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Birte Kiesgen: “Wummel und die geheimnisvolle Kiste”

Birte Kiesgen (Autorin)
Leon Kneffel (Illustrator)
Tausendkind in der Weltbild GmbH
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
9,99€

Wummel, der kleine Waldmausjunge, liebt den Wald und er liebt Abenteuer. Eines Tages finden er und seine allerbeste Freundin Ida ein Foto, auf dem Wummels Opa mit einer geheimnisvollen Kiste zu sehen ist. Was sich darin wohl verbirgt? Wo ist sie? Ist sie wirklich so gut versteckt, dass sie niemand finden kann? Wummel wittert ein Abenteuer. Heimlich machen sich Wummel und Ida auf die Suche nach der geheimnisvollen Kiste. Doch der Weg ist voller Gefahren und Hindernisse… (Klappentext)

Über eine Kiste, die alles möglich macht

Im Wummelwald ist der Frühling angebrochen und die Tiere erwachen aus ihrer langen Winterruhe. Waldmausjunge Wummel und seine Igelfreundin Ida lieben es, durch den Wald zu tollen und ihn zu erforschen. Als sie von der geheimnisvollen Kiste von Opa Otto erfahren, wittern Wummel und Ida ein Abenteuer, das sie sich nicht entgehen lassen können. Eine magische Kiste, die hilft, Hindernisse zu überwinden, Gefahren zu entkommen und alles möglich macht, darf niemals in falsche Hände geraten. Schon gar nicht an die böse Frau Eule, die schon seit Jahren nach der Kiste sucht. Aus diesem Grund hat Opa Otto sie nämlich auch versteckt. Doch Wummel und Ida wagen den gefährlichen Weg durch den finsteren Eichwald und wollen die Kiste finden.

Wummel ist geeignet als Vorlesebuch für Kinder ab 4 Jahre. Da die Geschichte mit knapp 64 Seiten und viel Text recht umfangreich ist, beschert sie einem ein langes Lesevergnügen. Sämtliche Seiten sind farbenfroh illustriert. Die Illustrationen begleiten die Handlung und sind detailreich, sodass die Kinder immer etwas zu entdecken haben. Besonders schön ist die Karte des Wummeltals am Beginn und Ende des Buches, anhand derer Wummels Weg zur Wunderkiste nachverfolgt werden kann. Auch die verschiedenen Tageszeiten im Wummelwald sind durch Licht und Farben atmosphärisch eingefangen.

Was uns nicht gefallen hat, sind einige Tierdarstellungen. Gerade wenn die Tiere in Bewegung oder aus einer bestimmten Perspektive gezeichnet sind, wirken sie irgendwie unsauber und düster. Frau Eule ist richtig unheimlich. Aber das ist ja alles Geschmackssache.

In der Geschichte geht es um Freundschaft und Zusammenhalt. Wummels und Idas Abenteuer wird spannend erzählt, auch wenn die Handlung für unseren Geschmack etwas gerafft hätte werden können. Außerdem gibt es ein paar Unstimmigkeiten, durch die die Geschichte für mich unrund wirkt.

Insgesamt waren meine Kinder begeistert und sind schon gespannt, wie es mit Frau Eule und Herrn Dachs weitergeht. Noch nie habe ich in einem Kinderbuch einen solchen Cliffhanger erlebt.

Liebsten Dank an LovelyBooks, dass wir an der Leserunde teilnehmen und Wummel und Ida bei ihrem ersten Abenteuer begleiten durften!

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Stephanie Schneider: “Platz da, ihr Hirsche”

Stephanie Schneider (Autorin)
Susan Batori (Illustratorin)
Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€
Hier ist doch Platz für alle!

