (Autor)
Farnanda Vergissmein (Autor)
Coppenrath Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
288 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00 €

Entschuldigung. Bist du ein Mensch?
Bist du dir sicher?

Tief verborgen hinter dem Verlorenen Wald liegt eine Schule für jene, die nirgends sonst hingehören, halb Mensch und halb … etwas anderes!
Elvas Gabe ist faszinierend und beängstigend zugleich: Sie kann sehen, wie Menschen sterben werden. Das macht sie in der Menschenwelt zur Außenseiterin, doch an Fernandas Schule fühlt sie sich zum ersten Mal zu Hause. Aber das Internat steckt voller Mysterien und hinter den Mauern schwelt ein alter Konflikt. Als ein Mitschüler plötzlich verschwindet, muss Elva eine Entscheidung treffen.
Um ihn zu retten, muss sie sich ihrer größten Angst stellen: ihrer eigenen Magie.

(Klappentext)

Über das Anderssein, Freundschaft und Mut

Der Einstieg in diesen Reihenauftakt ist für ein Kinderbuch überraschend düster und bedrückend. Wir lernen die 12-jährige Protagonistin Elva kennen, die in sich zurückgezogen wirkt und sogar in eine Klinik transportiert werden soll. Ihre vermeintliche „Gabe“ ist nämlich eher ein Fluch. Bei Berührung sieht sie den Tod von Menschen voraus. Da niemand in der Menschenwelt – nicht einmal ihre eigene Mutter – damit umgehen kann, verarbeitet Elva diese Visionen in düsteren Bildern und gilt als absolute Außenseiterin. Dieser ernste, melancholische Ton sorgt von Beginn an für eine sehr dichte, greifbare Atmosphäre.

Die Wendung kommt, als die Fee Farnanda, die das Buch in Prolog und Epilog auch als Erzählerin einrahmt, Elva ins magische Nimmerreich holt. An der Schule der außergewöhnlichen Feen ist sie plötzlich unter Gleichgesinnten, denn hier werden Halbfeen unterschiedlichster Art (von Dschinns über Vampire bis hin zu Banshees) unterrichtet. Besonders spannend ist Elvas unnahbare Zimmernachbarin Trym, eine Banshee, die im Gegensatz zu Elva nicht das Wie, sondern das Wann eines Todes sieht. Die beiden ergänzen sich perfekt, auch wenn die Wohngemeinschaft aufgrund von Tryms gefährlichem Todesschrei nicht ganz ohne Risiko ist.

Als Elvas erster echter Freund, der Dschinn Essie, plötzlich spurlos verschwindet und die Lehrer sich merkwürdig passiv verhalten, begibt sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe auf Rettungsmission in den Verlorenen Wald.

Das Buch ist eine tolle Mutmach-Geschichte für alle Kinder, die irgendwie von der “Norm” abweichen oder sich unverstanden fühlen. Die Themen Akzeptanz, Toleranz, Mut und die Kraft der Freundschaft stehen absolut im Fokus. Außerdem ist das Buch wunderschön gestaltet. Nicht nur das Cover, auch im Inneren kann man mit den Illustrationen von Matt Rockefeller wunderbar in die Geschichte eintauchen.

Obwohl das Worldbuilding und die Vielfalt der Wesen sehr viel Potenzial bieten, bleibt die Umsetzung stellenweise etwas spärlich. Manche Orte und Handlungsstränge im Verlorenen Wald werden zu schnell abgehandelt, um ihre volle atmosphärische Wirkung zu entfalten. Auch Elvas Charakterentwicklung ab der Mitte der Geschichte wirkt nach dem schüchternen Start fast ein wenig zu rasant. Zudem trüben leider einige auffällige Tipp- und Grammatikfehler im Text das ansonsten sehr schöne Leseerlebnis.

Ein fantasievoller und spannender Reihenauftakt, der am Ende mit Absicht viele Fragen offen und die Leser mit einem Cliffhanger zurücklässt. Da im Original bereits vier Bände existieren, bleibt zu hoffen, dass die Folgebände (Band 2 ist für Februar 2027 geplant) das volle Potenzial der Welt noch tiefer ausschöpfen. Für Fans von magischen Schulen ab 10 Jahren durchaus eine Leseempfehlung. Ich persönlich hätte mir dennoch gewünscht, dass Band 1 eine in sich geschlossenere Geschichte ist, statt einen mit einem Berg von Fragezeichen zurückzulassen.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks für das Leseexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Anne Bodinka: “Olympia Magica – Kommst du ins Team?”

