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Ann-Katrin Heger: “Olli aus der Igelhecke – Der Freundschaftswettbewerb”

Ann-Katrin Heger (Autorin)
Anja Grote (Illustratorin)
‎Penguin Junior Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
11,00€

Olli wohnt allein in der Igelhecke. Kein Freund weit und breit. Das muss sich ändern! Fuchsmädchen Rosa schlägt Olli einen Freundschafts-Wettbewerb vor. Und tatsächlich wollen viele Tiere den Igel kennenlernen: Der Biber plant ein besonderes Wildwasserabenteuer, das Siebenschläfermädchen möchte mit Olli abhängen, der Dachs macht ihm Geschenke, und das Eichhörnchen nimmt ihn sogar in seine Tanztruppe auf. Alles nett gemeint, findet Olli, aber alles nicht wirklich igelgemütlich – wie Memo-Spielen, warme Suppe oder Geschichtenerzählen! Doch als Olli eines Tages gemeinsam mit Fuchsmädchen Rosa das Kaninchen Helge vor einer Möhrenexplosion retten muss, spürt er es plötzlich bis in den letzten Stachel: Seine besten Freunde waren die ganze Zeit schon da, ganz nah … (Klappentext)

Eine liebevolle Freundschaftsgeschichte mit zuckersüßen Illustrationen

Ein bisschen neidisch blickt Igel Olli hinüber zu Kaninchen Helge, der ständig Besuch von seinen zahlreichen Freunden bekommt, mit denen er Möhrensaft schlürft und Spiele spielt. Genau das gleiche wünscht sich Olli auch. Vielleicht nicht gerade hundert Freunde wie Helge, ein einziger super guter Freund würde ihm reichen. Da hat Füchsin Rosa einen Einfall. Mittels Freundschafts- Wettbewerb soll Olli auch einen besten Freund finden. Das Interesse ist groß. Biber, Siebenschläfer, Dachs, Käuzchen und Eichhörnchen legen sich mächtig ins Zeug, um Olli zu beeindrucken. Obwohl alle Tiere nett sind und mit Olli Freundschaft schließen, ein bester Freund ist nicht dabei. Erst am Ende zeigt sich, worauf es bei wahrer Freundschaft ankommt und dass Olli gar nicht nach einem besten Freund hätte suchen müssen. Denn er hatte die ganze Zeit schon welche.

Dieses zauberhafte Kinderbuch besticht in erster Linie durch seine Illustrationen. Auf jeder Seite tummeln sich die herzigsten Waldbewohner, die man sich vorstellen kann. Allein schon Igel Olli ist total knuffig.

Auch wenn der Ausgang der Geschichte sich ziemlich zeitig erahnen lässt, bereitet es viel Freude, Olli bei seiner Suche nach einem besten Freund zu begleiten. Die Tiere beweisen viel Kreativität, um ihn zu beeindrucken, was sowohl in Wort als auch Bild humorvoll wiedergegeben wird. Die insgesamt sieben Kapitel eignen sich hervorragend zum abendlichen Vorlesen für Kinder, bei denen es durchaus schon etwas mehr Text sein darf. Da sämtliche Seiten wunderschön bunt illustriert sind, gibt es aber auch noch genug zu gucken und zu entdecken.

Also eine liebevoll erzählte Geschichte über Freundschaft mit viel Witz und Humor. Passend für Kinder ab 4 Jahren zum vorlesen.

Vielen lieben Dank an Penguin Junior für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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Sophie Schoenwald: “Lächeln gefunden”

Sophie Schoenwald (Autorin)
Anita Schmidt (Illustratorin)
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€
Einmal lächeln, bitte!