Die Hirsche haben bei einem Ausflug mit ihrem schicken Cabrio einen Geheimplatz entdeckt. Direkt beim See, wo es wunderbar ruhig und friedlich ist! Doch dann versammeln sich dort immer mehr Tiere: Rund um den See wird gebadet, gespielt und gepicknickt. Es ist total viel los! Darüber sind die Hirsche ganz und gar nicht erfreut. Denn schließlich will man seinen Geheimplatz doch mit niemandem teilen … Oder? (Klappentext)

Teilen macht doppelt Spaß

An einem Sommertag, wie er schöner kaum sein könnte, machen die Hirsche eine Ausfahrt und entdecken den ultimativen Platz für sich. Ein idyllisch gelegener See inmitten von Gänseblümchenwiesen. Ein richtiger Geheimplatz, den sie für sich allein haben wollen.

Doch dann taucht ein Schwein auf und breitet dreist seine Decke aus. Hat das Schwein denn gar keinen Anstand? Schließlich waren die Hirsche zuerst da und beanspruchen den See für sich. Dem Schwein ist das Wurst. Und auch den Hühnern, Schafen, dem Wäschbären, den Kühen, der Katze, dem Wetterfrosch und und und. Bald ist es am See proppenvoll. Überall wird geschnattert und gekichert.

Den Hirschen platzt der Kragen. Sie schimpfen und meckern, was das Zeug hält, und machen sich bei den anderen Tieren gar nicht beliebt. Dabei bemerken sie nicht die dunklen Gewitterwolken, die sich am Himmel zusammenbrauen. Als die Hirsche Hilfe brauchen, fackeln die anderen Tiere nicht lange und eilen herbei. Die Hirsche lernen, wie wunderbar ein Miteinander sein kann.

Das Buch begeistert allein schon durch die Illustrationen, die durch Mimik und Körpersprache sowas von ausdrucksstark sind. Über die eingebildeten Hirsche kann man sich köstlich amüsieren. Ihre Empörung, der Frust über den einsetzenden Regen oder ihre Verlegenheit, aber auch alle anderen Tiere sind wunderbar witzig dargestellt.

Die Handlung ist ein Paradebeispiel für respektvolles Miteinander, Teilen, Toleranz und Hilfsbereitschaft. Das Buch bietet genügend Anregungen für Gespräche in der Kita oder im Unterricht zu den genannten Themen, ohne dass die Geschichte zu lehrhaft rüberkommt.

Aber auch ohne tiefgründige Analysen anstellen zu müssen, unterhält dieses turbulente Bilderbuch ungemein. Erzählstil und Illustrationen bestechen durch ihren Humor und die eingefangene Atmosphäre. Ein Buch, das richtig viel Vorfreude auf heiße Sommertage und Badespaß am See macht.

Allerliebsten Dank an Penguin Junior für das hirschige Rezensionsexemplar!

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Ute Krause: “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich”

Ute Krause
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€

Ritter, Räuber, tapfere Helden

Alle fürchten sich vor dem eitlen und habgierigen Ritter Ich-ich-ich. Alle? Nein! Der tapfere Robin will nicht länger für den reichen Ritter schuften und haut ab. Doch was für ein Pech: Tief im Wald schnappt ihn eine Räuberbande! Der Räuberhauptmann hat nur eins im Sinn: Gold, Gold, Gold! Er will Robin nur wieder freilassen, wenn der ihm den Zugang zur Schatzkammer des Ritters verschafft. Doch Robin ist nicht nur tapfer, er ist auch ziemlich schlau. Kann er die Räuber überlisten – und den Ritter noch dazu? (Klappentext)

Ein abenteuerliches und witziges Bilderbuch

Die Bücher von Ute Krause sind in unserer Kinderbibliothek ein fester Bestandteil. Sie werden immer wieder gern hervorgeholt und gelesen, weil sie ein Garant für spaßige Unterhaltung sind. Uns war “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich” bislang tatsächlich unbekannt, auch wenn es sich um die Neuauflage einer bereits erschienenen Geschichte handelt. Ursprünglich kam sie unter dem Titel “Ben und der Böse Ritter Berthold” heraus. Nun ist aus Ben ein Robin – und am Ende sogar einmal ein Robert – geworden. Doch völlig gleichgültig, wie die Figuren letztlich heißen, dieses Bilderbuch macht richtig viel Spaß.

