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Nalini Singh: “Cherish Hope” (Hard Play, Band 2)

Nalini Singh
LYX Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
12,90€

Er steht für alles, was sie nicht will und doch verfällt sie ihm hoffnungslos

Nayna Sharma liebt ihre Familie über alles. Daher hat sie deren Drängen nachgegeben und zugestimmt zu heiraten – einen Mann, den ihre Eltern für sie auswählen. Doch schnell bereut sie ihre Entscheidung, denn jeder Kandidat ist schrecklicher als der zuvor. Und so beschließt sie, ein letztes Mal auszubrechen – und findet sich in den Armen eines Fremden wieder, der mit seinen Küssen und Berührungen Gefühle in ihr auslöst, die sie nie zuvor gespürt hat. Doch als sie ihm gesteht, dass sie nur eine Nacht will, beendet der geheimnisvolle Unbekannte ihr Abenteuer abrupt. Nayna ist verwirrt – und staunt nicht schlecht, als ihr ihre Eltern den nächsten Heiratskandidaten präsentieren. Es ist ausgerechnet der begnadete Küsser, der sie eiskalt abserviert hat… (Klappentext)

Bollywood mit pikanten Szenen

Wer von euch mag Bollywood genauso gerne wie ich? Ich besitze jede Menge Filme, sogar die Soundtracks dazu, und ich habe mich durch die gefühlt 6 Millionen Folgen von Jodha Akbar geguckt. Auf den ersten Seiten von “Cherish Hope” dachte ich: Ja! Das ist genau meins. Endlich Bollywood in Buchform.

Nayna entstammt einer traditionellen Familie, sie selbst achtet und schätzt Familie und Traditionen sehr hoch. Nachdem ihre ältere Schwester Schande über die Familie brachte, als sie vor Jahren mit einem Mann durchbrannte, ordnet Nayna sich den Grundsätzen ihrer Familie unter und versucht, es allen immer recht zu machen. Also stimmt sie zu, dass ihre Eltern einen geeigneten Ehemann für sie finden. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn die meisten Kandidaten entpuppen sich als Schwachköpfe. Die ganze Prozedur der arrangierten Ehe ist für uns natürlich mit Vorurteilen belastet. Aber Nalini Singh schildert die Szenen unglaublich amüsant und es ist ja auch nicht so, dass Nayna gezwungen wird oder ihre Eltern sie mit irgendwem auf Teufel komm raus verheiraten wollen. Insgesamt ist Nayna eine moderne Frau. Sie hat studiert, arbeitet als Finanzexpertin und möchte ein selbstbestimmtes Leben führen, wofür sie dann auch kämpft.

Als männlichen Gegenpart gibt es Raj. Hm. Also abgesehen von seinem gottgleichen Aussehen gibt es nichts, was an ihm interessant gewesen wäre. Er bedient das Klischee des sexy Bauarbeiters. Eigentlich sollte er die starren Traditionen verkörpern, indem er sich eine Frau wünscht, die für ihn kocht und Kinder kriegt. Ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, was Nayna an ihm reizt. Sie bezeichnet ihn häufig als sexy Adonis und ihren Liebhaber. Wäre mir für eine tiefgründige Liebe zu wenig. Die Beziehung zwischen den beiden dreht sich auch lange Zeit im Kreis, was für einige Langeweile beim Lesen sorgt. Ziemlich viele Phrasen werden ständig wiederholt.

Zwischendrin gab es immer wieder großartige Momente. Die Nebencharaktere entspringen geradewegs einem Bollywoodfilm. Nalini Singh beschreibt die Traditionen, die wunderschönen Gewänder und Feiern so schillernd, dass ich sie bildlich vor Augen hatte. Also trotz der übertriebenen, kitschigen und platten Liebesgeschichte zwischen den Hauptcharakteren würde ich das Buch empfehlen. Alle, die Bollywood lieben, werden die Parallelen im Buch zu schätzen wissen und sich unglaublich amüsieren.

“Cherish Hope” ist der zweite Band der Hard Play-Reihe von Nalini Singh.

