Jennifer Benkau: „Hummelhörnchen – Zaubern müsste man können!“ (Die Hummelhörnchen-Reihe, Band 1)

 Jennifer Benkau
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 7 Jahren
10,00€

 

 

 

 

Einhörner? Das sind doch diese zierlichen Zauberwesen in Pferdegestalt, die es schon lange nicht mehr gibt!? Falsch! Natürlich gibt es Einhörner! Das stellt auch Lenja fest, als der winzige Möpp dahergeflattert kommt. Einhorn Möpp ist allerdings kein bisschen zierlich, sondern ziemlich pummelig. Und ständig pupst er. Weil er eindeutig zu viel Süßigkeiten futtert! Außerdem ist es mit seinen Zauberkünsten nicht sehr weit her. Was für ein Heidendurcheinander sorgt … Doch nur, wenn Möpp richtig zaubern lernt, kann er zurück ins Goldwolkenland zu den anderen Einhörnern! Ob Lenja ihm dabei helfen kann? (Klappentext)

Ein zauberhafter Humor!

Hummelhörnchen entspricht nicht ganz den Vorstellungen, die man sich von dem mystischen Fabelwesen gemacht hat. Statt von edlem Wuchs ist Möpp kaum größer als ein Kolibri, mit eben solchen Flügelchen, und dazu noch ziemlich pummelig. Abgesehen von den Flügeln ist es überhaupt nicht bunt, und glitzern tut Möpp schon mal gar nicht. Auch die Sache mit der Zauberei beherrscht es nicht. Naja, immerhin einen Trick kann er gut. Von der vielen Schokolade bekommt Möpp ordentlich Flatulenzen, und es ist weder Glitzerstaub noch ein Regenbogen, der ihm dann aus dem Poppes schießt. Außer Lenja kann niemand das winzige Einhorn sehen, was Lenja zu Hause und in der Schule in zahlreiche peinliche Situationen und Erklärungsnöte  bringt.

Hummelhörchen ist empfehlenswert für alle Erstleserinnen, ob sie nun Einhörner lieben oder nicht. Möpp ist ein ganz eigenes Kaliber. Man muss das pupsende Einhorn einfach ins Herz schließen. Die Geschichte ist nicht zu lang, in einer gut lesbaren Schriftgröße verfasst und wird mit putzigen Illustrationen aufgelockert. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als überaus angenehm, sehr humorvoll, sehr talentiert. Die Charaktere sind nicht zu stark überzeichnet oder zu überdreht, die Handlung ist witzig und nicht zu komplex für junge Leser. Insgesamt ein rundum gelungenes Buch, das einen zum Lachen bringt und die Vorfreude auf mehr geweckt hat!

Und ich wünschte, ich hätte auch einen Möpp.

 

 

Lucy Holliday: „A Girls‘ Night In – Marilyn & Ich“ Diven-Reihe Band 2

 

Lucy Holliday
LYX – Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
10,00€

 

 

 

 

Eigentlich müsste Libby Lomax die glücklichste Frau der Welt sein, hat sie doch einen absoluten Traumtypen erobert: Dillon O’Hara, Englands heißesten Schauspieler. Doch nach und nach kommen Libby Zweifel, ob Dillon ein Mann für feste Beziehungen ist. Vor allem im Vergleich mit ihrem besten Freund Olly, der ihr Herz auf einmal gefährlich schnell schlagen lässt. Bei so viel Gefühlschaos weiß Libby gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Als Marilyn Monroe eines Abends auf Libbys alter Hollywoodcouch erscheint, ist diese heilfroh über die Unterstützung. Denn wer könnte zum Thema falsche Männer bessere Ratschläge erteilen als Marilyn? (Klappentext)

Couchgeflüster mit Marilyn Monroe

Libby Lomax ist zurück und noch chaotischer als im 1. Teil der Diven-Reihe. Mit dem heißen Schauspieler Dillon O’Hara ist Schluss, nachdem er sie während eines Hurrikans ohne Pass sitzengelassen hat. Aber schon stürzt sich Libby in die nächste Beziehung. Außerdem wird Libbys Schwester zum Star ihrer eigenen Reality-Show, Marilyn Monroe zieht in ihre Wohnung ein und Bogdan, Sohn von Bogdan bereichert mit seiner moldawischen Mentalität die Geschichte.

