Kategorie: Kinderbücher

Heike Eva Schmidt: „Der zauberhafte Eisladen. Vanille, Erdbeer & Magie. Band 1“

Heike Eva Schmidt
Boje Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
10,00€

 

 

 

Elli spürte ein Kribbeln auf der Kopfhaut, als würden sich ihre Locken ganz von alleine kringeln. Und das konnte nur eines bedeuten: Sie war einem Geheimnis auf der Spur.

Elli ist samt Familie und den drei Familienhühnern umgezogen – und verbringt seitdemn ihre Freizeit am liebsten im Eisladen ihres Großvaters. Bei Sorten wie Vanikirsch, Krokantuss oder Banandel fällt die Auswahl im ‚Leonardos‘ schwer. Aber warum macht das Eis mal glücklich, und ein andermal fühlt man sich auf zauberhafte Weise plötzlich albern oder mutig? Als Elli dann noch ein Geheimfach unter der Eistheke entdeckt und das Karamelleis in ihrem Mund plötzlich bitter schmeckt, wird sie stutzig. Könnte es sein, dass in Leonardos Eisladen Magie im Spiel ist? (Klappentext)

Kindgerechtes Lesevergnügen für den Sommer

Elli Sonntag zieht mit ihrer Familie – Mama, Papa, zwei Brüder und drei Hühner – in eine neue Wohnung, die erfreulicherweise nahe an Opa Leonardos Eisdiele liegt. Leonardo ist bekannt für seine schmackhaften Eigenkreationen und Elli entdeckt bald, dass ihr Nonno ein Familiengeheimnis hütet und auch sie selbst eine ganz besondere Gabe besitzt.

‚Der zauberhafte Eisladen‘ lockt nicht nur mit dem gelato magico, sondern auch mit einer ganzen Reihe warmherziger und leicht schrulliger Charaktere, die in einem alltäglichen Umfeld agieren. Durch zahlreiche zauberhafte Details, wie beispielsweise die drei Familienhühner, von denen sich eines am liebsten im Backofen versteckt, oder Ellis Vorliebe für kunterbunte, selbstgenähte Klamotten, entsteht eine angenehme Leseatmosphäre. Das Familienleben der Sonntags, so turbulent es mit drei Kindern und ebenso vielen Hühnern manchmal sein mag, ist dennoch sehr harmonisch. Auch die Situationen in der Schule sind bekannte Szenarien, in denen wir uns alle wiederfinden.

Für Erstleser ist dieses Buch unter Umständen ein ambitioniertes Vorhaben. Die Kapitel sind doch relativ lang und werden nur selten von Illustrationen unterbrochen. Leseratten werden an dieser Stelle die Augen verdrehen. Für euch ist dieses Buch sicherlich keine Herausforderung und verspricht viele Stunden magisches Lesevergnügen.

Als Erwachsener, dem die unschuldige Sichtweise eines Kindes doch mit den Jahren etwas abhanden gekommen ist, lässt es sich bei diesem Buch stellenweise herzlich schmunzeln. Essenzen, die die Stimmung aufhellen? Die in zu hoher Dosis bewirken, dass man mit dem Nudelsieb auf dem Kopf im Kreis rennt? Und alberne Wortwitze reißt? (Von denen einige so gut sind, dass ich sie mir unbedingt merken muss!) Meiner Meinung nach führt es aber zu weit, an dieser Stelle den Zeigefinger mahnend zu erheben, weil etwa unterschwellig der Drogenkonsum oder etwas Derartiges verherrlicht wird. ‚Der zauberhafte Eisladen‘ ist für eine Altersgruppe ab 8 Jahren vorgesehen und sollte daher nicht zu kritisch auseinander gepflückt werden. Sehr viel deutlicher betont werden Eigenschaften wie Geduld, Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen.