Bisher ist bereits erschienen:

Auf diese Bände können wir uns noch freuen:

Band 3 erscheint am 28. August 2020
Band 4 erscheint am 28. August 2020

Vielen lieben Dank an die Bloggerjury und LYX für das Rezensionsexemplar!

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Kate Mosse: “Die brennenden Kammern”

Kate Mosse
Lübbe Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
22,00€

Ein dunkles Geheimnis, eine große Liebe, ein verhängnisvoller Verrat

Carcassonne, 1526: Die neunzehnjährige Minou Joubert, Tochter eines katholischen Buchhändlers, erhält eines Tages einen versiegelten Brief mit nur fünf Worten: “Sie weiß, dass Ihr lebt.” Doch noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem Protestanten Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der junge Hugenotte hat eine gefährliche Mission. Als er zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird, verhilft Minou ihm zur Flucht aus der Stadt. Erst in einem einsamen Bergdorf kommen sie dem Rätsel um den geheimnisvollen Brief auf die Spur. (Klappentext)

Die Hugenottenkriege und das Geheimnis einer Familie

In diesem Reihenauftakt geht es um den Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Die Hugenotten waren die Protestanten Frankreichs und vertraten in Anlehnung an Martin Luthers 95 Thesen bestimmte Ansichten zur Ausübung ihrer Religion. Insgesamt umfassen die Hugenottenkriege einen Zeitraum von 300 Jahren und sind geprägt durch Gewalt und Vertreibungen. Die Handlung setzt ein, mit Beginn der Bürgerkriege im Jahre 1562 (kleiner Zahlendreher auf dem Einband).

Minou ist eine herzensgute junge Frau, die sich nach dem Tod der Mutter rührend um ihre Geschwister, den trauernden Vater und die Buchhandlung der Familie kümmert. Aber wenn es die Situation erfordert, ist sie unglaublich mutig und bereit, für ihre Ansichten einzutreten. Sie trifft auf den Hugenotten Piet Raydon und verhilft ihm zur Flucht vor seinem ehemaligen Freund Vidal, der als aufstrebender katholischer Priester das Bischofsamt von Toulouse begehrt und seinen früheren Freund nun als Feind betrachtet. Ihn unterstützt die Herrin von Puivert, eine einflussreiche und zugleich grausame Frau. Das Schicksal von Blanche ist mit dem von Minou verbunden. Die Auflösung dieses Rätsels bildet die Kernhandlung des Romans. Die Liebesgeschichte zwischen Piet und Minou dagegen empfand ich als nebensächlich. Die persönlichen Intrigen und Glaubenskriege dominieren ganz klar das Geschehen.

Ich tue mich mit historischen Romanen ein bisschen schwer. Einerseits bleibe ich an ihnen haften, weil die historischen Bezüge die Handlung faszinierend real gestalten. Andererseits strotzen solche Romane häufig vor Gräueltaten, wofür ich wohl etwas zu zartbesaitet bin. In „Die brennenden Kammern“ werden Folter, Mord und Krieg weite Teile der Handlung gewidmet, was das Buch für mich zu einer schweren Kost macht. Die Familiengeschichte wiederum hat mir gut gefallen. Verschwundene Dokumente, mysteriöse Nachrichten, Entführung. Alles echt spannend, wenn man sich dann in die Handlung eingelesen hat. Am Anfang stürmt eine Vielzahl von Charakteren auf einen ein, die man erst einmal sortieren muss. Viele Charaktere verschwinden aber auch schnell wieder in den Folterkammern…

Insgesamt war es nicht der ultimative historische Roman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Der historische Hintergrund ist gut recherchiert, das Familiengeheimnis besitzt viele Ebenen. Vermutlich weist die Handlung gerade deshalb einige Längen auf, damit auch alle Facetten entsprechend beleuchtet werden. Mich verwirrt nach wie vor der Prolog, der am Ende keineswegs mehr aufgegriffen wird. Hier muss man sich wohl bis zu den Folgebänden gedulden und darf bis dahin nichts vergessen. Fans von Kate Mosse und historischen Romanen mit einer ordentlichen Portion Gewalt dürften auf ihre Kosten kommen.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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J. Kenner: “Sexy Security – Betörendes Feuer” (Stark Security, Band 1)

