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Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Anne Bodinka: “Olympia Magica – Kommst du ins Team?”

Anne Bodinka (Autorin)
Bente Schlick (Illustrator)
Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Lesealter: ab 10 Jahren
192 Seiten
Gebundenes Buch: 13,00 €

Nur eine Woche! So viel Zeit hat Linna, um im geheimen Sportinternat Olympia Magica ihr magisches Talent zu beweisen. Die begeisterte Schwimmerin stürzt sich sofort ins Training. Doch es ist hart, sich bei der großen Konkurrenz zu behaupten, und zwei von Linnas Mitschülern scheinen mit unfairen Mitteln zu kämpfen. Gemeinsam mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot kommt Linna einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur. Kann sie die Wahrheit aufdecken, ohne ihren Platz im Internat zu gefährden? (Klappentext)

Magische Sportarten

Die Idee, Sport und Magie in einem Internat zu verbinden, ist für ein Kinderbuch erfrischend unverbraucht. In Olympia Magica geht es genau an so eine Schule, an der Disziplinen wie Wellenzähmen, Sternenschießen oder Wahrheitstauchen auf dem Stundenplan stehen. Die zwölfjährige Linna ist eigentlich eine ganz normale, begeisterte Schwimmerin, landet aber durch Zufall an diesem geheimen Ort und darf eine Probewoche lang testen, ob in ihr vielleicht doch ein magisches Talent schlummert. Dass sie dabei mit ihren neuen Freunden Kajam und Margot zwei unfairen Mitschülern auf die Schliche kommt, bringt die nötige Spannung in die Geschichte.

Linna ist eine sympathische Figur, deren absolute Begeisterung für das Wasser man beim Lesen sofort merkt. Man spürt auch deutlich den sportwissenschaftlichen Hintergrund der Autorin, denn die Mischung aus Ehrgeiz, dem harten Kampf gegen den eigenen Schweinehund und dem Frust nach einer Niederlage ist richtig authentisch beschrieben. Magie wird hier nicht einfach aus dem Ärmel geschüttelt, sondern ist an körperliche Anstrengung und Willenskraft gekoppelt. Ich finde, das bringt frischen Wind in das typische Fantasy-Genre. Das Buch liest sich angenehm flüssig und vermittelt Werte wie Fairness und echten Teamgeist.

Allerdings macht es einem der Einstieg in die Geschichte nicht ganz leicht. Der Konflikt zu Hause mit der scheinbar überstrengen Stiefmutter eskaliert so schnell, dass man kaum Zeit hat, Linna überhaupt erst einmal in ihrer normalen Welt kennenzulernen. Dass das junge Mädchen dann direkt aus dem fahrenden Auto flüchtet, nur damit die Handlung ganz schnell den magischen Schalter umlegen kann, ist doch ein bisschen heftig und wirkt arg konstruiert. Da hätte ein bisschen mehr erzählerische Ruhe im Vorfeld gutgetan. Sobald Linna im Internat ankommt, läuft die Geschichte dann sehr geradlinig und für erfahrene Leser:innen ein bisschen vorhersehbar ab. Warum die beiden Fieslinge Jupiter und Neptun der Neuen das Leben so schwer machen, bleibt motivationstechnisch ziemlich blass. Auch über eine Trainingsstrafe für Linna schüttelt man als Leser:in kurz den Kopf, weil sich die Erwachsenen dort nicht sonderlich logisch verhalten. Das Buch ist eventuell ein bisschen zu kurz geraten, um der eigentlich genialen Welt und den Nebenfiguren den Platz zu geben, den sie verdient hätten.

Unterm Strich ist es aber ein unterhaltsamer, fantasievoller Reihenauftakt, der Sport und Zauberei knackig miteinander verknüpft. Wer Lust auf eine magische Wasserwelt hat, wird sich hier gut unterhalten fühlen. Außerdem schaue ich durchaus schon neugierig in Richtung des zweiten Bandes, der im Herbst 2026 erscheinen soll.

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin Anne Bodinka für das Rezensionsexemplar und den lieben Austausch dazu!

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Heike Abidi: “Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie: Der Schlamassel beginnt”(Band 1)

Heike Abidi (Autorin)
cbj Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
272 Seiten
Gebundenes Buch: 14,00€


Hilfe!! Meine chaotische Großfamilie gibt mir echt den Rest: Stiefzicke hier, nerviger Bonusbruder da – und als Extra gehören zu dem Albtraum noch haufenweise Erwachsene, die einem Patchwork als das neue Must-have verkaufen wollen. Holt mich hier raus!

Als wäre Erwachsenwerden nicht schon kompliziert genug, wird die zwölfjährige Nelly dabei von ganz schön viel Familie begleitet. Denn nachdem sich ihre Eltern getrennt haben, steht nun der Umzug zu den jeweils neuen Partnern an. Alarmstufe dunkelrot!
Mittendrin im neuen Geschwister-Chaos ist es gar nicht so leicht, die Nerven zu behalten. Vor allem nicht, wenn die wegen eines verdammt süßen Jungen ohnehin schon ziemlich blank liegen …
(Klappentext)

Ein tröstlicher Roman mit etwas zu viel Harmonie

Nellys Leben steht komplett Kopf. Denn nachdem sich ihre Eltern getrennt haben, steht für die Zwölfjährige nun der große Umzug an. Beide Elternteile leben inzwischen mit neuen Partnern zusammen, die jeweils eine riesige Schar an Kindern mit in die Beziehung bringen. Statt dem entspannten Leben als Einzelkind heißt es für Nelly ab sofort Koffer packen und im wöchentlichen Rhythmus zwischen zwei völlig unterschiedlich chaotischen Großfamilien hin- und herpendeln. Als ob das laute Patchwork-Chaos, die zickige Stiefschwester, mit der sie sich das Zimmer teilen muss, und die nervigen Zwillinge nicht schon reichen würden, ist zu allem Überfluss auch noch ihre beste Freundin Antonia ans andere Ende der Welt gezogen. Einziger Lichtblick im unüberschaubaren Gefühlschaos ist Lounis, der Kumpel ihres neuen Bonusbruders, der bei Nelly trotz des ganzen familiären Schlamassels für mächtiges Herzklopfen sorgt.