Anne Bodinka (Autorin)
Bente Schlick (Illustrator)
Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Lesealter: ab 10 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €

Nur eine Woche! So viel Zeit hat Linna, um im geheimen Sportinternat Olympia Magica ihr magisches Talent zu beweisen. Die begeisterte Schwimmerin stürzt sich sofort ins Training. Doch es ist hart, sich bei der großen Konkurrenz zu behaupten, und zwei von Linnas Mitschülern scheinen mit unfairen Mitteln zu kämpfen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot kommt Linna einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur. Kann sie die Wahrheit aufdecken, ohne ihren Platz im Internat zu gefährden? (Klappentext)

Magische Sportarten

Die Idee, Sport und Magie in einem Internat zu verbinden, ist für ein Kinderbuch erfrischend unverbraucht. In Olympia Magica geht es genau an so eine Schule, an der Disziplinen wie Wellenzähmen, Sternenschießen oder Wahrheitstauchen auf dem Stundenplan stehen. Die zwölfjährige Linna ist eigentlich eine ganz normale, begeisterte Schwimmerin, landet aber durch Zufall an diesem geheimen Ort und darf eine Probewoche lang testen, ob in ihr vielleicht doch ein magisches Talent schlummert. Dass sie dabei mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot zwei unfairen Mitschülern auf die Schliche kommt, bringt die nötige Spannung in die Geschichte.

Linna ist eine sympathische Figur, deren absolute Begeisterung für das Wasser man beim Lesen sofort merkt. Man spürt auch deutlich den sportwissenschaftlichen Hintergrund der Autorin, denn die Mischung aus Ehrgeiz, dem harten Kampf gegen den eigenen Schweinehund und dem Frust nach einer Niederlage ist richtig authentisch beschrieben. Magie wird hier nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt, sondern ist an körperliche Anstrengung und Willenskraft gekoppelt. Ich finde, das bringt frischen Wind in das typische Fantasy-Genre. Das Buch liest sich angenehm flüssig und vermittelt Werte wie Fairness und echten Teamgeist.

Allerdings macht es einem der Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht. Der Konflikt zu Hause mit der scheinbar überstrengen Stiefmutter eskaliert so schnell, dass man kaum Zeit hat, Linna überhaupt erst einmal in ihrer normalen Welt kennenzulernen. Dass das junge Mädchen dann direkt aus dem fahrenden Auto flüchtet, nur damit die Handlung ganz schnell den magischen Schalter umlegen kann, ist doch ein bisschen heftig und wirkt arg konstruiert. Da hätte ein bisschen mehr erzählerische Ruhe im Vorfeld gutgetan. Sobald Linna im Internat ankommt, läuft die Geschichte dann sehr geradlinig und für erfahrene Leser:innen ein bisschen vorhersehbar ab. Warum die beiden Fieslinge Jupiter und Neptun der Neuen das Leben so schwer machen, bleibt motivationstechnisch ziemlich blass. Auch über eine Trainingsstrafe für Linna schüttelt man als Leser:in kurz den Kopf, weil sich die Erwachsenen dort nicht sonderlich logisch verhalten. Das Buch ist eventuell ein bisschen zu kurz geraten, um der eigentlich genialen Welt und den Nebenfiguren den Platz zu geben, den sie verdient hätten.

Unterm Strich ist es aber ein unterhaltsamer, fantasievoller Reihenauftakt, der Sport und Zauberei knackig miteinander verknüpft. Wer Lust auf eine magische Wasserwelt hat, wird sich hier gut unterhalten fühlen. Außerdem schaue ich durchaus schon neugierig in Richtung des zweiten Bandes, der im Herbst 2026 erscheinen soll.

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Anne Bodinka für das Rezensionsexemplar und den lieben Austausch dazu!

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Jugendliteratur Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Heike Abidi: “Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie: Der Schlamassel beginnt”(Band 1)

Heike Abidi (Autorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
272 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€


Hilfe!! Meine chaotische Großfamilie gibt mir echt den Rest: Stiefzicke hier, nerviger Bonusbruder da – und als Extra gehören zu dem Albtraum noch haufenweise Erwachsene, die einem Patchwork als das neue Must-have verkaufen wollen. Holt mich hier raus!

