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Erstleser Fantasy Kinderbücher Kinderbücher ab 10 Jahre Rezensionen

Audrey Night: “Till und das Geheimnis des Schlüsselwächters”

Audrey Night
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
9,99€

Ein Duft, der ihn träumen lässt nur für kurze Zeit, euch die Magie erlässt, macht sich nun bereit, um euch zu geben, was lindern wird euer Leid.

Magische Wesen zaubern Till in die unbekannte Welt von Galumas. Er soll seinen totgeglaubten Vater von einem Giftfluch und dessen Königreich von einem Verräter erlösen. Keine einfache Aufgabe, denn Sirenen, Drachen und andere magische Wesen wollen ihn aufhalten. Sein Weg wird mystisch. Die junge Elfenkriegerin Aurelia wird ihn begleiten, doch werden sie die Abenteuer überleben und Galumas retten? (Klappentext)

Reise ins Reich der Fantasie

„Till und das Geheimnis des Schlüsselwächters“ ist das Debüt von Autorin Audrey Night und gleichzeitig der Beginn einer mehrteiligen Reihe. Till ist gerade einmal 12 Jahre jung, als es ihn in die magische Welt von Galumas verschlägt. Ihm zur Seite steht die mutige Elfenkriegerin Aurelia, deren Unterstützung Till auch bitter nötig hat. Denn Till ist kein gewöhnlicher kleiner Junge, wie er immer glaubte, sondern der Sohn des Königs und ein Halbelf. Um seinen Vater von einem Fluch zu erlösen, muss Till sich seinen Ängsten stellen und über sich hinauswachsen.

Audrey Nights Schreibstil ist einfach und, gemessen an der Altersfreigabe des Romans, leicht verständlich. Scheinbar mühelos lässt sie ihre ganz eigene Fantasiewelt auferstehen und verwebt feine Handlungsstränge zu einer kindgerechten, aber spannenden Geschichte. Die Handlung schreitet zielstrebig voran. Schon die erste Seite saugt den Leser förmlich nach Galumas und an der Seite von Till geht es Hals über Kopf von einem Abenteuer ins nächste. Langeweile kommt dabei niemals auf. Auf seiner Reise begegnen Till jede Menge mystische Wesen wie Elfen, Magier und Drachen!

Mein einziger Wunsch für den zweiten Teil, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt, ist, dass dann mehr Sorgfalt beim Schriftbild, Absätze, Seitenumbrüche etc. aufgewendet wird. Für mein persönliches Lesevergnügen spielen diese formellen Grundlagen halt eine wichtige Rolle. Auch hätte die Geschichte für meinen Geschmack ruhiger und ausführlicher erzählt werden können, um die Spannung mehr auszukosten und einfach besser in dieser  wirklich herrlich magischen Welt anzukommen.

Ansonsten ist dieses Debüt ein gelungener Auftakt und ideal für junge Fantasyleseratten, Erstleser und junggebliebene Erwachsene.

Vielen Dank, liebe Audrey, dass ich Teil deines Bloggerteams sein darf!

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ab 16 Jahre Historische Romane Rezensionen Romane

Sophie Oliver: “Grandhotel Schwarzenberg – Der Weg des Schicksals” (Die Geschichte einer Familiendynastie 1)

Sophie Oliver
beHEARTBEAT
Kindle: 6,99€

Bad Reichenhall, 1905. In dem exklusiven Kurort in den bayerischen Alpen verliebt sich die junge Anna Gmeiner in den Salzsieder Michael. Beide wünschen sich ein besseres Leben. Michael beschließt, sein Glück in der Ferne zu suchen und Anna nachzuholen. Doch dann geschieht ein schreckliches Verbrechen und Anna ist gezwungen, einen anderen Mann zu heiraten. Zwischen Salzbaronen, Hoteliers und reichen Kurgästen aus aller Welt muss sie sich ihren Platz im mondänen Bad Reichenhall erkämpfen.

Wie ein Heimatfilm

Die Familiensaga beginnt mit der Geschichte zweier Frauen aus grundverschiedenen Verhältnissen. Auf der einen Seite gibt es Anna Gmeiner, die ein entbehrungsreiches, hartes Leben lebt und nach dem Tod von Bruder und Vater für sich selbst kämpfen muss. Ihr Verlobter ist auf nach Übersee, um das große Geld zu machen und lässt nichts mehr von sich hören. So steht Anna allein im Leben und versucht über die Runden zu kommen. Sie erhält eine Stelle als Küchenhilfe im vornehmen Haus der Familie von Feil.