Der Ritter Ich-Ich-Ich ist ein gefürchteter Herrscher ohne ritterliche Tugenden. Seinem Namen alle Ehre machend, denkt er nur an sich und daran, Schätze anzuhäufen. Zu dick für ein einziges Pferd reitet er auf gleich zwei Pferden, hat Bedienstete für jede kleine Tätigkeit und verlangt das Geld der Dorfbewohner. Wer ihm keines gibt, wird gefangen genommen. So landet auch Robin in der Gefangenschaft des Ritters und muss tagein tagaus auf dessen Burg schuften. Als Robin die Flucht gelingt, fällt er prompt einer raffgierigen Räuberbande in die Hände. Damit sie ihn freilassen, verspricht er, sie in die Schatzkammer des Ritters zu führen. Doch auf das Versprechen von Räubern sollte Robin sich lieber nicht verlassen. Zum Glück fällt ihm eine magische Münze in die Hände. Was es mit damit und mit den Krokodilen auf sich hat, verrate ich nicht. Ihr müsst es selbst herausfinden.

Falls ihr gerade auf der Suche nach einem abenteuerlichen und gleichfalls witzigen Bilderbuch seid, könnt ihr euch über “Robin und der Ritter Ich-Ich-Ich” freuen. Ute Krause erzählt Robins Geschichte mit viel Humor sowohl in Wort als auch in Bild. Das Buch ist perfekt zum abendlichen Vorlesen. Es ist amüsant geschrieben, reich bebildert und ein vergnügliches Vorleseerlebnis. Wird bei uns mindestens zweimal hintereinander vorgelesen.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim cbj Verlag für das abenteuerwitzige Rezensionsexemplar!

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Billy Bock: “Minjos wimmelig wunderbares Schloss der Wünsche”

Billy Bock
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
15,00€
Wie sieht das Schloss der Wünsche aus?

Zauberlehrling Minjo und seine Freunde sind auf der Suche nach dem Schloss der Wünsche. Doch wie sieht dieser geheimnisvolle Ort aus? Für Eisbärin Propella kann es nur ein eisiges Wolkenschloss sein, für Schmetterling Mimosa eine filigrane Rankenburg, für Fisch Gurmetti ein fantastisches Schiff … Für alle jedoch steht am Ende fest: Das wahre Schloss der Wünsche ist dort, wo das Herz zu Hause ist! (Klappentext)

Zauberhaftes Wimmel-Vorlesebuch

Drachendame Dafina hat Schnupfen. Während der Zaubermeister Zackezisch unterwegs ist, um Medizin zu holen, soll sein Zauberschüler Minjo auf die Wunschtruhe achtgeben. In dieser Truhe schlafen diverse Zaubertiere, die nicht entwischen dürfen. Doch natürlich geschieht genau das und Minjo versucht, sie wiederzufinden und einzufangen, ehe Zackezisch zurückkehrt. Jedes der Zaubertiere ist auf dem Weg zum Schloss der Wünsche. Wenn Minjo das findet, findet er auch die Zaubertiere. Soweit der Plan. Aber wo liegt dieses Schloss der Wünsche eigentlich?

