Kategorie: Rezensionen

Neil Gaiman: „Anansi Boys“


Neil Gaiman
Eichborn Verlag
14,00€

 

 

 

 

Für Fat Charlie Nancy gibt es nichts Schlimmeres als Peinlichkeiten. Seinen Vater – das Peinlichste in seinem bisherigen Leben – hat er schon lange aus seinem Alltag verbannt. Doch dann erreicht ihn die Nachricht, dass dieser verstorben ist. Und damit nicht genug! Sein Vater soll ein Gott gewesen sein und Fat Charlie einen Bruder haben, von dem er bislang nichts wusste.

In einem alkoholisierten Moment nimmt Fat Charlie Kontakt auf – und verflucht sich bald dafür. Denn mit seinem Bruder Spider hält das Chaos Einzug in sein geordnetes Leben. Spider ist nicht nur arrogant und egozentrisch, er hat auch die göttlichen Fähigkeiten ihres Vaters geerbt… (Klappentext)

Göttlich abgedrehte Geschichte

Ein ganzer Ozean, mehr als 6000 Kilometer tiefblaues Wasser trennen Fat Charlie Nancy von seinem Vater, der ihn in seiner Kindheit häufig blamiert hat. In London führt Charlie ein geordnetes Leben, nicht besonders spektakulär, eigentlich sogar ziemlich langweilig. Genauso wie Charlie selbst. Als er der Versuchung nicht wiederstehen kann und einer Spinne eine Nachricht für seinen Bruder ins Ohr flüstert, ahnt er nicht, dass mit Spider das Chaos in sein Leben Einzug hält. Denn Spider ähnelt stark ihrem Vater, dem Spinnengott Anansi. Er verfügt über gewisse göttliche Fähigkeiten, ist überheblich, selbstverliebt, charmant… all das, was Charlie nicht ist. „Anansi Boys“ erzählt die Geschichte eines stinknormalen, langweiligen Typen, in dessen Leben plötzlich mehrere Götter mitmischen.

Der Vorläufer dieses Buches heißt „American Gods“. Darin spielt Anansi bereits eine wichtige Nebenrolle. Man kann „Anansi Boys“ jedoch lesen, ohne den Vorgänger zu kennen. Das Buch ist allein schon deshalb lesenswert, weil es von Neil Gaiman ist. Setzt aber voraus, dass man Neil Gaiman und seinen Stil mag. Die Handlung ist ziemlich verworren und komplex. Es geht um Götter und Ursprungsmythen aus der westafrikanischen Mythologie, die vielen vermutlich unbekannt sein dürfte und die auch im Buch nicht groß erklärt wird. Anansi ist ein Gott des Schabernacks, gerissen und listig. Er spinnt den Sagenschatz der Welt, was hier von Neil Gaiman aufgenommen und modern aufgearbeitet wurde. Es geht um die Macht von Geschichten und Liedern.

Gaimans Figuren sind typische Antihelden, mit denen man nur durch ihre Schwächen sympathisieren kann. Sie geraten in aberwitzige Situationen, die nicht immer logisch sind. Aber der Ideenreichtum ist einfach grandios. Man muss Gaimans bizarren Einfallsreichtum zu schätzen wissen, andernfalls wird man mit seinen Büchern wohl nicht glücklich.

 

Sandra Lawrence: „Atlas der Fabelwesen: Sagen, Legende, Mythen aus aller Welt“

 

Sandra Lawrence (Autor), Stuart Hill (Illustrator)
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 8 Jahre
24,00€

 

 

Entdecke mythische Fabelwesen und wo sie zu finden sind!

Dieser illustrierte Atlas entführt uns in die unerklärliche Welt gefährlicher Monster und anderer faszinierender Kreaturen aus Mythen und Legenden.
Finde heraus, was die seltsamen Zeichen auf den Landkarten bedeuten, und lüfte das Geheimnis der Fabelwesen!
Traust du dich das Rätsel zu lösen? (Klappentext)

Die Welt entdecken auf einer mystischen Abenteuerreise

Auf meinem Tablet wimmelt es von Abenteuerspielen, bei denen zahlreiche Rätsel gelöst werden müssen, die in eine spannende Geschichte eingebettet sind und Titel wie ‚The Lost City‘ oder ‚Mystery Manor‘ haben. Der „Atlas der Fabelwesen“ weist einige Ähnlichkeiten mit diesen Spielen auf, was mich überrascht und von der ersten Seite an gefesselt hat.