Katharina von Feil ist eine wohlerzogene, junge Dame, für die es längst Zeit ist, sich zu vermählen. Ihre Mutter ist eine herrische Frau, die über Katharinas Leben bestimmt und die Geschicke der gesamten Familie lenkt. Katharina fügt sich wie immer dem Willen ihrer Mutter und heiratet Friedrich Bahlow. Der ist einfach nur widerlich und vergreift sich an Anna. Die von Feils bieten Anna einen Ausweg aus ihrer fürchterlichen Situation und Katharina zieht die Konsequenz, nicht länger mit ihrem Ehemann unter einem Dach zu leben. Obwohl Anna und Katharina gegensätzliche Charaktere sind, sind beide auf ihre Art starke Frauen, die für sich, für ihr Schicksal und ihre Liebe kämpfen.

Das ist das Grundgerüst der Handlung. Sophie Oliver webt immer mehr Handlungsstränge und Figuren in die Geschichte, bis sie ein feines, aber komplexes Muster ergeben. Wie selbstverständlich fügt sich ein Teil in das andere, kommen neue Verstrickungen hinzu. Dabei bleibt die Handlung jedoch so klar, dass man nie den roten Faden oder die Übersicht verliert. Ihr Erzählstil ist feinsinnig, geschmeidig und sehr fesselnd. Ich hatte den Auftakt dieser Trilogie an zwei Tagen durchgeschmökert und kann kaum die Fortsetzung erwarten.

Stellenweise erinnert der Roman an einen Heimatfilm und ist noch nicht so ganz die große Familiensaga. Ich erwarte bei dem Wort Familiensaga etwas in der Größenordnung von Thomas Manns „Die Buddenbrooks“.  Es kommen ja auch noch zwei weitere Teile. Wenn die genauso gut werden, wie der erste Teil, dann Jippie!

Denn das „Grandhotel Schwarzenberg“ bietet ein großartiges Lesevergnügen. Es ist kurzweilig, aber nicht trivial. Die Autorin schildert die Bad Reichenhaller Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als wäre sie selbst dabei gewesen. Man kann sich wunderbar in die Geschichte hineinversetzen. Gefühlsmäßig wird sehr viel geboten. Es gibt die große Liebe, große Verluste, große Schicksalsschläge. Genau so muss mich ein Heimatroman unterhalten! Wunderbar!

Vielen lieben Dank an die Bloggerjury für das zur Verfügung gestellte E-Book!

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Rezensionen Sachbücher

Ian Wright: “Der Atlas für Neugierige: Kuriose Karten, die Ihre Sicht auf die Welt verändern”

Ian Wright
Blanvalet Verlag
24,00 €

Bringt Ordnung in das Chaos um uns herum: Verstehen Sie die Welt – Karte um Karte!

Welche unsichtbare Linie trennt Deutschland? Wer bringt in Europa Weihnachtsgeschenke? In welchen Ländern gibt es keinen einzigen Fluss? Und führen wirklich alle Wege – und Straßen – nach Rom? Dieser besondere Atlas, zusammengestellt vom Betreiber von brilliantmaps.com, eine der meistgeklickten Kartografieseiten im Internet, bietet eine einzigartige Übersicht zu Kultur, Geschichte, Politik, Traditionen, Geografie und vielen anderen Themen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Über 100 interessante, einzigartige und kuriose Karten eröffnen neue und überraschende Perspektiven auf die Welt, in der wir leben. (Klappentext)

Neugier ist etwas, das uns alle verbindet

In diesem Atlas hat der Gründer der Webseite Brilliant Maps seine Lieblingskarten zusammengetragen. Seit 2014 veröffentlicht Ian Wright auf seinem Blog Karten unter politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten. „Der Atlas für Neugierige“ beherbergt mehr als 100 Landkarten zu den Themengebieten: „Menschen und Bevölkerung“, „Religion und Politik“, „Macht“, „Kultur“, „Sitten und Bräuche“, „Freunde und Feinde“, „Geografie“, „Geschichte“, „Nationale Identität“, „Verbrechen und Strafen“ und „Natur“, die allesamt in ein optisch einheitliches Format gebracht worden sind.

 Wer eine Vorliebe für Karten hat und dazu auch noch neugierig ist, wird von diesem Buch begeistert sein. Die Karten vergleichen Länder unter einem bestimmten Aspekt und helfen mehr über uns selbst und die Welt um uns herum zu erfahren. Viele Karten verändern tatsächlich unsere Wahrnehmung, ganz besonders wenn es um den direkten Vergleich der Größenverhältnisse oder die Bevölkerungsdichte mancher Gebiete geht. Erst die bildhafte Veranschaulichung dieser macht einem die wahren Ausmaße unserer Welt begreifbar.