J. Kenner
Diana Verlag
9,99€

Betöre mich…

Der ehemalige britische Agent Quincy Radcliffe ist die Geheimwaffe der neu gegründeten Sicherheitsfirma Stark Security. Aber hinter der professionellen Fassade verbirgt Quincy tiefe Wunden. Als er ausgerechnet die Hilfe der Frau braucht, deren Herz er einst gebrochen hat, muss er sich entscheiden. Wird er sich erneut auf sie einlassen und damit riskieren, sein dunkelstes Geheimnis zu offenbaren? Seit Jahren versucht die Schauspielerin Eliza Tucker, Quincy Radcliffe zu vergessen. Sie war betört von seiner heftigen Leidenschaft – bis er eines Tages einfach verschwand. Als sie Jahre später auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester unversehens in eine turbulente Top-Secret-Mission hineingezogen wird, begegnet sie ihm wieder. Die Vergangenheit hat ihn verändert, und trotzdem ist sie fest entschlossen, ihm nicht wieder zu verfallen.

Sehr dramatisch…

„Sexy Security – Betörendes Feuer“ ist der erste Roman von J. Kenner, den ich gelesen habe. Die Autorin hat bereits eine Vielzahl erotischer Romane veröffentlicht, und „Sexy Security“ ist sozusagen ein Spin-Off ihrer Stark-Reihe. Obwohl ich diese Vorgänger-Reihe nicht kenne, hatte ich nicht das Gefühl , irgendwelche Zusammenhänge nicht zu verstehen. Damien Stark ist der Gründer der Sicherheitsfirma Stark Security, in deren Diensten ausnahmslos knallharte, heiße Typen arbeiten. Band 1 dreht sich um Quincy Radcliffe – was für ein Name. Der Geheimagent befindet sich mitten in einer verdeckten Mission, als er vor seiner früheren großen Liebe Eliza steht. Die beiden waren immerhin unfassbare, intensive drei Monate zusammen, ehe Quincy Eliza verlassen musste. Bei einem scheinbar simplen Auftrag in der Vergangenheit ging etwas schief und seither zerreißen ihn seelische Qualen.

Dieser Roman ist an Melodramatik kaum zu überbieten. Eliza hat eine dermaßen furchtbare Kindheit durchlitten, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie sich ein normales Leben aufbauen konnte. Trotz allem geht sie ihren Weg, sie ist mutig und lässt sich nicht unterkriegen. Dieser Charakterzug steht im Widerspruch zu ihrer Verletzlichkeit, wenn ständig darauf herumgeritten wird, dass Quincy ihr das Herz gebrochen hat, als er sie verließ. Eliza hat Schlimmeres durch die Hand eines Mannes erfahren, als verlassen zu werden. Aber im Sinne der Liebesgeschichte muss sie wohl so fühlen. Ob es nun Quincy mit seinen inneren Dämonen ist oder eine der Nebenfiguren, alle haben ordentlich seelischen Ballast aufgeladen.

Die Story an sich ist spannend. Es sind viele Elemente vorhanden, die eine düstere Kriminalgeschichte ausmachen und für Nervenkitzel sorgen. Aber an sich ist es nichts, was man nicht schon irgendwo gelesen hat. Durch die vielen Rückblenden gerät die Handlung immer wieder ins Stocken. Mir hätte der Fokus auf die Kriminalgeschichte besser gefallen, als so häufig und lange in der Vergangenheit festzuhängen.

Insgesamt hat mich „Sexy Security“ gut unterhalten. Die Dramatik wird natürlich großgeschrieben und teilweise so überzeichnet, dass es beinahe lächerlich ist. Die erotischen Szenen sind rar und nicht zu ordinär geschrieben. Der Schreibstil ist gekonnt flüssig. Es ist ein kurzweiliger Roman und definitiv nicht der schlechteste in diesem Genre.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal und dem Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

“Sexy Security – Glühendes Feuer” (Stark Security, Band 2)

erscheint am 9. März 2020
“Sexy Security – Stürmisches Feuer” (Stark Security, Band 3)

erscheint am 11. Mai 2020
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Ich habe nur Augen für dich!