Die Geschichte beginnt mit einem zerknüllten Brief, in dem die Bibliothekarin Ruth sich an einen Lektor wendet und von einem außergewöhnlichen Fund berichtet. Ruth verwaltet den Nachlass des vor Kurzem verstorbenen Professors Hardacre von Hardacre Manor und hat in einem verborgenen Gewölbe eine alte Truhe entdeckt. In dieser Truhe befand sich ein Bündel Papiere, die von einem gewissen Cornelius Walter im 16. Jahrhundert verfasst worden sind. Cornelius Walter war ein Weltreisender, der alle Kontinente bereiste, um sämtliche Fabelwesen in einem Atlas zu verzeichnen. Doch warum hat er diese Seiten nie veröffentlicht und verbrachte sein Leben als Einsiedler? Ruth zweifelt an der Echtheit der Dokumente…

Was der Leser nun in Händen hält, sind eben jene Blätter aus der geheimnisvollen Truhe: „Der Atlas der Fabelwesen“. Eine kartografische Sammlung und ein mit umfangreichem Bildmaterial versehenes Nachschlagewerk über Monster und Sagengestalten aus aller Welt. Die Landkarten sind meisterhaft illustriert, mit vielen Details und Notizen, die von Cornelius Walter stammen sollen. Die Fabelwesen sind je nach regionalem Vorkommen in den Karten verzeichnet und werden auf der folgenden Doppelseite in ein zwei Sätzen beschrieben, was anhand der Fülle völlig ausreichend ist.

Walters Reise ist von einem Geheimnis umgeben, das sich entschlüsseln lässt, wenn man seiner Reiseroute folgt und aufmerksam die Karten studiert. Ein unglaublicher Spaß, den ich eigentlich nicht erwartet hätte. Dieses Buch ist viel mehr als ein Atlas und Nachschlagewerk. Es ist eine Heldenreise, ein Rätsel, eine Detektivgeschichte. Typisch Prestel Verlag, der jedes Mal aufs Neue mit seinen künstlerischen Werken überzeugt. „Der Atlas der Fabelwesen“ ist ein außergewöhnliches und genial durchdachtes Werk, das definitiv nicht nur für Kinder gedacht ist. Außerdem bin ich ziemlich sicher, dass auch Sam und Dean Winchester eine Ausgabe besitzen.

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Prestel Verlag dafür, dass ich dieses großartige Werk als Rezensionsexemplar erhalten durfte!

 

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Ute Krause: „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“

 

Ute Krause
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 9 Jahre
16,00€


 

 

Eine verrückte Piratenbande, eine magische Reise und ein dunkles Geheimnis…

Theo hat es zu Hause nicht leicht, immer wieder gibt es Streit mit seinem Stiefvater. Da überredet ein geheimnisvoller Rabe Theo zu einer abenteuerlichen Reise auf einem fliegenden Piratenschiff. Gemeinsam wollen sie Theos Vater suchen, der vor Jahren verschwand. An der Seite seiner neuen Freunde lernt Theo ein großes Segelschiff sicher zu navigieren, er trotzt stürmischen Ozeanen, entkommt den Fängen eines riesigen Kraken, aber vor allem lernt er, auf seine innere Stimme zu hören und über sich selbst hinauszuwachsen. Und so gelingt es ihm schließlich, das Geheimnis um seinen Vater zu lüften… (Klappentext)

Ein Kinderbuch über Piraten und ein dunkles Familiengeheimnis

Theo lebt mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten in einer Berliner Wohnung. Die Familienkonstellation ist ein bisschen verzwickt, denn Theo kann Martin, seinen Stiefvater, nicht besonders leiden und glaubt, dass es umgekehrt ebenso ist. Diese Familiensituation ist heutzutage nicht besonders realitätsfern und ich denke, dass die junge Leserschaft die Konflikte durchaus nachvollziehen kann. Die Autorin komprimiert das Kernproblem kindgerecht dahingehend, dass Martins Essen Theo einfach nicht schmeckt. Dagegen sieht der erwachsene Leser natürlich die tiefergehende Problematik, sei es eben der abwesende Vater oder die arbeitende Mutter, die aber gleichzeitig noch Freundin und Frau ist. Die ganze Auseinandersetzung zwischen Theo, seiner Mutter und seinem Stiefvater ist zudem märchenhaft überzeichnet. Wer isst schon gerne Froschschenkel-Rosenkohl-Lasagne? Und selbstverständlich wird Theo auch übertrieben ungerecht behandelt. Ich finde, das passt zur Geschichte und erinnert mich gleichzeitig ein bisschen an Charles Dickens.