Heike Abidi beweist in ihrem Auftaktband, dass sie ein echtes Händchen für die Sorgen und Nöte von Teenagern hat. Der lockere und angenehm flüssige Schreibstil zieht einen sofort in Nellys Gedankenwelt. Man spürt auf jeder Seite, wie authentisch die emotionale Achterbahnfahrt der Zwölfjährigen beschrieben ist. Diese Mischung aus Wut, dem Gefühl, von den Erwachsenen vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, und dem gleichzeitigen Wunsch, der eigenen Mutter nicht die mühsam aufgebaute Harmonie kaputtzumachen, ist absolut lebensnah eingefangen. Besonders für Kinder ab zehn Jahren, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden, ist das Buch ein echter Trostspender, weil sie sich hier mit ihren Sorgen komplett verstanden und abgeholt fühlen. Großartig gelöst ist übrigens das Personenverzeichnis zu Beginn des Buches. Bei diesem gigantischen XXL-Familienkosmos verliert man sonst nämlich verdammt schnell den Überblick und ertappt sich dabei, wie man beim Lesen doch das eine oder andere Mal zurückblättert, um nachzuschauen, wer jetzt eigentlich zu wem gehört.

Betrachtet man das Ganze jedoch mit etwas kritischeren Augen, gibt es bei all der spürbaren Herzenswärme auch ein paar Punkte, bei denen die Geschichte mich nicht ganz abholen konnte. So sensibel und wichtig die Thematik rund um Trennungskinder und neue Familienstrukturen auch ist, plätschert die eigentliche Handlung über weite Strecken auf einem sehr gleichbleibenden Niveau vor sich hin. Ein echter, packender Spannungsbogen, der einen das Buch gar nicht mehr weglegen lässt, fehlt hier leider. Stattdessen dümpelt das Geschehen in Episoden aus dem turbulenten Alltag vor sich hin, ohne dass sich die Konflikte einmal so richtig zuspitzen. Zudem drückt die Autorin für meinen Geschmack etwas zu sehr auf die Friede-Freude-Eierkuchen-Taste. Dass sich alle Beteiligten so dermaßen schnell einig sind und die anfänglichen, tiefen Gräben sich fast schon zu reibungslos in Luft auflösen, wirkt ein wenig unrealistisch und nimmt der Geschichte etwas von ihrer Tiefe. Hier hätte der Handlung ein bisschen mehr Ecken und Kanten und weniger krampfhafte Harmonie definitiv gutgetan.

Trotz dieses kleinen Durchhängers beim Spannungsbogen bleibt das Buch ein lesenswerter und vor allem sehr tröstlicher Familienroman. Es transportiert mit viel Humor eine wichtige Botschaft über Toleranz, das langsame Zusammenwachsen und die Erkenntnis, dass man auch in der größten Großfamilie das Recht hat, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen. Ein schönes, sommerliches Buch über die erste große Liebe und das ganz normale Chaos des Erwachsenwerdens.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Nina Blazon: ” Die magische Villa – Eine Freundschaft voller Zauber”

Nina Blazon (Autorin)
Tobias Goldschalt (Illustrator)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
272 Seiten
14,00€

Scheinbar verlassen steht die alte Villa da.
Was niemand ahnt: Unter ihr verbirgt sich ein magisches Geheimnis. Doch wer den Zauber verstehen will, muss über sich hinauswachsen.


Eine nächtliche Beobachtung lässt Lucy nicht mehr los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim geht sie den rätselhaften Ereignissen im Nachbargarten auf den Grund – und findet etwas Unglaubliches heraus: Dort wurde ein unterirdischer Zufluchtsort für fantastische Wesen in Not eröffnet. Und nicht nur das, die Besitzerin braucht die Hilfe der Kinder für die Rettung einer Nixenfamilie! Doch um Teil des Teams zu werden, müssen die drei beweisen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind. Kann ihnen das gelingen?
(Klappentext)

Fabelheim goes Nina Blazon

Nina Blazon lese ich schon bedeutend länger, als die Protagonisten in diesem Buch alt sind. Ihre Bücher sind immer ein Garant für großartige Lesezeit. Und auch hier gelingt es ihr wieder, uns in eine magische Welt zu ziehen, die mitten in unserem Alltag genau so existieren könnte. Alles beginnt mit einem Donnerschlag und einem Anblick, der so gar nicht in eine ordentliche Nachbarschaft passt: Lucy beobachtet mitten in der Nacht ihre Nachbarin Frau Schmitt, die im goldenen Rüschenkleid im Garten der alten Villa sitzt. Über dem verwilderten Grundstück tanzen grüne Lichter durch den Nebel. Natürlich halten Lucys Eltern alles für einen Traum ihrer fantasiebegabten Tochter. Doch Lucy lässt das Rätsel nicht los. Zusammen mit ihrer besten Freundin Maya und dem neuen Mitschüler Tim schleicht sie sich auf das verbotene Grundstück und entdeckt etwas Unglaubliches.