Viele Karten erzählen eine Geschichte oder sind Teil der Geschichte und fesseln genau aus diesem Grund. Andere sind einfach absurd, witzig oder völlig kurios.

„Der Atlas für Neugierige“ ist eines dieser Bücher, das im Bücherregal ins Auge sticht, immer wieder herausgezogen und durchgeblättert werden kann, ohne jemals langweilig zu werden. Bei über 100 Karten ist für jeden ein interessanter Leckerbissen dabei.

Einziger Kritikpunkt ist das Problem bei doppelseitigen Landkarten, das ein guter Teil in der Falz verschwindet. Bei manchen Karten wäre eine kurze Erläuterung auch praktisch gewesen oder eine übersichtlichere Legende. Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Die Zusammenstellung erfasst ein weites Spektrum von politisch über historisch bis einfach nur amüsant informativ. Definitiv zu empfehlen.

Vielen lieben Dank an Blanvalet und das Bloggerportal für das zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Ratgeber Rezensionen Sachbücher

Giulia Fontana, Lorenz Keyßer: “Ohne Flugzeug um die Welt: Klimabewusst unterwegs und glücklich”

Giulia Fontana, Lorenz Keyßer
Lübbe Life
16,90€

Klimafreundliche Weltreise – geht das?

“Giulia, ich heirate! Willst du meine Trauzeugin sein?” Natürlich will sie – doch wie soll sie zur Hochzeit ihrer besten Freundin nach Sydney kommen, wo sie sich doch entschieden hat, nie mehr zu fliegen? Anstatt Umweltideale und Freundschaft gegeneinander auszuspielen, machen Giulia und ihr Freund Lorenz aus dem Weg einen Versuch in klimafreundlichem Reisen: Per Bus, Bahn, zu Fuß und mit dem Schiff überwinden sie nicht nur riesige Strecken, sondern auch so manches Vorurteil. (Klappentext)

Mit erhobenem moralischem Zeigefinger

Klimawandel, Umweltschutz, Fridays for Future – das sind alles Schlagworte, die uns beschäftigen. Aber nur, weil im Titel dieses Buches das Wörtchen ‘klimabewusst’ vorkommt, bedeutet das nicht automatisch, dass es sich um einen ultimativen Ratgeber zum Thema Reisen ohne Flugzeug handelt.

Alles beginnt sehr vielversprechend mit der Ankündigung einer Hochzeit. Einer der schönsten Gründe für eine Reise. Allerdings gerät er alsbald in den Hintergrund und es folgt eine umfangreiche Einführung ins Thema Klimakrise. Das Buch versucht eine Mischung aus Sachbuch und Reisebericht zu sein. Doch das qualitative Gefälle zwischen beiden Gebieten ist zu enorm, um ein homogenes Bild zu ergeben.

In allem, was mit der Klimakrise in Zusammenhang steht, sind die beiden Autoren voll in ihrem Element. Sie profitieren von ihren Erfahrungen im Verfassen von Seminararbeiten. Zwischen stilistischen Richtlinien, Fachwissen und einer umfangreichen Bibliografie befinden sie sich in vertrauten Gewässern. Zumal in diesen Teilen keine eigenen Forschungsergebnisse präsentiert, sondern Fakten aus existierenden Studien wiedergegeben werden.

Der Reisebericht nimmt sich dagegen sehr einfach aus. Simple Sätze, häufig mit identischem Wortlaut, wechselnde Erzählperspektiven. Die Schilderungen der Vorbereitungen, Reise und der Hochzeit sind kurz und emotionslos. Allzu schnell fällt man ins Thema CO2-Ausstoß zurück und verliert sich darin. Ich lese sehr gerne Reiseberichte und Reiseblogs, man muss kein erfahrener Schriftsteller sein, um einen halbwegs interessanten Reisebericht zu verfassen. Schon eine Reise allein bietet doch eigentlich genug Erzählstoff. Alles, was von der Reise um die Welt hängengeblieben ist, sind stundenlange Zugfahrten und gewichtige Diskussionen, dann und wann mit Mitreisenden. Dabei wird auch unermüdlich auf jedes länderspezifische Konfliktthema hingewiesen. Man fühlt sich beim Lesen häufig moralisch zurechtgewiesen.

„Ohne Flugzeug um die Welt“ bietet auch nicht den irgendwie erhofften Wow-Effekt. Ich weiß selbst nicht, was ich erwartet habe, aber statt des Flugzeuges nehmen die beiden eben ein Frachtschiff. Kurz und gut. Vielleicht habe ich zu stark an Jules Verne gedacht und finde den Reisebericht deshalb zu banal.