Bär ist gerade aus dem Winterschlaf erwacht. Er hat lange, wirklich sehr lange geschlafen. Nun reckt und streckt er sich und tapst vorsichtig über ein Meer aus Gänseblümchen. Zarter Frühlingsduft steigt ihm in die Nase, und als er in den Teich blickt, sieht er es: ein Lächeln. Breit. Und strahlend. Und mitten in seinem Gesicht! Aber woher kommt es? Ihm jedenfalls gehört es nicht, da ist sich Bär ganz sicher… (Klappentext)

Über die Magie des Lächelns

Bär und seine Freunde aus dem Wald erzählen uns in „Lächeln gefunden“ eine neue, warmherzige Geschichte über den Zauber eines Lächelns und wie ansteckend gute Laune und Freude sein können.

Nachdem Bär aus dem Winterschlaf erwacht ist, erfreut er sich an den ersten Frühlingsboten. Die Frühlingsblumen duften, die Tautropfen glitzern in der Morgensonne. Auf der Oberfläche des glasklaren Teiches blickt er in sein eigenes Spiegelbild. Doch was ist das? Mitten in seinem Gesicht strahlt ein dickes, zufriedenes Grinsen. Dieses Lächeln kann unmöglich ihm gehören, denkt sich Bär. Und was einem nicht gehört, muss man zurückgeben. Da Bär für seine unglaublich guten Ideen bekannt ist, verteilt er Zettel überall im Wald: „Lächeln gefunden. Abzuholen bei Bär.“

Nach und nach trifft er auf seine Freunde, die wir bereits aus dem ersten Band „Post für dich“ kennen. Hase, Igel, Wiesel, Dachs, Reh und Wildschwein. Allen zaubert er auf unterschiedliche Weise ein Lächeln ins Gesicht.

Die Illustrationen sind genauso warmherzig wie die Geschichte. Sie erwecken den Wald und seine Bewohner in märchenhaften Farben zum Leben. Wer ganz genau aufpasst, entdeckt noch eine weitere Geschichte, die sich in den Bildern verbirgt.

Dieses Bilderbuch ist einfach nur zauberhaft und richtig was für’s Herz. Der gutmütige, leicht trottelige Bär könnte genauso gut Winnie Puh sein. Der Vergleich drängt sich geradezu auf, als Bär am Ende von seinen Freunden einen großen Honigtopf geschenkt bekommt. Auf der letzten Seite befinden sich noch eine Bastelanleitung und eine Bärenmaske zum Ausschneiden. So können die Kinder in Bärs Rolle schlüpfen und selbst Lächeln verschenken.

Ein herziges Dankeschön an den Baumhaus-Verlag und die Bloggerjury für dieses kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Deb Pilutti: “Steinalt (und kein bisschen langweilig)”

Deb Pilutti
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€
Steine rocken!

Schon seit Urzeiten liegt Steinalt auf der Lichtung, tagein, tagaus an derselben Stelle, und rührt sich nicht vom Fleck. Das muss ziemlich langweilig sein, sind sich Kolibri, Marienkäfer und Kiefer einig. Doch als Steinalt erzählt, was er schon alles erlebt hat, staunen die Freunde nicht schlecht. Denn Steinalts Geschichten vom dunklen Anfang der Welt, seinem aufregenden Flug aus dem Vulkan, einer abenteuerlichen Reise in einem Gletscher, exotischen Tieren und netten Nachbarn sind alles andere als langweilig!

Spannende Geschichten (und Geschichte) stecken in jedem – auch in einem alten Stein

Erdgeschichte für die Kleinsten

So ein Leben als Stein ist langweilig. Darin sind sich die Kiefer, der Marienkäfer und Kolibri absolut einig. Jeden Tag seit Urzeiten liegt Steinalt auf derselben Lichtung und kann nirgendwo hin. Wie sehr muss er sich langweilen, wo er doch nichts von der Welt sehen kann und überhaupt nicht herumkommt. Da beginnt, Steinalt zu erzählen. Vom Anfang der Zeit, als es noch stockdunkel war, bis er von einem Vulkan ausgespien wurde. Von den Zeiten, als Dinosaurier die Erde bevölkerten, von der Eiszeit und seiner Reise in einem Gletscher. Bis er schließlich am schönsten Fleck der Welt landete, nämlich dort, wo er sich am wohlsten fühlt.