Ich bedanke mich wieder einmal ganz herzlich beim Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

Lissa Lehmenkühler: „Porki – Ein Schweinchen sucht das Glück“

 

Lissa Lehmenkühler (Autor), Nina Hammerle (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,00€

 

 

„Was bist du bloß für ein Schwein!?“, ruft ihm seine Mutter zu, als das kleine Schwein Porki sich mal wieder danebenbenommen hat. Und weil Porki auf diese Frage keine Antwort weiß, macht er sich auf die Reise, um es endlich herauszufinden. Unterwegs trifft er Schweine aller Art: zum Beispiel Wolltraut, die Wollmilchsau, Pigasso, das Pinselohrschwein, oder Praline, das Trüffelschwein – und sogar eine kleine Meerjungsau! Als Porki dann auch den Schweinehund überwunden hat, merkt er endlich, was seine wahre Bestimmung ist: Er ist ein richtiges Glücksschwein! (Klappentext)

Dieses Kinderbuch ist schweinsame Spitze!

Normalerweise bringt Mama Hausschwein immer nur 12 Ferkel auf einmal zur Welt, aber Horkus-Porkus – kurz Porki – ist das 13. und somit schon von Geburt an anders. Porki unterscheidet sich von seinen zahllosen Geschwistern, zum Beispiel mag er keine Hausarbeit und er möchte auch kein Hausmeister werden. Er möchte mehr als ein normales Hausschwein sein und träumt von der großen Welt jenseits der Kleeblatthecke. Eines schlimmen Tages hält Porki es zu Hause nicht mehr aus und begibt sich in die weite Welt, um herauszufinden, was für ein Schwein er denn nun eigentlich ist. Auf seiner Reise begegnet Porki den verschiedensten Schweinen, schließt Freundschaften, erlebt Abenteuer und findet am Ende sich selbst.

Die Geschichte um das kleine Hausschwein ist sehr anrührend. Anders als alle anderen um ihn herum bricht Porki aus den vorbestimmten Grenzen seiner Familie aus und begibt sich auf die Suche nach sich selbst. Dabei ist er mutig und aufgeschlossen für alles Neue und erkennt am Ende, dass jeder etwas Besonderes – um nicht zu sagen schweinzigartig – ist, egal wie er ist. Um diese tiefgründige und lehrreiche Thematik packt die Autorin ein Konvolut aus Sprachspielereien, Wortschöpfungen, Liedern und Versen, die allesamt saumäßig witzig sind. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viele schweinische Bezüge die deutsche Sprache hergibt und musste beim Vorlesen häufig vor Lachen innehalten.

Für Kinder ab 4 Jahre ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Keine oberflächliche, banale Geschichte, sondern eine tiefergehende Thematik und so viele wundervolle sprachliche Überraschungen. Frau Lehmenkühler zeigt wie amüsant und meisterhaft sie mit Sprache spielen kann und unterhält damit sowohl Kinder als auch Erwachsene.

 

 

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HABA Little Friends – Träum schön, Lilli: Meine liebsten Gute-Nacht-Geschichten (HABA Little Friends Vorlesebücher, Band 2)

Teresa Hochmuth (Autorin), Maria Bogade (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
9,99€

 

 

 

Lilli, Mali und Matze sind drei Puppenkinder und wohnen in Monas Kinderzimmer. Und pssst!
Mit Mona teilen sie ein Geheimnis: Wenn kein Erwachsener dabei ist, werden sie lebendig!