Mir hat Libbys Entwicklung in diesem Band nicht gefallen. Nachdem sie von Dillon betrogen und sitzengelassen wurde, sollte sie doch eigentlich für eine Weile genug von Männern haben und sich mehr auf sich oder ihre Karriere als Schmuckdesignerin konzentrieren. Stattdessen geht sie nahtlos zur nächsten Beziehung, die wieder in einem peinlichen Desaster endet. Andauernd verspricht Libby ihrem besten Freund Olly bei der Eröffnung seines neuen Restaurants behilflich zu sein. Oder ihrer Freundin Nora bei den Vorbereitungen für die anstehende Hochzeit zur Verfügung zu stehen. Trotz ihrer guten Vorsätze ist Libby für ihre Freunde immer wieder eine Enttäuschung. Sie interessiert sich nicht wirklich für das Leben ihrer Freunde, sondern stellt ihre eigenen Interessen immer vorn an, die sich hauptsächlich auf Dillon und das Aufhübschen ihres eigenen Äußeren beschränken. Als Dillon nach einer Therapie scheinbar geleutert vor ihr steht und um eine zweite Chance bittet, beweist Libby einmal mehr ihren schwachen Charakter.

Als zweite gute Fee taucht in diesem Band Marilyn Monroe auf Libbys magischem Chesterfield-Sofa auf. Doch im Gegensatz zu Audrey Hepburn, die Libby in Bezug auf Styling und Popularität intensiv vorangetrieben hat, ist es in diesem Fall eher Marilyn, die durch Libbys Unterstützung an Selbstvertrauen gewinnt. Ich fand Marilyn wirklich gut beschrieben und mir hat gut gefallen, dass es ein paar mehr Einblicke in die ‚Magie‘ des Sofas gibt. Denn offenbar ist Marilyn keine Halluzination, entsprungen aus Libbys Unterbewusstein, sondern tatsächlich irgendwie real.

Die witzigen und zahlreichen Fremdschäm-Momente fesseln einen, trotz Libbys leicht unsympathischer Entwicklung, an die Handlung. Man fiebert die ganze Zeit mit, wann es bei Libby zum erhellenden Moment kommt, in dem ihr endlich klar wird, was alle längst wissen. Nämlich, dass Olly der Mann ihrer Träume ist. Ganz am Ende scheint es soweit zu sein, aber da ist es auch schon zu spät. Und nun heißt es, sich bis zum Erscheinen von Band 3 zu gedulden und zu hoffen, dass Grace Libby in die richtige Richtung schubst.

 

Lucy Holliday: „A Girls‘ Night In – Audrey & Ich“ Diven-Reihe Band 1

 

 

 

 

 

Lucy Holliday: „A Girls‘ Night In – Grace & Ich“ Diven-Reihe Band 3
Taschenbuch ab 29.03.2018 erhältlich

 

 

 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Anna für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

 

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Tom Fletcher: „Kleines Monster, komm da raus!“


Tom Fletcher
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
13,00€

 

 

 

Ach, du liebes Lieschen! In dieses Buch hat sich ein kleines Monster geschlichen! Wer hilft mit, es zu verscheuchen? Mit Schütteln, Pusten, Wedeln, Drehen und am Ende ganz, ganz viel Lärm gelingt es schließlich, das freche kleine Monster loszuwerden. Doch, schwups, ist es ins Zimmer entwischt – und da hat es ja nun überhaupt nichts zu suchen. Also husch, zurück ins Buch gelockt, über den Kopf gestreichelt … und Gute Nacht, kleines Monster.

Tom Fletchers nächstes wunderbares und überaus witziges Kinderbuch!

Das kleine Monsterchen sitzt im Buch und knabbert an den Seiten. Um es zu verscheuchen, werden sämtliche Register gezogen. Was sich dabei mit einem Buch alles anstellen lässt, ist erstaunlich und unfassbar amüsant. Schütteln, Kitzeln, Pusten, Kippen, Drehen und noch vieles mehr. Mein 2-Jähriger folgt ganz emsig den Anweisungen und erschrickt jedes Mal wieder, wenn das Monster plötzlich in sein Zimmer entwischt. Der Gute-Nacht-Ritus am Ende des Buches lässt sich hervorragend als Überleitung benutzen, um das eigene Monsterchen in sein Bett zu verfrachten.