Mit einer ordentlichen Portion Humor können in diesem Bilderbuch schon die Kleinsten einen Überblick über die Erdgeschichte gewinnen. Zeit ist für Kinder immer schwer zu begreifen, aber Steinalt unterstützt die Entwicklung des Verständnisses anhand einer amüsanten Geschichte und witzigen Illustrationen. Die Zeittafel am Ende des Buches veranschaulicht den Verlauf zusätzlich und gibt einen für die Altersgruppe ausreichenden Überblick. Wir haben beim Lesen viel gelacht und waren sehr erstaunt, was so ein Stein alles erlebt hat. Seither betrachten wir die Steine im Garten mit ehrfurchtsvollem Blick.

Abgesehen vom erdgeschichtlichen Hintergrundwissen liegt in der Geschichte selbst noch eine schöne Moral zugrunde. Um die zu erfahren, müsst ihr das Buch allerdings selbst lesen. Ich will hier ja niemanden zu sehr spoilern.

Auf jeden Fall wieder einmal ein hervorragendes Buch aus dem cbj Verlag.

Vielen lieben Dank für das Rezensionsexemplar!

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“Kuschelflosse – Der verhexte Blubberblitz-Besuch” gelesen von Ralf Schmitz

Nina Müller
cbj audio
Gesamtspielzeit: 1 Std. 39 Min.
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre

Blitzibus und Gurkenrülps, Blu-Blu-Blubberblitz!

Es ist ein herrlicher Tag in Fischhausen. Gerade als Fellfisch Kuschelflosse gemeinsam mit seinen Freunden dem Seebrillchen Sebi, Herrn Kofferfisch und der Schwimmerdbeere Emmi eine köstliche Mango-Limo genießt, plumpst ihnen ein seltsames gelbes Etwas vor die Füße. Es hat Ähnlichkeit mit einem Seestern und kann sogar zaubern! Den Freunden ist schnell klar, dass sie eine waschechte Wasserhexe vor sich haben. Pupsigunde Gänseblümia Blubberblitz, die nicht unbedingt glücklich darüber ist, in Fischhausen gelandet zu sein. Sie und ihr Zauberkugelfisch wurden von dem fiesen Waldmeister verhext. Kuschelflosse und seine Freunde beschließen, Pupsigunde zu helfen. Doch nicht einmal Findefisch Krawallo kann den geheimen Wasserhexenwald finden, denn dieser verbirgt sich hinter einer dicken Schicht Tarnglibber. Ein neuer Plan muss her. Sie beschließen, aus dem Krimskrams aus Herrn Kofferfischs  Bauch eine Rakete zu bauen, mit der sie sich durch das Tarnglibber schießen können. Doch damit fängt das Abenteuer gerade erst an…

Das neueste Abenteuer von Kuschelflosse und seinen Freunden strotzt vor Ideenreichtum, kuriosen Meeresbewohnern und kreativen Wortschöpfungen. Was uns Eltern beim Vorlesen einen Knoten in der Zunge beschert, gelingt Ralf Schmitz mit bewundernswerter Selbstverständlichkeit. Spielend leicht wechselt er zwischen den lispelnden, gluckernden und blubbernden Charakteren hin und her und lässt  dadurch eine blubberfischtastische Geschichte in den Köpfen entstehen.

Nicht selten haben wir uns vor Lachen gekringelt und die Kapitel immer wieder von vorn gehört. Kuschelflosses Abenteuer sind allesamt einzigartig und unvorhersehbar, aber dieses hier toppt seine Vorgänger um einiges. Eine der besten Kinderbuchreihen wie ich finde, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert. Und das Hörbuch, inszeniert von Ralf Schmitz, ist ein Unterhaltungsprogramm ohnegleichen.