Mona hat von ihrer Mama ein ganz besonderes Geschenk bekommen – ein Traumreisekissen. Damit fliegen die Puppenkinder Lilli, Mali und Matze nachts in verwunschene Welten und erleben wundersame Abenteuer, bis sie am Morgen sicher zurück in Monas Kinderzimmer landen. Acht zauberhafte Einschlafgeschichten aus der bunten Welt der Little Friends zum Vorlesen und Träumen.  (Klappentext)

Wir entwickeln uns zu den absoluten Lilli-Fans. Mein Sohn liebt dieses Buch. Es wird zu Hause von A nach B geschleppt und immer wieder durchgeblättert. Jeden Abend muss darin gelesen werden. Insgesamt enthält das Buch acht Geschichten:
Das Traumkissen
Mona und die Sandräuber-Hennen
Mali und die Regenwolken
Matze und das Mondschaf
Lilli und Pippa, das Zebra
Mali und die Funkelfeenflügel
Matze und die Rate-Piraten
Mona und der Schrumpelhut

Die beiden Autorinnen treffen mit ihren Geschichten und Bildern genau den Geschmack der Kinder. Die Texte sind stilsicher, einer für Kinder ansprechenden Ausdrucksweise mit so amüsanten Ausdrücken, dass man an vielen Stellen schmunzeln muss. Insbesondere wenn einige der Redewendungen sofort nachgeplappert werden und infolgedessen in den alltäglichen Sprachgebrauch übergehen: „Jo-ho-ho, auf geht’s Kameraden!“
Als einzigen, winzigen und beinahe unbedeutenden Kritikpunkt sehe ich die Länge der Geschichten an. Sie sind für die Aufmerksamkeitsspanne der Zielgruppe ein kleinwenig zu lang geraten. Mein Sohn ist an sich ein recht ausdauernder Zuhörer, aber die Handlung ist für ihn wohl etwas zu umfangreich, sodass die Konzentration mittendrin nachlässt. Hier bietet es sich an, die Geschichten entweder verkürzt oder gestaffelt vorzulesen. Sie sind deswegen trotzdem sehr beliebt, nicht zuletzt weil sie einfach nur zauberhaft und niedlich sind und von tollen farbigen Illustrationen geschmückt werden.

Insgesamt ist ‚Träum schön, Lilli: Meine liebsten Gute-Nacht-Geschichten‘ ein absolut empfehlenswertes Buch, an dem man lange und viel Freude hat. Die Aufmachung ist zauberhaft in einem stabilen Einband und die Geschichten verleiten zum Mitträumen.

Einen ganz lieben Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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HABA Little Friends – Lilli und die Aufräum-Räuber (HABA Little Friends Bilderbücher, Band 2)



Teresa Hochmuth, Maria Bogade
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
8,99€

 

 

 

 

Wir sind die Little Friends – Komm mit in unsere Welt!

Lilli, Mali und Matze sind drei Puppenkinder und wohnen in Monas Kinderzimmer. Und pssst! Mit Mona teilen sie ein Geheimnis: Wenn kein Erwachsener dabei ist, werden sie lebendig! Lilli, Mali und Matze haben in Monas Kinderzimmer ein Riesendurcheinander angerichtet. Au weia! Wie sollen sie das bloß aufräumen, bis Mona nach Hause kommt? Zum Glück hat Mali eine tolle Idee, doch dabei muss Lilli ganz schön Mut beweisen … (Umschlagtext)

Ein neues Abenteuer aus der HABA Little Friends Reihe.

Die Puppenkinder Lilli, Mali und Matze spielen im Kinderzimmer Räuberbande und finden einen Räuberschatz, hoch oben im Bücherregal. Gerade als sie die Perlen in ihren Räubersack stecken wollen, fällt die Dose um und sämtliche Perlen kullern durch das Zimmer. Was für ein Durcheinander.
Die Puppenkinder zeigen, dass Aufräumen zum Spielen dazugehört und auch Spaß machen kann, zum Beispiel indem jeder Spielsachen einer bestimmten Farbe wegräumt. Da staunen kleine Kinderaugen, wie selbstverständlich die Püppchen für Ordnung im Kinderzimmer sorgen.