Als wäre Erwachsenwerden nicht schon kompliziert genug, wird die zwölfjährige Nelly dabei von ganz schön viel Familie begleitet. Denn nachdem sich ihre Eltern getrennt haben, steht nun der Umzug zu den jeweils neuen Partnern an. Alarmstufe dunkelrot!
Mittendrin im neuen Geschwister-Chaos ist es gar nicht so leicht, die Nerven zu behalten. Vor allem nicht, wenn die wegen eines verdammt süßen Jungen ohnehin schon ziemlich blank liegen …
(Klappentext)

Ein tröstlicher Roman mit etwas zu viel Harmonie

Nellys Leben steht komplett Kopf. Denn nachdem sich ihre Eltern getrennt haben, steht für die Zwölfjährige nun der große Umzug an. Beide Elternteile leben inzwischen mit neuen Partnern zusammen, die jeweils eine riesige Schar an Kindern mit in die Beziehung bringen. Statt dem entspannten Leben als Einzelkind heißt es für Nelly ab sofort Koffer packen und im wöchentlichen Rhythmus zwischen zwei völlig unterschiedlich chaotischen Großfamilien hin- und herpendeln. Als ob das laute Patchwork-Chaos, die zickige Stiefschwester, mit der sie sich das Zimmer teilen muss, und die nervigen Zwillinge nicht schon reichen würden, ist zu allem Überfluss auch noch ihre beste Freundin Antonia ans andere Ende der Welt gezogen. Einziger Lichtblick im unüberschaubaren Gefühlschaos ist Lounis, der Kumpel ihres neuen Bonusbruders, der bei Nelly trotz des ganzen familiären Schlamassels für mächtiges Herzklopfen sorgt.

Heike Abidi beweist in ihrem Auftaktband, dass sie ein echtes Händchen für die Sorgen und Nöte von Teenagern hat. Der lockere und angenehm flüssige Schreibstil zieht einen sofort in Nellys Gedankenwelt. Man spürt auf jeder Seite, wie authentisch die emotionale Achterbahnfahrt der Zwölfjährigen beschrieben ist. Diese Mischung aus Wut, dem Gefühl, von den Erwachsenen vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, und dem gleichzeitigen Wunsch, der eigenen Mutter nicht die mühsam aufgebaute Harmonie kaputtzumachen, ist absolut lebensnah eingefangen. Besonders für Kinder ab zehn Jahren, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden, ist das Buch ein echter Trostspender, weil sie sich hier mit ihren Sorgen komplett verstanden und abgeholt fühlen. Großartig gelöst ist übrigens das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Bei diesem gigantischen XXL-Familienkosmos verliert man sonst nämlich verdammt schnell den Überblick und ertappt sich dabei, wie man beim Lesen doch das eine oder andere Mal zurückblättert, um nachzuschauen, wer jetzt eigentlich zu wem gehört.

Betrachtet man das Ganze jedoch mit etwas kritischeren Augen, gibt es bei all der spürbaren Herzenswärme auch ein paar Punkte, bei denen die Geschichte mich nicht ganz abholen konnte. So sensibel und wichtig die Thematik rund um Trennungskinder und neue Familienstrukturen auch ist, plätschert die eigentliche Handlung über weite Strecken auf einem sehr gleichbleibenden Niveau vor sich hin. Ein echter, packender Spannungsbogen, der einen das Buch gar nicht mehr weglegen lässt, fehlt hier leider. Stattdessen dümpelt das Geschehen in Episoden aus dem turbulenten Alltag vor sich hin, ohne dass sich die Konflikte einmal so richtig zuspitzen. Zudem drückt die Autorin für meinen Geschmack etwas zu sehr auf die Friede-Freude-Eierkuchen-Taste. Dass sich alle Beteiligten so dermaßen schnell einig sind und die anfänglichen, tiefen Gräben sich fast schon zu reibungslos in Luft auflösen, wirkt ein wenig unrealistisch und nimmt der Geschichte etwas von ihrer Tiefe. Hier hätte der Handlung ein bisschen mehr Ecken und Kanten und weniger krampfhafte Harmonie definitiv gutgetan.