Alles in Allem informiert das Buch intensiv zur Klimakrise und regt zum Umdenken und Mitdenken an, wie wir alle zum Umweltschutz beitragen können. Die fachliche Seite ist gut recherchiert und wird wissenschaftlich vorgetragen. Wenn der Reisebericht schwungvoller, aufgeweckter, emotionaler aufbereitet worden wäre, läse er sich bestimmt besser. Im Endeffekt habe ich mich nicht auf diese Reise mitgenommen gefühlt, sondern hatte nur den moralischen Zeigefinger unter der Nase.

Vielen lieben Dank an die Bloggerjury und LYX für das Rezensionsexemplar!

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ab 16 Jahre Frauenromane Rezensionen Romane Uncategorized

Nalini Singh: “Cherish Hope” (Hard Play, Band 2)

Nalini Singh
LYX Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
12,90€

Er steht für alles, was sie nicht will und doch verfällt sie ihm hoffnungslos

Nayna Sharma liebt ihre Familie über alles. Daher hat sie deren Drängen nachgegeben und zugestimmt zu heiraten – einen Mann, den ihre Eltern für sie auswählen. Doch schnell bereut sie ihre Entscheidung, denn jeder Kandidat ist schrecklicher als der zuvor. Und so beschließt sie, ein letztes Mal auszubrechen – und findet sich in den Armen eines Fremden wieder, der mit seinen Küssen und Berührungen Gefühle in ihr auslöst, die sie nie zuvor gespürt hat. Doch als sie ihm gesteht, dass sie nur eine Nacht will, beendet der geheimnisvolle Unbekannte ihr Abenteuer abrupt. Nayna ist verwirrt – und staunt nicht schlecht, als ihr ihre Eltern den nächsten Heiratskandidaten präsentieren. Es ist ausgerechnet der begnadete Küsser, der sie eiskalt abserviert hat… (Klappentext)

Bollywood mit pikanten Szenen

Wer von euch mag Bollywood genauso gerne wie ich? Ich besitze jede Menge Filme, sogar die Soundtracks dazu, und ich habe mich durch die gefühlt 6 Millionen Folgen von Jodha Akbar geguckt. Auf den ersten Seiten von “Cherish Hope” dachte ich: Ja! Das ist genau meins. Endlich Bollywood in Buchform.

Nayna entstammt einer traditionellen Familie, sie selbst achtet und schätzt Familie und Traditionen sehr hoch. Nachdem ihre ältere Schwester Schande über die Familie brachte, als sie vor Jahren mit einem Mann durchbrannte, ordnet Nayna sich den Grundsätzen ihrer Familie unter und versucht, es allen immer recht zu machen. Also stimmt sie zu, dass ihre Eltern einen geeigneten Ehemann für sie finden. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn die meisten Kandidaten entpuppen sich als Schwachköpfe. Die ganze Prozedur der arrangierten Ehe ist für uns natürlich mit Vorurteilen belastet. Aber Nalini Singh schildert die Szenen unglaublich amüsant und es ist ja auch nicht so, dass Nayna gezwungen wird oder ihre Eltern sie mit irgendwem auf Teufel komm raus verheiraten wollen. Insgesamt ist Nayna eine moderne Frau. Sie hat studiert, arbeitet als Finanzexpertin und möchte ein selbstbestimmtes Leben führen, wofür sie dann auch kämpft.

Als männlichen Gegenpart gibt es Raj. Hm. Also abgesehen von seinem gottgleichen Aussehen gibt es nichts, was an ihm interessant gewesen wäre. Er bedient das Klischee des sexy Bauarbeiters. Eigentlich sollte er die starren Traditionen verkörpern, indem er sich eine Frau wünscht, die für ihn kocht und Kinder kriegt. Ich konnte nicht wirklich nachvollziehen, was Nayna an ihm reizt. Sie bezeichnet ihn häufig als sexy Adonis und ihren Liebhaber. Wäre mir für eine tiefgründige Liebe zu wenig. Die Beziehung zwischen den beiden dreht sich auch lange Zeit im Kreis, was für einige Langeweile beim Lesen sorgt. Ziemlich viele Phrasen werden ständig wiederholt.

Zwischendrin gab es immer wieder großartige Momente. Die Nebencharaktere entspringen geradewegs einem Bollywoodfilm. Nalini Singh beschreibt die Traditionen, die wunderschönen Gewänder und Feiern so schillernd, dass ich sie bildlich vor Augen hatte. Also trotz der übertriebenen, kitschigen und platten Liebesgeschichte zwischen den Hauptcharakteren würde ich das Buch empfehlen. Alle, die Bollywood lieben, werden die Parallelen im Buch zu schätzen wissen und sich unglaublich amüsieren.