Vielen lieben Dank an cbj audio für das Rezensionsexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen

Sophie Schoenwald: “Post für dich”

Sophie Schoenwald (Autorin)
Anita Schmidt (Illustratorin)
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

Schreib mal wieder!

Bär schreibt seinem besten Freund Hase einen Brief. Es ist längst mal wieder Zeit dafür! In Ruhe und mit Sorgfalt überlegt er, was er sagen möchte, und ist mit dem Ergebnis höchst zufrieden. Dabei ahnt er noch gar nicht, was für eine schöne Reaktion sein Brief auslöst. Denn Hase freut sich so sehr über den Brief, in dem kein Wort zu viel und keines zu wenig ist, dass er ihn sofort weiterschickt …

Eine bezaubernde Geschichte über die Freude, einen Brief zu bekommen. Und einen zu schreiben! (Klappentext)

Früher … als es noch keine Handys gab

Ist Briefeschreiben eigentlich altmodisch? Ja, fast schon mittelalterliche Dichtkunst?

Ich für meinen Teil schreibe und versende immer noch sehr gerne auf herkömmliche Weise Briefe. Noch lieber bekomme ich natürlich welche, handgeschrieben und vielleicht sogar liebevoll verziert.

Im Wald überlegt auch Bär lange und gründlich, ehe er seinen Brief an Hase abschickt. Und am Ende ist sein Brief so treffend formuliert, dass der hektisch umher hoppelnde Hase inne hält. Vor lauter Rührung entschließt er sich, den Brief an seinen guten Freund Dachs weiterzuschicken. So geht es denn einmal rund herum durch den Wald. Die Botschaft des Briefes ist so perfekt, dass er von Tier zu Tier weiterversendet wird. Schlussendlich landet er wieder bei Bär, der sich über eine Nachricht, auf der alle seine Freunde unterschrieben haben, sehr freut.

Die Wirkung des Buches kommt nicht überraschend: Man hat tierisch Lust, selbst einen Brief zu schreiben. Passend dafür enthält das Buch eine Bastelvorlage mit Faltanleitung für einen kleinen Briefumschlag.

Für uns kam das Buch gerade zur richtigen Zeit. Durch die fortdauernden Kita-Schließungen hat mein Großer seine Freunde seit sieben Wochen nicht gesehen. Die Sehnsucht schlägt allmählich in Trauer um und nun haben wir dieses Buch zum Anlass genommen und Briefe geschrieben, gemalt, mit Fotos und Stickern beklebt. Das hat viel Spaß gemacht und allen, die unsere Post erhalten haben, viel Freude bereitet.

Ich hoffe, dass Briefeschreiben nie aus der Mode kommt. Es bleibt einfach eine schöne und persönliche Art, um in Kontakt zu bleiben. Deshalb finde ich es hervorragend, dass es ein Kinderbuch gibt, das mit einer niedlichen Geschichte dazu animiert, selbst den Stift in die Hand zu nehmen.

Die Illustrationen der Tiere sind unglaublich süß. Neben der zauberhaften und kurzweiligen Handlung und der Bastelanleitung, versteckt sich aber auch noch ein Rätsel zwischen den Seiten. Wer hat genau aufgepasst und kann die Pfotenabdrücke den Tieren zuordnen?

Insgesamt ein volldurchdachtes Kinderbuch mit einer tollen Geschichte eingebettet in farbenfrohen Bildern, einer Bastelanregung und mit einem Rätsel. Mehr geht ja bald gar nicht!

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Baumhaus Verlag und der Bloggerjury für das Rezensionsexemplar, das uns viele Stunden Freude geschenkt hat!

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Erstleser Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen

Ute Krause: “Die Muskeltiere und die rattenscharfe Party” (Die Muskeltiere-Reihe zum Selberlesen, Band 4)

Ute Krause
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
11,00 €

Leinen los!