Der Stil der Little Friends Bücher ist ansprechend für Kinder gestaltet, in kräftigen, freundlichen Farben mit einem leicht verständlichen Text, der vom Umfang her vollkommen ausreichend für die Altersstufe ab 3 Jahre ist, obwohl auch schon mein 2-Jähriger von den Geschichten angetan ist. Schön ist außerdem, dass die Bücher trotz der Titelheldin auch für Jungs geeignet sind. Allerdings sei ein kleines bisschen Vorsicht geboten, denn die Seiten sind aus Papier, und kleine Kinderhände … naja, ihr wisst schon.

Ein ganz liebes Dankeschön von der kleinen Lesemaus an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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Sophie Schoenwald: „Der große Zahnputztag im Zoo“

 

Sophie Schoenwald (Autor), Günther Jakobs (Illustrator)
Boje Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
12,90€

 

 

Frischer Wind mit Zahnputzigel Ignaz!

Es müffelt im Zoo. Weil keiner mehr die Zähne putzt! Da hat Zoodirektor Ungestüm einen Plan – und schickt Ignaz Pfefferminz Igel auf eine waghalsige Mission: Ein Klecks Zahnpasta auf den Rücken und schon geht es los. Ignaz schrubbt, poliert und putzt – große, kleine, spitze Zähne. Und steckt im Nu mitten im größten Abenteuer seines Lebens. Dabei traut er sich hoch hinauf zu Frau Giraffe, ins Löwengehege und sogar bis ins Maul von Wilhelm, dem weißen Hai!
Eine erfrischende Geschichte übers Zähneputzen ‑ zum Lachen, Staunen und Mitfiebern. So abenteuerlich wie Karius und Baktus! (Klappentext)

Mit Spaß Zähneputzen!

Zähneputzen bei Kleinkindern kann manchmal ein regelrechtes Drama sein. Warum rückt Mama ständig mit der Zahnbürste an? Warum sollte man dann den Mund aufmachen? Wozu überhaupt das ganze Geschrubbe? Das ist ein frustrierender Kampf für geplagte Eltern. Glücklicherweise gibt es ein paar einfache Tricks, um seinen Sprösslingen die Zahnpflege spielerisch und auf ganz subtile Weise näherzubringen. Bilderbücher helfen Kindern generell, den Prozess und die Wichtigkeit des Zähneputzens zu verstehen. Und ‚Der große Zahnputztag im Zoo‘ liefert hierzu eine wirklich witzige Geschichte, bei der allein schon vor Lachen der Mund offensteht (sodass die Zähne geputzt werden können!).

Erzählt wird die Geschichte über Zootiere, die dem Rat des Faultiers folgend keine Zähne mehr putzen. Daher müffelt es im Zoo und keine Besucher kommen mehr. Der Zoodirektor hat die pfiffige Idee, einen Zahnputztag einzulegen. Als Zahnbürste dient Igel Ignaz, dessen Stachelkleid mit Zahnpasta bestrichen wird. So muss Ignaz am Ende einer langen Stange die Zähne der Giraffe putzen oder mit einer Wäscheklammer auf der Nase hinab zum weißen Hai tauchen. Text und Bilder zur Geschichte sind unglaublich lustig. Das ist ein Buch, das man selbst als Erwachsener und nach dem hundertsten Mal Vorlesen noch gerne in die Hand nimmt.

Eine super Zugabe ist außerdem das Poster, auf dem Ignaz Igel noch einmal alle Facetten des Zähneputzens vorführt. Aber vorsichtig beim Heraustrennen! Neugierige Kinderhände können sowohl das Poster als auch den Einband beschädigen. Ist ziemlich fest geklebt. Das Poster gibt es übrigens auch online auf der Verlagsseite zum Herunterladen. Klick hier!