Eigentlich haben es Männer doch leicht, oder? Der Liebsten zum Valentinstag einen hüschen Blumenstrauß hinstellen und sie sind aus der Sache fein raus. Aber der Valentinstag ist ja kaum mehr nur ein Pflichttermin für Männer, sondern es gibt auch immer mehr Valentinen, die ihrem Liebsten eine Freude machen möchten. Zur Abwechslung vielleicht einmal nicht mit essbarer Unterwäsche.

Auf der Suche nach einem witzigen Geschenk fürs Männchen bin ich im Internet auf diese Idee gestoßen. Originell, amüsant und leicht umzusetzen. Ganz nach meinem Geschmack. Alles, was ihr dafür braucht, sind 2 weiße Holzperlen. Ich habe jeweils einen roten Wollfaden durchgezogen, verknotet und sicherheitshalber mit Heißkleber befestigt und auf die richtige Länge gekürzt. Ans andere Ende habe ich Wackelaugen geklebt. Noch ein paar rote Äderchen für die Authentizität draufgemalt und die Äuglein wanderten ins Glas. Das gab es übrigens für 50 Cent bei Tedi. Nach Bedarf ein bisschen Glitter mit hineingeben, Etikett schreiben, Schleifchen drum, fertig.

Ich bin ja nicht so der Typ für schnulzige Liebesbekundungen, von daher trifft dieses kleine Gimmick genau meinen Geschmack.

Euch allen noch einen herzigen Valentinstag!

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Walter Jury: “SCAN – Im Visier des Feindes”

 

Walter Jury, Sarah Fine
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
9,99€

 

 

Der 16-jährige Tate wird von seinem Vater gnadenlos gedrillt. Während seine Freunde noch in den Federn liegen, übt Tate Ju-Jutsu-Kicks und paukt anschließend Waffenkunde und Chinesisch. »Für die Familie« – so begründet sein Vater das seltsame Boot-Camp-Training. Tate aber hat längst die Nase voll und stiehlt aus dem Hochsicherheitsbüro seines Vaters einen vermeintlich harmlosen Scanner. Mit fatalen Konsequenzen. Plötzlich sind Tate und seine Freundin Christina auf der Flucht vor Aliens, die aussehen wie Menschen – und nichts weniger als das Schicksal der Erde hängt von ihnen ab… (Umschlagtext)

Eine Verfolgungsjagd, die einen kaum zu Atem kommen lässt.

Der Hintergrund der Geschichte ist, dass bereits vor einigen Jahrhunderten Aliens auf der Erde landeten und sich seither mit den Menschen vermischt haben. Diese Vermehrung ist so weit fortgeschritten, dass mittlerweile mehr als zwei Drittel der Erdbevölkerung von Aliens abstammen, wobei die meisten nicht einmal wissen, dass sie Aliens sind. Es gibt nur noch wenige Familien, die auf eine ‘reinblütige’ Abstammung zurückblicken können und die nun natürlich eifrig darum bemüht sind, den Fortbestand der Menschenheit zu sichern, indem sie sich nur untereinander fortpflanzen. (Das Thema wird nur realtiv am Rande erwähnt, doch auch Tate fällt auf, was das bedeutet. Stichwort Erbkrankheiten, Genmutation.)

Der Scanner, den Tate aus einem rebellischen Impuls heraus aus dem Labor seines Vaters entwendet, ist in der Lage, zwischen Mensch und Alien zu unterscheiden. Warum genau die Aliens Tate gnadenlos verfolgen und was sie mit dem Scanner für Unheil anrichten wollen, wird im Buch nicht wirklich geklärt. Ich konnte nicht nachvollziehen, was die Alienrasse so bösartig macht, weil ihre Motive im Unklaren bleiben. Ja gut, sie haben die meisten Machtpositionen in der Welt besetzt und die Menschheit ist eine aussterbende Art. Das muss als Erklärung reichen. Im Vordergrund der Handlung steht ganz klar die Verfolgungsjagd. Tates Flucht zusammen mit seiner Freundin Christina ist ein packender Nervenkitzel. Ständig sind ihnen die Aliens dicht auf den Fersen und selbst ihren vermeintlichen Verbündeten können sie nicht trauen. Die Spannung hält sich dadurch durch das gesamte Buch bis zur letzten Seite.