Picandou ist alles andere als begeistert: Die Muskeltiere haben mit der Rattenbande eine Geburtstagsüberraschungsparty auf dem Kreuzfahrtschiff Traviata organisiert! Hoch her geht es besonders bei der „Reise nach Jerusalem“, mit Live-Musik von Vitelo Tonnato, einem begnadeten Ukulele-Spieler. Der Siebenschläfer ist vor Zeiten im Gepäck des Matrosen Alfonso als blinder Passagier aufs Schiff gekommen, hat schreckliches Heimweh nach Italien und außerdem ein Geheimnis. Als der Matrose ihn und die Muskeltiere entdeckt, wird es richtig brenzlig. Denn nichts hasst Alfonso mehr als gefräßige Nagetiere! Hamster Bertram setzt alles daran, seine Freunde zu retten. Doch dazu muss er einen heiligen Schwur brechen… (Klappentext)

Einer für alle!

Für alle Fans der Muskeltiere gibt es ein neues Abenteuer der vier Nagetiere. Dieses Mal ist Picandou krank, er liegt den lieben langen Tag in seiner Sardinendose, hustet und stöhnt. Allerdings übertreibt er ein kleines bisschen, um möglichst lange die Vorzüge auskosten zu können, wenn er von seinen Freunden umsorgt und gepflegt wird. Um ihn auf andere Gedanken zu bringen, planen seine Freunde eine rattenscharfe Party. Kurzerhand wird Picandou mitsamt seiner Sardinendose auf ein Schiff verfrachtet. Leider ist der Mäuserich ein arger Partypuper und grummelt die meiste Zeit nur rum. Erst recht, als das Schiff ablegt. Auf dem Schiff müssen die Mäuse besonders stark aufpassen, damit sie nicht von den Menschen an Bord entdeckt werden. Am Ende rettet Bertram mit einer mutigen Tat seinen Freunden das Leben!

Für uns sind „Die Muskeltiere“ ein fester Bestandteil im Bücherregal. Wir haben schon viele Bände gelesen und sind auch bei diesem neuen Abenteuer voll auf unsere Kosten gekommen. Empfehlenswert sind die Geschichten eigentlich schon ab 4 Jahre, sie eignen sich super gut zum Vorlesen oder auch für die ersten Leseversuche. Den Spaß, die verschiedenen Dialekte nachzumachen, gönnen sich aber vermutlich eher die Eltern. Das ist ein herausforderndes – aber extrem witziges! – Unterfangen 😉

Wie alle Muskeltier-Bände ist auch dieser mit farbigen Illustrationen von Ute Krause ausgeschmückt. Bei etwa 120 Seiten handelt es sich auch nicht um ein zu kurzes Lesevergnügen. Wir lieben die Wortspiele, Bertrams Lispeln und Pomme de Terres Norddeutsch.

Für alle, die „Die Muskeltiere“ jetzt erst entdeckt haben, wäre es vermutlich besser, mit dem ersten Band zu beginnen: „Einer für alle, alle für einen“. Die Charaktere werden zwar am Anfang eines jeden Bandes vorgestellt, doch für das Gesamtverständnis ist es besser, die Hintergrundgeschichte der Nagetiere und ihr Kennenlernen zu kennen.

Ein herzliches Dankeschön geht an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Marie Voigt: “Mein größter Schatz bist du”

Marie Voigt
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahre
14,00 €

Max will etwas ganz Besonderes mit in den Kindergarten nehmen

Am besten die schimmernde Schatzkiste hoch oben auf dem unerreichbaren Regal! Aber wie soll er dorthin gelangen? So beginnt ein magisches Abenteuer für Max und seinen Kuschelhund Toffie. Zusammen machen sich die beiden auf die Suche nach dem Goldenen Schatz. Doch als sie ihn finden, erlebt Max eine große Überraschung… (Klappentext)