Unter der Villa liegt ein geheimes Hotel, ein Zufluchtsort für magische Wesen in Not. Die drei Freunde landen schneller in ihrem ersten echten Abenteuer, als ihnen lieb ist, denn sie sollen der Hotelbesitzerin helfen, eine Nixenfamilie zu retten, deren Gewässer verschmutzt ist. Dafür müssen die Kinder erst einmal beweisen, dass sie als Team überhaupt funktionieren.

Das magische Hotel unter der Villa ist kein glitzerndes Wellness-Resort für Einhörner ist. Es ist ein Zufluchtsort für Wesen, die echte Probleme haben. Das gibt der ganzen Geschichte einen Tiefgang, den man in Kinderfantasy nicht allzu oft findet, ohne dass es sich zu sehr nach Schulunterricht anhört. Es geht um verschmutztes Wasser und was passiert, wenn Lebensräume zerstört werden. Hinter all den schrägen und wirklich einfallsreichen Kreaturen steckt dadurch deutlich mehr Ernsthaftigkeit, als man anfangs vermuten würde.

Überhaupt liest sich das Buch rundum richtig gut. Diese Mischung aus Alltagswelt und versteckter Magie beherrscht Nina Blazon einfach. Gleichzeitig hätte die Geschichte an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr Tempo vertragen können. Gerade wenn es besonders spannend wird oder man noch tiefer in diese Welt eintauchen möchte, ist manches schon wieder vorbei. Die Ideen dafür wären auf jeden Fall da gewesen.

Die alte Villa, der Nebel, die verborgenen Räume unter der Erde. Das alles wirkt genau wie die Orte, von denen man als Kind gehofft hat, sie irgendwo hinter dem nächsten Gartenzaun zu entdecken. Über ein paar mehr Illustrationen vom Grittel, Sumpfgrunzling oder all den anderen Figuren hätte ich mich zwar gefreut, andererseits ist wahrscheinlich genau das Teil des Reizes. Man baut sich diese Welt zwangsläufig selbst im Kopf zusammen.

Am Ende bleibt ein semi-spannendes Abenteuer mit einer starken Freundschaft.

Ein riesengroßes Dankeschön an den Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken zugesandt hat.

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Fantasy Jugendliteratur Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Rezensionen

Ryan Graudin: “Faye Fableheart – Das magischen Schloss” (Band 1)

Ryan Graudin (Autor)
Geraldine Rodríguez (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 9 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99 €

Faye hat ein Herz für Fabelwesen und ein großes Geheimnis: Sie ist eine Magierin. Niemand darf davon erfahren. Denn im Königreich Solum dürfen nur Jungen zaubern.

Faye liebt das magische Schloss, in dem sie aufgewachsen ist. Launische Keksdrachen surren durch die Lüfte, singende Orchideen veranstalten Konzerte im Gewächshaus und die Wasserspeier sind immer für ein Gespräch zu haben. Als der Zauberer des Schlosses nach einem Nachfolger sucht, lässt er ein Turnier ausrichten. Nur Jungen sind eingeladen. Dabei wäre Faye die perfekte Wahl! Denn nur sie allein kann das Schloss und seine Bewohner vor der Schattenkönigin retten …
(Klappentext)

Ein skurriler Zauberer und eine unterschätzte Heldin

Faye wächst in einem ziemlich ungewöhnlichen Zuhause auf. Zusammen mit ihrem Vater bewohnt sie ein Baumhaus voller Bücher und leuchtender Pilze. Faye und ihr Vater kümmern sich um die Ländereien von Schloss Celudur, einem magischen Schloss, das ein Eigenleben zu führen scheint. Als der zuständige Zauberer stirbt (was er selbst nicht wahrhaben will), muss schnell ein Nachfolger her, und zwar per Turnier. Total ungerecht, dass daran ausschließlich Jungen teilnehmen dürfen. Dabei wäre Faye eigentlich die deutlich bessere Wahl.

Faye ist diejenige, die den Laden am Laufen hält. Seit ihr Vater verschwunden ist, ist sie das Mädchen für alles, sie kümmert sich um alles, und denkt vor allem mit. Genau deshalb fühlt es sich beim Lesen die ganze Zeit ein bisschen sehr gemein an, dass sie außen vor bleiben soll.

Mit dem Turnier wird die Geschichte deutlich lebendiger. Neue Figuren tauchen auf, jeder bringt seine eigene Portion Selbstbewusstsein mit, und die Prüfungen sind … überraschend. Man merkt schnell, wer mehr Schein als Sein ist und wer vielleicht doch mehr draufhat, als es zunächst wirkt.

Parallel dazu wird immer deutlicher, womit Faye zusätzlich zu kämpfen hat. Ihre Verwandlung sorgt nicht nur für Aufmerksamkeit, sondern auch für blöde Kommentare und spürbare Ausgrenzung. Außerdem greift die böse Schattenkönigin nach der Herrschaft und nur Faye ist ihr gewachsen.

Der Schreibstil ist angenehm direkt. Nicht oberflächlich, sondern eher mit einigem schwarzen Humor. Die Kapitel sind kurz gehalten, allerdings ist das Thema und die Handlung schon so komplex, dass es eher für erfahrenere Leseratten eine passende Lektüre ist. Selbst als Erwachsener mit einer Vorliebe für Fantasy kommt man hier auf seine Kosten.