Trotz dieses kleinen Durchhängers beim Spannungsbogen bleibt das Buch ein lesenswerter und vor allem sehr tröstlicher Familienroman. Es transportiert mit viel Humor eine wichtige Botschaft über Toleranz, das langsame Zusammenwachsen und die Erkenntnis, dass man auch in der größten Großfamilie das Recht hat, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ein schönes, sommerliches Buch über die erste große Liebe und das ganz normale Chaos des Erwachsenwerdens.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Fantasy Garten Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Natur Rezensionen

Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Fantasy Jugendliteratur Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Ryan Graudin: “Faye Fableheart – Das magischen Schloss” (Band 1)

Ryan Graudin (Autor)
Geraldine Rodríguez (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99 €

Faye hat ein Herz für Fabelwesen und ein großes Geheimnis: Sie ist eine Magierin. Niemand darf davon erfahren. Denn im Königreich Solum dürfen nur Jungen zaubern.

Faye liebt das magische Schloss, in dem sie aufgewachsen ist. Launische Keksdrachen surren durch die Lüfte, singende Orchideen veranstalten Konzerte im Gewächshaus und die Wasserspeier sind immer für ein Gespräch zu haben. Als der Zauberer des Schlosses nach einem Nachfolger sucht, lässt er ein Turnier ausrichten. Nur Jungen sind eingeladen. Dabei wäre Faye die perfekte Wahl! Denn nur sie allein kann das Schloss und seine Bewohner vor der Schattenkönigin retten …
(Klappentext)

Ein skurriler Zauberer und eine unterschätzte Heldin

Faye wächst in einem ziemlich ungewöhnlichen Zuhause auf. Zusammen mit ihrem Vater bewohnt sie ein Baumhaus voller Bücher und leuchtender Pilze. Faye und ihr Vater kümmern sich um die Ländereien von Schloss Celudur, einem magischen Schloss, das ein Eigenleben zu führen scheint. Als der zuständige Zauberer stirbt (was er selbst nicht wahrhaben will), muss schnell ein Nachfolger her, und zwar per Turnier. Total ungerecht, dass daran ausschließlich Jungen teilnehmen dürfen. Dabei wäre Faye eigentlich die deutlich bessere Wahl.

Faye ist diejenige, die den Laden am Laufen hält. Seit ihr Vater verschwunden ist, ist sie das Mädchen für alles, sie kümmert sich um alles, und denkt vor allem mit. Genau deshalb fühlt es sich beim Lesen die ganze Zeit ein bisschen sehr gemein an, dass sie außen vor bleiben soll.

Mit dem Turnier wird die Geschichte deutlich lebendiger. Neue Figuren tauchen auf, jeder bringt seine eigene Portion Selbstbewusstsein mit, und die Prüfungen sind … überraschend. Man merkt schnell, wer mehr Schein als Sein ist und wer vielleicht doch mehr draufhat, als es zunächst wirkt.

Parallel dazu wird immer deutlicher, womit Faye zusätzlich zu kämpfen hat. Ihre Verwandlung sorgt nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für blöde Kommentare und spürbare Ausgrenzung. Außerdem greift die böse Schattenkönigin nach der Herrschaft und nur Faye ist ihr gewachsen.

Der Schreibstil ist angenehm direkt. Nicht oberflächlich, sondern eher mit einigem schwarzen Humor. Die Kapitel sind kurz gehalten, allerdings ist das Thema und die Handlung schon so komplex, dass es eher für erfahrenere Leseratten eine passende Lektüre ist. Selbst als Erwachsener mit einer Vorliebe für Fantasy kommt man hier auf seine Kosten.

Bei den Illustrationen bin ich etwas hin- und hergerissen. Die Figuren sind im Manga-Stil geeignet und eigentlich ganz passend. Bei den größeren Illustrationen stimmt aber die Atmosphäre nicht. Da haben die Bilder nichts mit der Geschichte zu tun und lassen Tiefe missen.

Am Ende ist das ein gelungener Auftakt mit vielen guten Ideen, einer starken Hauptfigur, einem echt schrägen untoten Zauberer und genug Spannung, um dranzubleiben.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks!

Ab September 2026 geht es weiter mit Faye!