Ein magisches Bilderbuch für die Kleinsten

Die Geschichte ist recht simpel: Im Kindergarten ist Spielzeugtag und Max kann sich nicht entscheiden, welches seiner Spielzeuge er auswählen soll. Natürlich ist Toffie sein liebstes Kuscheltier. Aber der ist schon ziemlich abgeknuddelt und dadurch vielleicht auch nicht interessant genug. Womöglich eignen sich der tapferste Ritter oder das schnellste Rennauto und das glitzerbunteste Einhorn besser? Da entdeckt Max hoch oben im Regal eine golden schimmernde Schatztruhe. Die wäre perfekt für den Kindergarten. Mit Toffie als seinen Begleiter begibt  sich Max auf eine Fantasiereise. Gemeinsam bestehen die beiden jedes Abenteuer, sie halten zusammen und geben nicht auf, bis sie ihren Schatz erreichen und erkennen, dass ihre gemeinsamen Momente der wahre Schatz sind.

Das Buch ist einfach bezaubernd! Mit einer leicht verständlichen Sprache und einer aus dem Alltag gegriffenen Situation ist ein für die Altersgruppe passendes Bilderbuch entstanden. Die Illustrationen leuchten und funkeln von innen heraus und verleihen der Geschichte eine magische Atmosphäre. Die Autorin nimmt sowohl kleine als auch große Leser mit auf eine Reise durch die kindliche Fantasie. Die Kernthemen sind Freundschaft,  Zusammenhalt und Vertrauen und durch die Einfachheit der Worte können schon ganz kleine Lesemäuse der Handlung folgen. Eine ganz große Empfehlung!

Vielen Dank an cbj für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Rachel Williams: “Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen”

Rachel Williams (Autorin)
Freya Hartas (Illustratorin)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
20,00€

Überall um uns herum vollbringt die Natur wahre Wunder. Jeden Tag geschehen magische Verwandlungen, entsteht neues Leben, passiert scheinbar Unmögliches – direkt vor unseren Augen.

Die Natur selbst schreibt kleine Geschichten: Ein Schmetterling schlüpft vorsichtig aus seinem Kokon und eine Kaulquappe verwandelt sich in einen Frosch. Ein Regenbogen erscheint am Himmel und ein Gewitter entsteht. Entenküken lernen das Schwimmen, Spatzen baden in Wasser und Sand, Lachse schwimmen flussaufwärts, ein Wolf ruft sein Rudel, eine Schneeflocke fällt zur Erde und Pilze wachsen im Wald.

Unsere Welt ist voller faszinierender Wunder. Wir müssen uns nur manchmal Zeit nehmen, innehalten und achtsam beobachten, was um uns herum geschieht. (Klappentext)

Geh raus, schau hin und entdecke die Wunder um dich herum

Im Prestel Verlag ist wieder einmal ein Buch erschienen, das nicht nur optisch sondern auch inhaltlich Wow ist. „Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen“ hält 50 größere und kleinere Wunder parat, die alltäglich in unserer heimischen Flora und Fauna so geschehen. In unserer schnelllebigen Zeit laufen wir häufig an diesen Wundern vorbei oder nehmen sie als selbstverständlich hin, ohne genau zu wissen, was da geschieht. Dabei sind diese Wunder für uns alle sichtbar, man muss sich nur die Zeit nehmen und hinsehen.

Jede der 50 Geschichten erzählt eine kleine Episode aus der Natur, wie etwa eine Schneeflocke, die zur Erde fällt, wie Pilze im Wald wachsen oder Seerosen sich in einem Teich öffnen. Es gibt auch Szenen aus der Tierwelt, beispielsweise das Jagdmanöver der Fledermaus, den Specht bei der Arbeit oder den Flug eines Gänseschwarms. Illustrationen und Text stehen dabei in einem angenehmen Verhältnis zueinander. Die Illustrationen sind realistisch und detailverliebt. Sie erinnern mich an Lehrbücher, und ich könnte mir dieses Buch auch hervorragend als Anschauungsmaterial für die Schule vorstellen. Die Texte sind prägnant auf den Punkt gebracht, ohne mit zu viel wissenschaftlichem Jargon vollgeladen zu sein. Die vorgestellte Episode beschränkt sich auf das Wesentliche und ist für Kinder dadurch leicht nachvollziehbar erklärt.