Nachdem Theo also in ein Ferienlager verbannt wurde und dort auch noch von den anderen Kindern schikaniert wird, bricht das Fantasy-Abenteuer über ihn herein. Er gelangt an Bord des fliegenden Piratenschiffes Halbmond und erlebt eine fantasievolle und spannende Abenteuerreise, die sich in ihrer Heldenhaftigkeit fast schon mit Odysseus vergleichen kann. Auf dieser Reise entwickelt Theo Selbstvertrauen und innere Stärke.

Mit der Figurengestaltung hat sich die Autorin viel Mühe gegeben. Die Charaktere sind alle grundverschieden, jeder hat so seine Macken und gute sowie schlechte Seiten. Ergänzend gibt es auf einigen Seiten Illustrationen, die von ihrer Machart her vielleicht nicht über die Maßen künstlerisch sind, aber gut zur Geschichte passen. Der Erzählstil ist einer der besten, die ich je gelesen habe. Vom Verlag ist das Buch gewohnt chic aufgemacht im festen Einband und mit hochwertigen Seiten. Mit über 200 Seiten ist das Buch ziemlich umfangreich und erfordert bei Erstlesern wohl doch einigen Ehrgeiz, um bis zum Ende durchzuhalten.

Insgesamt finde ich „Theo und das Geheimnis des schwarzen Raben“ großartig. Ein absolut empfehlenswertes Kinderbuch mit düsteren, aber auch liebevollen und witzigen Aspekten. Es ist eine fantastische Heldenreise auf der Suche nach dem verschwundenen Vater, auf der es viele Abenteuer zu bestehen gilt und einem guten Ende.

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April Dawson: „Still Broken“

 

April Dawson
LYX Verlag
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
10,00€

 

 

Eine Liebe, die alles wert ist…

Als Norah sich am College in den unnahbaren Max verliebt, beginnt die aufregendste Zeit ihres Lebens. Die Gefühle zwischen ihnen sind leidenschaftlich, echt und so völlig anders als alles, was sie zuvor erlebt hat – auch wenn alle sie vor Max gewarnt haben. Je näher sie sich kommen, desto deutlicher spürt Norah allerdings, dass Max etwas vor ihr verbirgt – aber auch, dass ihre Liebe jeden Kampf wert ist, selbst wenn Max Geheimnis ihr Leben für immer auf den Kopf stellen könnte… (Klappentext)

Stark konstruiert, überladen und wirr.

Eine schlechte Rezension zu verfassen, macht nicht so viel Spaß, wie man vielleicht denkt. Irgendjemand fühlt sich trotz aller Meinungsfreiheit und Kritikfähigkeit immer angegriffen und ist beleidigt. Meistens sind es die eingefleischten Fans, die meinen, ihre Lieblingsautorin in Schutz nehmen zu müssen. Aber jeder hat nun einmal seine eigene Meinung und in diesem Fall tut es mir auch echt leid, aber „Still Broken“ trifft überhaupt nicht meinen Geschmack. Das ist leider so. Dabei klang der Klappentext vielversprechend und in Teilen fand ich die Liebesgeschichte sogar recht süß. Wäre sie nur nicht so spürbar konstruiert gewesen…

Gleich zu Beginn sieht Norah auf einer Party diesen unfassbar heißen Typen, ihre Blicke begegnen sich und sofort ist da diese magische Anziehung. Natürlich entpuppt sich der heiße Typ als Bruder von Norahs Mitbewohnerin. Und natürlich wird sie ihm auch noch in der Redaktion zugeteilt. Von Anfang an prallen die beiden Protagonisten aufeinander. Diese ständigen Begegnungen wirken sehr erzwungen und übertrieben. Genauso die ach so leidenschaftlichen Gefühle zwischen den beiden, die plupp! einfach da sind, alles überwältigen, aber für mich nicht nachvollziehbar waren. Außerdem ist Max alles, aber definitiv kein Bad Boy. Er zieht sich bloß wie einer an.

