Kategorie: ab 12 Jahre

Beth Garrod: „Mega Awkward – Voll peinlich, aber gut drauf“

Beth Garrod
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
9,99€

LEBEN gegen SELBSTACHTUNG: 1 zu 0

Die 15-jährige Bella ist die Größte – wenn es darum geht, ihr Leben zu versemmeln. Prädestiniert durch ein Mundwerk, das ihrem Hirn nicht gehorcht, und die Fähigkeit, sich binnen Sekunden vor jedem Typen bis auf die Knochen zu blamieren. Doch als sie Zac kennenlernt, steht für Bella fest, er MUSS sie zum Schulball begleiten. Dem entgegen steht allerdings ein Geheimnis, das so mega-awkward ist, dass Bella bei ihrem Hirn am liebsten auf »delete« drücken würde. Was kann da also noch schiefgehen? Oh, ja, genau: absolut alles! (Klappentext)

Der Peinlichkeiten zu viel

Nahtlos schliddert Bella von einer Peinlichkeit zur nächsten. Zeit zum Luftholen bleibt dem Leser zwischendurch wenig. Es wird peinlich, peinlicher, am peinlichsten. Da aus jeder Situation das Maximum an Peinlichkeit herausgepresst werden musste, wirkt die Geschichte für meinen Geschmack extrem konstruiert und künstlich. Dementsprechend schwer fiel es mir, mich in die Protagonistin hineinzuversetzen und sie sympathisch zu finden oder mit ihr mitzufühlen. Leider trug auch der Schreibstil nicht gerade dazu bei, mir den Einstieg in die Handlung zu erleichtern. Er sollte jugendlich und spritzig wirken, doch die sprunghaften Gedankengänge aus Bellas Sicht waren übertrieben, widersprüchlich und verwirrend.

Vermutlich habe ich zu sehr damit gerechnet, etwas Vergleichbares wie die Fernsehserie „Awkward“ zu lesen zu bekommen. Die ähnlichen Titel lassen da ja schon einige Schlüsse zu und es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass es einige wenige Parallelen gibt. In der Serie verarbeitet die ebenfalls 15-jährige Hauptfigur ihre Alltagssorgen in einem Internetblog. Auch ihr Leben strotzt vor Peinlichkeiten und Missverständnissen. Jedoch wird das Thema in der Serie um einiges humorvoller und raffinierter verarbeitet als im Buch. Bei „Mega Awkward“ fehlt mir die Geschmeidigkeit einer wirklich durchdachten Handlung. Bella plumpst von einem Fettnäpfchen ins nächste. Es ist, als würde man jemandem zuschauen, der rückwärts eine Treppe hinunterfällt. Man weiß schon, wie es nach dem nächsten Absatz weitergeht. Es reicht einfach nicht, eine übertrieben komische Situation an die andere zu reihen. Da ich mich wirklich auf das Buch gefreut habe, war meine Enttäuschung natürlich groß. Aber vielleicht war meine Erwartungshaltung eine andere, weil ich nach Ähnlichkeiten mit der Serie gesucht habe.

Am Ende noch ein Dankeschön an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplars!

Jessica Brody: „Eine Woche voller Montage“

Jessica Brody
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 12 Jahre
9,99€

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag aller Zeiten.

Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären Pech und Peinlichkeiten nicht schon genug, macht auch noch ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie hat nur einen Wunsch: Alles noch mal auf Anfang mit diesem miesen Montag! Tja, und am nächsten Morgen ist er dann da: der Montag. Und alles geht wieder von vorne los. Und dann noch einmal und noch einmal. Und mittendrin Ellie auf der Suche nach dem ultimativen Happy End … (Klappentext)

Und täglich grüßt der Montag …

„Eine Woche voller Montage“ war meine Urlaubslektüre in diesem Sommer und hat mich ideal unterhalten. Es ist sozusagen leichte Kost, ein flotter Jugendroman, der kein zu tiefgründiges Thema bereithält, aber auch nicht langweilig wird.

Nachdem Ellie einen Montag durchlebt hat, an dem alles schiefging, was nur schiefgehen konnte, geschieht das, was wir uns vermutlich selbst manchmal wünschen würden: Der Tag beginnt noch einmal von vorn und für Ellie bietet sich die Gelegenheit, ihre Fehler vom ersten Montag auszubessern. Doch das ist leichter gesagt als getan. Ellie bemüht sich nach Leibeskräften, es allen Menschen in ihrem Umfeld rechtzumachen. Sie verbiegt und verändert sich, vor allem, um ihren Freund Tristan daran zu hindern, mit ihr Schluss zu machen. Die Entwicklung, die Ellie im Laufe all dieser Montage durchmacht, ist wirklich unterhaltsam und auch nachvollziehbar. Anfangs möchte sie natürlich den Montag erschaffen, an dem alles wie geschmiert läuft. Denn dann müsste es doch endlich Dienstag werden, oder? Nach einigen gescheiterten Versuchen, gelingt Ellie das Meisterstück: der ideale Montag. Doch trotzdem beginnt am nächsten Morgen alles wieder von vorn. Verständlich, dass Ellie zunehmend frustrierter wird und beginnt sämtliche Wege auszutesten, um aus dieser Spirale auszubrechen.

Als Hauptfigur ist Ellie sehr sympathisch und glaubwürdig dargestellt. Sie ist ein junges Mädchen, das dem Erwartungsdruck durch Schule, Eltern und Freunde ausgesetzt ist. Ständig ist sie bestrebt, bloß keine Fehler zu machen, alle Erwartungen und Aufgaben zur Zufriedenheit anderer zu erfüllen, bis sie sich selbst in all diesen Pflichten verliert. In dieser Woche voller Montage lernt Ellie, zu sich selbst zu finden und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Es macht sehr viel Spaß, ihr auf diesem Weg zu folgen.

Die Handlung ist vielleicht nicht die abwechslungsreichste und mancher Montag hätte ein wenig überraschender verlaufen können, doch insgesamt ergibt das Buch eine in sich stimmige Struktur. Es unterhält, und das ist doch am Wichtigsten.

Vielen lieben Dank an den Verlag, dass ich das Buch zu Rezensionszwecken lesen durfte!

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