“Cherish Hope” ist der zweite Band der Hard Play-Reihe von Nalini Singh.

Bisher ist bereits erschienen:

Auf diese Bände können wir uns noch freuen:

Band 3 erscheint am 28. August 2020
Band 4 erscheint am 28. August 2020

Vielen lieben Dank an die Bloggerjury und LYX für das Rezensionsexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen

Géraldine Elschner: “Hundertwasser: Ein Haus für dunkelbunte Träume”

Géraldine Elschner
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€

Seltsame Dinge geschehen in der großen Stadt Wien!

Auf einem verwilderten Grundstück zwischen den Häusern steht ein alter großer Baum. Doch eines Tages tauchen dort Kräne, Bagger und Lastwagen auf. Maya und ihre Freunde beobachten, wie ein ganz außergewöhnliches Haus entsteht – mit farbigen Mauern, bunt gerahmten Fenstern und einer goldglänzenden Kuppel. Ein Gebäude, das nicht nur Menschen, sondern auch Bäumen, Sträuchern und Blumen ein Zuhause bietet.

Der große Zauberer Hundertwasser zeigt, wie der Mensch im Einklang mit der Natur bauen und leben kann. (Klappentext)

Inspirierend und farbenfroh

Dieses schillernde Bilderbuch ist inspiriert durch das Hundertwasser-Haus in Wien, dem wohl bekanntesten Werk des gleichnamigen Künstlers, und die wahre Geschichte um einen adoptierten Baum im französischen Lille.

Es erscheint zum zwanzigsten Todestag des österreichischen Künstlers Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser. Hundertwasser war ein Visionär voll fantastischer Einfälle, Philosoph, Grafiker, Maler, aber auch ein Vorläufer des Umweltschutzes. Insbesondere in seinem Wirkungsbereich als Architekt bringt er seine Kreativität und Ansichten zum Ausdruck. Hundertwasser lehnt geometrische Geradlinigkeit ab. Stattdessen sind es lebhafte Farben und organische Formen, die zu seinem Markenzeichen werden. Das Haus, dessen Bau im Buch durch die Augen der Kinder geschildert wird, gleicht einem Märchenschloss aus kunterbunten Steinen und goldenen Zwiebeldächern. Kurven, Schnörkel und Spiralen, alles ist geschwungen. Der schillernde Bau hebt sich vom tristen Grau der Stadt ab wie ein Leuchtfeuer.

Hundertwasser wollte die Natur schützen und ehren, daher entwarf er Häuser im Einklang mit der Natur. An den Mauern, auf Terrassen und Dächern wird den Pflanzen Platz eingeräumt, da sie ebenso wie der Mensch als Mieter ein Anrecht auf Lebensraum haben.

Mit seiner Kunst wollte Hundertwasser die Welt bunter und fröhlicher gestalten. Für vierjährige Kinder sind Geschichte und Bilder wunderbar geeignet zum Zuhören und Anschauen. Aber um Hundertwassers Stil nachzumachen und umzusetzen, müssten sie mindestens im Grundschulalter sein. Dieses Buch ist daher unbedingt zu empfehlen für Projekte im Kunstunterricht. Es bietet eine sehr schöne Anregung für Kinder, im Sinne von Hundertwasser selbst kreativ zu werden, zu zeichnen oder sein Zuhause individuell und bunt zu gestalten. Auch die Vorstellung von Bäumen an Häusern fasziniert Kinder und schult somit das ökologische Denken.

Für die vorlesenden Eltern gibt es im Anhang eine Zusammenfassung zu Hundertwasser und seinem Wirken, was ungemein praktisch ist, um die Fragen der Kinder zu beantworten.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Prestel Verlag für dieses kunterbunte Rezensionsexemplar!

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Historische Romane Rezensionen Romane Uncategorized

Kate Mosse: “Die brennenden Kammern”

Kate Mosse
Lübbe Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahre
22,00€

Ein dunkles Geheimnis, eine große Liebe, ein verhängnisvoller Verrat

Carcassonne, 1526: Die neunzehnjährige Minou Joubert, Tochter eines katholischen Buchhändlers, erhält eines Tages einen versiegelten Brief mit nur fünf Worten: “Sie weiß, dass Ihr lebt.” Doch noch bevor sie herausfinden kann, was hinter der mysteriösen Botschaft steckt, wird die Begegnung mit dem Protestanten Piet Reydon ihr Leben für immer verändern. Denn der junge Hugenotte hat eine gefährliche Mission. Als er zu Unrecht des Mordes beschuldigt wird, verhilft Minou ihm zur Flucht aus der Stadt. Erst in einem einsamen Bergdorf kommen sie dem Rätsel um den geheimnisvollen Brief auf die Spur. (Klappentext)