Die Handlung besteht hauptsächlich aus abrupten Szenensprüngen und starken Gefühlsaufwallungen, die weder zur Geschichte noch zu den Charakteren passen wollen. Den Figuren hätte mehr Homogenität gutgetan. Die dramatischen Höhepunkte sind zahlreich – und wie! Lügen, Tod, Vergewaltigung, Familientragödien und die Mafia! Es ist schwer, das alles in eine einheitliche Story zu verpacken. Die unvorhergesehenen Dramen stiften einiges an Verwirrung. In der großen Rahmenhandlung steckt doch genug Spannung, die völlig ausgereicht hätte für einen aufregenden Roman. Insgesamt ist die Geschichte überladen mit Dramatik und Gefühlen, dadurch wirkt sie unrealistisch. Und bei den vielen Nebensträngen ist es letztlich auch kein Wunder mehr, dass am Ende die ein oder andere Lücke offen bleibt. Oder weiß einer, was aus Drew geworden ist? Eben war er noch am Telefon, und dann?

Ich empfand „Still Broken“ als sehr unstimmig, mit unlogischen Handlungssträngen und einer zu plumpen Verarbeitung von Klischees. Es ist schade und tut mir wie gesagt wirklich leid, aber in den Roman wurde zu viel hineingesteckt. Manchmal ist weniger halt doch mehr.

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Peter Tschaikowsky: „Der Nussknacker: Ein Musik-Bilderbuch zum Hören“

 

Peter Tschaikowsky
Prestel Verlag
empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
25,00€

 

 

 

Begleite Clara auf ihrer magischen Reise in dieser Neuerzählung des klassischen Ballett-Stücks von Peter Tschaikowsky. Sieh zu, wie der Nussknacker gegen den Mäusekönig kämpft, treffe die Zuckerfee und reise ins Land der Süßigkeiten, wo dich viele Wunder und Überraschungen erwarten… (Klappentext)

Der märchenhafte Weihnachtsklassiker für die Kleinen

Die Geschichte in diesem Buch ist eine Abwandlung von E.T.A. Hoffmanns Märchen ‚Nussknacker und Mäusekönig‘. Claras Familie (im Original hieß die Figur Marie und porträtiert eigentlich Clara, die Tochter eines Freundes von Hoffmann) feiert einen rauschenden Weihnachtsabend, als Onkel Drosselmeyer eintrifft. Er schenkt Clara einen Nussknacker, der um Mitternacht lebendig wird. Im Kampf der Spielzeuge besiegt Clara den Mäusekönig, indem sie ihren Schuh an seinen Kopf wirft. Dadurch wird der Fluch gebrochen, der auf dem Nussknacker liegt, und er verwandelt sich in einen Prinzen. Mit ihm gemeinsam gelangt Clara ins Land der Süßigkeiten und zur Zuckerfee.

Der Klassiker wird mit diesem Buch toll in Szene gesetzt.  Die Illustrationen sind passend zum Stil der Geschichte eher nostalgisch gehalten und eigentlich wie kleine Kunstwerke. Auf ihnen gibt es so viel zu entdecken, bei jedem Anschauen findet man neue Details.

Die Musiksequenzen sind deutlich, aber mit knappen zehn Sekunden leider viel zu kurz, um die Stimmung der Szene so wiederzugeben, dass man sich hineinfühlen kann. Am Ende gibt es eine Übersicht der einzelnen Musikstücke, wo wunderbar das Zusammenwirken von Handlung und Musik beschrieben wird. Kurz und prägnant wird die Atmosphäre geschildert und wie die Instrumente diese ausdrücken und wiedergeben. Als Einstieg in die klassische Musik ist das Buch hervorragend. Die vielen Sachinformationen und Vorschläge, wie man sich weiterführend mit dem Werk beschäftigen kann, sind wirklich mehr für ältere Kinder geeignet. Lässt man das erst einmal außer Acht, dann hat man immer noch ein zauberhaftes Bilderbuch mit kurzen Texten, das auch schon für ein Kleinkind ab 2 Jahren bestens geeignet ist.

Für uns gehört Tschaikowskys ‚Der Nussknacker‘ zu Weihnachten einfach dazu und dieses neue Format aus dem Prestel Verlag ist echt eine Bereicherung, um schon den Kleinsten die Musik und die Geschichte näherzubringen. Außerdem, wie kann man nicht von einem Prinzen ins Land der Süßigkeiten entführt werden wollen?

Ein ganz besonderer Dank geht an das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Galia Bernstein: „Große Tatzen, kleine Tatzen“

 

Galia Bernstein
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
13,00€

 

 

 

Als Simon, der kleine Hauskater, auf Löwe, Gepard, Puma, Panther und Tiger trifft, behauptet er: „Ich bin eine Katze wie ihr!“ Da lachen die Großkatzen ihn aus und erklären ihm, warum das nicht sein kann. Doch so schnell gibt Simon nicht auf… (Klappentext)

Auch die kleinste Katze ist ein Meisterwerk!