Mit Hilfe des Papierdrachen reist er ins eisige Wolkenschloss, rutscht über eine Schlängelrutsche zu einer schillernden Burg und gelangt durch unterirdische Höhlen zu einem Schiff. Nach der Schiffsreise führt der Papierdrache Minjo zu einer herrlichen Blumenwiese und weiter durch die Wüste zu einem Palast mit goldenen Kuppeln. Doch all diese märchenhaften Orte sind noch nicht das Schloss der Wünsche…

Wimmelbücher sind wohl bei allen Kindern der absolute Hit. “Minjos wimmelig wunderbares Schloss der Wünsche” ist aber mal etwas anderes. Es vereint sowohl Wimmelbuch als auch Vorlesebuch. Statt sofort in quirlige Panoramalandschaften geworfen zu werden, wird erst einmal in die Handlung eingeführt. Natürlich gibt es von Anfang an farbenprächtige Illustrationen zu bestaunen, doch der eigentliche Hingucker sind die unterschiedlichen Vorstellungen der Zaubertiere vom Schloss der Wünsche. In faszinierenden Querschnitten können die märchenhaftesten Details entdeckt werden. Ob das ein Regenbogenprisma im Wolkenschloss ist oder die scheinbar unerschöpflichen Hinweise auf bekannte Märchen. Ich glaube, wir haben nach vielem Suchen und Betrachten längst nicht alle gefunden!

Besonders schön finde ich die märchenhafte Atmosphäre, die aus allen Illustrationen spricht. Farben und Bilder regen die Fantasie an und schaffen es, dass man sich in jeden Lieblingsplatz hineinträumen kann. Die entfaltbaren Seiten am Ende sind die Kirsche und das Sahnehäubchen des Buches.

Ein wunderbar wimmeliges Dankeschön an den cbj Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Und nun überlegt einmal, wie euer Schloss der Wünsche aussehen könnte?

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“Kuschelflosse – Das goldige Glücksdrachen-Geglitzer” gelesen von Ralf Schmitz

Nina Müller
cbj audio
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
8,29€

So ein Pech! Gerade als in Fischhausen die größte Seeigel-Sahnetorte der Welt verlost werden soll, geht Kuschelflosses Glücksbringer kaputt. Donnerkofferblitz! Ein Ersatz muss schnell her, doch das ist leichter geblubbert als getan, denn selbst im Krimskramsladen sind alle Glücksbringer ausverkauft. Aber dann entdeckt Herr Kofferfisch eine geheimnisvolle Dose, und ein turbulentes Abenteuer voller Wasserdrachen und Glückskekse beginnt!

Glitzerndes Glücksabenteuer

Was für ein Glück: Fellfisch Kuschelflosse flutscht in ein nigelnagelneues Abenteuer. Mittlerweile schon in das 7.! Na, wenn das mal keine Glückszahl ist.

Dabei scheint Kuschel anfangs ein echter Unglücksfisch zu sein, als Herr Kofferfisch versehentlich gegen seinen Glücksbringer rumpelt, der prompt in alle Einzelteile zerspringt. Wie soll er denn da die größte Seeigel-Sahnetorte gewinnen? Besonders, wenn es eine miese Miesmuschel gibt, die selbst vor Betrug nicht zurückschreckt, um sich einen unfairen Vorteil bei der Verlosung zu verschaffen. Durch Zufall entdeckt Herr Kofferfisch im Krimskramsladen eine alte, verstaubte Dose. Was da wohl drin sein mag?

Mit viel Charme und Humor wird eine glitzerbunte und turbulente Glückssuche erzählt. Wichtige Themen wie Freundschaft, Toleranz und die Bedeutung von Glück werden kindgerecht in die Handlung eingebaut, sodass jedes Kind etwas davon mit in den Alltag nehmen kann. Die fantasievollen Wortschöpfungen und auf die Unterwasserwelt umgemünzten Begriffe wie ‚auf die Wellenminute pünktlich‘ oder ‚vierblättriges Seeblatt‘ sind nur ein paar der unzähligen Details, die großen und kleinen Leser:innen die süßesten Glücksmomente bescheren. Bei Frau Qualli mit ihrem neuen E-Blubber-Mofa würden wir selbst gern eine Fahrt riskieren. Und wer würde nicht im Laden von Herrn Krims und Frau Krams auf Entdeckungstour gehen wollen? Oder einen waschechten Glücksdrachen kennenlernen wollen?