Die Hugenottenkriege und das Geheimnis einer Familie

In diesem Reihenauftakt geht es um den Glaubenskrieg zwischen Katholiken und Hugenotten im Frankreich des 16. Jahrhunderts. Die Hugenotten waren die Protestanten Frankreichs und vertraten in Anlehnung an Martin Luthers 95 Thesen bestimmte Ansichten zur Ausübung ihrer Religion. Insgesamt umfassen die Hugenottenkriege einen Zeitraum von 300 Jahren und sind geprägt durch Gewalt und Vertreibungen. Die Handlung setzt ein, mit Beginn der Bürgerkriege im Jahre 1562 (kleiner Zahlendreher auf dem Einband).

Minou ist eine herzensgute junge Frau, die sich nach dem Tod der Mutter rührend um ihre Geschwister, den trauernden Vater und die Buchhandlung der Familie kümmert. Aber wenn es die Situation erfordert, ist sie unglaublich mutig und bereit, für ihre Ansichten einzutreten. Sie trifft auf den Hugenotten Piet Raydon und verhilft ihm zur Flucht vor seinem ehemaligen Freund Vidal, der als aufstrebender katholischer Priester das Bischofsamt von Toulouse begehrt und seinen früheren Freund nun als Feind betrachtet. Ihn unterstützt die Herrin von Puivert, eine einflussreiche und zugleich grausame Frau. Das Schicksal von Blanche ist mit dem von Minou verbunden. Die Auflösung dieses Rätsels bildet die Kernhandlung des Romans. Die Liebesgeschichte zwischen Piet und Minou dagegen empfand ich als nebensächlich. Die persönlichen Intrigen und Glaubenskriege dominieren ganz klar das Geschehen.

Ich tue mich mit historischen Romanen ein bisschen schwer. Einerseits bleibe ich an ihnen haften, weil die historischen Bezüge die Handlung faszinierend real gestalten. Andererseits strotzen solche Romane häufig vor Gräueltaten, wofür ich wohl etwas zu zartbesaitet bin. In „Die brennenden Kammern“ werden Folter, Mord und Krieg weite Teile der Handlung gewidmet, was das Buch für mich zu einer schweren Kost macht. Die Familiengeschichte wiederum hat mir gut gefallen. Verschwundene Dokumente, mysteriöse Nachrichten, Entführung. Alles echt spannend, wenn man sich dann in die Handlung eingelesen hat. Am Anfang stürmt eine Vielzahl von Charakteren auf einen ein, die man erst einmal sortieren muss. Viele Charaktere verschwinden aber auch schnell wieder in den Folterkammern…

Insgesamt war es nicht der ultimative historische Roman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Der historische Hintergrund ist gut recherchiert, das Familiengeheimnis besitzt viele Ebenen. Vermutlich weist die Handlung gerade deshalb einige Längen auf, damit auch alle Facetten entsprechend beleuchtet werden. Mich verwirrt nach wie vor der Prolog, der am Ende keineswegs mehr aufgegriffen wird. Hier muss man sich wohl bis zu den Folgebänden gedulden und darf bis dahin nichts vergessen. Fans von Kate Mosse und historischen Romanen mit einer ordentlichen Portion Gewalt dürften auf ihre Kosten kommen.

Vielen lieben Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

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Kinderbücher Kinderbücher ab 4 Jahre Rezensionen

Outi Kaden: “Wichtel Alfred – Freunde hat man nie genug”

Outi Kaden
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,00€

Ein wunderbares Bilderbuch mit skandinavischer Wohlfühlatmosphäre

Wichtel Alfred hat mit der Gans Aada und Schnecke Fanni den Winter in seinem gemütlichen Häuschen am See verbracht. Als im Frühling die Tage wieder wärmer werden, toben die Freunde übermütig durch den Wichtelwald. Da hören sie, dass dort ein gefährlicher Bär lauern aber auch Gefahren. Der riesige braune Bär zum Beispiel. Vor dem haben sie große Angst. Als nach einem schweren Sturm alle Tiere des Waldes in Gefahr geraten, ist es ausgerechnet der Bär, der sie rettet. Können Alfred, Aada, Fanni und der Bär vielleicht doch Freunde werden? (Klappentext)

Frühling und Freundschaften im Wichtelwald

Wichtel Alfreds erstes Abenteuer beginnt nach einem langen, eisigen Winter. Endlich schmilzt der Schnee und Krokusse und Schneeglöckchen beginnen zu blühen. Frühling wird´s und zusammen mit seinen Freunden Aada und Fanni tobt der kleine Wichtel durch den grünenden Wald. Doch das Wiesel verbreitet das Gerücht, der große Bär würde jeden fressen, der ihn in seiner Ruhe störe. Vor lauter Angst rennen die Freunde nach Hause. Als nach einem heftigen Unwetter alles überflutet ist, wollen Alfred, Aada und Fanni die Tiere retten, die vom Wasser eingeschlossen sind. Dabei geraten sie selbst in Not und schließlich ist es der Bär, der ihnen unerwartet zu Hilfe kommt.