Bei den Illustrationen bin ich etwas hin- und hergerissen. Die Figuren sind im Manga-Stil geeignet und eigentlich ganz passend. Bei den größeren Illustrationen stimmt aber die Atmosphäre nicht. Da haben die Bilder nichts mit der Geschichte zu tun und lassen Tiefe missen.

Am Ende ist das ein gelungener Auftakt mit vielen guten Ideen, einer starken Hauptfigur, einem echt schrägen untoten Zauberer und genug Spannung, um dranzubleiben.

Vielen lieben Dank an Lovelybooks!

Ab September 2026 geht es weiter mit Faye!

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Skye McKenna: “Cassandra Morgan – Die magische Flöte”(Band 2)

Gleich hinter dem geheimnisvollen Wald liegt das Land Faerie. Wer es betritt, kehrt niemals zurück, heißt es. Und nur mächtige Hexenzauber bieten Schutz vor den fantastischen Wesen, die dort leben.

Cassandra möchte sich eigentlich auf ihre Hexenausbildung konzentrieren, doch im Dorf Hagley geschehen seltsame Dinge. Immer mehr Bewohner stehen unter einem Fluch, der sie nach einem gefährlichen Artefakt suchen lässt: Sir Egads Lanze. Wer diese Lanze berührt, ist dem Tod geweiht. Der Erlkönig, Herrscher über Faerie, will die Waffe unbedingt in seinen Besitz bringen. Entschlossen, die Dorfbewohner von dem Fluch zu befreien, stürzen sich Cassandra und ihre Freundinnen in ein neues Abenteuer…
(Klappentext)

Noch stärker, noch magischer, noch spannender

Skye McKenna ist eine Fortsetzung gelungen, die den ersten Band nicht nur fortführt, sondern in vielerlei Hinsicht sogar übertrifft. Während im Auftaktband zunächst die magische Welt rund um Hagley aufgebaut und Figuren eingeführt wurden, ohne allzu viel Tiefe mitzubringen, taucht man nun endlich etwas tiefer in diese mystische Atmosphäre ein. Alles wirkt vertrauter, dichter und gleichzeitig noch spannender.

Cassandra hat sich inzwischen in Hagley eingelebt und arbeitet weiter an ihrer Hexenausbildung. Doch Ruhe kehrt im Dorf nicht ein. Immer mehr Dorfbewohner geraten unter einen sonderbaren Bann und beginnen, nach einem Artefakt zu suchen. Schnell wird klar, dass erneut dunkle Kräfte aus dem Reich Faerie ihre Finger im Spiel haben müssen. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Rue und Tabitha macht sich Cassandra daran, das Rätsel zu lösen, und gerät dabei in ein neues, gefährliches Abenteuer.

Besonders gelungen ist in diesem Band die Weiterentwicklung der Figuren. Cassandra wirkt spürbar reifer als noch im ersten Teil, bleibt dabei aber weiterhin mutig, neugierig und manchmal auch ein wenig impulsiv. Auch ihre Freundinnen gewinnen an Tiefe und die Freundschaft zwischen den drei Mädchen steht noch stärker im Mittelpunkt. Sehr schön zu sehen ist, wie sehr sie inzwischen zusammengewachsen sind.

Auch die Nebenfiguren werden weiter ausgearbeitet, und neue Charaktere bringen zusätzlichen Schwung in die Handlung. Gleichzeitig erfährt man mehr über bekannte Figuren und Hintergründe, die die Welt von Hagley noch greifbarer machen. Auch die Geschichte rund um Cassandras Mutter entwickelt sich und sorgt für zusätzliche Spannung.

Atmosphärisch überzeugt der zweite Band auf ganzer Linie. Der geheimnisvolle Hag, neue magische Wesen und alte Legenden sorgen für eine dichte, fantasievolle Stimmung. Gleichzeitig bleibt die Handlung durchgehend spannend und abwechslungsreich. Immer wieder tauchen neue Hinweise auf, Wendungen überraschen und man möchte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Der Schreibstil von Skye McKenna liest sich angenehm flüssig und sehr bildhaft. Die Kapitel haben eine gute Länge und sorgen dafür, dass man immer wieder weiterliest. Spannung, Magie und Freundschaft greifen dabei wunderbar ineinander.

Insgesamt ist „Cassandra Morgan – Die magische Flöte“ eine rundum gelungene Fortsetzung, die noch spannender und unterhaltsamer ist als der erste Band. Die Figuren entwickeln sich weiter, es gibt neue Rätsel und Wendungen. Dazu kommt eine wunderschöne Aufmachung, die das Buch auch optisch zu einem absoluten Highlight macht.

Eine klare Leseempfehlung für alle, die magische Abenteuer, starke Freundschaften und spannende Fantasygeschichten lieben. Und definitiv ein zweiter Band, der die Vorfreude auf die Fortsetzung noch größer werden lässt.

