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ab 12 Jahre Fantasy Jugendliteratur Rezensionen

Gesa Schwartz: “Emily Bones: Die Stadt der Geister”

Gesa Schwartz
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
gebundenes Buch: 15,00€
Taschenbuch: 10,00€

Emily glaubt zu träumen, als sie sich eines Nachts in einem Grab wiederfindet. Aber es ist kein Traum. Entsetzt stellt sie fest, dass sie gestorben ist und nun als Geist auf dem Friedhof Père-Lachaise herumspuken muss. Doch sie denkt gar nicht daran, sich damit abzufinden. Denn sie ist keines natürlichen Todes gestorben, und fortan hat Emily nur noch ein Ziel: Sie will ihren Mörder finden und sich das Leben zurückholen, das er ihr gestohlen hat. Das ist allerdings selbst für einen Geist viel gefährlicher, als Emily es je für möglich gehalten hätte… (Klappentext)

Schauergeschichte, die begeistert

Dies ist ein Buch, mit dem ich schon lange geliebäugelt habe. Jetzt endlich habe ich es gelesen und fand mich super unterhalten.

Die Geschichte setzt sofort spannend ein, denn Emily erwacht in ihrem eigenen Grab, aus dem sie sich befreien muss. Zunächst hält sie alles für einen makabren Scherz. Doch die Wahrheit ist, Emily wurde ermordet. Als Untote ist sie nun Teil der Anderswelt auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise. Sobald die Nacht anbricht, verwandelt sich der Friedhof in ein magisch-schillerndes Reich. Habt ihr Coco gesehen? Hat mich ganz stark an diesen Film erinnert. Der Friedhof ist ein Rückzugsort für all die untoten Seelen und Geister. Doch es herrschen strenge Regeln und noch viel strengere Strafen für all jene, die sich über diese Regeln hinwegsetzen.

Emily kann nicht akzeptieren, was ihr zugestoßen ist. Sie ist wild entschlossen, zu ihrer Schwester zurückzukehren. Immerhin besteht eine Chance, sich ihr Leben zurückzuholen, das von niemand geringerem als Asmaron, einem gefürchteten Krieger des Fürsten der Finsternis Dhragar gestohlen wurde. Mit Hilfe eines uralten Vampirs lässt sich Emily zur Kriegerin ausbilden. Keine leichte Aufgabe…

Auf dem Friedhof geht es herrlich skurril und schaurig zu. Tim Burton müsste sich auf dieses Buch stürzen wollen, um es verfilmen zu dürfen, oder? Emily in ihrem fürchterlichen Halloweenkostüm ist manchmal unfreiwillig komisch. Sie ist schlagfertig, ironisch, ehrgeizig und so sympathisch unperfekt. Eine Romanheldin ganz nach meinem Geschmack.

Wer Bücher von Gesa Schwartz kennt, merkt schnell, dass ihr Schreibstil in diesem Buch irgendwie abgespeckt wirkt. Ist halt angepasst an das Leseniveau ab 10 Jahre. Die häufigen Wortwiederholungen hätten vermieden werden können und manche Stellen sind zu langatmig geschrieben. Auch der Endkampf zieht sich. Am Ende des Buches habe ich mich dennoch großartig unterhalten gefühlt. Die Charaktere und die Atmosphäre überzeugen. Die Handlung ist vielschichtig und spannend.

Vielen, vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Jan Nöbel: “Die Reise des Königs: Das Lächeln” Band 2

Jan Nöbel
BoD
empfohlenes Alter: 12 Jahre und älter
15,99€

Die Suche nach den Königskindern geht weiter! Die vier Freunde Basco, Fea, Koro und Jindari müssen in der Zwergenmine nur eine Laterne anfertigen, um die Reise mit dem König fortsetzen zu können. Doch ihr Verfolger Fineas hat die Jagd nicht aufgeben. Er will den König um jeden Preis töten. Und mit Fineas naht ein alter, mächtiger Feind.