Ganz besonders mag ich das großzügige und edle Format des Buches. Die Illustrationen sind schlicht und schnörkellos. Der Fokus liegt eben auf dem kleinen Monster, das sich zwischen den Seiten bewegt. Vielleicht hätte man aber über eine Pappbilderbuchausgabe nachdenken können. Ein bisschen sorgenvoll beobachte ich immer, wie die kleinen grobmotorischen Hände an den Seiten zerren oder wie beim Pusten – bei uns leider mehr ein Spucken – das Papier durchnässt wird. Auch beim Wedeln und Schütteln geht es ganz schön zur Sache.

Aber am Wichtigsten, das Buch bereitet jede Menge Freude. Solche Mitmach-Bücher machen einfach Spaß und Tom Fletcher hat’s einfach drauf. Wer den ‚Weihnachtosaurus‘ gelesen hat, weiß, was ich meine.

Zum Schluss noch einen lieben Dank an das Bloggerportal für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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Andrea Harmonika: „Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne. Vom Sinn und Unsinn mit Kindern“

 

Andrea Harmonika
Bastei Lübbe Verlag
10,00€

 

 

 

 

Andrea Harmonika leidet unter emotionaler Inkontinenz, faltet Jugendliche im Schwimmbad zusammen und zieht in ihrer Freizeit liebevoll Gemüse groß, das ihre Kinder dankend ablehnen. Manchmal fragt sie sich, ob aus ihnen wirklich verpimpelte Sitzpinkler werden, wenn sie auf jeden Kratzer ein Piratenpflaster klebt und findet, dass früher alles anders, und nicht besser war. (Klappentext)

Rührend ehrlich und saukomisch!

Dieses unterhaltsame Büchlein ist eine Sammlung kurzer, teilweise als Blogbeiträge entstandener Anekdoten über die vielen bizarren Situationen, die Eltern mit ihren Kleinkindern täglich erleben und meistern. Die Autorin ist selber Mutter von zwei Kindern und beschreibt mit einem herrlich trockenen Humor ihr Familienleben.

Natürlich fühlt man sich als Leser von einigen Passagen mehr angesprochen als von anderen, doch insgesamt habe ich sehr viel Zeit damit zugebracht, dem Buch eifrig zustimmend zuzunicken und mich zu fragen, woher die Frau das alles über mich und meine Familie weiß. Es steckt sehr viel Wahrheit in diesen Seiten. Und so viel Gefühl. Selten hat ein Buch so starke und unterschiedliche Reaktionen bei mir hervorgerufen. Einmal weint man vor lauter Rührung – und da ist sie, die emotionale Inkontinenz, quod erat demonstrandum – aber schon auf der nächsten Seite lacht man Tränen der Freude.

Ich habe dem Buch auch sehr viel Wissenswertes entnehmen können. Und damit meine ich nicht nur, dass ich endlich weiß, warum die Angry Birds so angry auf die Schweinchen sind, obwohl mich die Unwissenheit darüber schon lange gequält hat. Nein, es gibt beispielsweise auch ein Kapitel über ‚Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind‘ aus den 1930er Jahren, das ich mit ungläubiger Faszination und Bestürzung gelesen habe. Doch das Wichtigste, das ich gelernt habe, ist die Tatsache, dass es auch in anderen Familien chaotisch zugeht. Dieser Gedanke ist wirklich tröstlich.

Empfehlenswert ist ‚Jedem Anfang wohnt ein verdammter Zauber inne‘ für alle Eltern und  werdenden Eltern. Wer keine eigenen Kinder hat, wird die Situationskomik und das ganze emotionale Wirrwarr, das Eltern durchmachen, nicht wirklich nachvollziehen können.

Zum Schluss noch einen riesigen Dank an das Bloggerteam von Bastei Lübbe für die Zusendung des Rezensionsexemplares!