Das nächste Abenteuer von Cassandra erscheint im November 2026

Neu in Cassandras Welt? Dann geht es hier zu Band 1

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Erstleser Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Kinderbücher ab 9 Jahre Kochbücher Rezensionen Rezepte

Claudia Schaumann: “Maries Glücksküche – Die Schule am Meer” (Band 1)

Claudia Schaumann (Autorin)
Nadine Jessler (Illustratorin)
Fischer Sauerländer
Lesealter: ab 9 Jahren
208 Seiten
Gebundenes Buch: 13,90€

Eine Küche voller Magie

Ein Umzug nach Frankreich? Marie ist wenig begeistert, als ihre Mutter eine Stelle als Köchin an einer französischen Schule annimmt. Ihr fehlen ihre Freundinnen! In der neuen Schule sind alle komisch. Doch dann weiht Maries Oma Aveline sie in ein Geheimnis ein: Mit den richtigen magischen Zutaten kann Marie Gerichte kochen, die die Menschen verzaubern. Marie ist elektrisiert: Vielleicht hilft ja ein bisschen Zauberei bei ihren Startschwierigkeiten? Doch ihr erstes Koch-Experiment geht total schief, und plötzlich ist der Job ihrer Mutter in Gefahr! Das muss Marie unbedingt wieder gutmachen – am besten mit einem magischen Buffet beim großen Schulfest …
(Klappentext)

Neuanfang, Meeresluft und eine Prise Magie

Ein Umzug in ein anderes Land ist nie einfach, und Marie tut sich mit der neuen Situation ganz schön schwer. Neue Schule, neue Sprache und keine Freundinnen in Sicht. Während ihr Bruder schnell Anschluss findet und das Leben am Meer genießt, fühlt sich Marie zunächst ziemlich verloren. Dass ihre Familie in einer umgebauten Turnhalle wohnt, macht die Situation nicht unbedingt leichter.

Zum Glück gibt es Oma Aveline. Sie ist warmherzig, lebensfroh und hat ein Geheimnis, in das sie Marie einweiht. Mit den richtigen Zutaten kann man beim Kochen kleine magische Effekte erzielen. Für Marie klingt das nach einer guten Möglichkeit, ihre Startschwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Doch natürlich läuft nicht alles nach Plan. Ihr erster Versuch sorgt für ordentliches Chaos und plötzlich steht sogar der Job ihrer Mutter auf dem Spiel.

Die Grundidee von Maries Glücksküche – Die Schule am Meer hat mir sofort gefallen. Zauberkochen, ein Neuanfang an der französischen Küste und eine sympathische Hauptfigur. Das alles bringt eine schöne Wohlfühlatmosphäre mit sich. Besonders die Szenen rund ums Kochen und die magischen Zutaten haben mir gefallen. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin und einige Einfälle sind wirklich herrlich witzig.

Gleichzeitig bleibt die Geschichte insgesamt eher überschaubar. Viele Themen werden angerissen, ohne sehr ausführlich erzählt zu werden. Das betrifft sowohl Maries Eingewöhnung in der neuen Schule, die Nebenfiguren als auch das Zauberkochen, das durchaus noch mehr Raum hätte bekommen können. Allerdings passt das gut zur Zielgruppe. Die Geschichte bleibt dadurch leicht zugänglich, übersichtlich und angenehm zu lesen. Gerade für Kinder ab etwa neun Jahren ist das so ideal.

Marie selbst ist eine sympathische Hauptfigur. Ihre Unsicherheit, ihr Wunsch dazuzugehören und ihr vorsichtiger Neuanfang wirken nachvollziehbar. Besonders die Beziehung zu ihrer Oma hat mir gut gefallen.

Auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen lockern den Text schön auf und passen gut zum Ton der Geschichte. Die Rezepte am Ende sind zudem eine nette Ergänzung und greifen die Idee der Glücksküche noch einmal auf. Omas Magi(e) ist zum schieflachen.

Maries Glücksküche – Die Schule am Meer ist ein ruhiger, unkomplizierter Reihenauftakt mit einer guten Portion Magie und einem überschaubaren Handlungsrahmen. Eine angenehme Lektüre für Kinder ab etwa 9 Jahren und für alle, die Geschichten mit Wohlfühlatmosphäre und einem kleinen magischen Twist mögen.

Ich bin gespannt, wie sich Marie und ihre Glücksküche in den nächsten Bänden weiterentwickeln.

Vielen lieben Dank an Fischer Sauerländer für das magische Rezensionsexemplar!

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Lynn Painter: “Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden”

Lynn Painter (Autorin)
Penguin Junior Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
320 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Stell dir vor, du hast vier Wünsche frei – und dann werden sie dir vor der Nase weggeschnappt…

Dieses Schuljahr wird das beste aller Zeiten! Denn Emma und ihre Freundinnen haben die Magie auf ihrer Seite. Monatelang ist Emma den Hinweisen ihrer geliebten Oma gefolgt und hat an den perfekten Wünschen getüftelt, und jetzt ist es endlich so weit – all ihre Träume sollen wahr werden: Coolness, Schönheit und ein neuer Mann für ihre Mom. Doch die Wunder lassen auf sich warten … und warten … und warten. Bis Emma plötzlich klar wird: Ihre Wünsche gehen in Erfüllung, allerdings nicht für sie, sondern für Jackson, den nervigen Neuen in der Klasse. Und um dieses magische Chaos wieder geradezubiegen und ihre Wünsche zu retten, bleibt Emma nichts anderes übrig, als mit Jackson zusammenzuarbeiten …
(Klappentext)

Wünsche, Chaos und ein bisschen Magie im Alltag

Emma glaubt an die „Magie der Vier“ – eine geheimnisvolle Legende, laut der vier Menschen am vierten des vierten Monats vier Wünsche gewährt werden. Gemeinsam mit ihren Freundinnen setzt sie alles daran, ihre perfekt durchdachten Wünsche auf den Weg zu bringen. Doch statt dass sich ihr Leben plötzlich verbessert, passiert etwas ganz anderes: Die Wünsche landen ausgerechnet bei Jackson, dem neuen Mitschüler, der ihr ohnehin schon auf die Nerven geht. Um das Ganze wieder geradezubiegen, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihn von einer Zusammenarbeit zu überzeugen.