Es bereitet viel Freude mit Wichtel Alfred den Frühling zu entdecken. Im Wald begegnet er nicht nur allen möglichen Tieren, die aus dem Winterschlaf erwachen, sondern er macht auch viele für die Jahreszeit typische Dinge, zum Beispiel den Frühjahrsputz und im Garten Gemüse einsäen. Ein anderes wichtiges Thema ist natürlich die Freundschaft. Gans Aada und Schnecke Fanni geraten ordentlich aneinander, doch trotz aller Streitereien raufen sie sich schnell wieder zusammen. Da gibt es kein ewiges Schmollen oder Eingeschnapptsein. Auch die Vorurteile dem Bären gegenüber, erweisen sich als völlig unbegründet. Die Botschaften sind also ziemlich klar verpackt für Kinder.

Von Outi Kaden gibt es bereits einige Wimmelbücher über Wichtel. Auch Wichtel Alfred ist so ein charakteristisches Zipfelmützengesicht, dessen Geschichte sich hier in farbenfrohen Illustrationen entfaltet. Wichtel Alfred und seine tierischen Freunde sind hinreißend gezeichnet. Mir gefallen besonders die stimmigen Details in den Illustrationen. Gerade zum Thema Frühling gibt es viel zu entdecken.

Die Geschichte, wenn auch schön erzählt und wunderbar geschrieben, ist für unseren 4-Jährigen noch ein bisschen zu lang. Also lesen wir das Buch halt in mehreren Etappen oder raffen die Geschichte anhand der Bilder ein bisschen zusammen. Insgesamt aber ein ganz tolles Buch über Freundschaft, Streit und Vorurteile.

Vielen lieben Dank an cbj und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Noch mehr von Outi Kaden und ihren Wichteln findet ihr hier:

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J. Kenner: “Sexy Security – Betörendes Feuer” (Stark Security, Band 1)

J. Kenner
Diana Verlag
9,99€

Betöre mich…

Der ehemalige britische Agent Quincy Radcliffe ist die Geheimwaffe der neu gegründeten Sicherheitsfirma Stark Security. Aber hinter der professionellen Fassade verbirgt Quincy tiefe Wunden. Als er ausgerechnet die Hilfe der Frau braucht, deren Herz er einst gebrochen hat, muss er sich entscheiden. Wird er sich erneut auf sie einlassen und damit riskieren, sein dunkelstes Geheimnis zu offenbaren? Seit Jahren versucht die Schauspielerin Eliza Tucker, Quincy Radcliffe zu vergessen. Sie war betört von seiner heftigen Leidenschaft – bis er eines Tages einfach verschwand. Als sie Jahre später auf der Suche nach ihrer vermissten Schwester unversehens in eine turbulente Top-Secret-Mission hineingezogen wird, begegnet sie ihm wieder. Die Vergangenheit hat ihn verändert, und trotzdem ist sie fest entschlossen, ihm nicht wieder zu verfallen.

Sehr dramatisch…

„Sexy Security – Betörendes Feuer“ ist der erste Roman von J. Kenner, den ich gelesen habe. Die Autorin hat bereits eine Vielzahl erotischer Romane veröffentlicht, und „Sexy Security“ ist sozusagen ein Spin-Off ihrer Stark-Reihe. Obwohl ich diese Vorgänger-Reihe nicht kenne, hatte ich nicht das Gefühl , irgendwelche Zusammenhänge nicht zu verstehen. Damien Stark ist der Gründer der Sicherheitsfirma Stark Security, in deren Diensten ausnahmslos knallharte, heiße Typen arbeiten. Band 1 dreht sich um Quincy Radcliffe – was für ein Name. Der Geheimagent befindet sich mitten in einer verdeckten Mission, als er vor seiner früheren großen Liebe Eliza steht. Die beiden waren immerhin unfassbare, intensive drei Monate zusammen, ehe Quincy Eliza verlassen musste. Bei einem scheinbar simplen Auftrag in der Vergangenheit ging etwas schief und seither zerreißen ihn seelische Qualen.