Stimmwunder Ralf Schmitz ist wieder einmal überragend. Akustisch untermalt von Meeresgeräuschen und Musik flutscht er scheinbar mühelos zwischen den drolligen Charakteren hin und her und haucht ihnen auf unverwechselbare Art Leben ein.

Bei dieser Reihe muss man unbedingt beides haben: Buch und Hörbuch! Beide Formate sind absolut großartig, werden geliebt und immer wieder hervorgeholt.

Ein goldig glitzerndes Dankeschön an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

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Ann-Katrin Heger: “Olli aus der Igelhecke – Der Freundschaftswettbewerb”

Ann-Katrin Heger (Autorin)
Anja Grote (Illustratorin)
‎Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
11,00€

Olli wohnt allein in der Igelhecke. Kein Freund weit und breit. Das muss sich ändern! Fuchsmädchen Rosa schlägt Olli einen Freundschafts-Wettbewerb vor. Und tatsächlich wollen viele Tiere den Igel kennenlernen: Der Biber plant ein besonderes Wildwasserabenteuer, das Siebenschläfermädchen möchte mit Olli abhängen, der Dachs macht ihm Geschenke, und das Eichhörnchen nimmt ihn sogar in seine Tanztruppe auf. Alles nett gemeint, findet Olli, aber alles nicht wirklich igelgemütlich – wie Memo-Spielen, warme Suppe oder Geschichtenerzählen! Doch als Olli eines Tages gemeinsam mit Fuchsmädchen Rosa das Kaninchen Helge vor einer Möhrenexplosion retten muss, spürt er es plötzlich bis in den letzten Stachel: Seine besten Freunde waren die ganze Zeit schon da, ganz nah … (Klappentext)

Eine liebevolle Freundschaftsgeschichte mit zuckersüßen Illustrationen

Ein bisschen neidisch blickt Igel Olli hinüber zu Kaninchen Helge, der ständig Besuch von seinen zahlreichen Freunden bekommt, mit denen er Möhrensaft schlürft und Spiele spielt. Genau das gleiche wünscht sich Olli auch. Vielleicht nicht gerade hundert Freunde wie Helge, ein einziger super guter Freund würde ihm reichen. Da hat Füchsin Rosa einen Einfall. Mittels Freundschafts- Wettbewerb soll Olli auch einen besten Freund finden. Das Interesse ist groß. Biber, Siebenschläfer, Dachs, Käuzchen und Eichhörnchen legen sich mächtig ins Zeug, um Olli zu beeindrucken. Obwohl alle Tiere nett sind und mit Olli Freundschaft schließen, ein bester Freund ist nicht dabei. Erst am Ende zeigt sich, worauf es bei wahrer Freundschaft ankommt und dass Olli gar nicht nach einem besten Freund hätte suchen müssen. Denn er hatte die ganze Zeit schon welche.

Dieses zauberhafte Kinderbuch besticht in erster Linie durch seine Illustrationen. Auf jeder Seite tummeln sich die herzigsten Waldbewohner, die man sich vorstellen kann. Allein schon Igel Olli ist total knuffig.

Auch wenn der Ausgang der Geschichte sich ziemlich zeitig erahnen lässt, bereitet es viel Freude, Olli bei seiner Suche nach einem besten Freund zu begleiten. Die Tiere beweisen viel Kreativität, um ihn zu beeindrucken, was sowohl in Wort als auch Bild humorvoll wiedergegeben wird. Die insgesamt sieben Kapitel eignen sich hervorragend zum abendlichen Vorlesen für Kinder, bei denen es durchaus schon etwas mehr Text sein darf. Da sämtliche Seiten wunderschön bunt illustriert sind, gibt es aber auch noch genug zu gucken und zu entdecken.