Ich bin echt gespannt, wie es weitergeht. Denn abgesehen von den Lücken in der Handlung ist SCAN ein sehr spannendes und wirklich gut geschriebenes Buch. Die Charaktere kommen authentisch rüber, ihre Gefühle lassen sich nachvollziehen und Tate ist ein junger Actionheld, über den man doch recht gerne liest.

Ich danke dem Bloggerportal für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

“BURN – Der Anfang vom Ende” erschienen am 11.Dezember 2017

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Nicola Doherty: “Liebe, Schnee & andere Desaster”

Nicola Doherty
cbt-Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
9,99€

 

 

 

Für Juno ist das Leben ein einziges Risiko: Klimawandel, frei laufende Füchse, Zombies – das nächste Desaster wartet quasi um die Ecke. Als Juno von ihrer frisch zusammengewürfelten Patchwork-Familie zu einem Skiurlaub in den Alpen verdonnert wird, schätzt sie ihre Überlebenschancen gleich null ein. Das ändert sich erst recht nicht, als sie Boy trifft, den jungen Skilehrer: ruppig, waghalsig, abenteuerlustig. Überhaupt nicht ihr Typ. Oder etwa doch? Sich zu verlieben, merkt Juno bald, ist das größte Risiko von allen … (Klappentext)

Liebe junge Leser, falls ihr in nächster Zeit in den Winterurlaub fahrt oder für die Weihnachtszeit eine anspruchslose Lektüre sucht, dann ist dieses Buch bestens geeignet, um euch ein paar nette Lesestunden zu verschaffen. Die Handlung ist vorhersehbar, die Charaktere entstammen aus der Schublade für Liebesschnulzen und das Spannungsniveau bleibt gleichbleibend niedrig. Ein Buch, das überhaupt nicht aufregt und dennoch recht vergnüglich ist. Stellenweise entlockt es einem sogar ein Schmunzeln.

Die Geschichte läuft nach dem bewährten Konzept ‘Sie kamen, sahen und liebten sich’ ab, hier und da gespickt  mit familiären Problemen, Eifersucht und Missverständnissen und der großen Moral am Ende, man müsse seine Ängste überwinden. Zwei scheinbar gegensätzliche Charaktere prallen aufeinander und stellen fest, dass sie gut zueinander passen. Junos Risikobewusstsein fand ich ein bisschen zu harmlos herausgearbeitet. Daraus hätte mehr gemacht werden können. Welchen Sinn die Wiedergabe der Textnachrichten, die Juno sich mit ihren Freunden schreibt, hat, außer dass sie viele Buchseiten mit überflüssigem und langweiligem Geplänkel füllen, weiß ich nicht. Sie tragen absolut nichts zur Handlung bei und sind nicht einmal witzig.

Insgesamt ergibt das Buch jedoch eine runde Sache. Solange man nichts Überwältigendes erwartet, kann man damit glücklich werden. Oder eine Runde Schnulzen-Bingo spielen, denn es werden wirklich viele Klischees abgearbeitet.