Ein Schlagwort in diesem Buch ist immer wieder die „Achtsamkeit“, aktuell ein regelrechtes Trendwort. Als Erwachsener muss man sich tatsächlich selbst zur Achtsamkeit ermahnen. Bei meinem 5jährigen beobachte ich dagegen, dass er von allein auf die kleinen Dinge um ihn herum aufmerksam wird. Ständig heißt es: „Mama, warum ist das so? Mama, erklär doch mal!“ An dieser Stelle bin ich froh, zu diesem Buch greifen und mir selbst die Wunder um uns herum in Erinnerung rufen zu können. Und im Anschluss können wir uns draußen selbst auf die Suche nach Wundern begeben.

Vielen lieben Dank an den Prestel Verlag für dieses grandiose Rezensionsexemplar!

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Andrea Harmonika: “Meine ersten Flachwitze: Ein Bilderbuch zur Förderung der Feinhumorik”

Andrea Harmonika
Veryfatbooks
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

Doch wer ist dran? Drei Meter lang, mit glühend heißer Wange? Spricht in rasantem Plauderton? Ich hab’s: die Plapperschlange!

Egal ob schüchtern oder gerissen, vergnügt oder nachdenklich, wenn Schlaumeise, Faulwurf oder Wehpferdchen auftauchen, dann heißt es:

Komm mit, wir geh’n mal näher ran. Das schau’n wir uns genauer an.

Gereimter Vorlesespaß, der die Lachmuskeln stimuliert

„Mama, weißt du, was lustig ist? – Ein Pferd mit einer Sonnenbrille!“

So lautet der erste bewusste Witz meines Kindes. Während er sich darüber lachend auf dem Boden kringelt und mir allmählich das höfliche Schmunzeln aus dem Gesicht kippt, wird mir eines klar: Mein Kind ist ein Grobhumoriker. Es gibt vermutlich mehr Elternratgeber als Sterne am Himmel, aber die Entwicklung des Humors unserer Kinder wird dabei auffällig ausgespart. Das ist bedenklich und auf lange Sicht bestimmt nicht gut für die Menschheit. Zum Glück hat Andrea Harmonika zusammen mit der Illustratorin Katharina Madesta ein Bilderbuch herausgegeben, das sich diesem Entwicklungsfeld widmet. Ein wunderbar wortakrobatisches Vorlesevergnügen, aus dem der herrlich schräge Humor der Autorin hervorblitzt.

Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang begleiten wir zehn wortschöpferische Tiere, die mich vom Stil her an „Das Neinhorn“ erinnern: Brühwürmchen, Nöwe, Faulwurf und viele mehr. Im Hintergrund jeder Doppelseite versteckt sich ein Hinweis, wohin die Geschichte weitergeht. Der Satz: „Komm mit, wir geh’n mal näher ran! Das schau’n wir uns genauer an!“, leitet geschickt zur nächsten Seite über. Auf diese Weise sind sämtliche Tiere und Schauplätze miteinander verbunden und runden das Buch zu einem harmonischen Ganzen.