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Mia Cassany: „Atlas der wundersamen Orte“

 

Mia Cassany
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
14,99€

 

 

 

Komm mit an die wundersamen Orte einer fantastischen Traumwelt. Hier trägt der Panther Zebrastreifen, die Berge stehen Kopf und aus Zuckerzeug werden Süßsee-Inseln…
Dieser ungewöhnliche Atlas entführt uns in eine Fantasiewelt, eine Welt voller Schönheit und Wunder, stets auf halbem Weg zwischen Wirklichkeit und Traum. Dies ist ein Atlas all der Orte, die es so gar nicht gibt. Oder vielleicht doch? (Klappentext)

Geografie für Träumer!

Der ‚Atlas der wundersamen Orte‘ ist ein hochwertiges Kinderbuch, das Kunst, Poesie und Fantasie vereint und die Grenzen der Vorstellungskraft leichtfüßig überwindet. Die Bilder tragen Elemente aus dem Jugendstil mit flächenhaften Ornamenten, die oft abstrakte oder abstrahierte Muster ergeben. Die Natur wird durch schwungvolle Linien abgebildet, durch Ranken und Wellen. Jegliche Gesetzmäßigkeiten werden aufgegeben und die Fantasie entfaltet sich frei, wohin auch immer sie möchte.

Mein Sohn und ich saßen gleichermaßen staunend über die Seiten gebeugt. Es gibt viel zu entdecken, viele Orte, über die man sich wundern kann. Am Ende des Buches fühlt sich der Verstand wie aufgelockert an, einfach weil man seine eigene eingeschränkte Vorstellungskraft überwunden hat und nun selbst vergnügt vor sich hin träumt. Dieses Buch ist nicht nur etwas für Kinder, sondern auch für Erwachsene. Rundum gelungen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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Marc Martin: „Am Fluss“

 

Marc Martin
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
15,00€

 

 

Eine Reise auf dem Fluss

Dieses wunderschöne und poetische Bilderbuch zieht Kinder und Erwachsene in seinen Bann. „Draußen vor meinem Fenster fließt ein Fluss. Wohin wird er mich tragen?“ Mit diesen Worten beginnt eine Fantasiereise von der Stadt zum Meer. Vorbei an Fabriken und Feldern, Autobahnen und Wäldern folgen wir dem ewigen Kreislauf des Wassers. Durch jede neue Landschaft führen uns die fantastischen Illustrationen und der poetische Text des preisgekrönten australischen Künstlers Marc Martin.

Eine Mischung aus Kinderbuch, Kunst und Poesie.

Marc Martins ‚Am Fluss‘ regt die Fantasie zu einer Reise an, indem man sich aus dem Alltag heraus träumt und seine Gedanken und Vorstellungskraft fließen lässt. Der Fluss schlängelt sich als feste Konstante durch die Seiten, aber auf jeder erwartet einen eine vollkommen andere Welt. Jedes Bild für sich stellt ein eigenes kleines Kunstwerk dar. Durch einen Hauch von Wimmelbuchcharakter lassen sich in den Bildern viele Kleinigkeiten entdecken, man muss bloß genau hinschauen.

Der poetische Erzählton des Textes gleicht der Strömung des Flusses. Er trägt einen von Seite zu Seite, mal schneller und mal langsamer, aber immer von einer gewissen Ruhe begleitet, die sich sowohl auf den vorlesenden Erwachsenen als auch auf das zuhörende Kind überträgt. Dieses Buch bewirkt wie kaum ein anderes, dass man abschalten kann, zur Ruhe kommt und ein bisschen vor sich hin träumt. Einfach wunderbar!

Bei der Altersempfehlung war ich anfangs skeptisch, ich hielt es für zu jung angesetzt aufgrund der sehr künstlerischen Züge. Aber das Buch kam hervorragend an, die Kinder versinken regelrecht in den Bildern. Sie können der Handlung leicht folgen und sie anhand der Bilder schnell von allein nacherzählen.

 

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

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Katharina E. Volk: „Das verrückte Wiesengeflüster“

 

Katharina E. Volk (Autor); Christian und Fabian Jeremies (Illustratoren)
Boje Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahren
12,90€

 

 

 

Du musst nicht alles glauben, was du hörst!