Dieser Roman ist an Melodramatik kaum zu überbieten. Eliza hat eine dermaßen furchtbare Kindheit durchlitten, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie sich ein normales Leben aufbauen konnte. Trotz allem geht sie ihren Weg, sie ist mutig und lässt sich nicht unterkriegen. Dieser Charakterzug steht im Widerspruch zu ihrer Verletzlichkeit, wenn ständig darauf herumgeritten wird, dass Quincy ihr das Herz gebrochen hat, als er sie verließ. Eliza hat Schlimmeres durch die Hand eines Mannes erfahren, als verlassen zu werden. Aber im Sinne der Liebesgeschichte muss sie wohl so fühlen. Ob es nun Quincy mit seinen inneren Dämonen ist oder eine der Nebenfiguren, alle haben ordentlich seelischen Ballast aufgeladen.

Die Story an sich ist spannend. Es sind viele Elemente vorhanden, die eine düstere Kriminalgeschichte ausmachen und für Nervenkitzel sorgen. Aber an sich ist es nichts, was man nicht schon irgendwo gelesen hat. Durch die vielen Rückblenden gerät die Handlung immer wieder ins Stocken. Mir hätte der Fokus auf die Kriminalgeschichte besser gefallen, als so häufig und lange in der Vergangenheit festzuhängen.

Insgesamt hat mich „Sexy Security“ gut unterhalten. Die Dramatik wird natürlich großgeschrieben und teilweise so überzeichnet, dass es beinahe lächerlich ist. Die erotischen Szenen sind rar und nicht zu ordinär geschrieben. Der Schreibstil ist gekonnt flüssig. Es ist ein kurzweiliger Roman und definitiv nicht der schlechteste in diesem Genre.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Bloggerportal und dem Diana Verlag für das Rezensionsexemplar!

“Sexy Security – Glühendes Feuer” (Stark Security, Band 2)

erscheint am 9. März 2020
“Sexy Security – Stürmisches Feuer” (Stark Security, Band 3)

erscheint am 11. Mai 2020
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Lucy Lucas: “Das kleine Buch vom Yoga”

Lucy Lucas
Heyne Verlag
8,99€

10 Minuten am Tag für mehr Energie und Ausgeglichenheit

Yoga kann wahre Wunder bewirken! Dabei muss man gar nicht stundenlang praktizieren, bereits ein paar gezielte Übungen jeden Tag reichen aus, um den Körper beweglich zu halten und den Kopf freizubekommen. Die Yoga- und Achtsamkeitslehrerin Lucy Lucas präsentiert die besten Yoga-Übungen, die wir ganz einfach in unseren Alltag einbauen können. Ob Anfänger oder erfahrener Yogi – mit diesen Asanas sowie zahlreichen Tipps zu Atmung und Meditation findet jeder schnell zu mehr körperlichem Wohlbefinden, Entspannung und Lebensenergie. (Klappentext)

Jeder kann Yoga!

Yoga wurde bereits vor über zweitausend Jahren in Indien praktiziert. Heutzutage ist es eine wichtige Praxis, um den Körper gezielt zu stärken und beweglich zu halten. Aber auch für Tiefenentspannung und um die eigene körperliche und geistige Wahrnehmung zu schulen, ist Yoga ein geeignetes Mittel. Mir gefällt vor allen Dingen, dass Yoga vom ersten Atemzug an gut tut und man sehr schnell einen Fortschritt spürt. Mehr als zehn Minuten täglich sind meist nicht nötig und der Körper wird spürbar beweglicher und gestärkt. Alles, was man als Yoga-Anfänger wissen muss: Grundlagen, die verschiedenen Yogastile, Atemtechniken und Asanas sind in diesem kleinen Heftchen zusammengefasst. „Das kleine Buch vom Yoga“ gibt all jenen eine Einführung, die sich vielleicht ohne eine gewisse Vorkenntnis der Praxis nicht an Yoga herangewagt haben, aber auch für mich als bereits etwas länger Praktizierende enthält das Heft viele Informationen. Der geschichtliche Überblick und auch die Vielfalt der Yogastile sind schön informativ. Die 13 Asanas werden nachvollziehbar beschrieben. Im letzten Kapitel „Tägliche Übungen“ werden sieben Vorschläge unterbreitet, wann und wie sich Yoga in den Alltag integrieren lässt, ohne dass ein Kurs besucht oder erst die Matte ausgerollt werden muss. Insgesamt ein handliches kleines Buch, das überallhin mitgenommen werden kann. Auch als Geschenk gut geeignet.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Hände vors Herz und Namaste!