Ich bin mit einer ziemlich klaren Erwartung an das Buch herangegangen. Ich kenne bereits andere Romane von Lynn Painter und Better than the Movies war für mich einfach großartige Unterhaltung. Entsprechend neugierig war ich, wie ihr erster Ausflug ins Kinder- und Jugendbuch funktioniert.

Und man erkennt ihn auch hier schnell, den typischen Lynn-Painter-Ton. Die Geschichte liest sich leicht, ist witzig und hat diese kleinen, oft sehr treffenden Beobachtungen aus dem Alltag. Emma ist eine Figur, mit der man gut mitgehen kann – ein bisschen unsicher, ein bisschen überambitioniert und manchmal herrlich unbeholfen. Gerade das macht sie sympathisch.

Die Dynamik zwischen ihr und Jackson funktioniert ebenfalls gut. Man ahnt natürlich recht schnell, in welche Richtung sich das entwickelt, aber das gehört bei solchen Geschichten ja auch ein Stück weit dazu. Es geht weniger um Überraschung als um das Mitverfolgen.

Was mir gefallen hat, ist die Mischung aus Alltag und einem Hauch Magie. Die Idee, dass Wünsche plötzlich nicht da ankommen, wo sie sollen, bringt Bewegung und Witz in die Geschichte. Es bleibt immer nah an Emmas Leben, an Schule, Freundschaften und diesem Gefühl, irgendwo dazugehören zu wollen – oder eben nicht.

Gleichzeitig hatte ich beim Lesen öfter den Gedanken, dass man an manchen Stellen ruhig noch etwas mehr hätte erzählen können. Die Geschichte bleibt insgesamt eher kompakt und bewegt sich zügig vorwärts. Das passt gut zur Zielgruppe, lässt aber auch ein paar Möglichkeiten liegen, Figuren oder Situationen noch etwas stärker auszubauen.

Unterm Strich ist Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden ein unterhaltsames, leicht zu lesendes Jugendbuch mit viel Charme. Es hat Humor, eine angenehme Leichtigkeit und genau die richtige Portion Magie, um den Alltag ein kleines bisschen durcheinanderzubringen. Für die Zielgruppe – vor allem für Mädchen ab etwa zehn Jahren – dürfte das ziemlich gut funktionieren. Und auch außerhalb dieser Altersgruppe lässt sich das Buch gut lesen, wenn man Lust auf eine unkomplizierte, warmherzige Geschichte hat.

Liebsten Dank an vorablesen.de und die Möglichkeit, Emma auf der Suche nach ihren Wünschen begleiten zu können!

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Marcus Raffel: “Flora Brimble und der verlorene Frühling”

Marcus Raffel (Autor)
Maximilian Meinzold (Illustrator)
Thienemann Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
336 Seiten
Gebundenes Buch: 15,00 €

Flora Brimble liebt es, spannende Geschichten zu erfinden – doch dann stolpert sie Hals über Kopf selbst in eine: Der Frühling ist verschwunden und nur die geheimnisvolle Maikönigin kann ihn retten. Flora begibt sich auf die Suche nach ihr und trifft dabei auf einen schrulligen Kobold und ein sprechendes Eichhörnchen. Schon bald ahnen die drei gar nicht heldenhaften Gefährten, dass bei dieser fantastischen Reise nicht weniger als das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel steht. Und spätestens als eine Hexe und Floras eigentlich nur ausgedachte Romanheldin auftauchen, wird klar: Hier wartet ein Abenteuer, das selbst Flora niemals hätte erfinden können. (Klappentext)

Zwischen Fantasie und Wirklichkeit: Floras Reise in eine seltsame Welt

Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach nicht enden zu wollen. Alles wirkt grau, nieselig und still – und genauso fühlt sich auch Flora Brimble. Als sie sich an ihrem 13. Geburtstag eine besondere Tinte kauft, wird eine Reihe seltsamer Geschehnisse in Gang gesetzt. Flora macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Maikönigin, die den Frühling zurückbringen soll. Auf ihrem Weg begegnet sie unter anderem einem eigenwilligen Kobold und einem sprechenden Eichhörnchen. Schnell merkt man, dass dieses Abenteuer komplizierter ist, als Flora sich das in ihren selbst erfundenen Geschichten je ausgedacht hätte.

Beim Lesen hat mich überrascht, dass dieses Buch deutlich ungewöhnlicher ist, als Cover und Klappentext vermuten lassen. Wer hier ein klassisches Fantasyabenteuer erwartet, bei dem eine Heldin eine Reihe von Herausforderungen meistert, wird wohl verwundert sein. Die Geschichte bewegt sich oft zwischen Realität, Fantasie und Intertextualität. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als wäre man ins Kaninchenloch gefallen.

Die Sprache passt aber gut zu dieser Stimmung. Marcus Raffel schreibt bildreich und teilweise sehr poetisch. Manche Szenen lesen sich wie kleine Märchen, andere eher wie nachdenkliche Gedanken. Gleichzeitig sorgt Floras Reisegesellschaft immer wieder für humorvolle Momente. Das sprechende Eichhörnchen und der schrullige Kobold sollten vermutlich verhindern, dass die Handlung zu schwer wird. Allerdings gelingt das nur in sehr flüchtigen Momenten.