Also eine liebevoll erzählte Geschichte über Freundschaft mit viel Witz und Humor. Passend für Kinder ab 4 Jahren zum vorlesen.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Sophie Schoenwald: “Lächeln gefunden”

Sophie Schoenwald (Autorin)
Anita Schmidt (Illustratorin)
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€
Einmal lächeln, bitte!

Bär ist gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Er hat lange, wirklich sehr lange geschlafen. Nun reckt und streckt er sich und tapst vorsichtig über ein Meer aus Gänseblümchen. Zarter Frühlingsduft steigt ihm in die Nase, und als er in den Teich blickt, sieht er es: ein Lächeln. Breit. Und strahlend. Und mitten in seinem Gesicht! Aber woher kommt es? Ihm jedenfalls gehört es nicht, da ist sich Bär ganz sicher… (Klappentext)

Über die Magie des Lächelns

Bär und seine Freunde aus dem Wald erzählen uns in „Lächeln gefunden“ eine neue, warmherzige Geschichte über den Zauber eines Lächelns und wie ansteckend gute Laune und Freude sein können.

Nachdem Bär aus dem Winterschlaf erwacht ist, erfreut er sich an den ersten Frühlingsboten. Die Frühlingsblumen duften, die Tautropfen glitzern in der Morgensonne. Auf der Oberfläche des glasklaren Teiches blickt er in sein eigenes Spiegelbild. Doch was ist das? Mitten in seinem Gesicht strahlt ein dickes, zufriedenes Grinsen. Dieses Lächeln kann unmöglich ihm gehören, denkt sich Bär. Und was einem nicht gehört, muss man zurückgeben. Da Bär für seine unglaublich guten Ideen bekannt ist, verteilt er Zettel überall im Wald: „Lächeln gefunden. Abzuholen bei Bär.“

Nach und nach trifft er auf seine Freunde, die wir bereits aus dem ersten Band „Post für dich“ kennen. Hase, Igel, Wiesel, Dachs, Reh und Wildschwein. Allen zaubert er auf unterschiedliche Weise ein Lächeln ins Gesicht.

Die Illustrationen sind genauso warmherzig wie die Geschichte. Sie erwecken den Wald und seine Bewohner in märchenhaften Farben zum Leben. Wer ganz genau aufpasst, entdeckt noch eine weitere Geschichte, die sich in den Bildern verbirgt.

Dieses Bilderbuch ist einfach nur zauberhaft und richtig was für’s Herz. Der gutmütige, leicht trottelige Bär könnte genauso gut Winnie Puh sein. Der Vergleich drängt sich geradezu auf, als Bär am Ende von seinen Freunden einen großen Honigtopf geschenkt bekommt. Auf der letzten Seite befinden sich noch eine Bastelanleitung und eine Bärenmaske zum Ausschneiden. So können die Kinder in Bärs Rolle schlüpfen und selbst Lächeln verschenken.

Ein herziges Dankeschön an den Baumhaus-Verlag und die Bloggerjury für dieses kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Deb Pilutti: “Steinalt (und kein bisschen langweilig)”

Deb Pilutti
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€
Steine rocken!

Schon seit Urzeiten liegt Steinalt auf der Lichtung, tagein, tagaus an derselben Stelle, und rührt sich nicht vom Fleck. Das muss ziemlich langweilig sein, sind sich Kolibri, Marienkäfer und Kiefer einig. Doch als Steinalt erzählt, was er schon alles erlebt hat, staunen die Freunde nicht schlecht. Denn Steinalts Geschichten vom dunklen Anfang der Welt, seinem aufregenden Flug aus dem Vulkan, einer abenteuerlichen Reise in einem Gletscher, exotischen Tieren und netten Nachbarn sind alles andere als langweilig!