 

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Walter Moers: „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“

 

Walter Moers
Penguin Verlag
15,00€

 

 

 

 

Hildegunst von Mythenmetz, der größte Schriftsteller Zamoniens, suhlt sich auf der Lindwurmfeste in seinem Erfolg. Da erreicht ihn ein mysteriöses Schreiben, das ihn verlockt, dem Wohlleben Adieu zu sagen und nach Buchhaim zurückzukehren, der »Stadt der Träumenden Bücher«. Dort trifft er auf eine neuerbaute Stadt, die vor Leben rund um das Buch nur so vibriert. Und er begegnet alten Freunden, wie dem Lindwurm Ovidios und den Antiquaren Hachmed Ben Kibitzer und Inazea Anazazi, aber auch neuen Phänomenen und Wundern der Stadt. (Klappentext)

Die Abenteuer des Hildegunst von Mythenmetz gehen weiter. 200 Jahre nach dem großen Brand in Buchhaim hat sich Mythenmetz zum größten Dichter Zamoniens aufgeschwungen. Er ist ein preisgekröntes Literaturgenie und genießt seinen Prominentenstatus. Bei der täglichen Lektüre seiner Fanpost fällt ihm ein Brief in die Hände, der ihn veranlasst, in die Stadt der Träumenden Bücher zurückzukehren. In den 200 Jahren hat sich Buchhaim stark verändert. In die einst mittelalterliche Stadt ist die Moderne eingezogen mit einer florierenden Tourismusbranche.

In Das Labyrinth der Träumenden Bücher steht weniger eine (spannende) Handlung im Vordergrund, als vielmehr die tieferen Einblicke in das fantastische Zamonien. Auf seinen Streifzügen erkundet Mythenmetz das neue Buchhaim und erfährt durch eigene Beobachtungen, Lebende Zeitungen oder alte Bekannte was sich in den vergangenen 200 Jahren alles ereignet hat. Dass sich diese Schilderungen über viele Hundert Seiten hinziehen, wird von Moers im Nachwort großmütig als Mythenmetzsche Abschweifung bezeichnet. Der Ideenreichtum des Autors ist unbestreitbar genial. Für alle, die Bücher und Literatur lieben, ist Buchhaim ein Sehnsuchtsort ohnegleichen. Sie werden von der unglaublichen Vielfalt begeistert aufjauchzen und sich nach Buchhaim wünschen. Auf der anderen Seite wird es auch diejenigen geben, die der geringe Handlungsfortschritt frustriert. Die vollständige Nacherzählung der Handlung aus Teil 1 erscheint überflüssig, wenn man bedenkt, dass die Mehrheit derer, die zu diesem Buch gegriffen haben, bereits große Fans des Vorgängers sind.

Die andere Hälfte des Buches widmet sich dem Puppetismus, einem neuen Phänomen Buchhaims. Auch hier beweist Moers seine schöpferische Genialität, die durch seine Illustrationen veranschaulicht wird. Doch schließlich und letztendlich ist das Buch vorbei und der Leser wird auf Band 3 vertröstet, das höchstwahrscheinlich eine ganze Weile auf sich warten lassen wird.

Aus diesem Grund lässt mich die Lektüre von Das Labyrinth der Träumenden Bücher zwiegespalten zurück. Moers Schreibstil und Kreativität, eine so komplexe Welt wie Zamonien mit Buchhaim und seinen Bewohnern entstehen zu lassen, sind einfach bewundernswert. Aber als Leser des unsagbar fesselnden 1. Teils bleibt man auch ein bisschen geknickt zurück.

Walter Moers: „Die Stadt der Träumenden Bücher“
Piper Verlag
14,00€

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Ich habe nur Augen für dich!

Eigentlich haben es Männer doch leicht, oder? Der Liebsten zum Valentinstag einen hüschen Blumenstrauß hinstellen und sie sind aus der Sache fein raus. Aber der Valentinstag ist ja kaum mehr nur ein Pflichttermin für Männer, sondern es gibt auch immer mehr Valentinen, die ihrem Liebsten eine Freude machen möchten. Zur Abwechslung vielleicht einmal nicht mit essbarer Unterwäsche.