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Nina Blazon: “Fayra – Das Herz der Phönixtochter”

Nina Blazon
cbt-Verlag
Altersempfehlung ab 10 Jahren
16,99€

 

 

 

Die 12-jährige Anna-Fee hat mit ihren Eltern vor Kurzem eine schicke Wohnung in einem alten Herrenhaus bezogen. Im verwunschenen Garten des Anwesens begegnet sie nach einer Sturmnacht einem rätselhaften Mädchen. Fayra wurde von einem durchtriebenen Jäger aus einer Parallelwelt hierher gelockt, denn als Tochter eines von Phönixdrachen abstammenden Königs besitzt sie begehrte magische Kräfte. In einem Wettlauf gegen die Zeit suchen die Mädchen nach einem Feuertor, das Fayra wieder nach Hause und in Sicherheit bringt … (Klappentext)

Nina Blazon ist eine dieser Autorinnen, deren Schaffen ich regelmäßig verfolge. Zugegeben, ich lese nicht jedes einzelne ihrer Werke, doch alle paar Jahre geschieht es, dass sie ein Buch veröffentlicht, das einfach dieses gewisse Etwas hat. Das mich an den Lesesessel bindet. Und das ich am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. So bereits geschehen bei ‘Faunblut’, ‘Zweilicht’ und ‘Laqua’. ‘Fayra’ reiht sich nahtlos in die Liste dieser Werke ein.
Was mir besonders gefällt, ist die Vermischung von Realität und Fantasie. Es ist immer noch unsere Realität, unsere Wirklichkeit, aber durchzogen von einer schillernden und teilweise sehr düsteren Fantasie. Gerade die unheimlichen, nicht greifbaren Gestalten in Frau Blazons Werken erinnern mich häufig an Charles Dickens Romane. Oder an E.T.A. Hoffmann. ‘Nussknacker und Mäusekönig’ fällt mir dazu ein. Der Übergang von der Realität in ein fantastisches Märchenreich geschieht fließend, fast unbemerkt. Frau Blazon schafft es wie keine andere das Märchenhafte in unserer Welt hervorzubringen. Eigentlich eine Fähigkeit, die uns Erwachsenen abhanden gekommen ist.

‘Fayra’ war das ideale Buch für die goldenen Oktobertage. Jedes Mal, wenn ich unter dem rotgoldenen Blätterdach spazieren gehe und meine Füße durch das abgefallene Laub rascheln, über mir der wolkenlose, blaue Himmel, denke ich, dass es so auch in Fayras Welt aussehen muss. Lest das Buch. Es ist spannend, bietet eine märchenhafte Unterhaltung und ist nicht unbedingt nur etwas für Kinder.

Und zum Abschluss noch ein paar lobende Worte an den Verlag: Was für ein edel gebundenes Buch mit einer wundervollen Covergestaltung. SO sieht für mich der Leseherbst aus!

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Dies ist ein Herbststag…

…wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Christian Friedrich Hebbel (1813-1863)

Ach ja, der Herbst. Eigentlich eine schöne Jahreszeit, wenn die Sonne ihr goldenes Licht verbreitet, sich die ersten Blätter bunt färben – an dieser Stelle würde meine frühere Biologielehrerin mit dem Schlüsselbund nach mir werfen. Also schnell eine kurze Biologiestunde eingeschoben, damit auch ihr bei der nächstbesten Gelegenheit klugscheißern und mit dem Wissen glänzen könnt, dass Laubblätter sich nicht einfach nur verfärben. Sobald die Tage kürzer werden, kommt es zum Abbau des Chlorophylls in den Blättern. Was übrig bleibt, sind die Carotine mit den charakteristischen Orange-, Rot- und Gelbtönen. Wer noch einen drauflegen möchte, erzählt dann von stickstoffhaltigen Komponenten und Proteinen, die über den Winter gespeichert werden.

Aber genug dazu, wir schlagen einen Bogen zurück zum Thema Herbst. Wenn er so golden und lind daher kommt wie in diesen Tagen, ist der Herbst richtig schön. Ich habe dann immer Lust, gebrauchte Gedichtbände zu kaufen und Marmelade zu kochen. Und ihr?