Die Häschen haben eins aufs Näschen bekommen. „Unglaublich“, murmelt das Schaf. Auch Fuchs und Dachs staunen. Und die Maus ruft entsetzt: „Ach herrje, die Armen!“
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht unter den Tieren. Bis das kleine Wildschwein davon erfährt und beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen!

Unerhört liebenswert, wie dieses Bilderbuch dem Entstehen von Gerüchten und Missverständnissen auf die Schliche kommt (Klappentext)

Wenn es in der Gerüchteküche brodelt…

Familie Hase hat Neuigkeiten zu verkünden: ein süßes, kleines Hasenbaby ist geboren. Diese frohe Kunde zwitschern die Amseln im Vorüberfliegen dem Schaf zu. Doch leider versteht das Schaf etwas vollkommen anderes und macht sich auf, seine leicht veränderte Version dem Fuchs zu erzählen. Über das Stille-Post-Prinzip verbreiten sich Gerüchte über Familie Hase, die immer dramatischer werden. Jedes Tier fügt seiner Version eine weitere Ausschmückung hinzu. Aus der einst wunderbaren Nachricht wird am Ende eine richtige Schreckensgeschichte.

Dieses Bilderbuch ist ein Lehrstück über das Verbreiten von Gerüchten. Auf witzige Weise wird den Kindern nähergebracht, wie schnell sich der Informationsgehalt verändern kann, wenn eine Nachricht verbreitet wird, die man nur vom Hörensagen kennt.

Die Illustrationen sind farbenfroh und ansprechend für Kinder gestaltet.

Die Altersempfehlung für Kinder ab 4 Jahren ist gerechtfertigt. Jüngere Kinder haben zum einen Probleme, dieser doch recht ausführlichen Geschichte zu folgen. Der Fließtext pro Seite ist ziemlich umfangreich, so wie auch die darin enthaltenen Informationen. Zum anderen können jüngere Kinder das Prinzip der Stillen Post noch nicht ganz begreifen.

‚Das verrückte Wiesengeflüster‘ widmet sich einem sehr wichtigen Thema. Nicht immer entspricht das, was wir von anderen erzählt bekommen, der Wahrheit. Es zeigt den Kindern, dass man Nachrichten auch einmal hinterfragen muss, statt sie ohne jeden Vorbehalt zu glauben und dann auch noch weiterzutratschen, wobei die Versuchung groß ist, dem Erzählten noch eine eigene Einzelheit hinzuzufügen.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Jennifer Benkau: „Hummelhörnchen – Zaubern müsste man können!“ (Die Hummelhörnchen-Reihe, Band 1)

 Jennifer Benkau
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 7 Jahren
10,00€

 

 

 

 

Einhörner? Das sind doch diese zierlichen Zauberwesen in Pferdegestalt, die es schon lange nicht mehr gibt!? Falsch! Natürlich gibt es Einhörner! Das stellt auch Lenja fest, als der winzige Möpp dahergeflattert kommt. Einhorn Möpp ist allerdings kein bisschen zierlich, sondern ziemlich pummelig. Und ständig pupst er. Weil er eindeutig zu viel Süßigkeiten futtert! Außerdem ist es mit seinen Zauberkünsten nicht sehr weit her. Was für ein Heidendurcheinander sorgt … Doch nur, wenn Möpp richtig zaubern lernt, kann er zurück ins Goldwolkenland zu den anderen Einhörnern! Ob Lenja ihm dabei helfen kann? (Klappentext)

Ein zauberhafter Humor!