Auf der Suche nach einem witzigen Geschenk fürs Männchen bin ich im Internet auf diese Idee gestoßen. Originell, amüsant und leicht umzusetzen. Ganz nach meinem Geschmack. Alles, was ihr dafür braucht, sind 2 weiße Holzperlen. Ich habe jeweils einen roten Wollfaden durchgezogen, verknotet und sicherheitshalber mit Heißkleber befestigt und auf die richtige Länge gekürzt. Ans andere Ende habe ich Wackelaugen geklebt. Noch ein paar rote Äderchen für die Authentizität draufgemalt und die Äuglein wanderten ins Glas. Das gab es übrigens für 50 Cent bei Tedi. Nach Bedarf ein bisschen Glitter mit hineingeben, Etikett schreiben, Schleifchen drum, fertig.

Ich bin ja nicht so der Typ für schnulzige Liebesbekundungen, von daher trifft dieses kleine Gimmick genau meinen Geschmack.

Euch allen noch einen herzigen Valentinstag!

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Natascha Ochsenknecht: „Perlinchen – Ich bin anders, na und!“

 

Natascha Ochsenknecht
Boje Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

 

 

 

Perlinchen wäre so gern wie alle anderen Marienkäferkinder in ihrer Klasse. Ihre pinken Flügelchen versteckt sie daher lieber unter einem roten Umhang mit schwarzen Punkten. Doch dann plumpst ihr bester Freund Jimi in den Froschteich. Und auf einmal ist es Perlinchen völlig egal, was alle denken… (Klappentext)

Eine neue Kinderbuchheldin!

Das Marienkäfermädchen Perlinchen möchte so sein wie alle anderen Marienkäfer und verbirgt daher ihre pinken Flügel unter einem Umhang. Als sie in die Schule kommt, freundet sie sich mit Jimi an, der von seinen Mitschülern gehänselt wird, weil er nur einen einzigen blauen Punkt hat. Doch im Gegensatz zu Perlinchen ist es Jimi egal, was die anderen von ihm denken.

Die Botschaft des Buches ist klar, und auch die Umsetzung ist sehr drollig und gelungen. Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen von Bianca Faltermeyer, die über eine wunderbare Technik verfügt, um die man sie nur beneiden kann. Sie hat ein Käferhausen entstehen lassen, an dem man sich nicht sattsehen kann. Die Figuren sind hinreißend dargestellt, nicht zu abstrakt, liebevoll gezeichnet. Am liebsten möchte man selber als Käferchen in Käferhausen leben oder auf einem Seerosenblatt träumen.

Mir persönlich hat der Erzählstil und die Handlung stellenweise nicht so zugesagt. Manche Textstellen klangen stark nach Mundart statt nach einem fließend lesbaren Text, aber das ist schon Meckern auf hohem Niveau.

Mein Sohn ist noch keine 3 Jahre alt und hat sich auf Anhieb in das Buch verliebt. „Mama Perlinchen lesen!“, heißt es seither jeden Abend vor dem Schlafengehen. Mehr muss zu dem Buch nicht gesagt werden, um es zu empfehlen. Falls noch weitere Abenteuer von Perlinchen folgen würden, wie man durch das Ende im Buch durchaus hoffen kann, wären wir auf jeden Fall als eifrige Leser dabei.

Zum Schluss noch einen ganz lieben Dank an den Verlag für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

 

 

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Norbert Pautner: „Handlettering. Die 33 schönsten Alphabete mit Rahmen, Ornamenten und Bordüren“

 

Norbert Pautner
Bassermann Verlag
80 Seiten
7,99€

 

 

 

Schöne Schrift kann jeder …

… man muss nur wissen, wie es geht. In diesem Praxisbuch werden Buchstabe für Buchstabe die 33 schönsten Schriften vorgestellt. Dabei wird genau erklärt, wie man sie mit Stift, Pinsel und Kreide schreibt oder konstruiert. Zusätzlich werden viele Vorlagen für Rahmen, Ornamente und Bordüren angeboten. Dekorative Aufschriften auf Karten, Tafeln, Bildern oder Textilien gehen so mit ein wenig Übung ganz leicht von der Hand. Damit das Üben leicht fällt, gibt es gerasterte Seiten mit Hilfslinien zum Download auf der Website.

Die Kunst des schönen Schreibens!

Handlettering ist ja schon gar kein Hobby mehr, sondern eine Wissenschaft. Jede Schrift hat ihren eigenen Charakter, und Größe, Farbe und Position eines Buchstabens vermögen mehr zu sagen als tausend Worte.