Welchen Hohn und Spott muss der kleine Stubentiger Simon über sich ergehen lassen, als er den großen Katzen verkündet, er wäre genau wie sie. Aber ein Hauskätzchen kann sich doch nicht mit einem Löwen, Gepard, Panther, Puma oder Tiger vergleichen, oder? Jede der Großkatzen erklärt Simon, warum er nicht wie sie ist.

Dieses Buch ist eine gelungene Geschichte über Vielfalt. Trotz zahlreicher Unterschiede im Aussehen, sind die Gemeinsamkeiten nicht von der Hand zu weisen. Ob gepunktet, gestreift, groß oder klein, im Herzen sind sie alle gleich. Abgesehen von der tiefgründigen und wie ich finde aktuellen Botschaft der Geschichte ist es für Kinder lehrreich, die verschiedenen Großkatzen mit ihren Eigenschaften kennenzulernen.

Die Illustrationen der verschiedenen Tiere sind realistisch, also nicht zu verniedlicht für ein Kinderbuch, sie sind hervorragend gezeichnet. Die einzelnen Seiten sind nicht zu überladen, was absolut perfekt ist, um die Aufmerksamkeit der Kinder zu fokussieren. Daher ist das Buch durchaus schon für 3jährige Kinder geeignet. Die Bilder sind lustig und begleiten die Handlung auch ohne große Worte. Mimik und Gestik der Tiere sind urkomisch.

Die Themen Vielfalt und Toleranz sind hier in eine wunderbar humorvolle Geschichte verpackt, weshalb das Buch nicht nur zu Hause gelesen werden sollte, sondern gern auch Einzug in Kitas oder Grundschulen halten könnte, um die Kinder für diese aktuellen Themen zu sensibilisieren.

Mein Dank gilt dem Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Wolfram Hänel: „Drei Weihnachtsengel auf heißer Spur: Ein Weihnachtskrimi in 24 Kapiteln“

Hallo ihr Lieben,

an diesem düsteren Oktobertag möchte ich euch einen weiteren Adventskalender in Buchform vorstellen. Diesmal einer, der für größere Kinder gedacht ist, denn er verspricht weitaus mehr Spannung:

 

Wolfram Hänel
cbt Verlag
empfohlenes Alter: ab 10 Jahre
7,99€

 

 

Max und Mia planen in diesem Jahr eine ganz besondere Weihnachtsüberraschung zusammen mit ihrem Freund Carlo von der Pizzeria. Doch dann verschwindet Carlo von einem Tag auf den anderen. Der einzige Hinweis ist eine Nachricht von Carlo für Max und Mia: PASST AUF! IM DORF PASSIERT WAS, WAS NICHT GUT IST! MEHR DARF ICH NICHT SAGEN! Ob Max und Mia ihrem Freund helfen und das Rätsel rechtzeitig vor Weihnachten aufklären können? Vielleicht erschnüffelt ja Sennenhund Caruso die heiße Spur! (Klappentext)

Ein Adventskalender, der besonderen Art

Adventskalenderbücher haben wir bereits einige getestet und sind von dem Prinzip sehr angetan. Jeden Tag dürfen die Seiten an der Perforation durchtrennt werden und ein neues Kapitel kommt zum Vorschein. Insgesamt sind es also 24 Kapitel, die eine spannende Kriminalgeschichte erzählen. Die einzige, kleine Schwäche besteht darin, dass solche Adventskalenderbücher eben nicht Probe gelesen werden können. Man kann zwar versuchen, zwischen die Seiten zu lugen, aber … nein, eigentlich bringt es das nicht. An der Perforation lassen sich die Seiten ohne Schwierigkeiten auftrennen, auch ohne Lineal oder Brieföffner, wie in der kleinen Gebrauchsanweisung auf der ersten Seite vorgeschlagen wird. Wir nehmen immer den Finger und bisher wurde nie eine Seite beschädigt oder sonst wie in Mitleidenschaft gezogen.