Das Buch wird ab 4 Jahre empfohlen. Mein Großer ist  5 und kann die Wortspiele in Ansätzen verstehen, findet sie aber noch lange nicht so witzig wie ich. Dabei ist er das absolute Wehpferdchen, das über jeden noch so winzigen Kratzer jammert, und nicht selten eine Nöwe. Für mich als Erwachsene sind die Reime echt gelungen, etwas verschachtelt, aber mit einem angenehmen Versmaß und viel feinsinnigem Humor gespickt. Fürs Kind könnte es etwas knackiger sein. Wenn ich langsam und betont vorlese, damit er den Reim versteht, ist seine Aufmerksamkeit meist verflogen. Trotzdem zieht er sich das Buch gerne aus dem Regal – so ein Pappbilderbuch ist schön griffig! – und vertieft sich in die Bilder. Die Illustrationen von Katharina Madesta sind aber auch herrlich farbenfroh und wunderschön anzusehen für Groß und Klein.

Das Buch ist noch so neu, dass es noch nicht bei den Händlern angekommen ist. Aber ihr könnt auch den neu gegründeten Kinderbuchverlag VERYFATBOOKS unterstützen und direkt in deren Webshop bestellen. (Werbung wegen Verlinkung)

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Britta Teckentrup: “Der kleine Spross”

Britta Teckentrup
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
18,00€

Es ist Frühling und alle Samen in der Erde machen sich bereit zu wachsen. Einer nach dem anderen streckt sich zielstrebig der Sonne entgegen. Nur ein kleiner Spross braucht noch etwas Zeit. Als er so weit ist, muss er sich erst mühevoll seinen eigenen Weg zwischen all den großen Pflanzen suchen…

Eine Geschichte vom Großwerden und über den Mut, seinen eigenen Weg im Leben zu finden. (Klappentext)

Werden und Vergehen

“Der kleine Spross” erzählt die Geschichte eines Samenkorns im Verlauf der Jahreszeiten. Im Frühling, sobald die ersten Sonnenstrahlen die Erde wärmen, erwacht die Natur aus dem Winterschlaf. Die ersten Samen beginnen zu keimen. Nur ein Samenkorn ist noch nicht bereit. Die Ameise und der Marienkäfer sorgen für ihn, bis aus dem Korn schließlich doch ein junger Spross wird. Allerdings sind die anderen Pflanzen schon viel größer, sodass der kleine Spross seinen eigenen Weg in Richtung Sonne finden muss. Eine wunderbare Moral, die sich dahinter verbirgt.

Im Sommer ist der Spross zu einer einzigartigen Pflanze herangewachsen, die vielen Insekten Lebensraum bietet. Als der Herbst Einzug hält und sich das Laub verfärbt, bilden sich neue Samen aus, die von den Herbststürmen verteilt werden. Danach ziehen Frost und Schnee über das Land. Vom einstigen kleinen Spross ist nichts mehr zu erkennen. Nachdem die Pflanze den Winter nicht überstanden hat, wachsen im nächsten Frühling unzählige neue Sprösslinge aus den Samen und der Kreislauf beginnt von vorn.

Wie ihr seht, wird in “Der kleine Spross” der Zyklus des Lebens am Beispiel einer Pflanze erzählt, wobei die Jahreszeiten die verschiedenen Phasen des Lebens versinnbildlichen. Vom Heranwachsen und den Herausforderungen in der Jugend, bis man seinen Platz im Leben gefunden hat. Ein universell gültiges Prinzip, bei dem man gar nicht anders kann als es auf sich selbst zu beziehen.

Britta Teckentrup hat einmal mehr ein wundervolles Kinderbuch geschaffen. Eines von der Sorte, das generationsübergreifend weitergegeben werden kann, da das Thema vom Werden und Vergehen niemals an Bedeutung verlieren wird.

Die Geschichte wird in naturnahen Farben mit kurzen atmosphärischen Texten erzählt. Die großformatigen Collagen aus verschiedenen Farben und Formen entfalten ihre Wirkung bei längerer Betrachtung. Sie sind in sich komplex und entfalten eine facettenreiche Szenerie.

Ein sehr lehrreiches und rührendes Bilderbuch, das ich zu hundert Prozent empfehlen kann!

Vielen lieben Dank an Prestel junior für dieses Rezensionsexemplar!