Die Reise des Königs – Das Lächeln, erzählt die Geschichte des ersten Bandes weiter und nimmt den Leser mit zu neuen, faszinierenden Orten. (Klappentext)

Die Reise des Königs geht weiter…

… und zwar noch fantastischer und spannender als im ersten Teil. Es heißt ja immer, zweite Bände seien die schwierigsten, weil sie das Bindeglied zwischen dem ersten und letzten Teil darstellen. Von Schwierigkeiten kann hier absolut keine Rede sein. Auch nicht von  langen erklärenden Passagen, die nur den einen Zweck haben, die Handlungsstränge zu einem fulminanten Ende zu verzwirbeln. Die Geschichte geht mit einem stetig anhaltenden Spannungsniveaus weiter und wegen des bildhaften Erzählstils ist man die ganze Zeit mitten drin.

 Wie bereits in Band eins, wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven der Charaktere erzählt. Dadurch lernen wir Basco, Fae, Koro und Jindari noch besser kennen. Mir persönlich gefallen alle Vier unglaublich gut. Sie unterscheiden sich so sehr voneinander und passen doch so gut zusammen. Besonders unterhaltsam sind die witzigen Schlagabtausche zwischen ihnen. Eine bessere Reisegesellschaft als diese Vier kann ich mir gar nicht vorstellen.

Der Schreibstil ist geprägt von wunderbar bildhaften Beschreibungen mit viel Liebe fürs Detail. Auf die Art gelingt es dem Autor eine fantastisch schillernde Welt zu erschaffen, die einen verschlingt und aus der man ungern wieder auftauchen mag. Die Handlung ist turbulent, fesselnd und unterhaltsam.

Für Fantasy-Fans ist ‚Die Reise des Königs‘ generell ein absolutes Muss! Band zwei ist eine gelungene Fortsetzung, die den ersten Teil sogar noch toppt und viel Stoff für den nächsten Band verspricht.

Vielen lieben Dank Jan für das Rezensionsexemplar! Es war wieder eine Freude das Alte Reich zu erkunden.

Hier findet ihr meine Rezension zu “Die Reise des Königs – Das Alte Reich” Band 1

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Beth Garrod: “Mega Awkward – Voll peinlich, aber gut drauf”

Beth Garrod
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
9,99€

LEBEN gegen SELBSTACHTUNG: 1 zu 0

Die 15-jährige Bella ist die Größte – wenn es darum geht, ihr Leben zu versemmeln. Prädestiniert durch ein Mundwerk, das ihrem Hirn nicht gehorcht, und die Fähigkeit, sich binnen Sekunden vor jedem Typen bis auf die Knochen zu blamieren. Doch als sie Zac kennenlernt, steht für Bella fest, er MUSS sie zum Schulball begleiten. Dem entgegen steht allerdings ein Geheimnis, das so mega-awkward ist, dass Bella bei ihrem Hirn am liebsten auf »delete« drücken würde. Was kann da also noch schiefgehen? Oh, ja, genau: absolut alles! (Klappentext)

Der Peinlichkeiten zu viel

Nahtlos schliddert Bella von einer Peinlichkeit zur nächsten. Zeit zum Luftholen bleibt dem Leser zwischendurch wenig. Es wird peinlich, peinlicher, am peinlichsten. Da aus jeder Situation das Maximum an Peinlichkeit herausgepresst werden musste, wirkt die Geschichte für meinen Geschmack extrem konstruiert und künstlich. Dementsprechend schwer fiel es mir, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen und sie sympathisch zu finden oder mit ihr mitzufühlen. Leider trug auch der Schreibstil nicht gerade dazu bei, mir den Einstieg in die Handlung zu erleichtern. Er sollte jugendlich und spritzig wirken, doch die sprunghaften Gedankengänge aus Bellas Sicht waren übertrieben, widersprüchlich und verwirrend.