Max und Mia sind mit ihrer Mutter zu ihrem Onkel in die Schweiz gezogen. Ihre Eltern scheinen glücklicher, wenn zwischen ihnen ein bisschen Abstand herrscht. Doch Max‘ und Mias Papa kommt regelmäßig zu Besuch. Kurz vor Weihnachten geschehen merkwürdige Dinge in dem verschneiten Dorf und die beiden Kinder beginnen zu ermitteln. Die Geschichte wird aus Max‘ Sicht erzählt. Vom Schreibstil war ich sehr angetan. Er ist sehr flüssig, ein bisschen verschachtelt, aber sehr klug und pointiert formuliert. Überhaupt nicht oberflächlich oder plump. Es macht Spaß Max‘ Beschreibungen zu lesen, der seine Umwelt mit einigem unterschwelligen Sarkasmus wahrnimmt und ziemlich kluge Beobachtungen macht. Insgesamt ist die Handlung ein relativ unterhaltsamer Krimi für Kinder ab 10 Jahren. In manchen Kapiteln besteht der erste Absatz grundsätzlich nur aus einleitendem Blabla, das nichts zum Fortschreiten der Handlung beiträgt. Aber da die Geschichte witzig und gut geschrieben ist, stört das nicht weiter.

Das Taschenbuchformat ist für junge Leser vermutlich ganz praktisch, obwohl ich persönlich Hardcover bevorzugen würde. Hier erinnert die Buchbindung an ein einfaches Leseheft, dessen Nutzung nicht von Dauer sein soll. Zwischen den einzelnen Kapiteln befinden sich Illustrationen, die vom Stil her an einen Comic erinnern. Sie zeigen Szenen aus dem Buch, sind aber sicherlich Geschmackssache. Insgesamt gefällt uns das Buch sehr gut. Die Charaktere sind drollig, der Schreibstil überzeugt und eine Krimigeschichte hinter perforierten Seiten zu verbergen, ist an sich schon eine tolle Idee, um die Spannung zusätzlich zu steigern.

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Alan Bradley: „Flavia de Luce 8 – Mord ist nicht das letzte Wort“

 

Alan Bradley
Blanvalet Taschenbuch Verlag
10,99€

 

 

 

Einer gibt den Löffel ab – und die charmanteste Hobbydetektivin aller Zeiten ermittelt wieder!

Endlich kehrt Flavia vom Internat in Kanada zurück nach Buckshaw, nur um dort zu erfahren, dass ihr Vater im Krankenhaus liegt und keinen Besuch empfangen darf. Um ihren boshaften Schwestern zu entkommen, schwingt Flavia sich auf ihr Fahrrad: Sie soll für die Frau des Pfarrers eine Nachricht an den abgeschieden lebenden Holzbildhauer Mr. Sambridge überbringen. Doch niemand öffnet. Neugierig betritt Flavia die Hütte und macht einen unerwarteten Fund – denn an der Schlafzimmertür hängt, kopfüber, der tote Mr. Sambridge … (Klappentext)

„Auf geht’s Glady! Da ist irgendein gewaltiger Schwindel im Gange…“

Mittlerweile Flavias achter Fall, und der ist so absonderlich wie kein anderer zuvor. Flavia ist noch keine 24 Stunden aus Kanada zurück, schon entdeckt sie wieder eine Leiche. Sofort ist ihr Spürsinn geweckt und Flavia beginnt in üblicher Manier zu ermitteln. Was soll sie auch anderes tun? Denn auf Buckshaw scheint sich niemand dafür zu interessieren, wann sie kommt oder geht. Seit Flavias Vater mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus liegt, leben nur noch ihre beiden Schwestern und ihre Cousine in dem alten Herrenhaus. Feely und Daffy meiden ja schon immer den Kontakt zu Flavia. Doch diesmal kommen sie bis auf ein paar wenige Szenen beim gemeinsamen Essen überhaupt nicht vor. Was schade ist, denn man hat die Hoffnung, dass sich in der Beziehung der drei Schwestern irgendetwas entwickeln sollte. Aber sie gehen einander entweder aus dem Weg oder schweigen sich an. So ist es nur Undine, die kleine Cousine, die ab und an die Stille in Buckshaw aufrüttelt. Der Landsitz und seine Bewohner sind wie erstarrt.

Die einzige, die eine deutliche Entwicklung gemacht hat, ist Flavia. Obwohl sie erst 12 Jahre alt ist, wirkt sie plötzlich viel erwachsener. Sie lässt außer Dogger mehr Menschen an sich heran und macht überhaupt den Eindruck, um einiges umgänglicher und verständiger zu sein als in früheren Bänden. Aber sie ist immer noch die Flavia, von der wir alle gern lesen.