Hummelhörnchen entspricht nicht ganz den Vorstellungen, die man sich von dem mystischen Fabelwesen gemacht hat. Statt von edlem Wuchs ist Möpp kaum größer als ein Kolibri, mit eben solchen Flügelchen, und dazu noch ziemlich pummelig. Abgesehen von den Flügeln ist es überhaupt nicht bunt, und glitzern tut Möpp schon mal gar nicht. Auch die Sache mit der Zauberei beherrscht es nicht. Naja, immerhin einen Trick kann er gut. Von der vielen Schokolade bekommt Möpp ordentlich Flatulenzen, und es ist weder Glitzerstaub noch ein Regenbogen, der ihm dann aus dem Poppes schießt. Außer Lenja kann niemand das winzige Einhorn sehen, was Lenja zu Hause und in der Schule in zahlreiche peinliche Situationen und Erklärungsnöte  bringt.

Hummelhörchen ist empfehlenswert für alle Erstleserinnen, ob sie nun Einhörner lieben oder nicht. Möpp ist ein ganz eigenes Kaliber. Man muss das pupsende Einhorn einfach ins Herz schließen. Die Geschichte ist nicht zu lang, in einer gut lesbaren Schriftgröße verfasst und wird mit putzigen Illustrationen aufgelockert. Den Schreibstil der Autorin empfand ich als überaus angenehm, sehr humorvoll, sehr talentiert. Die Charaktere sind nicht zu stark überzeichnet oder zu überdreht, die Handlung ist witzig und nicht zu komplex für junge Leser. Insgesamt ein rundum gelungenes Buch, das einen zum Lachen bringt und die Vorfreude auf mehr geweckt hat!

Und ich wünschte, ich hätte auch einen Möpp.

 

 

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Tom Fletcher: „Kleines Monster, komm da raus!“


Tom Fletcher
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
13,00€

 

 

 

Ach, du liebes Lieschen! In dieses Buch hat sich ein kleines Monster geschlichen! Wer hilft mit, es zu verscheuchen? Mit Schütteln, Pusten, Wedeln, Drehen und am Ende ganz, ganz viel Lärm gelingt es schließlich, das freche kleine Monster loszuwerden. Doch, schwups, ist es ins Zimmer entwischt – und da hat es ja nun überhaupt nichts zu suchen. Also husch, zurück ins Buch gelockt, über den Kopf gestreichelt … und Gute Nacht, kleines Monster.

Tom Fletchers nächstes wunderbares und überaus witziges Kinderbuch!

Das kleine Monsterchen sitzt im Buch und knabbert an den Seiten. Um es zu verscheuchen, werden sämtliche Register gezogen. Was sich dabei mit einem Buch alles anstellen lässt, ist erstaunlich und unfassbar amüsant. Schütteln, Kitzeln, Pusten, Kippen, Drehen und noch vieles mehr. Mein 2-Jähriger folgt ganz emsig den Anweisungen und erschrickt jedes Mal wieder, wenn das Monster plötzlich in sein Zimmer entwischt. Der Gute-Nacht-Ritus am Ende des Buches lässt sich hervorragend als Überleitung benutzen, um das eigene Monsterchen in sein Bett zu verfrachten.

Ganz besonders mag ich das großzügige und edle Format des Buches. Die Illustrationen sind schlicht und schnörkellos. Der Fokus liegt eben auf dem kleinen Monster, das sich zwischen den Seiten bewegt. Vielleicht hätte man aber über eine Pappbilderbuchausgabe nachdenken können. Ein bisschen sorgenvoll beobachte ich immer, wie die kleinen grobmotorischen Hände an den Seiten zerren oder wie beim Pusten – bei uns leider mehr ein Spucken – das Papier durchnässt wird. Auch beim Wedeln und Schütteln geht es ganz schön zur Sache.

Aber am Wichtigsten, das Buch bereitet jede Menge Freude. Solche Mitmach-Bücher machen einfach Spaß und Tom Fletcher hat’s einfach drauf. Wer den ‚Weihnachtosaurus‘ gelesen hat, weiß, was ich meine.

Zum Schluss noch einen lieben Dank an das Bloggerportal für die Zusendung eines Rezensionsexemplares!

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