Vermutlich habe ich zu sehr damit gerechnet, etwas Vergleichbares wie die Fernsehserie „Awkward“ zu lesen zu bekommen. Die ähnlichen Titel lassen da ja schon einige Schlüsse zu und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass es einige wenige Parallelen gibt. In der Serie verarbeitet die ebenfalls 15-jährige Hauptfigur ihre Alltagssorgen in einem Internetblog. Auch ihr Leben strotzt vor Peinlichkeiten und Missverständnissen. Jedoch wird das Thema in der Serie um einiges humorvoller und raffinierter verarbeitet als im Buch. Bei „Mega Awkward“ fehlt mir die Geschmeidigkeit einer wirklich durchdachten Handlung. Bella plumpst von einem Fettnäpfchen ins nächste. Es ist, als würde man jemandem zuschauen, der rückwärts eine Treppe hinunterfällt. Man weiß schon, wie es nach dem nächsten Absatz weitergeht. Es reicht einfach nicht, eine übertrieben komische Situation an die andere zu reihen. Da ich mich wirklich auf das Buch gefreut habe, war meine Enttäuschung natürlich groß. Aber vielleicht war meine Erwartungshaltung eine andere, weil ich nach Ähnlichkeiten mit der Serie gesucht habe.

Am Ende noch ein Dankeschön an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

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Jessica Brody: “Eine Woche voller Montage”

Jessica Brody
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
9,99€

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag aller Zeiten.

Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären Pech und Peinlichkeiten nicht schon genug, macht auch noch ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie hat nur einen Wunsch: Alles noch mal auf Anfang mit diesem miesen Montag! Tja, und am nächsten Morgen ist er dann da: der Montag. Und alles geht wieder von vorne los. Und dann noch einmal und noch einmal. Und mittendrin Ellie auf der Suche nach dem ultimativen Happy End … (Klappentext)

Und täglich grüßt der Montag …

„Eine Woche voller Montage“ war meine Urlaubslektüre in diesem Sommer und hat mich ideal unterhalten. Es ist sozusagen leichte Kost, ein flotter Jugendroman, der kein zu tiefgründiges Thema bereithält, aber auch nicht langweilig wird.

Nachdem Ellie einen Montag durchlebt hat, an dem alles schiefging, was nur schiefgehen konnte, geschieht das, was wir uns vermutlich selbst manchmal wünschen würden: Der Tag beginnt noch einmal von vorn und für Ellie bietet sich die Gelegenheit, ihre Fehler vom ersten Montag auszubessern. Doch das ist leichter gesagt als getan. Ellie bemüht sich nach Leibeskräften, es allen Menschen in ihrem Umfeld rechtzumachen. Sie verbiegt und verändert sich, vor allem, um ihren Freund Tristan daran zu hindern, mit ihr Schluss zu machen. Die Entwicklung, die Ellie im Laufe all dieser Montage durchmacht, ist wirklich unterhaltsam und auch nachvollziehbar. Anfangs möchte sie natürlich den Montag erschaffen, an dem alles wie geschmiert läuft. Denn dann müsste es doch endlich Dienstag werden, oder? Nach einigen gescheiterten Versuchen, gelingt Ellie das Meisterstück: der ideale Montag. Doch trotzdem beginnt am nächsten Morgen alles wieder von vorn. Verständlich, dass Ellie zunehmend frustrierter wird und beginnt sämtliche Wege auszutesten, um aus dieser Spirale auszubrechen.

Als Hauptfigur ist Ellie sehr sympathisch und glaubwürdig dargestellt. Sie ist ein junges Mädchen, das dem Erwartungsdruck durch Schule, Eltern und Freunde ausgesetzt ist. Ständig ist sie bestrebt, bloß keine Fehler zu machen, alle Erwartungen und Aufgaben zur Zufriedenheit anderer zu erfüllen, bis sie sich selbst in all diesen Pflichten verliert. In dieser Woche voller Montage lernt Ellie, zu sich selbst zu finden und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Es macht sehr viel Spaß, ihr auf diesem Weg zu folgen.

Die Handlung ist vielleicht nicht die abwechslungsreichste und mancher Montag hätte ein wenig überraschender verlaufen können, doch insgesamt ergibt das Buch eine in sich stimmige Struktur. Es unterhält, und das ist doch am Wichtigsten.

Vielen lieben Dank an den Verlag, dass ich das Buch zu Rezensionszwecken lesen durfte!