In diesem Buch stellt Norbert Pautner 33 sehr unterschiedliche und dekorative Alphabete vor. Er beschreibt sorgfältig Höhe und Breite der Buchstaben, die Strichbreite und sogar den Winkel von Schrägen. Dadurch zeigt sich doch, dass Kunst und Mathematik mehr gemeinsam haben, als man allgemeinhin annimmt. Ich gebe zu, mich nicht ganz so strikt an die Anweisungen gehalten zu haben. Gerade für kleinere Grußkarten beispielsweise zum Geburtstag, habe ich die Buchstaben nach bestem Wissen und Gewissen nachgemacht, ohne die Strichbreite oder die Höhe der Versalien im Verhältnis zur x-Höhe zu überprüfen. Da habe ich dem schöpferischen Geist freie Hand gelassen und meine Kreativität spielen lassen.

Für Anfänger bietet die penible Beschreibung der Buchstaben, wie sie in diesem Buch gemacht wird, einen wunderbaren Eintsieg ins Thema Handlettering. Einige Vorlagen für Raster können sogar über die Verlagsseite heruntergeladen und ausgedruckt werden. Mir persönlich hätten ein paar Übungsseiten direkt im Buch gefallen. Vielleicht sogar mit einer Schritt für Schritt Anleitung, wie sie in anderen Büchern über Handlettering durchaus vorkommen.

Dafür befindet sich auf den letzten Seiten eine fantastische Vorlagenvielfalt für Vignetten, Etiketten, Illustrationen, Rahmen und und und. Für den unschlagbaren Preis ist das Buch für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen eine lohnenswerte Anschaffung.

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Walter Moers: „Der Fönig: Ein Moerschen“

Walter Moers
Penguin Verlag
64 Seiten
10,00€

 

 

 

Eines Tages erwachte der Fönig zum Gezwitscher einer Fohlmeise, eines Folibris und eines Faninchens, denn in seinem Fönigreich wurden alle Ks durch Fs ersetzt. Dann werden in seinem Fönigreich sämtliche Fs durch Ks ersetzt. Und plötzlich ist Frieg mit Kranfreich! Da können nicht einmal mehr die drei Wünsche helfen, die dem Fönig gewährt werden … Walter Moers stellt in seinem illustrierten Moerschen nicht nur die deutsche Sprache auf den Kopf, sondern auch die gesamte Märchenwelt. In Fönigland, wo die Buchstaben die Plätze tauschen, lauert das Lachen hinter jedem Wort. Einfach umwerfend komisch! (Umschlagtext)

Der Weckstabenverbuchsler für Erwachsene!

Erinnert sich noch einer an die Sketche der Comedy-Sendung RTL Samstag Nacht, Kentucky schreit…? In dieser Sendung kamen durch das Vertauschen von Anfangsbuchstaben die ulkigsten Dialoge zustande. Einige dieser Wendungen sind mir auch heute noch im Gedächtnis und bringen mich nach wie vor zum schmunzeln.

Walter Moers bedient sich der gleichen Methode. Er tauscht aber nicht wahllos Buchstaben aus, sondern ersetzt Fs durch Ks und umgekehrt. Eigentlich ganz simpel. Der Text, der dadurch entsteht, ist zum schieflachen und verursacht den ein oder anderen Knoten in der Zunge.

Von der Handlung sollte man lieber nicht allzu viel erwarten. Das Moerschen (noch so eine wortspielerische Raffinesse!) ist ein kurzer Comicstreifen mit märchenhaften Elementen. Als es zum Frieg mit Kranfreich kommt, erwartet man noch so halb eine politische Botschaft, doch die Geschichte kippt etwa in der Hälfte ins Ordinäre und kommt dort nicht mehr heraus. Das ist sicherlich Geschmackssache. Manch einer findet vielleicht, dass die wortspielerische Genialität Moers‘ dadurch verloren geht, andere freuen sich einfach über die kurzweilige Unterhaltung im Stil von ‚Das kleine Arschloch‘.

Insgesamt bietet ‚Der Fönig‘ ein kurzes Lesevergnügen. Selbst wenn man sich Zeit lässt, die Bilder eingehend studiert und die Buchstabenverdreher entschlüsselt, ist die Lektüre nach 20 Minuten beendet. Fans von Walter Moers werden von dem Buch trotzdem nicht die Finger lassen, und um ein geselliges Beisammensein mit Freunden um ein paar heitere Momente zu bereichern, ist es gewiss auch geeignet.