Ich liebe ja die Sprache, Ausdrücke und bildhaften Vergleiche der De-Luce-Reihe, die auch im achten Band unvergleichlich sind. Morbider Humor und skurrile Gestalten tummeln sich auf den Seiten. Flavias Vorliebe für Chemie wird zwar an manchen Stellen betont und hervorgehoben, aber leider gibt es insgesamt ziemlich wenig Experimente. Der Mordfall steht stark im Vordergrund und seine Auflösung mündet in einer Gänsehaut erregenden Schlussszene auf dem Friedhof. Doch statt den Mittelteil weitschweifend mit Recherche, Vermutungen und Schlussfolgerungen zu füllen, hätte mehr Augenmerk auf die de-Luce-Familie gelenkt werden können. Es sind schließlich nicht nur die Morde und Flavias Detektivarbeit, die die Bücher ausmachen, sondern eben auch die Figuren. Ich hätte mir gewünscht, mehr von Buckshaw zu lesen und zu erfahren, wie es mit den de-Luce-Schwestern weitergeht.

Fans der Reihe dürften mit dem Band aber zufrieden sein. Die Verlagerung der Handlung ins Internat nach Kanada wie in „Eine Leiche wirbelt Staub auf“ war für meinen Geschmack nicht das Gelbe vom Ei. Bishop’s Lacey, Buckshaw und Gladys machen doch den Charme der Flavia-de-Luce-Reihe gewaltig mit aus. Die neue Covergestaltung habe ich leider auch betrübt zur Kenntnis genommen. Anfangs war ich mir gar nicht sicher, ob es sich wirklich um einen neuen Band der Reihe handelt. Es ist so ganz anders und reicht überhaupt nicht an die wundervollen Cover der früheren Bände heran.

 

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HABA Little Friends – Das große Adventskalenderbuch: 24 zauberhafte Vorlesegeschichten – Mit Liedern, Bastelideen und Rezepten (HABA Little Friends Vorlesebücher, Band 3)

 

Teresa Hochmuth (Autorin), Maria Bogade (Illustratorin)
cbj Verlag
empfohlenes Alter: ab 4 Jahre
10,99€

 

 

 

Lilli, Mali und Matze sind drei Puppenkinder und wohnen in Monas Kinderzimmer. Und pssst! Mit Mona teilen sie ein Geheimnis: Wenn kein Erwachsener dabei ist, werden sie lebendig!

Mona hat von ihrer Oma einen Adventskalender bekommen und ihn im Kinderzimmer aufgehängt. Jetzt sind ihre kleinen Puppenfreunde Lilli, Mali und Matze neugierig: Was hat es denn mit diesem Weihnachten auf sich? 24 kleine Vorlesegeschichten verstecken sich hinter perforierten Seiten zum Auftrennen und verkürzen die Wartezeit bis Heiligabend. Mit vielen Liedern und Bastelideen für eine stimmungsvolle Adventszeit. (Verlagstext)

Mitten im Oktober und bei spätsommerlichen Temperaturen um 25°C will eigentlich noch gar kein vorweihnachtliches Gefühl aufkommen. Weihnachtsmärkte, Plätzchen backen, Glühwein trinken… das alles scheint noch weit entfernt. In den Supermärkten stehen die Schokoweihnachtsmänner sogar schon seit August, und ich gebe zu, dass ich bereits die erste Packung Lebkuchen gekauft und genascht habe. Auch denjenigen, die in letzter Zeit durchs Buchgeschäft gegangen sind, wird aufgefallen sein, dass die Aktionstische kein anderes Thema als Weihnachten mehr kennen. Und hiermit bestätige ich ganz offiziell, dass Weihnachten 2018 auch auf meinem Blog Einzug gehalten hat:

Der HABA Little Friends Adventskalender in Buchform!

Wir sind große Fans der Geschichten rund um die drei Puppenkinder Lilli, Mali und Matze, und zu unserer großen Freude gibt es nun auch noch ein Buch für die Adventszeit. Bei einem Adventskalenderbuch wird jeden Tag eine Doppelseite an der Perforation aufgerissen. Wenn man einen Finger zwischen die Seiten schiebt, reißen sie mühelos auseinander. Man muss keine Angst haben, dass die Seiten beschädigt werden. Insgesamt gibt es also 24 kurze Geschichten, die das Warten auf den Weihnachtsmann verkürzen. Dazwischen befinden sich die zauberhaften und farbenfrohen Illustrationen von Maria Bogade. Einfache Bastelanleitungen für Kinder, bekannte Weihnachtsgedichte und Rezeptideen machen das Buch zu einem rundum gelungenen Vergnügen für die Vorweihnachtszeit.