Apfel-Minz-Marmelade 2017

 

 

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Lotties ganzjahrestaugliche Vanille-Kipferl

Alle, die Kerstin Giers Silber-Bücher fleißig mitverfolgen, wissen, wovon ich spreche: Von der süßen Leckerei, die Lottie in sämtlichen Lebenslagen bäckt, auch unter dem Namen Trost-Vanille-Kipferl bekannt. Im Anhang des zweiten Bandes offenbart Frau Gier für uns die geheimnisvolle Rezeptur zum Nachbacken. Genau dieser Herausforderung habe ich mich gestellt. Die Schürze umgegürtet, sämtliche Zutaten in der Küche ausgebreitet und – aus gegebenen Anlass – eine CD mit Weihnachtsliedern eingelegt. Weil mir die Mengenangaben im Rezept eine zu geringe Ausbeute suggerierten, habe ich sie verdoppelt. Von solch wundersamem Gebäck kann man schließlich nicht genug haben, oder? Der Teig gelingt perfekt. Und schon eine kleine Kostprobe zwischendurch verspricht einen himmlischen Vanillegenuss. Die Kipferl gehen beim Backen noch richtig schön auf. Allerdings musste ich die Backzeit und Temperatur ein wenig abändern. Bei 190°C laut Rezept werden die Kipferl schnell dunkel, backen in der Mitte aber nicht richtig durch. Schon gar nicht innerhlab von 10 Minuten. Für alle Nachbacker hier ein kleiner Tipp: 15-20 Minuten bei 180°C zaubern eine goldene Farbe und die Kipferl sind innen perfekt gebacken. Und der Geschmack? Köstlich! Sogar so lecker, dass ich die Kipferl nicht verschenken, sondern ganz für mich allein haben möchte!

Lotti01

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Kostbarkeiten vom Weihnachtsmarkt

Seit September sind Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmänner in den Supermärkten zu bekommen und mindestens ebenso lange gärt in mir die Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Von heute an gerechnet dauert es nur noch eine Woche und ich kann stolz verkünden, schon alle Geschenke für die Lieben eingekauft zu haben. Am letzten Wochenende zog es mich schließlich auf den Weihnachtsmarkt. Glühwein, gebrannte Mandeln und gezuckerte Krapfen vermischten sich zu einem himmlischen Duft. Weinachtslieder dröhnten aus den Lautsprechern und von der alkoholgeschwängerten Luft wurde ich immer glückseliger. Aber meine Glückseligkeit, mit der ich es sogar ertrug, dass Übermütter mich von einer Seite zur anderen stießen, damit ihre Brut zum Weihnachtsmann gelangte, rührte nicht nur vom Grog. Vielmehr lag die Ursache in der Tüte in meiner Hand. Sicher könnt ihr euch denken, was sich in ihr befand. Richtig! Bücher.

Weihnachtsmarkt01Meine fette Ausbeute aus dem Verkauf antiquarischer Bücher. Nur ein Euro pro Stück.

Von oben nach unten seht ihr Alexander Puschkin: Dramen, Märchen, Aufsätze. Leider ohne Erscheinungsjahr, aber dank des Schutzumschlages befindet sich das Buch in sehr gutem Zustand.

Lew Tolstoi: Polikuschka. Frühe Erzählungen, Berlin, 1983.

Johann Wolfgang Goethe: Ein Lesebuch für das Jahr 1949, Weimar, 1949. Dieses Buch enthält Gedichte, Dramen, Prosaschriften, Gedanken und Briefwechsel. Ich bin der Meinung, dass man von Goethe nie genug Bücher zu Hause haben kann.

Alexander Dumas: Lady Hamilton. Memoiren einer Favoritin. Wieder ohne Erscheinungsjahr, aber in ungelesenem Zustand. Selbst die Seiten sind kaum vergilbt.

Klaus Hammer (Hrsg.): Französische Feenmärchen des 18. Jahrhunderts. Dieses Buch ist mein kleiner Schatz, denn es beinhaltet eine Version meines Lieblingsmärchens “Die Schöne und das Biest”. Es ist ziemlich schwierig eine deutsche Fassung zu finden, die nichts mit der Disney-Interpretation zu tun hat oder mit singenden Teekannen illustriert ist. Wusstet ihr, dass der Ursprung des Märchens – in der Art, wie es bei uns am geläufigsten ist – französisch ist? Also nichts mit den Märchen der Gebrüder Grimm, sondern Gabrielle-Suzanne de Villeneuve und “Die Schöne und das Tier”.