Man merkt einfach, dass dieses Buch mehr will als nur ein Abenteuer erzählen. Vieles dreht sich um Floras Gedanken, ihre Ängste und ihre Fantasie, ein großer Part ist aber auch ihrer erfundenen Heldin Harriet zugedacht. Immer wieder verschwimmen dabei die Grenzen zwischen dem, was wirklich passiert, und dem, was vielleicht nur aus einer Geschichte stammt, die Flora sich selbst erzählt.

Genau hier liegt für mich auch der Punkt, an dem das Buch ein bisschen herausfordernd wird. Offiziell richtet es sich an Kinder ab zehn Jahren. Beim Lesen hatte ich allerdings öfter das Gefühl, dass manche Ebenen der Geschichte für jüngere Leser:innen schwer zu greifen sein könnten. Die Handlung springt gelegentlich zwischen verschiedenen Wirklichkeitsebenen hin und her und nicht alles wird sofort erklärt. Für erwachsene Fantasyfans wohl eine Freude haben. Kinder, die einfach ein geradliniges Abenteuer erwarten, könnten sich zwischendurch fragen, was hier eigentlich gerade passiert.

Wunderbar gelungen ist dagegen die Gestaltung des Buches. Die Illustrationen von Maximilian Meinzold umrahmen die märchenhafte Atmosphäre ganz herrlich, und der Farbschnitt macht das Buch optisch zu einem Hingucker im Regal.

Flora Brimble und der verlorene Frühling ist für mich kein typisches Kinder-Fantasybuch. Es ist eher eine geheimnisvolle Geschichte über Fantasie, Hoffnung und darüber, wie mächtig Geschichten sein können. Wer poetische Fantasy mag und sich gern auf eine etwas ungewöhnlich erzählte Welt einlässt, kann hier eine spannende Entdeckung machen – auch wenn sie vielleicht anders ausfällt, als man zunächst erwartet.

Ich danke vorablesen.de für die Möglichkeit, dieses Buch lesen und rezensieren zu dürfen!

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Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Märchen Natur Rezensionen

Skye McKenna: “Cassandra Morgan – Der goldene Schlüssel”(Band 1)

Skye McKenna (Autorin)
Viktoria Gavrilenko (Illustratorin)
Ravensburger Verlag
Lesealter: ab 10 Jahren
416 Seiten
Gebundenes Buch: 15,99€

Mächtige Hexen schützen England vor den fantastischen Wesen aus dem Land Faerie. Doch hüte dich davor, den Wald zwischen den Reichen zu betreten …
Cassandra Morgan hat es geahnt: Die Geschichten in ihren Büchern sind nicht nur Märchen. Was sie jedoch nicht wusste: Sie gehört einer Familie von Hexen an. Mit dem Umzug nach Hartwood Hall, in das Haus ihrer Tante, beginnt für Cassandra ein Leben voller Magie. Sie findet jedoch schnell heraus, dass sie das einzige Verbot, das ihre Tante ausgesprochen hat, übertreten muss, wenn sie ihre verschollene Mutter wiederfinden will: Sie muss in den gefährlichen Wald an der Grenze zum Land Faerie …
(Klappentext)

Fantasy für Jung und Alt

Cassandra Morgan startet nicht gerade mit Rückenwind ins Leben. Ein trostloses Internat, eine Mutter, die seit Jahren verschwunden ist, und dann auch noch die Nachricht, dass sie offiziell für tot erklärt wurde. Als Cassandra kurz davorsteht, im nächsten Waisenhaus zu landen, bleibt ihr nur die Flucht – und ein merkwürdiger Schlüssel, den ihre Mutter ihr einst anvertraut hat. Ab diesem Moment kippt die Geschichte sehr schnell von realistischer Tristesse in eine Welt, in der Märchen ziemlich reale Gefahren bergen.

Der Umzug nach Hartwood Hall zu Tante Miranda bringt zwar ein Dach über dem Kopf, aber keine Geborgenheit. Miranda ist kühl, streng und Hexe mit klaren Regeln. Die wichtigste davon lautet, den Wald zwischen den Welten nicht zu betreten. Dass Cassandra genau dieses Verbot missachtet, ist wenig überraschend, schließlich treibt sie die Suche nach ihrer Mutter an, und Antworten scheint es nur jenseits der Grenze zu geben.

Der Wald, der an Faerie grenzt, ist düster, unberechenbar und bevölkert von Wesen, bei denen man nie sicher sein kann, ob sie helfen oder schaden wollen. Goblins, sprechende Tiere, seltsame Wächter und uralte Magie sorgen dafür, dass jede Begegnung eine gewisse Spannung mit sich bringt.

Cassandra selbst ist keine makellos schillernde Heldin, die auf Anhieb als begabte Hexe brilliert. Sie handelt oft impulsiv, ignoriert Warnungen und bringt sich wiederholt in Gefahr. Aber das passt zu ihrer Situation: Sie ist allein, verzweifelt und klammert sich an die Hoffnung, ihre Mutter zu finden. Aber sie ist auch loyal, offenherzig und eine gute Freundin.

Die Geschichte wird von zahlreichen Nebenfiguren besiedelt, die aber nicht alle gleich stark ausgearbeitet sind. Tante Miranda bleibt lange schwer greifbar. Ihr Verhalten wirkt distanziert, teilweise sogar herzlos, und erst spät bekommt man eine Ahnung davon, was sie innerlich bewegt. Das sorgt für Reibung, lässt aber auch Fragen offen. Deutlich wärmer fallen die Freundschaften aus, die Cassandra im Laufe der Geschichte knüpft – allen voran zu Rue.