 

Aber Obacht! Der Fönig ist eher nicht für Kinder geeignet. Darin sind ein paar Bilder enthalten, die Eltern möglicherweise ungern zusammen mit ihren Kindern ansehen möchten. Also für alle, die an einer jugendfreien Alternative interessiert sind, weil sie Buchstabenverdrehen genauso amüsant finden wie ich, verlinke ich unten ein passendes Buch. 🙂

Mathias Jeschke: „Weckstabenverbuchsler
Beltz & Gelberg Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
12,99€

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Ulrike Schweikert: „Léon & Claire: Er fand sie im Licht“

 

Ulrike Schweikert
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
16,99€

 

 

 

Claire glaubt ihre große Liebe Léon, den Jungen aus der dunklen Welt der Katakomben unter Paris, für immer verloren. Da bekommt sie von einer alten Frau einen geheimnisvollen Stein, den nur Léon ihr geschickt haben kann. Claire spürt, dass er lebt – und spürt die magische Verbindung. Doch die Spur des Steins führt ins Leere. Gleichzeitig kreuzt Cato, der unheimliche Onkel ihres Erzfeindes Adrien, immer wieder Claires Weg. Steht er in Verbindung mit den mächtigen Zauberern des Lichts und der Schatten? Und kann Léon sich jemals aus der dunklen Welt befreien? Verzweifelt versuchen Léon und Claire, in der Stadt der Lichter einen Weg zueinander zu finden. Liebe ist Magie, doch ist sie stärker als die Magie des Schattens? (Umschlagtext)

Düster, magisch und mitreißend!

Dies ist der zweite und auch letzte Band der Léon und Claire-Reihe. Er beginnt, wo Band eins auf so dramatische Weise endete. Immer diese gemeinen Cliffhanger! Claire hält Léon für tot und muss mit dem Verlust und der Trauer zurechtkommen. Doch Léon wird von der Lichtkönigin gefangen gehalten und gefoltert, um den Schatten hervorzulocken. Es gelingt ihm schließlich, seinen Freunden Jannine und Marcell eine Nachricht zukommen zu lassen. Und die Suche nach Léon beginnt.

Durch die düstere Atmosphäre wird man selbst als Leser ganz melancholisch und verweifelt. Man sehnt sich danach, dass Léon und Claire endlich wieder zueinander finden. Fast 250 Seiten lang lässt die Wiedervereinigung auf sich warten. Das war mir eindeutig zu lang, ein ständiges Hin und Her mit diesen magischen Steinen und dann auch noch die Suche nach einer Ratte! Die historischen Rückblicke, die einem Léons Vergangenheit näherbringen, sind wirklich sehr informativ und hervorragend recherchiert, jedoch vielleicht ein bisschen zu detailliert. Mir kam es so vor, als sollte das ersehnte Zusammentreffen der Hauptfiguren durch diese ausschweifenden Schilderungen des Deutsch-Französischen Krieges hinausgezögert werden, um die Spannung ins Unermessliche zu steigern. Für meinen Geschmack war das schon etwas übertrieben zu lang.

Das Ende hat mich leider nicht ganz befriedigt. Irgendwie bin ich mehr der Typ, der sich wünscht, dass die Helden am Ende in den Sonnenuntergang reiten und glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben, was natürlich nicht zu dieser Geschichte gepasst hätte. Es scheint, als ob sich die Autorin ein Hintertürchen offen gelassen hat, um vielleicht doch noch einen Band hinterher schieben zu können. Genügend Fragen sind auf jeden Fall offen geblieben.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die von der Autorin erzeugte Atmosphäre ist packend und düster vom Anfang bis zum Ende. Auch die Beschreibungen von Paris sind so lebendig, dass ich die Stadt wirklich vor Augen hatte. Besonders gefallen hat mir Marcell, der nicht nur ständig die Figuren im Buch rettet, sondern auch die treibende Kraft ist, die der Handlung immer mal wieder einen Schubs nach vorn gibt.

 

Ulrike Schweikert: „Léon & Claire – Er trat aus den Schatten“ (Léon & Claire-Reihe, Band 1)

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