So ein Adventskalenderbuch ist eine schöne Alternative zum üblichen Adventskalender mit Süßigkeiten. Leider können Eltern im Vorfeld schlecht zwischen die perforierten Seiten linsen, um die Geschichten anzulesen. Aber wer andere HABA Little Friends Bücher um die drei Puppenkinder bereits kennt, ist mit dem wunderbaren Erzählstil der Autorin Teresa Hochmuth schon vertraut. Die 24 kurzen Kapitel sind in der gewohnt amüsanten Ausdrucksweise geschrieben. Die Puppenkinder erleben zum ersten Mal die Weihnachtszeit und staunen über Adventskalender, bauen ein Iglu aus Zuckerwürfeln und fragen sich, ob der Weihnachtsmann denn auch zu ihnen kommen wird.

Geeignet ist das Adventskalenderbuch bereits für Kinder ab 3 Jahren. Die Texte und Bilder sind kindgerecht gestaltet. Erstleser können sich schon selbst an den kurzen  Geschichten versuchen, da die Schrift schön groß gewählt wurde und die Texte in ihrer Einfachheit wirklich zauberhaft sind.

Wir sind voll und ganz begeistert. Idee, Umsetzung und Aufmachung des Adventskalenderbuches überzeugen auf ganzer Linie und wir sind schon jetzt in vorweihnachtlicher Stimmung.

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

 

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Guido Hammesfahr: „Frau Giraffe zieht um!“

 

Guido Hammesfahr
Baumhaus Verlag
empfohlenes Alter: ab 3 Jahren
13,00€

 


 

Frau Giraffe lebt in den Steppen Afrikas. Hier wurde sie geboren, und hier ist sie zu Hause.
Doch eines Tages packt sie die Abenteuerlust, denn sie möchte unbedingt mal etwas anderes sehen.
„Zeit für einen Tapetenwechsel!“, beschließt sie und zieht los Richtung Meer…

Ein liebenswertes Bilderbuchabenteuer von Guido Hammesfahr, dem bekannten LÖWENZAHN-Moderator.
(Klappentext)

Eine Geschichte über eine ungewöhnliche Giraffe

Als Löwenzahnfans waren wir schon gespannt auf Guido Hammesfahrs Kinderbuch. Wer Moderator einer Kindersendung ist, weiß doch bestimmt, was Kinder toll finden. Und ehrlich, wir sind so froh, dass Guido Hammesfahr zum Autor geworden ist.

Die Geschichte über Frau Giraffe, die ein neues zu Hause sucht, wird mit einem feinen Gespür für Kinder erzählt. In einem einfachen Text mit einem angenehmen Erzählfluss wird beschrieben, wie Frau Giraffe ihre gewohnte Umgebung verlässt und auf andere Tiere trifft. Hilfsbereit und gastfreundlich laden die unterschiedlichsten Tiere Frau Giraffe in ihr zu Hause ein. Aber nichts will so richtig passen. Bis Frau Giraffe am Ende ihr Traumhaus baut und umgeben von ihren Freunden ein wahres zu Hause findet.

Den Kindern werden verschiedene Tiere und deren bevorzugte Lebensräume nahegebracht. Was wirklich großartig und lehrreich ist, doch nicht immer authentisch. So ist es schon ein bisschen verwunderlich, dass die Giraffe ausgerechnet zum Krokodil ins Wasser steigt. Insbesondere, wenn das Krokodil dann auch noch frohlockt, wie leicht ihm das Fressen ins Maul schwimmt. Als Erwachsener staunt man sowieso nur über die Unbedarftheit der Giraffe und ihr bedingungsloses Vertrauen. Warum sie sich auf die Suche nach einem neuen zu Hause macht, konnte ich nicht nachvollziehen. Sie tut es einfach. Kinder stören sich ja nicht an solch kleinen Ungereimtheiten.

„Frau Giraffe zieht um!“ ist das derzeit beliebteste Buch bei uns. Vom Verlag wurde eine Altersempfehlung von 4 bis 6 Jahren angegeben, aber mein Dreijähriger findet die Geschichte so klasse, dass wir sie jeden Abend vorlesen müssen. Wegen der sehr schönen Erzählweise macht das Vorlesen auch als Erwachsener richtig Spaß. Ich hoffe, es bleibt nicht bei dem einen Kinderbuch von Guido Hammesfahr!

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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