Spannende Geschichten (und Geschichte) stecken in jedem – auch in einem alten Stein

Erdgeschichte für die Kleinsten

So ein Leben als Stein ist langweilig. Darin sind sich die Kiefer, der Marienkäfer und Kolibri absolut einig. Jeden Tag seit Urzeiten liegt Steinalt auf derselben Lichtung und kann nirgendwo hin. Wie sehr muss er sich langweilen, wo er doch nichts von der Welt sehen kann und überhaupt nicht herumkommt. Da beginnt, Steinalt zu erzählen. Vom Anfang der Zeit, als es noch stockdunkel war, bis er von einem Vulkan ausgespien wurde. Von den Zeiten, als Dinosaurier die Erde bevölkerten, von der Eiszeit und seiner Reise in einem Gletscher. Bis er schließlich am schönsten Fleck der Welt landete, nämlich dort, wo er sich am wohlsten fühlt.

Mit einer ordentlichen Portion Humor können in diesem Bilderbuch schon die Kleinsten einen Überblick über die Erdgeschichte gewinnen. Zeit ist für Kinder immer schwer zu begreifen, aber Steinalt unterstützt die Entwicklung des Verständnisses anhand einer amüsanten Geschichte und witzigen Illustrationen. Die Zeittafel am Ende des Buches veranschaulicht den Verlauf zusätzlich und gibt einen für die Altersgruppe ausreichenden Überblick. Wir haben beim Lesen viel gelacht und waren sehr erstaunt, was so ein Stein alles erlebt hat. Seither betrachten wir die Steine im Garten mit ehrfurchtsvollem Blick.

Abgesehen vom erdgeschichtlichen Hintergrundwissen liegt in der Geschichte selbst noch eine schöne Moral zugrunde. Um die zu erfahren, müsst ihr das Buch allerdings selbst lesen. Ich will hier ja niemanden zu sehr spoilern.

Auf jeden Fall wieder einmal ein hervorragendes Buch aus dem cbj Verlag.

Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

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“Kuschelflosse – Der verhexte Blubberblitz-Besuch” gelesen von Ralf Schmitz

Nina Müller
cbj audio
Gesamtspielzeit: 1 Std. 39 Min.
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre

Blitzibus und Gurkenrülps, Blu-Blu-Blubberblitz!

Es ist ein herrlicher Tag in Fischhausen. Gerade als Fellfisch Kuschelflosse gemeinsam mit seinen Freunden dem Seebrillchen Sebi, Herrn Kofferfisch und der Schwimmerdbeere Emmi eine köstliche Mango-Limo genießt, plumpst ihnen ein seltsames gelbes Etwas vor die Füße. Es hat Ähnlichkeit mit einem Seestern und kann sogar zaubern! Den Freunden ist schnell klar, dass sie eine waschechte Wasserhexe vor sich haben. Pupsigunde Gänseblümia Blubberblitz, die nicht unbedingt glücklich darüber ist, in Fischhausen gelandet zu sein. Sie und ihr Zauberkugelfisch wurden von dem fiesen Waldmeister verhext. Kuschelflosse und seine Freunde beschließen, Pupsigunde zu helfen. Doch nicht einmal Findefisch Krawallo kann den geheimen Wasserhexenwald finden, denn dieser verbirgt sich hinter einer dicken Schicht Tarnglibber. Ein neuer Plan muss her. Sie beschließen, aus dem Krimskrams aus Herrn Kofferfischs  Bauch eine Rakete zu bauen, mit der sie sich durch das Tarnglibber schießen können. Doch damit fängt das Abenteuer gerade erst an…

Das neueste Abenteuer von Kuschelflosse und seinen Freunden strotzt vor Ideenreichtum, kuriosen Meeresbewohnern und kreativen Wortschöpfungen. Was uns Eltern beim Vorlesen einen Knoten in der Zunge beschert, gelingt Ralf Schmitz mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit. Spielend leicht wechselt er zwischen den lispelnden, gluckernden und blubbernden Charakteren hin und her und lässt  dadurch eine blubberfischtastische Geschichte in den Köpfen entstehen.