Der Plot hält einige Wendungen bereit, die man nicht kommen sieht. Intrigen, falsches Vertrauen und moralisch fragwürdige Entscheidungen spielen eine größere Rolle, als man es von einer Fantasygeschichte ab zehn Jahren vielleicht erwarten würde. Gleichzeitig bleiben manche Aspekte bewusst vage. Über Faerie selbst erfährt man nur bruchstückhaft etwas, was klar neugierig macht, aber auch ein wenig unbefriedigt zurücklässt.

Auch handwerklich ist das Buch auf junge Vielleser:innen zugeschnitten: kurze Kapitel, große Schrift und eine klare Struktur sorgen dafür, dass sich die rund 400 Seiten erstaunlich flott lesen. Die Ausstattung ist hochwertig, mit verziertem Cover, bedrucktem Buchschnitt und kleinen Illustrationen zu Kapitelbeginn, die gut zur Stimmung passen.

„Der goldene Schlüssel“ ist ein spannender Auftakt. Die Geschichte hat Ecken und Kanten, lässt bewusst Fragen offen und traut sich, ihre junge Protagonistin Fehler machen zu lassen. Wer Geschichten über Hexen, geheimnisvolle Wälder, ungelöste Familienrätsel und Mut mag, wird hier gut abgeholt. Ich bin sooooo neugierig auf das, was Cassandra als Nächstes erwartet.

Ein herziges Dankeschön an den Verlag und Grüße an die Leserunde auf LovelyBooks!

Auf Nachschub muss man zum Glück nicht lange warten

Band 2 erscheint am 1. März 2026

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Detektive Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Natur Rezensionen

Beate Dölling: “Das schwarze Huhn von Hohenbutzen”

Beate Dölling (Autorin)
Tine Schulz (Illustratorin)
Tulipan Verlag
Lesealter: ab 10 Jahre
192 Seiten
Gebundenes Buch: 16,00€

Ein spektakulärer Diamantenraub hält das beschauliche Dorf Hohenbutzen in Atem. Der Sohn der alten Rabenschlag wurde mit der Beute geschnappt. Wundern tut das niemanden, denn der ist ja schon immer ein eigenartiger Kauz gewesen. Und seine Mutter erst – eindeutig eine Hexe! Milena und ihre Geschwister, die in Hohenbutzen einen Ökourlaub ohne Strom und fließendes Wasser verbringen wollen, finden das alles mehr als spannend! Was, wenn sie den immer noch vermissten Diamanten finden würden, der ein Vermögen wert sein soll? Sie ahnen nicht, dass sie bald schon mitten hinein geraten in das Geschehen und einer hundsgemeinen Intrige auf die Spur kommen. (Klappentext)

Ein moderner Kinderkrimi mit Herz, Witz und wichtigen Themen

Das schwarze Huhn von Hohenbutzen ist eine Detektivgeschichte, die mit Witz, Tempo und einem modernen Blick erzählt wird. Statt Großstadt und Hightech gibt’s ein Ökohaus ohne Strom, ein verschwundenes Juwel und ein schwarzes Huhn, das es in sich hat.

Milena und ihre Geschwister Bruno und Catia verbringen ihre Ferien in Hohenbutzen, einem Dorf, das so ruhig wirkt, dass kaum jemand an einen echten Kriminalfall glauben würde. Doch dann verschwindet ein wertvoller Diamant und plötzlich scheint die Beschaulichkeit sehr trügersich. Herr von Kniebeltreu, der örtliche Geschäftsmann, wittert seine Chance: Er will das Land der alten Frau Rabenschlag kaufen, die mit ihrem schwarzen Huhn Lilo in einer kleinen Butze lebt – angeblich eine Hexe, sagen die Dorfbewohner. Schon bald merken Milena und ihre Freunde, dass mehr hinter der Geschichte steckt, als Gerede und Aberglaube.

Beate Dölling hat ein gutes Gespür für Kinderfiguren. Ihre Dialoge klingen natürlich, die Dynamik zwischen den Geschwistern ist echt und Catia mit Down-Syndrom ist wunderbar unaufgeregt integriert. Sie ist kein „besonderer Fall“, sondern einfach ein Teil der Familie. Sie ist neugierig, schlagfertig und mutig. Überhaupt gelingt es Dölling, Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Identität ganz selbstverständlich einzubauen. Wenn die Kinder über alternative Energieformen oder über Transgender sprechen, wirkt das weder erzwungen noch pädagogisch, sondern so, wie Kinder heute eben sprechen.

Der Krimiteil bleibt dabei spannend und leichtfüßig. Das Tempo stimmt, die Auflösung ist überraschend und Huhn Lilo sorgt für genau die richtige Portion Absurdität. Herr von Kniebeltreu als Gegenspieler ist wunderbar überzeichnet, gierig und skrupellos, wie man es in einem Kinderkrimi gern hat.

Besonders schön ist die Haltung, die das Buch vermittelt: dass man Dinge hinterfragen darf, statt einfach zu glauben, was andere sagen. Und dass es manchmal Mut braucht, um zu erkennen, wer hier eigentlich ein „komisches Huhn“ ist.

Insgesamt ist dieses Buch witzig, modern und voller Leben. Es verbindet einen unterhaltsamen Kriminalfall mit Themen, die Kinder wirklich beschäftigen. Ein Buch, das zeigt, dass gute Geschichten Haltung haben dürfen und nicht zwangsläufig schwer im Magen liegen.

Vielen lieben Dank an den Tulipan Verlag, der uns dieses Buch zu Rezensionszwecken überlassen hat!