Nicht selten haben wir uns vor Lachen gekringelt und die Kapitel immer wieder von vorn gehört. Kuschelflosses Abenteuer sind allesamt einzigartig und unvorhersehbar, aber dieses hier toppt seine Vorgänger um einiges. Eine der besten Kinderbuchreihen wie ich finde, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Und das Hörbuch, inszeniert von Ralf Schmitz, ist ein Unterhaltungsprogramm ohnegleichen.

Vielen lieben Dank an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

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Sophie Schoenwald: “Post für dich”

Sophie Schoenwald (Autorin)
Anita Schmidt (Illustratorin)
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

Schreib mal wieder!

Bär schreibt seinem besten Freund Hase einen Brief. Es ist längst mal wieder Zeit dafür! In Ruhe und mit Sorgfalt überlegt er, was er sagen möchte, und ist mit dem Ergebnis höchst zufrieden. Dabei ahnt er noch gar nicht, was für eine schöne Reaktion sein Brief auslöst. Denn Hase freut sich so sehr über den Brief, in dem kein Wort zu viel und keines zu wenig ist, dass er ihn sofort weiterschickt …

Eine bezaubernde Geschichte über die Freude, einen Brief zu bekommen. Und einen zu schreiben! (Klappentext)

Früher … als es noch keine Handys gab

Ist Briefeschreiben eigentlich altmodisch? Ja, fast schon mittelalterliche Dichtkunst?

Ich für meinen Teil schreibe und versende immer noch sehr gerne auf herkömmliche Weise Briefe. Noch lieber bekomme ich natürlich welche, handgeschrieben und vielleicht sogar liebevoll verziert.

Im Wald überlegt auch Bär lange und gründlich, ehe er seinen Brief an Hase abschickt. Und am Ende ist sein Brief so treffend formuliert, dass der hektisch umher hoppelnde Hase inne hält. Vor lauter Rührung entschließt er sich, den Brief an seinen guten Freund Dachs weiterzuschicken. So geht es denn einmal rund herum durch den Wald. Die Botschaft des Briefes ist so perfekt, dass er von Tier zu Tier weiterversendet wird. Schlussendlich landet er wieder bei Bär, der sich über eine Nachricht, auf der alle seine Freunde unterschrieben haben, sehr freut.

Die Wirkung des Buches kommt nicht überraschend: Man hat tierisch Lust, selbst einen Brief zu schreiben. Passend dafür enthält das Buch eine Bastelvorlage mit Faltanleitung für einen kleinen Briefumschlag.

Für uns kam das Buch gerade zur richtigen Zeit. Durch die fortdauernden Kita-Schließungen hat mein Großer seine Freunde seit sieben Wochen nicht gesehen. Die Sehnsucht schlägt allmählich in Trauer um und nun haben wir dieses Buch zum Anlass genommen und Briefe geschrieben, gemalt, mit Fotos und Stickern beklebt. Das hat viel Spaß gemacht und allen, die unsere Post erhalten haben, viel Freude bereitet.

Ich hoffe, dass Briefeschreiben nie aus der Mode kommt. Es bleibt einfach eine schöne und persönliche Art, um in Kontakt zu bleiben. Deshalb finde ich es hervorragend, dass es ein Kinderbuch gibt, das mit einer niedlichen Geschichte dazu animiert, selbst den Stift in die Hand zu nehmen.

Die Illustrationen der Tiere sind unglaublich süß. Neben der zauberhaften und kurzweiligen Handlung und der Bastelanleitung, versteckt sich aber auch noch ein Rätsel zwischen den Seiten. Wer hat genau aufgepasst und kann die Pfotenabdrücke den Tieren zuordnen?

Insgesamt ein volldurchdachtes Kinderbuch mit einer tollen Geschichte eingebettet in farbenfrohen Bildern, einer Bastelanregung und mit einem Rätsel. Mehr geht ja bald gar nicht!

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Baumhaus Verlag und der Bloggerjury für das Rezensionsexemplar, das uns viele Stunden Freude geschenkt hat!